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Neue Szene 2018-03

Stadtmagazin für Augsburg (Bayern)

42 GERILLTES ERDMÖBEL

42 GERILLTES ERDMÖBEL HINWEISE ZUM GEBRAUCH (jippie! Industrie/RTD) Auf ihrem neuen Album haben sich die Münsteraner nicht neu erfunden, sie machen genau da weiter, wo sie zuletzt aufgehört haben. Intellektuell verschrobener Indiepop, der aber nicht spröde, sondern locker leicht und luftig rüberkommt und die Jungs stehen auf Ironie, keine Frage. „Hinweise zum Gebrauch“ ist ein geiles Album voller toller Songs. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen ich am besten finde. Ein Ohrwurm jagt den nächsten. Schaut aus, als ob Barack Obama auch auf Erdmöbel steht, hat er sich doch für das Albumcover zur Verfügung gestellt. Hat er aber dafür auch einen Song bekommen? Nein, der Song handelt komischerweise von Al Jarreau. (cs) YO LA TENGO THERE´S A RIOT GOING ON (Matador/Rough Trade) Die Indie-Veteranen aus New Jersey werfen auf ihrem 19.(!) Album ihren kompletten Ballast über Bord und produzieren ein Album ohne Zwänge oder Dogmen. Aus der Improvisation heraus entstehen Songs im Proberaum. Einfach so, ohne anfängliches Konzept, ohne vorher geprobt zu haben, ohne Producer oder Techniker. Einfach mal alles laufen lassen. Das klingt ziemlich abenteuerlich, herausgekommen ist aber ein Album, das an Leichtigkeit kaum zu überbieten ist und es fühlt sich an, als ob man in einem Segelboot auf dem Ozean treibt. Ein Rausch in slow motion, auch wenn sie zum Ende hin die Impro-Schraube leicht überdrehen. So klingt Freiheit! (ws) FELIX JAEHN I (Virgin) Er ist der Überflieger schlechthin, spielt weltweit Shows und kann sich kaum noch vor Angeboten retten. Die Rede ist von dem Jungen, der in einem kleinen Kaff (ca. 80 Einwohner) an der Ostsee aufgewachsen ist und immer noch dort lebt. Mit der Neuauflage von OMIs „Cheerleader“ hatte er einen weltweiten Hit, von Australien über Europa bis in die USA. Jetzt endlich legt er sein erstes Album vor. „I“ (sprich „Ich“ auf Englisch) ist ein Best Of seiner jungen Karriere. Es sind alle seine Hits drauf, aber auch neue Songs und sogar welche, die er selbst geschrieben hat. Entstanden ist das Album in Studios in Kopenhagen, London oder L.A., aber auch in dem kleinen Kaff an der Ostsee. Respekt Felix! (cs) OLLI SCHULZ SCHEISS LEBEN – GUT ERZÄHLT (Trocadero Rec.) Jeder muss sich mal neu erfinden, sonst wird es langweilig. Das versucht nun auch Olli Schulz. Als Singer- Songwriter mit intelligenten Texten gerät er mit diesem Album jedoch irgendwie auf eine schiefe Bahn: er versucht, sich gänzlich neuen Genres zu widmen, schafft es aber nicht, sie authentisch umzusetzen. So vermischt er elektronische Musik mit irgendwelchen Hip-Hop-Sprechgesängen, Reggae mit Dance-Elementen. Zusammenpassen tut das hinten und vorne nicht. Und auch mit seinen Texten will er sich, leider völlig erfolglos, dem jungen Mainstream beugen. Leider gehen die guten alten Zeiten von „Olli Schulz und der Hund Marie“ dann wohl langsam zu Ende. (jk) ALBUM DES MONATS LIEBLINGS MUSIK TIMO BLUNCK HATTEN WIR NICHT MAL SEX IN DEN 80ERN (Tapete Records) Der Hamburger Sänger, Songwriter und Produzent Timo Blunck ist ein wahrer Teufelskerl. Mit seinen 55 Lenzen hat er offenbar einfach alles schon mindestens einmal erlebt und jetzt für seine Nachwelt literarisch und musikalisch fixiert. Sein Roman „Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern“ liefert auch den Titel für das gleichzeitig bei Tapete Records erscheinende Blunck-Album. Mit Hilfe des Romans gelingt es ihm, seine tosende Lebensgeschichte nicht nur anzureißen, sondern auch zu Ende zu schreiben. In seiner Vita ist einfach viel zu viel passiert, um das alles in nur 14 Songs abzufrühstücken, von denen am Ende dann doch keiner länger als lumpige fünf Minuten ist. Das Paket aus Album und Roman ist also absolute Pflicht für alle Blunck-Freunde, zu welchen sich übrigens auch Hamburg-Buddy Rocko Schamoni zählt. Natürlich hat Bluncki alle Instrumente dieser Solo-Platte auf einer alten 8-Spur-Bandmaschine höchstselbst und relativ sparsam eingespielt, die Tracks dafür dann aber umso knalliger arrangiert. Das rotzige Libretto ist außerdem perfekt geeignet, um nicht nur den zartbesaiteten Feingeistern unter uns die Schamesröte in Gesicht zu treiben. Die Mischung aus zu Herzen gehenden Balladen, New Orleans-Soul-Yacht-Rock-Hybriden und Uptempo-Funk frisst sich direkt in die Kleinhirnrinde. Eine großartige Platte! (max) THE ORIELLES SILVER DOLLAR MOMENTS (HEAVENLY RECORDS) Unverschämt junges Twee-Pop-Gemüse aus England! Haut rein wie frisch gepresster Orangensaft. Yummie! (ws) MGMT LITTLE DARK AGE (COLUMBIA) Alle Songs glänzen vor Vielfältigkeit, schönen Texten und harmonischen Gesängen, die zum Teil an die Beach Boys oder sogar an die Beatles erinnern.(jk) LETZTE INSTANZ MORGENLAND (AFM RECORDS) Gothic Rock und Dark Wave sind in letzter Instanz längst dem Pop- Rock gewichen. Genau das richtige für Vati...(max)

