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RE KW 15

Aus zwei mach eins?

Aus zwei mach eins? Nicht alle sind dafür! Die vom Bürgermeister avisierte Zusammenlegung der beiden Reuttener Altenheime stößt nicht nur auf Begeisterung Soll das „Haus Zum Guten Hirten” in Reutte mit dem „Haus Ehrenberg” zusammengelegt werden? Die ÖVP im Gemeinderat ist strikt dagegen. RS-Fotos: Gerrmann Die geplante Fusion der beiden Reuttener Altenheime „Zum Guten Hirten” und „Haus Ehrenberg” dürfte kein Selbstläufer werden. Dem Plan von Bürgermeister Luis Oberer widerspricht sein Stellvertreter Klaus Schimana so wie dessen Fraktion im Gemeinderat, die ÖVP, vehement. Und die Betroffenen scheinen offiziell noch gar nichts zu wissen. Von Jürgen Gerrmann Sowohl in einer Kurzmitteilung im Gemeinderat als in der Bürgerversammlung zur Zukunft des Untermarkts hatte Luis Oberer von seiner Vision berichtet, die beiden Altenheime zu einem zu verschmelzen. Allerdings wohl in beiden Fällen ohne konkrete Begründung. Sein Stellvertreter Klaus Schimana kündigt nun ebenso wie seine Fraktionskollegin und Vorsitzende des Sozialausschusses des Marktgemeindeparlaments, Elisabeth Schus-ter, ihren Widerstand gegen diese Pläne an. Beim „Guten Hirten” seien zwar noch Finanzierungskosten offen, sagt Schimana. Aber der laufende Betrieb trage sich aus den Einnahmen: „Den kann man mit einer schwarzen Null führen.“ Auch das „Haus Ehrenberg” sei gut geführt. Zweifelsohne. Die alten Menschen fühlten sich wohl. Freilich: „Jedes Haus hat eine andere Atmosphäre und eine andere Philosophie.“ Das dürfe man nicht über einen Leisten schlagen und in einen Topf werfen. Was den Vize-Bürgermeister auch beschäftigt: Der „Gute Hirte” sei zu 100 Prozent im Besitz der Marktgemeinde Reutte, alle Mitarbeiter seien RUNDSCHAU Seite 20 dort auch angestellt. Und man könne allein bestimmen, welchen Weg in der Pflege man einschlagen wolle. Bei einer Fusion werde Reutte aber nur noch eine Stimme im Gemeindeverband haben – also auf einer Stufe mit Gramais stehen. Ob das der Sinn der Sache sei? Zudem dürften eventuelle „Einsparungen“ oder „Synergieeffekte“ nicht auf dem Rücken der Beschäftigten erfolgen. Teile man sie mal in diesem, mal in jenem Heim zum Dienst ein, dann sei dieses Hin und Her eine enorme Belastung – und das bei einer Arbeit, in der doch der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse: „Die alten Leute gewöhnen sich doch an die, die sie betreuen. Da darf es doch keinen ständigen Wechsel geben!“ Auch arbeitsmarktpolitisch hat der ÖVP-ler Bedenken: „Sollten diese Pläne Realität werden, dann gibt es nur noch einen Arbeitgeber auf diesem Sektor im Außerfern. Das heißt: Nur noch einen Anbieter für die Arbeitnehmer.“ Bisher habe es aber immer eine Alternative gegeben, wenn sich eine Pflegerin oder ein Pfleger in einem der Heime nicht wohlgefühlt habe. Beide Häuser seien zudem auch so groß, dass die Leitung vor Ort sein müsse. Das gehe nicht anders – und AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN Das „Haus Ehrenberg” neben dem Krankenhaus in Ehenbichl wird vom Gemeindeverband als Bezirkspflegeheim getragen. Ihm gehören alle Gemeinden des Außerferns an. daher könne man auch auf der obersten Ebene nichts an Personalkosten einsparen. Auch wenn es um die Erweiterung des Angebots in Reutte gehe, bringe eine Fusion nicht mehr als jetzt schon möglich sei: „Die Förderung bezieht sich auf das Bett und nicht auf den Träger.“ Langer Rede, kurzer Sinn: Schimana ärgert sich vor allem über das Vorgehen des Bürgermeisters. Denn: „Solche Vorstöße gehören im Gemeinderat diskutiert. Zumindest im Sozialausschuss.“ Dessen Vorsitzende Elisabeth Schuster zeigte sich im Gespräch mit der RUNDSCHAU auch völlig entsetzt: „Dass so etwas im Gemeinderat nebenbei unter ,Bericht des Bürgermeisters' verkündet wird, wird der Sache doch in keinster Weise gerecht!“ Denn: „Ich denke immer, dass es in solchen Dingen auch eine Bringschuld des Bürgermeisters gibt.“ Sicher dürfe er seine eigenen Vorstöße machen. Aber dem Gesprächsklima im Gemeindeparlament sei es ganz sicher nicht dienlich gewesen, ein solches Projekt lapidar als Randnotiz zu verkünden: „Da war ich einfach platt. Regelrecht erschüttert.“ Oberer rede immer von guter Zusammenarbeit im Gremium – und dann so etwas! Die Frau von der ÖVP: „Ich hätte da schon erwartet, dass man vorher miteinander spricht!“ Schließlich habe die Volkspartei zwar nicht die Mehrheit, aber immerhin sechs von 19 Sitzen im Gemeinderat: „Was der Bürgermeister gemacht hat, ist doch keine Art!“ Sie sei wie ihre ganze Fraktion gegen das von Oberer verkündete Vorhaben: „Weil das keinen Sinn macht. Wir werden dagegen stimmen. Je größer die Häuser werden, desto unpersönlicher wird es für die alten Menschen. Und das will ich nicht – und das wollen wir nicht.“ Als „uninformiert“ bezeichnete sich auch Paul Barbist, der Leiter des „Hauses Zum Guten Hirten”: „Ich bin nicht eingebunden. Solche Dinge sind auch nicht Sache der Betriebsführung. Sondern der Eigentümer. Dazu kann ich nichts sagen.“ Dazu nichts sagen wollte auch Bürgermeister Luis Oberer. Er sei gerade im Gespräch, sagte er am Freitagnachmittag, ein paar Stunden später gehe es nicht, danach sei Wochenende. Reutte BEMERKENSWERT: Prospekte und Beilagen in dieser RUNDSCHAU • SPORTCENTER, Reutte Teilauflage: • FÖGER WOHNEN, Telfs 11./12. April 2018

