Berliner Zeitung 22.08.2019

BerlinerVerlagGmbH

Mitten im Leben: Spaziergänge mit Dementen in Friedenau – Seite 3

Heute

mit

Kulturkalender

14°/26°

Sonne!

Wetter Seite 2

Wegen S-Bahnarbeiten

wird der Osten abgehängt

Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

Unser USA-Korrespondent

wundert sich über Berlin

Berlin Seite 12

Donnerstag,22. August 2019 Nr.194 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Soll Russland wieder Teil

der G7-Konferenz werden?

Tagesthema Seite 2

Reitsport

Sammlerin

der

Goldmedaillen

VonGabriele Pochhammer

Reiter können länger in der Weltklasse

mitmischen als Turner

oder Schwimmer, aber 30 Jahre lang

an der Spitze, das ist auch unter Pferdesportlernselten.

Isabell Werthreitet

wenige Wochen nach ihrem 50.

Geburtstag einem weiteren Höhepunkt

ihrer Karriere entgegen. 1989

wurde sie zum ersten Mal Mannschaftseuropameisterin

in Luxemburg.

In Rotterdam

am Dienstag

holte sie das

24. EM-Gold mit

der deutschen

Mannschaft.

Jetzt sieht es

so aus,als müsste

Isabell Werth,

erfolgreichste Dressur-

Reiterin aller Zeiten

die Fuchsstute

Bella Rose schon

aus dem Viereck

springen, um ihrer

Reiterin die

Einzeltitel, an diesem Donnerstag im

Grand Prix Special, am Sonnabend in

der Kür,noch zu verderben.

Insgesamt hängen 32 Goldene

Championatsmedaillen, errungen

auf insgesamt zehn verschiedenen

Pferden, bei ihr zu Hause in Rheinberg.

Aufdem elterlichen Hofbetreibt

sie einen Turnier- und Ausbildungsstall.

Bis auf wenige Ausnahmen hat

Werth ihre Pferde selbst trainiert, zunächst

unter Anleitung ihres Förderers

Uwe Schulten-Baumer, dann

nach der Trennung von ihm im Jahr

2001 als selbstständige Unternehmerinmit

Pferdepflegern, Bereiternund

Schülern. Die sechsfache Olympiasiegerin

und neunfache Weltmeisterin,

erfolgreichste Reiterin aller Zeiten,

ist erfolgshungrig wie eh und je.

Keiner hat gewonnen, bevor sie nicht

geritten ist. Über jeden Sieg kann sie

jubeln, als sei es ihr erster, Niederlagen

spornen sie an. Im Jahr 2009

wurde Werth wegen einer positiven

Dopingprobe ihres Pferdes Whisper

für sechs Monate gesperrt.

Mit kaum einem anderen Pferd,

von Goldmedaillensammler Gigolo

vielleicht abgesehen, verbinden

Werth so tiefe Emotionen, wie mit

Bella Rose, mit der sie in Rotterdam

nach den Titeln greift. Es war Liebe

auf den ersten Blick, als sie die Fuchsstute

als junges Pferd beim Züchter

entdeckte. Die Stute lernte schnell.

2014 wurde sie mit dem deutschen

Team in Caen Mannschaftsweltmeisterin.

Doch dann verletzte sich Bella

Rose und wurde dreieinhalb Jahre

nicht mehr gesehen. Stattdessen war

sie Dauerpatientin der Tierärzte.

Die meisten anderen Reiter hätten

längst aufgegeben und Bella

Rose in die Zucht verabschiedet.

Doch Isabell Werthverfügt über zwei

Eigenschaften, die genau so wichtig

sind wie reiterliche Fertigkeiten, Geduld

und Ausdauer. Sie glaubte an

ihr Pferd und endlich, im Jahre 2018

wurde sie belohnt. MitBella Rose,inzwischen

14 Jahre alt, wurde sie

Mannschafts- und Einzelweltmeisterin

in Tryon(USA). Seitdem wurde

das Paar nicht mehr geschlagen.

Undessieht nicht so aus,als ob sich

das in naher Zukunft ändernwird.

Menschenhandel in Berlin?

Die Baubranche in Berlin ist besonders anfällig für Schleuserbanden und

Schwarzarbeit. Zoll und Polizei reagieren am Mittwoch mit einer Großrazzia

VonPhilippe Debionne und

Jochen Knoblach

Es ist die wohl dunkelste

Seite der wachsenden Stadt

und des Berliner Baubooms:

Menschenhandel

zur Arbeitsausbeutung und bandenmäßiges

Einschleusen von AusländernimBaugewerbe.Darum

ging es

am frühen Mittwochmorgen, als

Hunderte Einsatzkräfte zu einer der

größten Razzien der letzten Jahre in

Berlin ausrückten. Nach Angaben

der Staatsanwaltschaft durchsuchten

rund 1900 Beamte von Hauptzollamt

und Bundespolizei über 100

Wohn- und Geschäftsadressen im

Berliner Stadtgebiet. Auch in Brandenburg,

Dessau und Halle schlugen

die Fahnder im Auftrag der Berliner

Staatsanwaltschaft zu.

Wochenlang vorbereitet

Dabei ginge es um den„Verdacht des

Menschenhandels zur Arbeitsausbeutung

sowie bandenmäßiges Einschleusen

von Ausländern imBaugewerbe“,

hieß es weiter.Aus Ermittlerkreisen

war zu erfahren, dass die

Razzia seit mehreren Wochen vorbereitet

worden sei. Ob es Festnahmen

gab, war zunächst nicht bekannt.

Den Angaben zufolge ging es in erster

Linie darum, Beweismittel zu sichern.

Im vergangenen Jahr waren die

Fahnder des Berliner Hauptzollamts

wegen Schwarzarbeit und illegaler

Beschäftigung rund 1600-mal im

Einsatz, etwa 100-mal öfter als 2017.

Insgesamt wurden im Jahr 2018 dabei

4100 Ermittlungsverfahren eingeleitet,

zudem Buß- und Verwarnungsgelder

in Höhe von rund 1,4

Millionen Euro verhängt. Die Schadenssumme

lag 2018 bei 88,6 Millionen

Euro. Außerdem, so heißt es

beim Zoll, würde „Schwarzarbeit

und illegale Beschäftigung dauerhaft

legale Arbeitsplätze“ vernichten und

damit die Arbeitslosigkeit erhöhen.

VomBranchenverband wurde die

Aktion gegen Schwarzarbeit gestern

begrüßt. Schwarzarbeit sei das

Krebsgeschwür der Bauwirtschaft,

sagte Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin

der Fachgemeinschaft

Bau Berlin und Brandenburg.

Sie setze „seriös agierende und gesellschaftlich

verantwortungsvolle

Unternehmen, die Arbeitnehmern

faire Löhne zahlen, Ausbildungsplätzeschaffen

und ihreSteuernleisten,

unter enormen wirtschaftlichen

Druck“.

Tatsächlich gilt Schwarzarbeit

insbesondere inder Baubranche als

so lukrativ wie das Drogengeschäft.

Allerdings sei das Risiko,entdeckt zu

werden, weit geringer. „Es gibt in

Deutschland so gut wie keine große

Baustelle, auf der keine Schwarzarbeit

stattfindet“, sagt Ruprecht Hammerschmidt

von der Industriegewerkschaft

Bau.

Dort wie auch auf Arbeitgeberseite

werden seit Jahren mehr Kontrolleure

gefordert, doch getan hat

sich kaum etwas. Dafür gibt es immer

mehr zu kontrollieren. Hinzu

kommt, dass die Branche in der Tat

schwer zu überprüfen ist. Schließlich

geht es dort umUnternehmen,

die ständig unterwegs oder an mehreren

Orten im Einsatz sind. Zudem

gilt etwa Teilzeitarbeit im Baugewerbe

als erprobte Verschleierungsmaßnahme,

daman quasi zu jeder

Tageszeit behaupten kann, dass ein

Beschäftigter gerade in der vereinbarten

Arbeitszeit angetroffen wird.

Dabei ist Teilzeitbeschäftigung im

Baugeschäft tatsächlich wenig praktikabel

und in Zeiten von Bauboom

und Fachkräftemangel schwer nachvollziehbar.

Dennoch liegt die Teilzeitquote

in Berliner Baubetrieben

„Da haben sich

mafiöse Strukturen entwickelt.“

Nikolaus Landgraf, Regionalleiter Berlin/Brandenburg der

Industriegewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt (Bau)

DPA/PATRICK PLEUL

bei 20 Prozent, wie gerade erst das

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

in ihrem aktuellen Betriebspanel

beschreibt.

Beider Razzia am Mittwoch stand

allerdings das organisierte Einschleusen

von Arbeitskräften aus

dem Ausland im Mittelpunkt. Denn

vor allem die hiesige Baubranche ist

seit langem ein beliebter Arbeitsort

in Europa. Etwa jeder zweite hier tätige

EU-Bürger aus dem Ausland arbeitet

im Baugeschäft. Werhier illegal

beschäftigt ist und etwa zur

Scheinselbstständigkeit gezwungen

wird, müsse teils unter „sklavereiähnlichen

Bedingungen“ arbeiten,

heißt es beim Verein Bundesweiter

Koordinierungskreis gegen Menschenhandel

e.V. Häufig gebe es zudem

„unverhältnismäßige Abzüge

für Vermittlung, Unterkunft, Verpfle-

gung“. Laut Gewerkschaftsangaben

sei es keine Seltenheit, dass statt des

tariflichen Baumindeststundenlohns

von 12,20 Euro nur fünf Euro

gezahlt werden. Wenn überhaupt.

Immer wieder komme es auch

vor, dass die aus dem Ausland eingeschleusten

Arbeitskräfte „unverhältnismäßig

lange arbeiten müssten“,

weiß man beim Koordinierungskreis

gegen Menschenhandel. Teils auch

„unter gefährlichen Bedingungen“,

weil Arbeitsschutzstandards nicht

eingehalten würden.

„Zwang und Gewalt“

Aufgrund ihrer Unkenntnis über Arbeitsrechte

und Beratungsmöglichkeiten

in Deutschland, aber auch

aufgrund von „Drohungen, Zwang,

Druck oder Gewalt“ durch die Arbeitgeber

sei es für die Betroffenen

schwierig, der Situation zu entkommen.

„Da haben sich mafiöse Strukturen

entwickelt“, sagt Nikolaus

Landgraf, Regionalchef der IG Bauin

Berlin und Brandenburg. „Um diesen

Sumpf trockenzulegen, müssten

die Baustellen laufend kontrolliert

werden“, so der Gewerkschafter.

Erst im vergangenen April hatte

das Bundesfinanzministerium einen

Vorstoß der Bundesregierung zur

stärkeren Bekämpfung von illegaler

Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch

auf den parlamentarischen

Weggebracht.

Wirtschaftssystem und Sozialstaat

seien darauf angewiesen, dass

keiner die Regeln umgeht und missbraucht,

hieß es. Bundesfinanzminister

Olaf Scholz (SPD) teilte in diesem

Zusammenhang mit, dass laut

Gesetzentwurf der Zoll mit seinem

Bereich „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“

künftig schon bei Verdachtsfällen

auf illegale Beschäftigung

Brexit: Merkel

erwartet

Vorschläge

Keine Annäherung beim

Besuch von Boris Johnson

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) hält eine Lösung des Irland-Problems

bis zum geplanten

EU-Austritt Großbritanniens Ende

Oktober für möglich. Der sogenannte

Backstop sei nur als Übergangsregel

für die nicht endgültig

gelöste Irland-Frage gedacht gewesen,

sagte Merkel am Mittwoch in

Berlin bei einem Treffen mit Großbritanniens

Premierminister Boris

Johnson. Man sei bislang davon

ausgegangen, eine endgültige Lösung

in den nächsten zwei Jahren zu

finden. „Aber man kann sie vielleicht

ja auch in den nächsten 30 Tagen

finden. Warum nicht? Dann

sind wir ein ganzes Stück weiter“,

sagte Merkel. „Großbritannien

sollte uns auch sagen, welche Vorstellungen

es hat“, mahnte die Bundeskanzlerin.

Johnson betonte erneut: „Der

Backstop weist große, große Mängel

auf für ein souveränes, demokratischesLand

wie das Vereinigte Königreich.

Er muss einfach gestrichen

werden.“ Johnson betonte, dass

auch Großbritannien einen„verhandelten

Austritt“ aus der EU und keinen

ungeregelten Brexit wolle. „Wir

schaffen das“, fügte er in Anspielung

auf einen Satz Merkelsinder Flüchtlingskrise

hinzu.

Der Backstop sieht vor, dass

Großbritannien so lange Teil einer

Zollunion mit der EU bleiben soll,

bis eine andereLösung gefunden ist,

die Kontrollen überflüssig macht.

Für Nordirland sollen zudem teilweise

Regeln des Europäischen Binnenmarkts

gelten. DieBrexit-Hardliner

in Johnsons Tory-Partei fürchten,

dass Großbritannien durch den

Backstop dauerhaft eng an die EU

gebunden bleiben könnte. Eine eigenständige

Handelspolitik wäre so

unmöglich. (dpa, AFP) Politik Seite 5

Der britische Premierminister Boris Johnson

am Mittwoch in Berlin. GETTY IMAGES

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2** Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Tagesthema

Gastgeber Frankreich

Wenig

Aussicht auf

Harmonie

VonBirgit Holzer,Paris

Vielleicht gab der kleine, informelle

Zweier-Gipfel bereits einen

Vorgeschmack auf den großen

der G7 am Wochenende.Und vorallem

die Szene, als der französische

und der russische Präsident am

Montag vor Journalisten saßen und

die Sprache auf den brutalen Umgang

mit Demonstranten in Moskau

kam. Proteste gebe es auch in anderenLändern,

etwa von„Gelbwesten“

in Frankreich, bei denen insgesamt

elf Menschen getötet und 2500 verletzt

worden seien, sagte Wladimir

Putin. Woraufhin Emmanuel Macron

erwiderte, Frankreich respektiere

jedenfalls die Menschenrechte:

„Die Demonstranten konnten frei

bei den EU-Wahlen kandidieren.“

Beide lächelten säuerlich, dann zogen

sie sich zum Gespräch in Macrons

Sommerresidenz zurück. Um

die Konflikte in Syrien, mit dem Iran

und der Ukraine sollte es gehen; Beschlüsse

wurden nicht bekannt.

DerfrühereG8-Gipfel der großen

Industrienationen ist seit Moskaus

völkerrechtswidriger Annexion der

Krim 2014 auf ein G7-Format geschrumpft;

mit der Einladung Putins

im Vorfeld setzte Macron aber ein diplomatisches

Zeichen der Dialogbereitschaft.

VonSonnabend bis Montag empfängt

er die Staats- und Regierungschefs

der USA, Kanadas, Japans,

Deutschlands, Großbritanniens und

Italiens in Biarritz, einem mondänen

Städtchen am Atlantik. Gewichtige

Themen stehen auf dem Programm.

Neben dem Klimaschutz stellte Macron

das Motto der Gerechtigkeit

voran: Es soll faire Steuerregeln gehen,

den Kampf gegen Steuerparadiese

und allgemein gegen Ungleichheiten

–zwischen Frauen und

Männern, Kontinenten, Ländern.

Doch einmal mehr drohen konträre

Positionen aufeinanderzuprallen.

Verlautbarungen von US-Präsident

Donald Trump lassen diese

weiter schwinden. Die EUmit ihren

Barrieren, Strafzöllen und Steuern

sei „schlimmer als China, nur kleiner“,

sagte er.Auf Twitter beklagte er

Macrons „Dummheit“, eine Digitalsteuer

für US-Technologie-Konzerne

durchgesetzt zu haben. Macrons

Wirtschaftsminister Bruno Le

Maire versicherte, erhoffe, dass in

Biarritz über eine globale Minimalbesteuerung

von Unternehmen geredet

werde.

Seit Mittwoch organisieren G7-

und Globalisierungsgegner Gegengipfel

in umliegenden Orten, um ein

System zu kritisieren, „das zum

Wachsen von Ungleichheit und zur

Zerstörung unseres Planeten geführt

hat“ –Macrons Gerechtigkeitsthema

nennen sie „puren Zynismus“.

Ersorgt –wieder einmal –für

Verwunderung und Verwirrung:

Donald Trump will

Russland wieder in den

Kreis der führenden Industrienationen

aufnehmen. Sogar Frankreichs

Staatschef Emmanuel Macron soll

dem in einem Telefonat mit dem US-

Präsidenten zugestimmt haben.

Bedingungen, wie etwa ein Ende

der russischen Unterstützung für die

Separatisten in der Ostukraine, hat

Trump dafür nicht formuliert. Die

Bundesregierung sieht den Vorstoß

aus Washington deswegen sehr

skeptisch. Sie will aber einem Gespräch

über Trumps Idee beim G7-

Gipfel am Wochenende im französischen

Biarritz nicht ausweichen.

Trump erwähnte die brisante Angelegenheit

scheinbar beiläufig vor

einem Treffen mit dem rumänischen

Präsidenten Klaus Johannis am

Dienstag im Weißen Haus. Russland

„sollte in den G8 drin sein, weil eine

Menge der Dinge,über die wir reden,

mit Russland zu tun haben“, sagte

Trump. Auch 2018, als die G7 in Kanada

tagten, hatte er mit der Forderung

überrascht, aus den G7 sollten

schnellstmöglich wieder die G8 mit

Russland werden. Nur Italiens Ministerpräsident

Giuseppe Conte

schloss sich damals Trump an.

Diesmal soll es also Macron sein.

Zumindest verbreiteten Trumps Mitarbeiter

die Botschaft,Trumpsei sich

mit Macron einig. CNN meldete unter

Berufung auf eine Quelle im Weißen

Haus, schon 2020 könnten die

G8 wieder komplett sein.

Diese Darstellung stand in erheblichem

Kontrast zu öffentlichen Äußerungen

Macrons. Der französische

Präsident hatte am Montag

nach einem Treffen mit Putin klare

Bedingungen formuliert.Wenn Moskau

seine Unterstützung für Separa-

Gipfeltreffen

Der US-Präsident

will Russland an den

Tisch der führenden

Industrienationen

zurückholen. Die

Annexion der Krim

ist ihm egal.

Wladimir Putin (l.) und Donald Trump trafen zuletzt am Rande des G20-Gipfels Ende Juni in Osaka zusammen.

Trump will

G7 plus eins

tisten in der Ostukraine beende,

könne das der Schlüssel zu einer

Wiederaufnahme in die G8 sein, so

Macron. Der französische Präsident

betonte die Notwendigkeit, Russland

in eine gesamteuropäische

Friedensordnung einzubinden.

Ähnlich sieht es die Bundesregierung.

Zwar habe es mit Präsident

Wladimir Putin leichte Bewegungen

gegeben –etwa bei der Umsetzung

des Minsker Prozesses für die

Ukraine, sagte Bundeskanzlerin Angela

Merkel am Mittwoch. Doch

Stand heute sei man noch nicht weit

genug vorangekommen. Wenn es

mehr Bewegung gebe, müsse man

VonDamir Fras und Andreas Niesmann

SAGEN SIE IHRE MEINUNG

Sollte Deutschland engere Beziehungen zu Russland anstreben?

Gemeinsam mit fünf Partnermedien möchte die

Berliner Zeitung Menschen zusammenbringen, die

hinsichtlich ihrer Ansichten und Einstellungen

vieles voneinander trennt.

Weitere Informationen unter

www.berliner-zeitung.de/deutschland-spricht

allerdings darüber nachdenken.

Auch ihr Gast, der britische Premierminister

BorisJohnson, sieht die Zeit

für eine Rückkehr Russlands noch

nicht gekommen.

Unterstützung für diese Haltung

kam aus der Opposition in Berlin.

„Russland ist eingeladen, seine Aggression

gegen Nachbarstaaten und

gegen das Völkerrecht zu beenden“,

sagte der Grünen-Außenpolitiker

Omid Nouripour. Dann könnten

auch die Wirtschaftssanktionen aufgehoben

und der Ausschluss Russlands

aus den G8 beendet werden.

Etwas freundlicher äußerte sich

Carsten Schneider, Parlamentarischer

Geschäftsführer der SPD-Fraktion.

„Dass Frankreichs Präsident

Macron kurz vor dem G7-Gipfel so

deutlich die Notwendigkeit angesprochen

hat, Russland in eine gesamteuropäische

Friedens- und Sicherheitsordnung

einzubinden, ist

ein sehr wichtiges Signal“, sagte er.

„Deutschland, Europa und Russland

müssen Wege finden, wie wir den

Stillstand überwinden und im originär

europäischen sicherheitspolitischen

Interesse gemeinsam handeln

können. Dies schließt für mich auch

ein, dass wir bei der wirtschaftlichen

Zusammenarbeit wieder weiter vorankommen

müssen.“ Dazu brauche

es aberVerlässlichkeit.

Absage an Sotschi

IMAGO IMAGES

Russland nimmt seit der Annexion

der Krim im Frühjahr 2014, die bis

dahin zur Ukraine gehörte, nicht

mehr an den jährlichen Treffen der

G8 teil.

Dass die Krim-Annexion die Ursache

für den Ausschluss Russlands

war, ließ Trump unerwähnt. Vielmehr

erweckte er den Eindruck, die

Initiative gehe auf Amtsvorgänger

Barack Obama zurück. Damals habe

Putin nicht auf Obamas Warnungen

vor der Annexion der Krim reagiert.

Obama habe sich überlistet gefühlt

und deswegen den Rausschmiss

Russlands aus der Runde betrieben,

so deutete es Trump jetzt an.

Tatsächlich lief die Angelegenheit

etwas anders ab.Nach der Krim-Annexion

schlugen die Staats- und Regierungschefs

der G7 die Einladung

Putins zu einem G8-Treffen in Sotschi

aus. Daraufhin sagte Putin, solche

Treffen seien nicht bedeutend.

Seither tagen nur noch die G7 –und

führen seit Trumps Amtsantritt immer

wieder Debatten, ob Russland

wieder teilnehmen soll.

Heiko Maas inMoskau

So etwas

wie

Hoffnung

VonStefan Scholl, Moskau

Man sprach über die Kämpfe in

der syrischen Provinz Idlib und

über die Eskalationsgefahr im Persischen

Golf. Undüber Wolodymyr Selenskyj,den

neuen ukrainischen Präsidenten.

Im Donbass-Konflikt habe

es in den letzten Jahren praktisch

keine Fortschritte gegeben, klagte

Heiko Maas. Aber Selenskyjs Wahl

habe „ein Momentum geschaffen,

das Fortschritte verspricht.“

Am Mittwoch traf Maas in Moskau

mit seinem russischen Kollegen

Sergej Lawrow zusammen. Derdeutsche

Außenminister weilt für zwei

Tage in der russischen Hauptstadt.

Bei seinen Gesprächen mit Lawrow

ging es vor allem um das Endlos-

Thema Ukraine. Beide Minister äußerten

ihreHoffnung, dass der Minsker

Friedensprozess unter Selenskyj

neuen Schwung bekommt.

Die Zeitung Kommersant meldete,

russische und ukrainische Unterhändler

stünden kurzvor einer Einigung

über einen Gefangenenaustausch,

der auch die 22 im vergangenen

November von der russischen

Küstenwache aufgegriffenen ukrainischen

Matrosen betreffe. Lawrow

bestätigte, man verhandle über einen

Austausch. Das seien „Männer

mit Familien, die allerdings einen

verbrecherischen Befehl ausgeführt

haben“. Für den bärbeißigen russischen

Chefdiplomaten eine sehr

ausgewogene Formulierung, die tatsächlich

Hoffnung macht.

Allerdings ist ein im Juli ausgehandelter

Waffenstillstand im Donbass

schon wieder gescheitert, die ukrainische

Seite meldete am Mittwoch sieben

feindliche Beschüsse und einen

Verletzten. UndSelenskyj wirdabder

kommenden Woche mit der Bildung

eines neuen Kabinetts beschäftigt

sein. Noch ist kein Außenminister seines

Vertrauens im Amt, die Konturen

seiner Diplomatie gegenüber Russland

sind noch unklar.

Moskaus Außenpolitik aber spürt

Rückenwind. In letzter Zeit bemühen

sich nicht nur Frankreich und die

USA wieder um eine gewisse Herzlichkeit

gegenüber dem Kreml. Auch

Maas eröffnete seine Ausführungen

mit „vielen Dank, lieber Sergej“.

Trotzdem stritten beide Außenminister

vor der Presse. Darüber, obRussland

oder die USA zuerst gegen den

VertragüberdasVerbotatomarer Mittelstreckenraketen

verstoßen hätte.

Unddarüber,obder russischeStaatssender

Russia Today inDeutschland

oder die Deutsche Welle in Russland

mehr in ihrer Arbeit behindert würden.

„In Deutschland werden keine

russischen Medien geblockt oder

ausgebremst“, sagte Maas und fügte

etwas salopp hinzu: „Sonst würden

sie auch nicht überall herumstehen.“

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute bestimmt Sonnenschein den Tag. Wolken ziehen nur selten vorüber.

Die Temperaturen steigen auf Wertevon 25 bis 27 Grad, und der Wind

weht nur schwach aus Süd. In der Nacht ist der Himmel sternenklar, und

die Tiefsttemperaturen erreichen 15bis 13 Grad.

Biowetter: Die Wetterlage bringt vor

allem inden Früh- und Morgenstunden

eine erhöhte Wahrscheinlichkeit

für rheumatisch bedingte

Wittenberge

Beschwerden. Kopfweh- und Migräneattacken

werden

12°/27°

verstärkt.

Pollenflug: Die Konzentration von

Beifußpollen ist mäßig bis stark.

Ferner ist mit schwachem bis mäßigem

Flug von Gänsefuß- und Brennnesselpollen

zu rechnen.

Gefühlte Temperatur: maximal 26Grad.

Wind: leichter Wind aus Süd.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

13°/26° 14°/26°

Luckenwalde

13°/27°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

sonnig heiter heiter

16°/27° 17°/28° 18°/29°

Prenzlau

12°/25°

Cottbus

13°/27°

Frankfurt

(Oder)

12°/27°

Das Hoch Corina liegt mit seinem Schwerpunkt von den Azoren bis zum Baltikum

und sorgt für verbreitet trockenes und freundliches Wetter. Derweil liegt ein

ausgeprägtes Tief über dem Nordatlantik und bringt dort teils kräftige Schauer

und windiges Wetter bis zu den Britischen Inseln. Sommerlich heiß ist es vom

Mittelmeerraum bis nach Südrussland.

Sylt

11°/24°

Hannover

13°/26°

Köln

13°/27°

Saarbrücken

12°/26°

Konstanz

14°/22°

Hamburg

12°/26°

Erfurt

11°/27°

Frankfurt/Main

14°/29°

Stuttgart

13°/25°

Rügen

12°/24°

Rostock

12°/24°

Magdeburg

13°/27°

Nürnberg

12°/26°

München

14°/23°

Dresden

13°/25°

Deutschland: Heute zieht sich die

Sonne örtlich hinter Wolken zurück.

Ein freundlicher Wettercharakter

überwiegt jedoch. Dabei werden

während des Tages 22 bis 29Grad

erreicht, nachts kühlt esdann auf

16 bis 12Grad ab. Der Wind weht

nur schwach aus Süd. Morgen betragen

die Höchsttemperaturen 23bis

30 Grad. Dazu wird der Sonnenschein

abund zu von Wolken abgelöst.

Freundliches Wetter überwiegt.

Der Wind weht nur schwach aus östlichen

Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 18°-19°

Nordsee: 17°-19°

Mittelmeer: 23°-31°

Ost-Atlantik: 17°-21°

Mondphasen: 23.08. 30.08. 06.09. 14.09.

Sonnenaufgang: 06:00 Uhr Sonnenuntergang: 20:17 Uhr Mondaufgang: 23:07 Uhr Monduntergang: 13:07 Uhr

Lissabon

34°

Las Palmas

29°

Madrid

33°

Reykjavik

17°

Dublin

20°

London

24°

Paris

28°

Bordeaux

30°

Palma

32°

Algier

27°

Nizza

28°

Trondheim

18°

Oslo

16°

Stockholm

19°

Kopenhagen

22°

Berlin

26°

Mailand

33°

Tunis

34°

Rom

32°

Warschau

23°

Wien

24° Budapest

28°

Palermo

29°

Kiruna

16°

Oulu

16°

Dubrovnik

32°

Athen

35°

St. Petersburg

21°

Wilna

23°

Kiew

24°

Odessa

32°

Varna

33°

Istanbul

30°

Iraklio

30°

Archangelsk

18°

Moskau

23°

Ankara

26°

Antalya

36°

Acapulco 30° Gewitter

Bali 35° wolkig

Bangkok 32° Gewitter

Barbados 29° wolkig

Buenos Aires 15° wolkig

Casablanca 29° sonnig

Chicago 26° heiter

Dakar 28° bedeckt

Dubai 37° sonnig

Hongkong 34° heiter

Jerusalem 35° sonnig

Johannesburg 22° sonnig

Kairo 37° sonnig

Kapstadt 23° heiter

Los Angeles 24° heiter

Manila 31° wolkig

Miami 33° wolkig

Nairobi 27° wolkig

Neu Delhi 34° heiter

New York 34° heiter

Peking 34° heiter

Perth 23° Schauer

Phuket 32° Gewitter

Rio de Janeiro 22° Schauer

San Francisco 23° wolkig

Santo Domingo 33° heiter

Seychellen 27° bewölkt

Singapur 35° Gewitter

Sydney 19° wolkig

Tokio 29° Schauer

Toronto 24° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 3

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Seite 3

Und wir

zeigen uns

Rausgehen, am Leben teilnehmen –Sarah Hoffmann (im gelben Shirtrechts) findet, ihre Gäste haben ein Recht darauf.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Herr Grothe braucht einen Hut.

Ohne den kann er nicht losgehen.

Die Sonne scheint, er wird

sich sonst den Kopf verbrennen.

„Wollen wir den Hutmal holen?“, fragt Sarah

Hoffmann und nimmt den Mann an die

Hand, um die Kopfbedeckung mit ihm aus

seinem Fach zu holen. Herr Oberndorf und

Frau Dr. Kliemer müssen noch aufs Klo, bevor

eslosgehen kann. Und Frau Erkner will

ihre Hörgeräte. Sie versteht sonst nicht, was

gesagt wird. Undhören will sie etwas.

Ein Spaziergang durch Friedenau steht

an. Das bedarf einer gewissen Vorbereitung.

Während also Sarah Hoffmann mit Herrn

Grothe an der Hand den Hutholt und die anderen

herumstehen, tigert Dr. Faupel ein

bisschen im Kreis herum. „Gehen Sie mit

schwimmen?“, fragt er plötzlich ganz unvermittelt

die einzige Frau, die er noch nie gesehen

hat in diesem Kreis, die Reporterin, die

gekommen ist, um diesen Taggemeinsam

mit ihm und den anderen Gästen zu verbringen.

Von Schwimmen war noch gar keine

Rede.Aus irgendeinem Grund hat sich dieser

imaginäre Plan jedoch im Kopf von Dr. Faupel

festgesetzt.Vornicht allzu langer Zeit war

Dr. Faupel Chefarzt in einer Klinik. Aber

daran erinnert ersich nicht mehr. Und er

weiß auch nicht, dass er an diesem Tagnicht

schwimmen, sondernspazieren gehen wird.

Dr.Faupel ist 80 Jahrealt. Er sieht gut aus,

wie 60, wirkt topfit, so als sei er nur zu Besuch

an der Schmiljanstraße.Aber topfit ist er nur

körperlich. Er rennt einfach los, wenn man

ihn lässt, ist aber orientierungslos. Auf der

Straße würde er sich verlaufen. Wenn er redet,

fehlt jeder Zusammenhang. Er kann sich

schlecht einfügen in Gruppen und oft auch

nicht akzeptieren, dass ihm gesagt wird, was

er machen soll. Er gibt lieber Anweisungen.

Dasist als Einziges geblieben vonfrüher.Dr.

Faupel ist dement. Im Hoffmannsgarten, einer

Tagespflegeeinrichtung für Demenzkranke,ist

er zurzeit der schwerste Fall.

Wergeht mit wem?

Sarah Hoffmann betreut in Friedenau demente Menschen.

Gäste nennt sie die ihr Anvertrauten, sie geht mit ihnen hinaus in die

Stadt, sie will sie nicht verstecken. Das freut nicht jeden in Berlin.

Sie bringe den Tod, haben Vermieter zu ihr gesagt, als sie Räume suchte.

Ein Kiez-Spaziergang mit Menschen, die alles vergessen haben

„Es ist wunderschön draußen, 25 Grad. Wir

gehen jetzt mal los“, sagt Sarah Hoffmann

und lacht jeden der alten Männer und

Frauen –essind zwölf heute –an. Sie setzen

sich gehorsam in Bewegung und folgen ihr

aus den hellen Räumen mit den gelb gestrichenen

Wänden und den Holzfußböden

nach draußen in den Vorgarten. Ein Zaun

umgibt das Gärtlein. DasTor ist abgeschlossen,

damit keiner weglaufen kann.

SarahHoffmann ist 37 Jahrealt. Sieist verheiratet,

hat drei Kinder und erstaunlich viel

Energie.Sie hat etwas Strahlendes an sich, sodass

man gerne macht, was sie vorschlägt.

Und dabei hat sie jeden Tagmit Dingen zu

tun, die andere gern verdrängen. Das Alter

und alles, was es mit sich bringen kann: vollständiges

Vergessen, Schmerz, körperliche

Einschränkungen, Tod.

Den Gedanken, dass Menschen alt und

krank werden und am Ende sterben, versuchen

sich viele Jüngerevom Leib zu halten –

so lange es geht. Am liebsten nicht hingucken.

Als ob Altern eine ansteckende Krankheit

wäre. Sarah Hoffmann hat das bitter zu

spüren bekommen, als sie nach Räumen für

ihr Projekt gesucht hat. Hauseigentümer

drohten, sie gleich wieder rauszuekeln, sollte

sie sich in der Nachbarschaft einmieten. Sie

bringe den Tod, hat man ihr gesagt, sie

schränke die Lebensqualität im Wohnviertel

ein. Sie solle ins Umland gehen, damit man

ihreKundschaft nicht sieht. Sogar ein Puff sei

besser als Mieter.

Dreizehn Monate hat SarahHoffmann im

Süden vonBerlin nach Räumen gesucht, bis

sie in Steglitz und Zehlendorf aufgab, Schöneberg

ins Visier nahm und dort auf eine

Hauseigentümergemeinschaft in der

Schmiljanstraße in Friedenau traf, die dem

Vorhaben offen gegenüberstand. Sie hat in

diesen Monaten einige Illusionen verloren.

„Das war brutal“, sagt sie.„Ichwar frustriert,

kurzvor dem Aufgeben, betroffen über diese

Ablehnung. Ichhabe mich auch beleidigt gefühlt

und für die Gesellschaft geschämt.“

SarahHoffmann hat allerdings einen langen

Atem. Seit Februar betreibt sie in Friedenau

eine Tagespflegeeinrichtung für Demenzkranke.

Sie hat ihr den fröhlichen Namen

Hoffmannsgarten gegeben. 30 Menschen

mit verschiedenen Formen des

Gedächtnisverlustes können gleichzeitig

herkommen und gemeinsam mit Sarah

Hoffmann und ihren Mitarbeitern den Tag

verbringen. Zurzeit sind es noch nicht so

viele. Etwa zehn Gäste, sowerden die Besucher

an der Schmiljanstraße genannt, kommen

im Durchschnitt täglich –manche jeden

Tag, anderenur einmal proWoche.

Im Moment wird noch viel improvisiert.

Manchmal kommt die Schwiegermutter

zum Helfen. Und indem kleinen Büro stapeln

sich Dinge.ImUmgang mit den Gästen

merkt man nichts davon. Spielerisch wirkt

das Miteinander und entschleunigt.

Wasgut ist, weil Hoffmanns Gäste nicht

nach Zeitplänen funktionieren. Als sie im

Vorgarten angekommen sind, müssen sie

zum Beispiel erst mal sortieren, wermit wem

gehen will. Manfühlt sich ein bisschen an die

Gespräche zwischen Kindern inder Kita vor

einem Ausflug erinnert. Es sieht nur anders

aus.„Herr Ruck, wollen Sieden Rollstuhl von

Frau Erkner schieben?“, fragt Sarah Hoffmann.

Dergroße Mann rückt seine Schiebermütze

gerade und nickt. Herr Grothe, eher

klein und mit Hosenträgern über dem roten

Hemd, greift nach der Hand von der noch

VonJulia Haak

kleineren Frau Huhn. Sie lächelt ihn an und

streichelt seine Hand. Diese beiden gehen

immer zusammen, Hand in Hand. Als Herr

Grothe das erste Mal mit Frau Huhn Händchen

gehalten hat, hat er am Abend seiner

Frau davon erzählt. Er hat gesagt, sie solle

sich keine Sorgen machen. Er sei nicht

fremdgegangen.

„Demenz ist eine Rückwärtsentwicklung

in die Kindheit“, sagt Sarah Hoffmann. Erst

legt sich ein Nebel auf Dinge, Ereignisse,

Strukturen, die uns wichtig erscheinen, dann

verschwinden sie einfach. Manche Demenzkranke

sind körperlich lange ohne Einschränkung.

Irgendwann vergessen sie, wie man

läuft, isst oder atmet.

Sarah Hoffmann macht jeden TagSport

mit ihren Gästen. Sie fährt mit ihnen im

BVG-Bus in die Philharmonie und in den

„Was, wenn der

wegläuft, fragte eine

Mitarbeiterin.

Ich antwortete:

Wir werden es

nicht erfahren,

wenn wir esnicht

ausprobieren.“

Sarah Hoffmann betreibt in Friedenau

eine Tagesbetreuung für demente Menschen.

Britzer Garten. Sie lädt Künstler zum Malen

ein, und sie will die Nachbarschaft zu Ausstellungen

und Vorträgen hereinlocken. Es

ist mehr als ein Konzept. Es ist ihre private

Kampfansage an die Haltung, die ihr begegnet

ist. „Alt und Jung können zusammenleben.

Wir müssen nicht ins Umland gehen

und uns verstecken. Wir können mit dem

Bus fahren, in die Konzerthalle gehen und

draußen sitzen, weil wir es wollen“, sagt sie.

„Meine Gäste sind mobil, wir leben in dieser

Gesellschaft, wir sind Teil dieser Gesellschaft,

und wir zeigen uns.Wenn acht Leute

mit Stock und Rollator in einen Buseinsteigen,

dauert das fünf Minuten, aber dann ist

das eben so.“

Jeden, der alt oder krank ist, hinter Türen

verschwinden zu lassen, um ihn nicht sehen

zu müssen –soeine Haltung ärgertsie.„Das

ist die Angst der Leute davor, eines Tages

selbst alt und auf Betreuung angewiesen zu

sein“, sagt sie. Sie versteht die Angst, die Reaktion

akzeptiertsie trotzdem nicht.

Sarah Hoffmann ist keine Sozialarbeiterin.

Das mag eine Rolle spielen. Vielleicht ist

sie aber auch einfach nicht der Typdafür,

sich mit Schieflagen abzufinden. SarahHoffmann

betreibt ihren Hoffmannsgarten als

GmbH. Sieist Betriebswirtin, hat in der Pharmaindustrie

gearbeitet und wollte dann irgendwann

etwas anderes tun. Sie entwickelte

zunächst mit einer Freundin Lernspielzeug

für Kinder, war damit aber wirtschaftlich

nicht erfolgreich.

Dann waren Eltern von Freunden mit

Mitte 50, Anfang 60 dement und die Angehörigen

mit Pflegeeinrichtungen konfrontiert,

in denen das Durchschnittsalter bei Mitte 80

liegt. SarahHoffmann sah, wie die ElternihrerFreunde

rasant verfielen, weil sie sich ihrer

Umgebung anpassten und irgendwann

so wie Hochbetagte auch nicht mehr laufen

oder essen konnten. Sie erhielten keine adäquate

Betreuung, fand SarahHoffmann. Sie

begann, sich zu informieren, besuchte Weiterbildungen,

grub sich hinein in das Thema,

bis sie wusste, was sie machen wollte: den

Zustand verbessern.

Nicht ganz einfach. „Ich bin ein absoluter

Exotinder Branche“, sagt sie.Erst wollte niemand

sie als Praktikantin, weil Pflegedienstleitungen

angesichts ihrer Ausbildung vermuteten,

sie sei jemand, der nur aufs Geldverdienen

aus ist. Sarah Hoffmann hat sich

dann selbst geholfen, hat inseriert, hat Betreuung

für betroffene Familien angeboten,

Alltagsbegleitung. Ein Jahr lang betreute sie

einen 57-jährigen Tischlermeister, der nach

Schlaganfällen allein nicht mehr klarkam.

Als sie glaubte, genug zu wissen, fing sie

an, mit den Pflegekassen zu verhandeln,

suchte eine Immobilie und im Umgang mit

Demenzkranken ausgebildete Pflegekräfte.

Die allerdings müssen auch zu ihr passen.

Siewill kein Schwungtuch, das alte Leute gemeinsam

in der Luft hin- und herschwenken,

sie will nicht basteln, und eine rote Nase

setzt sie ihren Gästen zum Fasching auch

nicht auf. „Ich will diese Infantilisierung

nicht. Ich hatte schon Mitarbeiter, die nicht

rausgehen wollten mit den Gästen. Was,

wenn der wegläuft, fragte eine Mitarbeiterin.

Ichantwortete:Wirwerden es nicht erfahren,

wenn wir es nicht ausprobieren“, sagt sie.Sie

hat sich schon trennen müssen.

Dr. Faupel ist erst mal ganz zahm, als es

endlich losgeht. Er läuft munter am Schluss

der Gruppe und fragt, wo es hingeht. Als die

Alten mit Sarah Hoffmann und einer Mitarbeiterin

zusammen eine Straße überqueren,

dauertdas ein paar Minuten. Zwei Radfahrerinnen

halten und grüßen freundlich. Ein

Autofahrer hupt. Es bleibt unklar, obermitbekommen

hat, was für eine Gruppe gerade

seine Fahrt blockiert. Vielleicht ist es ihm

aber auch egal.

Sehr weit kommt die Gruppe nicht. An der

Hauptstraße muss Herr Krahnbeck den Aufsteller

eines Supermarktes studieren. Das

dauert. Frau Dr.Kliemer und Frau Bär setzen

sich zum Ausruhen auf einen Bordstein. Frau

Dr. Kliemer war früher Tierärztin. Daran erinnert

sie sich, jedenfalls in guten Momenten.

Eine Nachbarin hat Frau Bär beim ersten

Mal inden Hoffmannsgarten begleitet. Frau

Bär lebt noch in ihrer eigenen Wohnung, hat

aber einen vom Gericht eingesetzten Betreuer.

Frau Bär kennt sich aus im Kiez, sie

weiß, was früher in den Läden war und erzählt

davon. Sie liebt Blumen und will vor

blühenden Kosmeenfotografiertwerden.

Frau Degenharthat genug

Plötzlich verschwinden Dr. Faupel und Herr

Krahnbeck in einem Lokal. Sarah Hoffmann

geht hinterher. Die beiden Männer müssen

aber bloß zur Toilette. Die Bedienung nickt

freundlich, sie dürfen. Vielleicht hat Sarah

Hoffmann in Steglitz und Zehlendorf bei ihrer

Immobiliensuche nur Pech gehabt.Vielleicht

sind die Leute in Friedenau aufgeschlossener

und weniger egoistisch.

Die kleine Gruppe schafft es noch über

den Marktauf dem Breslauer Platz an der belebten

Hauptstraße, durch kleine Wohnstraßen.

Dann hat Frau Degenhart genug. „Das

ist ja ein Gewaltmarsch hier“, sagt sie.Sie will

jetzt Mittag essen, ein Schläfchen halten,

und ob sie es am Nachmittag noch zumBoulespielenschafft,

bezweifelt sie.FrauDr. Kliemer

und Frau Bär sitzen wieder auf einer

Bordsteinkante.Esmussabgekürzt werden.

Im Hoffmannsgarten lassen sich die

Gäste auf die Bänke und Stühle draußen fallen.

„So, jetzt sind wir warm. Jetzt machen

wir gleich Sport“, ruft Sarah Hoffmann fröhlich

in die Runde, während sie jedem Gast

ein Glas Wasser in die Hände drückt. Frau

Degenhart guckt entsetzt. Aber Sarah Hoffmann

macht nur Spaß. Das versteht Frau

Degenhart. „Ja, sicher“, sagt sie und lacht,

„morgen vielleicht, ist ja auch noch ein Tag.“

Alle Namen der Gäste wurden geändert.

Julia Haak möchte imAlter auf Menschen

treffen, die sie ernst nehmen –

Menschen wie Sarah Hoffmann.


4* Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Ermittler im Fall Lübcke

finden 46 Schusswaffen

Im Mordfall Lübcke haben Ermittler

bei Durchsuchungen wesentlich

mehrWaffen gefunden, als bisher bekannt

war.Sie beschlagnahmten insgesamt

46 Schusswaffen, wie aus einer

Antwortdes Bundesinnenministeriums

auf eine Kleine Anfrage der

Bundestagsabgeordneten Martina

Renner (Linke) hervorgeht. DieWaffen

würden derzeit noch kriminaltechnisch

untersucht. Details zu

Fundortund ArtderWaffen machten

die Ermittler nicht. Zuvorhatte der

Tagesspiegel darüber berichtet. (dpa)

Jeder vierte Deutsche hat

einen Migrationshintergrund

In Deutschland leben so viele Menschen

mit Migrationshintergrund wie

nie zuvor.2018 stieg die Zahl imVorjahresvergleich

um 2,5 Prozent auf

20,8 Millionen, wie das Statistische

Bundesamt am Mittwoch auf Basis

des Mikrozensus mitteilte.Damit

hatte etwa jederVierte (25,5 Prozent)

ausländischeWurzeln. Etwas mehr

als die Hälfte (52 Prozent) der Menschen

mit Migrationshintergrund

hatte einen deutschen Pass. (dpa)

Morddrohungen gegen

Ministerin in Sachsen

Sachsens Integrationsministerin

PetraKöpping (SPD) hat voreiner Lesung

in Brandis bei Leipzig Morddrohungen

erhalten. Dasbestätigte ihre

Sprecherin am Mittwochabend. Die

Drohungen seien vorder Lesung aus

Köppings Buch„Integriertdoch erst

mal uns! Eine Streitschrift für den Osten“

per Mail in Köppings Bürgerbüro

eingegangen. DerLeipzigerVolkszeitung

sagte Köpping:„Ich mache an

meinen öffentlichen Auftritten keine

Abstriche.Eskann nicht sein, dass

immer mehr Politiker solchen Bedrohungen

ausgesetzt sind.“ (dpa)

China droht USA wegen

Waffenverkaufs an Taiwan

Die USA wollen Taiwan 66 Kampfflugzeuge

des Typs F-16 verkaufen.

DPA

China hat den USA wegen des angekündigten

Verkaufs von66Kampfflugzeugen

des Typs F-16 an Taiwan

mit Sanktionen gedroht. China

werdealle notwendigen Maßnahmen

ergreifen, um seine eigenen Interessen

zu wahren, erklärte das Außenministerium

in Peking am Mittwoch.

DieUSA wollen dem ostasiatischen

Inselstaat Taiwan 66 F-16 im

Wert von8Milliarden Dollar verkaufen.

Pekings kommunistische Führung

sieht die demokratisch regierte

Republik als abtrünnigen Teil der

Volksrepublik an. (dpa)

Gericht in Australien bestätigt

Urteil gegen Kardinal Pell

Derehemalige Finanzchef des Vatikans,der

australische Kardinal

George Pell, muss wegen Missbrauchs

vonzweiChorknaben im

Gefängnis bleiben. DerOberste Gerichtshof

in Melbourne bestätigte

am Mittwoch eine Verurteilung aus

erster Instanz. AufGrundlage dieser

Entscheidung kann der 78-Jährige

frühestens 2022 aus der Haft entlassen

werden. Im Märzwar Pell als

ranghöchster Geistlicher in der Geschichte

der katholischen Kirche wegen

sexuellen Missbrauchs vonMinderjährigen

verurteilt worden. (dpa)

Zwei für die Zukunft

Die Bewerber um den SPD-Vorsitz, Klara Geywitz und Olaf Scholz, stellen sich der Hauptstadtpresse

VonTimot Szent-Ivanyi

Einen Fan hat das Bewerber-Duo

für den SPD-Vorsitz

schon einmal: Malermeister

Zacharias aus

Potsdam habe am Vorabend an ihrem

Küchentisch gesessen und gesagt,

er finde es super,dass eine einfache

Person aus dem Volk nach

Berlin gehe. Die einfache Person ist

die weithin unbekannte Brandenburgerin

Klara Geywitz, neben ihr

sitzt am Mittwochmittag in der

Bundespressekonferenz das politische

Schwergewicht Olaf Scholz.

Beide wollen erklären, warum und

wie sie zusammen die SPD künftig

führen wollen. Eine der Botschaften:

Es soll eine Zusammenarbeit

auf Augenhöhe sein.

Damit es daran keinerlei Zweifel

gibt, wird beim der Auftritt der beiden

vorder Hauptstadtpresse nichts

dem Zufall überlassen. Scholz

kommt nicht etwa wie sonst in seiner

gepanzerten Dienstlimousine,

sondern spaziert zusammen mit

Geywitz vom Bundestag hinüber

zum Ort der Pressekonferenz. Sie

und nicht Scholz beginnt mit der

Vorstellung, spricht mit kräftiger

Stimme, ohne Scheu und selbstbewusst.

„Ich darfdas für uns beide beantworten“,

sagt sie irgendwann auf

eine Journalistenfrage – was ihrerseits

nicht als Frage,sondernals Ansage

an Scholz gemeint ist.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Wie denn die Aufgabenteilung zwischen

beiden sein werde, erkundigt

sich ein Reporter:„Es wirdjedenfalls

nicht so sein, dass einer dieWeltpolitik

erklärtund der anderedie Unterbezirksparteitage

besucht.“ Man

werdepartnerschaftlich zusammenarbeiten

und sich dabei ergänzen,

schließlich könne Scholz zwar „alle

Sachen super gut erklären“, sie hingegen

sei in der Lage,„ziemlich viele

Sachen ziemlich gut auf den Punkt

zu bringen“. Und: „Ich möchte als

Mutter von drei Kindern, die im Leben

steht, das repräsentieren, was

viele Menschen machen, nämlich jeden

Taghart arbeiten, gucken, dass

die Kinder anständige Menschen

werden und dass die Familie zusammenhält.“

Die Rollenverteilung ist also klar:

Derpolitisch sehr erfahrene,aber als

Klara Geywitz und Olaf Scholz kündigten eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe an.

