VOLKSHOCHSCHULE HIETZING

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VOLKSHOCHSCHULE HIETZING

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politik & gesellschaft

Symposium

AUTONOMIE UND ENGAGEMENT NACH SARTRE UND ADORNO

Kooperation von Wiener Sonntagsgesellschaft,

Institut Français de Vienne und Volkshochschule Hietzing

In Deutschland, sagte einmal Theodor W. Adorno, laufe das Engagement

vielfach auf „Geblök“ hinaus, auf das, was ohnehin alle sagen,

oder wenigstens latent alle gern hören möchten. Im „Gestus

des Anredens“ stecke schon „heimliches Einverständnis mit den Angeredeten“,

die doch allein dadurch noch aus der Verblendung zu

reißen wären, dass man dieses Einverständnis aufsagt. Dass es sich

in Frankreich anders verhält, dafür stand einmal Jean-Paul Sartres

Philosophie. Jenes Einverständnis zu kündigen, war ihr Engagement:

Indem dieses Denken zunächst postulierte, der Mensch sei „nichts

anderes als das, wozu er sich macht“ und die erste Absicht des Existenzialismus

darin bestehe, „ihm die totale Verantwortung für seine

Existenz aufzubürden“, stieß es all jene vor den Kopf, die sich auf

„Ursachen“ für politische Verfolgung und Massenmord hinausreden

wollten: Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit etc. Das heißt, Sartres

Engagement suchte zu verhindern, dass der Nationalsozialismus

nach seiner Niederlage endgültig triumphiert: im fanatischen Glauben

an die Determiniertheit des Menschen. Was Sartre und Adorno

von Literatur und Kunst, Film und Musik sich jeweils erwarteten,

war von diesem Gegensatz in der Auffassung der Freiheit bestimmt.

Adorno verlangte die ästhetische Autonomie, worin die Ohnmacht

des Einzelnen radikal zum Ausdruck kommen könnte, Sartre eine

engagierte Literatur, die das Individuum jederzeit als das zeigt, wozu

es sich macht, und damit verantwortlich für diese Gesellschaft.

In diesem Symposium wollen wir die Fragen, die Adorno und Sartre

stellten, wieder freilegen, dabei an ihre Auffassung und Analyse

von Literatur, Kunst und Musik anknüpfen. „Wie kann ein Ganzes

sein, ohne dass dem einzelnen Gewalt angetan wird“ – so formulierte

Adorno einmal die Frage „aller Musik“. Es ist auch die Frage

allen Engagements.

u 57253 Sa 01.10. Bitte um Anmeldung. Kostenlos!

10:00-11:30

1. Podium: Flaubert, Sartre, Adorno: Begriffsbestimmungen

Tjark Kunstreich, Wien: Gegenwart, Epoche und Neurosenwahl bei

Flaubert und Sartre

Vincent von Wroblewsky, Berlin: Situation und Subjekt

Manfred Dahlmann, Freiburg: Ästhetik, wozu? Adornos „Vorrang

des Objekts“ als notwendige Basis vernünftigen Engagements.

14:00 – 15:30

2. Podium: Kunst vs. Engagement?

Jan Gerber, Halle/Saale: Mit Benjamin gegen Adorno – Kunst, Recycling,

Entsorgung

Magnus Klaue, Berlin: Désengagement. Vom Veralten eines Begriffs

mit Rücksicht auf Celan, Enzensberger und Adorno

Moderation: Gerhard Scheit

16:00 – 17:30

3. Podium: Das Ressentiment gegen das Kunstwerk

Till Gathmann: Hot Shit. Bildende Kunst heute

Joel Naber, Berlin: Das Subjektive als schmutzige Phantasie.

Zur Tabuisierung der individuellen Erfahrung in der Kunst.

Moderation: Justus Wertmüller

18:00 – 19:30

4. Podium: Ästhetische Erfahrung im Krisenzusammenhang

Irene Lehmann, Berlin: Das Engagement der Form. Unverständlichkeit

als politisch-ästhetische Kategorie in den Kompositionen

Luigi Nonos.

Clemens Nachtmann, Graz: Autonomie als Programm.

Über die Anfänge der neuen Musik bei Beethoven und Berlioz.

Moderation: Gerhard Scheit

AHNENFORSCHUNG

Wie erforsche ich meine Vorfahren?

Sie erfahren in diesem Seminar wie man mit der Ahnenforschung

beginnt, in welchen kirchlichen und staatlichen Archiven notwendige

Unterlagen zu finden sind, mit welchen Problemen die ForscherInnen

konfrontiert werden, wie sie einfach zu lösen sind und

welche Möglichkeiten das Internet bietet. Zu Beginn werden typische

Kirchenbucheinträge erklärt und dann anhand eines praktischen

Beispiels Vorfahren mit Internetlösungen ermittelt.

Mitzubringen: Schreibmaterial, Konzentration

Ing. Felix Gundacker

Wochenendseminare

u 57213 Sa 05.11. 09:00-17:00 / 7 UE 10-20 TN ¤ 70,-

Skriptum im Preis inkludiert

Anmeldeschluss: 28.10.

u 57215 Sa 19.11. 09:00-17:00 / 7 UE 10-20 TN ¤ 70,-

Skriptum im Preis inkludiert

Anmeldeschluss: 11.11.

Siehe auch „Kunst & Kultur“, Kurrentschrift, S. 49

GEDENKEN ZUM 9. NOVEMBER 1938

Im Novemberpogrom brannten Synagogen, jüdische Geschäfte wurden

geplündert und die Hetzjagd auf Jüdinnen und Juden kannte

keine Grenzen. Auf dem Platz der ehemaligen Synagoge wird der

Hietzinger Opfer gedacht.

Dr. Robert Streibel

u 57217 Di 08.11. 11:00-12:00

Treffpunkt: Ecke Eitelbergergasse/Neue Welt Gasse

Bitte um Anmeldung in der VHS Hietzing

Semesterbeginn:

3. Oktober 2011

Volkshochschule Hietzing Telefon: 804 55 24 · office.hietzing@vhs.at · www.vhs.at/hietzing

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HAND.VERSPRECHEN

Ursula Jokl

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