Berliner Zeitung 01.11.2019

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Machtmissbrauch am Theater: ein Berliner Fall – Feuilleton Seite 22

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Freitag,1.November 2019 Nr.254 HA -75. Jahrgang

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Noch einTag bis zum Derby: Erfolgserlebnisse im DFB-Pokal

Sport Seite 20

Franz Beckenbauer

Lichtund

Schattengestalt

VonMaik Rosner

Franz Beckenbauer

ist mit neuen

Vorwürfen konfrontiert.

Wer Franz Beckenbauer zuletzt

auf einem seiner seltenen öffentlichen

Auftritte beobachtete, erlebte

nicht jene nonchalante Lichtgestalt,

die er lange abgab.Jedenfalls

äußerlich. Deutlich gealtert wirkte

Beckenbauer, 74, seine dünne

Stimme verstärkte diesen Eindruck.

Gesundheitliche Probleme plagen

ihn schon länger. Operationen an

Hüfte und Herz

hat er hinter

sich, einen Augeninfarkt.

„Seid’s mir

also nicht böse,

wenn ich einen

von euch nicht

sehe und ihn

umrenne“, witzelte

Beckenbauer

im Sommer.

Zumindest

das war noch typisch für ihn.

Bald hieß es, sein Zustand habe

sich dramatisch verschlechtert, sein

Erinnerungs- und Urteilsvermögen

sei sehr beeinträchtigt. Laut Attesten

sei für ihn jede Aufregung lebensgefährlich

und eine Befragung durch

die Schweizer Bundesanwaltschaft

zu den ominösen Geldflüssen in

Höhe von6,7 Millionen Euro im Zuge

der Vergabe der WM 2006 nicht möglich.VomVerfahren

gegen vier andere

ehemalige DFB- und FIFA-Funktionäre

wurde seines abgetrennt. Im

April 2020 könnte die Causa wegen

Verjährung für ihn überstanden sein.

Jetzt fällt ein weiterer Schatten

auf ihn, wenngleich die Vorwürfe zunächst

mit Vorsicht zu betrachten

sind. Angeblich soll sein langjähriger

Wegbegleiter Fedor Radmann Beckenbauers

Stimme für die WM-Vergabe

2018 zum Kauf angeboten haben:

Für drei Millionen Euro zuzüglich

eineinhalb Millionen Euro,

wenn Russland den Zuschlag erhält.

Radmanns Anwalt bezeichnete dies

als eindeutig falsch.

Beckenbauers Image aber leidet

weiter. Lange galt er als Glückskind

des deutschen Fußballs. Geboren in

Münchens Arbeiterviertel Giesing

stieg er beim FC Bayern und in der

Nationalmannschaft zum eleganten

Weltmann des Fußballs auf. Zum

„Kaiser“, dem auch nach der aktiven

Karriere alles zuzufliegen schien, als

Teamchef der Weltmeister-Elf von

1990, als OK-Chef 2006. Wegen seiner

gewinnenden Art sah ihm das Publikum

manche Fehltritte nach. Doch

mittlerweile wird erauch als Schattengestalt

wahrgenommen. Gut geht

es Beckenbauer damit nicht.

Gestatten, Giffey

Ministerin Franziska Giffey behält ihren

Doktortitel und bleibt in der Politik. Wird

sie nun zur Gefahr für Michael Müller?

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Familienministerin Franziska Giffey(SPD): Washat sie, wasernicht hat? Und will sie werden, waserist?

VonMelanie Reinsch

Es war ein kluger Schritt,

dass Familienministerin

Franziska Giffey (SPD) angeboten

hatte, von ihrem

Amt als Familienministerin zurückzutreten,

sollte ihr der Doktortitel

aberkannt werden. Denn dieser Zug

wurde der 41-Jährigen hoch angerechnet:

Souverän, klar,nicht um jeden

Preis an der Macht hängend. Sie

ist am Mittwoch mit einer Rüge davongekommen,

darf ihren Doktor

behalten. Die Plagiatsvorwürfe sind

vomTisch.

Mit ihrem Rücktrittsangebot hat

sie Druck herausgenommen. Zum

einen. Denn jetzt, wo die Entscheidung

klar ist, hat Giffey, die ohnehin

schon hohes Ansehen innerhalb der

Partei und über diese hinweg genießt,

noch einmal mehr an Stärke

gewonnen. Unddamit könnte sie für

den Regierenden Bürgermeister und

SPD-Landeschef, Michael Müller,

zur Gefahr werden. Kann, soll, wird

und möchte Giffey Müller beerben?

In beiden Ämtern? Oder nur in einem?

In welchem? Diese Fragen stehen

nun wieder im Raum.

Giffey ist Bundesministerin. Und

sie betonte das in der Vergangenheit

–vor allem, wenn sie gefragt wurde,

ob sie sich vorstellen könnte,die angeschlagene

Berliner SPD zu retten.

DieSPD-Umfragewerte sind miserabel.

Die Partei ist gespalten. Müller

gilt als angezählt. Ob er als Spitzenkandidat

die SPD 2021 in die Abgeordnetenhauswahl

führen wird, ist

kaum abzusehen. 2018 wurde Müller

zwar im Landesverband mit 64,9

Prozent bestätigt – 2016 waren es

aber noch 81,7 Prozent.

Auch vor der Doktortitel-Debatte

schielten nicht wenige aus der Berliner

SPD schon auf Giffey, die Frau

aus dem Osten, die Ex-Bezirksbürgermeisterin

in Neukölln, der man

die Attribute „bürgernah“, „sympathisch“

und„zupackend“ zuschreibt.

Wirkliche Nachfolger oder Nachfolgerinnen

für Müller sind nicht in

Sicht. Der Fraktionsvorsitzende

Raed Saleh hat ebenso wie Müller

keine klare Mehrheit hinter sich.

Dass Giffey nun unbeschadet ihrem

Doktor-Dilemma entkommen

konnte, belebt die Diskussion um

ihrePersonalie nun wieder.

Denn über Giffey verliert kaum

einer in der SPD ein schlechtes Wort.

Im Gegenteil: Hochgeschätzt, angesehen,

klare Sprache, so sehen sie

viele Genossen. Doch passt Giffey,

die eher dem konservativen Flügel

der SPD zugeordnet wird, zur Berliner

SPD? Einem linken Landesverband,

bei dem sich erst vergangenen

Sonnabend beim Parteitag rund 40

„Franziska Giffey genießt

in der gesamten Berliner SPD über die Lager

hinweg Respekt. Ich kenne viele,

die in ihr eine Hoffnungsträgerin sehen.“

ClaraWest, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Berliner SPD im Abgeordnetenhaus

Prozent der Delegierten für die Enteignung

großer Wohnungsunternehmen

aussprachen? Giffey bezog

dort klare Position: Ein völlig falsches

Signal sei es,das aus Berlin gesendet

würde, würde man sich hier

für die Enteignung aussprechen. Das

ist zwar auch Müllers Linie, aber es

scheint so, als ob man bei Giffey in

Anbetracht des Mangels an Nachfolgern

über Widersprüche zur eigentlich

linken Ausrichtung der Partei

eher hinwegsieht. Vielleicht aber erkennen

auch einige, dass der Links-

IMAGO IMAGES

drall der Partei nicht zu den gewünschten

Erfolgen geführthat.

„Franziska Giffey genießt in der

gesamten Berliner SPD über die Lager

hinweg Respekt. Ich kenne viele,

die in ihr eine Hoffnungsträgerin sehen“,

sagt zum Beispiel die stellvertretende

Fraktionsvorsitzende Clara

West – eine Linke aus der Partei.

Auch Daniel Buchholz, SPD-Mitglied

im Abgeordnetenhaus, sagt,

dass Giffey ein „echtes Naturtalent“

sei, die noch eine große Zukunft vor

sich habe. „Auf Bundes- oder aber

auch auf Berliner Landesebene“, bemerkt

er. Und von Ina Czyborra,

stellvertretende SPD-Landesvorsitzende,

heißt es: Giffey repräsentiere

einen Teil der Partei. Siestehe für etwas.

„Aber es ist nicht so, dass die

SPD auf die Entscheidung der FU gewartet

hat, damit wir die Personalien

jetzt neu diskutieren. Für solche Debatten

ist es zu früh“, sagte sie.

So oder so: Giffey kann gelassen in

ihre Zukunft blicken. Ob im Bund

oder im Land. Falls sie wirklich den

Chefsessel im Roten Rathaus anstrebt,

müsste die SPD bis zur Wahl

ihre Zahlen polieren. Vielleicht

braucht die SPD sie daher weit vorder

Wahl. Auch Müller äußerte sich am

Donnerstag:„Ich freue mich für Franziska

Giffey,dass sie nun Klarheit hat

und engagiert weiter ihren Aufgaben

als Bundesministerin nachgehen

kann.“ Kommentar Seite 8

Kongress treibt

Amtsenthebung

Trumps voran

US-Repräsentantenhaus

legt Verfahrensregeln fest

Erstmals seit Beginn der Ermittlungen

für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren

gegen US-Präsident

Donald Trump hat sich das

Repräsentantenhaus in einem förmlichen

Beschluss hinter die Untersuchungen

gestellt. Die Kongresskammer

votierte am Donnerstag mit den

Stimmen der Demokraten mehrheitlich

für eine Resolution, die Regeln

für die weiteren Untersuchungen

festlegt und unter anderem öffentliche

Zeugenanhörungen ermöglicht.

Die Republikaner

stimmten dagegen.

Bei dem Votum handelte es sich

nicht um eine Abstimmung über die

Eröffnung eines sogenannten Impeachment-Verfahrens

gegen

Trump. Diese erfolgt erst nach Abschluss

der Ermittlungen – sofern

aus Sicht der Abgeordneten genug

Belege für ein schwerwiegendes

Fehlverhalten Trumps vorliegen.

DasVotum galt aber als wichtiger

Stimmungstest. Damit werden die

Ermittlungen auf eine neue Ebene

gehoben, weil künftig Zeugenanhörungen

öffentlich abgehalten werden

können. Trump schrieb auf

Twitter direkt nach dem Beschluss

erneut von der „größten Hexenjagd

in der amerikanischen Geschichte“.

DieVorsitzende des Repräsentantenhauses,

die Demokratin Nancy

Pelosi, betonte, Impeachment-Ermittlungen

gegen den Präsidenten

zu führen, sei ernst und für die Demokraten

keineswegs ein Grund zur

Freude. „Dies ist ein trauriger Tag.“

Doch die Demokratie des Landes

stehe auf dem Spiel. Die Demokraten

werfen Trump vor, sein Amt

missbraucht zu haben, um die ukrainische

Regierung dazu zu bewegen,

sich zu seinen Gunsten in den US-

Wahlkampf einzumischen. (dpa)

PolitikSeite 4

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2 Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Tagesthema

Am Donnerstag gab Werner

Henning noch mal ein Interview

– diesmal im

Deutschlandfunk. Und er

gab dort erneut etwas Unerhörtes

von sich. Der 63-jährige Landrat des

katholischen Eichsfeldes am

Ostrand Thüringens sprach sich für

eine Zusammenarbeit mit der Linken

aus.Unerhörtdeshalb,weil Henning

schon als Abiturient Mitglied

der (Ost-)CDU wurde –und blieb.

Nach Lage der Dinge könnten

Linke und Christdemokraten sich einigen,

sagte er also, vier Tage nach

der Landtagswahl. Sie könnten Geschäftsfelder

aufteilen und verlässliche

Verträge herstellen. Sein Erleben

von Ministerpräsident Bodo Ramelow

über die letzten Jahre lasse eine

solche Hoffnung jedenfalls zu, findet

Henning. So oder so sei es nicht hinnehmbar,

Linkspartei und AfD in einem

Atemzug als radikale Ränder zu

bezeichnen. Henning muss es wissen.

Denn in Heiligenstadt wohnt

auch Björn Höcke, radikaler Vorsitzender

der Thüringen-AfD.

Die politische Lage in Thüringen

ist nach dem Urnengang kräftig in

Bewegung geraten. Wo das alles endet,

ist längst nicht ausgemacht.

Auf der einen Seite haben in der

CDU Debatten begonnen – wenn

auch sehr zaghaft. Debatten darüber,wie

man es mit der Linken halten

soll. Dasist ein bemerkenswerter

Vorgang, zumal wenn man noch vor

Augen hat, dass der damalige und inzwischen

verstorbene CDU-Generalsekretär

Peter Hintze 1994 die

sprichwörtlichen roten Socken plakatieren

ließ, um vor der Nachfolgepartei

der SED und derVorläuferpartei

der Linken zu warnen: vor der

PDS. Ein Parteitagsbeschluss

schließt einen Pakt bis heute aus.

Zu der von Henning gebilligten

Zusammenarbeit, mit der sich dem

Vernehmen nach höchstens ein

Fünftel der Landes-CDU anfreunden

könnte, dürfte es mithin kaum

kommen. Allerdings hat CDU-Landeschef

Mike Mohring angekündigt,

mit Ramelow sprechen zu wollen.

Zuvorhatte der einstige thüringische

Ministerpräsident Bernhard Vogel

(CDU) die Parole ausgegeben: „Erst

kommt das Land, dann die Person

und dann die Partei.“ Sein ehemaliger

sächsischer Amtskollege Kurt

Biedenkopf (ebenfalls CDU) hatte

Kommen sie doch noch irgendwie zusammen? MikeMohring (l.) und Bodo Ramelow

sich mit Blick auf Ramelow freundlich

geäußert. „Er kommt mir vernünftig

vor“, sagte er – und auch,

dass die Linke sich verändert habe.

Selbst Alt-Bundespräsident Joachim

Gauck hatte den Ministerpräsidenten

gewürdigt.

Die Kritiker einer Kooperation

mit der Linken argumentieren entweder

prinzipiell, verweisen also auf

die DDR-Vergangenheit und die programmatischen

Unterschiede zwischen

beiden Parteien. Oder aber sie

argumentieren eher strategisch und

sagen, dass eine Zusammenarbeit

mit Rücksicht auf das eigene Profil

Thüringen

Die CDU sträubt sich gegen eine Regierungsbildung mit den siegreichen Linken.

Aber eine andere Konstellation ist schwer vorstellbar.Die FDPbangt um ihre Mandate.

Nachdenken über das Undenkbare

Sitzverteilung 2019

in Klammern Veränderungen gegenüber

2014, vorläufiges Endergebnis

Grüne

5 (–1)

SPD

8 (–4)

Linke

29

(+1)

90 (91)

Sitze

VonMarkus Decker

CDU

21 (–13)

AfD

22 (+11)

FDP

5 (+5)

BLZ/GALANTY; QUELLE: INFRATEST DIMAP

Bündnisse in Thüringen

Sitze gesamt: 88,

absolute Mehrheit: 45 Sitze

Linke CDU SPD Grüne FDP

21

21

29

29

29

8

8

8

5

5

8

34 Sitze

5

5

5

42 Sitze

39 Sitze

21

47 Sitze

50 Sitze

BLZ/HECHER; QUELLE: FORSCHUNGSGRUPPE WAHLEN

5

IMAGO IMAGES

und die konservative Wählerschaft

nicht in Betracht komme. ImErgebnis

läuft es auf dasselbe hinaus.

Auf der anderen Seite ist Bewegung

aber auch deshalb entstanden,

weil Mohring das Heft des Handelns

in die Hand zu nehmen versucht. Im

ZDF sagte der 47-Jährige am Mittwochabend:

„Es geht offensichtlich

in Thüringen nur noch mit einer

Minderheitsregierung weiter.“ Allerdings

gebe es neben Rot-Rot-Grün

„noch eine zweite Minderheitsoption“,

eben jene mit SPD, Grünen

und FDP, „ohne die Ränder, ohne

links und rechts“. Das sei „der

stärkste Block“ und„eine Minderheit

in der Mitte“.

FDP-Landeschef Thomas Kemmerich

hält das „für eine mögliche

Lösung“. „Wir haben viele Schnittmengen

mit der CDU. Ich werde

mich mit HerrnMohring treffen, um

diese Möglichkeit auszuloten, und

dann auch mit SPD und Grünen darüber

sprechen“, sagte er. Allerdings

muss die FDP noch um den Einzug

in den Landtag bangen: Bei der andauernden

Prüfung des Wahlergebnisses

soll eine Nachzählung in Weimar

vier Stimmen weniger für die

FDP ergeben haben. Damit läge die

Partei nur noch eine einzige Stimme

über der Fünf-Prozent-Hürde. Das

endgültige amtliche Wahlergebnis

wirdamDonnerstag erwartet.

SPD und Grüne signalisierten

deutliche Skepsis. Sie wollen das

Bündnis mit der Linken fortsetzen.

Der aus Erfurt stammende Parlamentarische

Geschäftsführer der

SPD-Bundestagsfraktion, Carsten

Schneider, sagte: „Die CDU hat die

Wahl verloren. Warum sollte sie den

Ministerpräsidenten stellen?“

Koalition neuen Typs

Sicher ist, dass die langjährige Regierungspartei

CDU nur noch drittstärkste

Partei hinter dem Wahlsieger

Linke und der AfD geworden ist.

Ein Minderheitsbündnis aus CDU,

SPD, Grünen und FDP hätte im

Landtag 39 Sitze, Linke, SPD und

Grüne kämen auf 42 Sitze. Während

in den ersten beidenWahlgängen die

absolute Mehrheit zur Wahl eines

Ministerpräsidenten erforderlich ist,

reicht im dritten die einfache Mehrheit.

