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Neue Szene 2018-03

Stadtmagazin für Augsburg (Bayern)

40 CINERAMA RED SPARROW

40 CINERAMA RED SPARROW Regie: Francis Lawrence Mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton u.a. Seit „Winters Bone“ gehört Jennifer Lawrence zu meinen Lieblings-Schauspielerinnen. Da verzeihe ich ihr auch die „Tribute von Panem“-Auftritte. Nun also spielt sie eine russische Ballerina, die nach einer Verletzung nicht mehr tanzen kann und sich daher zur Geheimagentin ausbilden lässt. Klar, was macht man denn auch sonst, wenn es mit der Kunst nicht mehr so rund läuft. Und natürlich soll sie einen CIA- Agenten überwachen, der, auch völlig überraschend, super aussieht. Es kommt wie es kommen muss: die beiden nähern sich an, spionieren sich gegenseitig aus und es entwickelt sich ein spannendes Katz-und- Maus-Spiel. Denn was nach 08/15 klingt, ist überraschend abwechslungsreich und der Film spart auch nicht mit temporeichen Action-Szenen und hat doch einige Spannungsbögen parat. Ein Film für einen regnerischen März nach dem Motto, kann man schon mal anschauen. (etz) (Kinostart 01.03.) DEATH WISH Regie: Eli Roth Mit Bruce Willis, Vincent D‘Onofrio, Elisabeth Shue u.a. Puh, Selbstjustiz-Drama mit moralischem Beigeschmack. Irgendwie eine krude Mischung. Vor allem mit Bruce Willis, der in seinen Filmen die Moral eher mit einer Knarre in der Hand vertritt. So auch hier. Willis ist eigentlich Chirurg und fasst nach einem Überfall auf seine Familie den Entschluss, die Sache mal selbst in die Hand zu nehmen und unter den Gangstern aufzuräumen. Kennt man irgendwie, meint ihr?! Ja, klingt nach „Stirb langsam“ und einem Dutzend anderer Willis-Streifen. Hier versucht der Regisseur tatsächlich, die Frage aufzuwerfen, wie weit man gehen darf, wenn der Staat es nicht schafft, Recht und Ordnung herzustellen. Das Thema ist nicht neu, denn Film-Experten kennen natürlich das Original mit Charles Bronson, das nun schon 43 Jahre alt ist. Rache als Legitimation zur Selbstjustiz, ein fragwürdiger Plot, damals wie heute. (etz) (Kinostart 08.03.) MARIA MAGADALENA Regie: Garth Davis Mit Rooney Mara, Joaquin Phoenix u.a. Nein, er darf nicht fehlen. Der Jesus-Film kurz vor Ostern! Und den Heiland spielt kein Geringerer als Joaquin Phoenix. Aber im Mittelpunkt steht natürlich die Titelheldin Maria Magdalena. Sie folgt zusammen mit den Jüngern Jesus Christus bis zu seinem Ende am Kreuz. Na gut, die Story ist altbekannt, aber altbacken muss sie deswegen nicht sein. Hier handelt es sich um ein Epos, das sein Augenmerk auf die Frauen dieser Zeit lenkt. Maria Magdalena ist die starke und selbstbewusste Begleiterin in einer männerdominierten Gesellschaft. Erst verachtet, später bewundert. Daneben spielt Phoenix einen Jesus, der nicht von schlechten Eltern ist. Seine Qualen fließen aus jeder Pore und obwohl man weiß, wie die Geschichte endet, leidet man jede Sekunde mit und hofft auf ein Happy End. Die Filmmusik tut ein Übriges, so dass jeder Fan