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RE KW 07

Aus vergangenen Tagen

Aus vergangenen Tagen Ein Maler im Zündholzhäusl Die Arbeiten waren wegen ihrer ungeahnten Intensität heftig umstritten Fast unbemerkt von der dörflichen Umgebung haben sich im letzten Jahrhundert bildende Künstler aus dem benachbarten Ausland in unserem Bezirk niedergelassen, um in der Abgeschiedenheit und Naturbelassenheit der Gegend ihren Neigungen nachzugehen. Finanziell schlecht gestellt, lebten sie vom spärlichen Verkauf der damals noch preiswerten Bilder und handwerklicher Malerarbeit. Während sie damals teilweise als verschrobene „Spinner“ missachtet wurden, erzielen heute ihre Gemälde auf Kunstauktionen stolze Preise. Aber wer hatte schon während der früheren Notzeiten Auge, Ohr oder gar genug Geld für solche „überflüssige“ Kunst. Die Sorgen waren anderer Natur. Von Peter Linser Besuch beim akad. Maler Walter Busch. Bei Elmen steht knapp an der Straße das alte Zündholzhäusl, Zeuge des Unternehmensgeistes eines längst verstorbenen Lechtalers. Die freundlich blinkenden Fenster sagen uns, dass hier in dem vor einigen Jahren noch einsam und verwahrlost stehenden Stadel jemand ein Heim gefunden hat. Beim Eintreten werden wir von Herrn Busch liebenswürdig empfangen. Akadem. Maler Busch, ein gebürtiger Leipziger (geb. 19. November 1898), jetzt österreichischer Selbstporträt v. W. Busch, 1925. RS-Repros: Peter Linser HIRTE gesucht! Wir suchen für die Sommersaison 2018 für 20 Stück Milchkühe von Juni bis Ende August einen versierten Hirten! Staatsbürger, kam 1923 zum ersten Mal nach Tirol und ins Lechtal. 1937 übersiedelte er von München dann für ständig nach Tirol, zuerst nach Bschlabs und 1939 nach Elmen. Nach Vollendung der Studien an der Akademie in Leipzig und München arbeitete Busch unablässig, nur zeitweise unterbrochen durch seine Studienreisen in die Schweiz, nach Südfrankreich und Oberitalien. In München war er Mitglied der „Neuen Sezession“, Mitarbeiter bei der „Münchner Jugend“ und veröffentlichte zahlreiche kunstkritische Arbeiten in Zeitschriften, Zeitungen „Mittenwald“, Aquarell v. W. Busch, 1928. Sepp Mayer & Gabi Mayor Vilser Alpe 68 Fallweg • 6682 Vils Wir bieten geregelte Arbeitszeiten, 6-Tage-Woche, Entlohnung nach KV bzw. Überzahlung nach Qualifikation und Absprache. Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung! Bewerbungen bitte telefonisch unter +43 720 / 205 181 (Hüttentelefon). Wir freuen uns auf deinen Anruf! O. Hämmerle: Mariä Himmelfahrt in Pinswang, 1941. und Büchern. Viele Ölbilder mit Motiven aus dem Lechtal und Oberbayern zeigen sein reiches Schaffen. Sein eigentliches Metier sind Landschaftsmalerei, Stillleben, aber auch Radierungen und Federzeichnungen. Mit einfachen Mitteln, wenigen Farben und lichtdurchflutetem Schimmer, wie sie uns aus einigen Winterlandschaften nach Motiven aus Elmen entgegenleuchten, fängt Busch als Naturalist die Stimmungen ein. Für November 1948 plante er zusammen mit Prof. Degn und Dr. Schattaneck eine Ausstellung in Innsbruck. (nach Außerferner Nachrichten, 30. 10. 1948). Nach einem bescheidenen Leben starb der akademische Maler Walter Busch 1980 in München. Der später auch als „Münchener Maler“ bezeichnete Otto Hämmerle wurde 1881 in Kriegshaber, einem heutigen Stadtteil von Augsburg, als Sohn eines Müllers geboren. Am 22. Oktober 1903 trat er mit 22 Jahren in die Akademie der bildenden Künste in München in die „Malschule Seitz“ ein (Mat. Nr. 2650). Schon in jungen Jahren hatte er seinen Berufsschwerpunkt in München und Umgebung. Bereits 1906 schuf er Gemälde in der Kirche von Tandern (Landkreis Klärung von Einbruchdiebstählen in Breitenwang O. Hämmerle: Kreuzwegstation in Berwang, 1945/46. Dachau). 1919 entstanden aus der Hand Professor Otto Hämmerles in der Pfarrkirche St. Georg in Wasserburg am Bodensee die bemerkenswerten Deckenfresken mit Motiven aus der bewegten Geschichte des Ortes. 1923 malte er die Klosterkirche in Scheyern (Landkreis München) aus und 1928 in der Herz-Jesu-Kirche in Winnweiler (Rheinland-Pfalz) den Kreuzweg. In der Beschreibung dazu heißt es: „1928 gelangten die expressiv-realistisch beeinflussten Kreuzwegstationen in die Kirche. Die Arbeiten des Münchener Kunstmalers Otto Hämmerle (in den Rahmen von Josef Pfefferle, München – dieser stammte aus Imst, Anm.) waren damals wegen ihrer ungeahnten Intensität bei der Schilderung des Leidensweges Christi heftig umstritten.“ Vermutlich in den Kriegswirren kam der über 60-jährige Maler nach Pins- Altbautage Kempten! 17. und 18. Februar 2018 Mo bis Fr 8-18 Uhr Holzfachmarkt Sa 9-12 Uhr FILLEBÖ ÖCK D-87466 Oy-Oberzollhaus, Am Holzwerk 1 Tel. 0049-8366-98666 www.holz-filleboeck.de (sas) Am Freitag, dem 9. Februar, gegen 6.15 Uhr wurde in zwei Gebäude in Breitenwang (Mühlerstraße und Max-Kerber-Platz) eingebrochen. Bei den umfangreichen Ermittlungen konnten die Beamten der PI Reutte einen 18-jährigen Polen ausforschen. Dieser war bereits am 9. Februar, um 4.10 Uhr, einer Polizeistreife aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er in alkoholisiertem Zustand einen Pkw unbefugt und ohne gültige Lenkberechtigung in Betrieb genommen. Weitere Nachforschungen ergaben einen dringenden Tatverdacht für die Einbrüche. Der Mann wurde festgenommen und dann in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert. RUNDSCHAU Seite 6 AUSSERFERNER SEIT 1922 NACHRICHTEN 14./15. Februar 2018