Für die Verabschiedung des

Haushalts und vonGesetzen müsste

sich eine Minderheitsregierung jeweils

Stimmen aus anderen Parteien

suchen. Sicher ist, dass Ramelow so

lange im Amt bleibt, bis ein Nachfolger

gewählt ist. Fristen gibt es nicht.

Angesichts dieser komplizierten

Lage wäre die von Henning befürwortete

Zusammenarbeit von Linken

und CDU viel einfacher.Eswäre

eine so nur in Ostdeutschland vorstellbaregroße

Koalition neuen Typs.

Markus Decker

findet, dass neue Zeiten

neue Antworten erfordern.

InThüringen scheint es derzeit unmöglich

zu sein, nach der Landtagswahl

eine Regierung zu bilden,

die von einer Mehrheit der Abgeordneten

unterstützt wird. Daher wird

immer häufiger über eine Minderheitsregierung

spekuliert, die bei Abstimmungen

auf die Unterstützung

anderer Fraktionen angewiesen wäre.

In Deutschland sind Minderheitsregierungen

bislang eher selten

–verglichen etwa mit Skandinavien.

Instabile Verhältnisse wie in der Weimarer

Republik werden von Kritikern

heraufbeschworen. Tatsächlich

existieren auf Bundesebene keine

Erfahrungen, ob eine Regierung

ohne eigene absolute Bundestagsmehrheit

über einen längeren Zeitraum

stabil arbeiten kann. Zwar gab

es bisher vier Minderheitsregierungen

(1962, 1966, 1972 und 1982), sie

waren aber nur für eine kurze Übergangszeit

im Amt, meist als Folge des

Rückzugs eines Koalitionspartners.

Am 17. September 1982 hatte der damalige

Bundeskanzler Helmut

Schmidt die FDP-Minister aus der

Regierung entlassen, weil sich die Liberalen

mit der Union auf die Bildung

einer Koalition geeinigt hatten.

Schmidt führte die Minderheitsre-

Vorbild Höppner

gierung zwei Wochen. Danach

wurde Helmut Kohl durch ein konstruktives

Misstrauensvotum zum

Bundeskanzler gewählt.

AufLänderebene allerdings gibt es

funktionierende Beispiele. Das wohl

bekannteste ist das „Magdeburger

Modell“ in Sachsen-Anhalt. 1994 bildete

Reinhard Höppner von der SPD

eine rot-grüne Minderheitsregierung,

die von der PDS toleriert wurde. Sie

musste sich lediglich der Stimme enthalten,

um der Regierung eine Mehrheit

zu verschaffen. Nachdem die

Grünen 1998 aus dem Parlament flogen,

regierte die SPD mit diesemTole-

Minderheitsregierungen

Reinhard Höppner hat in Magdeburg zwei

Minderheitsregierungen geführt. DPA

rierungsmodell allein bis 2002 weiter.

Über den Regierungsstil sagte Höppner

später:„MitBasta ist da nix.“ Und

er wies auf einen wichtigen Punkt hin:

„Im Grunde braucht man mit einer

Minderheitsregierung nur einen

Haushalt durchzubekommen. Dann

lassen sich auch in Sachfragen Mehrheiten

finden.“

Immerhin 25-mal amtierten Minderheitsregierungen

in den Bundesländern

für eine Übergangszeit –in

Brandenburg, Hamburg, Hessen,

Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen,

dem Saarland, Schleswig-Holstein

und in drei Fällen auch in Berlin.

Vonlängerer Dauer war dabei die

Tolerierung des West-Berliner CDU-

Senats des Regierenden Bürgermeisters

RichardvonWeizsäcker durch die

FDP vonJuni 1981 bis März1983. Im

März wurde die Zusammenarbeit in

eine formelle Koalition überführt.

Walter Momper stand vonNovember

1990 bis nach der ersten GesamtberlinerWahl

im Januar 1991 an der Spitze

eines SPD-Minderheitssenats. Von

Juni 2001 bis Januar 2002 schließlich

führte Eberhard Diepgen einen CDU-

Minderheitssenat, nachdem die SPD

wegen des Bankenskandals die große

Koalition verlassen hatte. (pi. tms.)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute klettern die Temperaturen auf 7bis 9Grad. Dazu wechseln sich

Sonne und Wolken ab. Sehr vereinzelt sind die Wolken in der Überzahl.

Der Wind weht schwach bis mäßig aus südöstlichen Richtungen. In der

Nacht bringen viele Wolken verbreitet Regen. Die Tiefsttemperaturen belaufen

sich auf 8bis 5Grad.

Biowetter: Die Wetterlage führt zu

beschleunigtem Stoffwechsel. Menschen

mit niedrigem Blutdruck sind

aktiver als sonst üblich. Ein Aufenthalt

an der frischen Luft regt die -1°/9°

Wittenberge

Durchblutung zusätzlich an.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 57 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 14 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 18 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 54%

Gefühlte Temperatur: maximal 8Grad.

Wind: schwach aus Südost.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

-2°/9° -1°/8°

Luckenwalde

-1°/9°

Prenzlau

-2°/7°

Cottbus

-1°/9°

Sonnabend

Sonntag

Montag

Regen Regen Regenschauer

8°/14° 9°/13° 9°/12°

Frankfurt

(Oder)

-1°/9°

Hoch Oldenburgia zieht nach Osteuropa. Damit ist der Weg frei für ein neues atlantisches

Tief. Esbestimmt das Wetter in West- und Mitteleuropa. Zahlreiche

Wolken bringen Regen und aus Südwesten strömt wieder deutliche mildere Luft

nach Mitteleuropa. Die Kälte wird nach Osten abgedrängt.

Sylt

-1°/9°

Hannover

-1°/10°

Köln

3°/12°

Saarbrücken

4°/12°

Konstanz

7°/14°

Hamburg

-1°/9°

Erfurt

-1°/10°

Frankfurt/Main

3°/11°

Stuttgart

5°/13°

Rostock

-1°/7°

Magdeburg

-1°/11°

Nürnberg

0°/11°

München

6°/15°

Rügen

-1°/7°

Dresden

0°/7°

Deutschland: Heute behalten Wolken

oft die Oberhand. Stellenweise folgt

Regen. Dabei werden während des

Tages 7bis 15 Grad erreicht, nachts

kühlt es dann auf 11 bis 5Grad ab.

Der Wind weht schwach bis mäßig

aus Südost. Morgen gibt es viele

Wolken, etwas Sonne sowie schauerartige

Regenfälle, und die Höchstwerte

pendeln sich bei 12 bis

18 Grad ein. Der Wind weht teilweise

in Böen stürmisch aus Südwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 7°-11°

Nordsee: 9°-13°

Mittelmeer: 18°-27°

Ost-Atlantik: 14°-19°

Mondphasen: 04.11. 12.11. 19.11. 26.11.

Sonnenaufgang: 07:02 Uhr Sonnenuntergang: 16:37 Uhr Mondaufgang: 11:58 Uhr Monduntergang: 19:45 Uhr

Lissabon

23°

Las Palmas

26°

Madrid

23°

Reykjavik


Dublin

14°

London

17°

Paris

16°

Bordeaux

18°

Palma

23°

Algier

24°

Nizza

20°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

14°

Tunis

22°

Rom

19°

Warschau


Wien

9° Budapest


Palermo

20°

Kiruna

-6°

Oulu

-3°

Dubrovnik

19°

Athen

19°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna

12°

Istanbul

16°

Iraklio

24°

Archangelsk

-4°

Moskau


Ankara

11°

Antalya

22°

Acapulco 34° sonnig

Bali 30° Schauer

Bangkok 28° bedeckt

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 22° Schauer

Casablanca 21° heiter

Chicago 2° bewölkt

Dakar 33° sonnig

Dubai 33° sonnig

Hongkong 29° heiter

Jerusalem 19° heiter

Johannesburg 28° bewölkt

Kairo 27° heiter

Kapstadt 29° wolkig

Los Angeles 21° sonnig

Manila 31° bewölkt

Miami 32° Schauer

Nairobi 29° heiter

Neu Delhi 33° heiter

New York 19° sonnig

Peking 17° bewölkt

Perth 18° Regen

Phuket 32° Schauer

Rio de Janeiro 27° wolkig

San Francisco 20° sonnig

Santo Domingo 31° heiter

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 31° bewölkt

Sydney 31° sonnig

Tokio 23° sonnig

Toronto 8° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 3 *

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Seite 3

Ein Forensiker untersucht das Cockpit des Lkw,indessen Container 39 Menschen starben.

GETTY IMAGES/LEON NEAL

Es tut mir so leid, Mama und Papa –

so beginnt die Serie der Textnachrichten

von Pham Thi TraMyan

ihre Eltern in Vietnam. „Meine

Reise ins Ausland ist gescheitert. Mama, ich

liebe dich so sehr.“ Dann folgt der erschütternde

Satz der Tochter, inder sie alle Hoffnung

aufgegeben hat: „Ich sterbe, weil ich

keine Luft bekomme.“

Es ist 4.28 Uhr inVietnam und 22.28 Uhr

im Vereinigten Königreich, als die Familie

diese Horror-SMS erreicht. Vier Stunden

später, amfrühen Morgen des 23. Oktober,

und beinahe 10 000 Kilometer entfernt werden

Rettungskräfte in das Industriegebiet in

Grays in der Grafschaft Essex gerufen, um in

einem weißen Lastwagen-Container eine

furchtbare Entdeckung zu machen. Darin

liegen 39 Leichen. 31 Männer und acht

Frauen sind tot, alle erfroren in dem bis zu

minus 25 Grad Celsius kalten Kühlsystem im

Innern des Lkw –ein „Metall-Sarg“, wie Medien

den schalldichten Anhänger später

nannten.

Befand sich die 26-jährige Pham Thi Tra

My unter den Opfern? Zwar ist das von den

Behörden nicht bestätigt, doch die verzweifelte

Familie im fernen Vietnam betrachtet

das für sie so qualvolle Schweigen der Tochter

als Bestätigung genug. Seit den Nachrichten

an jenem Morgen gab es keinen Kontakt

mehr,obwohl die junge Frau sich sonst regelmäßig

während ihres Trips, der sie zunächst

nach China und von dort nach Frankreich

führte,gemeldet hat.

Verschifft in Zeebrügge

Der kalte Tod

Der Leichenfund in einem Lkw in der englischen Grafschaft Essex

bleibt weiterhin rätselhaft.

Wurden die39Menschen, die in dem Container starben und

vermutlich aus Vietnam stammten,

Opfer der Organisierten Kriminalität? Sollten sie von

Menschenschmugglern als Sklaven ins Königreich gebracht werden?

Die Polizei in Großbritannien sowie anderen

Ländern ermittelt, um sowohl die Identität

der 39 Toten zu klären als auch mehr über die

Hintergründe der Tragödie zu erfahren. Sie

stellt sich auf eine „langwierige Untersuchung“

ein, da die Migranten kaum Dokumente

dabei hatten. Sie müssen mithilfe von

Fingerabdrücken, DNA-Proben und körperlichen

Merkmalen wie Narben oder Tätowierungen

identifiziertwerden.

Gegen Maurice Robinson, den 25-jährigen

Fahrer des Lkw mit dem bulgarischen

Kennzeichen, wurde am vergangenen Wochenende

Anklage wegen Totschlags erhoben.

Deraus Nordirland stammende Robinson

hatte den Notruf gewählt, kurznachdem

er um halb eins am frühen Mittwochmorgen

den Container am Hafen Purfleet abgeholt

und im nahen Industriegebiet die Leichen

entdeckt hatte. Der Sattelaufleger war zuvor

vom belgischen Zeebrügge auf die Insel verschifft

worden.

Wann und wo die Menschen in den Lkw

gelangten, ist auch mehr als eine Woche

nach dem schrecklichen Fund unklar. Drei

weitereVerdächtige,ein Mann und eine Frau

aus dem nordwestenglischen Cheshiresowie

ein weiterer Mann aus Nordirland, wurden

vorerst auf Kaution aus der Untersuchungshaft

entlassen.

Die Anklage wirft Robinson, der von

Freunden nur „Mo“ gerufen wird, nicht nur

Totschlag in 39 Fällen, sondern auch Menschenhandel,

Geldwäsche und Verstöße gegen

das Einwanderungsgesetz vor. Am Montag

wurde der Nordire dem Gericht vorgeführt.

Da hieß es, ersei angeblich Teil eines

Netzwerks gewesen, das sich darauf spezialisiert,

illegale Migranten nach Großbritannien

zu schmuggeln.

Wurden die 39 Menschen, die vermutlich

aus Vietnam stammen, Opfer einer Gruppe

der Organisierten Kriminalität? Sollten sie

von Menschenschmugglern als Sklaven ins

Königreich gebracht werden? Gehandelt und

verkauft von Gangs, uminRestaurants oder

Bordellen zu schuften?

Der Fall hat auf der Insel eine Debatte

über moderne Sklaverei entfacht. In dem

Report„Precarious Journeys“, den mehrere

Anti-Sklaverei-Organisationen mithilfe des

britischen Innenministeriums erarbeitet

haben, wirddeutlich, dass von2009 bis 2018

mindestens 3187 Menschen aus Vietnam

als potenzielle Schleuseropfer identifiziert

wurden. Die Dunkelziffer, sobetonen Experten,

dürfte weitaus höher liegen. Laut einem

Bericht der Regierung gehen die Behörden

davon aus, dass zwischen 10 000

und 13 000 Menschen im Königreich in irgendeiner

Form von moderner Sklaverei

feststecken. Diedrittgrößte Gruppe der Opfer

ist laut offiziellen Angaben jene der Vietnamesen,

mehr als die Hälfte von ihnen

sind minderjährig. So wie Minh einer war,

als er in die Fänge von Schmugglern geriet,

wie er Medien erzählte.

VonKatrin Pribyl, London

Als der damals 16-Jährige im Sommer

2013 irgendwo nahe Dovervon der Ladepritsche

des Lastwagens springt, ahnt er nicht,

dass er sich im Vereinigten Königreich befindet.

Minh weiß nur,dass er hier ist, um zu arbeiten.

Schmuggler hatten ihn vonVietnam

auf die Insel gebracht. Es ist eine gefährliche

„Meine Reise

ins Ausland ist

gescheitert. Mama, ich

liebe dich so sehr. Ich

sterbe, weil ich keine

Luft bekomme.“

Pham Thi Tra Mystarb vermutlich im Lkw.

Reise, die für viele Menschen immer wieder

im Todendet. Für den Teenager sollte der

wahreHorror jedoch erst mit seiner Ankunft

in England beginnen.

Er wird inein zweistöckiges Haus in der

Grafschaft Derbyshire imNorden Englands

gebracht, das einmal ein gemütliches Familienheim

gewesen sein mag, hinter dessen

Mauern sich aber nun eine Cannabis-Farm

versteckt. Minh, so wird ihm aufgetragen,

soll sich fortan um die Pflanzen kümmern,

die in den Zimmern wuchern. Undsolch einen

starken Geruch verbreiten, dass der

Teenager nach ein paar Tagen Kopfschmerzenbekommt

und vonÜbelkeit geplagt wird.

Die vietnamesischen Männer gehen, sperrendie

Tür ab und ihn ein. Minh ist allein.

Drei Monate lang verbringt der Jugendliche

hier,essind Monate voller Angst, Einsamkeit,

Stress. Hinter den Rollläden gehen Tage

in Nächte und wieder in Tage über.Minh sitzt

in der Dunkelheit, stets getrieben von der

Sorge, dass ihm das Essen ausgehen könnte,

das seine Schlepper tiefgefroren in Kisten dagelassen

haben und das er sich in einer alten

Mikrowelle in der Küche aufwärmt. Minh

weiß, er ist in ernsthaften Schwierigkeiten,

sollten die Pflanzen unter den unzähligen

Lampen sterben, also kümmert ersich noch

mehr um deren Überleben.

Einmal wagt er einen Fluchtversuch,

ohne Erfolg. Die Männer sagen, sie würden

ihn umbringen, sollte er noch einmal versuchen

zu entkommen. „Es war wie eine andere

Welt“, sagte Minh später der Zeitung

Guardian. „Ich fühlte mich nicht einmal

mehr wie ein Mensch. Ich habe sehr schnell

verstanden, dass die Pflanzen wertvoller warenals

mein Leben.“ Erst als die Polizei während

einer Razzia die Cannabis-Farm entdeckt,

ist sein Sklaven-Dasein vorüber.

Trotzdem, ein Happyend gab es nicht sofort.

Vielmehr fand sich der Jugendliche gefangen

im britischen System, das ihn nicht

als Opfer, sondern als Kriminellen behandelte.

Sein Kampf um Gerechtigkeit hat damals

viele fragen lassen, wie das Land mit

Kindern umgeht, die auf die Insel geschleust

und versklavt werden. Im Jahr 2015

wurde mit dem Modern Slavery Act ein Gesetz

geschaffen, das die Hürden für die Beschäftigung

vonMenschen aus bestimmten

Ländernerhöht. Kritiker klagen jedoch, das

Gesetz sehe zu wenig Opferschutz vor und

konzentriere sich zu stark auf polizeiliche

Maßnahmen.

DasProblem: Da die ins Land geschmuggelten

Menschen wüssten, dass sie illegal im

Königreich seien, hätten sie Angst vorder Polizei

und es sei extrem unwahrscheinlich,

dass sie ihre desperate Lage meldeten, heißt

es im aktuellen Report „Precarious Journeys“.

Manche würden vielleicht nicht einmal

erkennen, dass sie Opfer vonMenschenhandel

seien, da sie selbst entschieden hätten,

nach Großbritannien zu reisen und

Schleuser dafür bezahlten, den Trip zu organisieren

und einen Job für sie zu finden. Die

Kosten für eine Reise liegen dem Bericht zufolge

zwischen umgerechnet 9000 und

36 000 Euro.

