RCKSTR Mag. #169

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CKSON

Trap, warmer R’n’B oder tropische House-Beats: Man spürt, dass er sich

überall wohlfühlt und für alles eine kindliche Begeisterung mitbringt.

Wie viel Spass Arma hat, beweisen schon die kurzen Musikvideos, die

er bei sich zu Hause aufnimmt – schau dir einfach mal «Changer d'équipe

(Dans ma cuisine)» an, wo er in einen Kochlöffel singt, oder gleich

das neueste «echte» Video «Flex», in dem der Lausanner das Konzept

professionell durchzieht. Ganz schön unprätentiös der Junge, vor allem

für eine Welt, in der Hypermaskulinität vielerorts noch immer die Regel

ist. Doch Arma ist einfach nur Arma. «Ich versuche nicht eine Rolle oder

einen Charakter zu spielen. Und ich will auch nicht so ernst sein. Ich mag

die lustige und schrullige Seite der Welt. Und auf der Bühne muss das

bei mit genauso sein.» Was nicht heisst, dass er die ganze Sache nicht

ernst nimmt, siehe den Song «La Vide» vom letzten Jahr. «In ‹Vide› geht

es um künstlerische Freiheit, die Freiheit der Gedanken und die Freiheit

seine eigenen Entscheidungen zu treffen ohne Modellen zu folgen oder

sich der Konformität hinzugeben. Und ich hinterfrage mich auch selbst

unter diesem Blickwinkel: Wie gehe ich mit meiner Freiheit und meinen

Ambitionen um?»

7 weitere Schweizer Acts, zu denen

wir momentan mit dem Füdli gwaggeln

Infinite Hills

Karrierestart im Freizeitzentrum

Seine ersten Beats hat Arma 2010 an einem Computer in einem Freizeitzentrum

in Lausanne produziert und seine aktuelle EP «Capsules» zeigt,

dass er in den vergangen neun Jahren zu einem der besten Handwerker

seines Fachs geworden ist. Und jetzt «arbeite ich an meiner ersten LP»,

sagt er kurz und knapp. Auch wenn Arma Jackson noch nicht durchblicken

lässt, was uns erwartet, wird es sicherlich eine Wundertüte an

Sounds, Einflüssen und Beats. Wo wir wieder bei der Frage wären, wie

sich seine Karriere entwickeln wird – und da gibt es diesen einen Faktor,

der womöglich den verdienten internationalen Durchbruch erschweren

wird, sollte er jemals den Sprung über den grossen Teich wagen wollen:

Er singt und rappt «nur» auf Französisch. Allerdings dürfte das weniger

sein Verlust sein, sondern der jener Länder, die ihn deswegen nie wirklich

kennenlernen werden. Frankreich jedoch kann sich dankbar schätzen –

und du auch: Sag später nicht, wir hätten dir nicht rechtzeitig von Arma

Jackson erzählt. Mit mehr Groove lässt sich das Schulfranzösisch definitiv

nicht aufpolieren. w

Priya Ragu

#169 | AUGUST 2019

23

Ihre Heimatstadt ist der grösste Waffenplatz der Schweiz, doch

könnte die Musik von Infinite Hills aus Thun kaum friedfertiger

klingen. Auf dem frisch erschienen Debütalbum «Youth» perfektioniert

das Trio nach der erfolgreich crowdfinanzierten EP «The Hunter»

seinen schwelgerischen Indie-Pop, bei dem Fans von Bands

wie London Grammar oder Daughter definitiv «Mach mal lauter!»

sagen, um anschliessend verträumt in die Ferne zu starren.

Im April erschien «Lighthouse», die

zweite Single der in Zürich wohnhaften

Sängerin, und knipste damit auch

eine internationale Aufmerksamkeit

an. Im Song verschmelzen die musikalischen

Einflüsse aus Priyas Jugend

– Neo-Soul-Diven wie Lauryn Hill und

traditionelle Klänge Südindiens – und

fügen sich zu einem stimmigen und

aufregenden Gesamtsound zusammen.

Die Spannung auf einen schon

bald anstehenden Debütalbum-Release

ist gross.

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