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M ENSCHEN IM GESPRÄCH

M ENSCHEN IM GESPRÄCH „Gegen Ausbau der Bundesstraße“ Europaabgeordnete Karoline Graswander-Hainz setzt auf die Bahn als Mittel gegen das Transit-Chaos Das momentan größte Ärgernis für die Tiroler dürfte wohl der Transitverkehr sein. Auch das Außerfern ächzt unter der Blechlawine. Was kann man dagegen tun? Darüber unterhielt sich die RUNDSCHAU mit der Imster Europaabgeordneten Karoline Graswander-Hainz (SPÖ). Von Jürgen Gerrmann RUNDSCHAU: Am 8. Jänner hat es wieder eine Blockabfertigung auf der Inntalautobahn bei Kufstein gegeben. Was halten Sie davon? Abgeordnete zum Europäischen Parlament Karoline Graswander- Hainz: Kurzfristig hilft die Blockabfertigung schon und ermöglicht einen besseren Verkehrsfluss. Aber man muss das Problem längerfristig angehen. Im vergangenen Jahr sind über zwei Millionen Lkw über den Brenner gerollt. Auch für dieses Jahr werden wieder über zwei Millionen Transitfahrten erwartet. Um damit fertig zu werden, reicht eine Blockabfertigung nicht. Man sollte sich (wie es ja für den 8. Januar geplant war, RUNDSCHAU Seite 8 dann aber vom deutschen Verkehrsminister Christian Schmidt abgesagt wurde) zusammensetzen und die Sache generell besprechen – und zwar nicht gegeneinander, sondern miteinander. RS: Wer oder was ist denn nun „schuld“ am Tiroler Transit-Chaos? Graswander-Hainz: Sicher ganz wesentlich die unterschiedlichen Mauthöhen. Österreich schöpft zwar das von der EU festgelegte Limit aus und hat die höchstmöglichen Preise, aber unsere deutschen und italienischen Nachbarn tun das nicht. Eine zwischen Österreich, Deutschland und Italien koordinierte „Korridormaut“ für die Strecke zwischen München und Verona mit dem erklärten G LANZLICHTER 5:3 für die Fairness Liebe Freunde sauberer Urnengänge! Damit aus Wahlbewegungen keine Wahlkämpfe und schon gar keine Schlammschlachten werden, bemühen sich die wahlwerbenden Gruppierungen bereits im Vorfeld um Anstand, Respekt und Würde. Das Unterzeichnen eines Fairnessabkommens hat dabei längst eine Art rituellen Charakter. So auch bei der bevorstehenden Tiroler Landtagswahl. Von den insgesamt acht antretenden Parteien und Listen haben jetzt fünf eine derartige Vereinbarung unterschrieben. Die ÖVP, die SPÖ, die Grünen, die Neos und die sogenannte Family-Liste haben sich gegenseitig schriftlich Fairness versprochen. Die FPÖ, impuls-tirol und die Liste Fritz sprachen sich dagegen aus. Die Frage ist nun: Haben wir fünf faire und drei unfaire Parteien? Geht es nach den Nichtteilnehmern am Anstandspakt, ist dies diffiziler, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Freiheitlichen sagen, alle anderen seien dermaßen unfair, dass sie quasi als die Oberanständigen in diesem Bunde glanzlichter@rundschau.at zwangsläufig aus dem Rahmen fallen – eine Strategie, die bei den Blauen schon oft aufgegangen ist. Fritz Dinkhausers Erben behaupteten, sie wären in der Vergangenheit bereits die fairsten gewesen und daher müsse man diese Tatsache nicht noch einmal schriftlich herausstreichen. So etwas nennt man Selbstvertrauen. Eher Galgenhumor treibt die Nachfahren der von der Innsbrucker Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer sowie den Ex-Landesräten Anna Hosp und Hans Lindenberger gegründeten Vorwärts-Bewegung ins Rennen. Der bescheidene Rest der im Streit aufgelösten Liste wurde erst kürzlich vom Landtag nach langen Diskussionen finanziell saniert. Doch da Dankbarkeit bekanntlich keine politische Kategorie ist, verzichtet diese Gruppe ebenfalls auf Fairness – ein wohl aussichtsloser Impuls! 