„Ich bin seit meinem 17. Lebensjahr

Sozialdemokrat. Ob es der SPD gut oder

schlecht geht, das ist eine Angelegenheit,

die ich sehr persönlich nehme.“

Olaf Scholz,

Bundesfinanzminister und Bewerber für das Amt

des SPD-Parteivorsitzenden

Teil-Abschied eines Ungeliebten

AFP

langweilig und mit seinen 61 Jahren

als zu alt geltende Scholz fürs Hirn,

die frisch daherkommende 43-jährige

Geywitz fürs (linke) Herz der gebeutelten

Sozialdemokraten. Das

gilt auch bei den Inhalten. Die Einhaltung

der schwarzen Null um jeden

Preis, somacht Geywitz klar, ist

für sie kein Dogma: „Ich bin durchaus

dafür, dass wir eine sehr solide

Haushaltspolitik machen. Aber ich

habe generell keinen Zahlenfetisch.“

GroKo–jaoder nein?

Beide,sowirdnach der einstündigen

Pressekonferenz durch mehrere Bemerkungen

bestätigt, sind für die

Fortsetzung der großen Koalition.

Klar sagen wollen sie es allerdings

nicht, um sich nicht alle Chancen an

der Basis zunehmen, wo die GroKo

hochgradig unbeliebt ist. Die These

von Mitbewerber Karl Lauterbach,

wonach es jetzt zu einem „Lagerwahlkampf“

der GroKo-Gegner und

-befürworter kommen wird, weist

Scholz zurück. Es gehe allein um die

Zukunft der SPD. Auch bei den geplanten

23 Regionalkonferenzen, auf

denen sich alle Bewerber um den

Vorsitz vorstellen sollen, werde das

Thema nicht im Mittelpunkt stehen.

„Mit der Vorsitzendenwahl hat die

Frage der Fortsetzung der GroKo

nichts zu tun“, so Scholz –eine Ansicht,

die in der SPD eher keine

Mehrheit finden dürfte.

Bleibt die Frage, warum Scholz

inzwischen der Meinung ist, dass das

Amt des SPD-Chefs zeitlich mit dem

des Finanzministers vereinbar ist. Er

werde alle Kraft einsetzen, die er zur

Verfügung habe, versichert er. Und

wenn das Duo scheitert, bleibt er

dann Minister? Scholz lässt das offen:

„Ich kandidierehier ohne Netz.“

Berlins Regierender Bürgermeister

MichaelMüller rät dazu, vorrangig

zu entscheiden, welche politischen

Inhalte die SPD setzen wolle.Als Beispiele

nannte er den Sozialstaat 2.0

sowie Rente,Klima und Arbeitsmarkt.

Erst im zweiten Schritt sei wichtig,

mit „welchen Personen man diese

Themen angehe“, sagte Müller beim

SPD-Sommerfest. (mit mre.)

Timot Szent-Ivanyi fand

Geywitz im Gegensatz zu

Scholz sehr erfrischend.

Das Bundeskabinett beschließt die weitgehende Streichung des Solidaritätszuschlags. Kritik vom Bund der Steuerzahler

Für 90 Prozent der heutigen Zahler soll der Soli gestrichen werden.

Auch nach der geplanten weitgehenden

Abschaffung des Solis

werden dem Steuerzahlerbund zufolge

viele Normalverdiener die Abgabe

weiter zahlen müssen. „Minister

Scholz verschweigt, dass bei seinem

Entwurf die Sparer weiterhin

den Solidaritätszuschlag zahlen werden“,

sagte der Präsident des Bunds

der Steuerzahler, Reiner Holznagel,

der Deutschen Presse-Agentur.

Für die meisten Menschen in

Deutschland soll der Solidaritätszuschlag

ab 2021 entfallen. Für 90 Prozent

der heutigen Zahler soll die Abgabe

gestrichen werden, wie das

Bundeskabinett am Mittwoch beschloss.

Weitere 6,5 Prozent sollen

ihn von 2021 an nur noch teilweise

zahlen –jehöher das Einkommen,

desto mehr.„Diewenigen auch nach

Auslaufen des Solidarpaktes zum

Jahresende verbleibenden Kosten

werden zukünftig von denen geschultert,

die mehr haben als andere“,

erklärte Finanzminister Olaf

Scholz (SPD) in einer Mitteilung.

Holznagel bemängelte, auch

kleine und mittelständische, familiengeführte

Unternehmen seien weiterhin

betroffen. „Es ist nicht immer

der Millionär,den keiner liebt, der eigentlich

alles bezahlen kann.“ Mittelstandspräsident

Mario Ohoven

nannte den Kabinettsbeschluss einen

„Anschlag auf unsereVerfassung

und die Konjunktur“. Handwerkspräsident

Hans Peter Wollseifer

sprach von einem „leistungsfeindlichen

Signal an alle erfolgreich wirtschaftenden

Handwerksbetriebe“.

Hintergrund der Kritik: Scholz'

Entwurf sieht Kürzungen des Solis

nur bei der Einkommensteuer vor.

Die Abgabe wird aber auch auf die

von Unternehmen gezahlte Körperschaftssteuer

sowie auf Steuern auf

Kapitaleinkünfte erhoben, wie sie

etwa auf Sparverträge oder etwa bei

Aktienbesitz anfallen.

DerSoli, der mit 5,5 Prozent veranschlagt

wird, war einst unter anderem

GETTY IMAGES/EYEEM

wegen des Irak-Kriegs und später wegen

des Aufbaus der neuen Bundesländer

eingeführtworden. Insgesamt

brachte er dem Staat im vergangenen

Jahr 18,9 Milliarden Euro ein.Wenn es

nach Scholz geht, soll die Entscheidung

über die völlige Abschaffung

erst in der nächsten Legislaturperiode

fallen, wie er in der ARD sagte.

Die Union möchte den Soli auf

Dauer ganz streichen. „Es ist ein

wichtiger Schritt, dass der Soli-Abbau

eingeleitet wird. Aber es reicht

noch nicht“, sagte der bayerische

Ministerpräsident Markus Söder

(CSU).„Der Soli muss in einem zweiten

Schritt vollständig abgebaut wer-

den. Das ist eine Frage der Fairness

und der Glaubwürdigkeit.“

Bundesarbeitsminister Hubertus

Heil verteidigte den Verzicht auf eine

Komplett-Abschaffung des Solidaritätszuschlags:

„Weil wir auf Zukunftsinvestitionen

und solide Finanzpolitik

setzen, ist eine sofortige

Abschaffung des Solis für Spitzenverdiener

nicht vertretbar“, sagte der

SPD-Politiker der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland).

„Wäre esnicht so, würde dies massive

Löcher in die öffentlichen Kassenreißen.“

Es gehe um die richtigen

Prioritäten. Jeder wisse,dass auch in

Zukunft stark investiert werden

müsse.„Dabei geht es um Ausgaben

für Schulen, digitale Infrastruktur,

Forschung und Verkehrswege.

Gleichzeitig müssen wir soziale Sicherheit

organisieren.“

Die FDP forderte erneut die komplette

Abschaffung des Solis. Zuseiner

weiteren Erhebung sagte Parteichef

Christian Lindner:„Dasist rechtlich

fragwürdig, das ist ökonomisch

unklug und es ist politisch unglaubwürdig.“

Seine Partei will gegen die

Abgabe klagen. Grünen-Chefin Annalena

Baerbock brachte als Alternativezum

Soli eine Entlastung vonGeringverdienern

bei der Einkommensteuer

und eine stärkere Belastung

vonSpitzenverdienernvor. (dpa, rb.)

Wer

mit

wem?

Italiens Staatspräsident will

schnelle Lösung der Krise

VonRegina Kerner,Rom

Italiens Staatspräsident Sergio

Mattarella drängt auf eine schnelle

Lösung der Regierungskrise. Nach

dem Rücktritt vonPremier Giuseppe

Conte am Vorabend begann er am

Mittwoch in Rom die Sondierungsgespräche

mit den Parlamentspräsidenten

und den kleineren Fraktionen

des Parlaments.Die Fünf Sterne,

die Sozialdemokraten der PD und

die Berlusconi-Partei Forza Italia

sollten am Donnerstag an der Reihe

sein. Ein Bündnis der Grillo-Bewegung

mit der Linken gilt als mögliche

Option für eine neue Regierungsmehrheit.

Damit könnten Neuwahlen

vermieden werden, bei denen

nach bisherigen Umfragewerten die

Lega des Rechtsnationalisten Matteo

Salvini stärkste Kraft würde.

PD signalisiertÖffnung

PD-Chef Nicola Zingaretti, der sich

bisher eher skeptisch über Verhandlungen

mit den Fünf Sternen geäußert

hatte, signalisierte am Mittwoch

eine Öffnung. Seine Partei wolle prüfen,

ob es die Voraussetzungen für

eine „Regierung der Umkehr“ gibt,

sagte er.Esdürfe keine Übergangsregierung

sein, die lediglich Neuwahlen

vorbereitet. Diese Variante hatte der

frühere PD-Chef und Ex-Premier

Matteo Renzi vorgeschlagen. Renzi ist

Zingarettis innerparteilicher Rivale,

ein Großteil der PD-Abgeordneten

zählt zu seinen Getreuen.

Zingaretti betonte, eine Koalition

müsse darauf angelegt sein, bis zum

regulären Ende der Legislaturperiode

zu regieren, also dreieinhalb Jahre. Als

Bedingungen für

eine Zusammenarbeit

mit den

Fünf Sternen

nannte er die

„treue Mitgliedschaft“

in der EU

sowie eine andere

Migrationspolitik.

Die

Grillo-Bewegung

hatte im Bündnis

AFP

mit Salvini dessen „Politik der geschlossenen

Häfen“ mit Strafen für

Flüchtlingsretter mitgetragen. WeitereVoraussetzungen

seien eine Politik

der sozialen Umverteilung und

eine nachhaltige Umweltpolitik, so

der PD-Chef.

Als größtes Problem sieht der Sozialdemokrat

den „monströsen

Haushalt“, wie er die Budget-Planung

für 2020 nannte.„Schlagen wir

uns aus dem Kopf, dass es leicht ist,

23 Milliarden Euro aufzutreiben“,

sagte Zingaretti. So viel muss die

neue Regierung aufbringen, um eine

drohende Erhöhung der Mehrwertsteuer

auf 25 Prozent ab Januar 2020

in Italien abzuwenden.

WerwirdPremier?

Sergio

Mattarella

Zur Frage, wer Premier einer gemeinsamen

Regierung sein könnte,

äußerte sich Zingaretti nicht. Die

Fünf Sterne werden auf eine zweite

Amtszeit von Conte drängen. Sie

hatten den parteilosen Juristen, der

inzwischen beliebtester Politiker Italiens

ist, in die Politik geholt. Zingaretti

lehnt diese Personalie aber laut

Medienberichten ab.

Mattarella wird denParteiennicht

viel Zeit lassen. Beobachter vermuten,

dass er höchstens bis Anfang

kommender Wochewarten wird. Für

die Haushaltsplanung braucht Italien

schnell eine handlungsfähige Regierung.

Kommt keine neue Koalition

zustande, könnte Mattarella die Parlamentskammern

auflösen. 60 Tage

später würden Neuwahlen stattfinden.

Alternativ könnte Mattarella

eine Expertenregierung einsetzen.

Diese Option ist jedoch bei den Italienern

extrem unbeliebt. Zu traumatisch

sind die Erinnerungen an die

Reformen in der Amtszeit des Wirtschaftsprofessors

MarioMonti.


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 5 *

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Politik

Auf Eis gelegt

Weil dieDänen nicht mit ihm über den Verkauf von Grönland reden wollen, sagt US-Präsident Trump seine Staatsvisite in Kopenhagen kurzfristig ab

VonKarlDoemens, Washington

Vielleicht hat ihn die Warnung

von Daniel Thorleifsen

erschreckt. DerVorsitzende

des Golfclubs der

grönländischen Hauptstadt Nuuk

hatte Donald Trump geraten, vor

weiteren Kaufangeboten für die Insel

dort erst einmal den Schläger zu

schwingen: Sein felsiger Platz ist acht

Monate im Jahr vonSchnee bedeckt.

Im Sommer könne der US-Präsident

gerne ein paar Bälle schlagen: „Es ist

ziemlich anstrengend.“

Möglicherweise aber haben

Trumps Berater ihrem Chef auch erklärt,

dass der Erwerb eines fremden

Landes seit dem Ende der Kolonialzeit

völkerrechtlich eher schwierig ist

–von der fehlenden Zustimmung des

US-Kongresses ganz abgesehen. Am

wahrscheinlichsten aber scheint,

dass die teils erboste, teils spöttische

öffentliche Zurückweisung seines geplanten

Mega-Immobiliengeschäfts

dem Dealmaker einfach aufs übergroße

Egogeschlagen ist.

Mühe und Kosten

Am Dienstagabend jedenfalls griff der

US-Präsident kurzerhand zum

Handy und twitterte, Dänemark sei

„ein ganz besonderes Land“. Da jedoch

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen

nicht über den Verkauf von

Grönland verhandeln wolle, sage er

seinen für den 2. und 3. September

geplanten Staatsbesuch ab.Sokönne

Grönland ist äußerst dünn besiedelt, aber reich an Bodenschätzen. In der Inselhauptstadt Nuuk leben etwa18000 Menschen.

man „viel Mühe und Kosten sparen“,

konstatierte der Geschäftsmann.

„Das Ganze klingt wie eine Parodie,

(…) um die Lächerlichkeit einer

Trump-Präsidentschaft zu demonstrieren“,

rieb sich nicht nur der Kommentator

der Washington Post die

Augen:„Aber es ist wirklich passiert.“

Auch der ehemalige schwedische

Ministerpräsident Carl Bildt twitterte

ungläubig: „Das ist jenseits des

Absurden: Trump macht den Staatsbesuch

bei einem langjährigen Verbündeten

davon abhängig, ob das

Land einen Teil seines Territoriums

abgeben will.“

Genauso sieht es aus.Als das Wall

Street Journal in der vorigen Woche

erstmals über Trumps Interesse an

der zum dänischen Königreich gehörenden

unabhängigen Arktisinsel

berichtete,waren selbst seine Mitarbeiter

nicht sicher, wie ernst die Sache

sei. Am Sonntag aber erklärte der

Präsident öffentlich, ein Kauf Grönlands

könnte für die USA „strategisch“

interessant sein. In seinem

Umfeld wurde auf die Nähe zu Russland

und die durch die Erderwärmung

leichter zugänglichen Boden-

DPA

schätzeverwiesen. „ImGrunde wäre

es ein großes Immobiliengeschäft“,

schwärmte der Hotel-Mogul.

Eigentlich sollten Trump und

seine Frau Melania Dänemark auf

Einladung vonKönigin Margrethe II.

besuchen. Geplant waren bilaterale

Gespräche und Treffen mit Wirtschaftsvertretern.

VonGrönland war

keine Rede gewesen. Laut Washington

Post hatte der Präsident im engsten

Kreis jedoch schon seit Wochen

über einen Kauf der Insel fantasiert.

Angeblich wollte er Dänemark eine

„große Einmalzahlung“ bieten und

die jährlichen Subventionen von

rund 600 Millionen Dollar aus der

dänischen Staatskasse übernehmen.

Die Zurückweisung war eindeutig:

„Ich hoffe inständig, dass das nicht

ernst gemeint ist“, erklärte Regierungschefin

Frederiksen, und das

grönländische Außenministerium

twitterte: „Wir sind offen für Investoren,

stehen aber nicht zum Verkauf.“

Einsatz in Afghanistan

Trump hat seinen Besuch auf Eis gelegt.„Vielleicht

ist das nur Teil vonderen

Verhandlungsstrategie. Vielleicht

wollen die mehr Geld“, fabulierte

Pete Hegseth, einer der Lieblingsmoderatoren

des Präsidenten, beim

rechten Sender Fox. TomWright, der

Europa-Spezialist beim linksliberalen

Brookings Institute, findet den Eklat

hingegen nicht lustig: „Dänische

Truppen haben an der Seite der USA

in Afghanistan und im Irak gekämpft.

50 Dänen starben. Der Präsident

schmäht das Bündnis und die gebrachten

Opfer“, protestiert der Wissenschaftler.

KarlDoemens glaubt,

dass Trump alles für käuflich

hält –auch ganze Länder.

Boris Johnson:

„Wir schaffen das“

Besuch bei Angela Merkel in Berlin im Zeichen des Brexit

VonDamir Fras

Ein ungeregelter Brexit zum 31.

Oktober könnte nach Ansicht

von Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) noch abgewendet werden.

„Wenn wir uns anstrengen, dann ist

eine Lösung vielleicht in den nächsten

30 Tagen zu finden“, sagte Merkel

am Mittwochabend vor einem Treffen

mit dem neuen britischen Premierminister

BorisJohnson im Berliner

Kanzleramt. Voraussetzung dafür

sei allerdings, dass Großbritannien

konkrete Vorschläge mache,

über die man dann sprechen müsse.

Auch Johnson sagte, erwolle einen

geregelten Austritt seines

Landes aus der EU. Er kündigte entsprechende

Ideen für die nächsten

Tage an und gab sich zuversichtlich.

„Wir schaffen das“, sagte er in Anlehnung

an Merkels Zitat aus Zeiten der

Flüchtlingskrise. Klipp und klar

machte Johnson jedoch, dass die sogenannte

Backstop-Klausel, mit der

Grenzkontrollen zwischen Irland

und Nordirland vermieden werden

sollen, gestrichen werden müsse.

Daslehnt die EU ab.

Steinmeiers Zweifel

Vage deutete Johnson an, wie die Lösung

des Problems aussehen könnte.

Er sprach von „elektronischen Vorkontrollen“,

die eine physische

Grenze zwischen dem EU-Mitglied

Irland und der britischen Provinz

Nordirland ersetzen könnten. Genauer

wurde Johnson nicht.

Zuvor hatte bereits Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier Zweifel

geäußert, ob ein Kompromiss

noch möglich ist. „Alle Varianten, die

jetzt noch vorgeschlagen werden

können, sind eigentlich schon Gegenstand

von Gesprächen gewesen“,

sagte Steinmeier am Mittwoch

kurz vor dem Antrittsbesuch Johnsons

in Berlin. Er „halte es deshalb

für wenig wahrscheinlich, dass Verhandlungen

darüber noch einmal in

Gang kommen“.

DerBundespräsident stellte auch

die Ernsthaftigkeit des Verhandlungswunsches

von Johnson in

Frage.„Möglicherweise geht es eher

um Schuldzuweisungen als um die

Frage von wirklicher Veränderung

der Datenleiste.“ Das lasse sich aber

erst nach den Gesprächen genau beurteilen.

Sollte es nicht in den kommenden

Wochen zu einer Einigung zwischen

der EU und dem Vereinigten

Königreich kommen, dann droht

Ende Oktober der sogenannte No-

Deal-Brexit. Ein vertragsloser Austritt

aus der EU würde nach einem

britischen Regierungsreport

schwere wirtschaftliche Schäden in

Großbritannien anrichten. Aber

auch die Kontinentaleuropäer fürchten

Nachteile für ihreWirtschaft.

Das Problem ist: Der Austritt

Großbritanniens könnte das Karfreitagsabkommen

von 1998 auf der irischen

Insel gefährden und zu neuen

Gewaltausbrüchen führen. Das Fehlen

einer Grenze zwischen der britischen

Provinz Nordirland und der Republik

Irland hat die Lage in den vergangenen

Jahren deutlich beruhigt.

Im Austrittsdeal, den Johnsons

Amtsvorgängerin Theresa May mit

der EU vereinbart hat, ist die Backstop-Klausel

enthalten. Großbritannien

soll solange in einer Zollunion

mit der EU verbunden bleiben, bis

eine Lösung für die Grenzegefunden

ist. Britische Brexit-Befürworter, unter

ihnen Johnson, wehren sich gegen

den Backstop, weil Großbritannien

in diesem Fall keine eigenen

Freihandelsverträge mit Drittstaaten

abschließen dürfte.

Angela Merkelund Boris Johnson auf der

Terrasse des Kanzleramts

AFP

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AUGUST

9LETZTE


6* Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

22.5.19

MÄRKTE

▲ 11802,85 (+1,30 %)

Rohöl je Barrel Brent inUS-Dollar

22.5.19

Euro in US-Dollar

22.5.19

Stand der Daten: 21.08.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

21.8.19

▲ 60,29 (+0,40 %)

21.8.19

▲ 1,1104 (+0,25 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom21.08.zum Vortag

21.8.19

Evotec 19,54 +6,08 WWWWWWWWWWW

Nemetschek 49,56 +4,73 WWWWWWWWW

Zalando 42,94 +4,48 WWWWWWWW

GEA Group 24,01 +3,98 WWWWWWWW

United Internet NA 28,75

+3,64 WWWWWWW

Delivery Hero 46,63 +3,60 WWWWWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom21.08.zum Vortag

Fresenius M. C. St. 60,04 WW –0,79

Deutsche Telekom NA14,88 WW –0,56

Commerzbank 4,93 WW –0,51

MetroSt. 14,29 WW –0,38

E.ON NA 8,18 WW –0,32

Dt. EuroShop NA 23,20 ±0,00

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 21.08. ±% z. 20.08.

Euro Stoxx 50 (EU) +1,33

3574/2909 3394,89

CAC 40 (FR) + 1,70

5673/4556 5435,48

S&P UK (UK) + 1,06

1562/1323 1453,98

RTS (RU) +1,23

1414/1033 1280,19

IBEX (ES) +0,97

9671/8286 8701,50

Dow Jones (US) +0,93

27399/21713 26203,22

Bovespa (BR) +0,94

106650/74275 100158,70

Nikkei (JP) – 0,28

24448/18949 20618,57

Hang Seng (HK) +0,10

30280/24541 26282,41

Stx Singap. 20 (SG) –0,26

1657/1350 1536,19

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Crédit Agricole **

ca-consumerfinance.de 1,31 1,41 -

Bank11

bank11.de 1,15 1,30 -

akf bank **

akf.de 1,05 1,20 1,20

VTB Direktbank

vtbdirekt.de 1,00 1,20 1,20

Renault Bank direkt **

renault-bank-direkt.de 1,00 1,20 -

Targobank

targobank.de 0,60 1,10 -

Santander

santander.de 0,60 0,90 1,22

ING

ing.de 0,07 0,12 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,05 0,05 0,05

Postbank

postbank.de - - -

Isbank

isbank.de 1,00 1,15 -

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - 0,15

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,72 0,89 0,78

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Auf Fernstreckenwerden Flugzeuge nochlangeauf Brennstoff angewiesen sein.

Grüner Sprit ist der Hoffnungsträger

Von Christian Ebner und Andreas Hoenig

Die deutsche Luftverkehrsindustrie

soll wettbewerbsfähiger

und gleichzeitig

umweltverträglicher

werden. Darin waren sich die

Teilnehmer der ersten Nationalen

Luftfahrtkonferenz am Mittwoch einig.

Wiedas zusammengehen könnte,ist

allerdings noch die Frage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) beschrieb den Branchengrößen

im Leipziger Flughafenhangar

der DHL die Lage: „Wir wollen keine

erzwungenen Einschränkungen

unserer Mobilität“, sagte sie –und

formulierte die Anforderungen, um

sie zu vermeiden.

EsgebezunehmendeKritik,stellte

Merkel mit Blick auf Fridaysfor Future

unddie neu entdeckte Flugscham

fest. „Umso wichtiger ist es, dass die

Branche zeigen kann, dass Wachstum

nicht immer mit mehr Wachstum

klimaschädlicherer Emissionen

verbunden ist.“ Es müsse eine Entkopplung

erreicht werden.

Während Greenpeace, der BUND

und Fluglärmgegner deutliche Einschränkungen

im Flugverkehr verlangen,

suchen Branche und Regierung

in ihrer „Leipziger Erklärung“

einen Weg zum klimafreundlichen

Luftverkehr. „Wir sind in einer Bringschuld,

den Luftverkehr nachhaltig

zu organisieren“, sagte der Präsident

des Flughafenverbands ADV, Stefan

Schulte.„Wer, wenn nicht wir,könnte

das schaffen?“ Merkel verwies auf

850000 Jobs und die Bedeutung des

Sektors für die Exportnation.

Vor dem DHL-Hangar war zwar

eine zweimotorige Maschine vom

TypDo228 Electric Flight Demons-

Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung

Jede Generationlebt etwa fünf Jahre länger als die vorherige –Versicherungen warnenvor einerVorsorgelücke

Von Rasmus Buchsteiner

Viele Menschen in Deutschland

unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung.

Das geht aus einer

Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands

der Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV) hervor,

die dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND) vorliegt.

Grundlage der Studie ist eine Ende

Juli durchgeführte repräsentative

Befragung von 1017 Menschen ab

18 Jahren. Demnach rechnen die Befragten

im Mittel damit, dass sie etwa

83 Jahre alt werden. „Frauen schät-

Höhere Ticketsteuer könnteKerosin-Forschung finanzieren

NEUES PROPELLERFLUGZEUG WIRD IN LEIPZIG GEBAUT

Neustart: Erstmals seit etwa

60 Jahren könnte wieder ein

Flugzeug in Sachsen gebaut

werden. Bis zu 250 Arbeitsplätze

sollen durch die Produktion

des Flugzeugs mit

dem Namen D328NEU,eine

Weiterentwicklung der Dornier

328, am Flughafen

Leipzig/Halle entstehen,

sagte Nico Neumann, Produktionschef

der Firma328

SupportServices.

trator zusehen, aber „auf der Langstrecke

können wir langfristig nicht

auf Kohlenwasserstoffe verzichten“,

sagte der Präsident des Bundesverbands

der Deutschen Luft- und

Raumfahrtindustrie, Airbus-Manager

Klaus Richter. Wo heute noch fossiles

Kerosin verbrannt wird, könnte

bald synthetischer Kraftstoff eingesetztwerden,

produziert mit grünem

Stromdurch Wasserstoff-Dialyse.

DasProblem:Bislang stehenweltweit

nur geringste Mengen des klimaneutralen

Treibstoffs zu hohen Preisen

zur Verfügung. Merkel ficht das

nichtan: „Das war bei jeder Technologieso,

dass es am Anfang teuerist.“

Manfred Aigner, Direktor des DLR-

Instituts für Verbrennungstechnik,

mahntezur Geduld:„Für eineindustrielle

Produktion von vielen Tonnen

klimaneutralen Kerosins wird essicher

nochzehn Jahredauern.“

Elektromotor: Die Propeller

der D328NEU sollen leiser

rotieren als beim Vorgängermodell,

auch der CO 2 -Ausstoß

soll geringer sein. Perspektivisch

könne das Kleinflugzeug

auch elektrifiziert

werden, kündigte Thomas

Jarzombek (CDU), Luft- und

Raumfahrtkoordinator der

Bundesregierung,an. Entwickelt

werden soll der Flugzeugtyp

in Bayern.

Förderung: Die D328NEU

hat Platz für 39 Passagiere.

Das Flugzeug soll Ziele in

einer Entfernung bis zu 650

Kilometer anfliegen können.

Neben Passagier- und

Frachttransporten könnte es

im Rahmen vonRettungsund

Suchdiensten eingesetzt

werden. Sachsen fördertdas

Vorhaben mit bis zu 6,5 Millionen

Euro. Ende 2023 soll

der erste Flieger abheben.

zen ihre Lebenserwartung eher etwas

höher, Männer etwas niedriger

ein“, heißt es in der Studie.

Die Befragten rechnen insgesamt

damit, ein Alter vondurchschnittlich

82,8 Jahren zu erreichen. Legt man jedoch

die Sterbetafeln des Statistischen

Bundesamts zugrunde, können

sie erwarten, im Schnitt 87,7 Jahre

zu werden: Die Differenz beträgt

4,9 Jahre.

Laut der Studie der Versicherungswirtschaft

fällt es Jüngeren

schwerer,ihrestatistische Lebenszeit

zu bestimmen. 18- bis 29-Jährige

unterschätzen ihre statistische Lebenserwartung

im Schnitt um

6,9 Jahre. LautSterbetafel ist für diese

Altersgruppe von einer realen Lebenserwartung

vondurchschnittlich

89,6 Jahren auszugehen. 30- bis 39-

Jährige unterschätzen ihre Lebenserwartung

ebenfalls überproportional

stark –und zwar um im Schnitt

5,4 Jahre.

Laut GDVliegt die Ursache dafür,

dass die eigene Lebenserwartung

vielfach unterschätzt wird, in falsch

gewählten Referenzpunkten. Fast jeder

Zweite,der für die Untersuchung

befragt wurde,orientiertsich bei seiner

Selbsteinschätzung am Alter der

FOTO: FRANK MAY/DPA

Während der kommenden EU-

Präsidentschaft will Deutschland

eine industriepolitische Initiative

starten und zudem einen neuen Anlauf

zu einem einheitlichen Luftraum

über Europa nehmen. „Weil Passagierflugzeuge

in Europa Umwege

fliegen müssen, verbrauchen sie bis

zu 10 Prozent mehr Kerosin. DieUmsetzung

eines Single European Sky

wäre eine echte Klimaschutzmaßnahme“,

sagte Lufthansa-Chef CarstenSpohr.

DasGeldfür die Entwicklung neuer

Technik könnte aus der bestehenden

Luftverkehrsabgabe kommen,

die bisher ohne Zweckbindung in

den Bundeshaushalt fließt. Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU) schlägt vor, das komplette Aufkommen

von rund einer Milliarde

Euro proJahr in die Forschung zu den

neuen Luftfahrttechnologien zu investieren.

Scheuer denkt sogar über

eine höhere Ticketsteuer nach, um

den Umbau zu beschleunigen. Als

Felder nannte er synthetische Kraftstoffe,

Triebwerkstechnologie und

die Aerodynamik. BundeswirtschaftsministerPeterAltmaier(CDU)

signalisierte Unterstützung. „Wir

müssen in Zukunft noch viel mehr

machen“ –aber Finanzminister Olaf

Scholz(SPD) „sitztauf der Kasse“.

Lufthansa-Chef Spohr reagierte

jedoch kritisch. DieFrage sei, wie viel

mehrUngleichheitdiedeutscheLuftverkehrsbranche

iminternationalen

Wettbewerb vertragen könne: „Der

eine muss es zahlen, der andere

nicht.“DiebisherigeAbgabewirdvon

den deutschenAirlinesseit Jahren als

Sonderbelastung kritisiert.

Die Airlines setzen ihre Hoffnungen

auf den grünen und öffentlich geförderten

Sprit: „Wenn wir es wirklich

schaffen, dass die Entwicklung nachhaltiger

Kraftstoffedurch bestehende

Einnahmen der Luftverkehrsteuer

unterstützt wird, dann können wir

einen wichtigen Beitrag zum klimaneutralen

Fliegen leisten“, sagte der

Geschäftsführer von Tuifly, Oliver

Lackmann.

Die Gewerkschafter Christine

Behle (Verdi) und Jörg Hofmann

(IG Metall) mahnten die Branche,

neben der Technologie die sozialen

Aspekte des Luftverkehrs nicht aus

den Augen zu verlieren. FaireArbeitsbedingungen

seien ebenfalls wichtig

für die gesellschaftliche Akzeptanz

der Branche,sagte Hofmann. „Ein Ticketpreis

von 9,90 Euro deckt weder

Steuernnoch Gebühren. Es muss jedem

klar sein, dass die Beschäftigten

dafür den Preis bezahlen“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied

Behle. (dpa)

Eltern, 39 Prozent blicken auf die Lebensdauer

der Großeltern. Lediglich

26 Prozent richten sich nach offiziellen

Statistiken. „Jede Generation lebt

im Schnitt etwa fünf Jahre länger als

die vorherige“, sagte GDV-Geschäftsführer

Peter Schwarkdem RND.

Der Verband fordert eine bessere

Aufklärung der Verbraucher. „Wir

setzenunsdafürein,dassdieLebenserwartung

in der geplanten Onlinerenteninformation

mitausgewiesen

wird“, forderte Schwark. „Wer seine

statistische Lebenserwartung nicht

kennt, sorgt womöglich nicht ausreichend

vor.“

Söder will

Strafzinsen

verbieten

VorstoßimBundesrat

angekündigt

Von Thomas Körbel

Bayerns Ministerpräsident Markus

Söder will Guthaben von

Kleinsparern vor Strafzinsen schützen.

„Wir werden als Freistaat Bayern

einen Vorstoß im Bundesrat starten,

dass Beträge bis 100000 Euro grundsätzlich

vonsolchen Strafzinsen ausgenommen

werden“, sagte der CSU-

Chef der „Bild“-Zeitung. Notwendig

sei ein gesetzliches Verbot, dass die

Negativzinsen auf Kleinsparer umgelegt

würden. Die Banken müssten

ihre Kosten anders ausgleichen. Negativzinsen

entsprächen nicht der

deutschen Finanzkultur. „Sparen

muss belohnt und darfnicht bestraft

werden“, sagte Söder.

Verbraucherschützer halten wenig

von dem Vorstoß. „Ein Gesetz

gegen Negativzinsen ist gut gemeint,

hätte aber vor allem Symbolcharakter“,

sagte Klaus Müller, Chef des

Bundesverbands der Verbraucherzentralen,

der „Augsburger Allgemeinen“.

DieDeutsche Kreditwirtschaft,

die Interessenvertretung der Spitzenverbände

von Banken und Sparkassen,

äußerte sich nicht.

Kreditinstitute im Euro-Raum

müssen aktuell 0,4 Prozent Strafzinsen

zahlen, wenn sie Geld bei der

Europäischen Zentralbank (EZB)

parken. Bisher geben nur wenige

Geldhäuser diese Zinsen an Privatkunden

mit besonders hohen Guthaben

auf dem Giro- oder dem Tagesgeldkonto

weiter. Vertreter der Kreditwirtschaft

warnten zuletzt allerdings,

eskönnte mehr Verbraucher

treffen, sollten Europas Währungshüter

die Zinsen weiter senken und

nicht gegensteuern.

Schwere Zeit fürdeutsche Banken

„Es wirdfür Banken immer schwerer,

bei anhaltenden Negativzinsen eine

angemessene Profitabilität im Kundengeschäft

sicherzustellen“, sagte

die Präsidentin des Bundesverbands

der Deutschen Volksbanken und

Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak,

jüngst. „Insbesondere, wenn auf

die Weitergabe der negativen Zinsen

im Mengengeschäft verzichtet wird.“

DieEZB hatte angedeutet, der Negativzins

könnte verschärft werden.

Damit wollen die Währungshüter die

Kreditvergabe und so die schwächelnde

Wirtschaft im Euro-Raum

ankurbeln. Um die Institute nicht zu

sehr zu belasten, will die EZB aber

verschiedene Optionen prüfen, darunter

eine Staffelung des Negativzinses.

Deutsche Banken, die traditionell

einen Überhang an Kundeneinlagen

haben, sind vomStrafzins besonders

betroffen. Sie tragen nach Angaben

des Bankenverbands BdB etwa ein

Drittel der Belastungen aus dem negativen

Einlagenzins im Euro-Raum.

Für Verbraucherschützer Müller

ist der Vorstoß Söders nicht weitgehend

genug: Nach Auffassung der

Verbraucherschützer seien „Strafzinsen

bei bestehenden Verträgen bereits

rechtswidrig“. Weil Filialbanken

und Sparkassen vielfach Gebühren

bei Girokonten erhöhten, sei der effektive

Zins für diese Konten aber

heute schon häufig negativ.

„Sparen muss belohnt werden“:Markus

Söder.

FOTO: PAUL ZINKEN/DPA


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 7

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Wirtschaft

Die Bafin

gewährt eine

Übergangsfrist

Zahlung mit Kreditkarte im

Internet wie bisher möglich

Von Jörn Bender

„Wir erwarten, dass

alle Beteiligten ihre

Infrastrukturen so

schnell wie möglich

anpassen.“

Bafin Aufsichtsbehörde

Die Finanzaufsicht Bafin erlaubt

Zahlungen per Kreditkarte im

Internet vorübergehend mit den bisherigen

einfacheren Sicherheitsbestimmungen.

Die Aufseher wollen

damit „Störungen bei Internetzahlungen

verhindern und einen reibungslosen

Übergang auf die neuen

Anforderungen“ ermöglichen, wie

die Behörde am Mittwoch in Frankfurt

mitteilte. Mit den neuen Regeln

soll vor allem unterbunden werden,

dass Kriminelle Kundendaten abgreifen

und selbst nutzen können.

Eigentlich gilt nach neuen EU-Regeln

ab dem 14. September 2019 für

jede Zahlung im Onlinebanking und

beim Einkaufen im Internet die

Pflicht zur sogenannten starken Kundenauthentifizierung.

Das heißt,

Kunden müssen ihre Identität in jedem

Fall mit zwei der drei folgenden

Möglichkeiten nachweisen: „Wissen“

(zum Beispiel Geheimnummer/

PIN), „Besitz“ (zum Beispiel Smartphone,

Originalzahlungskarte),

„Sein“ (biometrische Merkmale wie

etwa ein Fingerabdruck).

Bei Kreditkarten sind die Vorgaben

besonders streng, denn Nummer

und Prüfziffer dieser Karten können

vergleichsweise leicht ausgespäht

werden. Darum verlangt das

Gesetz bei Kreditkartenzahlungen

künftig zwei weitere Sicherheitsfaktoren:

zum Beispiel ein Passwortund

eine Transaktionsnummer (TAN),

die sich der Kunde für das jeweilige

Geschäft auf sein Handy schicken

lässt.

Doch weil mancher Anbieter

Probleme bei der Umsetzung dieser

europäischen Zahlungsdiensterichtlinie

(„Payment Service Directive“/

„PSD2“) hat, gewährtdie Bundesanstalt

für Finanzdienstleistungsaufsicht(Bafin)Aufschub.ImHandelbestehe

„nach wie vor erheblicher Anpassungsbedarf“,

stellte die Bafin

fest.

Wie lange die zeitlich befristeten

Erleichterungen gelten, die sich ausschließlich

auf Kreditkartenzahlungen

im Internet beziehen, legte die

Bafin nicht fest. Wann sie auslaufen,

werdedieBafinnachGesprächenmit

Marktteilnehmern und der Europäischen

Bankenaufsicht (EBA) festlegen.

„In der Zwischenzeit erwartet

die Bafin, dass alle Beteiligten ihre

Infrastrukturen so schnell wie möglich

anpassen.“ (dpa)

Vorerst geltendie altenRegeln beim Onlienkauf

perKreditkarte. FOTO: KLOSE/DPA

„Blackouts dürfen wir uns nicht leisten“

Katrin Suder,Vorsitzende des Digitalrats,über Netzabdeckung, neue Arbeitsweisen und Berater

Seit einem Jahr existiertder Digitalrat

der Bundesregierung.

Im Interview spricht die Vorsitzende

Katrin Suder über

erst Erfolge, bestehende Probleme

und die Grundsatzfrage, wann Beratung

einer Regierung gut tut –und

wann nicht. .

Frau Suder,seit einem Jahr stehen Sie

dem Digitalrat der Bundesregierung

vor. Washaben Sieerreicht?

Jede Menge.Als Erstes wollten wir

verankern, dass Digitalisierung eine

Basistechnologie wie Elektrizität ist

und somit alles verändert: wie wir

arbeiten, wie wir kommunizieren,

wie wir leben. Undgleichzeitig ist Digitalisierung

anders, erfordert Umdenken

und ganz neue Arbeitsweisen.Dasgiltauchfürdenöffentlichen

Sektor,der den digitalen Staat gestalten

soll und muss. Das sind wir als

Erstes angegangen. Und wir sehen

konkrete Umsetzungsschritte: Digitalisierungsprojekte

werden agiler

angegangen, Reallabore etablieren

sich, digitale Innovationsteams werden

aufgebaut. Schauen Sie sich Reden

der Kanzlerin oder anderer Kabinettsmitglieder

an: Da taucht mittlerweile

stetig die Bedeutung vonDigitalisierung

und neuen Arbeitsweisen

auf. Wir haben Workshops mit

nahezuallenStaatssekretärenderRegierung

gemacht, haben ein Fellowshipprogramm

angestoßen. Ich erwähne

das, weil Veränderung im

Kopf und bei Führungskräften anfängt.

Mancher hat das Gefühl, kluge Reden

gibt es schon länger,was fehlt, sind die

Taten.

Voruns liegtmit dem Digitalkabinett

im Septemberein wichtigerTermin,beidemwirkonkreteErgebnisse

z.B.zum ThemaPersonalgewinnung

und -entwicklung des Bundes in Zeiten

des digitalen Wandels erwarten.

Wirhaben Vorschlägeerarbeitet, um

Leitplanken in Form vonGesetzen zu

schaffen. Aber die Umsetzung von

Digitalisierung innerhalb einer Regierung

bedeutet viel mehr: Der Regierungsapparat

lebt und arbeitet

noch immer mit Briefen und Faxen

als zentrale Kommunikationsmittel.

DieKulturmusszuerstdortverändert

werden, um dann die Digitalisierung

der Gesellschaft voranzutreiben.

Verzweifeln Sie daran, dass die Bundesregierung

Milliarden für Rente

oder die Abschaffung des Soli auszu-

Mehr als die Hälfte der Fernzüge defekt

Die DeutscheBahn schickt Wagen mit Mängeln auf die Strecke –das ärgert die Kunden

Von Matthias Arnold

Fehlende Reservierungsanzeigen,

Steckdosen ohne Strom, geschlossene

Bordbistros: Deutlich

mehr als die Hälfte der im Juni eingesetzten

Fernzüge bei der Deutschen

Bahn waren mit technischen Defekten

und Einschränkungen unterwegs.

Die Sicherheit der Fahrgäste

war dadurch jedoch nicht gefährdet,

wie aus einer Antwort des Verkehrsministeriums

auf eine Anfrage der

FDP-Fraktion im Bundestag hervorgeht.

Im Juni waren rund 38 Prozent der

eingesetzten ICE- und IC-Züge voll

funktionsfähig – der schwächste

Wert im Jahr 2019. Noch im Mai lag

die Quote bei 46 Prozent. Um welche

Defekte es sich genau handelte, und

ob sie größere Einschränkungen für

die Passagiere bedeuteten, geht aus

der Statistik nicht hervor.

„Die gemessene ,technische Verfügbarkeit

bei Erstbereitstellung‘

dient der internen Steuerung und berücksichtigt

selbst kleinste technische

Einschränkungen“, teilte die

Bahn am Mittwoch mit. „Indie veröffentlichte

Statistik gehen auch

kleinsteStörungenein,diezumgröß-

Das Beratergremium der Regierung will Digitalisierungsprojekte forcieren.

ten Teil von unseren Kunden gar

nicht bemerkt werden können“, sagte

Fernverkehrschef Michael Peterson

am Mittwoch. „Das Wichtigste:

UnsereeingesetztenZüge sindallezu

100 Prozent sicher.“ Wenn Mängel an

einem Zug die Sicherheit gefährden,

verlässtdiesererstgarnichtdieWerkstatt.

Zahlen darüber, wie viele Züge

das betraf, nannte der Konzernnicht.

Pünktlichkeit verbessert

Allerdings hat sich die Zahl der täglich

eingesetzten Züge verringert.

Konnten im Januar im Schnitt noch

384 Züge täglich bereitgestellt werden,

waren es im Juni 375. Für Juli liegen

keine Daten vor. Allerdings hatte

sich die Pünktlichkeitsquote wieder

verbessert. Dennoch sind ausgefallene

Reservierungsanzeigen oder defekte

Toiletten häufige Ärgernisse.

„Dass weiterhin mehr als jeder

zweite Fernzug mit Defekten unterwegs

ist, zeigt, dass die Deutsche

Bahn ihren eigenen Qualitätsanspruchnichterfüllenkann“,teilteder

Obmann der FDP-Fraktion im Verkehrsausschuss

des Bundestags,

Torsten Herbst, mit. „Wer mehr Fahrgäste

für die Schiene begeisternwill,

muss endlich dafür sorgen, dass die

ZUR PERSON

FOTO. DPA

Katrin Suder (47) ist Mitglied des Kuratoriums der Hertie School of Governance und war von

2014 bis 2018 beamtete Staatssekretärin im Verteidigungsministerium. Im August 2018 wurde

sie Vorsitzende des Digitalrats, der die Bundesregierung in Fragen der Digitalisierung berät.

Die Mitglieder des Gremiums aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sollen Ideen und Erfahrungen

aus der Praxis zusammentragen, um Chancen der Digitalisierung nutzbar zu machen.

Instandsetzung der Fernzüge besser

funktioniert.“

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich

derAnteilder störungsfreien Zügeindes

deutlich erhöht. Damals fuhr

nichteinmaljedervierte Fernzugvöllig

fehlerfrei. DieBahn will eine halbe

Milliarde Euro in denAusbau vonInstandhaldungswerken

investieren,

um die Funktionsfähigkeit der Züge

zu verbessern. Mitte Juli verkündete

die Bahn den Ausbau des ICE-Werks

inHamburg.SeitMittwochwirdauch

das ICE-Werk Berlin-Rummelsburg

ausgebaut. 260 Millionen Euro fließen

dafür in den Standort. „Wir

arbeiten jeden Taghart daran, dass

unsere Kunden mit technisch einwandfreien

Zügen unterwegs sind“,

sagte Fernverkehrschef Peterson.

Dennoch: AusSichtdes Fahrgastverbands

Pro Bahn hat der Konzern

das Problem zwar erkannt, aber noch

nicht ausreichend behoben. „ImAugenblick

ist die Situation auf keinen

Fall zufriedenstellend“, sagte Sprecher

Detlef Neuß. Es fehle vor allem

an Personal, auch an den größeren

Bahnhöfen, um Mängel wie defekte

Türen oder Toiletten schnell zu reparieren.

Für Fahrgäste führedas zu unnötigen

Unannehmlichkeiten. (dpa)

geben bereit ist, nicht aber für Digitalisierung?

Die politischen Randbedingungen

unserer Arbeit haben wir nicht

gesetzt. Die wurden im Koalitionsvertrag

ausgehandelt. Es wäre gut,

wenndieRegierungmehrinvestieren

würde. Aber wir sollten auch über

neue Instrumente reden, zum Beispiel

über einen Digitalfonds, um

langfristig und systematisch in Zukunftstechnologien

zu investieren.

Bei der Netzabdeckung hinkt

Deutschland immer noch hinterher.

Warum ist es so schwer, ander berühmten

Milchkanne ins Internet zu

kommen?

Das ist eine Frage der Prioritäten,

kostenlos ist die Netzabdeckung

nicht zu haben. NurwennDigitalisierung

ganz oben steht inder politischen

Agenda, werden auch Glasfaserkabel

in abgelegenen Regionen

verlegt, Mobilfunkmasten aufgestellt.

Dass ich auf der Bahnstrecke

zwischen Hamburgund Berlin nicht

uneingeschränkt dasInternet nutzen

kann,findeichschweraushaltbar.Ob

dasdieBahnzurVerfügungstelltoder

ein Mobilfunkanbieter,spieltfür den

Nutzer keine Rolle. Aber solche

Blackouts dürfen wir uns als Hochtechnologieland

nicht mehr leisten.

Sie sind Beraterin der Bundesregierung

–und zeitgleich im Visier eines

Untersuchungsausschusses, der sich

mit dem Einsatz vonBeraternimVerteidigungsministerium

auseinandersetzt.Beeinflusst

das IhreArbeit?

Nein. Ich habe mit meinen Kollegen

und der Bundesregierung darüber

gesprochen. Für die war das kein

Thema.

Fürchten Sie, dass die Rolle vonBeratung

insgesamt diskreditiertwird?

Nein, Beratung ist notwendig. Sie

ersetzt und vermittelt Wissen, das

nicht da ist. Es gibt Bereiche,indenen

fehlendes Wissen besonders gravierend

und für die weitereEntwicklung

gefährlich sein kann. Digitalisierung

und ihrer Schattenseite Cyber sind

die besten Beispiele. Natürlich muss

Beratung ihrerseits einer sachlichen

Steuerung unterliegen und es darf

keine Verstöße gegen Regularien, etwa

das Vergaberecht, geben. Mit der

Wichtigkeit und Notwendigkeit von

Beratung hat das aber nichts zu tun.

DasGespräch führte

Gordon Repinski .

NACHRICHTEN

Commerzbank will

Filialen schließen

DieCommerzbank wirdihr vergleichsweise

dichtes Filialnetz möglicherweise

ausdünnen. In derDebatte

über die künftige Ausrichtung

des Instituts sind dem Vernehmen

nach auch Filialschließungen kein

Tabu. Das„Handelsblatt“ berichtet

über Planspiele,die Zahl der Zweigstellen

vonderzeit rund 1000 auf 800

bis 900 zu verringern. Nach Informationen

des „Manager Magazins“

liegt sogar ein Szenario auf dem

Tisch, bei dem am Ende nur 600 bis

650 Standorte übrig bleiben könnten.

EinCommerzbank-Sprecher

wollte die Berichte auf Anfrage am

Mittwoch nicht kommentieren.

Maschinenbauer

exportieren weniger

Internationale Handelskonflikte

und die Unwägbarkeiten des Brexits

bremsen das Exportgeschäft der

deutschen Maschinenbauer.Inden

ersten sechs Monaten sanken die

Auslieferungen vonMaschinen

„Made in Germany“ einschließlich

Preiserhöhung um 0,9 Prozent auf

89,2 Milliarden Euro im Vergleich

zum Vorjahreszeitraum, wie der

Branchenverband VDMA am Mittwoch

unter Berufung auf Daten des

Statistischen Bundesamtes mitteilte.

Damit habe sich die Exportdynamik

deutlich verlangsamt. Allein im

zweiten Quartal habe es ein Minus

von1,8 Prozent gegeben.

Gericht stoppt Streik

irischer Ryanair-Piloten

Wir suchen

Grundstücke

EinGericht in Dublinhat den geplanten

zweitägigen Streik derinIrland

stationierten Ryanair-Piloten

per einstweiligerVerfügung untersagt.

Diefür diesen Donnerstag und

Freitag geplante Arbeitsniederlegung

muss nun so lange aufgeschobenwerden,bis

vorGerichtgeklärt

ist, ob die Gewerkschaft Forsagegen

Abmachungenmit Ryanair verstoßen

hat.Der irischenBilligairline

droht jedoch Ärgervon andererSeite.AmMittwoch

rief dieportugiesischeGewerkschaft

des Kabinenpersonals

zu einemsofortigen fünftägigenArbeitskampfauf.Andiesem

Donnerstag undFreitagwollen zudem

britische Ryanair-Piloten die

Arbeit niederlegen. Siefordernhöhere

Gehälter. (dpa)

Ihr Grundstück ist mindestens 1.500 m 2

groß und kann mit Doppel-/Reihen- oder

Mehrfamilienhäusern bebaut werden?