von biblischen Monumentalfilmen voll auf seine Kosten kommt. (etz) (Kinostart 15.03.) WINCHESTER Regie: Michael Spierig, Peter Spierig Mit Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook u.a. Jawoll, Horror und natürlich nach einer „wahren“ Begebenheit. Find ich ja immer toll. Helen Mirren spielt Sarah Winchester, Gattin des Gewehr-Erfinders. Als dieser stirbt, glaubt die trauernde Dame, dass sie verflucht ist. Sie ist sich sicher, dass sie die Seelen der Menschen, die von den Winchester-Gewehren getötet wurden, heimsuchen. Auf den Rat eines Mediums hin beginnt sie, in San Jose ein stattliches Herrenhaus zu errichten. Und dort spukt es selbstverständlich irgendwann, logisch. Hintergrund ist, dass das Winchester Mystery House tatsächlich existiert. Über 38 Jahre hinweg baute Madame Winchester das Haus um und aus, bis es tatsächlich zu einer Art Spukhaus wurde: mit 160 Räumen, diversen Türen, die ins Nichts führen und Treppen ohne Ende. Und das alles, um Geister beim Spuken zu verwirren. Das wahre Leben schreibt eben die besten Geschichten. (etz) (Kinostart 15.03.) JIM KNOPF UND LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER Regie: Dennis Gansel Mit Henning Baum, Annette Frier, Solomon Gordon u.a. Ach, was will man denn da schreiben, außer: herrlich! Als Augsburger und jemand, der im Schlafanzug in den 70ern die Abenteuer, produziert von der Augsburger Puppenkiste, mit großen Kinderaugen verfolgte. Alleine das Meer, gebastelt aus Plastikfolie, treibt einem heute noch Tränen in die Augen. Nun also die Adaption des Kinderbuchs von Michael Ende mit realen Schauspielern in Spielfilmlänge. Glaubt man gar nicht, ist aber tatsächlich das erste Mal. Dabei sind etliche deutsche Stars und alle gehen in ihren Rollen auf. Henning Baum als Lukas und Solomon Gordon als Jim Knopf sind die Helden, die auf ihrer Fahrt mit Lokomotive Emma nicht ganz so beschaulich agieren wie die Marionetten der Puppenkiste. Bisschen Action darf auch sein im Jahr 2018. Ist aber alles im Rahmen, so dass sich ein Kinobesuch lohnt. (etz) (Kinostart 29.03.) DIE SCH’TIS IN PARIS – EINE FAMILIE AUF ABWEGEN Regie. Dany Boon Mit Dany Boon, Laurence Arné u.a. Boon, der uns schon vor 10 Jahren in „Willkommen bei den Sch’tis“ in der Rolle des sympathisch-naiven Postboten Antoine amüsierte, ist mit einer neuen Komödie zurück. Er fungiert hier als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller. Diesmal als der erfolgreiche Architekt Valentin, der seine nordfranzösische Herkunft vor seinen Pariser High Society Kollegen und Freunden bisher erfolgreich verschleiert hat und sich als Nachkomme persischer Aristokraten ausgibt. Als Valentins Bruder Gustave, der in Geldnöten ist, dann den ganzen Rest der provinziellen Familie unter einem Vorwand nach Paris lockt, um seinen Bruder um finanzielle Hilfe zu bitten, sind Chaos und Peinlichkeiten vorprogrammiert. Wer den ersten Film über die Sch‘tis mochte, wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen. (ma) (Kinostart: 22.03.)