5:3 ist übrigens ein interessantes Ergebnis. Ich tippe, dass es fünf der acht antretenden Listen in den Landtag schaffen. Wie fair das ist, entscheiden die Wähler. Der Demokratie sei Dank! Meinhard Eiter AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN Ziel, den Transit zu verringern bzw. von der Straße auf die Schiene zu lenken, könnte aber durchaus Wirkung zeigen. RS: Sollten also die Mautpreise generell noch weiter steigen? Graswander-Hainz: Genau, zumindest für die Lkw. Der freie Warenverkehr ist sicher wichtig. Aber dann sollten eben auch alle Kosten in die Maut eingerechnet werden – also auch Schadstoffe, Lärm, Unfälle, Krankheiten, Straßenabnutzung, Staus und so weiter und so fort. Die Kalkulation der Maut muss einfacher und transparenter werden. Wir vom Europaparlament wollen daher an die Überarbeitung der sogenannten „Wegekostenrichtlinie“ gehen. RS: Wenn die Frächter dann einfach die höheren Preise bezahlen, auf ihre Kunden umschlagen und trotzdem fahren, bringt das ja dennoch den vom Transit geplagten Tirolern nichts. Graswander-Hainz: Stimmt, wobei wir hier den Schreckgespenstern der Frächter keinen Glauben schenken sollten. Eine Mauterhöhung würde man bei den Preisen für die Endverbraucher kaum ausmachen können. Wir wollen jedenfalls die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Die wird übrigens im Moment zu 100 Prozent bemautet, jeder einzelne Kilometer, gleichzeitig nur ein sehr kleiner Teil unserer Straßen. Das ist doch ein Unding! Denn dadurch bleibt die Straße die billigste und einfachste Möglichkeit, Waren von A nach B zu bringen. Wir brauchen den Brenner-Basistunnel – und darüberhinaus rechtzeitig ausgebaute Zulaufstrecken auf der Schiene. RS: Nicht nur das Inntal ächzt unter dem Transitverkehr. Bringt eine höhere Maut dem Außerfern überhaupt etwas? Graswander-Hainz: Ich glaube, auch hier wäre die einzige Lösung der Ausbau der Bahn – durch eine Verbindung zwischen dem Ehrwalder Becken und Ötztal Bahnhof. Denn im Außerfern sind wohl die Touristen die größere Herausforderung als die Lkw. Dann könnte man über die Bahn ausweichen, wenn man vom Lech- ins Inntal (und umgekehrt) will. Ich bin dagegen, die Bundesstraße auszubauen. Das würde noch mehr Verkehr für diese Strecke heißen. Karoline Graswander-Hainz gehört dem Verkehrsausschuss des Europaparlaments an. Foto: pm RS: Glauben Sie wirklich, dass die Menschen bereit sind, in größerem Ausmaß vom Auto auf die Bahn umzusteigen? Graswander-Hainz: Ganz sicher. Früher sind die Imster zum Beispiel oft mit dem Auto nach Wien gefahren. Jetzt gibt es den Railjet. Der braucht nur viereinhalb Stunden, ist gut getaktet und bezahlbar. Da lohnt sich das doch gar nicht mehr. RS: Was können Sie als eine von 751 Europaabgeordneten denn überhaupt in dieser Frage erreichen? Graswander-Haniz: Ich kann zum Beispiel Anträge zur Änderung der Wegekostenrichtlinie stellen. Wir Sozialdemokraten haben ja auch hier ganz andere Schwerpunkte als die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der auch die ÖVP gehört. Zudem werde ich Ende Jänner zusammen mit meinem deutschen Kollegen Michael Cramer in Brüssel eine fraktionsübergreifende Veranstaltung über die Zukunftsherausforderung für die alpinen Regionen ausrichten. Da dürfen auch utopische Sachen eingebracht werden. Schauen Sie nur mal nach Serfaus: Dort wurde 1984 eine U-Bahn unterm Dorf gebaut – viele haben damals gesagt „Die sind doch verrückt!“ Heute sind die Serfauser das große Vorbild. Man braucht einfach Visionen. RS: Vielen Dank. 24./25. Jänner 2018

