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DER KUNSTBLITZ |

DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM Mehr als achtzig Jahre währte das Wirken von W oldemar Winkler (190 2-2004). Der vielseitige Künstler hinterließ eine Fülle an Zeichnungen, Collagen, Assemblagen, Aquarellen, Druckgrafi ken und Gemälden, die sich zwischen Neuer Sachlichkeit, Spätimpressionismus, Surrealismus, Informel und der fantastischen Kunst bewegen. In einer groß angelegten Retrospektive präsentiert das Panorama Museum neunzig Arbeiten aus der gesamten Schaffenszeit des Künstlers. In der ersten Hälfte der zwanziger Jahre studierte Winkler an der Dresdner Kunst- gewerbeakademie bei Prof. Carl Rade Malerei; ab 1928 war er selbst als Lehrer an einer privaten Akademie für Zeichnen und Malen tätig, bis er 194 1 zum Kriegsdienst verpflichtet wurde. In der Frühzeit experimentierte er mit den unterschiedlichsten Stilen, zugleich zeichnete sich bereits eine Vorliebe für das Fantastische ab , die das Werk ab 1947 maßgeblich prägen sollte. Aus der Kriegsgefangenschaft entlassen siedelte sich Winkler nicht in Dresden, sondern in der Nähe von Gütersloh an, wo er bis zu seinem Tod als freischaffender Künstler und Kunsterzieher wirken sollte. In der Erlösendes Leuchten in der Luft lasterhafter Lust, 1974, Collage, 101,0 x 137,0 x 3,0 cm, Woldemar-Winkler-Stiftung der Sparkasse Gütersloh 6 SOMMER | 2017

ländlichen Isolation schuf er sein Hauptwerk, nicht zuletzt inspiriert durch zahlreiche Reisen nach Frankreich, Spanien, Italien und die USA. Über den Umweg über Frankreich, wo Winkler in den sechziger Jahren zuerst Anerkennung fand, wurde sein Werk, das sich jeder vorschnellen Einordnung verweigert, auch in Deutschland bekannt. Von Fundstücken ausgehend kreierte Ohne Titel (Kind mit Trompete und Schaukelpferd), um 1923, Öl, Tempera auf Sperrholz, 105,0 x 57,0 cm, Sammlung Christoph Winkler Winkler eigene W elten, mal mehr , mal weniger dem Gegenstand verpfl ichtet. Farbflächen schrauben sich in Gezeichnetes, Zeitungsausschnitte wechseln sich ab mit erfundenen Gestalten, Tieren, Menschen, Pflanzen. Stofffetzen setzen farbliche Akzente, Puppenarme ragen aus dem Bild, Baumwurzeln werden zur Plastik. Der T rauer über die T rennung von Dresden begegnen heitere Bilder, der Tod steht neben dem schreiend bunten Leben, morbide Gebilde schockieren und immer wieder blickt der Schalk um die Ecke. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Christoph W inkler, Sepp Hiekisch-Picard, Gerd Lindner , Michael Nungesser und Johanna Huthmacher. Panorama Museum Monumentalbild von Werner Tübke Am Schlachtberg 9 06567 Bad Frankenhausen Tel: +49 (0) 34671 6190 www.panorama-museum.de Öffnungszeiten Di bis So 10 – 18 Uhr Juli und August auch Mo 13 – 18 Uhr 7

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