SEIT 1922 RUNDSCHAU wang, wo er mit seiner Frau und drei Töchtern im Haus Nr. 4 in Unterpinswang wohnte. Um sich den weiteren Unterhalt zu sichern, begann Hämmerle mit seiner Kunst im Außerfern. Schon 1939 schuf er in der Pfarrkirche Ehrwald die späteren Seitenaltargemälde. In der Hägerauer Kirche St. Sebastian und Rochus entstand am linken Seitenaltar um 1940 das Herz- Jesu-Gemälde. Die Pfarrchronik in Bichlbach vermeldet: Eine Innenrenovierung der Kirche erfolgte unter Pfarrer Ranftler trotz Ungunst der Zeitverhältnisse (2. Weltkrieg) in den Jahren 1944 und 1945, in denen es an Arbeitskräften und geeignetem Material fehlte. Die Arbeiten wurden dem Kunstmaler Otto Hämmerle aus Pinswang anvertraut. Auch der akademische Maler Joachim Friedrich von Ehrwald und der Malermeister Karl Forstner beteiligten sich durch die Fassung der Seitenaltäre und der Kanzel. (…) Die Kosten beliefen sich auf ca. 4.000,- Reichsmark. In Pinswang, seinem Aufenthaltsort während der Kriegsjahre, stammen von ihm in der Kirche St. Ulrich: an der Emporebrüstung unten Tod des Ulrich, Überführung des Leichnams über den Fluss, Wahl der Begräbnisstätte, Begräbnis; oben links pflügender Engel mit Bauernkind, in der Mitte seliger Ulrich mit zwei Bauern, rechts Mäher (1944); am linken Seitenaltar Fresko der Anbetung der Könige (nach Tiepolo); am rechten Seitenaltar Fresko Himmelfahrt Mariens (nach Tiepolo) und neben diesem Altar das Gemälde des seligen Bruders Ulrich, bez. O. Hämmerle 1941; ebenso malte er 1945/46 die dortigen Kreuzwegstationen (heute in Berwang). 1944 übermalte der Künstler in der Berwanger Kirche St. Jakob die 1904 von Johann Kärle geschaffenen Gemälde: das Langhaustonnengewölbe trägt vorne die Verkündigung, in der Mitte die Anbetung der Hirten und über der Empore Cäcilia mit musizierenden Engeln. Die von Pfarrer Frajo Waitz erstellte Gesamtkostenaufstellung von 5.170 Reichsmark lautet detailliert: 1944 - 19. 7. für Arbeit 600,- RM, 8. 8. Verpflegung Prof. Hämmerle 50,- RM, 24. 9. Prof. Hämmerle Verpflegung 20,- RM, 1945 – 9. 3. Arbeit 4.500,- RM. Nach Kriegsende verzog der Kunstmaler Hämmerle mit seiner Familie wieder nach Deutschland. (Quellen: Ammann: „Tiroler Oberland“, 1978; Pf. A. Berwang u. Bichlbach; Internet: otto hämmerle; Verweis: VWA Jasmin Baron: „Deckenfresken der Pfarrkirche St. Jakob in Berwang“, 2013). Börseführerschein Zusatzqualifikation für Reuttener HAK- und HLW-Absolventen (sas) Im Laufe des ersten Semesters wurden die Schüler der 4. Klasse der Handelsakademie Reutte vom Mitarbeiter der Volksbank, Anlageberater Roland Sporer, in mehreren Workshops über die Funktionsweise der Finanzmärkte und deren Auswirkung auf die Gesamtwirtschaft, das magische Dreieck der Geldanlage, Anleihen, Aktien und Fonds informiert. Abschließend nahmen alle Schüler freiwillig an einem Test teil, bei dem sie ihr Wissen unter Beweis stellen mussten. Sie erwarben dadurch die Zusatzqualifikation des „Börseführerscheins“. Alle waren erfolgreich, einige von ihnen konnten sogar einen guten Erfolg erzielen. Bei der Abschlussveranstaltung in Innsbruck am Dienstag, dem 6. Februar, wurde die ganze Klasse zur Zertifikatsverteilung eingeladen und es erfolgte die feierliche Überreichung. Bei der anschließenden Leo Wasle und Johannes Metzler (v.l.) freuten sich über ihren Gewinn. Foto: HAK/HLW Reutte Tombola, die für die erfolgreichsten Teilnehmer durchgeführt wurde, konnten zwei Schüler – Johannes Metzler und Leo Wasle, die beide mit gutem Erfolg bestanden haben – jeweils 150 Euro gewinnen. WEIT ER LANDESHAUPTMANN GÜNTHER PLATTER „Er schaut auf Tirol.“ 14./15. Februar 2018 Seite 7 AUSSERFERNER P005_020_017_Oberlaender_Rundschau_212x135_RZ.indd 1 NACHRICHTEN 09.02.18 10:08