GERILLTES 43 MGMT LITTLE DARK AGE (Columbia) „Little Dark Age“ ist das vierte Studioalbum von den Indietronicern aus New York. Spätestens nach ihren Hits „Kids“ oder „Time to pretend“ hat jeder schon mal irgendwas von dieser sehr vielfältigen Band gehört. Auch in ihrem jüngsten Album schaffen sie es, dass ihre elektronischen Synthie-Popklänge nicht langweilig werden. Spätestens der zweite Song zum gleichnamigen Album ist nach dem ersten Hören schon ein richtiger Ohrwurm und setzt sich auch fest. Auch alle anderen Songs glänzen nur so vor Vielfältigkeit, schönen Texten und harmonischen Gesängen, die zum Teil an die Beach Boys oder sogar an die Beatles erinnern. Highlight der Platte: Die Ballade „When you are small“. (jk) FRANZ FERDINAND ALWAYS ASCENDING (Domino) Die legendären Franz Ferdinand kommen nach langer Zeit der Abstinenz und zahlreichen Besetzungswechseln mit ihrem fünften Album zurück. In „Always ascending“ verwandeln sie ihre ursprüngliche Britpop-Attitüde in Dancemusik. Es scheint sich nicht viel zu den Alben von 2004 verändert zu haben. Die kraftvolle Stimme des Frontmanns Alex Kapranos ist immer noch vorhanden, doch kein Song ist richtig packend, keiner bleibt irgendwie im Ohr. Hier und da gibt es allerdings auch in diesem scheinbar unscheinbaren Album Lichtblicke wie „The Acadamy Award“. Sowohl in seiner Instrumentierung als auch mit seinem Text fällt er aus dem Rahmen und erinnert ein wenig an die Indieband „Pulp“. (jk) TURBO NEGRO ROCK`N`ROLL AGE (Burger Rec.) Die Norweger hatten ihre beste Zeit in den 90ern. Mit rotzigen Songs wie „Racist Friend“ und ihrem damaligen Studioalbum „Apocalypse Dudes“ haben sie zahlreiche Fans und hier vor allem Jugendliche mitgezogen. Nun müssen sie sich immer wieder neu erfinden, um die Fangemeinde noch irgendwie bei der Stange zu halten. Aber die ist älter und kritischer geworden und trägt ihre Jeansjacken nur noch selten aus. Die neuen Turbonegro-Titel klingen außer „Dude without a face“, der noch an die glorreiche Anfangszeit erinnern mag, wie ein schlechter Verschnitt aus allen möglichen (Glam-) Rockbands der 80ern: Van Halen, Kiss und auch ein wenig AC/DC ist da herauszuhören. Schade! (jk) FIRST AID KIT RUINS (Columbia) Das schwedische Duo, bestehend aus den zwei Schwestern Klara und Johanna Söderberg, macht schöne runde Akustikmusik mit noch schöneren Harmoniegesängen. So präsentieren uns die beiden schon innerhalb kürzester Zeit ihr viertes Studioalbum „Ruins“. Hier behalten sie die reichen akustischen Gitarrenklänge, die zarte Melancholie der schönen Gesänge gepaart mit Violinparts und scheinen immer wieder wie „Neutral Milk Hotel“ zu klingen. Durch die Platte, die mit 10 Titeln recht kurz, doch in ihrer jeweiligen Länge perfekt ist, packt einen das wohlig-warme Gefühl von Kaminofenatmosphäre in allerbester Johnny Cash-Westernmanier. Highlight der Scheibe: „Fireworks“. (jk) HIER GIBT ES NICHTS ZU SEHEN NICHT MAL W E R B U N www.plakatwerbung-maerzke.de Vermietung von Großraum Augsburg Plakatwerbung Maerzke Tel. 0821 488175 G

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