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RE KW 07

„Funkesunntig“

„Funkesunntig“ Hexenverbrennen, Scheibenschlagen und Bareigang Der Fasching geht langsam in die Endphase und vielerorts rüsten sich die Faschingsgilden und Vereine für ihre Umzüge und Auftritte. In einigen Außerferner Gemeinden haben sich bis heute Bräuche erhalten, die auch während der Fastenzeit noch einmal ausgelassenes Treiben zulassen. Von Sabine Schretter So wird am ersten Sonntag nach dem Aschermittwoch, dem „Funkensonntag“ noch einmal ordentlich gefeiert, obwohl die Fastenzeit eigentlich schon begonnen hat. Ursprünglich endete die „Alte Fasnacht“ nicht am Faschingsdienstag, sondern eben am darauffolgenden Sonntag. 1091 beschloss dann die kirchliche Synode von Benevent, dass die Sonntage während der Fastenzeit künftig fastenfrei sein sollten. Damit sich aber das vierzigtägige Fasten trotzdem ausgeht, wurde der erste Fastentag im Kalender einfach auf den heutigen Aschermittwoch nach vorn verlegt. AUSSERFERNER AUSNAH- MEN. Auch damals gab es solche, die sich an Beschlüsse nicht hielten. Denn während die Sonntage wohl fastenfrei, Musik und Tanz anderswo verboten waren, ließen es so manche Außerferner am ersten Sonntag nach dem Aschermittwoch – dem „Funkesunntig“ – so richtig krachen. Weil diese Tradition nicht zu brechen war, erhielten Orte wie Pinswang, Musau, Weißenbach, Ehrwald und Jungholz Ausnahmegenehmigungen und pflegen bis heute ihr Brauchtum. Josef Knitel berichtete 1926 in den Tiroler Heimatblättern: „In der Gemeinde Pinswang in Ausfern hat sich ein alter Volksbrauch bis auf den heutigen Tag erhalten. Der erste Sonntag in der Fastenzeit heißt bei der dortigen Bevölkerung der „Funkensonntag“. An demselben geht es nach Eintritt der Abenddämmerung, zirka sieben Uhr, alljährlich höchst lebhaft zu, indem das „Hexenverbrennen“ verbunden mit „Scheibenschlagen“ stattfindet. Die Burschen des Ortes tragen auf einer Stange eine große Strohpuppe, welche mit alten, weiblichen Kleidern angetan ist, durch das Dorf, dabei singend: „Vivat hoch, die Hex hat Durst — sie will auch eine lange Wurst!“ Mehrere Begleiter tragen an Drahtringen oder Schnüren eine Menge in der Mitte durchbohrter Scheibchen um die Brust. Bei den Gasthäusern des Ortes wird „Halt“ gemacht, wo dann die Puppenund Scheibenträger mit „leichtem“ Weine bewirtet werden. Nach der Runde im Dorfe bewegt sich der Zug auf einen benachbarten Hügel, der von allen Seiten des Dorfes sichtbar ist. Dort ist bereits ein mächtiger Holzstoß bereit, auf welchem die Stange mit der „Hexe“ befestiget wird. Unter Jubel und Gesang der Burschen wird nun das Holz in Brand gesetzt und lodern alsbald die Flammen hoch empor. In der Nähe hört man auch Musik und Böllerknall. Nachdem die Hexe verbrannt ist, beginnt das „Scheibenschlagen“. Die mitgebrachten kleinen Scheiben aus Buchenholz werden an Stecken befestigt, im Feuer glühend gemacht und dann einzeln mit Hilfe des Steckens mit großer Wucht von den Burschen unter allerlei Sprüchen zu Tal geschleudert. Die glühenden, durch die Luft schwirrenden Scheibchen sehen Sternschnuppen sehr ähnlich.