CINERAMA 41 RÜCKENWIND VON VORN Regie: Philipp Eichholtz Mit Victoria Schulz, Aleksandar Radenkovic, Daniel Zillmann u.a. Protagonistin in diesem Drama deutscher Produktion ist Charlie, eine junge Lehrerin aus Berlin. Sie sieht sich mit Thematiken des Erwachsenenlebens konfrontiert, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Ihr Freund Marco wünscht sich, obwohl es bei den beiden kriselt, nach fünf Jahren Beziehung baldigen Nachwuchs und Charlies geliebte Oma wird krank. Im Vergleich scheinen die Leben der anderen dagegen abenteuerlich und viel einfacher zu sein. Zum Beispiel das ihrer besten Freundin, die einen Backpacking-Trip durch Asien plant, oder ihres Kollegen, der mit dem Wohnwagen Richtung Osten reist. Charlie gerät in eine Sinnkrise und überdenkt, was sie wirklich vom Leben will und braucht. Ein spannendes neues Werk mit großem Realitätsbezug über Selbstfindung und den Mut für einen Richtungswechsel von Independent Regisseur Eichholtz. (ma) (Kinostart: 15.03.) ZWEI HERREN IM ANZUG Regie: Josef Bierbichler Mit Martina Gedeck, Josef Bierbichler u.a. „Zwei Herren im Anzug“ ist die Geschichte dreier Generationen in Bayern, die vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis ins Jahr 1984 (Zufall!?) reicht. Nach dem Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Frau und Mutter Theres unterhalten sich im Gasthaus am See Wirt und Bauer Pankraz und sein 35-jähriger Sohn Semi. Sie lassen die Vergangenheit Revue passieren und so kommt nach und nach alles zur Sprache und im wahrsten Sinne des Wortes auch ins Bild. Josef Bierbichler, der hier Regisseur und Schauspieler ist, hat seinen Roman „Mittelreich“ verfilmt, in dem er die Geschichte seiner eigenen Familie in den Kontext der Zeit (Besatzung, Kalter Krieg, Wirtschaftswunder, Studentenunruhen etc.) setzt. „Zwei Herren im Anzug“ ist eine bayerische Familiensaga, kraftvoll, kritisch inszeniert und gespielt. Bayerische Heimat jenseits des Klischees von Dirndl und Lederhose. (cs) (Kinostart 22.03.) THE DEATH OF STALIN Regie: Armando Iannucci Mit Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Jason Isaacs, Michael Palin u.a. Nach dem Tod des Diktators Stalin im Jahre 1953 entbrennt ein bitterböser Kampf im Zentralkomitee der KPdSU um seine Nachfolge. In Stellung bringen sich der nicht besonders helle Georgi Malenkow, der erstmal die Regierungsgeschäfte weiterführt, der sadistische Sicherheitschef Lawrenti Beria und last but not least der gewiefte Nikita Chruschtschow. Armando Iannucci, u.a. bekannt durch seine politische Sitcom „The Kick Of It“ und seinen Kinofilm „Kabinett außer Kontrolle“, lässt es echt krachen. „The Death Of Stalin“ ist eine ziemlich düstere und brutale Satire, bei der einem immer wieder das Lachen im Halse stecken bleibt. Aber sagt man nicht, die Wirklichkeit ist immer noch brutaler als man es sich vorstellen kann? Apropos, in Russland, der Freien Russischen Föderation, ist der Film selbstverständlich verboten. (cs) (Kinostart 29.03.) filmtipp des monats Das schweigende Klassenzimmer Regie: Lars Kraume Leonhard Schleicher, Tom Gramenz, Ronald Zehrfeld, Florian Lucas u.a. Im Jahre 1956 sind die ostdeutschen Abiturienten Theo und Kurt unterwegs in Westberlin und sehen bei einem Kinobesuch in der Wochenschau erschütternde Bilder vom Volksaufstand in Budapest. Zurück in der DDR wächst gemeinsam mit ihren Mitschülern Lena, Paul und Erik die Idee, während des Unterrichts eine Schweigeminute für die ungarischen Opfer einzulegen. Doch sie haben unterschätzt, was sie mit ihrer kleinen Geste auslösen. Diese 60 Sekunden werden ihre Zukunft komplett verändern und ihr Leben auf den Kopf stellen. Zwar versucht der Schuldirektor, die Aktion als jugendlichen Unsinn abzutun, aber die SED-Oberen vermuten einen politischen Akt und versuchen mit allen Mitteln, den Anstifter ausfindig zu machen. Die Klasse aber hält trotz sämtlicher Verdächtigungen, Verhöre und Drohungen zusammen. Dieses gelungene DDR-Drama basiert auf wahren Ereignissen aus dem gleichnamigen Sachbuch von Dietrich Garstka, die sich in den 50er-Jahren im brandenburgischen Storkow zutrugen. Dem preisgekrönten Regisseur und Drehbuchautor Lars Kraume ist es gelungen, in „Das schweigende Klassenzimmer“ einen Cast aus höchst vielversprechenden Nachwuchskünstlern und herausragenden, etablierten Darstellern des deutschen Kinos zu versammeln. Die Hauptrolle übernimmt Leonard Scheicher, der dem Kinopublikum schon bei Produktionen wie „Es war einmal Indianerland“ und „Finsterworld“ auffiel. Neben ihm spielt Nachwuchsentdeckung Tom Gramenz die zweite Hauptrolle. In weiteren Rollen der Klassenkameraden sind Lena Klenke, Isaiah Michalski und Jonas Dassler zu sehen. Für die erwachsenen Nebenrollen konnte mit Ronald Zehrfeld, Florian Lukas, Jördis Triebel, Michael Gwisdek und Burghart Klaußner eine erstklassige Darstellerriege gewonnen werden. Der Film, der die DDR-Geschichte auf eine extrem fesselnde und mitreißende Art und Weise beschreibt, befindet sich zu Recht in der Vorauswahl der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018 und wird über 60 Jahre nach den historischen Ereignissen im ehemaligen Ostblock die Kinobesucher aller Teile der Bundesrepublik begeistern. (max) (Kinostart: 01.03.)

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