Und Sie möchten verkaufen? Dann sind

wir als einer der größten europäischen

Entwickler für Wohnimmobilien vielleicht

genau der richtige Partner. Bebaut oder

unbebaut, mit oder ohne Erschließung,

sofort bebaubar oder nicht. Sprechen Sie

uns einfach an. Selbstverständlich kümmern

wir uns auch um Bodenbelastungen und

treten als Erschließungsträger auf.

bonava.de/bauland


8* Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Meinung

Solidaritätszuschlag

ZITAT

Die missratene

Steuer

Markus Decker

hofft, dass mit der Abgabe auch einigeMissverständnisse

wegfallen.

Ist es richtig, dass der Solidaritätszuschlag

nahezu komplett abgeschafft

wird? DieAntwortlautet –zumindest, was

seine Symbolkraft anbelangt –ganz klar:

Ja. Denn mit keinem Instrument sind so

fundamentale Missverständnisse verbunden

wie mit dem Soli.

So glauben viele Westdeutsche noch

immer,erwerde nur vonihnen entrichtet,

nicht aber von den Ostdeutschen. Das ist

seit jeher falsch und führt zudem in den

alten Ländern verbreiteten Irrtum, sie

würden anhaltend zur Kasse gebeten, obwohl

doch in den neuen Ländern längst

jede Fassade und jede Nebenstraße renoviert

sei. Missverständnis Nummer zwei

hängt mit Nummer eins zusammen. So

wenig nämlich der Soli allein im Westen

erhoben wird, so wenig wird erallein für

den Osten verwandt. Der Solidaritätszuschlag

wurde vielmehr 1991 zunächst befristet

eingeführt, unter anderem um

Mehrbelastungen aus dem Golfkrieg zu

schulternoder Länder in Mittel- und Osteuropa

zu unterstützen. Zwar stand 1995

bei der unbefristeten Einführung die Finanzierung

der deutschen Einheit imVordergrund.

Dennoch floss das Geld nie direkt

oder gar ausnahmslos in den Osten,

sondern inden allgemeinen Steuertopf,

aus dem dann alles Mögliche beglichen

wird. Der Soli hat mit den ähnlich klingenden

Solidarpakten Iund II zugunsten

Ostdeutschlands streng genommen

nichts zu tun. Das sieht man auch daran,

dass der Solidarpakt II in diesem Jahr ausläuft

–der Soli aber nicht.

Soli klingt gut –nach Zusammenhalt

und Solidarität. Die Missverständnisse,

die ihn begleiten, hatten allerdings teilweise

gegenteilige, sprich: spaltende Effekte.

So gesehen: Gut, dass er weg

kommt!

Grönland

Trump überschreitet

eine Grenze

Gordon Repinski

findet die neueste politische Posse

des US-Präsidenten nicht witzig.

Für manchen ist es nur eine weitere

Meldung aus der Kategorie „Politik als

Vorabendshow“. Donald Trump meldete

Interesse an, Dänemark Grönland abzukaufen.

Als die erwartete, brüske Absage

folgte, sagte er seinen für die kommende

Woche geplanten Besuch in Kopenhagen

kurzerhand ab. Ja, es ist eine bemerkenswerte

Show, die der US-Präsident damit

abgelieferthat. Sonderlich witzig ist sie allerdings

nicht.

Donald Trump hat mit seiner absurden

Avance eine Grenze überschritten, im

wörtlichen Sinne, denn er hat eine Territorialfrage

zu einem Gegenstand internationaler

Politik gemacht. Trump hat dies

über Twitter getan und mit einem Verweis

darauf, dass er natürlich zu zahlen bereit

sei. Aber auch die Verballhornung des

Vorgangs macht ihn nicht weniger ernsthaft.

Grenzfragen oder gar Gebietsbegehrlichkeiten

sind keine Nebensächlichkeiten;

sie sind über Jahrhunderte Ursache

vonKrieg und Leid in Europa und der

ganzen Welt gewesen. Derartige Fantasien

einfach mal so nach dem Frühstücksei

in die Welt hinauszublasen sollte

der politischer Anstand und ein Mindestmaß

an Geschichtsbewusstsein eigentlich

verbieten, aber bei Trump gibt es keinen

Anstand und kein Geschichtsbewusstsein.

Es gibt, wieder wörtlich, Grenzen,

mit denen man nicht spielt. Trump

hat sie überschritten.

Nichts ist unvorstellbar, das zeigt die

Wahl Trumps und die Ungeheuerlichkeiten,

die seine erste Amtszeit pflastern.Wer

die Ruchlosigkeit dieses Präsidenten unterschätzt,

dem ist nicht zu helfen. Wer

ihn nicht ernst nimmt, wird bitter überrascht.

Das zuverstehen, wäre immerhin

ein Teil einer europäischen Antwort.

Immobilien-Diplomatie

Populisten sind gut im Wahlkampf,

aber schlecht im Regieren. Das hat

das erste Bündnis dieser Art ineiner

westeuropäischen Wirtschaftsmacht

bewiesen. Alssich die voneinem Komiker

gegründete Protest-Sammelbewegung

Fünf Sterne mit der rechtsnationalen

Lega als Juniorpartner in Rom zusammentat,

einte beide nicht viel: eine anti-europäische

und anti-elitäre Grundhaltung sowie

die Vorliebe für simple Slogans, soziale

Netzwerke und Verschwörungstheorien

über „dunkle Mächte“. Die Fünf Sterne versprachen,

die Armut abzuschaffen und umweltschädigende

Großprojekte zu verhindern.

Salvini versprach, Italien wieder Gehör

auf der internationalen Bühne zu verschaffen

und eine nationalistische

Revolution in Europa anzustoßen.

Nun ist das italienische Experiment nach

nur knapp 15 Monaten spektakulär gescheitert,

mit gegenseitigen Anschuldigungen, wie

sie bitterer nicht ausfallen könnten. DasEnde

der Populisten-Koalition könnte Anlass für

Erleichterung sein. Aber Italien stehen unruhige

Zeiten bevor. Und im schlimmsten Fall

eine rechtsextreme Regierung.

Die Populisten hinterlassen ein Land,

dessen Probleme erdrückend sind. Der

Schuldenberg wächst weiter, die Wirtschaft

stagniert, eine neue Rezession droht, junge

Italiener gehen in Scharen ins Ausland, weil

sie keine Zukunft sehen. Mit seiner migrantenfeindlichen

Politik und den Attacken gegen

Brüssel hat Salvini Italien zunehmend

isoliert.Während der parteilose Premier Giuseppe

Conte sich mühte, die europäischen

Partner zu beruhigen, betrieb Salvini 15 Monate

lang das,was er am besten kann: Dauerwahlkampf.

Er verdoppelte damit die Umfragewerte

seiner Lega auf fast 40 Prozent.

Wie sinnvoll ist es, die letzten Tage vor

den beiden Landtagswahlen permanent

auf die aktuellen Umfragewerte zu starren

und dabei die Zukunft aus dem Auge zu

verlieren? Wernoch nicht auf der Leimrute

der Rechtspopulisten festklebt, sollte erkennen,

dass er mit Angst, Resignation oder der

Protesthaltung „nun zeigen wir es denen

mal“ nichts anderes tut, als das Geschäft dererzubetreiben,

die unsereDemokratie erledigen

wollen. Dass sie sich dazu in BrandenburgWilly

Brandts Aufruf von1969 samt seinem

Porträt auf einem obszönen Wahlplakat

bedienen, ist an feister Geschmacklosigkeit

kaum zu übertreffen. WemesimOsten bis

jetzt noch nicht aufgefallen ist, wie er von

den Westimporten Gauland, Höcke, Kalbitz

und Kollateral-Partner verhöhnt und politisch

für nicht zurechnungsfähig abqualifiziertwird,

dem ist nicht zu helfen.

Für mich bleibt die Tatsache wichtig, dass

man sich auf rund achtzig Prozent der Wähler

verlassen kann. So viel Hoffnung leiste ich

mir und trotzedem Fatalismus,dem gefährlichen

Vorzeichen einer Lähmung. Oder sollten

wir tatsächlich dem Wilderer mit der

Hundekrawatte und seiner Meute das Revier

überlassen? „Wir werden sie jagen!“ hatte er

angekündigt. Haben wir das im reizüberfluteten

Medienrummel schon vergessen?

Für einen überzeugten Sozialdemokraten

mit einem halben Jahrhundert Parteierfahrung

geltenWilly BrandtsWorte„Mehr Demokratie

wagen“ immer noch und ich lasse sie

von keinem rechten Plakatier stehlen. Des-

Italien

Lega auf

der Lauer

Regina Kerner

befürchtet, dass das Land in einen Dauerwahlkampf

fallen könnte, statt seine Probleme anzugehen.

Als er die Regierungskrise ins Rollen

brachte, zielte das auf schnelle Neuwahlen.

Salvini wollte selbst Premier werden und„die

ganze Macht“ an sich reißen. Damit ist er

vorerst am Staatspräsidenten gescheitert.

Der will das Parlament nicht auflösen, ohne

nach Alternativen zu suchen. Am besten für

Italien und für Europa wäre nun eine Anti-

Salvini-Allianz, die den drohenden Aufstieg

des Rechtsnationalisten verhindert.

Fünf Sterne und die Sozialdemokraten

der PD hätten gemeinsam eine knappe

Mehrheit. Würde auch ein Teil der gemäßigten

Konservativen der Berlusconi-Partei

Forza Italia mitmachen, entstünde eine

breite Front. Ex-Premier Romano Prodi

nannte sie die „Ursula-Mehrheit“, weil es die

KOLUMNE

Verteidigt

die

Republik

Klaus Staeck

Grafiker und Verleger

halb werde ich die gemeinsam mit Johano

Strasser initiierte „Aktion für mehr Demokratie“

entschieden weiterbetreiben –wer auch

immer die Demokratie unter falsche Flagge

bekämpfen will.Wirhaben diese Aktion als lockere

Organisationsform gesucht, um mit einem

Minimum an Bürokratie politische Themen

in die Öffentlichkeit zu bringen. In den

70er-Jahren setzten wir uns im Arbeitskreis

Medien für die Stärkung des stets gefährdeten

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

italienischen Parteien sind, die kürzlich im

EU-Parlament für Ursula von der Leyen als

Kommissionspräsidentin stimmten. Es wäre

eine europafreundliche Allianz der Vernunft,

die ein starkes Signal im Kampf gegen den erstarkenden

Populismus im Rest Europas

aussenden könnte.

Allzu große Hoffnungen, dass der Aufstieg

des Rechtspopulisten Salvini dauerhaft gestoppt

ist, darf man allerdings nicht hegen.

Zwar ist derzeit die Mehrheit der Fünf Sterne

zu einer Kehrtwende nach links bereit. Mit

der PD haben sie am Ende mehr gemein als

mit der Lega, angefangen bei sozialen Themen.

Ein Bündnis mit der Partei des Erzfeinds

Berlusconi scheint dagegen fast ausgeschlossen.

Und letztlich ist die Grillo-Bewegung

fast ebenso gespalten wie es die Sozialdemokraten

und die ForzaItalia sind.

Aber selbst wenn eine Anti-Salvini-Koalition

zustande kommt, so ist die Frage, wie

lange sie halten wird. Herkulesaufgaben liegen

vor ihr. Sie muss mindestens 23 Milliarden

Euro auftreiben, um eine drohende Erhöhung

der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent zu

verhindern–was mit unpopulären Sparmaßnahmen

verbunden ist. Sie muss in der

Flüchtlingsfrage eine europäische Lösung erreichen

–was bisher unmöglich war.Sie muss

für Wachstum und Arbeitsplätzesorgen –was

schmerzhafte Reformen voraussetzt.

Noch gibt es keine aktuellen Umfragen.

Aber als Auslöser der hochsommerlichen

Krise hat Salvini bei den Italienernsicher einige

Sympathien verspielt. Ein paar Monate

in der Opposition könnten für ihn sogar von

Vorteil sein. Er müsste sich nicht um den

kniffligen Haushalt kümmern und würde,

einfach das machen, was er am besten kann

und womit er den größten Erfolg hat: Wahlkampf

gegen die Regierung.

öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems ein,

das bald unter dem Konkurrenz- und Quotendruck

mit der Einführung der Privatsender

als Garant demokratischer Meinungsbildung

heftig verteidigt werden musste.Eine unserer

vielen Kampagnen, die wir gemeinsam mit

den Gewerkschaften auf den Wegbrachten,

hieß „Freiheit statt Strauß“ und hat mit dazu

beigetragen, einen populistischen CSU-

Kanzlerkandidaten nicht alternativlos erscheinen

zu lassen. MitGroßveranstaltungen

unter dem Motto „Verteidigt die Republik“

füllten wir unter anderem die Essener Grugahalle

mit mehr als 7000 Leuten, die zu Lesungen,

Diskussionen und Konzerten aus ganz

Westdeutschland angereist kamen. Zusammen

mit Oskar Negt folgten eine Reihe von

Ideentreffs zuaktuellen Zeitfragen, um der

Klage über die Sprachlosigkeit zwischen

Künstlern, Intellektuellen und Politikern entgegenzuwirken.

Ausmeiner politischen Erfahrungbin ich

mir sicher, dass die 80 Prozent der Bevölkerung

zu mobilisieren sind, die den düsteren

Prophezeiungen eines Rechtsrucks ihr demokratisches

Engagement entgegensetzen.

Der amerikanische Historiker Gordon A.

Craig fragte vier Jahre nach der Wende

„Warum sehen die Deutschen nur immer so

schwarz?“ und empfahl uns mehr Gelassenheit

auch im Umgang mit der deutsch-deutschen

Vereinigung. Dabei zieht sich durch

sein gesamtes Werk dieChronik des mutwilligen

oder fahrlässigen Verspielens der deutschen

Freiheit.

„Kümmert sich denn

niemand im Weißen Haus

darum, dass die

morgendliche Pillenration

auch eingenommen wird?“

Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Chef, am Mittwoch

auf Twitter zur Absage des Staatsbesuchs von

US-Präsident Donald Trump in Dänemark, weil

Regierungschefin Mette Frederiksen nicht über einen

Verkauf Grönlands mit ihm reden will

AUSLESE

Durch Schlaglöcher

zum Brexit

Der Austritt Großbritanniens aus der

EU ohne Abkommen wird wahrscheinlicher.

Schon gibt es Notfallszenarien,

in denen vonTreibstoff- und Lebensmittelengpässen

die Rede ist. Die Kommentatoren

schütteln den Kopf über die

Reaktion der britischen Regierung darauf.

„Mit seinem gewohnten Lächeln sagte

Boris Johnson, er sei zuversichtlich, dass

Großbritannien am 31. Oktober vorbereitet

sein werde“, schreibt der Londoner Independent.„Zugleich

räumte er ein, dass

wohl mit einigen ‚Schlaglöchern‘ zu rechnen

sei. Das könnte sich als Untertreibung

erweisen.“ Die Neue Osnabrücker

Zeitung widmet sich den vonJohnson gewünschten

Nachverhandlungen mit der

EU. „Die Brexiteers wollen nicht verstehen,

dass mit dem Austritt ihres Landes

eine Außengrenze zum EU-Mitglied Irland

entsteht“, heißt es dort.„Johnson will

nun ‚konstruktiv und flexibel‘ schauen,

welche Verpflichtungen helfen könnten.

Warumsollte die EU aber derlei vagen Bekundungen

trauen?“

Die Neue Zürcher Zeitung istoptimistischer:

„Langfristig werden diese Verwerfungen

sich legen, und Großbritannien

wirdalle Chancen auf eine prosperierende

Zukunft haben“, glaubt man dort. „Dann

sollte die EU ... zu der Gestaltung erfolgreicher

bilateraler Rahmenbedingungen ...

alles beitragen, was sie nur kann. Denn

Großbritannien wirdein Teil Europas bleiben,

daran können auch die härtesten Brexiteers

nichts ändern.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Manche Menschen

haben die

absurdesten Hobbys

Seite 16

Der Verfassungsschutz soll mehr Stellen bekommen. Nicht allen gefällt das Seite 11

Eine Studie bestätigt, dass die Berliner weltoffeneMenschen sind Seite 14

Stadtbild

Plötzlich

Poller

Jens Blankennagel

wundertsich über

gesperrteStraßen.

Plötzlich waren sie einfach da. Auf

einmal war die Samariterstraße

in Friedrichshain gesperrt. Einfach

dicht. Vorder schönen Kirche stehen

nun in zwei Reihen Poller. Kein

Durchkommen mehr. Genauso ein

Stück weiter, in der Pettenkofer

Straße, und in einer weiteren Straße

sind die Poller so gesetzt, dass man

nicht mehr geradeaus fahren kann,

sondernabbiegen muss.

Das sorgt natürlich für Ärger. Die

Autofahrer hupen, und mache Anwohner

wissen nicht, was da los ist.

Die einen reden von Schwachsinn,

weil sie nun nicht mehr durch den

Kiez fahren können. Die anderen

sind begeistert, weil endlich der

Durchgangsverkehr sinken soll.

Denn für die Autofahrer vonden viel

befahrenen Straßen rundherum

lohnt es sich nicht mehr, durch das

dicht bewohnte Gebiet abzukürzen.

Das scheint, eine gute Idee zu

sein. Blöd nur,dass viele im Kiez vorher

nicht so richtig vondieser möglicherweise

guten Idee wussten.

Zwei neue Sperren wurden auch

in Kreuzberg aufgestellt. Im Internet

findet sich eine Pressemitteilung mit

des Bezirksamtes: „Die Diagonalsperren

im Samariterkiez und im

Wrangelkiez sind ein wichtiger Baustein

für die Mobilitätswende in unserem

Bezirk. Auf Wunsch der Anwohner*innen

verringern wir den

Durchgangsautoverkehr im Wohngebiet

und sorgen für mehr Verkehrssicherheit

für schwächere Verkehrsteilenehmer*innen.“

Aber warum wurden die Anwohner

nicht informiert? Es schaut doch

nicht jeder jeden TagimInternet bei

den Pressemitteilungen im Bezirksamt

nach. Warum hat der Bezirk

nicht einfach Mitteilungen ausgedruckt

und an jede Haustür gehängt?

„Genau das haben wir machen

lassen“, sagt Bezirksamtssprecherin

Sara Lühmann. „Hunderte Blätter

wurden in die Hauseingänge gehängt

–bereits Anfang August.“

Dort standen auch Telefonnummern

des Amtes drauf, die auch

reichlich angerufen wurden. Also haben

auch sehr viele Zettel an den Türengehangen.

Aber nicht überall.

Die wurden dann wohl von Anwohnern

abgerissen, die das Projekt

nicht gut finden oder die keine Zettel

an der Haustür mögen oder es waren

ordnungsliebende Hausmeister.

Noch wichtiger ist aber, dass

Fremde endlich Bescheid wissen:

also jene Transitreisenden, die gern

durch diese Kieze abkürzen wollen.

Und tatsächlich: Einige Routenplaner

zeigen bereits einige Sperren an.

Wieschön für die Anwohner.

Poller-Fan: Grünen-Baustadtrat Florian

Schmidt im Wrangelkiez. STEFAN BARTYLLA

So kommen Fahrgäste im

Osten Berlins ans Ziel

S7 Potsdam Hbf

S5 Westkreuz

S3 Spandau

Der Osten wird abgeschnitten

Am Montag beginnen umfangreiche Bauarbeiten bei der S-Bahn. Wiekönnen die Fahrgäste ausweichen?

VonPeter Neumann

Wer sich noch nicht

nach alternativen

Routen umgesehen

hat, sollte sich beeilen.

Viele zehntausend Fahrgäste der

Berliner S-Bahn müssen sich umgewöhnen,

wenn am kommenden

Montag eines der größten Bauvorhaben

in der Geschichte des Unternehmens

beginnt. Weil neue Gleise und

Kabel verlegt werden, muss auf mehreren

S-Bahn-Strecken im Osten der

Stadt der Betrieb eingestellt werden,

zum Teil mehr als elf Wochen lang.

„Mit einem gewissen Entsetzen“

sieht Jens Wieseke die Sperrungen.

„Das wird keine schöne Zeit“, sagte

der Sprecher des Fahrgastverbands

IGEB. Bis zu drei Äste des S-Bahn-

Netzes werden lange Zeit mehr befahren

–das sei ein Einschnitt in die

Alltagsroutine zahlreicher Fahrgäste.

Los geht es wie berichtet Montagfrüh

auf der Linie S75, wenn der S-

Bahn-Betrieb zwischen Wartenberg

und Springpfuhl eingestellt wird.

Dort müssen die Gleise erneuert

werden. Für die Fahrgäste wird ein

Schienenersatzverkehr, kurz SEV,

eingerichtet. DieBusse pendeln zwischen

Wartenbergund Marzahn, wo

Anschluss an die Linie S7 besteht.

Drei Strecken werden gesperrt

S41

S42

S8

S85

Aber Achtung: Wie jetzt bekanntwurde,

wird zubestimmten Zeiten

auch zwischen Ahrensfelde und

Springpfuhl der S-Bahn-Verkehr ruhen

–zum Beispiel montags bis freitags

jeweils von 10.30 bis 13 Uhr.

Sonnabends und sonntags liegt dieses

Teilstück der S7 sogar zwischen

10 und 15 Uhr still. „Es wird für die

Baulogistik gebraucht“, hieß es bei

der S-Bahn. Bauzüge fahren altes

Material wegund bringen neues her.

Das entlastet die Straßen –doch für

S-Bahn-Verkehr ist dann kein Platz.

Wenn auch die S7 stillliegt, fährt der

SEVder S75 weiter bis Springpfuhl.

Nach sechseinhalb Wochen folgt

dann die zweite Etappe der Bauarbeiten.

Vom4.Oktober an sind auch

die beiden anderen S-Bahn-Linien

in diesem Bereich unterbrochen. Im

Westen beginnt die Sperrung bereits

am Nöldnerplatz, Die S7 liegt von

dort bis Ahrensfelde still, die S5 bis

RB12 –Templin Stadt

RB24 –Eberswalde

M4 –SHackescher Markt via SGreifswalder Str.

M17 –SSchöneweide via SFriedrichsfelde Ost, UTierpark

Nöldnerplatz

S3

Erkner

Wartenberg

S75

kein S-Bahn-Verkehr

vom 26. August, 4Uhr, bis

14. November, 1.30 Uhr

Springpfuhl

Ostkreuz

Lichtenberg

Wuhletal. Die S75 fällt auf ganzer

Länge aus.Diese Einschnitte dauern

bis Mitte November an, so die Bahn.

„Alle Linien rund um das Biesdorfer

Kreuz können aufgrund der Umstellung

auf moderne Zugsicherungstechnik

nicht fahren“, hieß es.

Zum einen werden die Trassen an

ein elektronisches Stellwerk angeschlossen.

„Die alte Technik stammt

noch aus DDR-Zeiten, sie ist ziemlich

störanfällig“, sagte ein S-Bahner.

So dringt durch rissig gewordene Kabelummantelungen

Wasser ein.

Zudem stattet DB Netz die Strecken

mit der Zugsicherungstechnik

ZBS aus.Gelbe Kästen werden installiert,

in denen sich die sogenannten

Balisen befinden. Sie übermitteln

den Zügen betriebliche Informationen.

Stellt das System fest, dass zu

Bus S75

Hohenschönhausen

:

RB12,

RB24,

RB25

RB

Klettwitzer Str.

Gehrenseestraße

:

S75

Friedrichsfelde Ost

Auch sie sind betroffen: S-Bahnen der Linien S5und S75 .

Bitte umsteigen: Auch in

den nächsten Jahren müssen

Fahrgäste in Berlin und

Brandenburg immer wieder

mit Baustellen rechnen. Bei

der S-Bahn rechnet man mit

einem erhöhten Bauvolumen

über zehn Jahre hinweg.

BUSSE STATT BAHNEN

Neue Technik: Immer mehr

Strecken werden mit den

Zugbeeinflussungssystem

ZBS ausgestattet. 2024/25

sindTeile des Rings und Strecken

im Südosten an der

Reihe. Umfangreiche Sperrungen

werden erwartet.

Bus S75

S7

S5

S7:

RB25 –Werneuchen

Poelchaustr.

Bus S7, Bus S75

Strausberg Nord

schnell gefahren wirdoder ein Signal

ignoriertwurde,schreitet es ein.

Umfangreiche Arbeiten sind erforderlich,

sagt Projektchef Olaf

Schroeder. Alle Kabel und Signale,

die es jetzt gibt, müssen entfernt

werden. „Dann gibt es keinen Weg

zurück mehr“, so der Ingenieur.

110 Signale müssen aufgestellt, viele

Kilometer Kabel gezogen werden.

Hinzu kommt, dass sich die Bauarbeiter

nicht die kleinste Abweichungen

vonden Plänen leisten dürfen.

„ZBS braucht eine wesentlich

größere Genauigkeit als andere Systeme“,

erklärte Schroeder. Auch die

Abnahme der Anlagen nimmt bei

dieser Technik mehr Zeit in Anspruch.

Undsowerden die Fahrgäste

auf der S5 erst am 12. November,auf

der S7 und S75 am 14. November

:

Raoul-Wallenberg-Str.

Bus S7, Bus S75

Marzahn

DPA/SOEREN STACHE

U-Bahn unterbrochen:

Auch die BVGbaut. So wird

die U6zwischen dem Kurt-

Schumacher-Platzund der

Endstation Alt-Tegeletwa

20 Monate lang gesperrt –

beginnend ab dem Frühjahr

2021.

Ahrensfelde

Bus S7

Mehrower Allee

S7

S-Bahn-Verkehr wird immer

wieder unterbrochen,

zum Beispiel montags bis

freitags 10.30 bis 13 Uhr

M6 – SHackescher Markt

via SLandsberger Allee

Tram 16 –S+U Frankfurter Allee

BLZ/GALANTY; QUELLE: BVG

wieder einen regulären S-Bahn-Betrieb

vorfinden –wenn alles klappt.

Während der Sperrungen werden

viele Fahrgäste ihre Gewohnheiten

ändern müssen. Wie sie am besten

ans Ziel kommen, muss jeder für sich

ausloten. Es wird mehrere Alternativen

geben. Diverse Straßenbahnlinien

stehen zur Verfügung, auf der

Buslinie 192 gibt es mehr Fahrten.

Für Fahrgäste, die direkt nach Hohenschönhausen,

Ahrensfelde,

Mahlsdorf und Strausberg wollen,

bieten sich auch Regionalzüge an.

Verband fordertBusspuren

Der SEV wird ausgeweitet. Sowird

der Ersatzverkehr aus Wartenberg

über Marzahn hinaus nach Lichtenberg

und zum Ostkreuz fahren. Eine

zweite Linie kommt hinzu, sie verbindet

Ahrensfelde und Marzahn

mit dem S-Bahnhof Landsberger Allee

am Ring. Warum führt sie dorthin?„Das

hat mit den günstigen Straßenverhältnissen

zu tun“, hieß es bei

der S-Bahn. Außerdem steuern viele

FahrgästeZiele auf der Ringbahn an.

Montags bis freitags zwischen 6

und 18 Uhr wird esauch noch eine

dritte SEV-Linie geben. Sieführt von

Lichtenbergüber die Frankfurter Allee

und die Straße der Pariser Kommune

zum Ostbahnhof, hieß es.

„Damit die Busse auf der Frankfurter

Allee schnell vorankommen,

muss die Verkehrslenkung dort unbedingt

Busspuren anordnen“, sagte

Jens Wieseke.Der dortige SEVsei besonders

wichtig, weil er die U-Bahn-

Linie U5 der BVG entlasten muss:

„Wenn die drei S-Bahn-Äste tot sind,

wird die U5 noch voller als heute

sein.“ Es könne sein, dass einige

Bahnen so stark ausgelastet sein

werden, dass keiner mehr hineinkommt.

Immerhin: Die BVG erweitert

auf der U5 die Hauptverkehrszeit.

Montags bis donnerstags von

5.30 bis 21.15 Uhr, freitags bis 21.45

Uhr fahren die Bahnen alle vier Minuten

und 40 Sekunden. Ein dichterer

Takt sei aber nicht möglich, weil

am Alexanderplatz gebaut wird.

Die Investitionen sind notwendig,

sagt S-Bahn-Chef Peter Buchner.

Doch klar sei auch: „Die Arbeiten

sind besonders umfangreich und

komplex –und sie fordernvon unserenKunden

einiges an Geduld.“

NACHRICHTEN

Algenblüte: Flussbad-Pokal

erneut abgesagt

DerVerein Flussbad Berlin hat das

traditionelle Spree-Schwimmen an

der Museumsinsel für diesen Sonntag

abgesagt. Grund sei die Blaualgenblüte

in der Spree, teilte der Verein

am Mittwoch mit. DieCyanobakterien,

wie Blaualgen auch genannt

werden, bergen beim Schlucken des

Wassers Gesundheitsgefahren wie

Durchfall oder Erbrechen. Damit

fällt der Flussbad-Pokal, für den sich

rund 700 Schwimmer angemeldet

hatten, in diesem Jahr komplett aus.

Dererste Termin Mitte Juni war bereits

abgesagt worden, weil Starkregen

zu viel Dreck in die Spreegespült

hatte.Nach 2017 musste der Pokal

damit zum zweiten Malabgesagt

werden. (dpa)

Kein Arzttermin für

schwangere Panda-Bärin

Wiesteht es im Zooumden Panda-

Nachwuchs? Bekommt die offenbar

trächtige Meng Meng (6) Zwillinge,

wie vermutet? Um diese Fragen beantworten

zu können, wären neue

Ultraschallbilder nötig, doch die gibt

es nicht. Nicht etwa, weil Meng

Meng sich um die Untersuchung

drückt, sondernwegen Termin-Problemen.

Thomas Hildebrandt, der

Tierfortpflanzungsexperte vom

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung

(IZW), ist für eine Woche

in Sachen Artenschutz nach Kenia

gereist. Hildebrandt ist der Ultraschall-Fachmann,

der Meng Meng

stets untersucht und die Bilder sicher

auswerten kann. Aber selbst

wenn der Arzt wieder da ist, dürfte es

schwer werden, eine weitereUltraschalluntersuchung

bei Meng Meng

durchzuführen. „Sie zeigt sich nicht

gerade kooperativ“, sagt Zoo-Sprecherin

Christiane Reiss. (nkk.)

Flixbus übernimmt

türkischen Marktführer

DasFernbusunternehmen Flixbus

hat sich mit den Eigentümerndes

türkischen Konkurrenten Kamil Koc

auf die Übernahme geeinigt. Das

teilte der KonzernamMittwoch mit.

„DieVereinbarung wirdnach der Genehmigung

durch die zuständigen

Behörden voraussichtlich in den

nächsten Wochen in Kraft treten.“

Kamil Koc, Marktführer in der Türkei,

fährtnach Angaben vonFlixbus

61 Städte im gesamten Land an und

beförderte im vergangenen Jahr

rund 20 Millionen Menschen. Das

Unternehmen werdenun schrittweise

in das bestehende Netzwerk

vonFlixbus integriert, hieß es weiter.

ZumPreis machte das Reisebusunternehmen

keine Angaben. (dpa)

Flixbusse steuernseit dem Jahr 2015

auch ausländische Ziele an. IMAGO IMAGES


10 Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Bezirke

Ein Bündnis aus Umweltverbänden

und Initiativen

fordert eine autofreie

Umgestaltungder Spandauer

Straße direkt vor dem Roten

Rathaus. Um aufihr Anliegen

aufmerksam zu machen,

wird esebendort am31. August,

15 bis 17 Uhr, ein Protestpicknick

mit offener Debatte

geben. „Berlin habe im

Gegensatz zuanderen Metro-

Mitte

Autofreie Straße

polen noch Nachholbedarf,

was die Reduzierung des Autoverkehrs

in Innenstadtbereichen

betreffe, heißt es seitens

des Bündnisses. Derzeit

finden vordem Rathaus noch

die Bauarbeitenamneuen U-

Bahnhof statt. Für 2020 ist ein

freiraumplanerischer Wettbewerb

für das Gebiet zwischen

Fernsehturm und

Spreevorgesehen. (kr.)

Stahlheimer bald wie neu

Eine

Informationsveranstaltung

zu den anstehenden

Straßenbaumaßnahmen

in der Stahlheimer

Straße findet am 28. August,

18.30 Uhr, in der Aula der

Wilhelm-von-Humboldt-

Gemeinschaftsschule, Gudvanger

Straße 16-20, statt.

Die Arbeiten betreffen den

Bereich zwischen der Erich-

Weinert-Straße und der Wis-

Prenzlauer Berg

byer Straße und laufen von

diesem September bis voraussichtlich

Sommer 2021.

Informiert werden soll über

Ablauf und Umfang der Baumaßnahmen

sowie temporäre

Änderungen der Verkehrsführung.

Zu den erforderlichen

Sperrungen wird

zudem im Verlauf der Arbeiten

jeweils rechtzeitig durch

Aushänge informiert. (mw.)

Erster Preis für Uferpark

Neue Perspektiven in Richtung

Wasser. HUTTERREIMANN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR

Wannsee

Das Büro Hutterreimann

Landschaftsarchitekten

hat mit seinem Konzept

„UferparkamBerliner Meer“

den Wettbewerb zur Neugestaltung

der Ronnebypromenade

für sich entschieden.

Alle Entwürfe können noch

bis zum 5. September in der

Senatsverwaltung für Umwelt,

Am Köllnischen Park 3,

besichtigt werden. (nm.)

Das LeseNetz Marzahn-

Hellersdorf lädt am

30. August, 14 Uhr, zum Sommerlesefest

für die ganze Familie

in das Stadtteilzentrum

Kaulsdorf, Brodauer Straße

27, ein. Unter dem Motto

„Tierisch kriminell“ finden in

Garten und Haus Lesungen

und Spiele – zum Beispiel

eine digitale Schnitzeljagd,

und eine Hunde-Krimi-Tour

Kaulsdorf

Sommerlesefest

–für Kinder und Erwachsene

statt. Man kann zuhören, zusehen,

mitspielen, lesen oder

basteln. Es gibt Bücher zum

Mitnehmen und man kann

mit Buchautoren diskutieren.

Alles dreht sich an dem Nachmittag

um geschriebene oder

gesprochene Worte. Der Eintritt

ist frei. (sb.)

MehrInfos online unter:

www.leseorte-mh.berlin

Jubiläum für Repair-Café

Unter dem Motto „Reparieren

statt Wegwerfen“

lässt sich in Repair-Cafés vieles

für den weiteren Gebrauch

retten –vom Toaster

über den Haartrockner bis

zum Fotoapparat. Seit sechs

Jahren bietet die Klimawerkstatt

Spandau monatlich

zwei Repair-Cafés an, um die

Lebensdauer von Gebrauchsgütern

per Repara-

Spandau

tur und Wartung zu verlängern.

Dieses Jubiläum wird

am 26. August, ab 17.30 Uhr,

mit einem Sonder-Repair -

Café in der Klimawerkstatt,

Mönchstraße 8, gefeiert.

„Obwohl mittlerweile eine

feste Gruppe von 16Reparateuren

regelmäßig ihre Hilfe

anbietet, sind weitere interessierte

Helfer willkommen“,

teilen die Initiatoren mit.

Auf den Spuren des Bauhaus

IMAGO IMAGES

Anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums sucht die Gropiusstadt im Süden von Neukölln

nach den Spuren Walter Gropius. Ineiner Jubiläumswoche wird der Philosophie des

Bauhauses nachgegangen. Dasvon BRAND –Verein für theatrale Feldforschung e.V. gestaltete

Programm untersucht die heutige Bedeutung des Bauhauses in fünf Teilprojekten:

einer Ausstellung im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, einem Performance-Parcours,den

Bauhaus-Werkstätten, einer Lichtinstallation u.a. Komplettes Programm unter

www.brandschrift.de

Wedding

Hoffnung fürs Himmelbeet

Zum 31. Oktober 2020

müssen die Hobbygärtner

ihre Beete räumen. Seit

drei Jahren wird nach einem

Alternativstandort gesucht.

Aktuell steht der Mettmannplatz

hoch im Kurs. Diesen

hatten die Betreiber des Gartens

bereits vor einigen Wochen

Bezirksbürgermeister

Stephan von Dassel (Grüne)

vorgeschlagen. (kr.)

Das Himmelbeet ist ein beliebter

Treffpunkt im Kiez. KATJA REICHGARDT

Tempelhof

Ökomarkt und Straßenkunst

Am31. August und 1. September,

jeweils ab 12

Uhr, verwandelt sich das Gelände

der ufaFabrik, Viktoriastraße

10-18, in eine spannende

Erlebniswelt mit

Marktplatz, Straßenmusik,

Performances und Theater,

Artistik und Kinderzirkus.

Rund 35 Acts präsentieren

sich auf der spektakulären

Freilichtbühne und weiteren

kleinen Bühnen. Die Themen

der zahlreichen Aussteller

auf dem Ökomarkt reichen

von gesunder Ernährung,

Kunsthandwerk, Fairtrade,

fairer und

ökologischer Kleidung, Ökolandbau,

regionalen Produkten,

ökologischem Fußabdruck

bis zu Workshops und

Mitmachaktionen. Der Eintritt

ist frei. (sara.)

Jugendtheater DasEnsemble

der Jugendtheaterwerkstatt

(JTW)Spandau, Gelsenkirchener

Straße 20, greift in der Premieredes

Stückes „Die wahre

Geschichte“ am 30. August, um

19 Uhr, mit einer grotesken Parabel

die Generationenkonflikte

unserer Zeit auf. Die20

Darsteller zwischen zehn und

70 Jahren zeichnen ein kritisches

Porträt der Gegenwart.

TERMINE

Farbintensiv Am 29. August, 19

Uhr, wirddie Ausstellung

„Hanna Hennenkemper und

Cathy Jardon –Graphit und

Neon“ in der Galerie ETAGEim

Rückgebäude des Museums

Reinickendorf, Alt-Hermsdorf

35, eröffnet. Während sich

Hennenkemper experimenteller

Druckgrafik widmet, besticht

Jardon mit farbintensivengeometrischen

Formen.

Straßenfest Unter dem Motto

„Haltung zeigen. Zusammenhalt

fördern“ feiernAnwohner,

Gewerbetreibende am 24. August,

15 bis 21 Uhr, das 4. Zelterstraßenfest.

DerErlös aus

dem umfangreichen Bühnenprogramm,

Kuchenbasar,Kinderschminken

oder Tombola

kommt dem Sozialprojekt

„Zelter Pate“ für obdachlose

Menschen zugute.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Talk mit BVG-Chefin

Die Vorstandvorsitzende

der Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG), Sigrid Nikutta,

ist am 29. August, 19

bis 21 Uhr, zu Gast in den

Orankesee-Terrassen, Orankestraße

41. Im Rahmen der

Talkreihe „19 UhrGespräch“,

die vom Förderverein Obersee

& Orankesee initiiert

worden ist, diskutiert sie mit

den Gästen über aktuelle

Hohenschönhausen

Themen des Berliner Nahverkehrs

sowie die Zukunft

der Mobilität in unserer Stadt

und im Kiez. Der Eintritt ist

frei. Weitere Gesprächsrunden

gibt es am 16. Oktober

mit dem ehemaligen Vorsitzenden

der Linken Dr. Gregor

Gysi und am 21. November

mit Katarina Witt, Olympiasiegerin

und WeltmeisterinimEiskunstlaufen.

(ylla.)

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Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 11

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Berlin

Demonstration am Hauptbahnhof im vergangenen Herbst: Rechtsextremistisches Gedankengut sickertindie Mitte der Gesellschaft ein, sagt Innensenator Andreas Geisel.

BERLINER ZEITUNG/ANDREAS KOPIETZ

Mehr Geld für den Kampf gegen rechts

Der Verfassungsschutz soll nach dem Willen des Innensenators 19 zusätzliche Mitarbeiter bekommen. Nicht alle finden das gut

VonAndreas Kopietz

Für den Kampf gegen rechts

soll der Berliner Verfassungsschutz

personell verstärkt

werden. Innensenator

Andreas Geisel (SPD) möchte 19

zusätzliche Stellen für Mitarbeiter,

die den „Phänomenbereich rechts“

beobachten und auswerten. Geisel

beantragte für den nächsten Doppelhaushalt

775 000 Euro,mit denen

im Jahr 2020 zehn Stellen geschaffen

werden sollen, und für das Jahr 2021

weitere 784 000 Euro für neun zusätzliche

Stellen.

Geisel will auch die „phänomenübergreifende

Auswertung“ des Internets

verstärken, wo sich auf verschiedenen

Plattformen Extremisten

aller politischen Couleur tummeln.

Im Verfassungsschutzausschuss

des Abgeordnetenhauses, der am

Mittwoch die entsprechenden Positionen

für den künftigen Landeshaushalt

2020/21 beriet, begründete

Geisel den Mehrbedarfmit einer unübersichtlicher

gewordenen Lage,in

der zunehmend auch Einzelpersonen

agieren würden.

„Neben der traditionellen rechtsextremistischen

Szene hat sich eine

muslim- und fremdenfeindliche

Szene etabliert. Das führte dazu,

dass rechtsextreme Elemente in gesellschaftliche

Strukturen einsickern.

Positionen, die noch vor Jahrentabuisiertwaren,

gelangen in die

Mitte des gesellschaftlichen Diskurses“,

begründete Geisel. „Das rechtsextremistische

Mobilisierungs- und

Gewaltpotenzial steigt. Die Gefährlichkeit

des Rechtsextremismus ist in

den vergangenen Jahren unterschätzt

worden.“ Dies habe der

Mord an dem hessischen Regierungspräsidenten

Walter Lübcke gezeigt.

Zusammenhänge seien nicht

erkannt und die daraus resultierenden

Gefahren unterschätzt worden.

Anschläge auf Politiker

„Wir werden das kritisch prüfen,

auch vor dem Hintergrund, dass im

Koalitionsvertrag vereinbart wurde,

den Verfassungsschutz auf seinen

Kernbereich zu konzentrieren.“

Sebastian Schlüsselburg, Abgeordneter der Linkspartei

Vor dem Hintergrund des Lübcke-

Mordes bemüht sich Geisel, wie berichtet,

darum, dass die Bundesanwaltschaft

die Serie von Brandanschlägen,

die in Neukölln mutmaßlich

durch Neonazis begangen wird,

als Terror einstuft und die Ermittlungen

übernimmt. Seit 2016 gab es immer

wieder Brandanschläge auf Büros

von Politikern und Häuser von

Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus

positioniert hatten. So

wurden unter anderem ein Buchhändler

und ein Bezirkspolitiker der

Linkspartei Opfer von Anschlägen.

DiePolizei stellte eine eigene Ermittlungsgruppe

auf, um die Täter zu

fassen. Fahndungserfolge blieben jedoch

bisher aus.

Der CDU-Abgeordnete Stephan

Lenz begrüßte prinzipiell die personelle

Verstärkung beim Kampf gegen

Rechtsextremismus.Erwarnte in der

Aussprache jedoch davor, dass die

Verstärkung nicht zulasten der anderenPhänomenbereiche

wie Linksextremismus

und Islamismus gehen

dürfe.

Ronald Gläser von der AfD kritisierte,

Rechtsextremismus werde

akribisch beobachtet, der Linksextremismus

dagegen nicht. „Besser

wäre es, Stellen bei Polizei und

Staatsanwaltschaft zu schaffen.“ Der

Haushaltsentwurf atme nicht den

Geist, auf den sich die Koalition geeinigt

habe – nämlich, dass die Behörde

auf ihre Kernaufgaben reduziertwird.

Linkspartei zurückhaltend

Erklärtes Ziel der Linkspartei war es

eigentlich, den Verfassungsschutz

ganz abzuschaffen. Auch einige

Grüne sympathisieren mit dieser

Idee. ImKoalitionsvertrag konnten

sie sich mit dieser Maximalforderung

jedoch nicht durchsetzen.

Zum Verfassungsschutz heißt es

dort: „Die Aufgaben werden auf den

Kernbereich beschränkt. (...) Personelle

und sachliche Ausstattung des

Verfassungsschutzes sowie die Anforderungen

an die Eignung der Bediensteten

werden an die sich verändernde

Aufgabenbeschreibung

und Aufgabenbegrenzung angepasst.“

Entsprechend zurückhaltend

äußert sich der Linkspartei-Abgeordnete

Sebastian Schlüsselburg:

„Wir werden uns die Berichte kommen

lassen und diese kritisch prüfen,

auch vor dem Hintergrund,

dass im Koalitionsvertrag vereinbart

wurde, den Verfassungsschutz

auf seinen Kernbereich zu konzentrieren.

Kein Gesetzentwurf verlässt

das Parlament, wie er reingekommen

ist.“

Kritik kommt letztlich auch von

Holger Krestel, Sprecher der FDP für

Recht und Verfassungsschutz im Abgeordnetenhaus:

„Der Senator verengt

durch seine Schwerpunktsetzung

auf nur einen Phänomenbereich

den 360-Grad-Blick des Verfassungsschutzes

unnötig und dem

gesetzlichen Auftrag des Verfassungsschutzes

widersprechend.“

DerSenat müsse für einen ausgewogenen

Personalaufwuchs, unter Beachtung

aller Phänomenbereiche

sorgen.

Mit einer neuen Strategie gegen ein altes Problem

Rigaer Straße: Der Staatsschutz gründet mal wieder eine spezielle Ermittlungsgruppe. Das gab es schon mal, brachte aber nichts

Die Berliner Polizei will noch stärker

gegen linksextreme Täter

rund um die früher besetzten Häuser

in der Rigaer Straße in Friedrichshain

vorgehen. Dazu wurde am

5. August eine eigene Ermittlungsgruppe

gegründet, die für die Straftaten

in der Rigaer Straße und Umgebung

zuständig ist. Das geht aus einer

Antwort des Senats auf eine Anfrage

des Fraktionsvorsitzenden der

FDP,Sebastian Czaja hervor.

Angriffe auf Polizisten

Die Ermittlungsgruppe ist im Landeskriminalamt

(LKA) beim Staatsschutz

der Polizei, der für politisch

motivierte Kriminalität zuständig ist,

angesiedelt. Schon 2016 hatte es auf

Betreiben des damaligen Innensenators

Frank Henkel (CDU) nach einer

Serie von Anschlägen Ähnliches

gegeben. Die Ermittlungsgruppe

hieß „LinX“.

In der Umgebung der Rigaer

Straße 94 und der benachbarten

Adresse Liebigstraße 34 gibt es öfter

Auseinandersetzungen zwischen

Bekanntes Bild: Polizisten in der Rigaer Straße in Friedrichshain.

DPA/MAURIZIO GAMBARINI

Linksautonomen und der Polizei.

Vermummte Täter greifen immer

wieder Polizisten an, werfen mit Steinen

und Farbbeuteln und beschädigen

Autos. Die Polizei zeigt deutlich

Präsenz und postiert immer wieder

Mannschaftswagen und Polizisten

dort.

Der Senat räumte jetzt in seiner

Antwort ein, dass die Bemühungen,

das umstrittene und teilweise besetzte

Haus in der Rigaer Straße 94

durch eine Wohnungsbaugesellschaft

kaufen zu lassen, bisher erfolglos

waren. Gleichzeitig wurde erneut

geschildert, dass bei Polizeieinsätzen

in den vergangenen Jahren

mehrfach festgestellt wurde, dass es

innerhalb des Hauses nicht genehmigte

Umbauten gab, die dem vorgeschriebenen

Brandschutz und Gefahrenschutz

„widersprachen“. Das

zuständige Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

sei informiert worden.

Offenbar tat sich aber nichts.

Die Präventionsbeauftragten der

örtlichen Polizei würden regelmäßig

mit den Nachbarn der Häuser spretungen

oder Feststellungen der Polizeimitzuteilen.“

2018 gab es demnach eine Informationsveranstaltung

in einem Altenheim,

weil die Situation bei den

Bewohnern für „Unruhe/Unbehagen“

gesorgt habe. Die Polizei habe

auch den Schülernvon 18 Klassen in

einer benachbarten Schule „die Notchen.

Es hatte in den vergangenen

Jahren immer zahlreiche Beschwerden

gegeben, weil Anwohner sich

von den linksautonomen Bewohnern

terrorisiert fühlten. „In diesem

Zusammenhang werden auch Flyer

mit Themenbezug verteilt und die

Bevölkerung um Mithilfe ersucht,

mögliche strafrechtliche Beobachwendigkeit

der polizeilichen Präsenz

und den Sinn der teilweise martialisch

wirkenden Schutzausrüstung

der eingesetzten Beamten“ erklärt.

Darumhätten die Elterngebeten.

Hausbesetzungen angedroht

Kürzlich hatte erneut ein Bündnis

linksradikaler Gruppen, zu dem

auch die Bewohnergruppen der Rigaer

Straße 94 und Liebigstraße 34

gehören, gezielte Hausbesetzungen

für Ende September angekündigt.

DerAufruf zu den Aktionstagen trägt

den Titel „Tu mal wat“. In dem Text

heißt es: „Widersetzt Euch: Besetzt

vom 26. bis 29. September Häuser,

Wohnungen, Büros und öffentlichen

Raum.“

Der FDP-Fraktionsvorsitzende

Czaja kritisierte: „Die Gründung einer

weiteren Ermittlungsgruppe

nach 2016 für die Rigaer Straße zeigt

allein, dass die bisherigen Schritte

keinerlei Nachhaltigkeit gezeigt haben.“

Solange in Berlin ein politisches

Klima vonSympathie und Verständnis

für Gewalttäter und deren

Angriffe auf Beamte herrsche,werde

sich überhaupt nichts ändern. Allein

die wiederholten Verstöße gegen

Brand- und Gefahrenschutz müssten

Maßnahmen der Gefahrenabwehr

nach sich ziehen. „Während

andere Bezirke gefährdete Häuser

räumen lassen, lassen die Bezirksverantwortlichen

das Räumen sein.“

Die politisch motivierte Kriminalität

war 2018 im Vergleich zu 2017

leicht zurückgegangen. Nach Angaben

der Polizei sank sie von 4272

Fällen auf 4203 Delikte im vergangenen

Jahr.Die Aufklärungsquote stieg

in dem Zeitraum von 32,9 Prozent

auf 39 Prozent. Speziell bei der Linkspolitisch

motivierten Kriminalität

stieg die Anzahl der Fälle. Sie lag im

vergangenen Jahr bei 1223 Fällen, 36

mehr als ein Jahr zuvor.

DieAufklärungsquote lag bei 30,1

Prozent. Im Jahr 2017 lag sie bei 29,1

Prozent. Die Polizei registrierte im

vergangenen Jahr 317 Angriffe der

linken Szene auf Polizeibeamte. Das

sind 24 Angriffe mehr als 2017. (dpa,

BLZ)


12 Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Berlin

Donald Trump hätte seine

Freude.Sportlich hat der

weiße Jeep rückwärts auf

dem Bürgersteig eingeparkt

und die Passanten in seinen

Abgasnebel getaucht. Nun steht der

wuchtige Geländewagen aus amerikanischer

Produktion wie ein stolzer

Gruß aus Washington direkt vor den

kleinen Bistro-Straßentischen des

Charlottenburger Cafés.