“ Auch in Weißenbach und Ehrwald kennt man den Brauch des Scheibenschlagens, der dort bis heute hochgehalten wird. Das Feuer symbolisiert die Sehnsucht der Menschen nach dem Frühjahr, der Wärme und der Sonne in den langen, kalten Wintern und ist Zeichen für Wachstum und Fruchtbarkeit auf Äckern und Wiesen. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Kinder der Dörfer lautstark mit dem Spruch „Vivat hoch, d’Hex hat Durscht, will a lange, lange Wurscht, Vivat hoch …“ – angeführt von ihren Hauptmännern – los und lassen die Hexe, die an einer Stange angebracht ist, vor jedem Haus tanzen. In den Wirtshäusern werden sie verköstigt, während die Hauptmänner mit der Hexe in der Wirtsstube eine Ehrenrunde drehen. Dann, am Scheibenbichl angekommen wird die Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In diesem Feuer werden dann die Scheiben, die während des Winter in Auf dem kunstvoll aufgeschichteten Scheiterhaufen wird zuerst die Hexe verbrannt, dann werden am Feuer die Holzscheiben zum Scheibenschlagen angeglüht. Foto: Gemeinde Pinswang Handarbeit gefertigt wurden, angezündet und in glühendem Bogen ins Tal geschlagen. NUR IN MUSAU. Ein Brauch ist nur in der kleinen Gemeinde Musau bekannt. Der sogenannte „Bareigang“ am Fasnachtssonntag ist einzigartig. Die Musauer Buben gehen mit spitzen Hüten, Hörnern und Säbeln von Haus zu Haus, um die finsteren Mächte, die Perchten, auszutreiben und um eine kleine Gabe (die Barei) zu bitten. Bleibt zu hoffen, dass es auch in diesem Jahr wieder gelingt, mit den Feuerbräuchen und dem Einsatz der Bareibuben den Winter zu vertreiben und den Frühling bald ins Land zu locken. RUNDSCHAU Seite 10 Buon Anno Amici! DIE WINTERPAUSE IST BEENDET – wir freuen uns darauf, Sie ab sofort mit wiedergewonnener Energie bei uns begrüßen zu dürfen. Obermarkt 25 – Ihre BEST EISCOMPANY REUTTE Ciao, bis bald! Mille Grazie, vi aspettiamo! AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN Die Bareibuben ziehen in Musau von Haus zu Haus und bitten um milde Gaben. Foto: Gemeinde Musau Termine im Außerfern: Hexenverbrennen und Scheibenschlagen EHRWALD: Die Schützenkompanie Ehrwald lädt alle recht herzlich ein, dem Flug der feurigen Ahornscheiben zuzusehen. Am Samstag, dem 17. Februar 2018, um 19 Uhr beim Sonnenhang Ehrwald (Scheibenegg). WEISSENBACH: Bei diesem Feuerbrauch werden in einem lodernden Feuer 5-10 cm große Holzscheiben zum Glühen gebracht und von den Hügeln ins Tal geschleudert. So soll der Winter vertrieben werden. Treffpunkt ist der Moosberg in Weißenbach. Am Sonntag, dem 18. Februar 2018 um 18 Uhr. Ab 20 Uhr Hexverbrennen! PINSWANG: Hexenverbrennen mit Scheibenschlagen. Jedes Jahr am 1. Fastensonntag findet in Pinswang das traditionelle Hexenverbrennen mit Scheibenschlagen statt. Treffpunkte sind jeweils die Ortszentren von Oberund Unterpinswang. Am Sonntag, dem 18. Februar 2018, von 18 bis 21 Uhr. 14./15. Februar 2018