Rodelausflug Flüchtlingsklasse Das viele Lernen wurde belohnt (RS) Vor gut einem Jahr eröffnete am IKA Reutte unter der Leitung von Direktor Franz Pohler eine Klasse für Flüchtlinge – die sogenannte Übergangsklasse. Jugendrotkreuz Fastensuppenaktion der Neuen Mittelschule Königsweg (RS) Das Jugendrotkreuz der NMSK darf auch im heurigen Schuljahr auf ein äußerst sehenswertes Spendenergebnis bei den diversen Aktionen verweisen. Bereits vor Weihnachten konnten durch findige Sammelideen in den einzelnen Klassen einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern aus Reutte der stattliche Betrag von 600 Euro übergeben werden. Die Fastensuppenaktion im vergangenen März hat die JRK-Klasse der Schule mit dem Reinerlös von 237,90 Euro kräftig aufgestockt, was wiederum in Not geratenen Familien von Schülern zugute kommt. „Es ist die Einstellung unserer Schule und die großartige Arbeit der JRK-Buddies, die diesen Gedanken des „Helfens“ stets so lebendig erhält“, ist sich die JRK-Referentin Gerda Bubendorfer sicher. Die Schülerinnen und Schüler der Flüchtlingsklasse am IKA Reutte durften sich über einen Rodelausflug freuen. Foto: Jasmin Mohr Seitdem ist viel geschehen: Die Jugendlichen, von denen der größte Teil unbegleitet nach Österreich kam, werden von einem engagierten Lehrerteam auf den Pflichtschulabschluss vorbereitet, um damit in Zukunft den Einstieg in einen Lehrberuf meistern zu können. Fleiß, harte Arbeit und der große Wille, in unserem Land Fuß zu fassen, machten es möglich, dass bereits einige Mädchen und Jungen die ersten Teilprüfungen erfolgreich absolvieren konnten. Diese Prüfungen werden an der NMS Untermarkt Reutte abgelegt, wo ein reibungsloser Ablauf – dank uneingeschränkter Flexibilität und Kooperationsbereitschaft seitens des Direktors, Gerfried Breuss, stattfinden kann. Das viele Lernen sollte auch belohnt werden, so organisierte Klassenvorständin Mag. Jasmin Mohr am vergangenen Wochenende einen Rodelausflug für die gesamte Klasse. Mit dem Zug ging es von Reutte aus zur Almkopfbahn nach Bichlbach, Oberländer Rundschau Telfs & Reutte MENORCA DIREKTFLÜGE AB INNSBRUCK Jeden SO von 13.05.-14.10. 20% sparen bei Abflügen am 03.06. & 17.06. Prinsotel la Caleta**** inkl. Flug, Transfers, 8 Tage 7x HP+ statt ab € 979,- nur ab € 783,-! KOSTENLOSE Hausabholung in Nordtirol 052 62 / 63 855 idealtours.at Telfs, Untermarkt 9 11./12. April 2018 wo die Jugendlichen zum ersten Mal eine Gondel betraten. Ein großer Dank gilt hierbei der Geschäftsführung der Bergbahnen Berwang, die für diesen besonderen Tag Freikarten ausgab. Nach einer Wanderung von der Hochalm nach Berwang ging es weiter in die lokalen Sportgeschäfte wie Sport Klotz, Sport Alm und Sport Hofherr, die Rodeln gratis zur Verfügung stellten – auch hier einen herzlichen Dank. Es folgten unzählige Fahrten auf der Rodelbahn, bei denen zwar auch der ein oder andere Sturz nicht zu vermeiden war, was dem Strahlen der Kinderaugen jedoch keinen Abbruch tat. Als abschließendes Highlight wurden die Schülerinnen und Schüler zum Pizza-Essen in den Gösser-Imbiss in Berwang eingeladen, ehe es dann mit dem Zug wieder zurück nach Reutte ging. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Tag zu einem unvergesslichen gemacht haben! schon ab € 783,- AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN RUNDSCHAU Eine großartige Arbeit der Jugendrotkreuz-Buddies der NMSK. Fotos: Bubendorfer Mit der Fastensuppenaktion konnte der Reinerlös kräftig aufgestockt werden. Menorca: Wilder Norden – lieblicher Süden Direkt ab Innsbruck und mit einer Flugzeit von nur ca. zwei Stunden erreicht man die traumhafte Balearen- Insel Menorca. Das Landschaftsbild ist geprägt von geruhsamer Beschaulichkeit, malerischen Dörfern und verträumten Fischerorten. Die Vielfalt der Strände ist groß: Im Süden sind sie meist nur mittels Wanderweg oder Kanu erreichbar. Der Norden zeigt sich von seiner wilden Seite mit bizarren Felsformationen und einsamen Naturstränden. Ein Besuch des belebten Städtchens Mahon darf bei der Reise nicht fehlen – es lohnt sich! ANZEIGE Seite 21