Ansonsten scheint alles beim Alten:

Das Café, eine von Kaffeeduft

und zeitloser Beschaulichkeit beseelte

Institution des gutbürgerlichen

Kiezes,bietet zur Einstimmung

in den Tag eine wunderbare Zeitungsauswahl,

hausgemachtes Bircher-Müsli

und zwei Eier im Glas.

Ein deutsches Frühstück mit Porzellantasse

statt Pappbecher, knusprigen

Brötchen statt aromatisierten

Muffins, frischer Luft statt Klimaanlage:

Es ist schön, endlich mal wieder

in Berlin zu sein.

Echt mal disconnecten

Bevor sich aber die Sentimentalität

breitmachen kann, dringen laute

Wortfetzen vom Nachbartisch hinüber.

Dort unterhalten sich zwei

schwarz gekleidete Mittdreißiger im

Hipster-Look offenbar über einen

Geschäftskunden. Dessen Firma

habe eine Arbeitskultur wie Google,

sagt der eine:„Einfach cool und richtig

nice!“ Deranderenickt. EineViertelstunde

fliegen Anglizismen wie

aus einer bemüht hippen Vorabendserie

im Privatfernsehen hin und her,

bis sich der eine Bartträger verabschiedet.

Am Wochenende, ruft er

seinem Gesprächspartner zu, sei er

nicht zu erreichen: „Ich muss mich

echt mal disconnecten.“

Disconnecten. Abkoppeln. Ausschalten.

Beider BVGgibt es das wenig

später unfreiwillig gratis, kurz

nachdem die U-Bahn in die Röhre

gefahren ist: Das Netz ist weg. Immerhin

herrscht inzwischen an vielen

Stationen Empfang. Deutschland

hat sich verändert, seit ich vor

zweieinhalb Jahren in die USA gezogen

bin. Einerseits. Andererseits ist

auch vieles gleich geblieben. Berlin,

so scheint es mir bei einem kurzen

Besuch in diesem August, kultiviert

das Neue und das Alte gleichermaßen.

Wie ineinem Biotop gedeihen

die absurdesten Schrullen der Globalisierung

und die ärgsten Macken

des deutschen Piefketums friedlich

nebeneinander: Während der Taxifahrer

am Savignyplatz die höfliche

Frage, oberdenn auch Kreditkarten

akzeptiere, mit einem mürrischen

„Wenn es denn unbedingt sein

muss“ abbürstet, spricht der Kellner

in Mitte nur Englisch. Cool nimmt er

die Bestellung eines Omeletts auf,

um den Gast wenige Minuten später

ohne größeres Bedauern wissen zu

lassen: „We’re out of tomatoes.“ Pech

gehabt.

Berlin ist voll in diesem Sommer.

Dasmerkt man nicht nur,wenn man

in der irrigen Hoffnung auf Abkühlung

in die rollenden Saunawagen

der U-Bahn flüchtet. Auch auf dem

Ku’damm oder der Französischen

Straße drängen sich Hundertschaften

von Touristen aus aller Herren

Länder. Längst haben sich die Geschäfte

auf diese Kundschaft eingestellt

und preisen ihre Produkte auf

Englisch an. Selbst in Charlottenburg

fühlt man sich zunehmend in

ein globales Phantasialand versetzt.

Hippe Urlauberinnen schlürfen ihren

Cold Brew auf unbequemen

Holzblöcken in einem Lokal mit dem

kryptischen Namen „What do you

fancy love“.

Neben dem alteingesessenen Getränkemarkt

Lehmann („Ick koof bei

Lehmann!“) wirbt ein neues „Clubhouse“

mit dem Slogan „Eat. Drink.

Work. Hang“ um Kunden. Auf einer

Ecke der Wilmersdorfer Straße hat

das traditionsreiche Schuhgeschäft,

wo einst der Kunde König war, geschlossen.

Nun gibt es hier Fast

Food, und der Burger ist King. Auch

sonst ähnelt die Billig-Einkaufsmeile

in ihrerTrostlosigkeit zunehmend einer

Häuserzeile im nicht-gentrifizierten

Teil vonAtlanta.

Doch die Lufthansa erinnert den

Besucher unerbittlich daran, dass er

sich auf der östlichen Seite des Atlantiks

befindet. Bei der Anreise hat die

Fluggesellschaft das Gepäck kurzerhand

in Frankfurtzurückgelassen. In

Mürrisch, cool und selbstfixiert

Berlin –von außen betrachtet manchmal etwas befremdlich. aber auch schön wie hier in Charlottenburg.

Tegel herrscht das übliche Chaos,am

einschlägigen Schalter hat sich eine

endlose Schlange gebildet, die von

einer einzelnen Person im Schneckentempo

abgearbeitet wird. Folgerichtig

empfiehlt ein Plakat, die Verlustmeldung

elektronisch aufzugeben,

was mit einer Mail ohne Absender

und Telefonnummer quittiert

wird. Nach drei Stunden kommt die

Nachricht, dass der Koffer die

Hauptstadt nun erreicht habe –zusammen

mit der Aufforderung, von

jeglichen Nachfragen abzusehen.

Diesind auch gar nicht möglich, weil

die Verantwortung von der Lufthansa

inzwischen längst an diverse

Subunternehmen abgeschoben

wurde.Die lassen die Habseligkeiten

noch eine Nacht und einen halben

TagamAirportschimmeln, bevor sie

mit knapp 24-stündiger Verspätung

endlich dem Eigentümer zugestellt

werden.

Wo Menschen arbeiten, passieren

Fehler. Aber eine solche organisierte

Verantwortungslosigkeit und bewusste

Informationsverweigerung,

die den geschädigten Kunden zum

Bittsteller degradiert, wäre in den

USA schwer vorstellbar.Nicht immer

erweist sich das Personal dort als

Nach zweieinhalb Jahren in Washington hat unser USA-Korrespondent seine

alte Heimat besucht. Berlin wirkt auf ihn gleichzeitig vertrauter und fremder als erhofft

USA

Washington, D.C.

VonKarlDoemens

DEUTSCHLAND

Berlin

BLZ/GALANTY

IMAGO

qualifiziert, aber freundlich wird

dem Kunden meistens begegnet.

Und selbstverständlich gibt es stets

eine Service-Nummer oder einen

Online-Chat, unter der man tatsächlich

einen Menschen erreicht. Überhaupt

sind die oft als oberflächlich

gescholtenen Amerikaner im Alltag

viel hilfsbereiter als der Durchschnittsdeutsche,

und die notorische

Grundaggressivität des Berliners

befremdet mich plötzlich.

Ganz nebenbei wäre es inWashington

auch kein Problem, sich am

Sonntag notdürftig mit Wäsche einzudecken,

während auf dem Kudamm

die Geschäfte geschlossen

bleiben. DerTaxi-Fahrer wäre schon

deshalb freundlicher, weil er wahrscheinlich

für die Fahrtenvermittler

Uber oder Lyft unterwegs wäre und

nach dem Aussteigen mit Sternchen

bewertet würde. Das alles hat auch

Schattenseiten, weshalb es gute

Gründe für mehr Regulierung geben

mag.

Weshalb man in Berlin derweil

ausgerechnet bei der Einführung der

E-Scooter, die vergnügungssüchtige

Urlauber gerne für eine Schussfahrt

auf dem Bürgersteig nutzen, von

blauäugigem Zukunftsglauben beseelt

ist, erschließt sich dem Besucher

allerdings nicht. In den USA

werden die Gefahren-Roller längst

viel kritischer diskutiert, in NewYork

sind sie gar ganz verboten.

Etwas mehr Austausch mit der

Welt jenseits der Übernahme hipper

angelsächsischer Schlagwörter, so

scheint mir, würde Deutschland

grundsätzlich guttun. Aus knapp

7000 Kilometern Entfernung

kommt mir meine Heimat oft merkwürdig

binnenfixiertvor.Die beiden

Regierungsparteien im Bundestag

wirken weitgehend mit sich selbst

beschäftigt, und die Twitterblase

steigert sich in immer neue Erregungszustände,

während die Gesellschaft

mit erschreckender Geschwindigkeit

auseinanderdriftet.

Hier Prenzlauer Berg, dort Chemnitz.

Nicht nur der gemeinsame

Raum für Debatten scheint kleiner

zu werden, sondern auch das Fenster

nach draußen.

Zu viel Authentizität

Natürlich ist ein sommerlicher Besuch

viel zu kurz, um ein gerechtes

Urteil zu fällen. Mehr als ein paar Impressionen

kommen kaum zusammen.

Doch schien mir überproportional

viel über Greta Thunbergs toilettenlose

Segel-Tour oder Freifahrten

für uniformierte

Bundeswehrsoldaten und deutlich

zu wenig über die Großkonflikte im

Persischen Golf und in China, den

drohenden konjunkturellen Absturz

und den dramatischen europäischen

Zerfallsprozess geredet zu

werden. Ichhörte viel SpottüberUS-

Präsident Donald Trump und (berechtigte)

Kritik an seiner Politik,

aber wenig Verständnis dafür, dass

viele Probleme auch nach seinem

Ausscheiden weiterbestehen werden.

Völlig offen blieb meist, welche

Rolle der Exportweltmeister

Deutschland jenseits moralischer

Appelle in dem durch Nationalisten

aller Länder erzeugteninternationalen

Vakuum übernehmen will.

„Wie lange möchtest du noch in

Amerika bleiben?“, wurde ich öfter

gefragt. Meist klang es etwas mitleidig.

Und esstimmt ja: Das Land hat

riesige Probleme.

DieParolen der Rechtspopulisten

drücken aufs Gemüt. Die Polarisierung

der Gesellschaft erschreckt.

Aber ist das in Deutschland wirklich

so viel anders? Gleichzeitig gibt es in

den USA öffentliche Diskurse auf hohem

Niveau, ein selbstverständliches

bürgerschaftliches Engagement

und einen Grundoptimismus,

wie ich sie daheim manchmal vermisse.

Ich gebe zu: Die Sommer inWashington

sind mörderisch. Die Moskitostreiben

einen in den Wahnsinn.

Die lauen Abende in Berlin werden

mir fehlen. DieBrandenburger Seen.

Unddie guten Freunde.Abersonst?

Wenn ich gelegentlich Heimweh

verspüre, schwinge ich mich aufs

Radund fahrezumeinem Lieblings-

Biergarten. Er liegt nur ein paar hundert

Meter vomWashingtoner Kapitol

entfernt und heißt tatsächlich

„Café Berlin“. Der Eigentümer

kommt aus Mecklenburg-Vorpommern,

seine Frau aus Texas. Viele Besucher

arbeiten tagsüber im nahe

gelegenen Kongress. Beim Warsteiner

Pils vom Fass scheint Donald

TrumpLichtjahre entfernt.

Auf der Speisekarte stehen Wiener

Schnitzel mit Bratkartoffeln und

Gurkensalat – alles auf Deutsch.

Preiselbeeren freilich fehlen im Angebot.

Die können Stammkunden

nur als Sonderwunsch auf Englisch

bestellen. Der freundliche Kellner

muss dann jedes Mal in der Küche

nachfragen gehen, ob Preiselbeeren

vorrätigsind.

Beim ersten Mal gab es Komplikationen,

weil mir der englische Begriff

nicht einfiel. Dergeht mir inzwischen

leicht über die Lippen. Dafür

mache ichmir seit neuestem Sorgen,

dass derKellner muffig an denTisch

zurückkehren und verkünden

könnte:„We’reout of lingonberries!“

Daswäredann doch ein bisschen

zu vielauthentisches Berlin.

KarlDoemens

lebt gerneinWashington,

vermisst aber Berlin.


Alle Angebote gültig bis Samstag, 24.08.2019

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Diese Artikel sind in den mit dieser Werbung gekennzeichneten Märkten erhältlich. Alle Angebote gültig bis Samstag 24.08.2019, KW 34. Wir haben uns für diesen Zeitraum ausreichend bevorratet. Bitte entschuldigen Sie wenn die Artikel auf Grund der großen

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14 ** Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Berlin

Bello

bleibt

frei

Kaum Bußgelder bei Verstoß

gegen Leinenpflicht

Durchschnittlich 150 Euro kostet

es Berliner Hundehalter seit

Anfang des Jahres, wenn Bello ohne

Leine erwischt wird. Das war bislang

allerdings fast nie der Fall, wie

aus einer Senatsantwort auf eine

Anfrage des CDU-Abgeordneten

Sven Rissmann hervorgeht. Die

Mehrzahl der Bezirke hat demnach

in der ersten Jahreshälfte keine

Bußgelder wegen Verstößen gegen

die Leinenpflicht erhoben: Insgesamt

wurden 33 Anzeigen gestellt

und nur zwölfmal mussten Hundehalter

zahlen.

Seit 1. Januar gilt in ganz Berlin

die allgemeine Leinenpflicht für

Hunde in der Öffentlichkeit. So

sieht es eine Rechtsverordnung vor

– auf der Grundlage des Berliner

Hundegesetzes,das seit 22. Juli 2016

gilt. Die meisten Hunde sind davon

aber ausgenommen, wenn sie vor

Inkrafttreten des Gesetzes gehalten

wurden. Schätzungen zufolge sollen

rund 80 Prozent der rund

108 700 angemeldeten Hunde in

diese Kategorie der Bestandshunde

fallen.Werseinen Hund trotz Gesetz

freien Auslauf gewähren möchte,

kann eine Sachkundeprüfung ablegen,

die auch Hundeführerschein

genannt wird. Mit diesem Schein

darf der Hund auf unbelebten Straßen

und Plätzen oder Brachflächen

frei laufen. In Parks müssen Hunde

hingegen immer angeleint sein. Seit

Jahresbeginn wurden 145 dieser

Führerscheine (Stichtag 31. Juli)

ausgestellt. (dpa)

Der Wauzi an der Leine –sosollte es

unbedingt sein.

IMAGO IMAGES

Weltoffenheit und Toleranz sind Markenzeichen der Berliner.Diese Wertewerden jedes Jahr beim „Karneval der Kulturen“ gefeiert.

Licht und Schatten

Eine Studie bestätigt, dass die Berliner weltoffene Menschen sind. Es gibt aber hasserfüllte Randgruppen

VonMikeWilms

Die politischen Weltbilder

und Vorurteile der Berliner

sollten in einer großen

Studie untersucht

werden. Auf dieses Vorhaben hatte

sich die rot-rot-grüne Koalition zu

Beginn ihrer Regierungszeit verständigt.

Mitdem „Berlin-Monitor 2019“

liegen nun die Ergebnisse dieser Untersuchung

vor. Die Berliner seien

toleranter und weltoffener als der

Durchschnittsdeutsche, sagte Antidiskriminierungssenator

Dirk Behrendt

(Grüne) am Mittwoch bei der

Studienvorstellung im Berliner Rathaus.

Man sei aber auch auf antisemitische

Denkmuster und Vorurteile

gegenüber Muslimen gestoßen.

Als überraschend bezeichnete

Behrendt das Ergebnis, dass auch

Langzeitarbeitslose zu den in Berlin

am stärksten diskriminierten Gruppen

gehören. 11 Prozent der insgesamt

2000 für die Studie befragten

Berliner gaben an, bereits aufgrund

von Arbeitslosigkeit diskriminiert

worden zu sein. 15 Prozent berichteten

von Erfahrungen der Abwertung

aufgrund eines niedrigen Einkommens.

Durchgeführt wurde die Studie

von Sozialwissenschaftlern der

Universität Leipzig und der Hochschule

Magdeburg-Stendal. Die repräsentative

Umfrage unter Berlinern

zwischen 16 und 94 Jahren

habe im Frühjahr dieses Jahres stattgefunden,

sagte der Soziologe Oliver

Decker,einer der Studienleiter.

Mitder Demokratie zufrieden

Die Forscher wollten im ersten

Schritt herausfinden, wie wertvoll

die Berliner die Demokratie finden

und ob sie für ausgrenzende,antidemokratische

Weltbilder anfällig sind.

Festgestellt wurde, dass neun von

zehn Berlinern diktatorische Staatsformen

ablehnen. Drei Viertel der

Befragten gaben an, dass sie mit der

Demokratie insgesamt zufrieden

seien. Gleichwohl bekundete mehr

als die Hälfte ein geringes Vertrauen

in Politiker. „Hier zeigt sich eine gewisse

Ambivalenz“, sagte Professor

Gert Pickel, Soziologe aus Leipzig.

DieZustimmung zur Demokratie sei

im Bundesvergleich aber hoch.

Als Wertschätzung der Demokratie

interpretieren die Forscher auch

das Umfrage-Ergebnis, dass sich die

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Berliner gern inpolitische Entscheidungsprozesse

einmischen. So gaben

18 Prozent der Befragten an,

schon einmal in einer Bürgerinitiative

mitgearbeitet zu haben, 58 Prozent

würden das machen. 42 Prozent

nahmen bereits an genehmigten Demonstrationen

teil, weitere 13Prozent

an nicht genehmigten Kundgebungen.

Nurein Prozent der Befragten

gab an, dass Gewalt gegen Personen

ein legitimes Mittel der

politischen Auseinandersetzung sei.

Im weiteren Verlauf stellte sich

den Forschern die Frage, obestrotz

der ausgeprägt demokratischen Einstellung

der Berliner zu Ausgrenzungserfahrungen

im Alltag kommt.

57 Prozent der Studienteilnehmer

gaben an, bereits selbst aus unterschiedlichen

Gründen diskriminiert

worden zu sein. Geschieht dies wegen

des Geschlechts, sind zumeist

Frauen die Opfer,passiertesaus religiösen

Gründen, zumeist Muslime.

Gruppenbezogene Vorurteile hat der

Studie zufolge nur eine Minderheit

der Berliner. 29 Prozent stimmten

der These zu: „Die Anzahl der Muslime

in Deutschland ist zu hoch.“

Umgekehrt sagten 77 Prozent, Geflüchtete

müssten in Deutschland

immer willkommen sein.

In der Untersuchung gingen die

Wissenschaftler außerdem der Frage

nach, wie weit Antisemitismus verbreitet

ist. Das Ergebnis: Weniger als

in anderen Teilen Deutschlands und

umso stärker,jeweiter rechts sich die

Befragten im politischen Spektrum

selbst verorten. Immerhin 16 Prozent

stimmten ganz oder teilweise

der These zu: „Auch heute noch ist

der Einfluss der Juden zu groß.“

Hass auf Israel

Eine weitere Form des Judenhasses,

der israelfeindliche Antisemitismus,

ist laut Studie häufiger unter muslimischen

Berlinern und solchen mit

Migrationshintergrund anzutreffen.

DieBehauptung, Israels Umgang mit

den Palästinensern sei genauso

schlimmwie die Politik der Nationalsozialisten

im Zweiten Weltkrieg, teilen

55 Prozent der Berliner ohne

deutschen Pass ganz oder teilweise.

In der Gesamtbetrachtung zeige

die Studie „Licht und Schatten“,

sagte Senator Behrendt. Die Ergebnisse

sollen nun in die Antidiskriminierungsarbeit

einfließen. (mit dpa)

Deutsche Bahn

investiert in

Berliner Werk

260 Millionen Euro für mehr

Kapazität in Rummelsburg

VonPeter Neumann

Die Deutsche Bahn (DB) baut das

ICE-WerkinRummelsburgaus.

Für 260 Millionen Euro werden die

Halle und die Materiallager vergrößert,

außerdem entstehen zusätzliche

Behandlungs- und Abstellanlagen

für ICE- und Intercity-Züge. In

Zukunft können in Rummelsburg

rund 30 Prozent mehr Züge gewartet

und gereinigt werden als heute. Das

Bundesunternehmen stellt dortweitere120

Beschäftigte ein, hieß es.

Am Mittwoch wurden die Bauarbeiten,

die bis 2023 dauern sollen,

symbolisch begonnen. Wirtschaftssenatorin

Ramona Pop(Grüne), DB-

Fernverkehrschef Michael Peterson,

der Konzernbevollmächtigte Alexander

Kaczmarek und Werkleiter

Peter Pöhlmann setzten den ersten

Spatenstich. „Deutschland braucht

eine starke Schiene“, sagte Peterson.

„Deswegen schaffen wir neue Züge

an und bauen unsere Instandhaltungswerke

massiv aus.“

Viele Züge mit Defekten

Dem Werk inRummelsburg komme

dabei eine Schlüsselrolle zu: Vonhier

starten die meisten Fernverkehrszüge

in Deutschland. Derzeit werden dort

täglich 75 Züge für die nächste Fahrt

gereinigt, kontrolliert und repariert.

Bundesweit investiert die Bahn eine

halbe Milliarde Euro in ihre Instandhaltungswerke

des Fernverkehrs.

Tausend neue Arbeitsplätze werden

in dem Bereich geschaffen, hieß es.

Beides soll dazu beitragen, dass

die Technikverfügbarkeit wieder zunimmt.

Fehlende Reservierungsanzeigen,

Steckdosen ohne Strom, geschlossene

Bordbistros: Mehr als die

Hälfte der im Juni eingesetzten Fernzüge

der DB waren mit Defekten und

Einschränkungen unterwegs, teilte

die Bundesregierung auf eine Anfrage

der FDP-Bundestagsfraktion

mit. Im Juni waren rund 38 Prozent

der eingesetzten ICE- und IC-Züge

voll funktionsfähig –der bis dahin

schwächste Wert 2019. Noch im Mai

lag die Quote bei 46 Prozent. Die Sicherheit

der Fahrgäste war jedoch

nicht gefährdet, hieß es. (mit dpa)

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Protest der Eltern hat sich gelohnt

Senat kündigt Tempo 30 und längere Grünphasen an –damit Schulwege sicher werden

VonPeter Neumann

Die Ampel an der Landberger Allee/ Ebertystraße

wird modernisiert. BLZ/ WÄCHTER

Manchmal kann Protest etwas erreichen,

bevor er laut wird.

Kurz vor einer Demonstration für sichere

Schulwege hat der Senat angekündigt,

dass er wesentliche Forderungen

vonElternerfüllen will. „Dort

sorgen wir mit mehreren Maßnahmen

für mehr Sicherheit“, sagte Dorothee

Winden, Sprecherin von Verkehrssenatorin

Regine Günther

(Grüne), der Berliner Zeitung. Dafür

müssen Kraftfahrer auf einer wichtigen

Ausfallstraße an einer Ampelanlage

längereRotphasen einrechnen.

Weil die Bezirke Pankow und

Friedrichshain-Kreuzberg Schuleinzugsbereiche

geänderthaben, haben

viele Kinder andereWege als bisher zu

bewältigen. Blieb Schülern aus dem

Ebertykiez und der Siedlung „Am Alten

Schlachthof“ der Gang über die

Landsberger Allee bislang erspart,

müssen sie die sechsspurige Straße

jetzt an jedem Schultag queren.

„An der Kreuzung Ebertystraße

verhindert die Ampelschaltung jedoch,

dass die Straße in einer einzigen

Grünphase überquert werden

kann“, sagt Cosima Osang, die an den

Eldenaer Höfen wohnt. Dicht gedrängt

müssen die Grundschüler auf

den schmalenVerkehrsinseln warten.

WeitereGefahren drohten in der Conrad-Blenkle-Straße,

inder sich eine

Zweigstelle der Grundschule im Blumenviertel

befindet. Dort gilt Tempo

50, und Radwege fehlen. Jetzt hat die

Initiativefür sichereSchulwege zu einer

Demo aufgerufen: an diesem

Freitag ab 7.20 Uhrauf der Kreuzung

Landsberger Allee/ Ebertystraße.

Das Büro des SPD-Abgeordneten

Tino Schopf liegt in der Nähe. Er

kennt die Sorgen. „Der Grundtenor

ist überall derselbe: dringender

Handlungsbedarf!“, so der Verkehrspolitiker.

Im Bezirksamt Pankow

wurde das Thema mehrfach in der

internen Steuerungsrunde Schulwegsicherheit

besprochen, sagte Nicole

Holtz, Mitarbeiterin von StadtratVollrad

Kuhn (Grüne). Ein Resultat

ist, dass an der Conrad-Blenkle-/

Erich-Boltze-Straße ein Zebrastreifen

angeordnet wurde.Erwirddemnächst

eingerichtet, so die Senatsverwaltung.

Sichere Querungsmöglichkeiten

in Höhe Cothenius- und

Rudi-Arndt-Straße würden geprüft.

Doch es werdenoch weitereMaßnahmen

geben, teilte der Senat jetzt

mit. So sehe die Verkehrslenkung als

zuständige Behörde die Notwendigkeit,

vor der Schulfiliale Tempo 30

anzuordnen. Künftig soll sogar in der

gesamten Conrad-Blenkle-Straße,

durchgängig von der Landsberger

Allee zur Kniprodestraße, Tempo 30

gelten –von 6bis 18 Uhr. Das Anhörungsverfahren

beginnt „zeitnah“.

DerSenat kündigte außerdem an,

dass die Ampelanlage Landsberger

Allee/ Ebertystraße modernisiert

wird. Im September erhält sie Tasten,

mit denen Fußgänger längere Grünphasen

anfordern können. Sie haben

dann zwei Möglichkeiten, so

Winden. „Bereits die erste Möglichkeit

wird die Grünphase deutlich

verlängern, sodass eine Querung in

einem Zug möglich sein wird.“ Um

auch Gruppen einen Stopp auf der

Mittelinsel zu ersparen, könne durch

längeres Drücken des Tasters noch

länger Grün angefordertwerden.


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 15 *

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Berlin

POLIZEIREPORT

Junge bei Unfall schwer verletzt.

Einzehn Jahrealter Junge ist am

Dienstagnachmittag in Bohnsdorf

voneinem Auto angefahren worden.

DasKind war mit seinem Fahrrad auf

dem Radweg der Waltersdorfer

Straße unterwegs.Ander Lindenstraße

bog er vomRadweg aus nach

links ab und wollte die Waltersdorfer

Straße überqueren. Dabei wurde er

voneinem Honda erfasst, mit dem

ein 44-Jähriger in gleicher Richtung

wie der Junge unterwegs war.Der

Zehnjährige kam mit Verletzungen

am Kopf und Oberkörper in ein

Krankenhaus.

Radlerin prallt gegen Fußgänger.

In Tiergarten ist am Dienstag ein

Fußgänger mit einer Radfahrerin zusammen

gestoßen. Eine 74-Jährige

war auf ihrem Radauf dem Radweg

des Spreewegs in Richtung Großer

Sternunterwegs.Plötzlich lief ein 26

Jahrealter Fußgänger rückwärts auf

den Radweg. Beide versuchten auszuweichen.

Dasklappte nicht. Die

Seniorin stürzte vomRad. Sanitäter

brachten sie in ein Krankenhaus.

Schuhdieb erwischt.

In Charlottenburgwurde am Dienstagmittag

ein Schuhdieb gefasst. Er

hatte gegen 13 Uhrineinem Bekleidungsgeschäft

in der Nürnberger

Straße Schuhe anprobiert. Kurz darauf

verließ der 32-Jährige mit den

nicht bezahlten Schuhen an den Füßen

den Laden und lief in Richtung

Augsburger Straße.Der 24-jährige

Filialleiter und ein 23 Jahrealter Angestellter

folgten dem Mann und forderten

vonihm die Schuhe zurück.

Ein35-jähriger Passant eilte den VerfolgernzuHilfe.Daraufhin

schlug

der Dieb mit einem Fahrradschloss

in Richtung des Passanten. DenVerfolgerngelang

es,den Täter zu überwältigen.

Falschgeld sichergestellt.

Beieiner Verkehrskontrolle am

Dienstagmittag in der Afrikanischen

Straße inWedding stoppte die Polizei

einen 35-Jährigen. Er war mit seinem

VW 45 Kilometer in der Stunde

schneller unterwegs als erlaubt. Eine

vonihm verlangte Sicherheitsleistung

konnte er nicht zahlen. Daraufhin

durchsuchten Polizisten ihn und

seinen Wagen. In einer Hosentasche

entdeckten die Beamten Drogen

und Falschgeld. Auch in der Umhängetasche

des Mannes fanden sich

Tütchen mit Betäubungsmitteln.

DieBlüten und die Betäubungsmittel

wurden beschlagnahmt. Der

Mann wurde in Polizeigewahrsam

gebracht und erkennungsdienstlich

behandelt. (ls.)

Klavierspieler spielt Klavierspieler

LOUIS HOFMANN

ging zum Casting für den Kinofilm

„Prélude“, dessen PremiereamMittwochabend

im Filmtheater am

Friedrichshain gefeiert wurde, obwohl

er eine wichtige Voraussetzung

nicht erfüllte. Drehbuchautorin und

Regisseurin Sabrina Sarabi erinnert

sich: „Für die Castings hatten wir

eine musikalische Vorbildung auf

dem Klavier vorausgesetzt. BeiLouis

war das nicht der Fall, er konnte weder

Noten lesen, noch Klavier spielen.

Aber ich war überzeugt, dass er

es sein musste.“ Daslag auch daran,

dass er sofort zuihrem Wunsch-Trio

für die Besetzung der Hauptrollen

gehörte: „Nach dem ersten Casting

mit über siebzig Jungdarstellern

habe ich direkt Louis Hofmann, Liv

Lisa Fries und Johannes Nussbaum

besetzen wollen. Ich war so glücklich,

dass sie dann in einem gemeinsamen

Casting auch untereinander

so perfekt harmonierten. Ichkonnte

mir den einen ohne den anderen

nicht mehr vorstellen.“ Tricksereien

mit noch so raffinierten Schnitten

zwischen den Händen eines echten

Klavierspielers und dem Schauspieler

fliegen eigentlich immer auf. So

etwas stört beim Film, kann das Ergebnis

verderben. Also musste Hofmann

dringend Klavierunterricht

nehmen. Er spielte drei Monate lang

bis zu sechs Stunden am Tag.

Das Ergebnis der Plackerei ist

vom 29. August an in den Kinos zu

besichtigen. Eigentlich wollte er

nach Drehschluss dran bleiben und

weiter Klavierspielen:„Aber ich kann

immer noch keine Noten lesen und

komme so nicht weiter.“ Die Stücke

für den Film hatte ihm sein Klavierlehrer

aufVideo aufgenommen, Hofmann

musste also bloß nachmachen,

was der Profi ihm vorgemacht

hatte (was leichter klingt, als es war).

Der Schauspieler freut sich: „Ich bin

so meiner Filmrolle näher gekommen.“

Die Erfahrungen der vergangenen

Jahre inder Filmbranche haben

auch geholfen: „Aus meinem eigenen

Leben weiß ich, wie es ist, mit

hohem Leistungsdruck umzugehen,

so dass ich dieses Gefühl in die Rolle

mitnehmen konnte.“

Die schauspielerische Aufgabe

verlangte von ihm viel: „Ich habe

mich in der Zeit sehr viel mit den

Themen suizidale Gedanken und

Wahrnehmungsverschiebungen

auseinandergesetzt, um die Gefühle

von David nachempfinden zu können.“

An seinen beiden Mitspielernvor

der Kamera lobt Hofmann die

„wahnsinnige Spielfreude“, der Re-

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Louis Hofmann wollte im Kinofilm

„Prélude“ nicht nur so tun, als ob.

Ufa und Bertelsmann laden zu den

Filmnächten auf der Museumsinsel

Louis Hofmann konnte weder Klavier spielen noch Noten lesen. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Inka Friedrich mag den Filmblick durchs

Schlüsselloch in die Vergangenheit.

UweOchsenknecht stellte den Stummfilmklassiker

„Eine tolle Nacht“ vor.

gisseurin macht er das größtmögliche

Kompliment: „Ich freue mich

wirklich sehr auf ihre zukünftigen

Projekte.“

UWE OCHSENKNECHT

hatte am Mittwochabend eine für

ihn nicht alltägliche Aufgabe übernommen.

Der Schauspieler stellte

als Filmpate den frisch digital restaurierten

Stummfilmklassiker „Eine

tolle Nacht“ von Richard Oswald

beim Auftakt der diesjährigen Ufa-

Filmnächte vor der Alten Nationalgalerie

auf der Museumsinsel vor.

Unddas,ohne den Film vorher gesehen

zu haben. Er trug also einen Text

vor, der ihm geschrieben wurde:

„Das ist wie bei einem Drehbuch,

was da drin steht, hat man ja auch

nicht erlebt, und trotzdem muss

man es überzeugendrüberbringen.“

Eine dankbare Aufgabe, denn in

dem Film geht es um einen Insektenpulverfabrikanten

aus der Provinz,

der einem von ihm angehimmelten

Varieté-Star nach Berlin folgt und

hier allerlei erlebt. Der lange verschollen

geglaubte Film von1926/27

fand sich im Staatlichen Russischen

Filmarchiv. Am Donnerstag und

Freitag gehen die Filmnächte mit

Fritz Langs „Frau im Mond“ und

Ernst Lubitschs „Madame Dubarry“

weiter.

Ufa-Chef Nico Hofmann freute

sich beim Empfang vor der der Premierenvorstellung

der Filmnächte

2019 bei einem Empfang auf der

Dachterrasse der Konzernvertretung

Unter den Linden 1, dass „die Ufa-

Filmnächte inzwischen zum Höhepunkt

des Berliner Kultursommers“

geworden sind.

INKA FRIEDRICH

gehörtschon fast zu den Stammgästen.

Bei der Premiere der neunten

Ausgabe schätzte sie: „So vier- oder

fünfmal war ich schon dabei.“

Stummfilme sind für die Schauspielerin

irgendwie „aus der Zeit gefallen“,

aber trotzdem nicht uninteressant.

Die Ankündigung von „Eine

tolle Nacht“ als einer Geschichte,die

im historischen Berlin spielt, weckte

jedenfalls auch dieses Jahr wieder ihr

Interesse: „Das ist wie ein Blick

durchs Schlüsselloch in die Vergangenheit.

Ichbin gespannt, was wir alles

vom alten Berlin zu sehen bekommen.“

Ebenfalls unter den Gästen des

Empfangs: Star-DJ Jeff Mills, Produzent

Wolf Bauer, rbb-Intendantin

Patricia Schlesinger und BerndNeumann,

Kulturstaatsminister a.D.und

Präsident der Filmförderungsanstalt.

Lange Nacht

der Museen

zum 39. Mal

Kostenfreier Busshuttle

zwischen 75 Häusern

Zur Langen Nacht der Museen lassen

sich die Beteiligten in Berlin

gern besondere Aktionen einfallen,

um Besucher in ihre Häuser zu locken.

Beider 39.Variante des musealen

Spektakels sind am 31. August

75 Einrichtungen dabei. Jedes Museum

bereite dafür etwa zehn Veranstaltungen

vor, sagte Moritz vanDülmen

von Kulturprojekte Berlin am

Mittwoch. Sein Ziel: „Wir wollen

auch Museumsmuffel ansprechen.“

Einige Häuser machen erstmals

mit, so das Panorama des Pergamonmuseums

sowie die beiden

neuen Einrichtungen Haus Bastian

und die James-Simon-Galerie. Die

Galerie mit ihrer einladenden Freitreppe

am Rand der Museumsinsel

ist auch Zentrum der Eröffnung der

bis zwei Uhr morgens dauernden

Nacht. Dort werden acht Tänzerinnen

und Tänzer der Staatlichen Ballettschule

Berlin zwei Sätze einer

Sinfonie zu Livemusik in einer Choreografie

umsetzen.

Steigende Ticketnachfrage

Mit der Museumsnacht beginnt

auch die Bauhauswoche in Berlin

aus Anlass der Gründung der berühmten

Kunst- und Designschule

von100 Jahren.

Die Museen, zwischen denen

kostenfreie Busshuttles auf acht verschiedenen

Strecken unterwegs

sind, rechnen auch in diesem Jahre

wieder mit viel Zuspruch. Im vergangenen

Jahr waren 35 000 Tickets abgesetzt

worden, das waren immerhin

4000 Karten mehr als 2017.

54 Prozent der Besucherinnen und

Besucher waren zum ersten Mal bei

der Museumsnacht dabei. (dpa)

Nachts ins Alte Museum gleich

neben dem Berliner Dom.

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16 ** Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Brandenburg

Milliardenhilfe

für

Kohleregionen

Woidke begrüßt Altmaiers

Gesetzentwurf

Kurzvor den Landtagswahlen hat

Bundeswirtschaftsminister Peter

Altmaier einen Gesetzentwurf zu

Milliarden-Hilfen für den Strukturwandel

in Kohleregionen vorgelegt.

Damit bei anderen Vorhaben des

Bundes nicht zugunsten der vom

Kohleausstieg betroffenen Gebiete

gespart werden muss, sehen die

Pläne des CDU-Politikers zusätzliche

„Verstärkungsmittel“ für die Ministerien

vor. Der Entwurf des

„Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen“

wird jetzt zwischen den

Bundesministerien abgestimmt.

Bis2038 soll Deutschland aus der

klimaschädlichen Stromgewinnung

aus Kohle aussteigen –sohat es die

Kohlekommission Ende Januar beschlossen.

Dagegen gab und gibt es

unter anderem in den Regionen, in

denen Tausende Jobs an der Kohle

hängen,Widerstand.Wenn alles glatt

läuft, könnte der Gesetzentwurf

schon am 28. August vomBundeskabinett

beschlossen werden – vier

Tage später wird inden betroffenen

Ländern Brandenburg und Sachsen

gewählt. Die Passagen zur Finanzierung

sollen bereits mit dem Finanzministerium

abgestimmt sein.

In dem Gesetz geht es unter anderem

umdie Verteilung von bis zu 14

Milliarden Euro „für besonders bedeutsame

Investitionen“ in Braunkohleregionen

in Brandenburg,

Nordrhein-Westfalen, Sachsen und

Sachsen-Anhalt. Außerdem wird die

Verteilung von 1,09 Milliarden Euro

an strukturschwache Standorte von

Steinkohle-Kraftwerken geregelt.

Noch wird gebaggert: Förderbrückeim

Tagebau Jänschwalde

DPA

In Kraft treten soll das Gesetz zu

den Strukturhilfen erst, wenn auch

das Kohleausstiegsgesetz verkündet

ist. Denn noch steht nicht fest, wann

welches Kohlekraftwerk vom Netz

geht.

Neben den Investitionszuschüssen,

die nicht an bestimmte Projekte

gebunden sind, legt der Bund Förderprogramme

auf und steckt Geld

in Forschungseinrichtungen, Behörden,

Straßen, öffentlichen Nahverkehr

und Schienen sowie in digitale

Infrastruktur.Der Bund will bis 2028

bis zu 5000 Arbeitsplätze inBehörden

und anderen eigenen Einrichtungen

in den Regionen schaffen.

Vonden Finanzhilfen gehen etwa

43 Prozent an das Lausitzer Revier,

davon 60 Prozent für Brandenburg,

40 Prozent für Sachsen. 37 Prozent

gehen demnach ans Rheinische Revier,

20Prozent ans Mitteldeutsche

Revier.

Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich

zufrieden. „Wir haben hartdafür gestritten.

Es hat sich gelohnt, und der

Bund hat Wort gehalten“, erklärte

Woidke. (dpa)

GEWINNZAHLEN

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Bei Zucker-Serien ist es das Ziel der Sammler,wirklich jedes Motiv zu bekommen. GERD ENGELSMANN (9)

Alles auf Zucker

Sie ist die Frau der Tüten: Barbara Borck hat 100 000 Päckchen mit Süßem gehortet. Aber warum?

VonFlorian Thalmann, Schöneiche

Jedes kleine Zuckerpäckchen

wiegt eigentlich so gut wie

nichts.Genau genommen sind

es gerade einmal vier Gramm.

Aber bei mehr als 100 000 Zucker-

Päckchen kommt dann tatsächlich

eine ganze Menge zusammen: Grob

überschlagen lagertBarbaraBorck in

ihrerWohnung in Schöneiche (Oder-

Spree) mehr als eine Tonne Zucker.

„Und auf dem Dachboden habe

ich weitere20000 Exemplare, die ich

noch einsortieren muss“, sagt sie.

Hinzu kommen Exponate, die eigentlich

nicht zur Sammlung gehören:

Zuckerhüte, Zuckerdosen und

Zuckerzangen.

EinLeben für den Zucker

Borcks Leben dreht sich um den Zucker

– als passionierte Sammlerin

hat die 72-Jährige in den vergangenen

Jahren unzählige Exemplareangehäuft.

Der Anstoß für die Leidenschaft

kam 1984. „Damals arbeitete

ich als Ausbilderin bei Gamat. Ich

musste auf Krankenbesuch zu einem

Mitarbeiter –und sah bei ihm

eine Glasvase, die mit eingepackten

Zuckerwürfeln gefüllt war“, sagt sie.

„Das gefiel mir so, dass ich auch mit

dem Sammeln begann, aber nur,

weil ich es dekorativ fand.“

Erst Jahrespäter,nach derWende,

las sie in der Zeitung von einer Zuckersammlerin

und einem Klub: So

wurde 2007 die Sammelleidenschaft

entfacht. Immer mehr Fachwissen

eignete sie sich an. „Ich wusste am

Anfang gar nicht, was Zucker in verschiedenen

Landessprachen heißt.

Ich begann, mir Zucker von Reisen

mitzubringen, alle Freunde und Bekannten

wurden gebeten, im Urlaub

danach zu gucken.“ Sieließ sich gern

davon überraschen, wie vielfältig die

Motiveauf den Packungen sind.

DieRentnerin reist sehr viel, zieht

in jedem Urlaub durch Cafés.„Wenn

ich auf dem Tischeine Streudose stehen

sehe, gehe ich gar nicht rein.“

Findet sie Zucker, erzählt sie von ihrer

Sammlung und fragt, ob sie sich

Tütchen mitnehmen darf. „Manche

haben sich da sehr affig –sie sagen,

dass ich erst einen Kaffee kaufen

muss. Aber ich kann ja nicht den

Barbara Borck (72) hat bisher etwa100000 Zuckertütchen, Zuckersticks und Zuckerwürfel

aus der ganzen Welt gesammelt, alle in Schubladen einsortiert.

Wertvolles Sammlerstück: Dieser alte

Würfelzucker ist aus dem Jahr 1935.

Sogar erotische Zucker-Tütchen hat

Barbara Borck in ihrer Sammlung.

Viele erinnernsich noch an diese Zuckerwürfel,

die es zu DDR-Zeiten gab.

Auch Zuckertütchen aus dem

Ausland und Zuckerhüte hat

Barbara Borck gesammelt.

Diese Serie besticht durch schöne, gezeichnete Bildchen mit Berlin-Motiven.

ganzen TagKaffee trinken! Wenn ich

fünf Euro auf den Tisch lege, geht es

meistens auch so.“

100 000 Zucker-Päckchen hat sie

in Ordnern und Schubladen einsortiert,

geordnet nach Ländern, Themengebieten

und Abbildungen:

Tiere, Flaggen, Restaurants, Hotels,

sogar Waschmittelmarken wie Persil

sind mit einer eigenen Kategorie vertreten.

„Und damit habe ich wenig –

es gibt Kollegen, die mehr als 200 000

Stück gesammelt haben.“

Ihr Zucker kommt aus 151 Ländernauf

derWelt.„InKanada musste

ich am Flughafen sogar 50 Euro für

Übergepäck bezahlen“, sagt sie und

lächelt. Die Tütchen und Würfelchen,

die sie doppelt hat, tauscht sie

auf Zuckersammler-Treffen. „Es ist

schade, dass ich mit meinen 72 Jahrennoch

zu den jüngsten Sammlern

gehöre, es kommt nur sehr wenig

Nachwuchs.“ Aktuell gebe es in Berlin

etwa 100 Sammler,sagt sie.

Austausch bei Börsen

Sie treffen sich bei Börsen in ganz

Deutschland, tauschen sich aus.„Es

gibt auch Sammler, die nur auf ein

bestimmtes Themengebiet

spezialisiert sind.“

Leidenschaftliche Zucker-Experten

achten zudem

auf Dinge, die anderen

verborgen bleiben:

Manchmal erzeugen die

Pressen, mit denen Zuckertütchen

und -sticks an den

Enden verschlossen werden,

verschiedene Muster.„Im Idealfall

schafft man es, alle Exemplarezusammeln.“

In ihrem Haus in Schöneiche

hat Borck sogar ein Zucker-Zimmer

eingerichtet.

Weraber denkt, dass sie hier

sitzt, um die Würfel anzuschauen,

der irrt: „Dafür habe ich keine Zeit.“

Denn sie ist auch sonst aktiv,betreibt

Nordic Walking und nimmt an Frauengruppen

teil. „Den Zucker,den ich

nicht brauche, weil ich ihn schon

habe,nehme ich mit.“ Dann kommt

er hin, wo er hingehört: In den Kaffee.

Aber nur bei den anderen. „Ich

mag keinen Zucker im Kaffee.“

Infos im Internet:www.zuckersammler.de

Aufregung um

Prügelei unter

Schülern

Polizei dementiert

politischen Hintergrund

Ein Facebook-Eintrag des rechtsnationalenVereins„Zukunft

Heimat“

sorgt seit Freitag in Luckau

(Dahme-Spreewald) für Aufregung.

Es geht um einen angeblich politisch

motivierten Angriff von Migrantenkindernauf

einheimische Schüler.

Der Chef des Vereins, Christoph

Berndt, kandidiert auf Listenplatz 2

für die AfD bei der Landtagswahl am

1. September. Der Verein hat im vergangenen

Jahr immer wieder Demonstrationen

gegen die Flüchtlingspolitik

der Bundesregierung in

Cottbus organisiert. Nun behauptet

der Verein im Internet, dass in Luckau

einheimische Schüler voneiner

Gruppe jugendlicher Migranten bedroht

wurden, dass ein Mädchen angeblich

in ein Gebüsch gezogen, geschlagen

und ins Gesicht getreten

wurde und dass ein 16-Jähriger

schwer verletzt ins Krankenhaus

kam. Die Schulleiterin bestätigte, es

habe Vorfälle außerhalb des Schulgeländes

gegeben. „Aber die Vorfälle

werden politisch missbraucht“,

sagte sie der Lausitzer Rundschau.

Es gebe keinen politischen Hintergrund

für die Auseinandersetzung.

„Es ging um Dinge,die in der Pubertät

schnell hochschlagen.“

Diese Sicht teilt auch die Polizei.

Es handle sich um eine Eskalation eines

vorangegangenen verbalen

Streits.Auslöser war dasVerhalten eines

16-jährigen deutschen Jugendlichen.

„Ein politisch motivierter Hintergrund

sowie in sozialen Medien

kolportierte Behauptungen, es

würde sich um Machtgebaren mit

ethnischem Hintergrund handeln,

entsprechen nicht den Tatsachen“,

sagte Polizeisprecher Torsten Wendt

der Berliner Zeitung. Auch stimme

die Behauptung nicht, dass ein Mädchen

in ein Gebüsch gezogen und

körperlich misshandelt wurde. Ein

16-Jähriger wurde aber verletzt und

musste ambulant wegen einer Gesichtsverletzung

im Krankenhaus

behandelt werden. „Es handelt sich

ausschließlich um einen Konflikt unter

Jugendlichen, dessen konkreter

Ablauf durch kriminalpolizeiliche

Ermittlungen aufgehellt wird“, sagte

der Polizeisprecher (bla.)

Stipendium für

Landärzte sind

gefragt

Insgesamt 74 Anträge sind

dafür eingegangen

D

as Landärzte-Stipendium der

Landesregierung ist in der ersten

Runde sehr gefragt: Für das beginnende

Wintersemester seien bei

der Kassenärztlichen Vereinigung

Brandenburg 74Anträge von Medizinstudenten

eingegangen, teilte das

Gesundheitsministerium mit. Die

Landesregierung wolle mit dem Programm

angehende Mediziner für

Brandenburg gewinnen, sagte Ministerin

Susanna Karawanskij

(Linke). „Die erste Bewerbungsrunde

ist vielversprechend.“ Bis2021

können pro Semester 25 Studenten

ein monatliches Stipendium in Höhe

von 1000 Euro für ihre gesamte Studiendauer

erhalten, wenn sie sich

verpflichten, nach ihrer Ausbildung

mindestens fünf Jahrelang als Landärzte

in Brandenburg tätig zu sein.

Für weitere 25Studenten gibt es ein

Co-Stipendium von bis zu 500 Euro

monatlich, wenn sie bereits anderweitig

gefördertwerden.

68 Anträge beziehen sich auf das

Vollstipendium. Von den 68 Medizinstudenten,

die sich um dafür bemühen,

hätten 45 ihr Abitur in Brandenburgabgelegt.

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 17

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Wissenschaft

Lebenslang glatte Haut und keine Spur von grauen Haaren? Noch alternMenschen, wie es die Natur vorgesehen hat.

GETTY IMAGES

Hohe Erwartungen an die Lebensspanne

150 oder 500 Jahre sind drin, sagen einige Forscher.Sie wollen den Alterungsprozess aufhalten –etwa durch Verjüngung der Körperabwehr und genetische Eingriffe

VonJörg Zittlau

Menschen, die hundert

Jahre alt werden, gibt

es immer häufiger.

Aber 500 oder gar

1000 Jahre Lebenszeit? Aubrey de

Grey hält das künftig für möglich.

Der Brite, der im kalifornischen Silicon

Valley forscht, sagt: „Alle halten

das Alternfür einen natürlichen und

unvermeidlichen Prozess. Doch tatsächlich

lässt es sich sehr weit, möglicherweise

sogar unendlich weit herauszögern.“

Als nur halbwegs überzeugendes

Beispiel nennt er Autos,

von denen vor hundert Jahren auch

niemand geglaubt habe, dass sie so

lange funktionieren würden, wie sie

es heute tun.

DasImmunsystem auf Trab halten

De Grey ist kein Mediziner oder Biologe,sondernInformatiker.Als

Spinnerei

sollte man sein Vorhaben aber

nicht abtun. Eigentlich sei schon

länger erforscht, wie man das Altern

stoppen könnte, sagt er. Doch das

werdenicht richtig in die Praxis umgesetzt.

Unddiesen Transfer sehe er,

der eigentlich aus dem technischen

Bereich kommt, als seine Aufgabe.

Der56-Jährige hat dazu eine Stiftung

gegründet, die Sens Foundation, unter

deren Dach er anerkannte Forscher

und Ingenieure versammeln

konnte.ImJahr 2000 verlieh ihm die

Blick voraus: Das kalendarische

Alter allein sagt meist

wenig über den Gesundheitszustand

älterer Menschen

aus. Ein Team aus den

Niederlanden und vomMax-

Planck-Institut für die Biologie

des Alterns in Köln

forscht daher an einem Bluttest,

der über die Sterblichkeit

eines Menschen in den

kommenden fünf bis zehn

Jahren Auskunft geben soll.