Ihr Kapitalaufbau nach Wahl Hypo Fondssparen Joachim Kranzler, BA MSc, Geschäftsstellenleiter Reutte Sie finden die aktuellen Sparbuch- Zinsen viel zu gering für eine gute Anlage? Das finden wir auch! Nach Abzug von Steuern und Kosten verbleibt kein attraktiver Ertrag. Meist gelingt nicht einmal der Inflationsausgleich. Ihr Geld will trotzdem gut angelegt sein: Sparen mit Fonds ist ideal für Ihren langfristigen Vermögensaufbau. • Ihr Kapital baut sich entsprechend Ihrer Prioritäten auf: sicherheits-, wachstums- oder chancenorientiert. Ihre Wahl • Breit gefächert oder auf Ihre Favoriten konzentriert • Ohne Laufzeit-Bindung. Wir empfehlen eine Anspardauer von mindestens 10 Jahren • Sie legen Ihr Kapital regelmäßig (monatlich) oder fallweise an • Bereits ab 50 Euro • Auf Wunsch bequem per Dauerauftrag von Ihrem Girokonto TRANSPARENZ-CHECK. Durch gesetzliche Dokumentations- und Informationspflichten ist alles, was rund um Ihren Investmentfonds passiert, für Sie nachvollziehbar. Verkaufsprospekt, Rechenschafts- und Halbjahresberichte dokumentieren das Fondsgeschehen und bieten einen Gesamtüberblick über das Gebührenmodell. KRAFT TANKEN. Wenn Sie sich bis 28. Februar 2018 für Sparen mit Fonds entscheiden, sichern Sie sich nicht nur mehr Ertragschancen, sondern auch eine tolle Gewinnchance*: Ein Kurztrip für Sie und Ihre Begleitung in das Geburtsland der Fonds: In die Niederlande. Wir verlosen drei mal zwei Nächte in einem 4-Sterne-Hotel in Amsterdam, inklusive Flug ab Innsbruck und Frühstück. TRADITIONS-CHECK. Fonds haben bereits eine 300-jährige Geschichte. 1774 legte der Amsterdamer Kaufmann Adriaan van Ketwich den ersten Fonds auf. Er investierte in Anleihen aus Europa, den niederländischen Kolonien sowie Mittelund Südamerika. Damit war Ketwich so erfolgreich, dass sich seine Idee bis heute durchgesetzt hat. Bitte beachten Sie: • Der Wert der Fondsanteile kann durch den Einfluss der Kapitalmärkte fallen (Verlustpotential). • Bonitätsrisiken der Anleiheemittenten können den Ertrag und Wert der Fondsanteile verringern. • Währungsrisiken bei Aktien und Anleihen können den Ertrag und Wert der Fondsanteile steigern, oder verringern. • Bisherige Wertentwicklung der Fonds ist keine Garantie für den künftigen Anlageerfolg. „Entscheiden Sie sich bis zum 28. Februar für Sparen mit Fonds und gewinnen Sie: Eine von drei Kurzreisen nach Amsterdam*“, sagt Joachim Kranzler, Geschäftsstellenleiter der Hypo in Reutte. HYPO TIROL B NK AG Geschäftsstelle Reutte Mühler Straße 12 6600 Reutte Tel 050700 1900 hypo.reutte@hypotirol.com www.hypotirol.com Sparkraft tanken www.hypotirol.com SPAREN MIT FONDS Sichern Sie sich zusätzlich zu Ihrer Ertrags- eine tolle Gewinnchance * : einen von drei Kurztrips in die Niederlande – das Geburtsland der Fonds. *Der Gewinn beinhaltet 2 Nächte mit Frühstück für 2 Personen in einem ****Hotel in Amsterdam inkl. Flug ab Innsbruck. Die Ziehung der Gewinner erfolgt am 01.03.2018 unter Ausschluss des Rechtswegs nach dem Zufallsprinzip unter allen Personen, die ab 01.01.2018 bis zum Teilnahmeschluss (28.02.2018) einen Fondssparvertrag bei der Hypo Tirol Bank AG neu abgeschlossen haben. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Keine Barablöse möglich. Mitarbeiter der Hypo Tirol Bank AG und deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Irrtum und Druckfehler vorbehalten. 14./15. Februar 2018 AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN RUNDSCHAU Seite 11