01.04.2019 Aufrufe

SPORTaktiv April 2019

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

maliger Leichtathlet und Trainer. Denn<br />

zum einen bedinge ein langes Bein nicht<br />

auch zwangsläufig einen langen Schritt.<br />

Der hängt auch in entscheidendem Maß<br />

von der Technik ab. „Rein physikalisch<br />

betrachtet müsste ein Läufer, der exakt<br />

dieselben Proportionen hat wie du, aber<br />

doppelt so groß ist, auch gleich schnell<br />

einen Marathon laufen“, sagt der Experte.<br />

Das ist aber nicht so. Weil: Das Gewicht<br />

verändert sich nicht im selben<br />

Maße wie die Größe. „Bei drei Prozent<br />

Größe steigt das Gewicht um neun Prozent.“<br />

Dadurch muss der Läufer also<br />

mehr Gewicht mitschleppen, was mehr<br />

Energie kostet. Die Fußgröße spielt<br />

ebenfalls eine Rolle. „Weil sie nicht direkt<br />

proportional zu Gewicht und Größe<br />

mitwächst, muss der Fuß eines größeren<br />

und schwereren Läufers pro Quadratzentimeter<br />

eine stärkere Belastung<br />

aushalten“, erklärt Steinbauer ein weiteres<br />

Mosaiksteinchen im Gesamtbild.<br />

AUSREDE FÜR<br />

HOBBYSPORTLER<br />

IST DIE GRÖSSE<br />

ABER KEINE.<br />

Nachteil Wärmetransport<br />

Dazu kommt auch die Temperatur.<br />

„Größere Menschen sind schwerer und<br />

erzeugen für die gleiche Geschwindigkeit<br />

mehr Energie. Es entsteht also mehr<br />

Wärme. Da mit mehr Größe zwar mehr<br />

Gewicht, aber nicht adäquat mehr Körperoberfläche<br />

dazukommt, können größere<br />

Läufer weniger Wärme abgeben.<br />

Sie brauchen damit also auch mehr<br />

Energie zur Kühlung.“ Auch auf diesem<br />

Sektor sind Kleine also im Vorteil. Und:<br />

Längere Beine bedeuten auch eine längere<br />

Pendelbewegung der Beine beim<br />

Zurückschwingen nach dem<br />

Schritt. „Dadurch wird<br />

ebenfalls mehr Energie<br />

verbraucht.“ Beim Marathontempo,<br />

das in der<br />

Weltklasse gelaufen wird,<br />

also um die 20 km/h<br />

spielt dann auch schon<br />

der Luftwiderstand eine<br />

Rolle. Breitschultrige<br />

1,90-Hünen haben da<br />

mehr Angriffsfläche als die<br />

kleinen „Gazellen“ aus Kenia und Äthiopien<br />

– die aufgrund ihrer körperlichen<br />

Voraussetzungen überhaupt im Vorteil<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

47

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!