EIN BLUTTEST FÜR DAS STERBERISIKO

Parameter im Blut: Anhand

von14BiomarkernimBlut,

unter denen sich vorallem

Aminosäuren, Lipidwerte

und Entzündungsparameter

finden, fanden sie ein metabolisches

Profil, das bei der

Vorhersageder verbleibenden

Lebenserwartung besser

abschnitt als bisherigeMarkerwie

zum Beispiel Blutdruck,

Cholesterinwerte und

Body-Mass-Index.

Wenig erprobt: WiedasTeam

im Fachblatt Nature Communications

berichtet, hat es die

Biomarkerineiner Gruppe

vonmehr als 44 000 Frauen

und Männernuntersucht, von

denen5512bei der Nachsorgeverstorben

waren. Der

klinische Einsatz stehenoch

nicht an. Der Test müssein

weiteren Studien geprüft werden.

Auch ethisch ist ein solcher

Test umstritten.

britische University of Cambridge

den Doktor in Biologie für sein Buch

„Die mitochondriale Theorie der

freien Radikale des Alterns“.

De Greys Grundthese: Man

müsse frühzeitig die Abfallprodukte

attackieren, die sich beim Stoffwechsel

anhäufen und die dem Körper

früher oder später das Leben schwer

machen. Dadurch könne man einen

60-Jährigen in den biologischen Zustand

eines 30-Jährigen versetzen.

Undspäter dann, wenn er biologisch

60 geworden ist, erneut den Zustand

eines 30-Jährigen wiederherstellen.

„Auf diese Weise kann man 60 Jahre

alt werden, obwohl man bereits 150

Jahre auf dem Buckel hat“, stellt de

Grey in Aussicht.

Bei der Wahl der Mittel, die den

stoffwechselbedingten Fraß im Körper

stoppen sollen, ist er prinzipiell

offen für alles. Antioxidantien aus

Grüntee, Rotwein, Schokolade und

anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln

könnten eine Rolle spielen.

Oder eine medikamentöse Verjüngungskur

für den Thymus, die de

Grey kürzlich auf der alljährlichen

Konferenz der Life Extension Advocacy

Foundation in New York vorstellte.

In der unter dem Brustbein sitzenden

Thymusdrüse trainiert und

sortiertdas Immunsystem seine Abwehrzellen

aus. Doch nach dem Jugendalter

verkümmert sie und verwandelt

sich langsam aber sicher in

Fett. Was nicht nur anfällig für

Krebs, Entzündungen und Infekte

macht, sondern auch Autoimmunreaktionen

fördert, die sich gegen

den eigenen Körper richten. Würde

es nun gelingen, denVerfall der Thymusdrüse

zu stoppen und sie zu

verjüngen, würde man zwei zentrale

Motoren des Alterns ausgeschaltet

haben.

Also verabreichte ein Forscherteam

um den US-amerikanischen

Pharmakologen Greg Fahy neun

Freiwilligen einen Mix aus Wachstumshormonen

und dem Diabetesmittel

Metformin, wobei letzteres

die Nebenwirkungen der Hormone

puffern sollte. Daraufhin wuchs den

Probanden innerhalb vonzwölf Monaten

neues Thymusgewebe, und

ihr Immunzellenprofil glich schließlich

dem eines deutlich jüngeren

Menschen. Siewaren –wie ein Genetiker

ausrechnete –biologisch nicht

etwa ein Jahr älter, sondern 18Monate

jünger geworden. Eine der Versuchspersonen

berichtete, dass ihr

ursprünglich graues Haar dunkel

nachgewachsen sei.

Das klingt sensationell. Zu bedenken

ist aber, dass die Studie lediglich

mit neun, ausschließlich

männlichen, Personen durchgeführt

wurde. Darüber hinaus gab es keine

Langzeitbeobachtung, um potenzielle

Schäden nach der einjährigen

Behandlung zu erkennen. Von einem

Durchbruch auf der Suche nach

einem Jungbrunnen kann also keine

Rede sein. Diemeisten Forscher sind

ohnehin skeptisch, dass eines Tages

wirklich 1000 Jahre Lebenserwartung

drin sind.

Ein paar Jahrzehnte mehr als

heute scheinen aber gar nicht so abwegig

zu sein. Sebastian Grönke

etwa vom Max-Planck-Institut für

Biologie des Alterns in Köln arbeitet

an Techniken zur Verlängerung des

Lebens. Und zwar bei einfachen Organismen

wie Mäusen, Fadenwürmernund

Taufliegen, bei denen sich

Alterungsprozesse leichter beeinflussen

lassen als beim Menschen.

So ist es bei Versuchstieren möglich,

Gene nachhaltig zu verändern.

„Trotzdem ist es immer noch diese

Grenze von 30 Prozent Lebenszeitverlängerung,

die man nicht überschreiten

kann“, sagt Grönke.

Unabhängig davon kann jeder

Einzelne durchaus etwas zu seiner

Lebenszeitverlängerung beitragen.

Beispielsweise durch Verzicht auf Zigaretten,

maßvollen Alkoholkonsum

–und weniger sitzen. Peter Katzmarzyk

von der State University im USamerikanischen

Baton Rouge hat

ausgerechnet, dass es zwei zusätzliche

Lebensjahrebeschert, wenn man

proTag weniger als drei Stunden am

Schreibtisch verbringt. Undzwar unabhängig

davon, mit welcher Aktivität

und in welchen Intervallen die

sitzfreie Zeit verbracht wird. „Wer es

dann noch schafft, zwei Stunden

Fernsehsessel von seinem Tagesplan

zu streichen, gewinnt noch weitere

1,4 Jahrehinzu“, sagt Katzmarzyk.

Selbstdisziplin hilft

Einen großen Einfluss hat aber auch

die Persönlichkeit, wie Howard

Friedman vonder University of California

in Riverside in seinen Studien

mit rund 1500 Männernund Frauen

herausgefunden hat. „Wer sparsam,

beharrlich, detailorientiert und verantwortungsvoll

lebt, lebt am längsten“,

sagt der Psychologe.Gewissenhaftigkeit

und Selbstdisziplin seien

der eigentliche Pfand für ein langes

Leben. Intelligenz und Kreativität

helfen in dieser Hinsicht weniger.

Was leider auch ein wenig langweilig

klingt. „Doch letzten Endes

heißt Gewissenhaftigkeit auch, dass

man die Dinge zu Ende bringt, die

man geplant hat“, betont Friedman.

Und das sei allemal spannender, als

dauernd nur unerfüllbare Luftschlösser

zu bauen. Aubrey de Grey

sieht das vermutlich anders.

BERLINER EXPERIMENTE

Verbesserte Kamerapille

Humboldts Lesungen

Einblick in exzellente Projekte

Sie ist nicht größer als ein Bonbon,

in ihrem Inneren befindet sich

aber viel. Fünf Kameras, einen Tracer,

einen Rechenspeicher und ein

LED-Licht haben Forscher des

Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit

und Mikrointegration in Berlin

in eine neue Endoskopie-Kapsel integriert.

Die Kamerapille wird von

Patienten geschluckt. Aufihrer Reise

durch den Dünndarmmacht sie Bilder.

So können Magen-Darm-Blutungen

diagnostiziertwerden.

Derartige Kapseln gibt es seit 18

Jahren. Das Modell der Berliner, im

Projekt Endotrace entwickelt, sei eine

verbesserte Variante, teilt das Institut

mit. Die Kapsel verspreche größere

Bildausschnitte, schärfere Bilder –

und effizientereBildauswertung.

Bisherige Modelle machen in bestimmten

Zeitabschnitten Bilder,egal

ob die Kapsel sich weiterbewegt hat

oder nicht. So entstehen viele redundante

Aufnahmen, die nachträglich

aussortiert werden müssen. Endotrace

dagegen registriertdieVeränderung

der Darmzotten und nimmt nur

dann ein Foto auf, wenn sich die Kapsel

zwei bis drei Millimeter weiterbewegt

hat. Bis zur Zulassung ist es jedoch

noch ein weiterWeg.

ImWinter 1827/28 hielt Alexander

von Humboldt in der Berliner

Sing-Akademie –dem heutigen Sitz

des Maxim-Gorki-Theaters – seine

berühmten Kosmos-Vorträge. Tausende

Berliner kamen in den damals

größten Vortragssaal der Stadt, um

den Naturforscher zu erleben. Humboldts

Vorlesungen gelten als Sternstunden

in der Geschichte der Popularisierung

der Wissenschaft.

Zwei Berliner Forscher haben

jetzt ein Buch herausgegeben, in

dem sich der zuverlässige, vollständige,

anhand der Handschrift korrigierte

Text der sechzehn Vorträge

nachlesen lässt. Christian Kassung,

Professor für Kulturtechniken und

Wissensgeschichte an der Humboldt-Universität

(HU) Berlin, und

Christian Thomas, wissenschaftlicher

Mitarbeiter an der Berlin-Brandenburgischen

Akademie der Wissenschaften,

haben den im Insel-

Verlag erschienenen Band mit einem

ausführlichen Vorwort versehen, in

dem sie den Hintergrund und den

aktuellen Forschungsstand zu den

Vorträgen sowie deren Bedeutung

aus heutiger Sicht erläutern. Das

Projekt wurde durch die Exzellenzinitiativeander

HU gefördert.

Mit einem neuen Internetportal

informiert die Humboldt-Universität

(HU) Berlin über ihre Forschungsvorhaben

im Rahmen der

Exzellenzinitiative. Ansatz des Projekts

ist es, Fragen zu beantworten.

Denn Wissenschaft beginne immer

mit mindestens einer Frage,teilte die

Universität mit. Dieses wissenschaftliche

Grundprinzip der Frage

und des unbedingten Willens, sie zu

beantworten, stehe auch im Mittelpunkt

des Webspecials.

Das Portal sammelt Fragen und

Antworten dazu, die es in Textform,

als Audiobeitrag oder als Video gibt.

Bislang finden sich etwa Beiträge zu

„Was bedeutet Exzellenz in der Forschung?“

„Wie werden wir in Zukunft

arbeiten?“, „Ist Wissenschaft eigentlich

Männersache?“ und „Warum

sind wir kitzlig?“. Die Nutzer können

auch selbst Fragen stellen.

DieHUwirdseit 2012 im Rahmen

der Exzellenzinitiative des Bundes

mit ihrem Zukunftskonzept „Bildung

durch Wissenschaft“ als Elite-

Uni gefördert. In der neuesten

Runde des Wettbewerbs war sie im

Juli im Verbund mit den beiden anderen

Berliner Universitäten und der

Charité erneut erfolgreich. (abg.)

Mehrüber dasVerfahren der Kapselendoskopie, das mit herkömmlichen Kamerapillen möglich ist:

www.internisten-im-netz.de/untersuchungen/kapselendoskopie.html

Alexander von Humboldt, Henriette Kohlrausch: Die Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-

Akademie. Hrsg.von Christian Kassung und Christian Thomas. Insel 2019. 325 Seiten, 16 Euro.

Das neue Portal der Humboldt-Universität zur exzellenten Forschung:

www.alles-beginnt-mit-einer-frage.de


18 * Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Sport

Alba-Graffiti an einer Wand der Trainingshalle in der Schützenstraße.

IMAGO IMAGES/FRIEDEL

Heydens großer Moment

30 Jahre AlbaBerlin: Ein guter Grund, um sichanlässlich dieses Jubiläums mit einemder Beteiligten über das legendärste Spielinder Klubgeschichte zu unterhalten

VonChristian Kattner

Dass dieser Tagein solches

Ende nehmen würde,

damit konnte Philipp

Heyden nicht rechnen.

Aus dem Nichts hatte sich der damals

18-Jährige an diesem 4. Dezember

2007 eine Magen-Darm-Verstimmung

zugezogen, klagte im

Teamhotel über Schmerzen und bekam

Medikamente. Heyden, damals

im Alba-Kader eigentlich nur so etwas

wie Füllmasse, hätte ohnehin

nicht mit einem Einsatz in diesem

Uleb-Cup-Spiel gegen KK Bosna Sarajevo

gerechnet. „Die Wahrscheinlichkeit,

dass ich überhaupt spiele,

war sehr gering. Ich war noch sehr

jung und auch bei dem Trainer habe

ich nicht viele Minuten bekommen“,

erzählt Heyden.

In jedem normalen Spiel wäre er

aber auch wegen seiner Erkrankung

nicht zum Einsatz gekommen. „Ich

hatte Schüttelfrost und Schmerzen–

wahrscheinlich hatte ich etwas Falsches

gegessen“, sagt der heute 30-

Jährige, „ich musste mich deshalb

ganz ans Ende der Bank setzen, damit

ich niemanden anstecke.“ Selbst

die Erwärmung habe Heyden nach

Anweisung des damaligen Teamarztes

in der Max-Schmeling-Halle gar

nicht absolvieren dürfen.

Zu groß erschien das Risiko, das

Virus könne auch noch auf Mitspieler

übertragen werden. Allerdings

brauchten die damals vom Verletzungspech

geplagten Berliner jeden

Spieler, umdie vom Verband geforderte

Zahl von zehn Akteuren zu erfüllen.

Dass Berlin und Sarajevo auf

das volle Spielerkontingent zurückgreifen

müssten, war nicht vorherzusehen.

Niemand in der Halle, weder

die Betreuerstäbe und Spieler,

noch die damals 5145 Zuschauer,

ahnten, dass sie eines der wohl legendärsten

Alba-Spiele erleben würden.

Denn danach sah es erst einmal

auch nicht aus. Knapp, mit 16:15,

hatte Alba Berlin das erste Viertel gewonnen,

21:21 endete der zweite Abschnitt.

Beide Mannschaften kämpften

in ihrer Gruppe um den dritten

Rang, der das Erreichen der Zwischenrunde

in diesem europäischen

Wettbewerb bedeutete.Wie schon in

den vorigen Partien im Uleb-Cup

hatte Philipp Heyden, der damals

mit einer Doppellizenz für TuSLichterfelde

und Alba Berlin ausgestattet

war,keine Einsatzzeit gesehen.

An mehr Spielzeit war damals für

junge Spieler wie ihn noch nicht zu

denken. Nicht nur wegen Trainer

Luka Pavicevic, sondernauch wegen

der noch nicht eingeführten Deutschen-Quote.„Ichglaube

nicht, dass

die Jungs damals nicht talentiert genug

waren. Sie haben aber keine

Chance bekommen“, sagt Heyden

im Rückblick auf seine,aber auch auf

die Situation vieler anderer junger

Talente aus Deutschland.

Gut möglich, dass er heute, wo

immer sechs deutsche Spieler auf

dem Spielberichtsbogen der Basketball-Bundesliga

stehen müssen, und

erst recht unter der Leitung

von Trainer Aíto

García Reneses mehr

Chancen bekommen

würde. Damals aber war

sein Platz die Bank in der

Max-Schmeling-Halle. So

wäre die erste Halbzeit gegen

Sarajevo aus seiner

Sicht also nicht ungewöhnlich

gewesen, hätte

er nicht zusätzlich unter

Unwohlsein und Schmerzen gelitten.

Dass er an diesem Tag noch

seine Chance bekommen würde,

war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.Auch

nicht, als die reguläre

Spielzeit mit einem 71:71 endete

und es in die erste Verlängerung

ging. Schließlich hatte sich bis dahin

lediglich Mladen Pantic sein

fünftes Foul eingehandelt. Es sollten

allerdings weitere Spieler folgen,

auch weil es am Ende ganze

Philipp

Heyden

IMAGO IMAGES/CAMERA 4

fünf Verlängerungen wurden. Erst

ging Patrick Femerling vorzeitig auf

die Bank, wenig später folgte Aleksandar

Rasic. Als auch Vujadin Subotic

und Julius Jenkins ihr fünftes

Foul kassierten, blieb nur noch Philipp

Heyden übrig.

Nach und nach hatte er sich auf

seinen Einsatz eingestellt. Bei aller

Atmosphäre neben dem Spielfeld

und vonden Rängen war „durch Adrenalin

alles andereinVergessenheit

geraten“, erinnert

ersich. Vonder Bank

hatte er gesehen, wie

Bobby Brown sensationelle

44 Punkte erzielte,

wie Julius Jenkins es ebenfalls

auf überragende 33

Zähler brachte. Als dieser

Jenkins aber 215 Sekunden

vordem Ende ebenfalls auf

die Bank musste, wurde

auch Philipp Heyden auf das Feld geschickt.

Auf zwei Fouls folgten ein

Rebound und ein weiteres Foul.

Nach einem Pass von Bobby Brown

setzte der damals 18-Jährige unter

dem Jubel der Fans allerdings den

Schlusspunkt. Per Dunking erzielte

er seine ersten Punkte auf europäischer

Ebene und wurde dabei auch

noch gefoult. Den Freiwurf verwandelte

er ebenfalls und machte damit

auch den letzten Punkt dieses

141:127-Sieges. Essollten seine einzigen

Punkte und sein einziger Einsatz

in Europa bleiben. Aber: „Ich

habe 100 ProzentTrefferquote im europäischen

Basketball“, kann er

heute mit einem Lachen erzählen.

An diesem Abend war das erst

einmal alles nebensächlich. Spieler

und Fans lagen sich nach dem Abpfiff

inden Armen, wenig später sah

man einige Protagonisten nur noch

erschöpft auf der Bank liegen. Und

auch Luka Pavicevic, der nicht unbedingt

für große Gefühlsausbrüche

berühmt war, zeigte sich von einer

anderen Seite. „Das war das einzige

Spiel, wo der Trainer nach dem Spiel

auch mal gelacht hat“, sagt Philipp

Heyden. Hinterher habe er sogar mit

jedem Spieler abgeklatscht und ein

wenig gejubelt. An eine große Party

in der Kabine kann sich Philipp Heyden

nicht erinnern. Vollkommen

ausgepowert seien die Spieler gewesen.

„Die Erschöpfung überwiegt in

so einem Moment. Ich bin dann direkt

nach Hause gefahren und habe

mich sofort schlafen gelegt“, erzählt

er. Zwölf Stunden habe er durchgeschlafen,

danach ging es wieder zum

Training.

Und bereits wenige Monate später

raus aus Berlin. Auf Ludwigsburg

folgten die Stationen Bayreuth und

Weißenfels sowie ein weiteres Mal

Bayreuth. Dort traf Philipp Heyden

übrigens auf Bryan Bailey, der an

diesem legendären 4. Dezember

2007 noch sein Gegner gewesen war.

Dieser ganz besondere Alba-Moment

ist „im Endeffekt für die Erinnerung

schön. Es war schön, dass ich

ihn mit Leuten wie Patrick Femerling

verbrachthabe. Aber er hat mir jetzt

keinen besseren Job verschafft“,

sagt Heyden. Unzufrieden ist er

dennoch nicht. Mit der Familie hat

der 30-Jährige seine Heimat mittlerweile

in Heidelberg gefunden. Der

gebürtige Schwabe ist Kapitän des

dortigen Pro-A-Teams und hat erst

kürzlich seinen Vertragbis 2022 verlängert.

Die Spiele von Alba schaut

er sich aber noch immer gerne an.

Wo er gerade so über das Spiel gegen

Sarajevo erzählt hat, fällt ihm ein,

dass er das auch noch auf DVD im

Wohnzimmer stehen hat. „Das

müsste ich mir eigentlich noch mal

anschauen“, sagt er. Spiele wie diesessieht

man schließlich nicht jeden

Tag. Und Philipp Heyden kann immer

sagen, dass er an diesem Tagdabei

gewesen ist.

Christian Kattner

stünde im Notfall natürlich

auch jederzeit bereit.

Der frische Franzose

Pierre Pujol kehrt nach einem Jahr in Korsika zu den BR Volleys zurück. Damit ist der deutsche Meister auf der Zuspielposition so gut besetzt wie vielleicht noch nie

VonKarin Bühler

AmMittwoch ist es ein bisschen

schwierig gewesen, Pierre Pujol

zu erreichen. Mankann sich vorstellen,

wie er zwischen Koffern und

Kleiderschrank, Bad, Waschmaschine

und Sporttasche hin- und

hergewuselt ist. „Ich packe gerade

meine Sachen“, hat Pierre Pujol gesagt.

„Können wir später noch mal

telefonieren?“ Aus später wurde –

noch ein bisschen später. Aber auf

einen wie Pujol, der sich in seiner

ersten Saison bei den BR Volleys mit

seiner frischen französischen Art

gleich in die Herzen der Berliner Volleyball-Anhänger

gespielt hat, kann

man ein bisschen warten.

Auch bei der Kaderplanung war ja

zunächst malWarten angesagt. Beim

deutschen Meister haben sie den

Markt lange sondiert und eigentlich

hatten sie sich schon für einen anderenZuspieler

hinter dem Russen Sergej

Grankin entschieden: für den

australischen Nationalspieler Harrison

Peacock. Aber der verletzte sich

so schwer, dass er längere Zeit nicht

zur Verfügung stehen kann. Daher

planten Manager KawehNiroomand

und Trainer Cedric Enardum.

„Wir haben danach geschaut, wer

hinter Sergej unserem Team weiterhilft“,

sagt Niroomand. Zu Pujol, 35,

den er im November 2017 zum ersten

Malinschwieriger Lage nachverpflichtet

hatte,nahm er schon voreiner

Weile Kontakt auf. In dieser Woche

kam der Vertrag mit dem 1,85

großen Schlitzohr zustande. Heute

Nachmittag landet Pujol in Berlin.

Nach einem Jahr beim korsischen

Team GFC Ajaccio,das er in der französischen

Liga ins Play-off-Halbfinale

führte, kehrt der erfahrene Zuspieler

mit dem feinen Händchen

und der großen Abwehrstärke zu den

BR Volleys zurück. Er habe nichts

Spezielles in seinen Koffer gepackt,

„Berlin ist meine erste Wahl gewesen“: Zuspieler Pierre Pujol.

BERND KÖNIG

zierter Charakter. „Ich kenne Pierre

lange und gut. Er bringt einfach alles

mit, ist ehrgeizig, erfahren und ein

wirklicher Teamplayer“, meint Trainer

Enard. Pujol sagt, er habe auch

andere Angebote gehabt. Aus Polen,

sagte Pujol. Keinen aufblasbaren

Weihnachtsbaum wie Angreifer Kyle

Russell und keine Designer-Sneakers

wie einst Steven Marshall. „Ich

kann in jeder Art Turnschuh spielen“,

sagt Pujol. Er ist ein unkompliaus

Russland, aber „Berlin ist meine

erste Wahl gewesen. Ich habe mein

erstes Jahr in Berlin wirklich genossen.

Ichwusste,das Training wirdgut

sein, die Organisation ist gut, meine

Frau fühlt sich wohl –und an die unglaubliche

Atmosphäre inder Max-

Schmeling-Halle vor4000, 5000 Zuschauernhabe

beste Erinnerungen.“

Aufder Zuspielerposition sind die

Berliner kommende Saison nun mit

dem russischen Olympiasieger

Grankin und dem französischen Europameister

Pujol so gut besetzt wie

vielleicht noch nie. Die Erfahrung

der beiden Dirigenten wird dem ansonsten

recht jungen Team, in dem

vorige Saison lange ein Anführer

fehlte,helfen.„Sergej ist der erste Zuspieler.

Aber wir haben eine Menge

Spiele in drei Wettbewerben und wir

haben eine Menge Reisen vor uns“,

sagt Pujol. „Ich werde imTraining

100 Prozent geben. Ich habe keine

Rückenschmerzenmehr,ich habe in

meinem ganzen Körper überhaupt

keine Schmerzen, und am Ende wird

der Trainer entscheiden, wie ich der

Mannschaft weiterhelfen kann.“

Aus dem Berliner Team, mit dem

Pujol 2018 Meister wurde, ist nur

noch Mittelblocker Georg Klein im

Kader.Aber mit Samuel Tuia und Nicolas

Le Goff hat Pujol schon in

Cannes und im Nationalteam zusammengespielt.

Ob es vielleicht ein

Vorteil in Auszeitenist, dass der Trainer

mit ihm Französisch sprechen,

Hinweise geben kann, die der Gegner

nicht versteht? „Nein, nein“, sagt

Pujol. „Ich spreche mit Cedric lieber

Englisch, denn unser Team soll ja

verstehen, was los ist.“ Dann gluckst

der Kerl mit dem Wuschelhaar. Man

kann sich sein verschmitztes Gesicht

zwischen all den Koffern und Klamotten

vorstellen. „Kann aber sein“,

fügt er an, „dass unser Englisch mit

dem französischen Akzent am Ende

auch niemand versteht.“


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 19 *

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Sport

Aus dem

See an die

Spitze

Der Este Ott Tänak mischt

die Rallye-Szene auf

Als Ott Tänak im März 2015 sein

Auto bei der Mexiko-Rallye im

Seeversenkte und sich nur mit Mühe

an Land retten konnte,glaubten nur

noch die wenigsten an eine große

Karriere des einstigen Ausnahmetalents.

Doch der stille Este hat sich

nicht nur wegen seiner Erfolge 2017

und 2018 bei der RallyeDeutschland

längst in der Weltklasse etabliertund

sogar die größten seines Fachs von

sich überzeugt.„Er ist für mich der

nächste Mann, der auf den Thron

steigen wird“, sagt der zweimalige

Rallye-Weltmeister Walter Röhrl: „Er

macht auf jedem Belag einen guten

Job. Er hat einen gesunden Ehrgeiz

und kann der Mann der Zukunft

sein.“ Aktuell ist der zweifache Familienvater

auch der Mann der Gegenwart,

für den am Donnerstag beginnenden

deutschen WM-Lauf im

Saarland ist er nach vier Saisonsiegen

der Topfavorit.

DerToyota-Pilot sorgt nach jahrelanger

Dominanz des Franzosen Sebastien

Ogier (Citroën), der kürzlich

für 2020 seinen Rücktritt angekündigt

hat, in diesem Jahr wieder für einen

spannenden WM-Kampf. Tänak

liegt fünf Rennen vor Saisonende 22

Punkte vor dem sechsmaligen Weltmeister

Ogier, nochmals drei Zähler

dahinter lauert der Belgier Thierry

Neuville (Hyundai).

Es sei „noch ein langer Weg“ zum

Weltmeister, sagt Tänak. Ogier und

Neuville würden ihn und sein Toyota-Team

noch an ihre „Grenzen“

treiben. Der Kampf um den WM-Titel

ist für Röhrl heutzutage ohnehin

schwerer als zu seiner Fahrer-Zeit:

„Früher waren die Autos so schwer

zu steuern, dass der Beste sich um

zehn Minuten abgesetzt hat. Heute

fallen so viele Parameter weg, dass es

kaum noch möglich ist sich überhaupt

abzusetzen.“

Die Schotterstraße als Startbahn:

Ott Tänak.

AP/REKOMAA

Genau das gelingt Tänak in diesem

Jahr aber mit einer beeindruckenden

Konstanz, jede dritte Wertungsprüfung

entscheidet er für sich.

Mit 21 Jahren debütierte das Ausnahmetalent

bereits in der Weltmeisterschaft,

2012 gelang ihm der

erste Podestplatz. Dennoch musste

er 2013 sein Cockpit räumen, ehe er

sich 2014 aus der zweitklassigen

WRC2 wieder in die höchste Fahrzeugkategorie

kämpfte. Auch dort

stockte die Karriere lange, doch

Ford-Teamchef Malcolm Wilson vertraute

seinem von vielen Experten

bereits als ewiges Talent verschrienen

Schützling weiter. Nach einem

Beifahrerwechsel 2017 entwickelte

sich Tänak endlich zum erwarteten

Siegfahrer, es folgte 2018 mit dem

Wechsel zu Toyota der Aufstieg in die

absolute Weltspitze.

Die Rallye Deutschland war auf

diesem Weg eine wichtige Etappe:

„Ich mag die Deutschland-Rallye

sehr.Ich habe dortzweiJahrehintereinander

gewonnen und mein Ziel

ist in diesem Jahr definitiv, den Hattrick

zu schaffen“, sagte der 31-Jährige.

Insgesamt sind bis Sonntag 19

Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge

von 344 Kilometern zurückzulegen.

Danach könnte Tänak

seinem Traum vom ersten WM-Titel

ein gutes Stück näher sein. (sid)

Die Eckfahne gibt einen Hinweis auf die größten Erfolge des FC Bury. 1900 und 1903 gewann der Klub den FA-Cup.

Die Pflegefälle

Wiedas Beispiel des FC Bury zeigt, gibtesimenglischenFußball zurPremier League eine düstere Parallelwelt

VonHendrik Buchheister,Bury

In der vergangenen Woche haben

die Hörer des englischen

Sport-Radiosenders „Talksport“

einen ungewöhnlichen

Einblick in das Chaos bekommen,

das derzeit beim FC Bury herrscht.

DerVerein aus dem Norden des Großraums

Manchester ist im Frühjahr

aufgestiegen, von der League Twoin

die League One, also von der vierten

Liga in die dritte,doch über den Aufstieg

spricht niemand mehr.Stattdessen

herrscht Endzeitstimmung im

Stadion an der Gigg Lane,das passenderweise

an einem Friedhof liegt. Der

Verein ist hoch verschuldet, die Liga

hat deshalb alle bisherigen Spiele des

FC Bury in dieser Saison abgesagt,

auch die für Sonnabend terminierte

Partie bei den Tranmere Rovers fällt

aus. Die Spieler werfen Klubbesitzer

SteveDale vor, sie seit Monaten nicht

zu bezahlen, und in der vergangenen

Woche kam es live imSportradio zur

Konfrontation.

Neben Dale war auch Stephen

Dawson zugeschaltet, ein 33 Jahrealter

Mittelfeldspieler des Klubs.Dieser

berichtete, dass er wegen ausstehender

Gehaltszahlungen seine Familie

nicht ernähren könne und möglicherweise

bald sein Haus verliere.

Dale wies das als Übertreibung zurück

und sprach davon, dass sowieso

immer übertrieben werde, wenn es

um den Zustand des Vereins gehe.

Echte Antworten konnte er allerdings

nicht auf die Fragen geben, ob und

wann er seine Spieler zuletzt bezahlt

habe und wie es mit dem Klub weitergehe.

Mittelfeldmann Dawson hat

davon eine klare Vorstellung und

richtete einen Appell an seinen Chef:

„Nehmen Sie Ihr Geld und verschwinden

sie! Ansonsten wirdesden

Verein bald nicht mehr geben.“

Eine Institution im Ort

Fußball in England –das ist für viele

Beobachter vor allem die Premier

League,die immer besser und immer

reicher wird. Doch abseits des Glamours

gibt es eine Parallelwelt, in der

Vereine Notleiden und Spieler offenbar

vonArmut bedroht sind. In Greater

Manchester, indirekter Nachbarschaft

zu Manchester City und Manchester

United, sind gleich zwei Vereine

zuhause, die im Moment ein

kümmerliches Dasein führen, zwei

Pflegefälle,beide in der League One.

Bei dem einen, den Bolton Wanderers,

soll eine Übernahme bevorstehen,

die unmittelbare Zukunft

könnte damit gesichert sein. Der andere,

der FC Bury,droht vonder Fußball-Landkarte

zu verschwinden. Bis

diesen Freitag hat Besitzer Dale Zeit,

dem Ligaverband EFL nachzuweisen,

dass der Klub überlebensfähig ist, andernfalls

wird er vom Spielbetrieb

verbannt. Daskönnte das Ausfür den

mehr als 130 Jahre alten FC Bury bedeuten,

der eine Institution in dem

Ort ist. Viele Fans gehen ins Stadion

an der Gigg Lane, seitdem sie klein

sind. Künftig einfach die Spiele der

beiden großen Klubs aus Manchester

in der Premier League besuchen? Für

sie unvorstellbar.

Die Probleme des Vereins sind

nicht neu, er stand schon in der Vergangenheit

vor dem finanziellen

Kollaps, konnte sich aber immer

wieder retten oder gerettet werden,

auch mit Hilfe der Fans.Als Dale den

FC Bury im Dezember übernahm,

für den symbolischen Kaufpreis von

einem Pfund, war ihm nach eigenen

Angaben nicht klar, wie dramatisch

die Lage tatsächlich ist. Angeblich

offenbarte sich ihm das erst im Laufe

der Aufstiegssaison. Er gibt an, den

Verein retten zu wollen, steht aber

schwer in der Kritik.

Die Spieler werfen ihm vor, den

FC Bury in den Ruin zu führen und

dabei Existenzen zu zerstören, die

Fans protestieren gegen den Besitzer

und fordern ihn auf, den Klub

Erfolgreiche Überzeugungsarbeit

schnellstmöglich zu verkaufen, damit

es eine Zukunft an der Gigg Lane

gibt. Dale selbst sagt, dass er dazu

bereit sei, allerdings kam ein Verkauf

bislang nicht zustande, obwohl angeblich

Interessenten vorhanden

sind. EinGroßteil der Spieler der Aufstiegssaison

und Aufstiegstrainer

Ryan Lowe sind übrigens längst weg,

sie haben sich in der Sommerpause

neue Klubs gesucht. Die Testspiele

vor der Saison hat der Verein mit Jugendspielern,

vertragslosen Profis

und Spielernauf Probe bestritten.

Ligaverband trägt eine Mitschuld

DerLigaverband EFL, der den Spielbetrieb

unterhalb der Premier

League organisiert, gibt an, im engen

Austausch mit dem FC Bury zu

stehen, doch viele Beobachter sind

der Auffassung, dass die Organisation

mehr tun müsste, umden Verein

zu retten. Beziehungsweise,

dass sie eine Mitschuld an der misslichen

Lage trägt, weil sie die Übernahme

durch Dale erlaubt hat. Laut

einem Bericht des Telegraph wurde

die EFL vor zwei Jahren sogar konkret

davor gewarnt, dass viele Klubs

in Zukunft wirtschaftliche Probleme

bekommen könnten. Der Ligaverband

soll die Warnung für unbegründet

gehalten haben.

Der designierte DFB-Präsident Fritz Keller besteht in Berlin seine erste Bewährungsprobe, er überzeugt Profis und Amateure

Der Wahl von Fritz Keller zum

Präsidenten des Deutschen

Fußball-Bundes (DFB) steht nichts

mehr im Wege. Der 62 Jahre alte

Klub-Chef des SC Freiburg sicherte

sich am Mittwoch bei zwei Vorstellungsrunden

in Berliner Edelhotels

sowohl das Vertrauen der einflussreichen

Amateurbasis als auch der

Profi-Vereine. „Mit Fritz Keller haben

wir den idealen Kandidaten

gefunden und freuen uns sehr,dass

er mit unser aller Unterstützung

die Aufgabe annehmen will“, sagte

DFB-Vize Rainer Koch, der selbst

wohl die Ämter beim Weltverband

(Fifa) und der Europäischen Fußball-Union

(Uefa) anstrebt. Der

Hotelier und Winzer aus Oberbergen

am Kaiserstuhl verkörpere

„Bodenständigkeit, Integrität,

Glaubwürdigkeit. Es war gerade

auch mit Blick auf die Entwicklung

an der Basis wichtig, eine Persönlichkeit

zu finden, die sowohl die

Interessen des Amateurfußballs als

auch des Profifußballs vertreten

kann, denn es geht für den Fußball

nur im Miteinander.“

Die Deutsche Fußball Liga (DFL),

die am Mittwoch die eigene Strukturreform

absegnete und ihren Präsidenten

ReinhardRauball verabschiedete,

ließ über Christian

Seifert, den neuen Sprecher

des Präsidiums, ausrichten:„Die

DFL steht voll und

ganz hinter Fritz Keller und

seinem Programm. Er lebt

für den Fußball und ist eine

außergewöhnliche Persönlichkeit,

die für Unabhängigkeit

und Glaubwürdigkeit

steht.“

Kellers Kür wird beim

DFB-Bundestag am 27. September

in Frankfurt amMain erfolgen. „Ich

freue mich sehr über die Unterstützung

und bedanke mich für das Vertrauen,

das mir aus dem Amateurund

dem Profifußball entgegengebracht

wird“, wird der Präsidentschaftskandidat,

der auf den zurückgetretenen

Reinhard Grindel folgen

Künftiger DFB-

Boss: Keller.

DPA/SEEGER

wird, selbst in einer DFL-Mitteilung

zitiert. Er habe in bisherigen Gesprächen

Wertschätzung gespürt und

den Willen, etwas zu verändern.

Am Morgen war der Freiburger

Unternehmer zunächst bei der Konferenz

der Regional- und

Landesverbände vorstellig

geworden. Mit einem

Rucksack lässig über der

Schulter war der 62-Jährige

in dem Hotel am Berliner

Lützowufer eingetroffen.

„Er hat einen sehr guten

Eindruck hinterlassen“,

sagte Bernd Schultz,

der Präsident des Berliner

Fußball-Verbandes (BFV)

im Anschluss an die mehrstündige

Sitzung. „Es gab viele Fragen“, äußerte

Erwin Bugar,der Präsident des

Nordostdeutschen Fußball-Verbandes.

Aber Keller habe den Eindruck

vermittelt, „dass er die anstehenden

Aufgaben bewältigen wird. Ich halte

ihn für prädestiniert, das Amt des

DFB-Präsidenten auszufüllen.“

IMAGO IMAGES/PA IMAGES

Nur der Sächsische Verband verweigerte

Keller vorerst die Zustimmung

–offiziell, weil dessen Präsident

Hermann Winkler im Urlaub

weilt. Winkler hatte zuvor als einziger

Funktionär Kritik am Auswahlverfahren

für den Kandidaten Keller

und speziell am frühen Bekanntgabe-Termin

geäußert. Einige DFB-

Landesverbände stimmten demVorschlag

Fritz Keller mit Verweis auf interne

Sitzungen noch unter Vorbehalt

zu.

Kellers Auftritt bei den Profi-Vereinen

im Rahmen der DFL-Generalversammlung

dauerte dagegen

kaum mehr als 20 Minuten. Für den

Freiburger,dessen Verein zu den beliebtesten

der Liga zählt, war das ein

Heimspiel. „Die personelle Neuausrichtung

ist ein erster wichtiger

Schritt, um den DFB in eine erfolgreiche

Zukunft zu führen“, sagte Seifert.

„Die DFL ist auch künftig bereit,

sich im Sinne eines konstruktiven

Miteinanders von Profis und Amateuren

einzubringen.“ (dpa)

NACHRICHTEN

Trainer werden nach vier

Gelben Karten gesperrt

FUSSBALL. DieTrainer der Bundesliga

und der Zweiten Liga werden ab

sofortnach vier Gelben Karten für

ein Spiel gesperrt. DieGeneralversammlung

der Deutschen Fußball

Liga (DFL) verabschiedete am Mittwoch

in Berlin einen entsprechenden

Antrag mit 29:4 Stimmen. Geldstrafen

werden nicht verhängt.

Hockey-Männer sinnen

auf Revanche

HOCKEY. Deutschlands Männer

wollen am Donnerstag im EM-Halbfinale

ab 20.30 UhrRevanche an Belgien

für das im Juni in der ProLeague

erlittene 0:8-Debakel nehmen. „Mit

denen haben wir noch eine Rechnung

offen“, sagte Stürmer Niklas

Wellen nach dem 5:0-Erfolg über Irland,

durch den die DHB-Auswahl

auch im 17. Anlauf bei diesem Kontinental-Turnier

ins Semifinale eingezogen

ist. Auch die deutschen

Frauen erreichten dank eines hart

erkämpften 1:1 gegen Irland die Vorschlussrunde

der Titelkämpfe in

Antwerpen. DerGegner stand bei

Redaktionsschluss dieser Ausgabe

noch nicht fest.

Flensburg Supercup-Sieger,

Füchse mit Pokalheimspiel

HANDBALL. DieSGFlensburg-Handewitt

hat sich im Supercup per Siebenmeter-Werfen

mit 4:3 gegen den

Pokalsieger THW Kiel durchgesetzt.

Nach regulärer Spielzeit hatte es

28:28 (14:13) gestanden. Danach

fand die Auslosung des Pokals des

Deutschen Handballbundes (DHB)

statt. Für das Achtelfinale am 1./2.

Oktober wurde den Füchsen Berlin

vomfrüheren Weltmeister Pascal

Hens und Fußballtrainer MarcoRose

im SC Magdeburgein Konkurrent

aus der Bundesliga zugelost.

Fingerverletzung stoppt

Megos im Lead-Finale

SPORTKLETTERN. Alex Megos hat

bei den Weltmeisterschaften im japanischen

Hachioji seine zweite Medaille

verpasst. Der26Jahrealte Erlanger,der

zuvor in den Einzelwettbewerben

Silber in der Disziplin

Lead gewonnen hatte,musste am

Mittwoch aufgrund einer Fingerverletzung

aus dem Finale im Kombinationswettbewerb

aussteigen.

ZAHLEN

Fussball

Europa League, Play-off-Hinspiel

RC Strasburg -Eintracht Frankfurt Do., 20.30

Handball

Bundesliga, 1. Spieltag

SC Magdeburg -Balingen-Weilstetten Do., 19.00

HSG Wetzlar -TBV LemgoLippe Do., 19.00

Nordhorn-Lingen -Bergischer HC Do., 19.00

DHfK Leipzig -Füchse Berlin So., 13.30

MT Melsungen -Flensburg-Handewitt So., 16.00

THW Kiel -Frisch AufGöppingen So., 16.00

Ludwigshafen -Rhein-Neckar Löwen So., 16.00

Hannover-Burgdorf -GWD Minden So., 16.00

HC Erlangen -TVB Stuttgart Do., 29.08.

Tennis

ATP-Turnier in Winston-Salem

2. Runde: u. a. Benoit Paire (Frankreich/1) -Prajnesh

Gunneswaran (Indien) 6:3, 7:5; Denis Shapovalov(Kanada/2)

-Tennys Sandgren (USA) 6:2,

6:4; HubertHurkacz (Polen/3) -Lee Duckhee

(Südkorea) 4:6, 6:0, 6:3; Robin Haase (Niederlande)

-Joao Sousa (Portugal/4) 4:6, 6:3, 6:4

WTA-Turnier in New York

2. Runde: Camila Giorgi (Italien) -Andrea Petkovic

(Darmstadt) 3:6, 7:5, 7:6 (7:3); Bernarda Pera

(USA) -Barbora Strycova (Tschechien/3) 3:6,

6:2, 6:1; Katerina Siniakova(Tschechien/5) -

Anastasia Potapowa (Russland) 6:0, 3:0 Aufgabe;

Alizé Cornet (Frankreich) -Zhu Lin (China) 7:6

(7:5), 4:0 Aufgabe


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 – S eite 20 *

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Sport

Will vorangehen: Christian Gentner.

WITTERS

Der Krisenmanager

Mit seiner Erfahrung tritt Christian Gentner in diesen Tagen teamintern als Pädagoge mit sozialer Ader auf –ein Marmorkuchen erleichtert ihm die Arbeit

VonPatrick Berger

Ein breites Grinsen blitzte im

Gesicht von Christian

Gentner auf. Der Profifußballer

des 1. FC Union war

nach verrichteter Vormittagsarbeit

gerade auf dem Wegindie Kabine,

als ihn eine dreiköpfige Familie –

Mutter,Vater, Kind –vom Rande des

Trainingsplatzes heranwinkte.Gentner

trug das Ballnetz über die linke

Schulter (ja, auch erfahrene Akteure

müssen bei den Eisernen anpacken),

blickte hinauf zur Balustrade und

war überrascht.„Ach was,seid ihr extrahier

hochgefahren?“, fragte Gentner

verdutzt. „Wie schön.“ DerTeenager,

der sich kurz zuvor noch ein

Union-Trikot mit Gentner-Flock gekauft

hatte,ließ sich das Jersey unterschreiben

und überreichte dem

kürzlich 34 Jahre alt gewordenen

Profi als nachträgliches Geschenk einen

Marmorkuchen. „Die Drei sind

große VfB-Fans und verfolgen meinen

Wegschon lange“, sagte Gentner,

der nach dem Abstieg mit dem

VfB Stuttgart nach Köpenick ging.

„Von der Kleinen bekomme ich immer

einen selbstgebackenen Kuchen

zum Geburtstag. Es ist schön, wenn

man so treue Fans hat.“

Die süße Aufmunterung hatte

Gentner nach der 0:4-Pleite zum

Auftakt gegen RB Leipzig auch nötig.

Nicht nur, dass sein neuer Klub mit

einer deftigen Abreibung in die Premierensaison

gestartet war. Der mit

nunmehr 378 Bundesligaspielen erfahrenste

aller Unioner wurde vom

Trainer auch noch zur Pause ausgewechselt.

Anthony Ujah ersetzte ihn.

Mit dieser Änderung überraschte

Urs Fischer. Der Schweizer wehrte

sich gegen die hinterher aufgekommene

Kritik: „Wenn ich das so sehe,

dann entscheide ich auch so. Da

spielen Alter oder Erfahrung keine

Rolle. Und ich denke, dass ich mich

da nicht rechtfertigen muss.“

Gentner selbst nahm Fischers

Entschluss sportlich. Das sei eine

Entscheidung, die er freilich akzeptiere.

„Der Trainer wollte das System

auf zwei Spitzen umstellen und hatte

dann mich auf der offensivsten Position

im Mittelfeld rausgenommen.

Das ist nichts, was mir Kopfzerbrechen

bereitet.“

PRÖMEL ANGESCHLAGEN, FLECKER KÄMPFERISCH

Personal I: Grischa Prömel

ist nach dem Auftakt gegen

Leipzig angeschlagen. Der

24 Jahre alte Mittelfeldspieler

blieb auch der gestrigen

Teameinheit fern, trainierte

stattdessen individuell im

Kraftraum.

Personal II: Florian Flecker,23,

hat es nicht leicht.

Der Zugang vomTSV Hartberg

ist in den Planungen

vonTrainer Urs Fischer außen

vor. Weder im Pokal gegen

Halberstadt, noch gegen

Leipzig war er im Kader.

Personal III: Im Baltic Sea

Cup gegenFCNordsjaelland

durfte Flecker bei der U21-

Auswahl ran –und traf. Hinterher

sagte er selbstbewusst:

„Eine Leihe ist für

mich keine Option. Ich

möchte mich durchsetzen.“

Den verpatzten Heimauftakt will

Gentner nun schnell abhaken. In

diesen Tagen ist er auch als Krisenmanager

gefragt. „So wollten wir

nicht in die Saison starten“, sagt er.

„Wir dürfen jetzt aber nicht alles in

Frage stellen. Wir haben die Möglichkeit,

zu zeigen, dass wir es anders

können.“ Dinge intern ansprechen,

als Mutmacher auftreten –das zählt

Gentner, immerhin zweifacher

Deutscher Meister mit Stuttgart und

Wolfsburg, auch zu seinen teaminternen

Aufgaben. „Wir haben uns

nach dem Leipzig-Spiel ausgetauscht,

gerade mit den jüngeren

Kollegen.“ Zwar sei die Heimpleite

„im ersten Moment ein richtiger Nackenschlag“

gewesen. „Mit ein paar

Tagen Abstand ist es einWarnschuss.

Uns wurde eklatant aufgezeigt, dass

Fehler brutal bestraft werden“, analysierte

der frühere Nationalspieler.

Er verwies auch darauf, dass sich die

Mannschaft noch in der Anfangsphase

der Saison befinde und der

nächste Gegner FC Augsburg am

Sonnabend (15.30 Uhr) eher auf Augenhöhe

der Berliner sei.

Duell mit einem guten Freund

Die Fuggerstädter stecken schon

nach dem ersten Spieltag in der

Krise. Die Pleiten in der Liga gegen

Borussia Dortmund (1:5) und im Pokal

gegen Viertligist Verl (1:2) stecken

in den Köpfen der Spieler.Demnach

reagierten die Verantwortlichen kurzerhand

auf dem Transfermarkt. Der

WM-Zweite Tin Jedvaj, 23, der auf

Leihbasis aus Leverkusen gekommen

ist, und der zuletzt vereinslose

Stephan Lichtsteiner, 35, einst immerhin

für Lazio Rom, Juventus Turin

und den FC Arsenal aktiv, sollen

die zuletzt maßlos überforderte Abwehr

stabilisieren. „Sie haben zwei

erfahrene Neuzugänge geholt“, sagt

Gentner anerkennend. „Das wird sicherlich

eine unbequeme Aufgabe.“

Bei den Augsburgern spielt mit

Daniel Baier ein „sehr guter Freund“

von Gentner. Gestern erst haben die

beiden wieder miteinander telefoniert

und sich ausgetauscht. Gentner

und der ein Jahr ältere Baier, der

Kapitän des FCA, feierten 2008/2009

die Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg.

Ein Pokal in Felgenform, der

Zuhause bei den Gentners in Stuttgart

imFußballkeller steht, erinnert

an die gemeinsame Zeit. Daniel

Baier sagt indes: „Mit meinem Kumpel

Christian hat sich Union gut verstärkt.

Sie haben die Euphorie des

Aufstiegs im Rücken. Ichtraue ihnen

den Klassenerhalt zu.“

In Neven Subotic, 30, und eben

jenem Gentner hat sich der 1. FC

Union kurzerhand Erfahrung eingekauft.

DerFCAugsburghat mit Baier

und Lichtsteiner nicht weniger Routine

im Team. „Ich glaube schon“,

sagt Gentner,„dass Erfahrung wichtig

ist. In der Bundesliga spielst du

vor einer ganz anderen Kulisse, der

Fokus ist größer, die mentale Herausforderung

riesig. Das Ganze vermitteln

zu können, ist natürlich auch

Aufgabe vonuns älteren Spielern.“

Gentner, der Krisenmanager,

agierte nach dem Training auch als

Sozialpädagoge. Sein Geschenk

teilte er uneigennützig mit der

Mannschaft. „Der Kuchen“, verriet

er,„kam in der Kabine ganz gut an.“

„Das war wie ein Reset-Knopf“

Alexander Esswein hatte mit Hertha BSC eigentlich schon abgeschlossen, unter Trainer Ante Covic darf der Offensivspieler aber plötzlich wieder auf ein Happy End in Blau-Weiß hoffen

VonSebastian Schmitt

Für Hertha-Profi Alexander Esswein

schließt sich am Sonntagabend

ein Kreis.Am21. Februar 2009

debütierte der Flügelspieler in der

Bundesliga, kam für den VfL Wolfsburginder

61. Minute gegen Hertha

BSC auf den Platz. „Unter Trainer Felix

Magath – gegen Pal Dardai als

Spieler“, erinnert sich Esswein mit

einem Schmunzeln. „Hertha war damals

Tabellenführer. Das Spiel haben

wir 2:1 gewonnen.“ Mit „wir“

meint Esswein die Niedersachsen,

die am Ende der Spielzeit gar die

Meisterschaft feierndurften.

Mehr als zehn Jahr später geht

Esswein, 29, in seine vierte blauweiße

Saison –und hat gute Chancen,

am Wochenende gegen seinen

früheren Klub zum Einsatz zu kommen.

Unter Ante Covic ist Esswein

nebenVladimir Darida jedenfalls der

Gewinner der Vorbereitung. In den

Covics erste Einwechseloption: Alexander Esswein.

kerte Kaufpflicht nicht und Esswein

bekam die Schnelllebigkeit des Fußballgeschäfts

zu spüren.