DieGründe,warum es so viele Menschen,

insbesondere aus Vietnam, ausgerechnet

nach Großbritannien zieht, sieht die Soziologin

Tamsin Barber von der Oxford Brookes

Universität darin, dass es bereits ein weites

Netzwerkvon Landsleuten gibt, die den Neuankömmlingen

mit Unterkunft und Job helfen

können. Zudem wissen die Menschen,

dass sie im Königreich wahrscheinlich Arbeit

finden und einiges an Geld an ihre Familien

in der Heimat schicken können.

DerBericht des Bruders

Auf der Insel herrsche eine hohe Nachfrage

nach gering qualifizierten Arbeitern, die

dann in vietnamesischen Restaurants,inNagelstudios

oder eben in der illegalen Industrie

des Cannabis-Anbaus tätig sind. Organisationen,

die sich dem Kampf gegen moderne

Sklaverei verschrieben haben, warnen

seit Jahren vor dem wachsenden Problem,

dass vietnamesische Kinder und junge Erwachsene

auf die Inselgeschleust werden.

Sollte oder wollte auch die 26-jährige

Pham Thi TraMy, die vermutlich zu den 39

Toten gehört, in einem Nagelstudio arbeiten?

Ihr Bruder erzählte einem BBC-Reporter,

dass seine Schwester 30 000 Pfund, umgerechnet

knapp 35 000 Euro,anMenschenschmuggler

bezahlt habe. Die hätten ihr ein

gutes,sorgenfreies Leben in Großbritannien

versprochen. Ausgerechnet in jener Nacht,

alsdie ersten Nachrichtenüber die Tragödie

auftauchten, sei das Geld an die Familie zurücküberwiesen

worden.

Katrin Pribyl

hält die Debatte über moderne

Sklaverei für überfällig.


4** Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Weiteres Urteil gegen den

Mörder von Susanna

DerMörder der Mainzer Schülerin

Susanna ist auch in einem Prozess

um die Vergewaltigung einer Elfjährigen

verurteilt worden. DasLandgericht

Wiesbaden verhängte am Donnerstag

gegen den 22-jährigen Iraker

Ali B. sieben Jahreund sechs Monate

Haft. DieKammer entschied am

Donnerstag zudem, die Anordnung

der Sicherungsverwahrung nach

dem Ende der Haftzeit vorzubehalten.

DerMitangeklagte,ein 15-jähriger

Afghane,wurde zu vier Jahren

und sechs Monaten Jugendstrafe

verurteilt. Diebeiden hatten nach

Überzeugung des Gerichts das Mädchen

2018 vergewaltigt. Vorder Urteilsbegründung

schloss das Gericht

die Öffentlichkeit aus.Ali B. war im

Sommer wegen des Mordes an Susanna

zu lebenslanger Haft verurteilt

worden. Dieses Urteil ist noch nicht

rechtskräftig. (dpa)

AfD-Schiedsgericht lehnt

Ausschluss von Gedeon ab

Derumstrittene baden-württembergische

Politiker Wolfgang Gedeon

darfMitglied in der AfD bleiben. Ein

Parteiausschlussverfahren gegen

den wegen Antisemitismusvorwürfen

vorbelasteten Landtagsabgeordneten

ist erneut gescheitert. Das

Landesschiedsgericht Schleswig-

Holstein teilte mit, dass es den Antrag

des Bundesvorstands als zum

Teil unzulässig und zum Teil unbegründet

abgewiesen habe. (dpa)

Assad lehnt Syrienplan von

Kramp-Karrenbauer ab

Syriens Präsident Baschar al-Assad

hat den Vorschlag vonBundesverteidigungsministerin

Annegret Kramp-

Karrenbauer für eine internationale

Sicherheitszone im Norden des

Landes abgelehnt. In einem Interview

des syrischen Staatsfernsehens

lobte er am Donnerstagabend das

Abkommen Russlands und der Türkei

zum Abzug der Kurden aus diesem

Gebiet. (dpa)

Selenskyj zieht weitere

Truppen vom Donbass ab

Wolodymyr Selenskyj traf sich in Kiewmit

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. DPA

Derukrainische Präsident Wolodymyr

Selenskyj hat sich zu einem weiteren

Truppenabzug in den umkämpften

Gebieten im Donbass bereiterklärt.

Am 4. November solle es

zu einer Entmilitarisierung am Ort

Petriwske im Donezker Gebiet kommen,

teilte er bei einem Besuch von

Nato-Generalsekretär Jens StoltenberginKiew

mit. (dpa)

IS benennt Nachfolger von

Anführer al-Bagdadi

DieTerrormiliz Islamischer Staat (IS)

hat den Todihres Anführers Abu

Bakr al-Bagdadi bestätigt und einen

Nachfolger benannt. AbuIbrahim al-

Haschimi al-Kuraischi sei der neue

Anführer der Terrororganisation, erklärte

der IS in einer am Donnerstag

veröffentlichten Audio-Botschaft

über seinen Medienkanal Al-Furkan.

DerISbestätigte darin auch den Tod

des weiteren ranghohen Mitglieds

Abual-Hassan al-Muhadschir. (dpa)

Ab jetzt live

US-Abgeordnetenhaus stimmtfür Impeachmentgegen Trump. Anhörungen werden nun im Fernsehen gezeigt

VonKarlDoemens, Washington

Gerade einmal vier Wochen

läuft die parlamentarische

Untersuchung. Doch

die seither gewonnenen

Erkenntnisse zur Ukraine-Affäresind

ebenso atemberaubend wie beunruhigend.

Nach der Vernehmung von

einem guten Dutzend hochrangiger

Beamter,Botschafter und Berater der

Regierung kann ernsthaft kein Zweifel

mehr daran bestehen, dass Präsident

Donald Trump sein Amt für parteipolitische

Zwecke missbraucht,

eine befreundete Regierung mit Steuergeld

zu erpressen versucht und

möglicherweise die Arbeit der Justiz

behinderthat.

Bei einem Normalbürger würde

das für eine Anklage und mutmaßlich

auch für eine Haftstrafe reichen.

Aber Trump ist Präsident. DerRegierungschef

kann nicht vorGericht gestellt

werden. Allerdings kann ihn

der Kongress bei schwerem Fehlverhalten

aus dem Amt jagen. Bei RichardNixon

ist das 1974 nachWatergate

gelungen.

Mitdem Mehrheitsvotum des Repräsentantenhauses

vom Donnerstag

hat das Impeachment-Verfahren

eine erste Hürde genommen. Der

Prozess folgt nun klaren Regeln: Bislang

sammelten die Ausschüsse bei

Befragungen hinter verschlossenen

Türen Material für die Amtsenthebung.

Künftig werden die Zeugen öffentlich

angehört und auch Trumps

Anwälte bekommen ein Fragerecht.

Im Grunde werden damit zentrale

Forderungen der Republikaner erfüllt.

Dass sie die Resolution trotzdem

einstimmig ablehnten, zeigt,

wie vergiftet die Atmosphäre ist.

Trump versucht das Impeachment-

Verfahren als „Lynchprozess“ zu diskreditieren.

Er verweigert jegliche

Zusammenarbeit mit dem Kongress

und verleumdet Zeugen als Verräter.

Schatten-Außenpolitik

Nancy Pelosi sieht die Demokratie auf dem Spiel: „Dies ist ein trauriger Tag.“

Das Amtsenthebungsverfahren

(Impeachment) gegenden

Präsidenten der

USA ist ein komplizierter,

streng geregelter Prozess.

Der Justizausschuss des

Repräsentantenhauses

muss zunächst entscheiden,

ob die Vorwürfe die offizielle

Einleitung eines Verfahrens

rechtfertigen.

DAS VERFAHREN

Gründe für ein Impeachment

können sein: „Verrat,

Bestechung oder andere

schwere Verbrechen“.

Im Repräsentantenhaus

muss eine Mehrheit der Kongresskammer

(218 der 435

Stimmen) dafür stimmen,

dass es den Präsidenten wegender

identifizierten „Anklagepunkte“

belangen will.

Die Anhörungen, die dann

folgen, sind öffentlich und

werden im Fernsehen übertragen.

Der Senat trifft am Ende die

Amtsenthebungs-Entscheidung

mit Zweidrittelmehrheit

der 100 Sitze, das wären 67

Stimmen. Trumps Republikaner

haben allerdings die

Mehrheit von53Sitzen.

Patriotisch, unpolitisch, tolerant

Es gehört eine Menge Zivilcourage

dazu, Trump bei den Anhörungen zu

belasten. Das haben zuletzt die Ex-

US-Botschafterin in der Ukraine,

MarieYovanovitch, und ihr Nachfolger

William Taylor, die frühere Russland-Expertin

des Weißen Hauses,

Fiona Hill, und der Europa-Direktor

des Nationalen Sicherheitsrates,Alexander

Vindman, getan. Die Staatsdiener

schilderten übereinstimmend,

wie Trumps Anwalt Rudy Giuliani

seit dem Frühjahr an den offiziellen

Kanälen vorbei eine

Schatten-Außenpolitik mit Kiew aufbaute.Bis

dahin hatte die Unterstützung

der Ukraine gegen russische

Expansionsgelüste oberste Priorität

besessen. Nunwurden plötzlich persönliche

Interessen verfolgt.

In den Wochen bis zu dem Telefonat

mit dem ukrainischen Präsidenten

am 25. Juli ließ Trump nach den

Schilderungen systematisch Druck

aufbauen: Wolodymyr Selenskyj

sollte sich öffentlich verpflichten, Ermittlungen

gegen den demokratischen

Präsidentschaftsbewerber Joe

Biden und dessen Sohn Hunter einzuleiten,

obwohl es keine Anzeichen

für Gesetzesbrüche gibt. Sowohl einen

Termin im Weißen Haus wie die

Auszahlung von400 Millionen Dollar

Militärhilfen machte Trump demnach

von der Unterstützung Selenskyjs

für seine Intrige abhängig.

DerSenat entscheidet

Bei einem Treffen hochrangiger Regierungsvertreter

im Weißen Haus

Anfang Juli wurde das schmutzige

Koppelgeschäft offenbar so deutlich

eingefordert, dass es selbst John Bolton

zu brenzlig wurde.Trumpsdamaliger

Sicherheitsberater soll die Sitzung

überstürzt abgebrochen und erklärt

haben, er wolle mit „irgendwelchen

Drogen-Deals“ nichts zu tun

haben. Zwei Wochen später bedrängte

Trump Selenskyj am Telefon.

DieAufzeichnung des Gesprächs verschwandineinem

digitalen Geheimordner.

Das inzwischen veröffentlichte

Protokollsoll lückenhaft sein.

In den nächsten Wochen wollen

die Demokraten die Vorwürfe zu einer

Anklage bündeln. Eine Mehrheit

für das Impeachment im Repräsentantenhaus

gilt als sicher. Doch entscheidend

ist, ob der republikanisch

dominierte Senat der Amtsenthebung

zustimmt. Noch scharen sich

die meisten Parteifreunde Trumps

um den Präsidenten. Ob ihre Abwehrfront

aufbricht, hängt ganz von

der Stimmung der Öffentlichkeit ab.

Immerhin: Eine schmale Mehrheit

befürwortet inzwischen die Amtsenthebung.Wenn

dieVorwürfe künftig

im Fernsehen übertragen werden,

könnte es eine Welle geben.

Eine Garantie dafür gibt es nicht.

Doch solche Überlegungen haben

die Demokraten hintangestellt: Würden

sie den Machtmissbrauch im

Weißen Haus austaktischen Motiven

stillschweigend sanktionieren, wären

auch sie moralisch diskreditiert.

Umfrage unter russischen Teenagern. Die meisten wünschen sich bessere Naturschutzgesetze

VonStefan Scholl, Moskau

Die Zeitung Kommersant versuchte,

das Beste draus zu machen

und titelte: „Die Schüler verehrenWladimir

Putin.“ Tatsächlich erreichte

der russische Präsident bei

einer am Mittwoch veröffentlichten

Umfrage der Agentur „MP Analitika“

unter russischen Jugendlichen den

höchsten Popularitätswert. Aber als

sympathisch bezeichneten ihn nur

15 Prozent der 1057 befragten 10-

bis 18-Jährigen aus 52 Regionen. Der

Nationalpopulist Wladimir Schirinowski

kam auf 7,3 Prozent, Regierungschef

DmitriMedwedew auf 2,8

Prozent. 15 Prozent fanden keinen

Politiker sympathisch, 56,5 Prozent

antworteten nicht.

Nach der Studie weichen die Ansichten

russischer Teenager zum Teil

stark vom politischen Mainstream

der Öffentlichkeit ab.Laut MP Analitika

interessieren sich 67 Prozent der

Jugendlichen nicht für Politik. 62

Prozent bezeichnen sich als Patrioten,

13 Prozent sind stolz auf die vaterländische

Natur, elf Prozent auf

das riesige Staatsgebiet, zehn Prozent

auf die menschlichen Eigenschaften

ihrer Landsleute, sieben

Prozent auf die Geschichte Russlands

und sechs Prozent auf den Sieg

im Großen Vaterländischen Krieg.

Zum Vergleich: Bei einer Umfrage

des Lewada-Meinungsforschungszentrums

Ende 2018 nannten 87

Prozent der russischen Erwachsenen

den Sieg von 1945 als Hauptgrund

ihres Nationalstolzes.

Stabilität und Niedergang

35 Prozent der Jugendlichen bezeichnen

die Lage im Land als „Stabilität

ohne Veränderung“, 28 Prozent

reden von „Entwicklung“, 25

Prozent von „Niedergang“. 46 Prozent

interessieren ökologische Probleme,

90 Prozent wünschen sich

schärfere Naturschutzgesetze, 31

Prozent einen aktiveren Kampf gegen

die Korruption. Und 48Prozent

fordern ein besseres Bildungssystem.

„Es ist doch paradox“, sagt Alexander,

16, aus Twer an der Wolga,

„dass der Staat die Lehrer,die uns für

die Zukunft vorbereiten, so miserabel

bezahlt.“

Auf manche Fragen antworten

Russlands Jugendliche sehr ähnlich

wie Teenager im Westen. 66 Prozent

von ihnen kennen Altersgenossen,

die bereits sexuelle Kontakte haben.

Knapp die Hälfte glaubt, man sollte

erst mit 16 bis 18 Jahren damit anfangen,

nur drei Prozent halten Sex vor

dem 16. Lebensjahr für angebracht.

Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts

Ipsos von2017 erleben

deutsche Jugendliche im Durchschnittsalter

von17,2 Jahren den ersten

Sex.

Ein Drittel der befragten russischen

Teenager gibt an, in ihrer Umgebung

gäbe es Homosexuelle. In

Russland ist Propaganda für „nicht

traditionellen Sex“ gesetzlich verboten.

Die Staatsmedien verunglimpfen

LGBT als vondekadenten westlichen

Einflüssen verdorbene Minderheit.

Aber laut MP Analitika besitzen

13 Prozent der jungen Russen ein

„vertrauliches Verhältnis“ zu LGBT,

68 Prozent haben nichts gegen sie,

nur 17 Prozent fühlen sich vonihnen

AP

KarlDoemens bewundert

den Mut der Beamten, die

gegenTrump aussagen.

gestört. „Tatsächlich zielt das Gesetz

gegen die sogenannte Schwulenpropaganda

nicht wirklich darauf, die

Tugend unserer Jugend zu retten“,

sagt Politologe Juri Korgongjuk.

„Sondern eswill die Liberalen, die

das Gesetz kritisieren, als Verteidiger

von Kinderschändern hinstellen.“

Die Pädagogen, die ernsthaft mit

den Kindernarbeiteten, kümmerten

sich nicht um dieses Gesetz. „So wie

sich der Staat nicht um diese Pädagogen

kümmert.“

70 Prozent der russischen Schüler

wissen von den Bürgerrechtsprotesten

in diesem Sommer. 64,5

Prozent glauben, ihre Teilnehmer

kämpften gegen die Ungerechtigkeit

im Land. Aber 75 Prozent würden

nicht an einer ungenehmigten

Demo teilnehmen. „Wenn sie dich

erwischen, hast du einen Haufen

Probleme,dukannst vonder Schule

fliegen oder kriegst keinen Studienplatz

mehr“, erklärt Alexander aus

Twer. Erst wenn er aus diesem problematischen

Alter heraus sei,

könne er sich vorstellen, auf die

Straße zu gehen.

Zeitgewinn

im

Libanon

Hisbollah ist entscheidend für

eine friedliche Lösung

VonKarim El-Gawhary

Der Rücktritt des libanesischen

Premiers Saad Hariri hat die einzige

Tür aus der gegenwärtigen Krise

geöffnet, aber niemand weiß, was

sich dahinter verbirgt. Unklar ist auch

wie schnell sie wirklich aufgeht, nachdem

der Präsident Michel Aoun den

Rücktritt zwar angenommen hat, Hariris

Regierung aber zunächst weiter

als kommissarische Übergangsregierung

bestellt hat. Zwei Wochen lang

haben Hunderttausende Libanesen

demonstriert und den Rücktritt der

Regierung gefordert.

Die Demonstranten verlangten

nicht nur den Rückzug der gesamten

politischen Klasse wegen Korruption

und Misswirtschaft. Sie verlangen

ein Ende des politischen Systems,in

dem die Religionszugehörigkeit im

Mittelpunkt steht und wenige Clans

auf religiöser Basis den Staat repräsentieren

und in ihre eigene Tasche

wirtschaften. Sie wollen weiterdemonstrieren,

ihr größtes Problem:

Sie sind nicht organisiert und können

daher auch nicht über einen

Ausweg aus der Krise verhandeln.

