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SPORTaktiv April 2019

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SAFETY-TIPPS<br />

DARAUF SOLLTEN ELTERN<br />

ACHTEN, WENN KIDS AM<br />

TRAMPOLIN SPRINGEN.<br />

Kindern passieren beim Trampolinspringen<br />

leider öfters – auch schwere – Verletzungen:<br />

Darauf wies unlängst etwa der steirische<br />

Verein „Große schützen Kleine“ hin.<br />

Dessen Präsident und Vorstand der Grazer<br />

Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie,<br />

Univ.-Prof. Dr. Holger Till, rät dennoch nicht<br />

vom Trampolin ab. Der Mediziner appelliert<br />

an das Einhalten von Grundregeln. „Trampolinspringen<br />

und Bewegung sind an sich<br />

die beste Unfallprävention. Klare Regeln<br />

und Basiskenntnisse sind jedoch unerlässlich,<br />

um schwere und unnötige Unfälle zu<br />

vermeiden.“<br />

„Den meisten ist gar nicht bewusst, wo<br />

Gefahren am Trampolin lauern. Die Unfallgefahr<br />

wird völlig falsch eingeschätzt, weil<br />

das Trampolin ‚weich‘ wirkt“, erklärt Dieter<br />

Hayn von der Sektion Trampolin des Turnverbands<br />

Steiermark für „Große schützen<br />

Kleine“. „Die meisten Verletzungen passieren<br />

bei schlechten Landungen mitten am<br />

Trampolin, nicht bei Stürzen auf den Rahmen<br />

oder vom Trampolin. Landungen auf<br />

einem Bein oder mit den Armen am Trampolin<br />

sind weit gefährlicher, als meist angenommen.“<br />

Schwere Verletzungen könnten<br />

auch bei missglückten Saltoversuchen auftreten.<br />

Appell: Für erste Saltoversuche professionelle<br />

Hilfe in Anspruch nehmen.<br />

Christian Höckner vom Flip Lab Wien weist<br />

auf die Grund regeln hin, die in Trampolinparks<br />

gelten und die man auch am Gartentrampolin<br />

beachten soll:<br />

• Immer nur eine Person auf einem<br />

Trampolin. Springen zwei (oder noch<br />

mehr) Menschen gleichzeitig, kann es zu<br />

„Katapult-Effekten“ und in der Folge bösen<br />

Unfällen kommen.<br />

• Geht ein Sprung daneben, möglichst mit<br />

dem Rücken aufzukommen versuchen.<br />

Die Arme anlegen und möglichst vor<br />

dem Oberkörper verschränken. Nie<br />

mit den Armen den Sturz abfangen<br />

versuchen.<br />

• Ganz generell gilt: Kinder sollten<br />

nie ohne Aufsicht springen.<br />

Sidestep ins Wohnzimmer<br />

Diese Sprungtechnik erklärt auch<br />

(und damit ein kleiner Sidestep<br />

ins Wohnzimmer), warum man<br />

keine Altbauwohnung benötigt,<br />

wenn man sich ein Fitnesstrampolin<br />

ins Heim holen will.<br />

Körpergröße plus 50 Zentimeter<br />

empfehlen Hersteller als Mindest-Deckenhöhe,<br />

das geht sich<br />

auch im Neubau aus. Anleitungs-DVDs<br />

fürs Heimtraining<br />

werden mit dem Gerät oft mitgeliefert<br />

oder man lässt sich auf<br />

Youtube inspirieren.<br />

Auf dem „Minitramp“ kann<br />

man daheim übrigens auch ganz<br />

niederschwellig trainieren. Die<br />

Betreiber des Flip-Lab-Trampolinparks<br />

in Wien (siehe Teil zwei<br />

der Story) haben gemeinsam mit<br />

der Uni Innsbruck Studien mit<br />

Fitness-Anfängern durchgeführt<br />

und dabei in kurzer Zeit viele positive<br />

Effekte festgestellt: Unter<br />

anderem beugt das Springen<br />

Osteo porose vor.<br />

Körperspannung<br />

statt Verspannung<br />

Zurück im Vibes, zählt Fitnesstrainerin<br />

Lisa Proneg weitere Vorteile<br />

der schweißtreibenden Variante<br />

auf: Der instabile Grund<br />

wirke sich einerseits auch auf die<br />

Körperspannung positiv aus – andererseits<br />

löse das ständige Auf<br />

und Ab Verspannungen im<br />

Schulter- und Nackenbereich, der<br />

Problemzone vieler, die am<br />

Schreibtisch arbeiten. Das Training<br />

sei außerdem gelenkschonend,<br />

einfach und ohne Vorkenntnisse<br />

für jedes Fitnesslevel<br />

durchführbar. Und auch bei etwas<br />

mehr Körpergewicht eigne es<br />

sich sehr gut. Bei chronischen<br />

Problemen, etwa mit dem Bewegungsapparat,<br />

sollte man sicherheitshalber<br />

zuvor beim Arzt<br />

nachfragen. „Die Intensität lässt<br />

sich über den Krafteinsatz und<br />

die Geschwindigkeit der Bewegungen<br />

regulieren. Ein guter<br />

Coach kennt auch seine Gruppe<br />

und geht auf ihr Leistungsvermögen<br />

ein“, sagt Lisa Proneg.<br />

Ausdauer und Akrobatik<br />

Szenenwechsel: Christian Höckner<br />

und Kollegen des „Flip Lab<br />

Vienna“ zeigen auf einem Youtube-Video<br />

(unbedingt anschauen:<br />

https://bit.ly/2VOUdhZ), was in<br />

einem Trampolinpark für Könner<br />

möglich ist. Höckner, heute 29,<br />

betrieb das Trampolinspringen im<br />

Alter von 6 bis 22 Jahren als Leistungssport,<br />

war mehrmals Staats­<br />

LISA PRONEG<br />

ist staatl. geprüfte Fitness- und<br />

Athletiktrainerin und leitet<br />

„Vibes Fitness“ am Grazer<br />

Südtirolerplatz.<br />

www.vibes-fitness.at<br />

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