Auch deswegen schätzt er seinen

Höhenflug realistisch ein. „Das ist

CITY-PRESS

ersten beiden Pflichtspielen wurde

er jeweils als erster Spieler vom

neuen Trainer eingewechselt –noch

vorDavie Selke.„Ichbin selbst überrascht“,

gesteht Esswein. Er weiß,

dass seine neue Rolle eng mit dem

Trainerwechsel verknüpft ist. „Das

war wie ein Reset-Knopf –ohne das

positiv oder negativ zu bewerten.“

Covic gebe ihm ein gutes Gefühl,

weil er allen Spielern unvoreingenommen

entgegengetreten sei. „Wir

hatten alle eine ganze Vorbereitung

Zeit, den Trainer von uns zu überzeugen“,

sagt Esswein. So sei er an

die Sache rangegangen.

Dabei hatte Esswein bereits mit

den Berlinern abgeschlossen. Da er

unter PalDardai in der vergangenen

Hinrunde nicht zum Einsatz kam,

wechselte er in der Rückserie zum

VfB Stuttgart. Weil die Schwaben bekanntlich

in der Relegation gegen

den 1. FC Union den Kürzeren zogen,

griff eine im Leihvertrag veraneine

Momentaufnahme. Entscheidend

ist, wie man das einordnet. Das

kann ich mittlerweile gut.“

Dass er sich im Bundesliga-Zirkus

zurechtgefunden hat, verdankt er

seinem einstigen Förderer. „Wenn

Felix Magath nicht gewesen wäre,

wäreesmit meiner Artschwierig geworden.

Ich war damals sehr jung

und wild. Er hat mir die nötige Seriosität

und Disziplin eingeimpft.“

Dass der als harter Hund geltende

Coach auch eine weiche Seite hat,

zeigte sich, als Essweins damalige

Freundin und heutige Ehefrau Franziska

vergeblich auf den vomVfL versprochenen

Ausbildungsplatz als

Krankenschwester wartete. Also

nahm Esswein sein Herz in die Hand

und marschierte ins Trainerbüro.

„Essi, ich kümmere mich darum“,

habe Magath nur zum ihm gesagt.

„Und am nächsten Tagkam der Anruf,

dass sie anfangen darf. Das hat

mich sehr beeindruckt“, erzählt Esswein.

Weil er danach dachte,erhätte

einen guten Draht zum Trainer,konterte

er eine Magath-Ansage mit einem

lockeren Spruch. „Das war als

18-Jähriger nicht so angebracht. Danach

bin ich einen ganzen Tagnur

gelaufen“, erinnertsich Esswein, der

froh ist, diese prägende Zeit nicht

heute erleben zu müssen. „Damals

hatte man mehr Zeit, sich zu entwickeln.

Es gab diese Medienpräsenz

nicht.“ Heute würden„so viele Facetten

Drumherum aufgezeigt, dass der

Fokus auf das Spiel verloren geht“.

DemWandel der Gesellschaft, der

Schnelligkeit im digitalen Zeitalter,

kann Esswein nicht viel abgewinnen.

Der Familienvater legt Wert auf Stabilität.

Deswegen habe er gemeinsam

mit seiner Frau entschieden,

„dass wir auf jeden Fall in Berlin bleiben

wollen“. Die neue Wohnung ist

bis zum Sommer bezogen, dann

läuft sein Vertragbei Hertha aus.Was

dann kommt, werde man sehen.

Auch wegen dieser Gelassenheit

scheint Esswein im Vorteil gegenüber

jüngeren Konkurrenten zu sein

–und so nah an der Startelf wie selten

zuvor.


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 – S eite 21

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Feuilleton

Der Debutfilm

„Die Einzelteile

der Liebe“ spielt im

Hansaviertel

Seite 23

„Tanz hat ein unglaublich innovatives Potenzial.“

Programmleiter Johannes Odenthal zur Ausstellung „Was der Körper erinnert“ in der Akademie der Künste Seite 22

Nationalgalerie

Der Chef nimmt

seinen Hut

Ingeborg Ruthe über Udo

Kittelmann, der seinen Vertrag

nicht verlängert

Zwar sah ich den seit elf Jahren

amtierenden Direktor der Nationalgalerie

Udo Kittelmann, 61, nie

mit Hut, aber das sagt man wohl so:

„Er nimmt seinen Hut“, wenn einer

aus freien Stücken geht, seinen doch

so verlässlichen Vertragnicht verlängern

mag. „Auf eigenen Wunsch.“

Und ohne, dass die Welt den Grund

oder die Alternativeerfährt.

Die Erklärung des Warum und

Wieso kommt aber wohl noch nach

in dem verbleibenden Jahr bis zum

31. Oktober 2020. Dann ist die hiesige

und achtbareMuseums-Ärades

2013 als „Europäischer Kulturmanager

des Jahres“ Geehrten zu Ende.

Dann ist der leidenschaftliche

Kunstvermittler wohl anderweitig

unterwegs auf den verlockenden,

verschlungenen Wegen des internationalen

Kunstbetriebes.

Kittelmann kam 2008 aus FrankfurtamMain,

gab dortden Chefposten

des Museums für Moderne Kunst

für die Staatlichen Museen Berlin

auf. Insbesondere die fünf Häuser

der Nationalgalerie: Neue und Alte,

Hamburger Bahnhof, Museum Berggruen,

Sammlung Scharf-Gerstenberg.

In Berlin sorgte der Freigeist für

ungewöhnliche Ausstellungen,

zeigte eigenwillige, starke, dem

Mainstream nicht verpflichtete Positionen.

Das brachte zunehmend

junges Publikum, sorgte für internationales

Renommé. Zuletzt brachte

Kittelmann das Jahrhundertprojekt

„Galerie der Moderne“ mit auf den

Weg. Wird er deren Entstehen dann

nur aus der Distanz beobachten?

Udo Kittelmann im virtuellen CDF-Raum

der Alten Nationalgalerie.

DPA

Die wirklich wichtigen Dinge

Nach dem Roman seiner Kindheit legt Matthias Brandt jetzt den Roman einer Jugend vor: „Blackbird“

VonMartin Oehlen

Matthias Brandt blickt

zurück. Das hat er

schon in seinem gefeierten

Prosadebüt

„Raumpatrouille“ (2016) getan,

worin er durchaus autobiografisch

geprägte Erzählungen aus einer

Kindheit als Sohn eines deutschen

Bundeskanzlers versammelt hatte.

Nun geht es um die Jugendjahre, allerdings

in einem Roman und durchaus

freier in der personalen Anlage.

Motte, der eigentlich Morten heißt,

erzählt von Mädchen und Musik,

vonder Scheidung der Eltern, die ihn

ziemlich kalt lässt, und von der

Schule, ander noch ein verkappter

Altnazi als Sportlehrer seine Runden

dreht. Vorallem aber erzählt er davon,

wie er seinen besten Freund

Bogi an den Krebs verliert.

Wie geht Mutmachen?

Die Krankheit fordert und überfordert

alle. Matthias Brandt schildert

die Etappen vonVerwunderung über

Ratlosigkeit und Hoffnung bis zur

schlechtesten aller denkbaren Nachrichten

mit hoher Glaubwürdigkeit

und Nähe. Mottes Probleme, dem

Freund Mut zumachen, weil er erst

gar nicht weiß, wie das geht, ist erfrischend

ungeschönt. Eigentlich

wollte der 15-Jährige nur sein altes

Leben mit dem Freund wiederhaben.

Aber dass er da nichts ausrichten

kann, begreift er sehr schnell.

Es ist eine Jugend in der zweiten

Hälfte der Siebzigerjahre, deren Kolorit

vonBrandt fein getupft wird. Da

gibt es noch Schornsteinfeger und

keine FaceApp, dakann sich einer

„gehackt legen“ und im Kino läuft

„Bilitis“. Musik hat eine große Bedeutung.

Zwar sind die beiden

Freunde auf diesem Feld nicht immer

einer Meinung. Aber „Blackbird“

von den Beatles, eines von Bogis

Lieblingsstücken, kann auch

Motte ertragen: Sie möge auffliegen,

ruft Paul McCartney der Amsel zu,

und dadurch die Freiheit erlangen,

auf die sie so lange gewartet habe.

Schließlich die Mädchen. Erst

einmal der Liebeskummer, als Jacqueline

Schmiedebach im Kino

doch einen anderen küsst. Dann

aber fällt sein Blick auf Steffi. Geht da

was mit der Frau, die sich einmal mit

einer Heugabel verletzt hatte? Motte

Der Schauspieler und Schriftsteller Matthias Brandt.

DAS BUCH

Matthias Brandt: Blackbird

Kiepenheuer &Witsch, Köln 2019. 280 S.,22Euro

IMAGO

meint: „Wahrscheinlich gibt’s für die

wirklich wichtigen Dinge, die man

fühlt, keine Worte. Jedenfalls nicht

die richtigen.“ Das gilt für die Liebe.

Das gilt für den Schmerz –als Motte

einmal Bogis Krankenzimmer verlässt,

fühlt er „etwas, das bitter

schmeckte und kurz und grell aufleuchtete,

als hätte ich die zuckende

Neonröhre, an der wir eben vorbeigegangen

waren, verschluckt“.

Die Ich-Perspektive sorgt dafür,

dass in einem tendenziell flapsigen

Ton geschrieben wird, „also echt,

Leute“. Ein„oder so“ oder ein „keine

Ahnung“ flutscht immer wieder in

den Redestrom. Einmal hört Motte

aus einer Pförtnerkabine die Lautfolge

„Mpfmmpfmmpfmomommpf?“

Die gefällt ihm so gut,

dass er sie gleich noch einmal –in

Versalien – wiederholt. Zu dieser

Tonart passt, dass die Rechtschreibung

vereinfacht wird, indem auf

Apostrophe verzichtet wird. Daran

muss sich der Leser erst einmal gewöhnen

– an die „wies“, „gabs“,

„wirs“, „dems“. Vielleicht hat das

„Idiotenapostroph“ – exemplarisch

wird der Sexshop „Dr. Müller's“ angeführt–zum

Totalverzicht geführt.

Wunderbar verdruckst

Kurzweilig und geschmeidig

schnurrtder Roman um den sympathischen

Helden voran. Zwar

schrammt Motte manchmal knapp

am Kitsch vorbei, wenn er uns erzählt,

dass sein verliebtes Herz lauter

klopft als die Tennisbälle aufploppen

oder wenn sich ein Abschiedsschmerz

meldet „auf der linken

Seite,direkt unter den Rippen“. Aber

als pubertierender Erzähler darf

man ja mal emotional-stilistisch in

die Vollen gehen. Überhaupt: Wunderbar

beiläufig fängt Matthias

Brandt die Verunsicherung der Pubertät

ein. Die verdrucksten Annäherungsversuche,

die neuen Welten,

die vielen Fragen, Verlegenheit und

Neugier. Das Abenteuer Jugend –

hier wirdesbesichtigt mit einem Lächeln

im Gesichtund einer Träne im

Augenwinkel.

Ja,das ist ein Roman voll der Sympathie

fürs jugendliche Erwachen.

Der Autor mag seine Figuren. So

sehr,dass er am Ende doch noch ein

Happy End für Morten kreiert. Da

liegt Bogi zwar auf dem Friedhof,

aber Steffi ist jetzt ganz nah.

So

viel

Wut

„Systemsprenger“ für den

Auslands-Oscar nominiert

VonSusanne Lenz

Fick dich du Arschloch“, schreit

Benni ihren Betreuer im Heim

an. Dasneunjährige Mädchen ist gezeichnet

von blauen Flecken, hat

Schorf imGesicht –essind die Spurenihres

letzten Ausrasters.Benni ist

eine Systemsprengerin –das ist der

umstrittene Begriff für diejenigen,

an denen alle Maßnahmen der Kinder-

und Jugendhilfe scheitern. Und

„Systemsprenger“ heißt auch der

Debütfilm der jungen Regisseurin

Nora Fingscheidt, der im diesjährigen

Berlinale-Wettbewerb der deutsche

Beitrag war. Dort wurde er mit

dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet.

Seit Mittwoch steht fest, dass er

für Deutschland in das Rennen um

den Auslands-Oscar geht.

Der Film wurde unter sieben Bewerbern,

darunter die Hape-Kerkeling-Biografie

„Der Junge muss an

die frische Luft“ von Caroline Link,

„Der Fall Collini“ von Marco Kreuzpaintner,

„Deutschstunde“ von

Christian Schwochow und „Heimat

ist ein Raum aus Zeit“ von Thomas

Heise, als Kandidat für die Kategorie

bester nicht-englischsprachiger

Film ausgewählt. Dies teilte German

Films, die Auslandsvertretung des

deutschen Films in München mit.

Die neunköpfige Jury begründete

ihre Entscheidung folgendermaßen:

„Systemsprenger entwickelt Sogund

Kraft mit einer seltenen emotionalen

Intensität.“ In Deutschland ist „Systemsprenger“

vom19. September an

in den Kinos zu sehen. Die Oscars

werden im Februar 2020 in Los Angeles

verliehen.

Regisseurin Nora Fingscheidt dieses Jahr

bei der Berlinale.

IMAGO

UNTERM

Strich

Freizeitvergnügen

Weltpolitik auf

dem Bolzplatz

VonPhilipp Löhle

Fußball ist ja unpolitisch. Zum Glück. Da

stehen einfach 22 Leute auf einem Platz –

manchmal rennen sie auch – und wollen

Tore schießen. Ein Spiel. Steckt ja schon im

Namen. Fußball-Spiel! Bei unserer Bolztruppe

sind wir sogar nur neun gegen neun.

Wirspielen Kleinfeld. Konditionsbedingt.

Jetzt hat der Verein, oder genauer gesagt

der Vorstand, also der Lubi, der ist unser Präsident

seit es den Verein gibt. Wird jedes Jahr

wieder gewählt, und wir sind ihm auch sehr

dankbar, dass er es immer wieder macht. So

ganz alleine …Jedenfalls hat der Lubi beschlossen,

oder eher autokratisch vorgeschlagen,

oder halt festgelegt: Neun gegen

neun ist okay, aber mehr nicht, sonst wird

der Platz zu voll! Ganz unpolitisch hat er das

gemeint. Eher sportlich.

Es gab dann hitzige Diskussionen im Vereinsforum

und auf dem Platz, wie das ist,

wenn man mitspielen will, aber es haben

sich schon 18 Leute angemeldet. Kann man

dann trotzdem noch mitmachen oder ist das

Boot dann schon voll? Schwierig. Gerade mit

dieser Formulierung. Gerade in diesen Zeiten.

Man will sich ja aufgeschlossen geben,

(welt-)offen, gerade weil Fußball wirklich

nicht politisch ist und es bitte auch nicht

werden soll. Zumal Freizeitfußball, wo es

nicht mal um was geht, außer um die Ehre

und darum, die anderen nach allen Regeln

der Kunst fertig zu machen. Richtig fertig.

Also hat der Lubi, der Alleinherrscher,gesagt,

so etwas wie eine Obergrenze kommt

für unseren Verein nicht infrage.Wir machen

das so: Wenn wir schon 18 Mann sind, und

dann will noch jemand kommen und mitspielen,

dann soll der kommen, wir sind

CHRSTINA BRETSCHNEIDER

schließlich flexibel, aber wenn wir 20 Leute

sind, dann sind wir definitiv voll, dann muss

der Deckel zu. Weshalb erinnertmich das an

den einstigen Koalitionsstreit, wo doch Fußball

völlig unpolitisch ist? Kann sich noch jemand

an den atmenden Deckel erinnern?

Rhetorisch ist das vonunserem demokratischen

Diktator Lubi pfiffig: Deckel klingt

nicht so nach Natodraht. Vielleicht ist genau

das der Grund, warum die Idee dem Volk

nicht schmeckt. Dasmerkt man hier im Kleinen,

wie in der großen Politik, obwohl beides

natürlich nicht vergleichbar ist, aber

schwammige Aussagen,die versuchen, es allen

recht zumachen, will der Mensch nicht

und der Freizeitfußballer auch nicht. Beide

wollen wissen, wo sie stehen. Also ganz wörtlich

gemeint: Auf dem Platz oder davor, im

Abschiebezentrum.

Undeswirdjanicht einfacher,weil in unserem

Verein spielen ein Haufen unterschiedlicher

Leute mit. Das ist quasi ein

Querschnitt der Bevölkerung, ohne hier irgendetwas

vergleichen zu wollen. Aber wenn

wir jetzt schon 18 Spieler sind oder sogar 20,

und der 21., der kommt, ist ein Bruder von

dem Israeli aus unserem Verein, wie soll man

das dann machen? Soll dann einer von den

Deutschen zu dem Israeli gehen und ihn

wegschicken? Also,ich könnte das nicht. Ich

wäredahistorisch blockiert.

Und da darf man unseren Verein eben

doch mit der großen Politik vergleichen. Die

können sich da bei uns noch was abgucken,

denn die Lösung ist ganz einfach: Auswechselspieler!

Das ist kein Zeichen von Schwäche,

das machen sogar die großen Vereine.

Dann stehen zwar auch nur 18 Mann auf

dem Platz, aber es können unendlich viele

mitspielen. Theoretisch. Und wer gerade

nicht auf den Platz passt, der sitzt auf der

Bank, trinkt Sprudel, popelt und meckert.


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22 Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Feuilleton

„Vergangenheit ist nicht statisch“

Die Akademie der Künste thematisiert das Erbe des Tanzjahrhunderts in einer Veranstaltungsreihe mit Ausstellungen, Diskursen und Aufführungen

Die Akademie der Künste

zeigt mit „Was der Körper

erinnert. ZurAktualität

des Tanzerbes“ ihr

bislang umfangreichstes Programm

zur Tanzgeschichte. Die große Ausstellung

„Das Jahrhundert des Tanzes“,

für die alle großen Tanzarchive

Deutschlands kooperierten, wird

vonvielen prominenten Gastspielen

umrahmt. Unter anderem sind Arbeiten

von Anne Teresa de Keersmaeker,

Stephen Petronio, Padmini

Chettur und Dominique Bagouet zu

sehen. Überlegungen zu den Methoden

des lebendigen Bewahrens können

gerade im Bezug auf diese flüchtigste

aller Kunstformen exemplarisch

sein für Erinnerungskultur allgemein

und ein Bewusstsein

schaffen für die Dynamik der Vergangenheit.Wirsprachen

mit Johannes

Odenthal, dem Programmleiter.

Herr Odenthal, vor 25Jahren hat die

Akademie der Künste mit „Jeder

Mensch ist ein Tänzer“ die erste große

Ausstellung in Deutschland zur

Tanzgeschichte ausgerichtet. Hatsich

das Thema inzwischen etabliert?

Wenn Künstler, oder überhaupt

Interessierte, sich mit Tanzgeschichte

befassen wollen, dann sind

sie auf unsystematische Plattformen

im Netz angewiesen. Es gibt nach

wie vor kein Museum und kein offenes

Archiv,indem ich fundiertetwas

über die großen Aufbrüche im frühen

20. Jahrhundert oder über die

Tanz-Revolutionen der 1970er- und

80er-Jahreerfahren kann.

Aber es gibt doch Förderungen –oder

war alles umsonst?

Nein. DasProjekt Tanzfonds Erbe,

das sich diesem Thema durch die

Förderung der Kulturstiftung des

Bundes acht Jahre lang widmen

konnte, war wichtig. Mit seiner Initiative

für Rekonstruktionen und

Reenactments hat Tanzfonds Erbe

einen wichtigen und notwendigen

Prozess in Gang gesetzt. Die Akademie

hat das mit ihren Tanzarchiven

begleitet. Mit der Ausstellung „Das

Jahrhundert des Tanzes“ und dem

großen Programm wollen wir jetzt,

zum Abschluss von Tanzfonds Erbe,

noch einmal den Bogen sehr weit

schlagen und die Erinnerungskultur

im Tanz weiter fortschreiben.

Wassind dabei IhreFragen?

Man muss sich damit auseinandersetzen,

wie sich die Tanzgeschichte

in der Arbeitsweise von

Choreografen und Tänzern niederschlägt.Wiegehen

sie mit dem Tanzerbe

um? Woran wird sich erinnert?

Warum erinnert man sich an was?

Für Johannes Odenthal ist der Umgang mit dem Tanzerbe mehr als ein Thema für Spezialisten.

Welche Strategien der Erinnerung

gibt es? Istein Tanzarchiv,indem Gegenstände

liegen, die richtige Methode,

um an Tanz zu erinnern?

Bräuchten wir ein Tanz- und Tanzfilmmuseum?

Bei einer Kunst wie

dem Tanz, wo die Körperlichkeit so

an die gesellschaftlichen, sozialen

und kulturellen Erfahrungen der jeweiligen

Zeit gebunden ist, bedeutet

Erinnerung auch immer Vergegenwärtigung.

Ist das Ganze für jemanden jenseits

vonExpertenkreisen interessant?

Tanz hat ein unglaublich innovatives

Potenzial, was grundsätzliche

Fragen zum Umgang mit Geschichte

betrifft. DieTänzevon MaryWigman

etwa oder von Valeska Gert sind

nicht mehr eins zu eins aufführbar.

Die Auseinandersetzung mit dem

ZUR PERSON

Akademiker: Johannes Odenthal studierte Kunstgeschichte, Archäologie in Köln, Bonn, Paris.

Publizist: Mitbegründer der Zeitschriften Tanz aktuell und Ballett international

Kurator und Programmleiter: Von1997 bis 2006 war Odenthal künstlerischer Leiter des Programmbereichs

Musik Tanz Theater im Haus der Kulturen der Welt. Seit 2006 ist Odenthal Programmbeauftragter

der Akademie der Künste in Berlin.

BERLINER ZEITUNG/VOLKMAR OTTO

Erbe,die wir in unserem Programm

zeigen, sind Aneignungsprozesse,

in denen immer auch die sozialen

Veränderungshintergründe mit

thematisiert und sichtbar werden.

Wir sehen gleichzeitig unterschiedliche

Entwürfe davon, wie

man mit Geschichte umgehen

kann. Vergangenheit ist nicht statisch.

Aber das Zementieren und

Festfrieren, das In-Stein-Meißeln

von Vergangenheit, wie exemplarisch

mit der Schlossfassade, versucht,

Vergangenheit statisch zu definieren.

Der Tanz zeigt uns eine

Möglichkeit, mit Vergangenheit umzugehen

in der das Gedächtnis als

eine lebendige, transformatorische

Kraft begriffen wird.

Wie lässt sich Tanzgeschichte überhaupt

in eine Ausstellung bannen?

Wir haben ungefähr 75 Objekte

aus den vier nationalen Tanzarchiven

in Köln, Leipzig, Bremen und

Berlin in Verbindung zu 100 Fotografien

und Videos gestellt, die sich auf

dieses Material beziehen. Es gibt jeweils

die Objekte mit ihrer Aura als

Ausgangspunkt, die Hexentanz-

Maske von Mary Wigman zum Beispiel,

die Masken von Jean Weidt

oder das Werkbuch von Dore Hoyer

bis hin zur Röntgenaufnahme ihres

zerstörten Knies. Der Befund war sicherlich

ausschlaggebend für ihren

Freitod.

Auf dem Aufführungsprogramm stehen

verschiedene Reenactments von

Dore Hoyers „Afectos Humanos“, die

sich dem legendären Stück vermutlich

jeweils aus ganz anderer Perspektivenähern.

Ja, das ist die Idee. Die Sozialisierungsprozesse,

denen wir als Individuum

ausgesetzt sind und die uns

ausmachen, hängen mit kulturellen,

mit historischen Entwicklungen zusammen.

Das wird deutlich sichtbar,

etwa wenn in den drei Interpretationen

−von Niels Freyer, PolPiund Renate

Graziadei −das historische Material

mit eher gegenwartsbezogenen

Genderfragen verwoben ist. Derzeitgenössische

Tanz war am Anfang des

20. Jahrhunderts für die Emanzipation

von tradierten Frauenbildern

sehr wichtig. Ästhetische Formen,

etwa in der künstlerischen Auseinandersetzung

mit sozialer Ungerechtigkeit,

wurden radikal infrage gestellt.

Das hatte eine Triebkraft, die uns

heute kaum noch gegenwärtig ist.

Vielleicht setzen sich auch deshalb

immer mehr Choreografen explizit

mit historischem Material auseinander.Teilen

Siediese Beobachtung?

Ja, und das ist nicht nur in

Deutschland oder Frankreich so.Die

Fragen der Rekonstruktion und des

Fortschreibens vonTanztraditionen,

die Fragen nach körperlichen Erinnerungen

und der direkten Weitergabe

vonTänzerin zu Tänzerin, auch

Fragen zu Notation und Formen der

Dokumentation, sind im Tanz weltweit

in den letzten zwanzig Jahren

ein Thema geworden. Wir sprechen

von einem Archival Turn. Choreografen

begreifen künstlerische Produktion

und Archivbildung zunehmend

als einen gemeinsamen Prozess.

Und spätestens in diesem Moment

wirdeslebendig.

DasGespräch führte

Michaela Schlagenwerth.

Wasder Körper erinnert 24. 8. bis21. 9.,

Programm und Karten: www.adk.de

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Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 23 *

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Feuilleton

Geflötet,

gebrüllt und

geholzt

Die Punk-Veteranen Flipper

spielten im Bi Nuu

VonJohannes von Weizsäcker

Noch ein Jubiläum. Flipper gibt

es auch schon seit nunmehr 40

Jahren. Aber im Gegensatz zum glitschigen

und freundlich quiekenden

Delfin aus der gleichnamigen 60er-

Jahre-TV-Serie erzeugt Flipper, die

Band, seit jeher rauen, in ihrem Brutalismus

stilprägenden Primitiv-

Rock, zu dem es sich prima inkohärent

herumbrüllen lässt, und genau

das taten einst William Shatter und

Bruce Loose,die übrigens beide Bass

spielten. Das Resultat war eine entschleunigte

Version des Punk, die

nicht nur auf Flippers frühe Zeitgenossen

wie etwa Melvins oder Black

Flag, sondern auch auf die Grungeund

Noiserock-Generation erheblichen

Einfluss hatte. Nirvana-Bassist

Krist Noveselic tourte sogar eine

Weile mit Flipper.

Shatter starb 1987 an einer Überdosis

Heroin, Loose stieg, nachdem

die Band sich mehrfach aufgelöst

und neu formiert hatte, 2015 aus,

und so wurde zur Jubiläumstour David

Yowrekrutiert, der die 90er-Jahre

damit verbracht hat, zur Musik seiner

von Flipper beeinflussten Noiserock-Band

The Jesus Lizard ebenfalls

inkohärent herumzubrüllen!

Wie sich im Bi Nuu feststellen ließ,

handelt es sich dabei um einen sehr

effektiven Neuzugang; delfingeschmeidig

nahtlos passte sich Yowin

das Geholze der Band ein, indem er

pausenlos Bier in sich hineingoss,

die Hälfte des Konzerts auf den Armen

des Publikums verbrachte, debil

umhergestikulierte und natürlich

toll ins Mikrobrüllte!

Fügte sich gut ein:

Flipper-Neuling David Yow.

ROLAND OWSNITZKI

Den gerade für Flippers Monumental-Matschsound

essenziellen

Bass bedient heutzutage übrigens

Mike Watt von den nicht minder legendären

Minutemen. Im Bi Nuubeeindruckte

er durch seine zurückhaltende

Gleitsichtbrillen-Elder-Statesman-auf-Urlaub-Haltung,

die Yows

Kanalisierung von Jack Nicholson

gegen Ende des Films „The Shining“

aufs Pointierteste grundierte. Sehr

gut auch Vietnam-Veteran und

Gründungsmitglied TedFalconi mit

Zausel-Dutt und der druckvollen Gitarre

sowie Gründungsdrummer

Steve DePace, der unbeeindruckt

hämmerte.

Alle Klassiker der Band wurden zu

Gehör gebracht, „Ha HaHa“ etwa,

aber auch „Life“ oder „Life is Cheap“

– Yow brachte hier das Publikum

dazu, dieseWortejeweils mit ähnlich

angeekelter Verve zuskandieren wie

er selber – und natürlich zum

Schluss das albtraumhafte Freejazz-

Punkrock-Manifest „Sex Bomb“, mit

dem die Band einst die Punk-Community

aufmischte. Hierbei brachte

Yow befreundete Mitglieder des

Kreuzberger Nasenflötenorchesters

auf die Bühne,unter ihnen auch der

Berliner Underground-Stardrummer

Chris Imler.

So endete der Abend mit einem

Zehn-Minuten-Riff, zu dem gebrüllt

und geflötet wurde. Vom plötzlich

aufgetauchten Saxofonisten sowie

einem Sportrucksack tragenden

Mann, der auch irgendwie da war,

mal ganz zu schweigen. Punkrock!

Georg (Ole Lagerpusch) und Sophie (Birte Schnöink) besprechen die Einzelteile der Liebe.

Patchwork in Beton

Miriam Blieses Debüt „Die Einzelteile der Liebe“ begleitet ein junges Paar im Berliner Hansaviertel

VonPhilipp Bühler

Irgendwann hat man es kapiert.

Wasimmer diese jungen Menschen

tun werden, ob sie sich

küssen, streiten oder zwischendurch

ein Kind großziehen –

sie werden dazu nicht nach drinnen

gehen. Die Regisseurin Miriam

Bliese hat einen Film gemacht, der

sich fast gänzlich in Zwischenräumen

abspielt, genauer: vor einem

Wohnblock des Berliner Hansaviertels.

Draußen vor dem Haus, immer

zwischen Tür und Angel, wird die

Liebe von Sophie (Birte Schnöink)

und Georg (Ole Lagerpusch) in ihre

Einzelteile zerlegt, vom Anfang bis

zum Ende,wenn auch nicht chronologisch.

DieAbsolventin der Berliner

Filmhochschule DFFB streckt damit

ihren Kurzfilm von2013, der „An der

Tür“ hieß. Und warum auch nicht?

Das Konzept ist nicht nur innovativ

und vongehöriger Symbolik, es trägt

auch sehr gut.

Was inerbittertem Streit enden

wird, den der Film an den Anfang

stellt, begann gelöst und fröhlich

mit der Geburteines Kindes.Sophie

wurde von ihrem Freund sitzengelassen,

also fährt Georg sie in die

Klinik, das heißt er fährt mit ihr im

Taxi, nachdem sie beide –sie mit dickem

Bauch, er noch völlig unbeleckt

von den Dingen des Lebens –

seine alte Klapperkiste nicht zum

Laufen gebracht haben. Das blöde

Missgeschick, gepaart mit fragloser

Hilfsbereitschaft, wird zur Starthilfe

für eine neue Liebe.

Kommunikation per Babyfon

Im weiteren jedoch muss der Alltag

gemeistert, das Kind gehütet und

später in die Schule gebracht werden.

Es hat schon seinen Sinn, dass

die Wohnung nur noch in Ausnahmefällen

von beiden genutzt wird.

Kommuniziert wird über Gegensprechanlage

und Babyfon. Irgendwann

tritt ein neuer Mann in Sophies

Leben, die Sache hat einfach

nicht gehalten.

Das ist traurig, multipliziert aber

die Möglichkeiten ulkiger Begegnungen,

vor der Haustür, amBriefkasten,

im zugigen Durchgang eines

kompliziertgewordenen Lebens: Sophie

und Georg, vereint im Streit um

das Kind. Georgund Jakob,der Sohn,

den er zwischenzeitlich adoptiert

hat und nun subtil auf seine Seite zu

ziehen versucht. Georgund Fred, der

Neue, der einfach keinen Stress haben

will und im Briefkasten seine Zigaretten

bunkert. Es gibt viel zu rauchen

im Film, weil ständig irgendwer

auf irgendjemanden wartet.

Das idyllisch im Tiergarten gelegene

Hansaviertel, nach dem Krieg

ein Demonstrationsobjekt des

Neuen Bauens,sollte neuen Lebensformen

Raum geben. In der „durchgrünten

Stadt“, so die Idee, würden

sich die Menschen als Teil eines Ganzen

erleben. Blieses Film bieten die

verschachtelten Wohnblocks, immerhin

gestaltet von Meistern wie

Alvar Aalto und Oscar Niemeyer,zunächst

mal jede Menge interessante,

ungewohnte Sichtachsen und Blickwinkel.

Wenn eine Treppe im Hintergrund

einer Kuss-Szene erscheint,

erzeugt die plötzlich dreieckige

Struktur eine Instabilität, die vorher

nicht da war. Ist das gewollt? Wie

geht trigonometrisches Küssen? So

hat jede Szene ihre eigene Perspektive,

und könnte auch eine ganz andere

haben. Nicht zuletzt dadurch

erscheint diese Architektur wie für

Sophie und Georggemacht.

Sie sind junge Kreative, die sich

hier wohlfühlen. Er ist selbst Architekt,

ihre Liebe zu gutem Design bemerkt

man an den grafischen Mustern

ihrer extravaganten Kostüme.

Zugleich scheinen sie nie zu wissen,

ob sie hier nun ihren Traum oder den

ihrer Elternleben. Wird sich aus den

verspielten Einzelteilen je etwas

Ganzes ergeben?

Das sind komplexe Fragen. Weil

der Film auch in seinen ironisch gehaltenen

Dialogen zur Abstraktion

neigt, bieten vonder ganzen Familie

eingespielte Siebzigerjahreschlager

willkommene Abwechslung. Nicht

totzukriegen ist ja das Vorurteil,

Schlager handelten nur vom gelingenden

Leben, vomewigen Glück.

„Liebeskummer lohnt sich nicht,

my darling“ –die Wahrheit ist doch

immer ganz unkompliziert. Mitdem

Ende wagt der Film sogar ein bisschen

Utopie, Musik und Architektur

sind glücklich vereint.

DieEinzelteileder Liebe Deutschland2019.

Buchund Regie: Miriam Bliese,Darsteller:Birte

Schnöink, Ole Lagerpusch,AndreasDöhleru.a.;

97 Min., Farbe.

Weitere Rezensionen im Kulturkalender

Vomdoppelten Bewusstsein der Unterdrückten

In der Oranienstraße wird an den Soziologen, Ökonomen und Bürgerrechtler William E. B. Du Bois erinnert

VonPetraKohse

Ersagte: „Die Kosten der Freiheit

sind geringer als der Preis der

Unterdrückung.“ Und: „Entweder

wird Amerika die Ignoranz auslöschen

oder die Ignoranz wird Amerika

auslöschen.“ Und: „Die Kunst

besteht nicht nur aus Kunstwerken;

sie besteht auch aus dem Geist, der

Schönheit erkennt, der von Musik

erfüllt ist und unter seinem Kopftuch

die Farbe des Sonnenuntergangs

trägt, der auf einer loderndenWelt zu

tanzen versteht und sie, die Welt,

ebenso zu tanzen lehrt.“ Und: „Das

Problem des 20. Jahrhunderts ist das

Problem der Hautfarbe.“

Er sagte es natürlich auf Englisch.

William Edward Burghardt Du Bois,

geboren 1868 in Massachusetts und

1963 in Ghana gestorben, war Soziologe

und Wirtschaftswissenschaftler,

Schriftsteller und Politiker,Amerikaner

und Afrikaner, und ein Pionier

der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

In den Jahren 1892

bis 1894 studierte er in Deutschland

an den Universitäten in Berlin und

Heidelberg, wo er auch den Soziologen

und Ökonomen MaxWeber kennenlernte,mit

dem Du Bois sich später,als

er als erster SchwarzerinHarvard

promoviert hatte (über den

William E. B. Du Bois (1868–1963) lebte in der Oranienstraße 130.

transatlantischen Sklavenhandel),

über Jahrehin austauschte.

Als Du Bois in Berlin lebte,

wohnte er in der Oranienstraße 130,

östlich des heutigen Waldeckparks,

der, ehemals ein Pest-Friedhof,

schon damals eine Grünfläche war.

Am 27. August, dem 56. Todestag von

Du Bois, weihen die Kulturverwaltung

und die Historische Kommission

an dieser Stelle,ander heute ein

dreistöckiges Nachkriegsgebäude

steht, eine Gedenktafel ein. In der Tat

ist die Erinnerung an diesen Universalgelehrten,

dessen Name auf die

GETTYIMAGES

hugenottische Herkunft des Sklavenhalters

zurückgeht, der im Besitz

eines aus Haiti eingewanderten Vorfahren

von ihm war, mehr als lohnend.

In seinem 1903 veröffentlichten

Hauptwerk „The Souls of Black

Folk“ schildert DuBois die Situation

der schwarzen Bevölkerung in den

USA, die nach dem Bürgerkrieg zwar

der Sklaverei entronnen war, aber

weiter unter ökonomischer Abhängigkeit,

politischer Unterdrückung

und gesellschaftlicher Ächtung litt.

Obwohl dieses Buch international

ein Bestseller wurde und auch

MARKUS KOOB

von Max Weber als „brillant“ bezeichnet

wurde, musste es auf seine

deutsche Übersetzung hundert

Jahre warten. Die Freiburger

Orange-Press brachte „Die Seelen

der Schwarzen“ 2003 in der Übersetzung

von Jürgen Meyer-Wendt heraus,

inzwischen ist es schon wieder

vergriffen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen

darin gehört, dass die

Unterdrückung zu einem „doppelten

Bewusstsein“ der Afroamerikaner

geführt habe. Dass man sich vor

allem im Spiegel der Herablassung

anderer wahrnehme, führe zueiner

„Zweiheit“: „Zwei Seelen, zwei Gedanken,

zwei unversöhnte Streben,

zwei sich bekämpfende Vorstellungen

in einem dunklen Körper, den

Ausdauer und Stärke allein vor dem

Zerreißen bewahren.“

1909 war Du Bois Mitgründer der

schwarzen Bürgerrechtsbewegung

NAACP, die es noch heute gibt. Am

Ende seines Lebens siedelte er nach

Ghana um, wo er die Arbeit an einer

afrozentrischen Enzyklopädie begann,

der „Encyclopedia Africana“,

die später von Kwame Anthony Appiah

und Henry Louis Gates fortgesetzt

wurde und inzwischen 3500

Stichworte in fünf Bänden umfasst.

Die Encyklopædia Brittanica hat

65 000 Stichworte in 32 Bänden.

NACHRICHTEN

Uhr der Versöhnungskirche

schlägt bald wieder

Sieist ein besonderes Symbol der

deutschen Teilung: Die„Uhrder Versöhnung“

aus einer Kirche am Berliner

Mauerstreifen soll bald wieder

schlagen. DasUhrwerk stand 58

Jahrelang still, nachdem die Versöhnungskirche

mit der Grenzschließung

am 13. August 1961 eingemauertworden

war,wie die Diakonie

Deutschland am Mittwoch erklärte.

Derdamalige UhrenwartJörgHildebrandt

habe aus Protest im Oktober

1961 die Zeiger auf „Fünf vorZwölf“

gestellt. Nunsoll die Uhram28. August,

zum 125. Gründungsjubiläum

der alten Versöhnungskirche,wieder

in Gang gesetzt werden –um11.55

Uhr. DieKirche im sogenannten Todesstreifen

wurde schon 1985 gesprengt.

Heute steht dortdie Kapelle

der Versöhnung, die zur Gedenkstätte

Berliner Mauer gehört. (dpa)

Spiele der 2. Liga nun auch

auf PlattformOnefootball

DieLive-Übertragungen der Spiele

aus der 2. Fußball-Bundesliga und

im DFB-Pokal sind ab sofortauch in

der Appvon „Onefootball“ zu sehen.

DiePlattformschloss eine entsprechende

Distributionspartnerschaft

mit Rechteinhaber Skyab, die für die

Zweitliga-Einzelspiele und die Pokal-Partien

gilt. Live-Einzelspiele

seien ab 3,99 Euro proSpiel auf Payper-View-Basis

erhältlich, teilte Sky

am Mittwoch mit. Außerdem können

die Fans die Sky-Highlight-Clips

der englischen Premier League ab

dem 3. Spieltag bei „Onefootball“

verfolgen. (dpa)

Vorsitzender des DJV

entschuldigt sich bei Rezo

DerVorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands,Frank

Überall,

hat sich beim YouTuber Rezo für

seine Kritik an dessem jüngstem Video

entschuldigt. „Dahabe ich mich

mit meiner zugespitzten Kritik vergaloppiert,

sorry. Deine Medienkritik

war mir persönlich in Teilen zu

heftig, grundsätzlich wirfst du aber

auch viele wichtige Fragen auf. Vielleicht

unterhalten wir uns darüber

mal? Würde mich freuen“, schrieb

Überall am Mittwoch auf Twitter.

Rezo twitterte umgehend zurück:

„Update: DerVorsitzende hat sich

entschuldigt, und damit ist diese Sache

für mich erledigt. “Rezo hatte als

Gast beim YouTube-Kanal „Space

Frogs“ seinem Ärger über Zeitungen

Luft gemacht. DerDJV hatte am

Dienstag seine Äußerungen kritisiert,

die entsprechende Pressemitteilung

kurzdarauf aber zurückgezogen.

(dpa)

Ausstellung über Zeit

vor der Wende sehr beliebt

DieAusstellung „Point of No Return“

im Leipziger Bildermuseum hatte in

den ersten vier Wochen fast 15 000

Besucher.Die Schau beschäftigt sich

mit der Zeit vordem Fall der Mauer.

Auch der Umbruch selbst und die

Neudefinition der Kunst danach

werden dargestellt. (dpa)

TOP 10

Dienstag,20. August

1 Ina.Freundschaft ARD 4,79 16 %

2 Tagesschau ARD 3,92 14 %

3 heute ZDF 3,78 17 %

4 UmHimmels Willen ARD 3,69 13 %

5 Rosenheim-Cops ZDF 3,65 14 %

6 SokoKöln ZDF 3,10 17 %

7 heute-journal ZDF 3,08 11 %

8 RTL aktuell RTL 3,02 15 %

9 Sommerhaus ... RTL 2,99 10 %

10 Gefragt –gejagt ARD 2,64 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Aufsturz (✆ 28 04 74 07)

19.30: Klubbekanntschaften

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Die Mausefalle

Dock 11 (✆ 448 12 22)

19.00: No Borders Festival: SPIKE (itinerary2)/29/

Vortex (Christine Bonansea Company/Sara Shelton

Mann)

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Männerschlussverkauf

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Aufzeichnungen aus derUnruhe

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(✆ 54 90 51 92) 19.30: Romeo &Juliet (Globe

Ensemble Berlin)

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

20.30: Hoftheater:Penthesilea, Medea und der Mann

in der Badewanne

HAU1(✆25 90 04 27)

19.00: Tanz im August: BodyConcert(Ambiguous

Dance Company)

HAU3(✆25 90 04 27)

21.00: Tanz im August: OneTwoThreeOneTwo (Albert

Quesada &Katie Vickers)

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30: Candide

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Zuhause bin ich Darling

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Casting Clara

Prime Time Theater (✆ 49 90 79 58)

20.15: Gutes Wedding,schlechtes Wedding

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Im Weißen Rössl

Schaubühne (✆ 89 00 23)

19.30 Globe: Love hurts in Tinder Times

20.00: Schatten (Eurydikesagt)

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Charlys Tante

Shakespeare CompanyBerlin (✆ 21 75 30 35)

20.00: Der Kaufmann vonVenedig!

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

19.00 Festsaal: Tanz im August: #PUNK 100% POP

*N!GGA (Nora Chipaumire)

Anzeige

31.07. –08.09.

Theater an derMuseumsinsel (✆ 47 01 89 49)

18.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

20.00: Die Vögel

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: Berliner Geschichten: Ick baumle mitde

Beene –Klabautermann &Vagabund

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00 überdachte Freilichtbühne: Die Bergwerkezu

Falun (Ton &Kirschen Wandertheater)

Uferstudios (✆ 46 06 08 87)

19.00 Studio 1: Offshore(Monica Duncan &Martin

Hiendl)

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

20.00: Cosmic Comedy(Dharmander Singh, Neil

Numb u. a.)

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

19.30: All Shook Up! –Shakespeare meets Elvis

(Gastspiel Berliner StageCompanye.V.)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(✆ 017 95 34 66 96) 20.00: Männer über 40

(MargaBach)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Travestie vomFass

20.00: Zwischenräume (Kaiser &Plain)

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: Apokalypse /Black Zone (Tante EDMAs

ImproLounge)

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Zirkus Angela

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Elvis –Das Musical (Grahame Patrick &The

Stamps Quartet)

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: Der Tod&YeoMen (Der Tod&YeoMen)

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Cüneyt Akan, RobertAlan,

Lukas Wandke, Mark Britton, Mod.: Stephan Bauer)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Horst Blue (Mod.)

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

ESTREL BERLIN . STARS-IN-CONCERT.DE

TICKETS: 030 6831 6831

Literatur

Liebe, Musik

und

Bücher

Spätestens nach den Manson-Morden

und der Tötung

eines Fans bei einem

Konzert der Rolling Stones in

Altamont war die Hoffnung

auf Love &Peace und gesellschaftlichen

Aufbruch, wie sie

die Hippie-Bewegung ausgelöst

hatte, dahin. Das aber nur

aus heutiger Sicht. 1970 erschien

in den USA das Buch

„The Greening of America“

von Charles A. Reich, das ein

Lobgesang auf die Gegenkultur

jener Jahre war und weltweit

ein Bestseller wurde. Auf

Deutsch trug es den Titel „Die

Welt wirdjung“, was die ökologische

Dimension, die das

Wort „greening“ enthielt, unterschlug.

Jetzt aber kann und

soll alles diskutiert werden,

und zwar im Palais Populaire,

wo,begleitend zur Ausstellung

„Summer of Love“, Bücher der

späten 60er- und frühen 70er-

Jahre im Mittelpunkt stehen.

Es liest der Schauspieler Florian

Lukas. HarryNutt

PalaisPopulaire 19 Uhr,Unter den

Linden 5, Eintritt 9Euro

Melancholie, Romantik und Kapitalismuskritik −die Schaubühne kommt mit „Love hurts in tinder times“ mit MarkWaschke(Mitte) a

Ulrich Seidler

hat in diesem Sommer die in Berlin

gängigen Sonnenblumenkerne

durchprobiert. Am leckersten sind die,

die an Spätverkaufsstellen angeboten

werden. Da gibt es das gut gekühlte

alkoholfreie Weizenbier praktischerweise

gleich dazu. Fertig ist das Set für den

theaterfreien Sommerabend.

Wir befinden uns spielzeitzyklisch

in der

Warmlaufphase, bitte

nicht unterschätzen!

Der Theaterdirektor wechselt nach

fünfwöchigem Strandurlaub vonder

Bade- zurück in die Anzughose,wirft

den Frotteemantel ab und den Smoking

über. Erplatziert den Zylinder

auf der polierten Glatze, kämmt sich

ein paar Muscheln aus dem Rauschebartund

greift, nach einem letzten

Gähnen bis zum nächsten Sommer,tief

in seine Hosentasche,worin

er nach einem kurzen Schreck doch

ein goldenes Schlüsselchen findet,

das ins Schloss seiner über den Sommer

geschlossenen Anstalt passt. Mit

einem Schmunzeln der Unnachgiebigkeit

steckt er das Schlüsselchen

hinein, dreht es um und knarrend tut

sie sich auf −die Pforte zur Welt der

Illusionen und der Desillusionen.

Auch die technischen und künstlerischen

Mitarbeiter kehren aus

dem Urlaub zurück, öffnen mit gemischten

Gefühlen die Lüftungsschlitze

in ihren Wirkungs- und

Werkstätten, Büros, Maschinerieund

Funduskatakomben; manche

werden tagsüber nur noch selten natürliches

Licht sehen. In den Garderoben

hängt noch ein bisschen abgestandene

Luft von der letzten Spielzeit.

Undda! Aufgescheuchte Puderpartikel

tanzen im Licht des

Maskenspiegels. Auch Schwebteilchen

im kaum ranzigen Speiseöl beginnen

einen Reigen, wenn in der

Kantine die Fritteuse angeheizt wird.

Scheinwerfer flammen auf, die Tonanlage

singt sich mit einem 50-

Hertz-Brummen warm: Netzspannung.

Degen und Harnische scheppern,

Soubretten husten ab,und das

Knacken von Ballerinengelenken

dringt aus dem Spiegelsaal. Überall

kehrtdas Leben zurück.

Nur die Kritiker lungern anden

stadtnahen Seen herum, spucken

Sonnenblumenkernschalen in den

Spätsommerwind und wälzen sich

auf ihrer Picknickdecke halbstündlich

träge auf die andereSeite −sollen

diese Theaterleute doch erst einmal

in Ruhe die Premieren zu Ende einstudieren.

Vielleicht −man möge den

Glauben nie verlieren −ist ja in diesem

Jahr etwas dabei.

Die Theater der Stadt haben den

Probenbetrieb natürlich längst wieder

aufgenommen. Und weil alle da

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Und wer nimmt

den Hund? 14.45; Once Upon aTime in... Hollywood

16.45, 20.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Leid und Herrlichkeit

15.30,20.30; Das zweite Lebendes MonsieurAlain

18.10

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Once Upon a

Time in...Hollywood 16.30,20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Once Upon aTime

in... Hollywood (OF) 14.00, 15.30, 17.30, 20.15,

21.00, 21.50; Paranza: Der Clan der Kinder –La

paranza dei bambini (OmU) 17.45, 22.00; Gloria:

Das Leben wartet nicht –Gloria Bell (OmU) 14.50,

17.10,19.30; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 14.15, 19.00, 21.30; Und wer nimmt den

Hund? 15.45, 17.50, 20.00; Paranza: Der Clan

der Kinder 14.00, 16.30, 19.00, 21.30; Ich war

zuhause, aber...13.30, 16.45; Blinded by the Light

(OmU) 15.15, 21.30; Es gilt das gesprochene Wort

19.00

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Und wer nimmt

den Hund? 18.00; Blinded by the Light 20.00;

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts

17.45; Und wer nimmt den Hund? 20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Gloria: DasLeben wartet

nicht 15.30, 18.00, 20.30; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 15.45; Das zweite Leben des

MonsieurAlain 15.30,20.30; Leid und Herrlichkeit

18.00; Yesterday 16.00; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 18.30, 20.45; So wie dumich

willst 15.15, 20.00; Photograph –Ein Foto verändert

ihr Leben für immer 17.30; Leberkäsjunkie

17.45; Der unverhoffte Charme des Geldes 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Once Upon a

Time in... Hollywood 13.30, 17.00, 20.30; Pets

II 14.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OF)

16.00, 19.30; Once Upon aTime in... Hollywood

23.00; Die drei !!! 14.20; Once Upon aTime in...

