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OCEAN7 2016-02

Abenteuersegeln auf den Kapverden. Einzigartige Inseln mitten im Atlantik. Weit abgelegen vor der Küste Afrikas und wenn überhaupt meist nur als kurzer Zwischenstopp bei Reisen in die Karibik gewählt. Dabei sind die Inseln mit ihrer freundlichen Bevölkerung ein weitgehend unerschlossenes, tolles Segelrevier.

Abenteuersegeln auf den Kapverden. Einzigartige Inseln mitten im Atlantik. Weit abgelegen vor der Küste Afrikas und wenn überhaupt meist nur als kurzer Zwischenstopp bei Reisen in die Karibik gewählt. Dabei sind die Inseln mit ihrer freundlichen Bevölkerung ein weitgehend unerschlossenes, tolles Segelrevier.

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News März/April <strong>2016</strong><br />

wir laufen so nicht nur in die Bucht von Pucišca mit 160 Grad<br />

Kursänderung ein, wir legen auch längsseits am Hafenpier an! Wir<br />

sind stolz, auch Jürgen, auf sich und auf seine Crew. Das nächtliche<br />

Anlege-Bier haben wir uns redlich verdient.<br />

Die Annahme ist „wenig Platz“, wir markieren eine schmale Boxengasse<br />

für das Bugankertraining. Querwind macht exaktes Anfahren<br />

zur Konzentrationsübung – aber jetzt bringt uns nichts mehr<br />

aus der Ruhe. Immer wieder legen wir römisch-katholisch an, zur<br />

Abwechslung „erfahren“ wir auch Eindampfen in Vor- oder Achterspring<br />

und alle anderen Spielarten des An- und Ablegens.<br />

Abends in der Bucht wieder ein Defekt, die Radsteuerung. Kreise<br />

und Achter mit der Notpinne, für die wir mit Leinen und Winschen<br />

eine Seilsteuerung bauen. So am Hafenpier anzulegen ist natürlich<br />

Ehrensache.<br />

Es folgen weitere Radaransteuerungen, Beiliegen, sogar ein Segelriss.<br />

Obligatorisch sind PoB-Manöver, mit echter Person im Wasser<br />

und anschließender Bergung mit dem Spifall. Ich möchte das nicht<br />

im Ernstfall erleben, aber jetzt weiß ich, wie ich mich vorbereite<br />

Banane …<br />

Text: Ernest Vogelsinger | Fotos: YCA-Mitglieder<br />

Bucht. Um 2 Uhr nachts liegen wir endlich sicher vor Anker. Für<br />

uns Neuland, das Vertrauen in exakte, althergebrachte Navigation<br />

steigt zusehends.<br />

Was trainiert man in einer Ankerbucht? Ankern – in allen erdenklichen<br />

Varianten. Vermuren, Verkatten, Heckanker, alle Spielarten.<br />

Jeder hat ausreichend Versuche, bis wir die Manöver sicher beherrschen<br />

– zumindest im Moment.<br />

Eine erneute Nachtfahrt bringt uns in die Seget Marina bei Trogir.<br />

Wir liegen im engsten Becken der Marina, Hafenmanöver stehen<br />

auf dem Tagesplan. Einparken in die Box, Anfahrt unter verschiedenen<br />

Winkeln, Vor- und Rückwärtsfahrt. Es ist nicht wirklich heiß,<br />

trotzdem komme ich ins Schwitzen. Nach einem Zwischenbriefing<br />

mit Jürgen alles nochmal, es beginnt, leicht und locker von der<br />

Hand zu gehen, ganz ohne Stress.<br />

„Ohne Stress“ – ein wesentliches Ergebnis dieser Woche, so erklärt<br />

sich auch die Überschrift: Ein erfahrener Einhandskipper hatte sein<br />

Boot unter schwierigen Verhältnissen in aller Ruhe in der Box<br />

festgemacht und dabei noch Zeit, seine Banane zu verspeisen.<br />

Jürgen erzählt das gern, um auf die Wichtigkeit der Ruhe hinzuweisen<br />

– der Ruf „Banane, Banane“ schallt ihm seither öfter entgegen.<br />

Für uns ein Synonym für „Plan statt Stress“.<br />

„Dichtester Nebel“ durch ein über den Rudergänger gelegtes Badetuch,<br />

ich sehe nur das Radar-Display. So fahre ich aus der Box,<br />

durch die Boxengasse zur Beckenausfahrt, ausreichend Abstand zu<br />

anderen Schiffen und den Mooringleinen …<br />

Ruderbruch bei der Nachtfahrt! Nur Annahme, doch steuern ohne<br />

Steuerruder? Treibanker achtern ausbringen, zwei Leinen an die<br />

Winschen. Durch gegenseitiges Fieren und Dichtholen wechselt<br />

der Treibanker die Seiten und dreht so das Boot. Es funktioniert,<br />

– herzlichen Dank an Jürgen für sein mutiges Über-Bord-gehen!<br />

Auch bei fehlendem Wind war diese Woche das intensivste Training,<br />

das ich jemals genießen durfte. Für mich haben sich drei<br />

Hauptpunkte der sicheren Schiffsführung herauskristallisiert:<br />

1. Nicht nur einen, sondern zwei oder am besten sogar drei Pläne<br />

haben, um von A nach B zu gelangen.<br />

2. Die geistige „Checkliste“ ist immer dabei – was habe ich vor, was<br />

brauche ich dafür, ist alles vorbereitet, was kommt dann?<br />

3. Der Skipper hat immer alles im Blick, Jürgen nennt es „Rundum-<br />

Radar“.<br />

Und natürlich – Ruhe und Gelassenheit, die sich von selbst ergibt,<br />

wenn diese Punkte erfüllt sind. „Banane, Banane“ eben.<br />

Weitergehende Information zu Jürgens sehr empfehlenswerten<br />

Trainings findet man auf der Website des Yacht Club Austria<br />

www.yca.at<br />

März/April <strong>2016</strong> | <strong>OCEAN7</strong> 01/<strong>2016</strong> 71

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