Mitder Einsetzung des zurückgetretenen

Hariri-Kabinetts als kommissarische

Übergangsregierung,

bleibt der Status quo zunächst einmal

erhalten. Eine Frist wurde der

neuen Regierung nicht gesetzt. De

facto ist die Erneuerung des politischen

Systems erst einmal vertagt.

Diese vorläufige Lösung stellt allerdings

für den Libanon bestenfalls

eine Atempause dar.

Erwartet wird ein zweiter Schritt:

die Schaffung einer Regierung aus

Technokraten. Dievon den Demonstrantensoangegriffenen

politischen

Strömungen des Landes wären

dann, so wird esderzeit diskutiert,

nur durch drei zusätzliche Minister

Demonstranten in Beirut forderten auch

am Donnerstag weitere Reformen. AFP

vertreten, die keine Geschäftsbereiche

bekommen. Diese Regierung

hätte vornehmlich drei Aufgaben:

die überfälligen wirtschaftlichen Reformen

einzuleiten, einen Untersuchungsausschuss

zur Bekämpfung

der Korruption ins Leben zu rufen

und Neuwahlen vorzubereiten.

So könnte ein anderes für den Libanon

verheerendes Szenario verhindert

werden. Dass nämlich jene

politischen Kräfte des Landes,die am

meisten Interesse haben, den Status

quo zu behalten, die schiitische

Amal-Bewegung, die Hisbollah und

die Unterstützer desPräsidenten Michel

Aoun versuchen, im Alleingang

eine Regierung zu stellen und gegen

die Demonstranten vorzugehen.Das

wäre dasEnde der libanesischen Einheitsregierung

und würde unmittelbar

zueiner enormen Polarisierung

desLandes führen.

Entscheidend wird am Ende sein,

wiesich die militärisch und politisch

stärkste Kraft des Landes,die Hisbollah,

entscheiden wird. Sie scheint

sich mit der Übergangsregierung zufriedenzugeben,

in dem sie und ihre

Verbündeten weiter sitzen. Sie

könnte möglicherweise auch eine

Technokraten-Regierung akzeptieren.

Dabei hat die Hisbollah eine

zentrale Bedingung für jede neue Regierung:

keine Debatteüberdie Entwaffnung

der Schiiten-Organisation.


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 5 *

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Politik

Frank-Walter Steinmeier reist schon zum zweiten Mal als Bundespräsident in die USA. Ein Treffen mit Donald Trump ist auch dieses Mal nicht geplant.

DPA/BRITTA PEDERSEN

Rede an einen Leuchtturm

Bei seiner USA-Reise beschwört der Bundespräsident das liberale Amerika und kritisiert indirekt Donald Trump

VonSteven Geyer,Boston

Es ist eine politische Rarität

und deshalb ein besonderesEreignis,wenn

ein deutscher

Bundespräsident offiziell

die Vereinigten Staaten besucht

und dort eine Rede zum Zustand

des transatlantischen

Verhältnisses hält. Trotzdem kann

man nicht sagen, dass Frank-Walter

Steinmeier seine Beschreibung der

deutsch-amerikanischen Beziehungen

in der ÄraTrump in Watte packt,

als er sich am Donnerstagabend in

Boston an das erlesene Publikum

wendet.

Im Gegenteil: Schon im ersten

Satz der zentralen Rede seiner dreitägigen

Reise nach Neuengland

spricht Steinmeier unumwunden

aus,dass derzeit die„Differenzen das

Alltagsbild der transatlantischen Beziehungen

sehr viel mehr bestimmen

als das, was uns verbindet“. Es

sei „nicht mehr selbstverständlich“

für die US-Regierung, sich in „echter

Partnerschaft und Freundschaft in

gegenseitigem Respekt“ zu begegnen.

In einer klaren Anspielung auf

den US-Präsidenten verweist Steinmeier

auf den Schuldigen, der den

„täglichen Fokus auf Tweets und Tiraden“

ziehe und immer wieder Empörung

auslöse –die jedoch „so erwartbar

wie fruchtlos“ bleibe.

Der Name Donald Trump taucht

in der Rede jedoch ebenso wenig auf

wie in Steinmeiers Besuchsprogramm:

um die Aufmerksamkeit

nicht schon wieder auf den Streit um

Handel und Rüstung zu lenken.

Steinmeiers Reise hat andere Ziele:

„Gerade wenn in der Politik das

Trennende überwiegt“, sagt er in seiner

Ansprache, „brauchen wir die

kulturellen, die wissenschaftlichen,

die zivilgesellschaftlichen Bindungen

umso dringender.“

Austauschmarathon

So ist der offizielle Anlass des Besuchs

das Ende des „Deutschlandjahres“

in den USA, dessen Schirmherr

Steinmeier ist und das er bereits

als Außenminister mit initiierte: Der

transatlantische Austauschmarathon

erreichte mit 2000 Veranstaltungen

in allen 50 Bundesstaaten

mehr als 1,3 Millionen Amerikaner –

nach eigenen Angaben „gerade auch

im Herzen der USA“, wo im Gegensatz

zur Ostküstenmetropole Boston

die Trump-Wähler leben.

Dennoch hält Steinmeier seine

Rede, wie im Mai erst Angela Merkel

nach der Verleihung der Harvard-

Ehrendoktorwürde, hier in der Bildungs-

und Kultur-Metropole, zur

Wiederöffnung des zwei Jahre lang

sanierten und mit 52 Jahren ältesten

Goethe-Instituts der USA.

Ein USA-Besuch ist für ein deutsches

Staatsoberhaupt ohnehin

keine Selbstverständlichkeit. So

hatte es 18 Jahre gedauert, bis nach

der Einladung von Roman Herzog

durch Bill Clinton Joachim Gauck

zum 25. Jahrestags der Deutschen

Einheit einen Termin im Weißen

Haus ergatterte, 2015 bei Obama.

Für Steinmeier ist es der zweite USA-

Besuch als Bundespräsident, erneut

ohne Trump-Treffen.

„Damit Demokratie und Freiheit eine Zukunft

haben in dieser Welt voller Anfechtungen und

Konflikte, damit der ‚Westen‘ mehr bleibt

als eine Himmelsrichtung,

dafür brauchen wir einander.“

Frank-Walter Steinmeier,

Bundespräsident

Dass er einen Termin beim US-

Präsidenten bekommen hätte, darf

ohnehin bezweifelt werden, nachdem

der Deutsche, seinerzeit noch

als Außenminister, den seinerzeit

wahlkämpfenden Trump als „Hassprediger“

bezeichnete.

In Boston wendet sich der Bundespräsident

ausschließlich an das

andere Amerika: jenes, das sich als

Leuchtturm der liberalen Demokratie

sah und deshalb die Nazis mit niederschlug,

und das zumindest Westdeutschland

danach eine neue

Chance gab; das Amerika der Luftbrücke;

das der Präsidenten vonKennedy

bis Bush senior,die die deutsche

Teilung überwinden halfen. „Diesem

Amerika“ sei Deutschland „tief verbunden“,

sagt Steinmeier: „Und wir

bleiben es! Danke,Amerika!“

Gemeinsame Geschichte

Auch das sei Ziel des Besuchs: den

USA im 30. Jahr des Mauerfalls

Dankbarkeit zu zeigen, die gemeinsame

Geschichte zu würdigen und

für eine gemeinsame Zukunft zu

werben. Für beides gelte: „Es gibt

keine Demokratie ohne Amerika“.

In der Vergangenheit steht dafür

der US-Unabhängigkeitskrieg, der

1775 bei Lexington ausbrach, wo

Steinmeier vormittags eine historische

Aufführung der „Freiheitskämpfer

der ersten Stunde“ besucht –dafür

stehtaberauchdie Liste der Emigranten,

die vor den Nazis flohen: von

Bauhaus-Gründer Walter Gropius,

dessen als Museum gezeigtes Wohnhaus

Steinmeier am Morgen besucht,

bis zu Zwölfton-Komponist Arnold

Schönberg, dessen „Verklärte Nacht“

am Abend das Leipziger Gewandhausorchester

gemeinsam mit dem

Schwesterorchester Boston SymphonyOrchestraaufführt.

Für die Zukunft ruft Steinmeier

zur Rückkehr zur engen Partnerschaft

auf –die ihm nicht selbstverständlich

erscheint, so wie er Trump

nicht als Episodeohne Folgen sieht.

Das deutsche Staatsoberhaupt

klingt am Abend bisweilen alarmistisch,

wenn er als „die große Frage

unserer Zeit das Ringen umDemokratie

und Freiheit“ bezeichnet und

„die Gefährdungen derDemokratie“

nicht nurinautoritären Staaten ausmacht,

sondern „mitten unter uns,

hier in den USA und auch in Europa.“

Wozu Steinmeier aufruft, ist,

dass diejenigen zusammenhalten

müssen, die an Demokratie und

Partnerschaft glauben – „egal, wer

gerade im Weißen Haus regiert“. Von

der US-Ostküsten-Elite in Boston

gibt es dafürviel Applaus.

Steven Geyer war beeindruckt

vomAuftritt der beiden

Schwester-Orchester.

Die Unvollendeten

Andrea Nahles und Sigmar Gabriel haben die SPD geprägt und blieben doch immer ein Duo wie Feuer und Wasser.Nun verabschieden sich beide aus der aktiven Politik

VonAndreas Niesmann

Manche Zufälle so verrückt, dass

sie fast schon wie Schicksal anmuten.

Andrea Nahles und Sigmar

Gabriel sind 2005 gemeinsam in den

Bundestag eingezogen, haben 2009

gemeinsam die SPD-Führung übernommen,

saßen ab 2013 gemeinsam

in der Bundesregierung, und sie ziehen

sich an diesem Freitag gemeinsam

aus der Politik zurück.

Vielleicht ist es die Tragik dieser

beiden Ausnahmepolitiker,dass ihre

Gemeinsamkeiten immer nur biografischer

Natur waren. Nahles und

Gabriel stammen aus kleinen Verhältnissen,

sie wuchs als Tochter eines

Maurers auf, er als Sohn einer alleinerziehenden

Krankenschwester.

Bildungsaufsteiger sind beide. Von

der Realschule arbeiten sie sich an

die Spitze des Staates. Klassische

SPD-Geschichten.

Damit allerdings enden die Gemeinsamkeiten

der beiden Politiker,

die die SPD in den vergangenen zehn

Jahren geprägt haben wie niemand

neben ihnen. Schon bei der politischen

Sozialisation gehen die Wege

auseinander.Nahles kommt über die

SPD-Nachwuchsorganisation Jusos

in die große Politik, Gabriel geht den

Weg über den SPD-nahen Jugendverband

Falken. Die Jusos hätten ja

damals vor allem Marx gelesen und

das Strippenziehen geübt, spottet

Gabriel bis heute gerne. Erfuhr mit

den Falken ins Zeltlager und zum internationalen

Jugendaustausch

nach Südfrankreich.

Aufgeteilte Macht

Diefrühe Prägung macht die spätere

Verständigung schwierig. Nach der

schweren Wahlniederlage 2013 beschließen

der damalige Umweltminister

Gabriel und die damalige stellvertretende

SPD-Chefin Nahles in

einer Viererrunde mit Klaus Wowereit

und Olaf Scholz, die Macht untereinander

aufzuteilen. Gabriel

wirdParteichef und Nahles seine Generalsekretärin.

Der Mann aus dem Harz und die

Frau aus der Vulkaneifel werden ein

Sie geht: Andrea Nahles legt –wie auch Sigmar Gabriel –ihr Bundestagsmandat nieder. DPA

Duo wie Feuer und Wasser. Das Verhältnis

ist geprägt vonTiefen und tieferen

Tiefen.

In guten Phasen rauften sie sich

irgendwie zusammen, in schlechten

herrschte offener Krieg. Dabei hätten

sie sich eigentlich gut ergänzt,

der impulsive Gabriel mit seinem

Gespür für Stimmungen und dem

Talent, ganze Parteitagshallen in Ekstase

zu reden. Unddie disziplinierte

Nahles, die eher strategisch vorgeht

und deren Vernetzung in der SPD legendär

ist.

Ihre Zeit an der SPD-Spitzegilt in

der Rückschau als krisengeschüttelt

–auch wegen der ständigen Querelen.

Dabei feiern sie am Anfang

durchaus Erfolge. Neun Landtagswahlen

gewinnt die SPD in Folge,

auch in den Umfragen geht es zunächst

bergauf. Doch die Imagewerte

von beiden bleiben schlecht

und Gabriel entscheidet sich bei der

Bundestagswahl 2013 für Peer

Steinbrück als Kanzlerkandidat –

ein Intimfeind vonNahles.Nach der

krachenden Wahlniederlage raufen

sich Nahles und Gabriel wieder zusammen.

Gemeinsam führen sie die

SPD in die ungeliebte große Koalition.

Befreiungsschlag

Nahles wirdArbeitsministerin –und

erlebt die Zeit im Ministerium als

Befreiung. „Endlich konnte ich zeigen,

was ich draufhatte, ohne dass

mir ständig jemand dazwischengefunkt

hat“, wird sie später einmal

sagen. Das geht andie Adresse von

Gabriel.

Der gibt Anfang 2017 den Parteivorsitz

an Martin Schulz ab und leitet

damit das Anfang vom Ende seiner

Karriere ein –trotz des kurzfristigen

Höhenflugs im Auswärtigen Amt.

Schulz will nach der abermaligen Bildung

der großen Koalition Anfang

2018 selbst Außenminister werden

undschiebt den früheren Freund beiseite.

Das Manöver misslingt zwar,

doch Nahles und Olaf Scholz halten

an der Entscheidungfest, Gabriel aus

dem Kabinett zu befördern. Derrächt

sich danach mit regelmäßiger und

laut vernehmbarer Kritik an der Parteiführung.

An der dauernden Unruhe,

die am Ende zum Sturz von

Nahles geführt hat, hatte auch der

Niedersachse seinen Anteil.

Zu seinem 60. Geburtstag gab

sich Gabriel kürzlich versöhnlich.

„Es ist bitter, mit ansehen zu müssen,

wie ein Engagement dieser

Größesoenden konnte“, sagte er mit

Blick auf Nahles.Erhätte diesen Satz

genauso gut über sich selbst sagen

können. Am Ende sind beide unvollendet

geblieben.


6 Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Made in Berlin

BERLINER BEKANNTE

NEU IN DER STADT

So ging das

„Maps“ der

Zwanziger

VonJörg Niendorf

Stellen Sie sich vor, in Ihrer Lieblingsserie

„Babylon Berlin“, die

Ende der 20er-Jahre spielt, röhrt der

Kommissar im Auto gerade die Königgrätzer

Straße entlang –und Sie

einfach mit, zumindest mit dem Finger

auf dem Stadtplan. Wo war gleich

die Königgrätzer? Die Stresemannstraße

hieß einst so,das lernen Sieauf

einem „Pharus“ von 1927. Dort, auf

diesem Stadtplan, gibt es auch noch

den richtigen, intakten Anhalter

Bahnhof, eingezeichnet als markante

Halle,und gleich nebenan liegen zwei

weitere Bahnhöfe, direkt am Potsdamer

Platz. Mit feinen Strichen sind

genauso die Fassaden damaliger

Prunkbauten eingezeichnet – solch

ein Plan ist wirklich eine Fundgrube,

man verliert sich in Details. Kein

Wunder also,dass die Nachdrucke alter

Stadtpläne heute so viele Fans haben.

Pardon: die Reprints eben dieser

Pharus-Pläne. Immer stammt das,

was man heute findet, aus diesem

Verlagshaus. Pharus beherrschte vor

100 Jahren den Markt, es war ein Synonym

für „Stadtplan“. So wie heute

Google Maps.

Pharus-Pläne gibt es seit 1902.

Heute sind sie führend in den Neuauflagen.

Geht man in eine Buchhandlung

und sucht den Tisch mit

der Berlin-Literatur, liegt dort mindestens

einer dieser Reprints. Berlin

1902 oder 1905. Oder „Gross-Berlin“

1927. Oder 1930. „Das sind die gängigsten

und nachgefragtesten von

unseren historischen Plänen“, sagt

Rolf Bernstengel, der Eigentümer

des Verlags.Schon seit den 90er-Jahren

gibt Pharus die neu aufgelegten

Karten heraus, und seitdem ist das

Interesse immer ein Stück weit gestiegen.

Aktuelle Stadtpläne vonBerlin

gibt es natürlich auch im Verlagsprogramm.

2000 digitalisierte Stadtkarten

An die 2000 historische Stadtpläne

aus mehr als hundertJahren Firmengeschichte

hat Bernstengel insgesamt

digitalisiert und archiviert, das

ist der echte Fundus. Schon bald

nach seiner Gründung brachte Pharus

für jede größere deutsche Stadt

einen Plan heraus, ebenso für viele

Städte im Ausland. Solche Karten

kann der Verlag, der heute im Süden

von Schöneberg seinen Sitz hat, auf

Wunsch eines Kunden ausdrucken

und verschicken. Manche Leute interessieren

sich zum Beispiel für die

Vorkriegs-Stadtpläne ihres Heimatortes,wenn

sie eine Familienchronik

schreiben oder für ein Buch recherchieren.

Dann können sie sich ein

Bild der Stadt voneinst machen –so,

wie ein Babylon-Berlin-Serien-Fan

sich auf dem Pharus-Papier das alte

Berlin vorAuge führen kann.