Starkes Statement in Heiterwang Kommando der Feuerwehr ist zu 50 Prozent weiblich Traditionell hielt die Freiwillige Feuerwehr Heiterwang ihre Jahreshauptversammlung Anfang Jänner im Schulungsraum des Feuerwehrhauses ab. Kommandant Stefan Versal konnte dazu zahlreiche Kameraden willkommen heißen. Von Sabine Schretter Der Schulungsraum war bis auf den letzten Platz gefüllt – der Tagesordnungspunkt „Neuwahlen“ war mit ein Grund dafür. Ein besonderer Gruß galt Bgm. Beate Reichl, Bezirksfeuerwehrkommandant-Stv. Wolfgang Storf sowie Roland Kramer (BFI außer Dienst) und den anwesenden Gemeinderäten. Besonders erfreulich war die vollzählige Anwesenheit der zwölf Mädchen und Burschen der Jugendfeuerwehr zu registrieren. Berichtet wurde über ein „normales“ Feuerwehrjahr 2017 mit wenigen Einsätzen, die großteils durch das Kommando abgearbeitet werden konnten. Ein schwerer Verkehrsunfall im Mai forderte den Einsatz der Bergeschere. Schwerpunkte in der Ausbildung wurden auf das Atemschutzwesen sowie Workshops und gemeinschaftliche Übungen (Tunnelübung Umfahrung Heiterwang, Übung Hotel „Fischer am See”) gelegt. Sehr erfreulich war die Teilnahme am Landesfeuerwehrleistungsbewerb in Silz im Juni, bei welchem die Gruppe jeweils in Bronze und Silber teilgenommen hatte und beide Bewerbe fehlerfrei absolvieren konnten. nun eine 50 zu 50 Aufteilung zwischen Frauen und Männern in den gewählten Funktionen. Das Kommando bedankte sich bei allen Kameraden für das entgegengebrachte Vertrauen, im Anschluss wurden sieben Kameraden befördert und die Bestellungen für die neue Amtsperiode vorgenommen. Am Ende der Jahreshauptversammlung NEU! Ab sofort freitags bei ALPENSCHICK - MEUSBURGER in Tannheim! (ab 10.30 Uhr) servierte das bewährte Küchenteam Arnold Klotz und Martin Wacker einen Gaumenschmaus von dreierlei Wild. Ein großes Dankeschön an alle Kameraden für die kameradschaftliche Veranstaltung und dem Küchenteam für die kulinarische Arbeit. NEUWAHLEN. Unter dem Tagesordnungspunkt Neuwahlen übernahm unsere Bm. Beate Reichl den Vorsitz. Der Kommandant Stefan Versal und sein Stellvertreter Gerhard Bailom wurden einstimmig wiedergewählt. Kassier Walter Schindl legte sein Amt nach zehn Jahren in jüngere Hände, als Nachfolgerin wurde einstimmig Ramona Huter gewählt. Bernhard Selb (welcher gleichzeitig auch als Zugskommandant fungiert) möchte sein Augenmerk zukünftig verstärkt auf die Führungsarbeit als Zugskommandant legen und stellte sein Amt als Schriftführer ebenfalls zur Verfügung. Als neue Schriftführerin konnte Angelika Kerber einstimmig gewählt werden. Mit der Neuwahl besteht in Heiterwang 24./25. Jänner 2018 Das neue Komitee der Feuerwehr Heiterwang mit Kassierin Ramona Huter, Kommandant-Stv. Gerhard Bailom, Kommandant Stefan Versal und Schriftführerin Angelika Kerber (v.l.) zeigt Ausgeglichenheit. Foto: Bailom Schwimmbad Weißenbach Neuverpachtung Schwimmbadkiosk ab Badesaison 2018 (Mitte Mai bis Anfang September) Ebenso wird eine Person zur Betreuung der Badeanlage und Beckenaufsicht gesucht. Interessenten, das können auch Personengruppen sein, können sich ab sofort beim Bürgermeister Dreier Hans telefonisch oder persönlich melden. 05678/5210 Der Bürgermeister: Hans Dreier AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN RUNDSCHAU Foto: Ingimage.com Seite 9