Hollywood 16.45, 20.15; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 14.45; 3D: Der König der Löwen

17.10; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 20.00,

23.00; 3D: Der König der Löwen 14.30, 19.45; A

Toy Story: Alles hört auf kein Kommando 17.15;

Once Upon aTime in... Hollywood (OF) 22.40; Der

König der Löwen 15.00; IAmMother 17.45, 23.00;

Blinded by the Light 20.20; Yesterday 13.50; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 16.30; AToy Story:Alles

hörtauf kein Kommando19.30; IAmMother21.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Das schönste

Paar 11.00; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

–AtEternity‘s Gate (OmU) 12.30; Fuck Fame

–Die Geschichte von Elektropop-Ikone Uffie (OmU)

14.30; Benjamin Blümchen 16.00; Unsere große

kleine Farm 17.30; Free Solo (OmU) 19.00; The

Dead Don‘t Die (OmU) 20.45; Burning –Beoning

(OmU) 22.30; Cleo (OmenglU) 11.00; RamenShop

–Ramen Teh (OmU) 12.45; Tolkien (OmU) 14.15;

Made in China 16.15; Fisherman‘s Friends –Vom

Kutter indie Charts (OmU) 17.45; Berlin, ILove You

(OmU) 19.45; Endzeit (DFmenglU) 21.45; Macht

das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert

essolange? 11.00; Sunset –Napszallta (OmU)

12.45;Yoga: Die Kraft des Lebens –Debout (OmU)

15.15; Pets II16.45; Yesterday 18.15; Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 20.15; Crawl

(OF) 22.15

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Kroos 16.00;

Ich war zuhause, aber... 18.15; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 20.15; The Dead Don‘t

Die (OmU) 22.30; Yoga: Die Kraft des Lebens –Debout

(OmU) 16.00; Push –Für das Grundrecht auf

Wohnen (OmU) 17.45; Congo Calling (OmU; m.Gespräch)

19.30; Free Solo (OmU) 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz IMAX 3D: Wildes

Madagaskar: Die Insel der Lemuren 13.45; Pets

II 13.45; Berlin, ILove You 13.50; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.00, 17.00, 20.10, 22.00; Abikalypse

14.00; 3D: AToy Story:Alles hört auf kein

Kommando 14.00, 16.50; Benjamin Blümchen

14.10; Der König der Löwen 14.15, 16.15, 19.10;

Stuber –5Sterne Undercover14.20,17.15,19.40,

22.10; Spider-Man: Far From Home 14.30, 17.30;

Aladdin 14.30; Yesterday 14.40, 17.30; Good Boys

14.45,17.10,19.45,22.15; AToy Story:Alles hört

auf kein Kommando 14.45, 17.20, 20.00, 22.30;

IMAX: Once Upon aTime in... Hollywood 15.15,

19.00, 22.45; Once Upon aTime in... Hollywood

16.30, 19.40, 20.10; IAmMother 16.30, 19.15,

22.00; 3D: Der König der Löwen 16.40; Blinded by

theLight 16.50,19.30;Crawl 17.30, 20.30,22.30;

Gloria: DasLeben wartetnicht19.30,23.15; Leberkäsjunkie

20.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OF) 20.30, 22.20;Anna 22.15; John Wick: Kapitel

III 23.00;Annabelle III 23.20

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Rocketman

(OmU) 18.00; Yesterday (OmU) 20.15; OBeautiful

Night (OmenglU) 22.30; Das melancholische Mädchen

18.00; Endzeit (OmenglU) 19.45; Messer im

Herz –Uncouteau dans le coeur (OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Spider-Man: Far

From Home13.30;Pets II 13.30; GoodBoys13.45,

16.45, 20.10; Benjamin Blümchen 14.00; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 14.10, 16.50,

19.40; 3D: Der König der Löwen 14.20, 17.10; Die

drei !!! 14.30; Once Upon aTime in... Hollywood

16.15, 19.30, 20.00; Der König der Löwen 16.30;

Fast &Furious: Hobbs &Shaw 16.40, 19.50; Stuber

–5Sterne Undercover 17.20, 20.15; Leberkäsjunkie

20.00

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Sowie du mich willst

14.00;TKKG16.00;Fisherman‘sFriends–VomKutter

in die Charts 17.55; Yesterday 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Once Upon

aTime in... Hollywood 14.15, 17.00, 19.50; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 14.20, 17.15, 20.00;

3D: Der König der Löwen 14.20, 17.10; 3D: AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 14.30; Benjamin

Blümchen 14.40; Yesterday 14.45; Der König

der Löwen 14.50, 16.50, 20.00; AToy Story:Alles

hört auf kein Kommando 15.00, 17.30, 19.30;

Good Boys 15.10,17.20,19.40; Stuber –5Sterne

Undercover 17.30, 20.20; Spider-Man: Far From

Home 17.40, 20.10; Crawl 17.40, 20.30; IAm

Mother 19.45

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Once Upon aTimein...

Hollywood (OmU) 15.30, 19.00, 22.30; B Blinded

by the Light (OmU) 17.00, 19.30, 22.00

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Die Einzelteile

der Liebe –Die Einzelteile der Liebe (OmenglU)

17.45, 19.45; Congo Calling (OmU) 18.00; Ich war

zuhause, aber... (OmenglU) 20.00; Acid –Kislota

(OmU) 21.45; Das melancholische Mädchen 22.15

Moviemento (✆ 692 47 85) Pets II 15.00; Checker

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten 17.00;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 19.00;

Open Screening 22.00; Die Winzlinge:Abenteuer in

der Karibik 11.00; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 13.15; Benjamin Blümchen 15.30; Cleo

(OmenglU) 17.45; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.00; Tel Aviv OnFire (OmU) 23.15;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 11.30,

14.45,18.00,21.15

Sputnik (✆ 694 11 47) Fisherman‘s Friends –

Vom Kutter indie Charts (OmU) 17.30; Leid und

Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 19.30; Aardvark

(OF) 21.30; Cleo (OmenglU) 17.45; TelAviv On Fire

19.30; Burning –Beoning (OmU) 21.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) OnceUponaTime in... Hollywood

16.30, 20.00; New Paranza: Der Clan der

Kinder 16.10,21.00; Leid und Herrlichkeit 18.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Pets II 14.00; Die

drei !!! 14.45; Der König der Löwen 14.45, 17.30,

20.15; Benjamin Blümchen 15.00; AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 15.15, 17.30, 20.30;

GoodBoys16.00, 18.00, 20.30; OnceUpon aTime

in... Hollywood 17.00,19.45; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 17.15, 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Der Junge

muss an die frische Luft 13.00; Das zweite Leben

des Monsieur Alain 13.00, 17.45; Der unverhoffte

Charme des Geldes 14.00; Gloria: Das Leben wartet

nicht 15.30, 20.00; Die drei !!! 15.30; Once

Upon aTime in... Hollywood 17.00, 20.15; Berlin, I

Love You 17.45, 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Once

Upon aTime in... Hollywood 14.00, 16.30, 19.45;

Fast & Furious: Hobbs & Shaw 14.00, 16.30,

19.45; Der König der Löwen 14.00, 16.55; 3D: A

Toy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.00;

Pets II 14.15; Benjamin Blümchen 14.30; AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando 14.30, 17.00,

20.15; Good Boys 15.00, 17.30, 20.15; Crawl

17.00, 20.00; Spider-Man: Far From Home 17.10;

Stuber 17.35, 20.00; 3D: Der König der Löwen

19.45; Leberkäsjunkie 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Kleiner Aladin 17.00;

Fisherman‘s Friends (OmU) 18.30; Liebesfilm

(OmenglU) 20.45; Face_It! (OmU) 18.00; Ausgeflogen

(OmU) 19.30;Axel, der Held 21.15

Babylon (✆ 242 59 69) Woodstock 50!: Love &

Mercy (OmU) 17.00; Woodstock 50!: Almost Famous

– Fast berühmt (OmU) 17.30; Woodstock

50!: Jimi Hendrix (OF) 18.00; Woodstock 50!: The

Doors (OmU) 19.30; Woodstock 50!: The Beatles:

EightDaysaWeek –The Touring Years (OmU) 20.00;

Woodstock 50!: Blutige Erdbeeren –The Strawberry

Statement (OF) 20.00; Woodstock 50!: The Doors:

WhenYou‘re Strange (OmU) 22.00; Woodstock 50!:

The Rolling Stones: Gimme Shelter (OmU) 22.15;

Woodstock 50!: Blow Up (OF) 22.15

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) IAm

Mother (OF) 13.00, 15.15, 17.30, 20.00; Die Melodie

des Meeres –Song ofthe Sea (OmU) 10.00;

Pets II 12.00;Alfons Zitterbacke –Das Chaos istzurück

13.45;Yesterday (OmU) 15.45, 18.15, 20.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Fast &

Furious: Hobbs & Shaw 11.00, 17.10, 20.00,

23.00; Der König der Löwen 11.00, 13.50, 16.45;

Benjamin Blümchen 11.00; 3D: Avengers: Endgame

11.10; Pets II 11.15, 13.30, 15.50; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 11.20, 14.00,

17.20,19.50; Drei Schritte zuDir 11.30; 3D: AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando 12.10, 14.45,

16.40; Good Boys 12.15, 14.40, 16.50, 19.45,

22.30; Once Upon aTime in... Hollywood 13.15,

16.40,19.20, 20.20, 22.10; Spider-Man: Far From

Home 14.10, 23.10; Die drei !!! 14.15; 3D: Der

König der Löwen 15.00,17.50, 20.20, 23.15; Stuber

–5Sterne Undercover 17.00, 20.30, 23.00;

Crawl 18.10, 20.40, 22.40; Leberkäsjunkie 20.00;

Annabelle III 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Berlin Babylon

(OmenglU) 15.00; Gloria: Das Leben wartet nicht

–Gloria Bell (OmU) 17.00, 19.15; Der unverhoffte

Charme des Geldes –La chute de l‘empire americain

(OmU) 21.30; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 14.45, 18.00, 21.15; Der unverhoffte

Charme des Geldes –La chute de l‘empire americain

(OmU) 15.00; Sowie du mich willst –Celle

que vous croyez (OmU) 17.45; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 20.00; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 14.00, 21.30; Blinded by

the Light (OmU) 16.30, 19.00; Paranza: Der Clan

der Kinder (OmU) 14.15, 19.00; Ich war zuhause,

aber... (OmenglU) 16.45,21.30

International (✆ 24 75 60 11) Once Upon aTime

in...Hollywood (OmU) 16.30,20.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70)Mädchen im Rampenlicht

–Ziegfeld Girl (OF) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.00,

16.45, 20.00; Die drei !!! 14.05; Spider-Man: Far

From Home 14.10, 16.50; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 14.10, 16.30, 19.45, 22.30; Benjamin

Blümchen 14.20; Pets II 14.30, 17.30; Good Boys

14.30, 17.00, 19.30, 22.00; 3D: AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 14.30; Der König der

Löwen 14.40, 17.15, 19.40, 23.00; Once Upon a

Time in... Hollywood 16.30, 19.30, 22.30; Good

Boys (OF) 17.00; Aladdin 17.00; Der König der Löwen

–The Lion King (OF) 19.30; Once Upon aTime

in... Hollywood (OF) 20.00, 22.30; Crawl 20.00;

Stuber –5Sterne Undercover 20.10; Annabelle III

22.30; Stuber –5Sterne Undercover (OF) 22.40;

Crawl (OF) 23.05

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Gloria (OmU) 10.00,

19.40; Unsere große kleine Farm (OmU) 12.00;

Paranza: Der Clan der Kinder (OmU) 13.50,21.30;

Apollo 11 (OmU) 15.50; Leid und Herrlichkeit

(OmU) 17.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50)Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 17.00, 20.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 16.30, 20.00; Paranza: Der Clan

der Kinder (OmU) 16.30, 19.00,21.30; Once Upon

aTime in... Hollywood (OmU) 17.30, 21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 17.45, 21.15, 22.00; Gloria (OmU)

17.20, 19.40; Blinded by the Light (OF) 17.30,

20.00, 22.30; Der König der Löwen (OF) 16.30;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmenglU)

18.15,21.30; AToy Story:Alles hört auf kein Kommando

(OF) 16.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor y

gloria (OmU) 19.00; Apocalypse Now –Final Cut

(OmU) 20.45

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 14.00, 16.30, 20.30;

Once Upon aTime in... Hollywood 14.10, 16.45,

19.50; Good Boys 14.15, 17.40, 20.20; Pets II

14.30, 17.10; Der König der Löwen 14.50, 17.30;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.50,

17.20; 3D: Der König der Löwen 19.30; Crawl

19.40; Leberkäsjunkie 20.00

Wolf (✆ 921 03 93 33) The Dead Don‘t Die (OF)

12.00, 19.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 12.00, 21.10; Ich war zuhause, aber...

(OmenglU) 14.10, 21.00; Die Einzelteile der Liebe

14.20,19.00; Mirai: Das Mädchen aus der Zukunft

16.20; Das melancholische Mädchen (OmenglU)

16.30

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Once

Upon aTime in... Hollywood 16.30, 20.00; Und wer

nimmt den Hund? 16.00; Gloria: Das Leben wartet

nicht 18.00, 20.20

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Mid90s 17.00; Die Mörder sind unter uns 19.30;

Streik –En guerre (OmU) 21.15

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) So wie

du mich willst 14.15, 20.45; Und wer nimmt den

Hund? 14.15, 18.45, 20.45; Yesterday (OmU)

14.30; Die drei !!! 16.00; Fisherman‘s Friends –

Vom Kutter indie Charts 16.15; Benjamin Blümchen

16.30; Once Upon a Time in... Hollywood

(OmU) 17.00, 20.15; Leid und Herrlichkeit 18.15;

Gloria: Das Leben wartet nicht 18.30, 20.45


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 25

· ·

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Tagestipp

KALENDER

uf Touren.

GIANMARCO BRESADOLA

sind, kann man abends auch ein

bisschen vom Repertoire abspulen

oder die Bühnen für Tanz im August

oder Buchpremieren zur Verfügung

stellen. Aber huch, es gibt auch

schon zwei Neuproduktionen …

Zeit, die Decke zusammenzulegen.

DieseStreber,esist MitteAugust!

Das Berliner Ensemble ist mit einer

Thomas-Mann-Adaption eingestiegen

und hat den Schaumweinfabrikantensohn

Felix Krull auf die

Bretter gelotst. Eine Vorstudie für

den Autor und Regisseur Alexander

Eisenach, der selbst ein Stück über

das theatergenuine Thema Hochstapelei

schreiben und im Dezember

aufführen will. Und das Maxim-

Gorki-Theater, das umbauhalber einen

Spielcontainer aufstellen ließ,

hat mit „Herzstück“ nach „Quartett“

eine neue Heiner-Müller-Clownerie

von Sebastian Nübling herausgebracht

(beide Premierensiehe Bericht

in der Montagsausgabe). Solcherlei

darf getrost unter der Rubrik Warmlaufen

einsortiert werden. Gerade

deshalb sei es dem Publikum empfohlen,

weil dessen Rezeptionsvermögen

auch erst einmal wieder in

die Gänge kommen muss.

Das

goldene

Schlüsselchen

BÜHNE

Felix Krull. 23., 28.8., 19.30Uhr,

Berliner Ensemble, T.:28408155

Love hurts in tinder times. 22., 24.,

25.8., Trust 23., 24., 25., 26.8.

Schaubühne, T.:890023

Centennial: Berlin. 24., 25.8.,

Volksbühne, T.:24065777

Die Bühnenbetriebe laufen an,

es gibt sogar schon zwei Neuproduktionen

Die Geschichte hat uns wieder.

Lesung mit Sabine Rennefanz und

Kathleen Morgeneyer, 25.8., 19 Uhr,

Deutsches Theater,T.: 28441225

im BE und im Gorki

Undsonst? In der Schaubühne hagelt

es libido-analytische Kapitalismuskritik.

Da lassen sich die letzten

Vorstellungen von Falk Richters inzwischen

zehn Jahre altem Programm

„Trust“ abhaken: Die Analogien

vonLiebes- und Geschäftsbeziehungen

ließen sich seinerzeit gut auf

die ein Jahr zuvor ausgebrochene europäische

Finanzkrise beziehen, bei

der nicht nur Börsenwerte purzelten.

Das Spiel von Attraktion, Vertrauen

und Image bestimmt auch

den digitalen Sexanbahnungsmarkt,

dem Patrick Wengenroth einen melancholischen

Abend gewidmet hat:

„Love hurts in tinder times“. In der

Volksbühne ist Tanz im August mit

Choreografien von Merce Cunningham

am Start, und im Deutschen

Theater liest unsere Kollegin Sabine

Rennefanz zusammen mit der

Schauspielerin Kathleen Morgeneyer

Texte über die Wende, Ostdeutschland

und Generationskonflikte.

Die Veranstaltung mit anschließenden

Tischgesprächen wird

wegen großer Nachfrage am 20. Oktober

wiederholt. Spätestens daran

merkt man, dass es Herbst wird, und

zwar schon zum 30. Malseit1989.

Esskultur

Warum Pizza

statt

Piroggen?

Tagtäglich liegen sie auf unseren

Tellern: Gerichte mit

nichtdeutschen (manchmal

buchstäblichen) Wurzeln.

Über viele Generationen angepasst

an den jeweiligen Geschmack

bis hin zu unserem

heute (vegan sowie glutenund

zuckerfrei). Das Mittagessen

ist dadurch ebenso Zeuge

migrantischer Kultur wie Bote

interkultureller Verständigung.

Oder besser: war. Denn

wie der Regensburger Volkskundler

Gunther Hirschfelder

festgestellt hat, weichen Piroggen

odere Ravioli zunehmend

der „strukturell ähnlichen“

Pizza. Pizza, überall immer

nur noch Pizza. Zufall oder

Kulturimperialismus? DieAntwort

hat er in dem gefunden,

was er „Migrations-Paradox“

nennt und worüber er heute

Abend ineinem Vortrag erstmals

öffentlich spricht.

PetraKohse

DaskulinarischeMigrations-Paradox

Vortrag vonGunther Hirschfelder,18Uhr,

Museum EuropäischerKulturen,

Arnimallee 25, Dahlem

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: Cabaret –Das Berlin-Musical

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Woodstock Variety Show

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Früher war ich älter (Horst Evers)

KLASSIK

Bode-Museum (✆ 266 42 42 42)

16.00 Gobelinsaal: Sabina Chukurova (Cembalo),

Berliner Klassiktage–Recital, Johann Sebastian

Bach: Goldbergvariationen

13.30: Orgel zur Mittagszeit

Zwölf-Apostel-Kirche (✆ 263 98 10)

21.00: ChristophHagemann (Orgel) und Subito!Chor,

SommerNachtMusik II: Englische Spätromantik

KINDER

FELD –Theater für Kinder und Erwachsene

(✆ 54 08 69 48) 18.00: Billy,Felix Marchand (ab

5J.)

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

10.30: AufWeltreise mit den Millibillies (ab 5J.)

Klax-Kinderkunstgalerie (✆ 34 74 53 46)

10.00: Das ist ein Gewächshaus, Buchkinder Leipzig

e.V., Kinderkunst

MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00)

10.00: Zweigelfen und Asttrolle

14.00: offene Druckwerkstatt

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Kasper hilftRobinHood (ab 5J.)

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: PUSTEblume, Theater Vielfalt, Puppenspiel (ab

2bis 7J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Die Zertrennlichen (ab 9bis 13 J.)

10.00: Unterscheidet euch!, Turbo Pascal, Ein

Gesellschaftsspiel –interaktiveInszenierung (ab 10

bis 14 J.)

Varia Vineta (✆ 43 72 32 44)

16.00: Schneewittchen, (ab 2J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Alte Pfarrkirche Lichtenberg (✆ 558 87 47)

19.00: Das LandFontanes: StreifzügezuKirchen in

der Mark –Esfallen deine Sorgen wie Nebel vondir

ab,Johann Hinrich Claussen

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Brüder,Jackie Thomae, Buchpremiere. Jackie

Thomae im Gespräch mit Tobias Rapp

Buchbox! Kastanienallee (✆ /40 50 02 35)

20.00: Dervergessliche Riese, David Wagner,Buchpräsentation

im Beisein vonJennyFriedrich-Freksa

und Florian Illies

Buchhandlung Paul und Paula (✆ 557 84 14)

20.30: Filme und Dichtungen vonMargaret Tait,

Filmemacherin Ute Aurand

Eschenbräu (Triftstr.67)

20.30 Whisky Tastingroom: Brauseboys –Die Lesehow

im Wedding,Thilo Bock, Nils Heinrich, Frank Sorge,

RobertRescue, Volker Surmann, HeikoWerning und

Gäste

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

19.30: Körper-Texte III: Geschlechterrollen?, Lilly

Axster,Jayrôme Robinet, Lesung und Gespräch

Literaturhaus Berlin (✆ 887 28 60)

19.30: Kanalschwimmer,UlrikeDraesner,Mod.:

Alexander Bulucz

Museum für Film und Fernsehen (✆ 300 90 30)

18.30: „Filme, die ichgesehen habe“–Kinotagebücher

der Weimarer Republik, performative

Lesung mit Katrin Erthel und Tabea Nixdorff. Mod.:

Annika Haupts

Zeiss-Großplanetarium (✆ /42 18 45 10)

20.00: VonPoeten und Kometen –Die PoetrySlam

ShowimPlanetarium, Präsentiertvon Edellauchs

KONZERT

AC Hotel Humboldthain Park (✆ 46 00 38 55)

19.00: AC Sessions auf der LoungeTerrasse:Sion

Hill &Nosoyo

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Lobitos

ArtlinersBerlin (✆ 74 77 59 10)

20.00: Valerio Lysander

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Real Latinos

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: Floor EightFatherMidnight

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Lisa Bassenge, 5. Frauensommer –Mothers

Brasilianische Botschaft (✆ 72 62 81 12)

19.00: Chance +Samba Breakfast Club.Anm.erf.

Café Lyrik (✆ 44 31 71 91)

19.30: Fuchs vonZimmer Swingtett

Donau115 (Donaustr.115)

20.30: Natalia Mateo (voc), mit Thomas Rückert(p),

John Derek Bishop(electronics &samples)

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

16.00: JazzFest InSpirit 2019

21.00: Antje Rößeler (Klavier), SidneyWerner (Bass),

InSpirit –Jazz als spirituelles Musikerlebnis

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

21.00: Die Kerzen +Repetitor +Decibelles +Anna

Aaron, Pop-Kultur

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (✆ 44 31 51 00)

19.40: Little Annie &Paul Wallfisch +Jessica Eunadi

+Michelle Blades +Perel, Pop-Kultur

Musikinstrumenten-Museum (✆ 25 48 11 78)

18.00: Klaus Gutjahr (Bandoneón) und Jörg Utescg

(Gitarre)

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Jazz: NAtO Trio

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Leere, UrbanGrey, ApocaLipstick Disco

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

22.00: The Black Drongos +Bronco Jedson &Mytyria

Wittenauer Jazzscheune (✆ 85 61 16 82)

20.00: Jazz-Jam-Session –Open Stage

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

20.00: JennyKittmann, Großstadtblues

CLUB

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

22.00: Säule, Bauernfein, DJ Ibon,Lydo, Philipp

Drube

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: D.a.m.n. Berlin, Marc Hype

Duncker (✆ 445 95 09)

23.00: AftershowParty,Alusie

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: EverybodyDance Now!, Funky Henning

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: FlauschigeDonnerstagsrunde mit Freunden,

Techno Jesus and friends, more tba

Mokum (Danziger Str.56)

22.30: Punkrock with DJ Vossi

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 22.00: Sing on stagewith Ripsy

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Club (Revaler Str.99)

23.00: Chantals House of Shame: Keye Katcher,

Bürger Pe,Yannick Weineck, Djink

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Cha Cha, Walzer &Co, Evan, Josefina, Sascha

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.00: Red Rhythm –Swing Dance Night

Kulturbrauerei/Soda (✆ 44 31 51 55)

19.00: Soda Social Club,Fismo DJ,Fabinho FM,

ChilangoSon, El Puma DJ

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Salsa,Flori, Wilber und Naudy

KINO

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Once Upon aTime in... Hollywood 13.40, 16.10,

19.45; Fast & Furious: Hobbs & Shaw 13.40,

16.30, 19.30; Pets II 13.50, 17.10; Der König der

Löwen 14.00, 17.05; Benjamin Blümchen 14.00;

AToy Story 14.10, 17.00, 20.00; Stuber –5Sterne

Undercover 14.15, 17.15; Good Boys 14.20,

17.20, 20.00; Spider-Man: Far From Home 16.50;

Sneak Preview 20.00; Leberkäsjunkie 20.00; 3D:

Der König der Löwen 20.10; Crawl 20.15

Waschhaus Kino Potsdam (✆ 03 31/271 56 26)

Vice –Der zweite Mann 21.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Once Upon

aTime in... Hollywood 16.30, 20.00; Once Upon a

Time in... Hollywood 18.00, 21.30; Das zweite Leben

desMonsieur Alain 15.40, 18.30; Paranza: Der

Clander Kinder 16.00,20.45; Gloria 15.40, 18.00,

20.30;Leidund Herrlichkeit16.00,20.30;Und wer

nimmt den Hund? 18.30

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 0200)

Pets II 14.00; Once Upon aTime in... Hollywood

14.00, 19.30; Der König der Löwen 14.15, 17.00;

Gloria: Das Leben wartet nicht 14.20, 19.15; AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando 14.30,16.45;

Die drei !!! 14.50; Blinded by the Light 15.00,

20.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

16.15, 20.30, 21.45; So wie du mich willst 17.00;

Leid und Herrlichkeit 17.15; Yesterday 17.40; Leberkäsjunkie

20.00; Paranza: Der Clan der Kinder

20.15; Der König der Löwen (OmU) 22.30; AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando (OmU) 22.45;

Paranza: Der Clan der Kinder (OmU) 22.50; The

Dead Don‘t Die (OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98)Langenach der Schlacht

(m.Gästen) 19.00

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Cleo 18.00; Leid

und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 19.45

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00)Spider-

Man: Far From Home 14.15, 16.50; Pets II 14.15;

Fast & Furious: Hobbs & Shaw 14.15, 16.50,

20.05,22.40; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.20, 17.05, 20.00; Die drei !!! 14.30;

Der Königder Löwen 14.30, 17.20; BenjaminBlümchen

14.35; Stuber –5Sterne Undercover 14.40,

17.10, 19.40, 22.30; Good Boys 14.45, 17.10,

19.45, 22.35; Once Upon aTime in... Hollywood

14.50, 16.25, 19.45, 22.15; IAmMother 17.05,

19.50, 22.40; Yesterday 17.15; 3D: Der König der

Löwen 19.35; Crawl 19.40, 22.40;Berlin, ILoveYou

19.55; Leberkäsjunkie 20.00; Anna 22.35; Annabelle

III 22.45

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Iuventa:

Seenotrettung –Ein Akt der Menschlichkeit 19.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Benjamin

Blümchen 13.35; Der König der Löwen 13.40,

16.35, 19.30; 3D: AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 14.00, 16.45; 3D: Der Königder Löwen

14.05, 17.00;AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.45, 17.30, 19.45, 22.40; Pets II 14.50;

Good Boys 14.50, 17.20, 20.20, 22.50; Die drei

!!! 15.00; Once Upon aTimein...Hollywood 15.10,

16.10, 19.20, 20.15, 22.30; Fast &Furious:Hobbs

&Shaw 17.10, 19.50, 22.50; Stuber –5Sterne

Undercover 17.40, 20.10, 22.45; Leberkäsjunkie

20.00; Crawl 20.30, 23.00; Annabelle III 23.15;

Anna 23.15

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Fisherman‘s Friends –Vom Kutter in die Charts

15.00, 17.45; Und wer nimmt den Hund? 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Der unverhoffte Charme

des Geldes 18.00; Yesterday 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 16.30,20.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Sowie du mich willst –

Celle que vous croyez (OmU) 18.00; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) Pets II

10.00, 12.05, 14.30; Die drei !!! 10.00; Der König

der Löwen 10.00, 11.55, 14.00, 17.00, 20.10,

23.00; Benjamin Blümchen 10.00, 12.10; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 10.00, 12.20,

14.55, 17.30, 20.15; Good Boys 14.00, 17.40,

19.45, 23.00; Fast & Furious: Hobbs & Shaw

14.30, 16.40, 20.00, 22.45; Once Upon aTime

in... Hollywood 16.30, 20.00, 22.35

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 6081) Edie

–Für Träume ist es nie zu spät 13.45; Yesterday

15.45, 20.15; Cleo 18.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Gloria: Das Leben

wartet nicht 14.30, 17.15, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Pets II 10.00, 12.10, 14.30; Kleiner Aladin und

der Zauberteppich 10.00; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 10.00, 14.10, 16.45, 19.50, 23.00; Die

drei !!! 10.00, 12.15, 14.40; Der König der Löwen

10.00, 14.00, 17.00, 20.00, 23.00; Benjamin

Blümchen 10.00,11.55;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 10.00,

12.00, 14.30, 17.00,20.20; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando –Toy Story IV(OF) 12.00; 3D:

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.30,

15.00; Good Boys 12.50, 15.10, 17.35, 20.00,

22.30; Once Upon aTime in... Hollywood 16.50,

19.30, 23.00; Spider-Man: Far From Home 17.15,

20.30; 3D: Der König der Löwen 17.30; Once Upon

aTime in... Hollywood (OF) 20.20; Annabelle III

22.50

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) AToy Story:Alles

hört auf kein Kommando 15.00, 18.00, 20.30;

Der König der Löwen 15.30, 18.00; Good Boys

15.45, 18.15, 20.30; Benjamin Blümchen 16.00;

Once Upon aTime in... Hollywood 17.15, 20.30;

3D: Der König der Löwen 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00)Karrabing Film Collective:

When the Dogs Talked (OV; m. Vorfilm u. Gästen)

20.00; Magical HistoryTour: Nackte Jugend –Seishun

zankoku monogatari (OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Der König der Löwen 12.30, 14.00, 17.00, 19.30;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.30,

14.00, 15.15, 17.00; Once Upon aTime in... Hollywood

13.00,14.00, 15.10, 17.00,18.00, 19.00,

20.00, 21.00, 22.10; 3D: Der König der Löwen

13.10, 16.20, 20.00, 22.30; Stuber –5Sterne Undercover

13.15, 17.15, 19.50, 22.30; Spider-Man:

FarFrom Home13.15, 16.30, 19.45, 23.00; Berlin,

ILove You 13.30; Benjamin Blümchen 13.30; 3D:

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 13.30,

16.30, 19.45, 22.50; Die drei !!! 13.40; Drei

Schritte zuDir 13.50, 17.00; Pets II 14.00; Gloria:

Das Leben wartet nicht 14.00, 17.00, 20.00; Fast

&Furious: Hobbs &Shaw 14.00, 16.30, 20.15,

22.50; Good Boys 14.40, 17.15, 20.00, 23.00;

Aladdin 15.50, 19.00; Blinded by the Light 16.10,

19.15; Rocketman 16.30; Paranza: Der Clan der

Kinder 16.30, 19.30; Leid und Herrlichkeit 16.30;

Crawl 18.00, 20.10, 23.00; IAmMother 19.40,

22.40; Yesterday19.45; Avengers: Endgame 22.10;

Der Fall Collini 22.20; Child‘s Play 22.30; Anna

22.45; John Wick: Kapitel III 22.50; Annabelle III

22.50

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 0200)

Pets II –The Secret Life of Pets 2(OF) 13.30; Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 13.30, 15.50,

16.50, 19.00, 19.30, 22.45; Rocketman (OF)

13.40; Yesterday (OF) 13.45; 3D:AToy Story:Alles

hört auf kein Kommando –Toy Story IV (OF) 13.50,

16.45;

3D: Der König derLöwen–The Lion King(OF) 14.15,

22.30; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

(OF) 14.15, 17.10, 19.50; Good Boys (OF) 15.00,

17.30, 20.00,22.30; Stuber –5Sterne Undercover

(OF)16.30, 19.30, 22.10;Fast&Furious: Hobbs &

Shaw (OF) 16.45, 20.00, 22.40; Der König der Löwen(OF)17.10;Sneak

Preview(OF) 20.00; 35mm:

Once Upon aTime in... Hollywood (OF) 20.30; IAm

Mother (OF) 23.15; Annabelle III (OF) 23.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) Once Upon

aTime in... Hollywood (OF) 11.30, 15.15, 19.00,

22.50

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Once Upon a

Time in...Hollywood (OmU) 20.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Pets II 14.00; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 14.00, 17.00, 20.00, 22.15; AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando 14.00,17.00,

20.00; Benjamin Blümchen 14.30; Der König der

Löwen 15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Die drei !!!

16.00; Once Upon aTime in... Hollywood 16.30,

20.15, 22.00;Stuber –5Sterne Undercover 18.00,

20.00, 22.45

Casablanca (✆ 677 5752) Yesterday 18.15; Cleo

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

3D: Spider-Man: Far From Home 14.00; 3D: Der

König der Löwen 14.00; Pets II 14.10; 3D: Aladdin

14.10; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.15, 16.45; Der König der Löwen 14.30, 17.20,

19.30; Good Boys 14.40, 17.15, 19.45, 23.00;

3D: AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.45, 17.15; Once Upon aTime in... Hollywood

15.30, 16.30, 19.15, 20.00, 22.20; Fast &Furious:

Hobbs &Shaw 17.00, 19.30, 22.40; Crawl

17.20, 20.00, 22.45; Stuber–5SterneUndercover

17.30, 20.15, 23.00; Leberkäsjunkie 20.00; IAm

Mother 20.15, 22.45; John Wick: Kapitel III 22.30;

Annabelle III 23.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Der

König der Löwen 14.00, 17.00, 19.40, 22.50; 3D:

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.10;

Pets II 14.20; Good Boys 14.25, 16.50, 19.30,

22.30; Fast & Furious: Hobbs & Shaw 14.30,

17.00, 19.45, 22.40; Benjamin Blümchen 14.30;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.30,

17.00, 20.00; Once Upon aTime in... Hollywood

16.40, 19.30, 22.00; Spider-Man: Far From Home

16.45; Good Boys (OF) 17.30; Crawl 20.10; Once

Upon aTime in... Hollywood (OF) 20.15; Crawl (OF)

22.40; Annabelle III 23.00

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Die Einzelteile

der Liebe 19.00; Leid und Herrlichkeit –Dolor

ygloria (OmU; m. Kurzfilm) 21.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Die Einzelteile der

Liebe 19.00; Jimi‘s German Woodstock (OmU)

21.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 10.30, 12.45,

15.00, 17.15, 19.30; Benjamin Blümchen 10.30,

13.15; Und wer nimmt den Hund? 15.30, 20.15;

Fisherman‘s Friends – Vom Kutter in die Charts

17.45

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Leid und Herrlichkeit

15.30, 20.30; So wie dumich willst 18.00

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Yesterday 15.30;

Leid und Herrlichkeit 18.00; Gloria: Das Leben wartet

nicht 20.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Mirai: Das Mädchen aus der

Zukunft 16.00; Tolkien (OmU) 18.00; Sunset –

Napszallta (OmU) 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Und wer nimmt den Hund?

16.00,18.15,20.30

FREILUFTKINOS

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Auf

der Sonnenseite 21.00

Freiluftkino Friedrichshagen (✆ 65 01 31 41)

Kroos 20.15

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Granny

Project (OmU) 20.30

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Mandy (OmU) 20.30

Freiluftkino Kreuzberg The Favourite –Intrigen und

Irrsinn (OmU) 21.15

Freiluftkino Rehberge The Favourite –Intrigen und

Irrsinn 20.30

Open-Air-Kino SchlossparkBiesdorf (✆ 9987481)

So wie dumich willst 20.30

Openair Kino Spandau (✆ 333 6081) 303 20.45

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

BlacKkKlansman (OmU) 20.30

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Premiere:

Frau Stern 20.30

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz (✆

89 37 14 31) Vice –Der zweite Mann (OmU) 20.45

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77)AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 15.00, 17.30; 3D:

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Der unverhoffte Charme des Geldes 17.15; Long

Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Pets II

14.20, 17.30; Fast & Furious: Hobbs & Shaw

14.20, 17.00, 19.45; Die drei !!! 14.20; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 14.20, 17.00;

Der König der Löwen 14.30, 17.15, 20.10; Benjamin

Blümchen 14.30; 3D: Der König der Löwen

15.00,17.45, 20.15; 3D: AToy Story: Alles hörtauf

kein Kommando 15.00, 17.30; Good Boys 15.15,

17.40, 20.15; Once Upon aTime in... Hollywood

15.30, 16.30, 19.15, 20.00; Yesterday 16.45; 3D:

Avengers: Endgame 19.30; Leberkäsjunkie 20.00;

Crawl 20.10; Stuber –5Sterne Undercover 20.30

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Benjamin

Blümchen 15.00; Der König der Löwen 15.00,

17.45;Pets II 15.00;Fast&Furious: Hobbs&Shaw

17.00, 20.30; Once Upon aTime in... Hollywood

17.00, 20.00; 3D: Der König der Löwen 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28)

Pets II 15.00; Benjamin Blümchen 15.10; AToy

Story:Alles hört auf kein Kommando 15.15, 17.30,

20.30; Der König der Löwen 15.30, 19.45; Once

Upon aTime in... Hollywood 17.00, 20.15; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 17.15,20.00; 3D: Der König

der Löwen 17.45

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Der König der Löwen 19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 15.00, 17.30,

20.30; Die drei !!! 15.45; Leid und Herrlichkeit

18.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 20.00

KammerspieleKleinmachnow (✆ 03 32 03/847584)

Die drei !!! 16.00; Yesterday 18.00; Leid und Herrlichkeit

20.30

UnionFürstenwalde (✆ 03361/73 64 40) Unsere

große kleineFarm16.15;Gundermann 18.00; Axel,

der Held 20.15

Union Kino-Center Luckenwalde (✆ 033 71/40 16 41)

Benjamin Blümchen 15.30; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 15.30, 17.45, 20.00; Der König

der Löwen 15.30,17.30; Fast &Furious: Hobbs

&Shaw 17.20, 19.45; Anna 20.00

Weltspiegel Kino Finsterwalde (✆ 035 31/22 11)

Benjamin Blümchen 17.00; Der König der Löwen

17.15; Once Upon a Time in... Hollywood (OF)

19.30; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 20.00


26 * Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019

·························································································································································································································································································

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Intelligenz

auf

Knopfdruck

VonLars Jaeger

ImNeuen Testament lesen wir die

biblische Geschichte von der Heilung

eines Gelähmten durch Jesus

vonNazareth:„Ich sage dir:‚Steh auf,

nimm deine Tragbahre, und geh

nach Hause.‘“ Unddas tat der Mann.

Wasden Christen aller Welt seit zwei

Jahrtausenden als biblisches Wunder

dargestellt wird, bewegt sich

heute immer mehr in den Bereich

des wissenschaftlich-technischen

Machbaren. Mit dem wachsenden

Verständnis der Funktionsweise unseres

zentralen Nervensystems rückt

auch die Steuerung unserer Körperbewegungen

– sowie zuletzt auch

unseres Denkens und Fühlens –in

Reichweite technologischer Anwendungen.

Längst steht die Interaktion unseres

Gehirns mit Maschinen mittels

der „Brain Computer Interfaces“ auf

der Agenda der Hirnforscher und

Technologen. Vor allem Patienten

wie Taube, Blinde, Gelähmte, Querschnittsgelähmte

und Menschen mit

Gedächtnisproblemen werden von

den neuesten Entwicklungen des

Zusammenspiels vonNeurobiologie

und Computern profitieren. Erste

Schnittstellen, die über Elektroden

elektrische Impulse in das Hörzentrum

unseres Gehirns abgeben (sogenannte

Cochlea-Implantate),

wurden tauben Patienten bereits vor

40 Jahren eingesetzt.

Kleiner operativer Eingriff

Wo manifestiert sich die Fantasie

über solche möglichen Zukunftstechnologien

stärker als im Silicon Valley?

Der Unternehmer und Visionär Elon

Musk hat nun die ersten erfolgreichen

Meilensteine seiner neuen

Firma Neuralink vorgestellt. Dabei

gab er der Öffentlichkeit eine detaillierte

Beschreibung der Hardware

hinter Neuralinks neuer Gehirn-

Computer-Schnittstelle, die mittels

eines kleinen operativen Eingriffs

durch die Schädeldecke in das

menschliche Gehirnimplantiertwerden

soll. Das Unternehmen hat bei

den US-Regulierungsbehörden beantragt,

erste Studien mit gelähmten

Menschen zu beginnen. Doch Musks

Visionen gehen weit darüber hinaus.

Als Ziel beschreibt Musk die „Symbiose

unseres Gehirns mit Künstlicher

Intelligenz“.

Auch unsere Emotionen sind unterdessen

Ziel der Forschungsbemühungen.

Waren auch hier Ausgangspunkt

medizinisch-therapeutische

Aspekte, sobesitzen nach Meinung

zahlreicher Hirnforscher Neurochips,die

die Gemütsverfassung verbessern,

das Wohlempfinden anheben,

die Intelligenz steigernoder gar

dauerhafte Glückseligkeit versprechen,

ein besonders großes Entwicklungspotenzial.

Noch sind solche

Chips, die auf Knopfdruck intelligenter,

aufmerksamer oder glücklicher

machen, Utopie. Doch weitere

Schritte in Richtung Technisierung

unseres Körpers und Geistes sind

nicht nur realistisch, sondern ihre

Entwicklung ist längst eingeleitet. Sie

könnten unseren Alltag sowie unser

Welt- und Menschenbild bedeutend

stärker verändern als alle philosophische

Lehren, psychologische

Theorien oder spirituelle Praktiken.

Lars Jaeger ist Autor und

Unternehmer.Erhat Physik

und Philosophie studiert.

Smartphone-Nutzer leben mitunter gefährlich. Aber es gibt Apps, die an digitale Pausen erinnern.

Einfach mal abschalten

Nützliche Tools helfen, den eigenen Digitalkonsum zu kontrollieren und zu beschränken

Die Fußgängerampel ist

gerade rot geworden.

Das bedeutet: kurz warten.

Undselbst in diesen

wenigen Sekunden greifen viele zum

Smartphone –wenn sie nicht schon

mit dem Handy in der Hand die

Straße entlanggelaufen kamen.

Smartphones sind allgegenwärtig,

die nächste Nachricht wartet schon.

Nichts scheint dringlicher.

Um dieser Smartphone-Omnipräsenz

entgegenzuwirken, gibt es

immer mehr Apps und Strategien.

Selbst Google oder Apple entwickeln

inzwischen Tools zur digitalen

Selbstkontrolle. „Die neuesten Ausgaben

von iOS und Android haben

serienmäßig praktische Statistikfunktionen

an Bord. Mithilfe der sogenannten

Bildschirmzeitassistenten

können Nutzer überwachen, wie

viele Minuten, Stunden oder Tage sie

in Apps verbracht haben“, erklärt

Andreas Weck vom Digitalmagazin

„t3n“.

Maximale Nutzungsdauer

Bei Android ist diese Funktion seit

Android 9Pie im System integriert.

Nutzer finden sie in den Einstellungen

unter „Digital Wellbeing“, bei

manchen Geräten auch „Digitales

Wohlbefinden“. Alternativ lässt sich

die Appfür ältereBetriebssysteme im

Play Store herunterladen. „Auf der

Übersichtsseite sieht der Verbraucher,

wie lange er das Smartphone

bislang genutzt hat beziehungsweise

wie lange der Bildschirm eingeschaltet

war“, beschreibt Alexander Kuch

vom Telekommunikationsportal Teltarif.de.

Darüber hinaus erfährt der Anwender,

wie oft er das Smartphone

entsperrt hat und wie viele Benachrichtigungen

von Apps ihn erreicht

haben. Praktisch: Es lässt sich eine

maximale Nutzungsdauer von Apps

Der Internetkonzern Google

peilt mit seinem Cloud-Gaming-Dienst

Stadia eine Milliardenkundschaft

an. „Die meisten Plattformen

erreichen ihr Maximum bei

100 bis 150 Millionen Nutzer. Wir

schauen auf Milliarden“, sagte Google-Manager

Jack Buser am Mittwoch

auf der Videospielemesse Gamescom.

Mit Stadia wolle Google

auch Kunden gewinnen, die bislang

nur wenig oder noch keinen Zugang

zu Videospielen hätten. „Wenn wir

nur 100 oder 200 Millionen Menschen

erreichen, haben wir etwas

falsch gemacht.“

Smartphones gehören inzwischen

zu unserem Leben.

81 Prozent der Deutschen

über 14 verfügen laut einer

Bitkom-Umfrageindiesem

Jahr über ein Gerät. Drei

Viertel (73 Prozent) können

sich ein Leben ohne nicht

mehr vorstellen.

DIE NUTZUNG

Im Durchschnitt wird das

Smartphone täglich 2,1

Stunden genutzt, ergab eine

repräsentativeStudie im

Auftrag vonTelefónica

Deutschland. Allerdings gibt

es große Unterschiede in der

Andwendungsdauer nach Altersgruppen.

festlegen. Zusätzlich hat der Verbraucher

die Möglichkeit, mit der

„Bitte nicht stören“-Funktion sämtliche

Meldungen stummzuschalten.

Wergerade in den Abendstunden

viel Zeit am Smartphone verbringt

und dies reduzieren will, dem hilft

der Entspannungsmodus. Ab der

voreingestellten Zeit werden die Farben

auf dem Display durch Graustufen

ersetzt. Gleichzeitig werden über

die„Bitte nicht stören“-Funktion alle

Benachrichtigungen stummgeschaltet,

damit der Anwender ungestörtschlafen

kann, wie Kuch erklärt.

Bei Apple-Geräten nennt sich die

Funktion „Bildschirmzeit“ und ist

seit iOS 12 in den Einstellungen zu

finden. Hier wird zunächst die Bildschirmzeit

des aktuellen Tages sowie

der vergangenen sieben Tage angezeigt

–auf Wunsch aufgeschlüsselt

nach Apps und Webseiten.

Über das Feature „Auszeit“ lässt

sich ein Zeitplan für die bildschirmfreie

Zeit festlegen. „Während dieser

Auszeit werden nur vom Nutzer zuvor

zugelassene Apps und Telefonanrufe

verfügbar gemacht“, erklärt

Kuch. Darüber hinaus können Verbraucher

über „App-Limits“ täglich

Die18- bis29-Jährigen sind

am Taglänger als vier Stunden

am Gerät. Für sie ist das

Handyvor allem die Unterhaltungszentrale,

die in Bus und

Bahn genutztwird.Nur sieben

Prozent legen in ihrerFreizeit

dasGerät längerals 60 Minutenaus

der Hand.

Das Ziel sind Milliarden von Spielern

Google präsentiert auf der Gamescom seinen Cloud-Gaming-Dienst Stadia

Bei Cloud-Gaming-Diensten wie

Stadia laufen Spiele in Rechenzentren,

Nutzer streamen nur Bild und

Tonauf ihr Tablet, das Smartphone

oder den Fernseher.Teure Konsolen

oder Spiele-PCs, die bislang gekauft

werden mussten, sind so nicht mehr

nötig. Für ein ruckelfreies Spiel soll

eine stabile Internetleitung mit mehr

als 10 Megabit pro Sekunde reichen.

Zugang gibt es für eine monatliche

Gebühr. Auch die Spielekonsolen-

Platzhirsche Sony und Microsoft sowie

unter anderem Nvidia und die

DeutscheTelekom arbeiten an ähnlichen

Angeboten.

Der Umzug der Spiele vom Computer

oder der Konsole ins Rechenzentrum

werde das Medium verändern,

sagt Buser voraus.„Wir wollen

nicht nur das Konsolenerlebnis replizieren.“

Spiele würden durch die

Leistung der Rechenzentren in den

kommenden Jahren grundlegend

anders aussehen.

Spieler könnten etwa direkt aus

Videostreams per Mausklick in ein

Spiel springen. In Mehrspielerpartien

könnten Teilnehmer beispielsweise

auch die Blickwinkel ihrer

Mitspieler sehen. In den Rechenzentren

seien auch simulierte Wel-

JR CASAS/STOCK.ADOBE.COM

Zeitlimits für App-Kategorien wie soziale

Netzwerke, Spiele oder Unterhaltung

festlegen.

Zusätzlich hat man die Option,

über die Eigenschaft „Immer erlauben“

Apps zu definieren, die während

der Auszeit und außerhalb eines

App-Limits stets verwendet werden

können. Nützlich: Alle Einstellungen

lassen sich auf andereGeräte

übertragen, die mit demselben

iCloud-Konto angemeldet sind.

Grundsätzlich haben die Statistiken,

die solche Apps erheben, Auswirkungen

auf die Anwender.„Nicht

selten erschrecken sich die Smartphone-Besitzer,

wenn sie sehen,

dass sie in der vergangenen Woche

beispielsweise acht Stunden in sozialen

Netzwerken verbracht haben“,

sagt Weck. In der Folge ändert

sich unter Umständen das Nutzungsverhalten,

man denkt über

seine Gewohnheiten nach.

Zahllose Apps wollen dabei helfen,

das Mobilgerät für einen Moment

aus der Hand zu legen. Bei„Forest“

etwa können Nutzer virtuelle

Bäume pflanzen, wenn sie ihr Smartphone

für eine bestimmte Zeit nicht

anrühren. Solange die Software genutzt

wird, wächst die Pflanze. Und

man kann virtuelle Münzen sammeln

und einsetzen, mit denen laut

den Betreibernder Appechte Bäume

gepflanzt werden sollen.

Die nächste Runde zahlen

Mit „Offtime“ lassen sich Programme,

Benachrichtigungen und

Anrufe für eine bestimmte Zeit blockieren.

DerVorteil der App: Wereinen

Account einrichtet, kann eine

gemeinsame Auszeit mit anderen

Nutzern einstellen. Einen anderen

Ansatz hat „Space“: Die Software

fragt zu Beginn, warum der Nutzer

das Handy in die Hand nimmt, nach

den meist verwendeten Apps und

was man erreichen will. Daraus erstellt

die App ein Profil. Anschließend

kann sich der Nutzer individuelle

Ziele setzen. Werdiese erreicht,

baut sich eine kleine Galaxie aus virtuellen

Monden und Planeten auf.

Am besten ist es jedoch, wenn

Nutzer ganz ohne Hilfe von Apps

und Co. das Smartphone aus der

Hand legen. „Man kann sich beispielsweise

schon am Vorabend

überlegen, welche Zeiten man für

die Smartphone-Nutzung verwenden

möchte –und sich dann auch

daran halten“, rät Kuch. Wer dies

nicht ganz allein schafft, kann sich

einen Freund oder ein Familienmitglied

als Kontrolleur suchen und diesem

erlauben, einem vorübergehend

das Smartphone wegzunehmen.