Und was speziell hatte diese Karten

eigentlich damals schon so populär

gemacht? Es waren genau jene

teils klitzekleinen „Vignetten“, die

Verzierungen, die zum Beispiel die

Bahnhöfe als hallenförmige Stationen

zeigten oder kleine, räumlich

gezeichnete Paläste und Kirchen.

Diese Illustrationen waren radikal

neu für einen Alltags-Straßenplan

und wurden bald zum Standard.

Einer der am besten verkauften Jahrgänge:

ein Stadtplan von 1927. JÖRG NIENDORF

Unternehmen im DAX

Oktober 2019

Deutsche

Bank

in Berlin gegründet

in 2019 aufgestiegen

größter Börsenwert

DAX Börsenwert gesamt:

1196 079 Mio.Euro

SAP

Volkswagen

MTU

Im September hätte die Deutsche

Wohnen den Sprung in

den Dax fast geschafft und

wäre damit zu einem der 30

wertvollsten Unternehmen

Deutschlands aufgestiegen. Doch

unter anderem die Diskussion um

Enteignungen und Mietendeckel

machten dem Top-Favoriten auf einen

Platz im Dax einen Strich durch

die Rechnung. DerMünchner Triebwerkhersteller

MTU zog vorbei und

setzte sich an die frei werdende Stelle

des Absteigers Thyssenkrupp.Damit

findet sich im Dax neben Siemens –

dessen Konzernzentrale allerdings in

München ist und nur seinen Zweitsitz

in Berlin hat –kein einziges Unternehmen

aus der Hauptstadt.

Blickt man auf die aktuelle regionale

Verteilung der im Dax gelisteten

Unternehmen, wirdschnell klar:Bayern

und Nordrhein-Westfalen haben

die Nase vorn,während im Osten ein

großes Loch klafft. Dashat, wie so oft,

historische Gründe. Nach dem Zweiten

Weltkrieg und der Teilung Berlins

verlegten nahezu alle großen Unternehmen,

die vormals in Berlin gegründet

worden sind, ihren Sitz in

den Westen. Und dasind Deutsche

Bank, Allianz und Co.noch heute.

Nurmit Siemens ist ein aus Berlin

stammendes Unternehmen im Index

enthalten. Und das, seit es den

Deutschen Aktienindex Daxgibt. Als

er 1988 aufgelegt wurde, war außerdem

der Berliner Pharmaspezialist

Schering dabei –bis der Konzern im

Jahr 2006 von Bayer übernommen

wurde. Und das war es dann auch

schon mit der Berliner Geschichte in

der Top-Börsenliga.

Hauptstadt-Firmen wie Zalando

und Deutsche Wohnen finden sich

hingegen im MDax und SDax, der

zweiten und dritten Liga an der Börse.

BERLIN

Siemens*

89 063

Mio.Euro

Allianz

*Zweitsitz;

Konzernzentrale

in München

Undvon dortaus aufzusteigen, ist gar

nicht so einfach. Diewichtigsten Kriterien,

die die Deutsche Börse vorgibt,

sind die Höhe der Marktkapitalisierung

(Anzahl der Aktien mal Aktienkurs)

und der Börsenumsatz. Allerdings

muss ein potenzieller

Aufsteiger strengereKriterien erfüllen

als ein bestehendes Dax-Mitglied einhalten

muss,umimIndex bleiben zu

können.„Die Deutsche Börse möchte

so ständige Wechsel vermeiden“, sagt

Uwe Streich, Indexanalyst bei der

Landesbank Baden Württemberg

(LBBW).Das macht es zugleich aber

auch potenziellen Neulingen schwer.

Wereserst einmal geschafft hat,

profitiert. „Unternehmen, die im

Dax mitspielen, haben nicht nur

eine viel größere Liquidität, sie sind

natürlich auch im Blickfeld von internationalen

Investoren wie auch

von Arbeitnehmern“, sagt Andreas

von Brevern, Sprecher der Deutschen

Börse. Letztlich also auch ein

Renommeegewinn, um talentierte

Fachkräfte anzuziehen.

Der Sprung in den Dax wird für

mittelgroße Berliner Firmen aber

noch eineWeile dauern.„Bei den Berliner

Unternehmen Zalando,Delivery

Hero oder Rocket Internet brauchen

wir auf absehbareZeit gar nicht über

einen Wechsel vomMDaxinden Dax

Nur zweite Liga

Warum Berliner Unternehmen im Dax kaum

zu finden sind –und wann sich das ändert

VonTheresa Dräbing (Text) und Sabine Hecher (Infografik)

MDAX**

Börsenwerte der Berliner Unternehmen

MDax Börsenwert insgesamt: 469 808 Millionen Euro

SDAX***

DeutscheWohnen 12 077 Mio. Euro

Zalando 9677 Mio. Euro

Delivery Hero 7970 Mio. Euro

Rocket Internet 3572 Mio. Euro

**60 Unternehmen, die in Bezug auf Marktkapitalisierung

und Böresenumsatz auf die 30 DAX-Unternehmen folgen.

SDax Börsenwert insgesamt: 109 472 Mio. Euro

nachdenken“, ist sich Aktienexperte

Streich sicher.Die Börsenwerte seien

noch zu klein. Wahrscheinlicher wäre

ein erneuter Anlauf der Deutsche

Wohnen.„Die Chance besteht weiterhin“,

so Streich. Jedes Jahr wird der

Dax neu gemischt. Mehr als einen

Wechsel gibt es aber in der Regel

nicht. „Ob dann die Deutsche Wohnen

am Zugist, lässt sich zurzeit nicht

seriös vorhersagen.“ Wahrscheinlicher

würde dieser Fall, wenn ein bestehendes

Dax-Unternehmen ins

Straucheln gerät.

Siemens zumindest sitzt sicher

im Sattel. „Siemens ist eines der

größten deutschen Unternehmen

und wird seinen Platz auch behalten“,

so Streich. Außerdem ist mit

der Energiesparte Gasand Power ein

weiterer Börsengang für 2020 im Gespräch

–und damit womöglich ein

weiterer Hauptsitz in Berlin.

TLG Immobilien AG 2688 Mio. Euro

Hello Fresh SE 2565 Mio.Euro

Eckert &Ziegler Strahlen- und

Medizintechnik AG 787 Mio Euro

Adler Real Estate AG 741 Mio. Euro

***70 Unternehmen,

die auf die 60 MDAX-

Unternehmen folgen.

QUELLE: DEUTSCHE BÖRSE, BOERSE.DE, STAND: 31.10.2019

Wegweiser

für

Nachhaltigkeit

VonTheresa Dräbing

Nachhaltig einzukaufen, ist gar

nicht so einfach. Für Verbraucher

ist kaum ersichtlich, wie viele

Emissionen beispielsweise bei der

Produktion des neuen T-Shirts erzeugt

worden sind oder welches

Smartphone welcher Firma einen

besseren ökologischen Fußabdruck

hat. Ist eine Flasche Wein nachhaltiger,die

zwar aus Europa stammt, dafür

aber mit dem Lkw transportiert

worden ist, als eine,die vonÜbersee

kommt, dafür aber per Schiff?

Das Berliner Start-up Earth Ratings

will genau solche Informationen

zugänglich machen. Und zwar

möglichst einfach. Eine Prozentzahl

zwischen eins und hundertsoll künftig

anzeigen, wie nachhaltig ein jeweiliges

Produkt ist. Gerade befindet

sich das Projekt noch in der Beta-

Phase,der Launch der Appist für Februar

kommenden Jahres geplant.

Doch schon jetzt können Nutzer

über die Website erste Produkte suchen

und gegenüberstellen. Einen

Sneaker von Nike zum Beispiel mit

einem Sneaker von Adidas. Optisch

sind die Modelle ähnlich, die Unterschiede

in derWertung vonEarth Ratings

aber deutlich. Während der

Nike-Schuh in Sachen Umweltverträglichkeit

in den Augen von Earth

Ratings 32 Prozent erfüllt, kommt

Adidas auf 68 Prozent.

„Kein Unternehmen kann hundertprozentig

umweltfreundlich arbeiten,

aber wir wollen Verbrauchernein

Mittel geben, um eine bessere

Entscheidung zu treffen“, sagt

Gründer Carsten Roland. Dafür vergleicht

das Start-up nicht nur die

Umweltverträglichkeit, sondern zusätzlich

drei weitereKategorien: Produktqualität,

Produktinnovation

und soziale Innovation der Firma.

„Auch Qualität ist ein Nachhaltigkeitsfaktor“,

sagt Roland. „Wenn ein

Produkt nach zwei Monaten kaputtgeht

und ein neues produziert werden

muss, ist das nicht nachhaltig.“

Bei der Produktinnovation bezieht

Earth Ratings zum Beispiel Nachhaltigkeitsziele

ein, die sich eine Firma

selbst auferlegt hat –wenn sie diese

denn einhält. Undmit sozialen Innovation

sind die Arbeitsbedingungen

der Mitarbeiter gemeint.

Profite für soziale Projekte gedacht

Die Datenrecherche dafür ist aufwendig.

Während einige Unternehmensinformationen

beispielsweise

in Zentralregistern öffentlich zugänglich

sind, greifen die Gründer

bei Daten zu Treibhausgasemissionen

oder dem Wasserverbrauch auf

Recherchen von Drittanbietern wie

Carbon Disclosure Project zurück.

Auch werden Unternehmen direkt

angefragt.

Zwar steht das Start-up noch ganz

am Anfang, doch das Ziel der Gründer

ist es, esletztlich nicht nur bei

Vergleichen für einzelne Produkte zu

belassen. „In Zukunft wollen wir

Nutzern auch beantworten können,

welcher Supermarkt die zufriedensten

Mitarbeiter mit den besten Arbeitsbedingungen

hat oder welches

Restaurant nur erneuerbare Energien

bezieht“, sagt Roland.

Gewinn soll über Provisionen generiert

werden, die das Start-up erhält,

wenn Produkte, die zuvor verglichen

wurden, über die eigene

Website oder App gekauft werden.

Alle Profite sollen an soziale und

nachhaltige Projekte gehen. Doch

das ist noch Zukunftsmusik.

EARTHRATINGS


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▼ 12866,79 (–0,34 %)

1.8.19

31.10.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▼ 59,52 (–1,83 %)

1.8.19

31.10.19

Euro in US-Dollar

▲ 1,1154 (+0,43 %)

Apple rechnet mit Plus

im Weihnachtsgeschäft

Apple zeigt sich optimistisch für das

anstehende Weihnachtsgeschäft –

für das angebrochene Quartal prognostizierte

Apple einen Umsatzzuwachs

auf 85,5 bis 89,5 Milliarden

Dollar (77 bis 80,6 Milliarden Euro).

Im Vorjahresquartal hatte ein Einbruch

im China-Geschäft noch für

einen Rückgang auf 84,3 Milliarden

Dollar gesorgt. DasiPhone-Geschäft

schrumpfte auch im abgelaufenen

Vierteljahr –umgut 9Prozent auf

33,4 Milliarden Dollar.Allerdings

konnten die Zuwächse bei tragbaren

Geräten wie Apple Watch sowie Erlösen

aus Onlinediensten den Rückgang

mehr als ausgleichen. (dpa)

1.8.19

Stand der Daten: 31.10.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

Quelle

31.10.19

aus DAX und MDAX vom 31.10. zum Vortag

Rational 682,50 +5,24 WWWWWWWWW

BayerNA 69,58 +3,42 WWWWWW

Qiagen 26,91 +2,99 WWWWW

Fuchs Petrolub Vz. 38,28 +2,68 WWWWW

1&1 Drillisch 23,98 +2,13 WWWW

Scout24 NA 55,45 +1,56 WWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 31.10. zumVortag

Zalando 38,85 WWWWWWWWWWW –6,88

DeliveryHero 42,03 WWWWWWWW –4,74

GEA Group 27,41 WWWWWWW –3,89

Dialog Semic.NA 40,21 WWWWWW –3,34

Infineon NA 17,38 WWWWW –2,64

DeutscheBank NA 6,49 WWWW –2,24

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 31.10. ±% z. 30.10.

Euro Stoxx 50(EU) –0,44

3638/2909 3604,41

CAC 40 (FR) – 0,62

5778/4556 5729,86

S&P UK (UK) – 1,16

1562/1323 1461,89

RTS (RU) – 0,63

1451/1033 1422,92

IBEX (ES) –0,29

9588/8286 9257,50

Dow Jones (US) –0,52

27399/21713 27046,23

Bovespa (BR) –1,48

108408/83892106799,60

Nikkei (JP) +0,37

23008/18949 22927,04

Hang Seng (HK) +0,86

30280/24897 26851,89

Stx Singap. 20 (SG) +0,33

1657/1390 1611,01

Festgeld für 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Mon. 6Mon. 12 Mon.

Crédit Agricole **

ca-consumerfinance.de 0,56 0,66 0,91

Bank11

bank11.de 0,40 0,50 0,60

PrivatBank 1891 **

privatbank1891.com 0,45 0,46 0,51

akf bank **

akf.de 0,20 0,45 0,65

abcbank

abcbank.de - 0,45 0,55

Deutsche Bank*

deutsche-bank.de - 0,01 0,20

Santander

santander.de - 0,01 0,05

Targobank

targobank.de 0,00 0,00 0,20

ING

ing.de - - 0,01

Commerzbank

commerzbank.de - - 0,01

Isbank

isbank.de 0,35 0,35 0,50

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de 0,01 0,01 0,01

Mittelbrandenburgische Sparkasse

mbs-potsdam.de - - 0,01

Sparda-Bank Berlin

sparda-b.de - - 0,002

Berliner Sparkasse

-030/86986969 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,21 0,30 0,40

*12Monate Neukundenangebot

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

PSA-Chef Carlos Tavares (l.)imGespräch mit demfranzösischen PräsidentenEmmanuel Macron.Der Portugiesesoll denneuen Megakonzernregieren.

Von Anja Semmelroch

Die Deutsche Bank kann 17 Jahre

nach der Pleite des Medienkonzerns

Kirch einen Schlussstrich ziehen

und Schuldzuweisungen und

Vertuschungsvorwürfe hinter sich

lassen.Der Bundesgerichtshof (BGH)

in Karlsruhe bestätigte am Donnerstag

die Freisprüche der ehemaligen

Vorstandschefs Rolf Breuer (81), Josef

Ackermannund Jürgen Fitschen (beide

71). Damit ist ein Urteil des

Münchner Landgerichts rechtskräftig.

Eine Strafverfolgung muss keiner

der drei mehr befürchten (Az.: 1StR

219/17).

In demVerfahren gegen die frühere

Führungsriegeging es um angeblichen

Betrug. Die Staatsanwaltschaft

hatte die Topmanager in Verdacht, in

Zulasten von Opel

PSA und Fiat Chrysler kündigen ihre Fusion an. Es sind Synergien in Milliardenhöhe geplant

Von Frank-Thomas Wenzel

AlsvorMonatendieerstenGerüchteüber

eine Fusion von

PSA und Fiat Chrysler (FCA)

die Runde machten, war allenBranchenkennernsofortklar,weran

der Spitze des neuen Konzerns stehen

würde: Carlos Tavares. Jetzt ist der äußerst

ehrgeizige PortugieseamZiel.Der

amerikanisch-italienische Konzern

und die Peugeot Société Anonyme haben

am Donnerstag ihre Fusion angekündigt.Tavares(Jahrgang1958)hatdamit

sein Meisterwerk abgeliefert. Der

bisherige PSA-Chef soll mit großer

Machtfülle an der Spitze des neuen

Unternehmensstehen,daszudenTop5

der weltweiten Autobranche gehören

wird. Ziel des Zusammengehens: Die

beiden Unternehmen wollen sich

gegenseitig stützen, um in einer höchst

komplexen Umbruchphase überleben

zu können.

ZurElektromobilitätundDigitalisierung

kommen drohende Strafzölle,

strengere Emissionsgrenzwerte und

nichtzuletzteinelahmendeAutomobilkonjunktur.

Umsätze und Gewinne

schrumpfen tendenziell,die Kostenfür

die Transformation explodieren zugleich.

Die Eckdaten des Deals: Die Aktionärebeider

Konzerne sollen jeweilsdie

Hälfte der Anteile der neuen Gruppe

halten, deren Sitz in den Niederlanden

sein soll –umSteuernzusparen. Angestrebt

wird, 8,7 Millionen Fahrzeuge

jährlichzufertigen.DaswürdePlatzvier

in der automobilen Weltliga hinter

Volkswagen,Toyota und dem Renault-

Nissan-Verbund bringen. Der AutobauermitMarkenwiePeugeot,Citroën,

Autobauer

Absatz 1. Halbjahr 2019 in Millionen

Fahrzeugen

Volkswagen

Toyota

Renault-Nissan

General Motors

Hyundai

Ford

Honda

Fiat Chrysler

PSA

Daimler

1,51

2,02

2,91

2,81

2,59

4,38

4,13

5,94

5,63

5,29

DS, Opel, Vauxhall, Fiat, Alfa Romeo,

Maserati, Lancia, Jeep,Dodge und Ram

soll es auf einen Börsenwert von rund

50 Milliarden Dollar bringen. Zum Vergleich:

Die aktuelle Marktkapitalisierung

von Volkswagen liegt umgerechnet

bei 97 Milliarden Dollar.

