Berliner Kurier 08.01.2019

BerlinerVerlagGmbH

14 BERLIN BERLINER KURIER, Dienstag, 8. Januar 2019 *

6%

27 %

21 %

22 %

Birken-

Grundschule

am

Grundschule

Brandwerder

Christian-

Morgenstern-

Grundschule

24 %

SPANDAU

REINICKENDORF

3% 24 %

Gustav-Falke-Grundschule

25 %

5% 20 %

32. Schule (Grundschule)

3% 27 %

Hermann-Gmeiner-

FRIEDRICHSH.-Schule (Grundschule)

KREUZBERG

Carl-Bolle-

Grundschule

3%

Grundschule in

den Rollbergen

Kolumbus-

Grundschule

Lauterbach-

Grundschule

10 % 26 %

MITTE

Carl-Kraemer-

Grundschule

TEMPELHOF-

SCHÖNEBERG

PANKOW

4% 27 %

5% 20 %

Gottfried-Röhl- Wilhelm-Hauff-

Grundschule Grundschule

5%

24 %

23 %

22 %

20 %

Jens-Nydahl-

Grundschule

24 %

Grundschule Am Sandhaus

LICHTEN-

BERG

Sonnen-

Grundschule

Sonnenblumen-Grundschule 21 % 3%

NEUKÖLLN Grundschule an der alten Feuerwache

Melli-Beese-

Grundschule

Silberstein-

Grundschule

26 %

Schule am

Staakener

Kleeblatt

(Integrierte

Sekundarschule)

Eduard-Mörike-

Grundschule

21 %

23 %

Grundschule

im Ostseekarree

Randow-Schule

Martin-Niemöller-

Grundschule

Friedrichsfelder Grundschule

Schmetterlings-Grundschule

3% 22 %

22 %

Lehrer ohne volle

Lehrbefähigung (LovL’s)

22 %

19 %

MARZAHN-

HELLERSDORF

24 %

22 %

Quereinsteiger

17 %

Der Anteil nicht voll

ausgebildeter Pädagogen

hat vorallem in sozialen

Brennpunkten stark

zugenommen. Die SPD will

nun für eine gerechtere

Verteilung sorgen.

23 %

Christoph-Ruden-

Grundschule

21 %

Grundschule

im Taunusviertel

Hugo-Heimann-

Grundschule

22 %

Grafik/Galanty

27 %

TREPTOW-

KÖPENICK

Quereinsteiger Wasan

unseren Schulen schiefläuft

Der Lehrermangel hat mittlerweile drastische Auswirkungen. Eine Kartezeigt das Ausmaß der Misere

Von

MARTIN KLESMANN

Berlin – Immer mehr

Schmalspur-Lehrer unterrichten

an Berliner Schulen.

Quereinsteiger, die pädagogisch

noch nicht ausgebildet

sind, sind vor allem in sozialen

Brennpunkten wie Mitte

und Neukölln aktiv – oder

am Rande der Stadt in Spandau

oder Lichtenberg. Also

oft dort, wo voll ausgebildete

Lehrer besonders nötig

wären. SPD-Bildungspolitikerin

Maja Lasic will nun für

eine gerechtere Verteilung

sorgen.

Der Personalmangel an Berliner

Schulen hat mittlerweile

drastische Auswirkungen. Die

Anzahl der Berliner Schulen,

an denen mehr als 20 Prozent

Quereinsteiger unterrichten,

hat sich demnach innerhalb eines

Jahres auf 27 vervierfacht.

An 170 Schulen liegt die Quereinsteiger-Quote

mittlerweile

über zehn Prozent. Das geht

aus der Antwort des Senats auf

eine Anfrage des SPD-Abgeordneten

Joschka Langenbrinck

hervor.

Erstmals weist die vorliegende

Statistik auch den Anteil

der Lehrkräfte ohne volle

Lehrbefähigung (LovL) aus,

die an Schulen unterrichten.

Das sind meist bisherige Vertretungslehrer,

die aber anders

als Quereinsteiger gar kein

Berliner Schulfach studiert

haben. 900 von ihnen wurden

im vergangenen Sommer eingestellt.

An einzelnen Schulen

sind demnach insgesamt

30 Prozent und mehr Seiteneinsteiger

tätig: An der noch

im Aufbau befindlichen

Am Grundschulen fehlen besonders viele gut ausgebildete Lehrer.

32. Grundschule in Lichtenberg

ist ein Viertel aller Lehrer

ohne volle Lehrbefähigung,

hinzu kommen dort 19 Prozent

Quereinsteiger. Auch die Carl-

Kraemer-Grundschule in Gesundbrunnen

hat mit insgesamt

36 Prozent einen besonders

hohen Anteil an Quereinsteigern

und LovL. Ähnliches

gilt für die Sekundarschule am

Staakener Kleeblatt (33 Prozent)

und die Hermann-Gmeiner-Grundschule

im Lichten-

Foto: Imago

berger Stadtquartier Frankfurter

Allee Süd (30 Prozent).

SPD-Politikerin Maja Lasic

möchte deshalb eine Quereinsteiger-Quote

durchsetzen,

damit nicht alle an Problemschulen

landen. „Wenn eine

Grundschule im bürgerlichen

Steglitz demnächst vier offene

Stellen hat, sollte mindestens

eine Stelle mit einem Quereinsteiger

besetzt werden.“

Auf diese Weise könnten auch

mehr voll ausgebildete Lehrkräfte

an den sozialen Brennpunkten

eingesetzt werden.

Maja Lasic geht davon aus,

dass der Personalmangel noch

drei bis vier Jahre anhalten

werde. Leidtragende sind oft

die kleinsten Grundschüler.

Die CDU fordert wegen des

Personalmangels, Lehrer wieder

zu verbeamten. Darüber

wird mittlerweile auch im rotrot-grünen

Senat diskutiert.

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