Einweiterer kleiner Kniff ist es,

das Smartphone beim Zubettgehen

im Wohnzimmer zu lassen. BeiKneipenabenden

bietet sich das Turmspiel

an. „Alle Smartphones werden

übereinander gestapelt. Wer zuerst

sein Smartphone aus dem Turm

zieht, bezahlt die nächste Runde für

den Tisch“, beschreibt Weck. Wer

Geld sparen will, verzichtet auf den

schnellen Instagram-Check. (dpa)

ten von bislang ungeahnter Größe

möglich.

Google Stadia nimmt im November

für die ersten Nutzer den Betrieb

auf. Zugang gibt es über den Kauf einer

sogenannten Founders Edition

für rund 130 Euro. Der monatliche

Preis liegt bei 9,99 Euro.Bislang sind

28 Publisher mit rund 40 Titeln vertreten.

Wann die Plattform für alle

Interessenten geöffnet werden soll,

steht noch nicht fest. 2020 soll es

auch eine kostenlose Basisversion

geben. Hinzu kommen eventuelle

Anschaffungskosten für einzelne

Spiele. (dpa)

EU prüft das

Digital-Geld

von Facebook

Experten befürchten eine

zu große Marktmacht

VonFrank-Thomas Wenzel

Jetzt nimmt sich die EU-Kommission

die von Facebook-Chef Mark

Zuckerberg geplante Digitalwährung

Libravor.Die BrüsselerWettbewerbsexperten

untersuchen unter

anderem, ob eine Einführung des

Kryptogelds Wettbewerbsbeschränkungen

bringen kann. Auch gehe es

darum, wie Informationen mit den

verschiedenen Diensten von Facebook

ausgetauscht und wie mit Nutzerdaten

umgegangen werden soll –

in dem Bereich ist Facebook bereits

mehrfach bei schweren Verstößen

erwischt worden.

Experten hatten bereits erwartet,

dass sich die Kommission sehr

genau anschauen wird, was der Internetkonzern

im Schilde führt.

Der Finanzdienst Bloomberg berichtet,

die Untersuchungen seien

derzeit noch in einem frühen Stadium.

An Facebook sei ein für solche

Fälle obligatorischer Fragebogen

verschickt worden.

PrivateWährung

Zuckerberg hatte Mitte Juni seine

Pläne für ein weltweites Onlinebezahlsystem

vorgestellt, das mittels

der elektronischen Währung funktionieren

und im nächsten Jahr eingeführt

werden soll. Libra soll Nutzern

über digitale Portemonnaies zur Verfügung

gestellt werden, die mit Computern

und Smartphones verwaltet

werden. Physisches Geld in Form von

Münzen und Scheinen wird esdabei

nicht geben. Die Facebook-Manager

planen, gemeinsam mit großen Internetkonzernen

und mit Zahlungsdienstleistern

die Libra-Association

zu gründen, die das Digitalgeld an die

Nutzer verteilensoll.

Um die Stabilität der Internetwährung

zu gewährleisten, ist vorgesehen,

die Zahl der ausgegebenen

Einheiten mit konventionellem Geld

etablierter Währungen abzusichern,

und zwar in Form von Bargeld und

Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit.

Dabei dürfte es vor allem um US-

Bonds gehen. Zuckerberg hat angekündigt,

Libra nur dann einzuführen,

wenn Aufsichtsbehörden weltweit

zugestimmt haben –nur China

ist vonvornherein außen vor.

Facebook will eine eigene Währung einführen.

DPA

Das Libra-Projekt hat es in sich.

Es geht um eine globale Währung in

privater Hand, die von den staatlichen

Hütern des Gelds nur sehr bedingt

kontrolliert werden kann.

Kryptowährungen erleben einen

Aufschwung, die bekannteste ist Bitcoin.

Möglich geworden sind sie

durch das Blockchain-Verfahren, das

sichereOnlinetransaktionen ermöglicht.

Experten sind sich einig, dass

am neuen Geld aus Bits und Bytes

keinWegvorbeiführt. Allerdings wird

heftig diskutiert, wer die Kontrolle

darüber hat.

Gegen Facebook gibt es Bedenken,

denn der Konzern verfügt bereits

mit seinen Plattformen, zu denen

auch WhatsApp und Instagram

gehören, über eine enorme Machtin

der weltweiten Kommunikation. Sie

würde durch eine Integration von

Libraindie bestehenden Dienste erheblich

erhöht. Der Zuckerberg-

Konzern hätte die Möglichkeit, die

Libra-Association für unliebsame Rivalen

unzugänglich zu machen.


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 27

· ·

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für

HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun

9.55 (für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG)

Meister des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –

Gejagt 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG)ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für

HG) Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau

15.10 (für HG) Sturm der Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 Brisant

18.00 (für HG) Gefragt –Gejagt 18.50 (für HG)

In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 19.45

(für HG) Wissen vor acht –Mensch 19.55 (für

HG) Börse vor acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Der Lissabon-Krimi: Der Tote

in der Brandung TV-Kriminalfilm, D’18

Mit Jürgen Tarrach, Vidina Popov,

Christoph Schechinger u. a.

21.45 (für HG) Panorama

Berichte –Analysen –Meinungen

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) extra 3

Das Satiremagazin mit Christian Ehring

23.30 (für HG) Wilfried Schmickler feiert

Jürgen Becker

Show

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Star-Magazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten.

Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap

9.30 (für HG) Alles was zählt. Soap 10.00 Der

Blaulicht-Report 11.00 Der Blaulicht-Report

12.00 Punkt 12 14.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 16.00 Meine Geschichte –

Mein Leben 17.00 Meine Geschichte –Mein

Leben 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Jenny –echt gerecht!

Bis dass der Toduns scheidet

Anwaltsserie

21.15 (für HG) Magda macht das schon!

Männertage /Karate-Conny

Comedyserie

22.15 (für HG) Sankt Maik

Schnittchen oder Flittchen. Dramaserie

23.10 (für HG) Jenny –echt gerecht!

Ausgerastet. Anwaltsserie

0.00 Nachtjournal

0.30 Alarm für Cobra 11–DieAutobahnpolizei

Alte Freunde. Actionserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Arte

14.00 (für HG) MDR um zwei 15.15 (für HG)

Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) MDR

um vier 17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für

HG) MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Biwak 20.15 (für HG) Lebensretter

21.00 (für HG) Hauptsache gesund

21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG) artour

22.35 (für HG) Drei Lehrer –Ein Schuljahr

(1/2) 23.05 (für HG) Dagmar Manzel –Porträt

einer Anti-Diva 23.50 (für HG) Besuch für

Emma. TV-Drama, D2015

Bayern

14.45 (für HG)Wer weiß denn sowas? 15.30

(für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir

in Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) mehr/wert 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Gipfeltreffen 21.00 (für HG) Schleich-

Fernsehen Extra 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 Vereinsheim Schwabing 22.45

(für HG) Alles Schwindel. TV-Komödie, A/D

2013 0.15 Best of Radltour-Konzerte 2019

Vox

6.55 (für HG) CSI: DenTätern auf der Spur

8.45 Verklag mich doch! 10.55 Mein Kind,

dein Kind –Wie erziehst du denn? 11.55

Shopping Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen

14.00 Mein Kind,dein Kind –Wie erziehst

du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 4

Hochzeiten und eine Traumreise 17.00 Zwischen

Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner

20.15 (für HG) Pitch Perfect 2. Musikkomödie,

USA 2015 22.30 (für HG) Kill Bill –Volume 2.

Actionfilm, USA 2004 1.00 nachrichten

Super RTL

12.10 Inspector Gadget 13.10 5Freunde –Für

alle Fälle 13.40 Angelo! 14.05 Die Nektons

14.35 Grizzy &die Lemminge 14.55 Dragons

15.20 Voll zu spät! 15.50 Spirit: wild und frei

16.20 Zig &Sharko–Meerjungfrauen frisst man

nicht! 16.45 Coop gegenKat 17.15 Sally Bollywood

17.40 Die Nektons 18.10 Grizzy &die

Lemminge 18.40 Woozle Goozle und die Weltentdecker

19.10 Voll zu spät! 19.40 Angelo! 20.15

(für HG) CSI: Miami 21.10 (für HG) CSI: Miami

22.05 (für HG)CSI: Miami 23.00 (für HG) CSI:

Miami 23.55 30 Rock 0.25 Infomercials

Sport1

9.00 Teleshopping 15.30 StorageWars –Die

Geschäftemacher 16.00 StorageWars –Die

Geschäftemacher 16.30 Find It, Fix It, Flog It –

Schätze aus der Scheune 17.30 Storage Hunters.

Ein dicker Fisch 18.00 Storage Hunters.

Das Betongrab 18.30 StorageWars –Geschäfte

in Miami. Kopfschutzjäger 19.00 Yukon Gold.

Neues Gold, neues Glück 20.00 Yukon Gold.

Die Wende 21.00 Yukon Gold. Die Uhr tickt

22.00 Poker. WSOP Final Table 2019 23.00

Poker 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. 11.15 (für

HG) SOKO Wismar. Eierdiebe. Krimiserie 12.00

heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-

Mittagsmagazin 14.00 heute –inDeutschland

14.15 Die Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute

Xpress 15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00

(für HG) heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die

Rosenheim-Cops. Ausgetestet. Krimiserie 17.00

(für HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland

17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für HG)

SOKO Stuttgart. Die Seele ist unsterblich.Krimiserie

19.00 (für HG) heute 19.25 (für HG) Notruf

Hafenkante. Shopping.Krimiserie

20.15 (für HG) Mein ziemlich kleiner

Freund Romantikkomödie, F2016

Mit Jean Dujardin, Virginie Efira,

Cédric Kahn u. a.

Regie: LaurentTirard

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) maybrit illner

Der Polit-Talk im ZDF

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 (für HG) Line of Duty

1.45 (für HG) Line of Duty

Carly.Krimiserie

5.30 Frühstücksfernsehen. Mod.: Matthias Killing,Christian

Wackert, Marlene Lufen, Alina

Merkau, Jochen Schropp, Karen Heinrichs

10.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen

für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas,

Alexander Stephens, Isabella Schulien 11.00

Im Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für

Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander

Stephens, Isabella Schulien 12.00 Anwälte

im Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 Auf

Streife.Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Promis Privat 19.00 Genial daneben

–Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 Navy CIS

Woche Zehn. Krimiserie

Mit Mark Harmon, David McCallum,

Pauley Perrette u.a.

21.15 Bull

Der Preis des Lebens. Krimiserie

22.15 Promi Big Brother

Mod.: Jochen Schropp, Marlene Lufen

23.45 Criminal Minds

Santa Muerte. Krimiserie

0.35 Criminal Minds

Alaska. Krimiserie

1.25 Promi Big Brother

15.50 Erlebnisreisen 16.00 (für HG) Aktuell

16.15 Hier und heute 18.00 (für HG) aktuell /

Lokalzeit 18.15 (für HG) Freitag &Friends

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Schimanski. TV-Kriminalfilm, D2013 21.45

(für HG) Aktuell 22.10 (für HG) „Frau tv” Sommerspecial

22.40 (für HG) Menschen hautnah

23.25 (für HG) Mo meistert sein Leben –Wie

ein junger Syrer sein Schicksal überlistet

23.40 (für HG) Anni am Limit! –Zwischen Leben

und Sterben 0.10 (für HG) 7Tage ...

NDR

14.15 (für HG) die nordstory 15.15 (für HG)

Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) aktuell

16.20 (für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für

HG) Leopard,Seebär &Co. 18.00 Ländermagazine

18.15 (für HG) Meine Reise –Deine

Reise 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Länder –Menschen –Abenteuer 21.00 (für

HG) Länder –Menschen –Abenteuer 21.45 (für

HG) aktuell 22.00 (für HG) Pampa Blues. TV-

Komödie,D2015 23.30 (für HG) Exit Marrakech.

Drama, D2013 1.25 (für HG) Zapp

Kabel eins

6.45 The Mentalist 7.35 Blue Bloods –Crime

Scene NewYork 9.25 Navy CIS: L.A. 10.20

Navy CIS 11.10 Without aTrace 12.10 Numb3rs

13.05 Castle 14.00 The Mentalist 14.55

Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00 Navy CIS

16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein

Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55

Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum

20.15 Rosins Restaurants –Ein Sternekoch

räumt auf! „Le Petit”, Hamburg 22.15 K1 Magazin

23.15 Mein Revier. Ordnungshüter räumen

auf 1.15 Mein Revier. Tatort Flughafen

RTL 2

5.15 Privatdetektive imEinsatz 6.00 Die Straßencops

–Jugend imVisier 8.00 Frauentausch

12.00 Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder

kriegen 14.00 Die Reimanns –Ein außergewöhnliches

Leben 16.00 Hilf mir! Jung,pleite,

verzweifelt ... 17.00 News 17.10 Krass Schule

–Die jungen Lehrer –Wie alles begann

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Raus mit der Sprache –Nie wieder stottern

21.15 Extrem sauber –Putzteufel imMessie-Chaos

23.15 Das Messie-Team –Start in

ein neues Leben 1.10 Das Messie-Team

Eurosport 1

8.30 Tennis: US Open. 3. Qualifikationstag

10.30 Olympische Spiele. Legenden hautnah

11.00 Golf: US PGA Tour 12.00 ERC All Access

12.30 Radsport: Giro d'Italia 13.30 Radsport:

Tour de France 14.30 Radsport: Vuelta aEspaña

15.30 Tennis: US Open. 3. Qualifikationstag

16.50 Eurosport News 16.55 Tennis: US

Open. 4. Qualifikationstag 19.00 Tennis: US

Open. 4. Qualifikationstag 21.00 Tennis: US

Open. 4. Qualifikationstag 23.00 Tennis: US

Open. 4. Qualifikationstag 1.00 Tennis

DAS ERSTE, 20.15 UHR TV-KRIMINALFILM

Der Lissabon-Krimi

Einstwar Eduardo Silva(Jürgen Tarrach) ein erfolgreicher Anwalt.Dochnach

einem Schicksalsschlagvor zwei Jahren verdienterseinGeld als Pflichtverteidiger.

Eher widerwillignimmterdie jungeMarcia Amaya(VidinaPopov)als Assistentin

beisich auf. Die Juristinhat zwar einen ausgezeichneten Abschluss und ist

hochengagiert, hatjedoch aufgrund der VorurteilegegenihreRoma-Zugehörigkeit

wenigChancen aufdem Arbeitsmarkt.Mit dem Fall vonJoanaSoares hat das ungleiche

Duoauch gleich einen erstenFall. Soares wird beschuldigt ihren Ehemann

ermordet zu haben. Alle Beweise sprechen gegensie,dochSilva und Amayahaben

ihreZweifel an derSchuld ihrerMandantin. Es dauert nichtlange und sie finden

heraus, dassdas Mordopfer ein Doppellebenführte und in einem mafiösen Medikamentenhandel

verstrickt war. Erster von mittlerweile vier „Lissabon-Krimis“.

(Dtl./2018)

Foto: DasErste

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NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

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MitDIAGONALEN MIT –SCHWER -schwer

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LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030–23 27 66 33

www.berliner-zeitung.de

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LESERREISEN

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM21.8.2019

2019

mittel MITTEL

2 1 3 8 6 7 5 9 4

7 6 4 1 9 5 8 3 2

9 8 5 4 2 3 6 7 1

4 5 2 3 8 9 1 6 7

1 7 6 2 5 4 9 8 3

3 9 8 7 1 6 2 4 5

8 2 7 9 3 1 4 5 6

6 3 1 5 4 8 7 2 9

5 4 9 6 7 2 3 1 8

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 21. 8. 2019

vom 21.8.2019

schwer

SCHWER

7 4 8 6 5 9 1 3 2

9 3 1 4 8 2 5 7 6

6 5 2 1 7 3 9 4 8

3 2 4 9 6 8 7 5 1

5 8 6 3 1 7 4 2 9

1 9 7 5 2 4 8 6 3

8 1 3 2 4 5 6 9 7

2 6 5 7 9 1 3 8 4

4 7 9 8 3 6 2 1 5

5.15 Berlin erwacht –Sommer 5.30 Panda,

Gorilla &Co. 6.20 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 7.20 Brisant 8.00 Brandenburg

aktuell /Abendschau 9.00 In aller Freundschaft

10.30 Rote Rosen 11.20 Sturm der

Liebe 12.10 Der Winzerkönig 12.55 Landschleicher

13.00 rbb24 13.05 Verrückt nach

Meer 13.55 Gartengeschichten 14.40 Das

segelnde Klassenzimmer 15.10 Stadt, Land,

Haus 16.00 rbb24 16.15 Wer weiß denn sowas?

17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla &Co.

17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Wer weiß denn sowas XXL

Show

Das unvorstellbare Wissensquiz mit

Kai Pflaume.

Gäste: Bastian Pastewka, Heino Ferch,

Yvonne Catterfeld

23.25 Talk aus Berlin

Moderation: Jörg Thadeusz

23.55 Die andere Heimat –Chronik einer

Sehnsucht

Historienfilm, D/F 2013. Mit Jan Dieter

Schneider,Antonia Bill,Maximilian

Scheidt u. a. Regie: Edgar Reitz

ProSieben

5.05 Mike &Molly 5.25 Mom 5.40 Twoand a

Half Men 6.45 The Big Bang Theory 8.25 The

Middle 9.20 Fresh off the Boat 10.20 Mike &

Molly 10.45 How IMet Your Mother 11.35 2

Broke Girls 12.30 Mom 12.55 Twoand aHalf

Men 14.20 The Middle. Der Haustyrann/Der

letzte Cent. Comedyserie 15.15 The Big Bang

Theory. Lebe lang und inFrieden/Zwischen

zwei Frauen/Das emotionale Außenklo/Die

Hütte im Wald. Comedyserie 17.00 taff. Inselgeflüster.Moderation:

Rebecca Mir,Daniel

Aminati 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Milhouse lebt hier nicht mehr/Klug und klüger.

Zeichentrickserie 19.05 Galileo. Dinge, die wir

nicht können 4.0. Moderation: Stefan Gödde

20.15 Schlag den Besten

Unterhaltungsshow

Moderation: Elton

Zwei talentierte Allrounder treten

gegeneinander an. Dabei geht es um

Fitness, Intelligenz und Geschick.

22.45 Joko gegen Klaas –Das Duell umdie

Welt

Unterhaltungsshow. Mit Joko Winterscheidt,

Klaas Heufer-Umlauf

Moderation: Jeannine Michaelsen

1.55 ProSieben Spätnachrichten

2.00 Farids Magische 13 Mit Farid

11.05 Südtirol 11.40 Südtirol 12.15 Südtirol

12.50 Arte Journal 13.00 Dänemark –Glück

und Meer 14.10 (für HG) Verdacht. Mysterythriller,USA

1941 15.45 Stadt Land Kunst

16.25 (für HG) X:enius 16.55 Paradiesvögel –

Wo ein Wille ist ... 17.45 (für HG) Ein Traum

von Baum 18.30 (für HG) Wüste Wurzeln, starke

Stämme 19.20 Arte Journal 19.40 Südtirol

20.15 Geparde –Afrikas elegante Jäger 21.00

Topofthe Lake: China Girl 21.55 Topofthe

Lake: China Girl 23.00 Topofthe Lake: China

Girl 0.00 Topofthe Lake: China Girl

3Sat

11.45 (für HG) Aufgetischt 12.30 ECO 13.00

(für HG) ZIB 13.20 (für HG) Inselträume 14.05

(für HG) Inselträume 14.50 (für HG) Inselträume

15.35 Der Pazifische Feuerring 16.15 Der

Pazifische Feuerring 17.00 Der Pazifische Feuerring

17.45 Der Pazifische Feuerring 18.30

nano 19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Luxusgut

Lebensraum 21.00 scobel 22.00 (für HG) ZIB

2 22.25 (für HG) Beste Zeit. Komödie, D2007

23.55 Araf –ImNiemandsland. Drama, TRK/

D/F 2012 1.55 10vor10 2.25 Rundschau

Phoenix

14.15 Weltbewegend –Die Entstehung der Kontinente

17.15 Schätze derWelt 17.30 phoenix

der tag 18.00 Wahnsinn A2 18.30 Neuseeland

–Rivalen der Urzeit 19.15 Geheimnisse

der Ozeane 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

Inside IS –Die geheimen Pläne derTerrormiliz

21.00 Teheran extrem –Subkultur imGottesstaat

21.45 (für HG) heute-journal 22.15 Der

Gefährder –Ein Islamist packt aus 23.00 Exit –

Mein Weg aus dem Hass 23.55 Aus dem Hinterhalt

–Die alltägliche Bedrohung gegen Politiker

0.55 Hass und Hetze in Polen

Kika

10.20 (für HG) Lassie 11.30 Zoom –Der weiße

Delfin 12.30 Wendy 13.45 (für HG) krass nass!

Die Tigerenten Club Sommerspiele 14.10

Schloss Einstein 15.00 (für HG) Mako –Einfach

Meerjungfrau 15.45 Stoked 16.10 (für HG)

Lenas Ranch 16.55 Horseland, die Pferderanch

17.35 Eine lausige Hexe 18.00 Bobby &Bill

18.15 Ben &Hollys kleines Königreich 18.40

Löwenzähnchen 18.50 Sandmann 19.00 (für

HG) Mia and me –Abenteuer in Centopia 19.25

(für HG) Wissen macht Ah! 19.50 (für HG) logo!

20.00 (für HG) KiKA Live 20.10 Sam Fox

Dmax

13.15 Inkasso Air –Die Flugzeug-Eintreiber

14.15 Das Survival-Duo15.15 Die Wildlife-

Cops 16.15 Texas Jail –Unter Arrest 16.45

Border Control –Spaniens Grenzschützer

17.15 Die Gebrauchtwagen-Profis 19.15 Border

Control –Spaniens Grenzschützer 20.15

A8 –AbenteuerAutobahn 21.15 A2 –Abenteuer

Autobahn 22.15 Mysterien von oben –

Rätselhafte Satellitenbilder 23.15 News

23.18 Rätselhafte Geschichte 0.15 News

0.18 A8 –Abenteuer Autobahn

5.30 Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Marktcheck checkt ... 10.00 Tagesscha

Nachrichten 10.15 45 Min 11.00 Tagesschau-

Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.15 Mondmänner mit

Hammerund Sichel 20.00 Tagesschau 20.15

Wemgehörtder Osten? DieSchlösser.Dokumentation

21.02 Weltspiegel extra 21.17 Maischberger

22.30 Plusminus 23.00 Tagesthemen 23.30

Panorama 0.00 Exakt –Die Story 0.30 Weltbilder

1.00 Nachtmagazin 1.20 Zapp 2.05 Die Tagesschau

vor20Jahren 1.50 Schätze derWelt 2.20

SachsenSpiegel 2.50 Extra 3.02 Aktuelle Stunde

3.47 Extra 4.02 Brandenburg aktuell

ONE

12.40 Sturmder Liebe 13.30 Um HimmelsWillen

14.20 Meine Mutter istunmöglich. TV-Romantikk

mödie, D2018 15.50 Dawson'sCreek 16.35

Dawson's Creek 17.20 Lindenstraße 17.50 Frau

Temme suchtdas Glück 18.40 Sturmder Liebe

19.25 Sturmder Liebe 20.15 Die GeschichteeinesAbends

21.00 Bauerfeind–Die Show zur Fra

21.45 Käpt'ns Dinner 22.15 The JobLot –Das

Jobcenter 22.35 TheJob Lot–DasJobcenter

23.00 TheITCrowd 23.25 The IT Crowd 23.50

TheITCrowd 0.15 DieGeschichte eines Abends

1.00 Bauerfeind –Die Show zurFrau 1.45 Käpt'n

Dinner 2.15 The JobLot –Das Jobcenter 2.35 Th

Job Lot –Das Jobcenter 3.00 MDR Kultur

ZDF NEO

8.30 Lafer! Lichter! Lecker! 9.15 Bares für Rares

11.00 Mit Herz undHammer 11.45 DieRettungs

flieger 12.30 Die Rettungsflieger 13.15 Psych

14.35 Kommissar Stolberg.Blutsbrüder.Krimiserie

15.35 DieRettungsflieger.Für die Liebe. Actionserie

17.05 Psych.Schuss, Schock, Shawn.

Krimiserie 18.30 Bares für Rares 19.20 Bares fü

Rares 20.15 Der Kriminalist.Die zwei Tode des

Igor Dovgal.Krimiserie 21.15 Der Kriminalist.Der

verlorene Sohn. Krimiserie 22.15 Dr.Böhmermanns

Struwwelpeter 22.45 4Blocks. Verrat.Dra

maserie 23.45 4Blocks. Machtlos. Dramaserie

00.25 4Blocks. Dead Man Walking 1.20 Shakespeare

&Hathaway –Private Investigators

ZDF INFO

7.45 Ausgebremst –Überlebenskampf der Autobauer.

Dokumentarfilm, D2018 9.15 Ausgedieselt–Autofahrer

zahlen dieZeche 10.00 Poker

ums Öl 11.00 DieAkteVW–Geschichte eines

Skandals 12.35 (für HG)Esstinkt!–Dicke Luft in

Deutschland 13.05 Geheimnisse des Kosmos

14.35 Super-VulkaneimAll 15.20 Aliens–Die

Jagd nach demersten Beweis 16.05 Das Geheim

nis der dunklen Energie 16.50 Das Ende unseres

Sonnensystems 17.35 Der Mars–Reiseführer

zum Roten Planeten 18.15 (für HG) Leschs Kosmos

18.45 DieFeuerwache 19.30 Lebensretter

Technik 21.45 Geistesblitze –GenialeErfindungen

0.40 heute-journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik für Einsteiger Mehr Minutenwalzer –

Chopins berühmtestes Stück in allen Varianten.

Mit Stephan Holzapfel, ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Moritzburg Festival W.A. Mozart: Adagio und

Fuge c-Moll KV 546; R. Strauss: Klavierquartett

c-Moll op. 13; Borodin: Streichquintett

f-Moll (Moritzburg Ensemble),ca. 117 Minute

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Oberstdorfer Musiksommer J. C. de Arriaga:

Streichquartett Nr.1d-Moll; Leos Janácek:

Streichquartett Nr.1,„Kreutzersonate”; Felix

Mendelssohn: Streichquartett a-Moll op. 13

(Aris-Quartett: Anna Katharina Wildermuth,

Violine; Noëmi Zipperling,Violine; Caspar Vinzens,Viola;

Lukas Sieber,Violoncello),

ca. 146 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazzfacts Poesie und Partitur.Die Klangwelt

des norwegischen Pianisten und Komponisten

Eyolf Dale. Von Odilo Clausnitzer,ca. 55 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Historische Aufnahmen Sternstunden,

ca. 45 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Hanya Yanagihara: „Das Volk der

Bäume” (29/38). Mit Gunter Schoß, Matthias

Bundschuh, ca. 30 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Ich wünschte, ich hätte dich vor dem Inter

net kennengelernt” Mit Linda Blümchen, Max

Schimmelpfennig,Matthias Rheinheimer.

Regie: Lars Werner,ca. 57 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Rafik Schami: „Die geheime Mission

des Kardinals” (24/40). Mit Udo Schenk,

Jürgen Tarrach, ca. 26 Minuten

MAGAZIN

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Marktplatz Hauskauf ohne Reue –was beim

Erwerb von Immobilien zu beachten ist. Mit

Philip Banse, ca. 80 Minuten

22.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Gespräch Mit Inge Berger (Holocaust-Überlebende).

Moderation: Martin Busch, ca. 30 Min

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Michael Franks. Mit Ortrun Schütz,

ca. 30 Minuten

23.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Jazz Momentaufnahmen.Das Julia-Kadel-Trio

im SWR-Studio Kaiserslautern, ca. 30 Minute


Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

Alex Rodriguez (44) war mal ein toller

Baseballer.Inzwischen ist er ein beflissener

Instagrammer und postet

regelmäßig Bilder aus seinem Leben:

Rodriguezsitzend auf dem Fahrrad,

Rodriguezstehend vordem Flieger,

Rodriguezknutschend mit seiner

Verlobten Jennifer Lopez, Rodriguez

herzend mit den TöchternNatasha

(14) und Ella (11). Es könnte alles so

schön sein, wären da nicht die aufsässigen

Sprösslinge,die dem Papa

in die Performance grätschen. „Bei

fünf vonzehn Posts bekomme ich

Nachrichten vonbeiden“, erzählt

Rodriguez. Seine Töchter schrieben

ihm dann: „Ist das dein Ernst, Dad?

Ichkomme bald in die Highschool,

so beginnt Mobbing!“ Deswegen

habe er nun Verträge mit ihnen: Sie

müssen zustimmen, bevor er etwas

postet. Istvielleicht auch besser so.

Gina Gershon (57) ist eine tolle Schauspielerin

–auch wenn sie für ihre

Rolle in„Showgirls“ als schlechteste

Nebendarstellerin für die Goldene

Himbeerenominiertwar (soübel

war der Film gar nicht!!). Aktuell sieht

sich die US-Amerikanerin scharfer

Kritik ausgesetzt, weil sie ein Foto von

sich und dem umstrittenen Regisseur

Woody Allen verbreitet hat. AufInstagram

dankte sie dem 83-Jährigen dafür,dass

er einige ihrer Lieblingsfilme

gedreht habe.„Dass du ihn unterstützt,

bricht mir das Herz“, schrieb

eine Userin daraufhin. Einige Schauspieler

waren im Zuge der #MeToo-

Bewegung auf Distanz zu Allen gegangen.

Nicht so Gershon: Siespielt

in seinem 51. Film die Hauptrolle.

Frances McDormand (62) ist eine der

tollsten Schauspielerinnen überhaupt

und hätte noch viel mehr als

die ihr zugesprochenen zwei Oscars

verdient gehabt. DerMann, der ihr im

letzten Jahr bei einer Partydie Trophäe

klaute,kann dafür aber auch

nichts –insofernwollen wir mal akzeptieren,

dass die Anklage

gegen ihn jetzt fallengelassen

wurde.McDormand

bekam ihren

Oscar ja schnell

zurück. Gut

wegschließen!

(avo./mit dpa)

Da hatte sie den Goldjungen

noch bei sich:

Frances McDormand

bei der Oscar-

Verleihung im

vergangenen Jahr.

AP/INVISION

TIERE

Eines der beiden Süßerchen aus

dem Dortmunder Zoo.

DPA

Flauschalarm: Als„hübschestes Säugetier

auf Erden“ bezeichnete der Naturkundler

Georges Cuvier den Kleinen

Panda.Wermag ihm die Schwärmerei

verdenken angesichts dieser

Bilder,die uns aus dem Dortmunder

Zooerreichen? DieZwillinge kamen

am 4. Juli zurWelt und durften die erstenWochen

gut versteckt in derWurfhöhle

mit Mama Jingling kuscheln,

bevor sie am Mittwoch dem Publikum

präsentiertwurden. Noch sind

die Kleinen recht scheu, doch schon

bald werden sie sich häufiger aus ihrenHöhlen

wagen. NurMut! (avo.)

Die Via Laietana ist eine

Prachtstraße quer durch

die Altstadt von Barcelona,

mit viel Verkehr

und gut beleuchtet. Dort wurde am

Sonntagabend gegen 21.40 Uhr der

afghanische Botschafter in Spanien

überfallen. Er war zum Privatbesuch

in der katalanischen Hauptstadt, als

ihn unvermittelt eine Gruppe junger

Diebe einkreiste, ihn zu Boden

schlug und ihm seine Armbanduhr

abnahm. Siewar 17 000 Euro wert.

Nicht weit entfernt und etwa zur

selben Uhrzeit erlitt eine 91-jährige

französische Touristin dasselbe

Schicksal. Sie musste erheblich verletzt

ins Krankenhaus gebracht werden;

in ihrem Fall hatten es die Diebe

auf eine Goldkette abgesehen.

Ebenfalls in der Altstadt von Barcelona

wurde am selben Abend ein

Besucher der Stadt vonhinten angefallen,

jemand drückte ihm mit dem

Unterarmgegen den Kehlkopf, bis er

für kurze Zeit das Bewusstsein verlor,

und als er wieder zu sich kam, waren

aus seiner Brieftasche Bargeld und

Kreditkarten verschwunden.

So liest sich in diesem Sommer

die beinahe tägliche Chronik krimineller

Zwischenfälle in Barcelona,

der wunderbaren Stadt am Mittelmeer

im Nordosten Spaniens mit 1,6

Millionen Einwohnern. Der Bericht

in der großen überregionalen Zeitung

La Vanguardia erwähnt auch

noch den deutschen Touristen, der

seit Freitag im Krankenhaus liegt,

nachdem er sich einer Gruppe marokkanischer

Angreifer zu erwehren

versucht hatte, die ihm sein Telefon,

eine Goldkette und eine Armbanduhr

im Wert von 6000 Euro stahlen.

Der Bericht hebt die „unerwartete

Aggressivität“ der Diebe hervor, die

mit Stöcken auf ihn einschlugen und

ihm Schienbein undWadenbein und

ein Schlüsselbein brachen.

Abrechnungen im Milieu

Wasist nur in Barcelona los, fragen

sich die Bewohner. Die Nachrichten

aus der katalanischen Hauptstadt

klingen immer bedenklicher.

Der erste Schock in diesem Jahr

kam Ende Juni, als eine hohe Repräsentantin

des südkoreanischen Kulturministeriums,

zu offiziellem

Besuch in Barcelona,

während eines Spazierganges

mit Landsleuten von einem Motorradfahrer

angegriffen wurde,

der ihr die Handtasche wegzureißen

versuchte. Die 65-Jährige

stürzte und schlug mit solcher Gewalt

auf dem Boden auf, dass sie drei

Tage später starb.

Kurz darauf, ab Anfang Juli, begannen

sich die Mordfälle zu häufen.

Streitereien, bei denen jemand ein

Messer zückte, Abrechnungen im

kriminellen Milieu. Acht Morde in

sechseinhalb Wochen bis Mitte August.

Das war Barcelona nicht gewöhnt.

Im gesamten Vorjahr waren

in der Stadt zehn Menschen durch

die Hand eines anderen ums Leben

Quo vadis,

Barcelona?

Touristen lieben die katalanische

Hauptstadt, doch es gibt Grund zur Sorge:

Gewalt und Kriminalität häufen sich

gekommen. Barcelona ist eine sichereStadt.

Eigentlich. Doch zurzeit

macht den Einwohnern nichts größere

Sorgen als die steigende Kriminalität.

Denn die steigt tatsächlich.

VonMartin Dahms, Madrid

In der vom spanischen Innenministerium

herausgegebenen Kriminalstatistik

für das vergangene Jahr

stach Barcelona mit einem Anstieg

aller angezeigten Straftaten um 17,2

Stadtplan-Erbe vor Gericht

Prozent hervor. Im ersten Quartal

dieses Jahres kletterte die Kriminalität

noch einmal um 12,2 Prozent.

Auch beim Vergleich der Straftaten

pro 1000 Einwohner ragt Barcelona

heraus: Hier waren es im vergangenen

Jahr 121, in Madrid 75, in ganz

Spanien 46. Wenn die Statistik kein

völlig verzerrtes Bild zeigt, dann hat

Barcelona ein Problem.

Die Erkenntnis ist mittlerweile

auch in der Politik angekommen.

Der stellvertretende Bürgermeister

Albert Batlle wagte vergangene Woche

zu sagen, dass Barcelona „ein Sicherheitsproblem“

habe. Welcher

Kommunalpolitiker gesteht das

schon gerne über seine eigene Stadt

ein?

Seine Chefin, Bürgermeisterin

Ada Colau, versuchte die Dinge am

Freitag zu relativieren: Ja, das Rathaus

sei besorgt, aber bei den Messerstechereien

gehe es um „vereinzelte

Fälle“, und ansonsten habe

Barcelona mit den selben Sicherheitsproblemen

zu kämpfen „wie

anderegroße Städte auch“.

Besetzte Wohnungen

DieBürgermeisterin, die sich in Spanien

einst einen Namen als Kämpferin

für die Rechte von Krisenopfern

gemacht hatte, wird von ihren Gegnern

persönlich für die ansteigende

Kriminalität gemacht, weil sie in ihrerStadt

zu viel durchgehen lasse: illegale

Straßenverkäufe zum Beispiel

oder „Narcopisos“ – von Drogenhändlernbesetzte

Wohnungen.

Allerdings gibt es die auch in Madrid,

wo sie ein ebenso großes Ärgernis

sind, ohne dass die Kriminalstatistik

deswegen durch die Decke

geht.

Barcelona hat ein paar spezifische

Probleme.Eines ist die Überflutung

mit Touristen, die bei Kriminellen

Begehrlichkeiten wecken. Ein

anderes ist der katalanische Unabhängigkeitsprozess,

der die Politiker

vom alltäglichen Politikgeschäft ablenkt

und also auch von der Sicherheitspolitik.

Und sehr wahrscheinlich

spielt die Anwesenheit besonders

vieler unbegleiteter jugendlicher

Immigranten eine Rolle. Das

sind fast alles junge Männer aus Marokko.

Nach den Zahlen der katalanischen

Regionalpolizei sind 18 Prozent

der gut 5600 jungen Leute, die

in den vergangenen drei Jahren in

Barcelona angekommen sind, in dieser

Zeit straffällig geworden. Als die

Polizei in der Nacht auf Sonnabend

eine Sonderpatrouille in Zivil losschickte,

verhinderte diese vier

Raubüberfälle.

Fast alle festgenommenen Täter

waren junge Marokkaner,einer Algerier.

Martin Dahms

versteht die Sorgen der

Menschen in Barcelona.

Gab er einen Mord in Auftrag? Alexander Falk beteuert vor dem Landgericht Frankfurt am Main seine Unschuld

Der Erbe des Stadtplan-Verlags

Falk, Alexander Falk, muss sich

seit Mittwoch wegen Anstiftung zum

Mord vor Gericht verantworten (wir

berichteten, siehe Berliner Zeitung

vom 20. August). Der 50-Jährige soll

nach dem Vorwurfder Staatsanwaltschaft

im Jahr 2009 in einem Hamburger

Restaurant einen Mittelsmann

mit der Ermordung eines

Frankfurter Rechtsanwalts beauftragt

haben. Der Anwalt wurde im

Februar 2010 von mehreren, bislang

unbekannten Tätern mit einem

Schuss in den linken Oberschenkel

verletzt. Ihm war vor seinem Haus

aufgelauert worden. Falk bestritt die

Vorwürfe zum Prozessauftakt vor

dem Frankfurter Landgericht.

Touristen und Polizisten: die Flaniermeile La Rambla.

Schwer bewaffnet: Polizist vor der Basilika La Sagrada Familia.

„Diesen Auftrag habe

ich nicht gegeben“, sagte

der 50-Jährige in einer

rund einstündigen Stellungnahme

vorGericht. Er

sitzeseit knapp einem Jahr

in Haft für eine Tat, die er

nicht begangen habe. „Einen

feigen Anschlag in

Auftrag zu geben, widerspricht

allem, was mir

wichtig ist, meiner Erziehung, meinen

Werten, meinem Sportsgeist.“

Falk räumte allerdings ein, einen

Datendiebstahl unter anderem bei

dem betroffenen Anwalt in Auftrag

gegeben zu haben, um in einem

Rechtsstreit seine Unschuld zu beweisen.

Der Angeklagte

Alexander Falk.

DPA

IMAGO IMAGES

DPA

Den beim Landgericht

Hamburg anhängigen Zivilrechtsstreit

hält die Anklage

für das Motiv des

Mordauftrags. Der angeschossene

Anwalt bereitete

eine Millionenklage

gegen den Unternehmer

vor, der nach dem Verkauf

des Stadtplan-Verlags in

Internetunternehmen investiert

hatte und zeitweise als einer

der hundert reichsten Deutschen

galt.

Nach Gerichtsangaben ging es

um Pfändungsmaßnahmen in Höhe

von30Millionen Euro.Motiv für den

Mordauftrag seien Habgier und Rachegelüste

gewesen.

AlexanderFalkwurde im September

vergangenen Jahres verhaftet.

DieVerteidigung erklärte,der Zeuge,

auf den sich die Staatsanwaltschaft

maßgeblich stütze, sei kriminell und

habe für seine Aussage 100 000 Euro

Belohnung erhalten. Eine rund achtminütige

Tonbandaufnahme aus einem

Lokal in Istanbul, die die Anklage

als Beweismittel anführe, sei

manipuliert. Falk räume darauf auch

keinen Mordauftrag ein. Es sei dennoch

versucht worden, die Familie

damit zu erpressen.

Das Gericht will mehr als 20 Zeugen

und mehrere Sachverständige

vernehmen. Bisher sind Termine bis

in den Dezember hinein festgelegt.

(dpa; AFP)

NACHRICHTEN

Bewohner auf Gran Canaria

dürfen zurück in ihre Häuser

Drei Tage nach dem Ausbruch des

Waldbrands im NaturparkTamadaba

auf der spanischen Insel Gran

Canaria sind die ersten Bewohner in

ihreHäuser zurückgekehrt. Aufgrund

des nachlassenden Windes

habe sich das Feuer „stabilisiert“,

teilte Regionalpräsident Ángel Víctor

Torres mit. Nach der Evakuierung

mehrerer Dörfer erlaubten die Behörden

einem Teil der 10 000 betroffenen

Bewohner die Rückkehr nach

Hause.Die Feuerwehr setzte ihren

Einsatz gegen die Flammen fort, die

bereits 10 000 Hektar Waldgebiet

zerstörthaben. (AFP)

Mit dem E-Scooter auf der

Autobahn unterwegs

Sein Navigationsgerät zeigte ihm die

Autobahn als schnellste Route an:

Miteinem geliehenen E-Scooter ist

ein junger Mann aus Dubai in der

Nacht zum Mittwoch vonder Kölner

Polizei auf dem Standstreifen der

A57 gestoppt worden. Der23-Jährige

war in Richtung Kreuz Köln-Nord

unterwegs,als ihn die Beamten aufgriffen.

„Nach Zahlung eines Verwarngeldes

durfte der junge Mann

seine Fahrtabseits der Autobahn

fortsetzen“, so die Polizei in einer

Mitteilung. DerMann war nach den

Angaben mit dem E-Tretroller gerade

erst auf die A57 aufgefahren, als

ein Verkehrsteilnehmer ihn sichtete

und die Polizei alarmierte. (dpa)

Eine Million Euro für Beweis

der Bielefeld-Verschwörung

Gibt’sdoch gar nicht! Oder doch? Die

Sparrenburg und Bielefeld.

DPA

Bielefeld hat eine Million Euro für

den Beweis ausgesetzt, dass es die

Stadt nicht gibt. DieMarketing-Abteilung

der Stadt will damit einer

hartnäckigen Verschwörungstheorie

öffentlichkeitswirksam ein Ende bereiten.

Vor25Jahren war im Internet

ein satirisch gemeinter Text aufgetaucht,

in dem behauptet wurde,die

ostwestfälische Stadt existierenicht.

DerWitz wurde zum Selbstläufer,der

Spruch „Bielefeld gibt’s doch gar

nicht“ zum Dauerbrenner.AmMittwoch

stellte die Stadt nun ihr PR-Gegenrezept

vor–pünktlich zum Jubiläum

der sogenannten Bielefeld-Verschwörung:

„Wenn du beweisen

kannst, dass es Bielefeld wirklich

nicht gibt, gewinnst du 1Million

Euro“, wirbt Bielefeld-Marketing auf

der eigens eingerichteten Wettbewerbs-Homepage.

(dpa)

Larry King lässt sich von

siebter Frau scheiden

DerUS-Talkshow-Star LarryKing

lässt sich nach 22 Jahren Ehe vonseiner

Frau scheiden. Wiedie US-Portale

People und TMZ berichteten,

reichte der 85-Jährige bei einem Gericht

in Los Angeles den Scheidungsantrag

ein. Als Datum der Trennung

vonseiner 26 Jahrejüngeren Ehefrau

Shawn King gebe er darin den 6. Juni

an. DieSchauspielerin Shawn King

ist die siebte Ehefrau des berühmten

Fernsehmoderators.Das Paar hat

zwei erwachsene Söhne.(AFP)


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⁴Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt

sich umdie „NEFZ-CO₂-Werte“ i.S.v.Art. 2Nr.1Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die

Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Die Angaben beziehen sich

nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein

Vergleichszwecken zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Die Werte variieren inAbhängigkeit der

gewählten Sonderausstattungen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den

offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem “Leitfaden über

den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden,

der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de

unentgeltlich erhältlich ist. |⁵Ein Leasingbeispiel der Mercedes-Benz Leasing GmbH, Siemensstraße 7,

70469 Stuttgart, für Privatkunden. Stand 05/2019. Ist der Darlehens-/Leasingnehmer Verbraucher,

besteht nach Vertragsschluss ein gesetzliches Widerrufsrecht nach §495 BGB. Das Leasingangebot

ist gültig bei Fahrzeugübernahme bis zum 31.Dezember 2019. |⁶Unverbindliche Preisempfehlung

des Herstellers, zzgl. lokaler Überführungskosten. |Die Angebote gelten nur solange der Vorrat

reicht und sind nicht kombinierbar mit anderen Aktionen oder Verwerterrabatten. Abbildungen

entsprechen nicht den Angeboten. Druckfehler und Irrtümer vorbehalten.

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Saison 2019 |2020

Chefdirigent ROBIN TI CIATI

KONZERTE IM

ABO NEMENT

dso-berlin.de

Berliner Zeitung · N ummer 194 · D onnerstag, 22. August 2019 – S eite 1

·························································································································································································································································································

Kulturkalender

DER WOCHENÜBERBLICK VOM 22. BIS 28. AUGUST 2019

Filmtipps

Kinoprogramm

Literatur

Ausstellungen

Konzerte

Bühne

Seiten 2&3

Seiten 2–6

Seite 6

Seite 7

Seite 7

Seite 8

Zu den Sorgen des Verfassungsschutzes

gehört auch

die Popmusik. Mitviel Aufmerksamkeit

bedenken die

Schützer seit Anfang des Jahrzehnts

zum Beispiel die properen, linken

Punkrocker Feine Sahne Fischfilet

aus Mecklenburg-Vorpommern

(AfD mit 21 Prozent im Landtag). In

ihrem Heimatland haben sie die

Band bis 2015 jeweils mehrseitig in

ihren Berichten erwähnt und sogar

per Peilsender amWagen vonSänger

und Texter Jan „Monchi“ Gorkow

überwacht. In Sachsen (AfD-Wahlprognose:

25 Prozent) hat man die

Band noch immer auf dem Schirm.

Bevorsich FSF nach ihrem ersten

Album entschieden links aufstellten,

waren sie und offenbar insbesondre

Gorkow recht Hool-rustikal unterwegs.Und,

zugegeben, Sätzewie zuletzt

„Die nächste Polizeiwache ist

nur einen Steinwurf entfernt“ von

ihrem wütenden Titel „Wut“ von

2015 spielen zweifellos mit der unschönen

Möglichkeit vonGewalt.

Andererseits engagieren sich FSF

in einem Bundesland mit erheblicher

Neonazi-Dichte rastlos gegen

Fremdenfeindlichkeit, Rassismus

und Homophobie, Monchi Gorkow

ist auch als Künstler ein gradliniger

Bär mit dickem Herz: „Ich lieb die

Wellen und das Meer“ singt er heimatverbunden

auf dem letzten Album

„Sturmund Dreck“. Aber angesichts

der Rolle, die unsere Schutzbehörden

etwa beim NSU −Gorkow

lebte in der Nachbarschaft eines

NSU-Opfers −gespielt haben; oder

angesichts des in Polizeigewahrsam

verbrannten SierraLeoners Oury Jalloh,

dem Feine Sahne Fischfilet ein

Stück gewidmet haben; oder angesichts

der Entschlossenheit, mit der

die Polizei oft die Versammlungsfreiheit

von Neonazis schützt −dakann

man schon mal künstlerisch übers

Ziel hinausschießen.

Feine Sahne Fischfilet sind zunächst

Popmusiker.Daher haben sie

ja auch die gekränkte Behördenreaktion

sogleich als Promotion-Idee verstanden

und den Verfassungsschützern

in Schwerin zum Dank einen

Präsentkorb vorbeigebracht.

Feine Sahne Fischfilet mit dem unverkennbaren Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow.

Ihr immenser Erfolg, der sie in

ausverkaufte Hallen, auf Groß-Festivals

und in die vielbeachtete Dokumentation

„Wildes Herz“von Charly

Hübner geführt hat, verdankt sich

nicht nur der aufrechten Haltung,

sondern auch dem Ritterschlag öffentlicher

Aufmerksamkeit. Diese

Hau Rock

Feine Sahne Fischfilet spielen in der Zitadelle Spandau

wurde zuletzt, 2018, ordentlich

durch die klägliche Affäre des Bauhaus

Dessau geschürt, wo man in

vorauseilendem Gehorsam einen

Auftritt abgesagt hat, aus Angst vor

marodierenden Neonazis.

Ästhetisch wiederum trifft sich

die Musik der sechs Musiker bis in

VonMarkus Schneider

den grölenden Gestus mit allen

möglichen nicht gerade modischen

Hau-Rock-Entwürfen von rechts

nach links. Wobei es gegenüber

klangverwandten Heimatrechten

wie Frei.Wild doch an disziplinärer

Straffheit fehlt, und die dynamischen

Bläser der sechs Fischfilets

bringen durchaus einen angenehm

optimistischen und warmen

Schwung in den bodenständigen

Punkrock zur rauen Männerstimme

Gorkows.

Sie erinnern eher an die Tote Hosen,

gleichsam ihre gewerkschaftliche

Erwachsenenversion, von deren

FSF

Management sie auch betreut werden.

Das Repertoire besteht ähnlich

wie bei den Düsseldorfernaus einerseits

politkritischen Stücken und andererseits

Wohlfühlnummernfür die

Gemeinde.„Wir sind zurück in unsrer

Stadt/ mit zwei Promille durch

die Nachbarschaft (…) und wir

scheißen vor eure Burschenschaft“

heißt es im typisch hymnischen Refrain

des letzten Album-Openers.

Entscheidend spürt man jedoch

bei der Band aus jedem Ton die

Dringlichkeit; und wo die Hosen in

Tagen wie diesen eher auf Konsens

setzen, bauen Feine Sahne Fischfilet

auf Konfrontation. Auf „Sturm und

Dreck“ geht es daher grimmig um

die herzlosen Zustände auf den

Flüchtlingstrails der Meere, es geht

um Freundschaft, soziale Kälte und

um wehrhafte Solidarität. Gorkow

singt ein hübsches Liebeslied an

seine Eltern (Bauingenieur/ Zahnärztin),

und er kann auch Antifa-

Schlagertexte mit Attitude singen:

„Wenn alle mutlos sind/ Halten wir

uns fest/ Komm schlag zurück/ denn

Angst frisst Seele auf“.

Das Album kam aus dem Stand

auf den dritten Platz der deutschen

Charts, die Konzerte sind ausverkauft.

Es teilen offenbar viele Menschen

die −und sei’skitschig und pathosdicht

vorgetragene −Meinung,