In einer gemeinsamen Erklärung

hieß es am Donnerstag, Werksschließungen

seien nicht geplant.Die französische

Regierung – der Staat ist mit

12,2ProzentanPSAbeteiligt–dringtdarauf,

dass die Jobs in Frankreich gesichert

werden. Tavares wird nicht nur

Vorstandschef werden, sondern auch

im Verwaltungsrat vertreten sein, der

ansonstenmit jeweilsfünfMitgliedern

vonFCA und PSA besetzt sein soll. Die

FCA-Aktionäreerhalten eine Sonderdividende

von 5,5 Milliarden Euro. Die

PSA-Anteilseigner bekommen den 46-

Prozent-Anteil am Zulieferer Faurecia.

Freispruch für die Führungsriege

Manager der Deutschen Bank müssen im Fall Kirch keine Strafverfolgungmehrbefürchten

einem Zivilprozess um Schadensersatz

falsch ausgesagt zu haben –in

Absprache. Damit hätten Breuer,

Ackermann und Fitschen, die von

1997 bis 2016 nacheinander an der

Unternehmensspitze standen, die

DeutscheBank vorMilliardenzahlungen

bewahrenwollen.

DasLandgericht München Ihatte

sich ein ganzes Jahr Zeit genommen,

diese Vorwürfe zu prüfen. Um dann

am 25. April 2016 zu einem klaren

Urteil zu kommen: „Keiner der Angeklagten

wollte falsche Angaben machen.“

Und weiter: „Eine entsprechende

Absprache gab es nicht.“

EinUrteilauf268Seiten,dasfürdie

obersten Strafrichter des BGH keine

Fragen offen lässt. Das Landgericht

habe „sorgfältig und eingehend begründet,

weshalb es von der Schuld

Fiat-Chrysler und PSA

jeweils im 1. Halbjahr 2019

Umsatz

in Milliarden Euro

51,22

Fiat-

Chrysler

38,34

PSA

Gewinn

in Millionen Euro

5271

Fiat-

Chrysler

2048

PSA

BLZ/GALANTY; QUELLE: GESCHÄFTSBERICHTE, DPA, FOCUS2MOVE, AFP

der Angeklagten nicht überzeugt

war“, meint der Senat. Die Beweiswürdigung

sei tragfähig. Widersprüche,Lücken

oder falsche Begründungen

gebe es nicht.

DerVorsitzendeRichterRolfRaum

braucht keine zehn Minuten, um die

Revision der Staatsanwaltschaft abzuschmettern.

Damit geht eine Geschichte

zu Ende, die fast schon unendlich

schien. Siebeginnt mit einem

InterviewBreuers am 3. Februar 2002.

Angesprochen auf die hohen SchuldendesMedienmogulsLeoKirchsagt

er damals dem Sender BloombergTV:

„Was alles man darüber lesen und hörenkann,

ist ja, dass der Finanzsektor

nicht bereit ist, auf unveränderter Basis

noch weitere Fremd- oder gar

EigenmittelzurVerfügungzustellen.“

Zwei Monate spätermuss KirchInsol-

FOTO: REGIS DUVIGNAU/AP

DieFusionbedeutetauch,dasszweitraditionsreiche

Autodynastien künftig

unter einem Dach sind. Die Familie

Peugeot, die noch ein großesAktienpaket

an PSA hält, und der Agnelli-Clan,

derbeidenItaloamerikanerndasSagen

hat.JohnElkann,Enkeldeslangjährigen

Fiat-Bosses Gianni Agnelli, soll der Vorsitzende

des Verwaltungsrats werden.

Die vielleicht wichtigste Zahl des

Megadeals: Mit dem Zusammenschluss

sollen sogenannte Synergien

vonjährlich3,7 Milliarden Euro erreicht

werden.DassindKostensenkungen,die

vorallemmiteinemgemeinsamenEinkaufvonKomponentenangestrebtwerden.

Dasgeht aber nur,wenn die FahrzeugeaufgleichenPlattformen,alsomit

weitgehend identischenBaukastensystemen

hergestellt werden.Dies hat Tavaresschon

nach der Übernahmevon

Opel vorgut zwei Jahren bei dem Rüsselsheimer

Autobauer zügig auf den

Weggebracht. DieFahrzeuge mit dem

Blitz werden künftig mit weitgehend

französischer Technik unterwegs sein.

Überdies setzte Tavaresein hartes KostensenkungsprogrammzumZweckder

Erhöhung der Effizienz durch, das auch

mit Gehaltseinbußenfür viele Beschäftigte

verbunden ist. Zugleich unterzeichneten

in den deutschen Werken

mehr6000BeschäftigteVerträgemitRegelungen

über Vorruhestand, Altersteilzeit

und Abfindungen. So hat es Opel

nach vielen Jahren mit Fehlbeträgen

wieder in die schwarzen Zahlen geschafft.

Nach Ansicht von Autoprofessor

Ferdinand Dudenhöffer von der Uni

Duisburg-Essen drohen nun weitere

Einschnitte bei dem traditionsreichen

hessischen Unternehmen. „Eine EntwicklungsabteilungwirdkünftiginRüsselsheim

nicht mehr benötigt“, sagte

Dudenhöffer.Erfragtsichauch,wasmit

den Überkapazitäten bei Opel werden

soll –Anfang Oktober wurde mangels

Arbeit imRüsselsheimer Stammwerk

Kurzarbeit eingeführt. AufAutos für die

Premiumkategorie könnten die Rüsselsheimer

jedenfalls jetzt nicht mehr

hoffen. Dafür würden wohl die Marken

Alfa Romeo und Maserati demnächst

zuständig sein, so Dudenhöffer.Esblieben

die Volumenmodellefür den Massenmarkt.

Da müsse die deutsche PSA-

Tochter aber künftig mit der internen

KonkurrenzderFiat-WerkeinItalienzurechtkommen.

Trotz des Neins zu Werksschließungen

stelltsich die Frage,was vorallem in

den kleineren Werken in Kaiserslautern

und in Eisenach künftig gefertigt werden

soll.

venzanmelden.DieSchuldwirderbis

zu seinem Tod2011 der Deutschen

Bank und Breuergeben.Esfolgt eine

Welle aufsehenerregender Prozesse.

AbschließendgeklärtwirddieSchuldfrage

nicht. Anfang 2014 einigt sich

das Geldhaus mit den Kirch-Erben

auf einen Vergleich und zahlt 925 Millionen

Euro.

Was bleibt, ist der alte Vorwurf:

Breuer habe Kirchs Kreditwürdigkeit

mit dem Interview absichtlich erschüttern

wollen –umdie ZerschlagungderMediengruppezubetreiben.

DieDeutsche Bank habe es dabei auf

dasMandat für die Umstrukturierung

abgesehengehabt.FürdasMünchner

Landgericht eine Verschwörungstheorie

ohne Grundlage. Breuer sei

vondem Reporter überrascht worden

und habe unbedacht reagiert.

Facebook verdient

glänzend

Trotz Datenskandalenund anhaltender

Kritik am Umgang mit manipulativen

Web-Inhalten hat Facebook

im dritten Quartal glänzend

verdient und Nutzer hinzugewonnen.

DerÜberschuss kletterte im

Jahresvergleich um 19 Prozent auf

6,1 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden

Euro). DerErlös wuchs –angetrieben

vonboomenden Werbeeinnahmen

–um29Prozent auf 17,7

Milliarden Dollar.Facebook übertraf

mit seinen Quartalszahlen klar

die Erwartungen der Analysten. Die

Nutzerzahl wuchs in allen Weltregionen.

Zusammen mit anderen

Angeboten wie Whatsapp oder Instagram

greifen jeden Taginzwischen

2,2 Milliarden Nutzer täglich

auf Dienste des Konzerns zu. (dpa)

DIHK fordert mehr Tempo

beim Mobilfunkausbau

Mobilfunkmast mit Antennen verschiedener

Anbieter.

FOTO: JENS BÜTTNER/ZB

DerDeutsche Industrie-und Handelskammertag

hat die Bundesregierung

zu mehr Tempo beimAusbau

des schnellen Mobilfunks aufgefordert.

„Wir müssen hierschnell vorankommen,

sonstdroht der InvestitionsstandortDeutschland

aus Sicht

der Unternehmeniminternationalen

Vergleich zurückzufallen“, sagte

DIHK-Präsident Eric Schweitzer.Die

Unternehmen seien auf einflächendeckendes

schnelles Internet angewiesen.

„Das gilt fürnahezu alle Branchen

undesgiltfür Stadtund Land

gleichermaßen. DerAusbauder Glasfaser-und

5G-Infrastruktur gehört

daher zu den zentralenwirtschaftspolitischenAufgaben

in Deutschland“,

sagteSchweitzer.Gerade in der

Industrie seienMaschinen-und Anlageninvestitionen

starkauf dieAutomatisierung

und Digitalisierung der

industriellenProduktion fokussiert.

Abnahmemenge

in Liter

HEIZÖLPREISE

Durchschnittspreis

je 100 LiterinEuro

(in Klammern Vorwoche)

1000 73,19 (74,13)

3000 68,48 (69,44)

5000 66,85 (67,79)

10 000 65,32 (66,26)

15 000 64,83 (65,87)

incl. MWSt., frei Haus an Abladestelle,

Quelle: www.dieter-maeder.de

Preisermittlung 31.10.2019


8* Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Meinung

Giffey

ZITAT

Wahlen in Zeiten

des Niedergangs

Elmar Schütze

sieht die SPD-Politikerin vorschwierigen

Entscheidungen.

Ministerin? Kanzlerkandidatin? Regierende

Bürgermeisterin? Am Tag

nach der Entscheidung der FU, ihreDoktorarbeit

zwar zu rügen aber nicht zu verwerfen,

liegen allerlei Optionen vorFranziska

Giffey. Jetzt, da ihre fast schon beendete

politische Karriere doch noch

weitergehen kann, wäre die SPD-Politikerin

aber klug beraten, sich ihre nächsten

und übernächsten Schritte unbedingt

ganz genau zu überlegen.

Es könnte der Tagkommen, an dem

sich die Politikerin, auf die viele in der

SPD ihre Hoffnung setzen, einer Wahl

stellen muss.Eswäreerst ihrezweite.Giffey

müsste also beweisen, dass sie nicht

nur Umfragen gewinnen, sondern für die

Partei auch liefern kann –und das in Zeiten

des stetigen Niedergangs der einst so

stolzen Sozialdemokratie.

Ihre erste und bisher einzige Wahl absolvierte

Franziska Giffey zur Bezirksverordnetenversammlung

von Berlin-Neukölln

im September 2016. Ein Jahr zuvor

war Bezirkslegende Heinz Buschkowsky

aus Altersgründen als Bürgermeister zurückgetreten,

seine politische Ziehtochter

Franziska Giffey übernahm mitten in der

Legislaturperiode.

Nach der Wahl stand Giffey als Hauptverliererin

und Hauptgewinnerin fest. Sie

büßte von Buschkowskys unwiederholbaren

42,8 Prozent gewaltige 12,4 Prozentpunkte

ein und holte 30,4 Prozent.

Das war freilich immer noch berlinweit

das zweitbeste SPD-Ergebnis.Giffey blieb

Neuköllner Bürgermeisterin.

Anderthalb Jahrespäter trug ihr die damalige

SPD-Chefin Andrea Nahles das

Amt der Familienministerin in der ungeliebten

Neuauflage der großen Koalition

an. Franziska Giffey schlug ein. Eine Wahl

war dafür nicht notwendig.

Autofusion

Zwei Schwache

werden nicht stark

Stefan Winter

hält das Zusammengehen vonFCA

und PSA eher für eine Notfusion.

Bei Fiat Chrysler (FCA) ist man immerhin

ehrlich: Seit Jahren macht der Autokonzernkeinen

Hehl daraus,dass er einen

Partner zum Überleben braucht. Zu

dünn ist die Finanzdecke nach vielen Krisen,

zu mager das Know-howinZukunftstechnologien,

zu schwach die Position auf

wichtigen Märkten. Nun ist man bei PSA

gelandet, dem Konzern mit den Marken

Peugeot, Citroën, DS und Opel.

Das Geschäft folgt der alten Logik der

Autobranche: Fiat Chrysler ist starkinden

USA und hat die attraktiveMarke Jeep im

Programm, PSA ist stark inEuropa und

hat das stabilere finanzielle Fundament.

Zusammen würden sie einige Lücken

schließen und auf Stückzahlen kommen,

die die Kosten senken. Es bliebe die

Schwäche in China, die beide gemeinsam

haben, und das Überangebot an Mittelklassemarken.

Dieeigentlich nötigen Einschnitte

bei Fiat wirdman wohl aus politischen

Gründen nicht wagen.

So weit die alte Logik der Autowelt.

Doch die neue fordertDigitalisierung, Vernetzung

und Elektroantrieb. Hohe Stückzahlen

sind für deren Umsetzung zwar immer

noch wichtig, aber dafür muss man

die Technologie erst einmal haben. Oder

einen Partner mit entsprechenden Stärken

finden. In der Allianz von Ford und VW

etwa steuern die Amerikaner Know-how

im autonomen Fahren und die Deutschen

die Elektroplattformbei. FCA und PSA haben

sich gegenseitig wenig zu bieten. Auf

den Zukunftsfeldern hinken beide hinterher.Und

schlimmer noch: Im Fusionsprozess

werden erst einmal andere Themen

auf der Agenda stehen. Konzerne wie VW,

Toyota und inzwischen auch wieder GeneralMotors

werden das Wachsen ihres Konkurrenten

deshalb gelassen beobachten.

Klimaschutzabkommen

Die Niederländer sind ein stolzes Volk.

Besonders stolz sind sie auf drei Dinge:

Sie haben 2001 als erstes Land weltweit die

Homo-Ehe eingeführt, was seitdem immer

wieder als Totschlagargument dafür herhalten

muss, dass die Niederländer auch in allen

anderen Belangen Toleranzweltmeister

sind. Kurioserweise höre ich auch ständig

vonHolländern, wie stolz sie auf die Qualität

ihrer Wege sind. Es erscheint mir zwar etwas

absurd, dass sich durch schlaglochfreie Straßen

solch ein gesamtgesellschaftliches Behagen

erzeugen lässt, aber ich fahre auch

kein Auto,also was weiß ich schon?

Richtig stolz sind Niederländer aber vor

allem auf ihre Englischkenntnisse. Unter allen

Nicht-Muttersprachlern sprechen sie es

weltweit am Besten, das hat wohl eine Studie

ergeben. Ich hätte die Studie, umehrlich zu

sein, nicht gebraucht, denn bei jeder erdenklichen

Gelegenheit schmieren mir meine

niederländischen Freunde aufs Brot, wie

grottenschlecht das Englisch meiner Landsleute

ist. Dass in Deutschland englische

Filme und Serien fast immer synchronisiert

werden, empfinden sie als ein Kapitalverbrechen

an der Kunst. Der Bildungsbürger aus

dem Amsterdamer Grachtengürtel konsumiert

seine seichte amerikanische Romcom

nämlich ausschließlich „OmU“, also im Original

mit Untertiteln, abgeschmeckt mit einer

ordentlichen Prise Selbstherrlichkeit.

Dass ich Synchronsprecher irgendwie auch

für Künstler halte und ein bisschen in die

deutsche Synchronstimme vonKate Winslet

Zehn Debatten in zehn Wochen.

Die Berliner Zeitung,der Tagesspiegel und die Bundeszentrale

für politische Bildung feiern30Jahre Meinungsfreiheit.

Diese Woche: Sind wir ein Land?

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de; Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung.de/meinungsfreiheit

Aus Fehlern

lernen

Jonathan Tschusch,

hat Ost-West-Eltern. Er kritisiert, dass Deutschland

immer noch nicht als Einheit gesehen wird.

KOLUMNE

Original

mit

Untertiteln

Yulian Ide

Autor

verliebt bin, lasse ich dann meistens unerwähnt.

Für übersetzte Bücher gilt übrigens dasselbe:

ein wahrer Kosmopolit liest englische

Romane nach hiesiger Auffassung im Original.

(Und japanische, arabische, französische

oder russische Bücher dann halt wohl

gar nicht.) Ich lese, höre und spreche gern

Niederländisch, ich habe die Sprache und Literatur

an der Universität studiert. Aber

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Die innerdeutsche Teilung und

Migration seit 1949, insbesondereaber

seit 1961, hat ihreSpuren

hinterlassen und ist vor allem

in Familien spürbar, die dadurch getrennt

beziehungsweise zusammengeführt

wurden. So auch in meiner Familie: MeinVater

ist in Leipzig geboren und hat einen Teil

seiner Kindheit beziehungsweise Jugend

dortverbracht. 1984 hat er mit meiner Tante

und meinen Großelterndie DDR auf legalem

Wege nach der Bewilligung eines Ausreiseantrags

verlassen. Meine Mutter ist in Solingen

geboren, dort aufgewachsen und somit

in der damaligen BRD sozialisiert. Das

Thema der Ausreise aus der DDR wurde in

meiner Kindheit gelegentlich thematisiert,

meistens auf Treffen der Familie. Eswar jedoch

zu keinem Zeitpunkt omnipräsent.

Ichbin 2002, also 13 Jahrenach dem Mauerfall,

geboren und habe von der innerdeutschen

Teilung und der Wiedervereinigung bereits

im Kindesalter in Form von Anekdoten

erzählt bekommen: Wie inder DDR gewählt

wurde,dass schon die Benutzung einer Wahlkabine

verurteilt wurde,inwieferneine staatliche

Kontrolle bei Handlungen –wie der Positionierung

der Flagge der DDR an einem Feiertag

–stattfand, aber auch, dass man wusste,

dass die zugeschickten Briefe gelesen wurden.

