Die Mythen - Das Dokument des Grauens

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Die Mythen - Das Dokument des Grauens

Das Dokument des Grauenssowohl was den Stil des Films als auch dessen Qualität betrifft. In diesem Film schwirrenzu viele Ideen und geklaute Elemente aus bekannteren Produktionen wie Back tothe Future (1985) herum, selbst bei der für ihr niedriges Niveau berüchtigten TV-SerieKnight Rider (1982) bediente sich Corman. Er schreckte sogar nicht davor zurück, JosephBuchanan und Mary Shelley Geschlechtsverkehr haben zu lassen. Sehenswert istder Film eigentlich nur wegen seiner Idee und seinen Darstellern John Hurt, Raul Juliaund Bridget Fonda. In einer Nebenrolle ist übrigens Michael Hutchence zu sehen, derdamals als Sänger der australischen Band INXS bekannt wurde.Dass Corman den Film letztlich verhunzte, tut dem grundliegenden Gedanken jedochkeinen Abbruch. Wenn wir genau darüber nachdenken, ist dies einer der seltenenFilme, in welchem mad scientists von Kollegen zu Kontrahenten werden. Dr. Frankensteingehört unbestritten zu dieser Spezies, doch zählt auch Joseph Buchanan dazu?Auf jeden Fall, wie schon zu Beginn des Films offenbart wird. Denn Buchanansucht nach einer Massenvernichtungswaffe, welche - Achtung, festhalten - die Erdenicht zerstören soll. In Buchanans Gehirnwindungen hat sich ein erstklassiges Oxymoroneingenistet und ihm den Blick auf die tatsächlichen Auswirkungen seiner Arbeitverschleiert. Dies ist das typischste Merkmal, wenn es darum geht, einen verrücktenWissenschaftler von einem einfachen Pechvogel zu unterscheiden.Frankenstein Unbound (1990) treibt dieses Verhalten noch etwas weiter, indemder Film einen mad scientist als Helden hat. Einen Helden erkennt man in der Welt derB-Pictures generell daran, dass die aparte Schönheit des Films freiwillig mit diesemins Bett steigt, ein uraltes und selten erkanntes Klischee, aber dies nur am Rande. DieseStilisierung des Verrückten zum Helden war jedoch schon 1990 nicht tatsächlich neu;falls Sie einmal Nicholas Meyers Time After Time (1979) gesehen haben, in welchemH.G. Wells mit seiner Zeitmaschine Jack the Ripper durch das 20. Jahrhundert jagt,wird Ihnen dieses Element sicherlich vertraut vorkommen.Aus Japan stammt Rasuto Furankenshutain (1991) von dem aus Tokyo stammendenBühnenautor und Regisseur Takeshi Kawamura. Er verfilmte hier sein eigenesBühnenstück unter Verwendung vieler originaler Darsteller.Der Film erzählt von dem Anatomieprofessor Sarusawa, dessen Frau vor fünf JahrenSelbstmord beging, und dessen Tochter Mai, die seitdem über telekinetische Kräfteverfügt. In der Stadt tobt eine Welle aus Selbstmorden und Sarusawa ist sich sicher,dass es sich um einen Virus mit 3-5 Jahren Inkubationszeit handelt. Es könnte alsobereits jedermann infiziert sein, auch er selbst.Sarusawa trifft auf den Wissenschaftler Dr. Aleo. Dieser soll eigentlich im Auftragder Universität den Virus erforschen, aber in Wahrheit hofft Dr. Aleo auf die Ausrottungder Menschheit. Diese soll Platz machen für eine neue Rasse aus Übermenschen.Diese Rasse soll aus einem Adam und einer Eva entstehen, welche Dr. Aleo aus Leichenteilenzusammensetzt.Dr. Aleo reanimiert die beiden Körper planmäßig. Doch als er sie auffordert, miteinanderSex zu haben, verweigern sie sich und Dr. Aleo verliert die Kontrolle überdas Geschehen...274

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