Mir fiel irgendwann auf, dass meine Mutter

und meinVater unterschiedliche Erfahrungen

bezüglich mancher Themen aus der Zeit ihrer

Jugend aufweisen. Teilweise gab es auch intuitiv

andereVerhaltensweisen, die ich beobachtet

habe,etwa, dass meinVater mit Gütern, die

in der DDR Luxusgüter waren, weitaus sparsamer

umgeht als meine Mutter oder auch ich.

AlsKind konnte ich diese Beobachtungen

und Erzählungen nicht einordnen. Das ist

mittlerweile anders. Denn ich nahm am Geschichtswettbewerb

des Bundespräsidenten

teil, für den ich eine Arbeit mit dem Titel „Die

politischen und sozialen Missstände in der

DDR und die daraus resultierenden Motive

einer Ausreise anhand eines Familienbeispiels“

schrieb. Bei meinen Recherchen bemerkte

ich, dass die Anekdoten im Zusammenhang

mit den politischen Missständen

in der DDR stehen, die für viele ein Ausreisemotiv

waren.

Obwohl ich eindeutig durch mein Leben

im westlichen Teil Deutschlands geprägt bin,

gibt es einige ostdeutsche Einflüsse.Die Halorenkugeln

sind in westlichen Teilen

Deutschlands tendenziell unbekannt, meine

Familie und ich kennen sie jedoch. Außerdem

besitzen wir ein DDR-Backbuch, was

wahrscheinlich nicht der Fall wäre, wenn wir

keinen Binnenmigrationshintergrund hätten.

Das mag vielleicht albern klingen, aber

es sind kleine und subtile Einflüsse in meinem

Leben, die mich an die Herkunft meiner

Familie väterlicherseits erinnern.

Ichfinde es sehr wichtig, dass sich auch die

jüngere Bevölkerung mit der innerdeutschen

Geschichte von1949 bis 1989 beschäftigt und

auch die Möglichkeit bekommt, sich damit

auseinanderzusetzen. Viele Gedenkorte bieten

diese Möglichkeiten, etwa an ehemaligen

Grenzübergängen und Museen wie das Haus

der Geschichte in Bonn, die der Öffentlichkeit

teilweise kostenlos zur Verfügung stehen. Ich

denke, dass man nicht nur aus den Ereignissen

der NS-Diktatur für den Aufbau und die

Erhaltung einer demokratischen Gesellschaft

lernen sollte.Auch die SED-Diktatur ist als solches

Negativbeispiel ebenfalls mit einzubeziehen,

um einen Staataufrechtzuerhalten bei

dem Freiheit, Würde und Gleichheit die Kernwertedarstellen.

DieRedewendung „aus Fehlern

lernen“ sollte man in der heutigen Bundesrepublik

umsetzen, beziehungsweise die

Umsetzung jener beurteilen. Allerdings kritisiere

ich die Denkweise, die Deutschland immer

noch in Ost und West einteilt. In meinen

Augen ist Deutschland heute ein Land und

Leipzig gehört für mich zum gleichen

Deutschland wieWuppertal. Mansolltenicht

in der Geschichte verharren, sondernsie vielmehr

studieren, um die Gegenwart und Zukunft

besser zu gestalten.

manchmal bekomme ich fast den Eindruck,

die Niederländer selbst hassen ihre Sprache

regelrecht, so bereitwillig, wie sie sie bei jeder

Gelegenheit, die sich ihnen bietet, ablegen

wie einen kratzigen Pullover. Kürzlich hatte

ich beruflich mit einem jungen Mann zu tun

–nennen wir ihn hier mal Joost –der erst tagelang

nicht bemerkt hat, dass ich Ausländer

bin, während wir auf Niederländisch mailten

und telefonierten. Seitdem ich meine Herkunft

aber mal beiläufig während eines Gesprächs

erwähnt habe,beginnt er jedes Telefonat

mit „Hey, this is Joost. Everything goes

well?“ Ja,Joost, super geht’s,danke der Nachfrage.Aber

hör doch bitte auf, meine Niederländischkenntnisse

mit deinem mittelmäßigen

Polder-Englisch zu beleidigen.

DieNiederländer hassen ihreSprache natürlich

nicht. Das merkt man immer dann

am deutlichsten, wenn andere genau so

achtlos mit ihr umgehen, wie sie selbst. Ständig

regen sich Amsterdamer darüber auf,

dass sie nicht mal mehr ihren Kaffee in einem

Café in ihrer Muttersprache bestellen

können, weil kaum ein Kellner in der Hauptstadt

sie beherrscht. Und wehe, türkischoder

marrokanischstämmige Jugendliche

sprechen nicht sauberstes Oranje-Nassau-

Niederländisch oder Flüchtlinge haben nach

drei Jahren im Königreich noch nicht das

umfangreiche Werk Willem Frederik Hermans

gelesen. Denn so sehr sie hier ihreUntertitel

auch lieben – den Nicht-MuttersprachlernimLand

gestehen die sonst so toleranten

Niederländer sie nicht zu.

„Wir werden mit

unseren Spenden dafür

sorgen, dass Sea-Watch ein

zusätzliches Schiff

einsetzen kann.“

Markus Dröge, Landesbischof der Evangelischen

Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische

Oberlausitz, in einem Interview mit der Märkischen

Allgemeinen Zeitung zur Seenotrettung

AUSLESE

Hart

und gemein

Der britische Premierminister Boris

Johnson wollte die vorgezogenen

Neuwahlen unbedingt. Er geht davon aus,

dass er sie gewinnt und mit einer eigenen

Mehrheit im Unterhaus endlich den Brexit

durchziehen kann. Sein Erfolg bei den

Wahlen am 12. Dezember ist aber alles

andere als ausgemacht. „Die Verschiedenheit

der einzelnen Wahlbezirke in

Kombination mit ungewöhnlich starken

Schwankungen bei der Identifizierung

von Wählern mit einer der Parteien machen

das Ergebnis am 12. Dezember weitgehend

unvorhersagbar. Der Brexit hat

herkömmliche Loyalitäten durcheinandergebracht“,

schreibt die Londoner Zeitung

Guardian.

Die bulgarische Zeitung Trud hat

nachgezählt: „Die Briten gehen zu den

Wahlurnen am 12. Dezember zum vierten

Malinden vergangenen fünf Jahren. Dies

ist eine extrem erschöpfende Übung in

parlamentarischer Demokratie.“ Dielettische

liberale Tageszeitung Diena erkennt

den besonderen britischen schwarzen

Humor in dem Wahltermin. „Sosollen die

Ergebnisse der anstehenden Parlamentswahlen

in Großbritannien am Freitag,

dem 13. Dezember,bekannt gegeben werden.“

Auch die belgischen Zeitung De Tijd

findet, dass für Boris Johnson ein Erfolg

nicht garantiert ist. „Sicher ist nur, dass

der Wahlkampf in Großbritannien hart

und gemein wird und die Gemüter noch

mehr erregen wird.“ Tobias Miller

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Lokal-Derby: Hier

trinken Unioner und

Herthaner zusammen

Seite 11

Eklat im Abgeordnetenhaus: Richter-Kandidatin der Linken fällt durch Seite 13

Stau am Funkturm-Dreieck: Umbau bringt keine Verbesserung Seite 12

Stadtbild

Eine Pizza für

Papa Punk

Christian Schwager

schaut in seinem alten Neuköllner

Kiez in die Ecken.

Erlebt. Auch in Neukölln, ja wirklich.

Wir mussten zwar sehr genau

in die Ecken sehen, mein Kumpel

und ich, aber dann haben wir ihn

gefunden, exakt so wie es im Song

von The Exploited heißt: Punks not

dead. Wirwaren im Boddin-Kiezunterwegs,

aus dem wir vor drei Jahrzehnten

weggezogen sind. Wir starteten

unweit unserer alten Mietskaserne

in einer Kneipe, aus der keine

Gentrifizierung der Welt den Punk

herauskriegt, diesen nikotingelben

Strolch. Nicht aus den Gardinen,

nicht aus der Atemluft.

Zugegeben, die Einstiegsfrage

meines Kumpels war alles andereals

Punk: „Was habt ihr denn für ein Bier

vom Fass?“ Die Antwort imTonfall

dafür vielsagend: „Kindl?“ Vonwelchem

Planeten kommt ihr beiden

Kasper denn?

Das haben wir uns im weiteren

Verlauf des Abends dann auch selbst

mehrmals gefragt. Beim zweiten

Stopp etwa in einem Laden weiter

die Straße hinauf, dessen Name

nichts zur Sache tut, aber in dem vermutlich

was mit Laptop vorkommt

oder social networking oder Hipsterbart

oder so. Den seltenen Blicken

über den Bildschirmrand hinweg

schien immerhin nicht verborgen zu

bleiben, dass wir Teile unserer Garderobe

erstmals seit 30 Jahren wieder

angelegt hatten, wobei sich dem

Augenaufschlag zufolge hier und da

der Verdacht regte,dass dies am Ausgang

der JVA Tegel passiert sein

könnte. Dabei hatte ich meine Lederjacke

extra mit Sattelseife von

Spuren der Vergangenheit befreit.

Wenigstens wurden wir am Tresen

nach Ablauf von fünf Minuten

bedient, was in den folgenden zwei

Läden nicht der Fall war und in einem

spontanen Boykott unsererseits

endete.Eine kurze Andacht vordem

Praxis-Schild unseres ehemaligen

Hausarztes führte uns vor Augen,

dass Alter erfreulicherweise relativ

ist. Hochgerechnet müsste Doc

Bleibtreu achtzig sein, doch sein

Name ist Programm. Sicher trägt er

noch den seinerzeit sehr beliebten

Herzchen-Button am weißen Kittel.

Punks not dead eben. Deshalb

auch die späte Pizza.WieSidVicious,

Urvater des Punks, indem Streifen

Sid und Nancy, nur ein bisschen anders.

Nämlich in der Trattoria unseres

Vertrauens, das diese nach wie

vorrechtfertigt. DasPreis-Leistungs-

Verhältnis macht Romina und Albano

Power mehr als wett. Ein paar

Takte schneller gedacht, ginge

Felicità ja auch als Pogo-Stück durch.

Dann allerdings unser Lieblingsschuppen

von damals. Als krönender

Höhepunkt geplant, wurde er

zum finalen Tiefschlag. Wahrscheinlich

wäscht hier neuerdings die Cosa

Nostra ihr Geld. Kein Gast, kein

Punk, nicht mal in den Ecken. Und

als wir in der Totenstille mit der Bedienung

ins Plaudernkamen und erfuhren,

dass sie vier Jahrealt war,als

wir das letzte Mal hier herauswankten,

war er fällig, der letzte Toast:

Punks not dead, sometimes.

Es wurde ja auch langsam Zeit.

Am nächsten Morgen ging mal wieder

um sechs Uhr der Wecker. Die

Kleine muss um acht in der Schule

sein. Punks not Dad. Aber das wussten

wir ja vonAnfang an.

Der Straßenstrich an der Kurfürstenstraße sorgt seit Jahren für Ärger und Diskussionsbedarf.

Angst im eigenen Haus

Der Ärger um den Straßenstrich an der Kurfürstenstraße geht weiter.NeueKonzepte stoßen auf Ablehnung

VonAnnika Leister

Seit einem Jahr gibt es den

„Runden Tisch Sexarbeit“.

Das Ziel des Gremiums: Die

angespannte Lage im Kurfürstenkiez

rund um den größten

Straßenstrich Berlins zu verbessern.

Im ersten Schritt für die Prostituierten,

im zweiten auch für Anwohner.

Jetzt sind die Experten fast am Ziel, im

November tagen sie zum sechsten

und letzten Mal. Doch vonvielen Anwohnern

ernten sie für ihre indieser

Woche veröffentlichten Pläne Kopfschütteln

und lautstarken Protest.

Undauch Sozialdienste, die mit den

Frauen arbeiten, hatten sich von der

Arbeit des Gremiums mehr erwartet.

In Garagen-Größe

Unddies sind die Pläne des Runden

Tisches: In Mitte und Tempelhof-

Schöneberg sollen zwei bis drei WCs

aufgestellt werden –Toilette und Sexkabine

in einem. Dievon Bezirksbürgermeisterin

Angelika Schöttler

(SPD) vorWochen ins Spiel gebrachte

Idee von sogenannten Verrichtungsboxen,

die nur für den Sex gedacht

sind, ist damit wieder aus dem Rennen.

In anderen Städten gibt es diese

Boxen als Verschläge in Garagen-

Größe, Freier fahren mit dem Auto

hinein, Sexfindet vonder Öffentlichkeit

abgeschirmt im Auto statt. Manche

Städte haben für den Fall eines

gewalttätigen Freiers Alarmknöpfe in

die Boxen einbauen lassen.

Die Gründe, warum der Runde

Tisch jetzt doch auf die Sexboxen verzichten

will, sind laut Schöttler vielzählig:

DerKurfürstenkiezsei zu dicht

bebaut. Für Verschläge, die groß genug

für Autos sind, sei kein Platz. Es

gebe keine kommerziellen Anbieter –

man müsste die Modelle also selbst

entwerfen und bauen. Für Eltern sei

es außerdem unangenehm, ihren

Kindern zuerklären, was es mit den

Boxen auf sich hat. Bei den Toiletten

sei das anders: „Wir wissen, dass sie

zwei Funktionen haben. Aber die

zweite muss man nicht betonen.“ In

den Toiletten solle es außerdem eine

zweite Tür geben, um in Notsituationen

einen Fluchtweg für die Frauen

zu schaffen.

Außerdem schlägt der Runde

Tisch vor, den Frauentreff Olga, wo

die Frauen duschen, essen und sich

aufhalten können, in Zukunft auch

am Wochenende zumindest für einige

Stunden geöffnet zu halten. Die

Straßen im Kurfürstenkiez sollen

häufiger gereinigt werden als bisher.

DieZahlder Sprachmittler soll erhöht

werden. Bereits bestehende Hilfsstrukturen

sollen gestärkt werden.

Nollendorfplatz

100 km

Derfflingerstr.

Bülowstr.

Bisher stehen die Pläne allerdings

noch unter Vorbehalt. Das Abgeordnetenhaus

müsse im Dezember erst

die nötigen Mittel freigeben, so

Schöttler. „Es ist fraglich, was wir finanzieren

können.“

Beieiner Infoveranstaltung für Anwohner

in dieser Woche reichten die

Reaktionen von ungläubigem Gelächter

bis hin zu lautstarkem Protest.

Viele Anwohner beklagten ähnliche

Zustände: Unbekannte aus dem

Dunstkreis des Straßenstrichs hinterließen

in ihren Hausfluren und Aufzügen

Müll, Fäkalien und Drogenbesteck.

Immer wieder würden Briefkästen,

manchmal auch Keller aufgebrochen.

Die Polizei komme zwar

rasch, greife auch durch –doch sobald

sie wegsei,fange eben alles wieder

vonvorne an. Manfühle sich unwohl

oder gar unsicher im eigenen

Magdeburger

Platz

Genthiner Str.

Kurfürstenstr.

Pohlstr.

B1

Lützowstr.

Potsdamer Str.

Kurfürstenstr.

Nelly-

Sachs-

Park

BLZ/GALANTY

Haus –und fühle sich von der Politik

im Stich gelassen, die die Lage weiterhin

verkenne.

Um gegen den Straßenstrich und

seine Folgen anzugehen, hat sich im

vergangenen Monat sogar ein neuer

Verein für Anwohner gegründet: der

„Lebenswerte Kurfürstenkiez e.V.“.

Seit zwei Jahren arbeite man schon in

einem Arbeitskreis und habe unter

anderem 1600 Unterschriften gegen

den Strich gesammelt, erklärt MitgliedWerner

Ruthenbeck. Nunakquiriere

man Mitglieder für den Verein,

rund 35 Interessenten gebe es bereits.

Die Situation im Kiez ist nach Ruthenbecks

Meinung unhaltbar und

verschlechtert sich zusehends: Weil

zurzeit auch die letzten Freiflächen

im Kiez bebaut werden und Eigentümer

immer häufiger ihre Grundstücke

einzäunen, breite sich das Sex-

Geschäft zurzeit verstärkt aus –indie

Keller, Hauseingänge und Tiefgaragen,

inzwischen bis hin zur Genthiner

Straße und ans Lützowufer.

DerVerein fordert einen SperrbezirkinBerlin

und die Verlagerung der

Prostitution in Gebiete fernab vonInnenstadt

undWohngebieten.

Positiver bewerten diejenigen die

Maßnahmen des Runden Tisches,die

täglich mit den Frauen arbeiten: Von

einem „Schritt in die richtige Richtung“

spricht Lonneke Schmidt-Bink

DPA/WOLFGANG KUMM

vom Frauentreff Olga, der zentralen

Anlaufstelle für Prostituierte. Sie saß

mit am Runden Tisch und freut sich,

dass bestehende Hilfsangebote weiter

gefördertwerden und Olga in Zukunft

auch am Wochenende öffnen

soll. „Am Wochenende gibt es für die

Frauen bisher kaum Angebote“, so

Schmidt-Bink. „So können wir mehr

Frauen erreichen.“

Doch auch Schmidt-Bink übt Kritik

–vor allem an der Zweckentfremdung

von Toiletten als Sexkabinen.

„Toiletten sind keine Verrichtungsorte,

sie werden zweckentfremdet“,

so Schmidt-Bink. „Wir hatten auf die

Verrichtungsboxen gehofft.“ In den

Toiletten seien keine Alarmknöpfe

geplant, keine Aufsicht vorgesehen.

Gereinigt werden sollen sie einmal

proTag. „Wir hätten uns noch sauberere

und sicherereOrtefür die Frauen

gewünscht.“

Für die Tempelhof-Schöneberger

Bezirksbürgermeisterin ist die

scharfe Kritik der Anwohner keine

Überraschung. Sie ist seit vielen Jahren

inunterschiedlichen Ämtern für

den Kurfürstenkiez zuständig: „Das

ist kein Gewinnerthema.“ Schöttler

lehnt einen Sperrbezirk–wiefast alle

politischen Parteien –strikt ab. Für

die Sicherheit in den Wohnhäusern

seien die Wohnungsunternehmen

zuständig –imFall eines Hauses will

Schöttler jetzt mit dem Eigentümer

sprechen und auf Besserung dringen.

Man könne nur „viele, kleine

Schritte“ machen, so Schöttler.

Ob das genügen wird? Schließlich

ist der Kiez im Umbruch und steht

schon vor der nächsten großen Herausforderung:

Das Sexkaufhaus LSD

soll abgerissen werden. Damit verschwinden

auch diegünstigenVideokabinen,

in die sich Prostituierte

günstig füreine halbe Stunde einmietenkönnen.

Denbestehenden Kampf

um den öffentlichen Raum wird das

verschärfen.

Annika Leister

glaubt, dass der Ärger im

Kurfürstenkiez noch wächst

NACHRICHTEN

App Kita-Navigator wird am

6. November vorgestellt

Diehandschriftlichen Wartelisten in

den Kindertagesstätten sollen bald

ausgedient haben: Dieneue App

Kita-Navigator soll Elternzeigen, wo

freie Plätzeexistieren. „Und man

kann über dieses Portal auch Anfragen

an die einzelnen Kita-Tageseinrichtungen

stellen“, sagte Bildungssenatorin

SandraScheeres (SPD) am

Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

DieApp solle am 6. November vorgestellt

werden. (dpa)

Warnstreik in Zoo, Tierpark

und Aquarium

Mehr als 100 Beschäftigte vonZoo,

Tierparkund Aquarium haben sich

am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben

an einem Warnstreik

beteiligt. DerKommunale Arbeitgeberverband

Berlin (KAV)reagierte

mit Unverständnis.„AusArbeitgebersicht

sind wir gemeinsam

auf einem gutenWeg“, teilte KAV-Geschäftsführerin

Claudia Pfeiffer mit.

DerVerband gehe daher voneiner

schnellen Einigung aus.Personalleiterin

Adriane Simaitis stellt den Beschäftigten

demnach „Entgeltsteigerungen

vonbis zu fünf Prozent“ in

Aussicht. DieGewerkschaft fordert

eine Erhöhung um 200 Euro proMonat

für die Beschäftigten. (dpa)

Weniger Steuereinnahmen

als erwartet

Finanzsenator Matthias Kollatz

(SPD) geht davon aus,dass Berlin

wegen der schwächelnden Konjunktur

in den Jahren 2020 und 2021 um

161 Millionen Euro beziehungsweise

182 Millionen Euro weniger Steuern

einnimmt als bisher prognostiziert.

„Gegenüber den vergangenen Jahrenentwickelt

sich die Konjunktur

ungünstiger“, erklärte Kollatz zu der

neuen Steuerschätzung am Donnerstag.

„Berlin hatte diese Entwicklung

im Rahmen des Haushaltsaufstellungsprozesses

2020/2021 berücksichtigt.“

(dpa)

Notübernachtung in früherer

Gerhart-Hauptmann-Schule

Vondiesem Freitag an baut das Kältehilfe-Netzwerkdas

Angebot an

Notübernachtungen für Obdachlose

deutlich aus.Die Zahl der verfügbarenÜbernachtungsplätzeimWarmen

wachse auf 1018, sagte Regina

Kneiding vonder Senatsverwaltung

für Soziales.Das ist mehr als doppelt

so viel wie im Durchschnitt der letzten

Oktoberwoche (430). Zu den Unterkünften,

die nun in die Saison

starten, zählt zum Beispiel die mit

100 Plätzen große Notübernachtung

in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule

in Kreuzberg, wie die

Johanniter am Donnerstag ankündigten.

Für den Betrieb würden noch

ehrenamtliche Helfer gesucht. (dpa)

Betten statt Schreibtische in der früheren

Gerhart-Hauptmann-Schule DPA/SOEDER


10 Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Berlin

BANK ATM

DER PERFEKTE RUHESTAND


1

2

3

Teil 1: Kassensturz kurz vor der Rente ● Teil 2: Wasbleibt im Portemonnaie ● Teil 3: Wohnen im Alter ● Teil 4: Fitbleiben ● Teil 5: Jede Menge Freizeit ● Teil 6: Alter und Liebe

BLZ/GALANTY

Ein Blog als

Brücke in den

Ruhestand

Gül Oswatitsch schreibt für

Leser 50+ Artikel im Netz

Ein Herbstfoto mit grünen und

braunen Blättern begrüßt den

Leser, wenn er die Internetadresse

berlinab50.com aufruft. „Herbst ist

eine der schönsten Jahreszeiten –

bunt, üppig und voll Genuss!“ heißt

es im Blog-Text. Hier schreibt jemand

von den angenehmen Seiten

des Lebens. Gül Oswatitsch, die Verfasserin

des Blogs, sagt: „Meine Inhalte

sind meine Interessen und das,

vondem ich glaube,dass es wert und

wichtig ist, in die Welt hinausposaunt

zu werden.“

Die ehemalige Dramaturgin und

Redakteurin beim Fernsehen wurde

zufällig Bloggerin. Eine Mitarbeiterindes

Bezirksamts Charlottenburg-

Wilmersdorffragte die 65-Jährige vor

sechs Jahren, ob sie nicht Lust hätte,

ehrenamtlich bei dem zunächst geförderten

Projekt mitzumachen.

Mittlerweile ist das Amt ausgestiegen

und Oswatitsch führt den Blog

weiter.

Im Bode-Museum: Gül Oswatitsch auf Recherche

im James-Simon-Kabinett. PRIVAT

EinBekannter und sie befüllen zu

zweit den Blog. Ein Post pro Woche

ist ihr Ziel und auch ihr Wunsch. Es

sei ein Ansporn, mit offenen Augen

durch die Stadt zu gehen, denn der

Blog solle seine Leser informieren,

sagt sie. Kultur interessiert Oswatitsch

besonders.Kürzlich entdeckte

sie die „Kunstlektionen“ in der Gemäldegalerie,

über die sie begeistert

einen Eintrag verfasste. Mindestens

einmal wöchentlich geht sie zu Führungen

ins Kulturforum.

Im Blog spielen neben den Texten

die Bilder eine große Rolle.„Ich mache

viele Fotos und manchmal inspiriert

mich auch ein Bild zu einem

Post“, sagt sie. Als ehemalige Fernsehmacherin

hat sie einen geschulten

Blick. „Ein bis zwei Tage die Woche

widme ich dem Blog“, sagt sie.

Die technische Seite sei dabei kein

Problem. „Man braucht Geduld, Zeit

und das Interesse.“

Rund 350 regelmäßige Leser,

meist im Rentenalter, hat der Blog.

Nicht sehr viele, aber doch eine Leserschar,

die bedient werden will.

Anzeigen gibt es keine. „Das würde

mich einengen“, sagt sie. Der Blog

war für Oswatitsch auch eine Hilfestellung

beim Übergang in den Ruhestand,

der für sie mit 63,5 Jahren

begann. „Wenn mich niemand sonst

braucht, der Blog braucht mich“,

sagt sie.Das sei eine gute Brücke gewesen.

(mec.)

GülOswatitschs Blog: www.berlinab50.com

Ihr Motto ist Machen

Kaffeekränzchen kommen für Brigitte Gloger nicht infrage. Sie ist im Verein aktiv und liest Kindern vor

VonMechthild Henneke

Brigitte Glogers Rezept für

Lebensfreude ist einfach:

„Ich umgebe mich mit jungen

Menschen.“ Die Berlinerin

guckt selten fern, geht nie zu

Kaffeekränzchen oder zum Seniorensport

und spricht über keine Malaisen.„Mein

Thema ist das Leben“, sagt

die 73-Jährige aus Pankow. DerRuhestand

ist ihr eine Herausforderung,

der sie sich immer wieder stellt.

Zum Beispiel in ihrem Ehrenamt

als „Lesepatin“ an einer Grundschule.

Jede Woche fährt die elegant

gekleidete Frau in den Wedding und

übt mit den Schülern das Lesen. Da

kommt die Büroleiterin, die Gloger

in ihrem Arbeitsleben war, durch:

„Still sitzen und nicht mit den Füßen

wackeln“, lautet ihre Ansage. Die

richtige Haltung ist für die Atmung

und die Stimme entscheidend, sagt

sie energisch.

Brigitte Gloger legt ein Buch auf

den Tisch und die Kinder müssen

vorlesen. Sie haben häufig Migrationshintergrund

oder sind Flüchtlinge.

Inder Geschichte über magische

Tinte,die sie diese Woche vorlesen

ließ, kam das Wort „Untergrund“

vor. „Was ist das?“, fragte Gloger.„Ein

Bunker?“, fragte ein Kind.

VonSchülernlernen

„Ich lerne viel von den Schülern“,

sagt sie. Über den Islam wusste sie

wenig, bevor sie im Jahr 2011 Lesepatin

wurde.Die Kinder erzählen ihr

begeistert unter anderem vom Zuckerfest

und von Beschneidungsfeiern

und zeigen ihr Fotos. „Die Jungen

werden auf diesen Feiern ausstaffiert

wie kleine Prinzen“, sagt

Gloger. Sie nimmt alles auf, macht

sich Gedanken, freut sich auf die

Mädchen und Jungen, wie die Kinder

auf sie.Sie will den Kindernnoch

mehr geben. Deshalb organisiert sie

Besuche mit ihnen im Planetarium,

im Friedrichstadt-Palast oder sogar

in der Staatsoper. Die ältere Dame

hat Beziehungen. Lesepatin ist nur

eine ihrer Beschäftigungen.

Seit zehn Jahren arbeitet sie außerdem

im „Verein für Pankow“ mit,

fünf Jahre als Schatzmeisterin, seit

2014 als Büroleiterin der Geschäftsstelle.Der

Bürgerverein ist ein Netzwerk

von Geschäftsleuten und Privatpersonen,

die sich um das Gemeinwohl

im Bezirk kümmern. Er

organisiertFeste wie „Jazz im Park“,

Ausstellungen und Veranstaltungen.

Mittendrin ist Brigitte Gloger.

„Standarbeit macht mir Spaß“, sagt

sie und fügt mit einem Augenzwin-

Arbeitende Rentner in Deutschland

Zahl der erwerbstätigen Rentner in Tausend

534

578 584

Brigitte Gloger geht selbstbewusst durch ihre Ruhestandsjahre.

ODER DOCH NOCH EIN BISSCHEN ARBEITEN

SABINE GUDATH

Weiterarbeiten: Werseine reguläre Rente später in Anspruch nehmen und eine Zeit lang weiterarbeiten

möchte, wird vonder Rentenversicherung belohnt. Für jeden Monat, den er oder

sie weiter arbeitet und keine Rente bezieht, gibt es einen Rentenzuschlag von0,5 Prozent.

Rentenzuschlag: Die Rente um ein Jahr hinauszuschieben, bedeutet einen Zuschlag von

sechs Prozent. Zusätzlich erhöht sich die Rente durch die laufende Beitragszahlung zur Rentenversicherung.Beiträgezur

Arbeitslosenversicherung müssen nicht mehr gezahlt werden.

Beispiel: Bernd H. ist Durchschnittsverdiener.Erist 1954 geboren und erreicht seine Regelaltersgrenze

mit 65 Jahren und acht Monaten. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er 45 Jahre lang

Beiträgegezahlt. Er würde aktuell eine Bruttorente von1487,25 Euro in den alten Bundesländernerhalten.

Schiebt er seinen Rentenbeginn um zwei Jahre hinaus und arbeitet weiter

wie vorher,erhöht sich seine Rente nach heutigen Werten auf 1739,75 Euro. Das ist eine

Steigerung um rund 17 Prozent.

701

812 847

’00 ’01 ’02 ’03 ’04 ’05 ’06 ’07 ’08 ’09 ’10 ’11 ’12 ’13 ’14 ’15 ’16 ’17 ’18

1097

1235

1403

1445

kern hinzu: „Ich quatsche den ganzen

Tag.“ Mit Besuchern zu sprechen,

Spenden einzuwerben und

sich um die Mitglieder zu kümmern,

darin geht sie auf. Sie strahlt

Disziplin und eine natürliche Autorität

aus. Wosie ist, herrscht Ordnung.

Die zart gebaute Frau hat es gelernt,

ihren Wegzugehen. Ihr Vater

und ihre Mutter lebten mit jeweils

neuen Familien in West-Berlin und

Westdeutschland, während sie bei

den Großeltern im Ostteil Berlins

blieb. Im VEB Stahlwerk- und Walzwerk

Hennigsdorf lernte sie, neun

Jahre hat sie beim VEB Minol Berlin

gearbeitet, dem großen und einzigen

Mineralölbetrieb der DDR. Lange

Jahre war sie dort die rechte Hand

des Betriebsdirektors. Nach der

Wende wechselte sie die Unternehmen

und arbeitete bis zum Eintritt

der Rente bei einer Tochterfirma der

Deutschen Bahn.

Ruhe-Inseln sind wichtig

Eigentlich nicht verwunderlich, dass

der Ruhestandfür sie kein Ausruhen

bedeutet: Schöffin und Vollzugshelferin

sind weitereAktivitäten, die sie

in ihrer Zeit als Rentnerin aufnahm.

Für ersteres ist sie heute zu alt, denn

70 Jahreist die Altersgrenze, letzteres

lässt sie zurzeit ruhen. Der Strafgefangene,

den sie lange betreute, ist

rückfällig geworden. „Erist wieder in

Haft und hat mich als Helferin angefordert,

aber ich möchte im Moment

nicht“, sagt sie.

Ruhe-Inseln benötigt Brigitte

Gloger auch. EinHandy hat sie nicht

und ihreWohnung in Pankow ist ihr

Reich, in dem sie Kraft tankt. Manchmal

fährtsie mit ihrer Tochter, die sie

allein großgezogen hat, in den Urlaub.

Das schafft ihr Erinnerungen,

von denen sie lange zehrt. Ein Urlaub

hat sie nach Tansania geführt.

„Wenn ich mich mal nicht gut fühle,

denke ich daran, wie ich in Afrika

war. Morgens habe ich aus der Tür

geblickt und den Kilimandscharogesehen“,

sagt sie dankbar.

Sie wird nachdenklich. „Es ist ein

merkwürdiges Gefühl zu wissen: Es

ist der letzte Abschnitt des Lebens“,

sagt sie,„ich will mir nicht sagen: Ich

habe es nicht versucht!“ Nurauf dem

Sofa zu sitzen, kommt für sie nicht

infrage. „Machen“, lautet auch ihre

Empfehlung an andere. „Insich reingucken

und rausfinden, was einem

gefällt, wozu man Lust hatund dann

los“, sagt sie. Auf ihrer eigenen Entdeckungsreise

ins Alter lässt sich Brigitte

Gloger auf jeden Fall nicht aufhalten.

Rentner 2018

erwerbstätig

8%

insgesamt

18 124

Tausend

nicht erwerbstätig

92 %

BLZ/GALANTY; QUELLE: STATISTISCHES BUNDESAMT, DPA

Einmal einen

Schlager solo

vortragen

Hans-Joachim Lampe

macht Musik und singt

Mit dem Ruhestand kehrte die

Musik in Hans-Joachim Lampes

Leben zurück. Als Kind hatte er

Klavier gelernt, als Student in Beatbands

gespielt. Doch als er mit

26 Jahren als Maschinenbaukonstrukteur

im VEB Kombinat Dampferzeugerbau

in Berlin anfing, wurde

ihm die Musik zu viel. Er gab das Musizieren

auf. Nach der Wende

schaffte Lampe sich ein E-Piano Roland

RD-300 an und fing langsam

wieder an. 2003 trat er einem Chor

bei, wo er als zweiter Tenor die hohen

Töne zum Schwingen bringt

und 2013, drei Jahrenach Beginn seines

Ruhestands,ging es richtiglos.

Achim Lampe, wie er genannt

wird, trat in Köpenick einem Orchester

als Pianist bei und wurde Mitglied

eines Gesangs-Sextetts. Jetzt, mit 74

Jahren, ist er so aktiv wie nie zuvor:

„Ich habe drei Proben in der Woche:

montags gehe ich zum Kiezorchester

Wendenschloss, dienstags singe ich

bei der Cöpenicker Liedertafel 1875

und freitags beim Bären-Sextett von

Hirschgarten.“

Klavierspielen und Singen -– bei Achim

Lampe sind alle Tage voller Musik. PRIVAT

Am Wochenende gibt es Aufführungen

und hin und wieder Reisen

des Chors oder Orchesters. In der

Woche schreibt Lampe am Computer

Noten und überarbeitet alte

Songs. Berliner Lieder von Anfang

des 20. Jahrhunderts gefallen ihm,

Stimmungslieder, aber auch Adaptionen

vonHits vonSantiano.

„Musik macht einfach Spaß! Man

sitzt nicht den ganzen Tag in der

Ecke und überlegt, wie man den Tag

rumbringt“, sagt der sympathische

Rentner. Und bei Aufführungen mache

man anderen Menschen zudem

noch eine Freude.Allerdings –das ist

ihm wichtig –ist Musik nicht sein

einziges Hobby. Er liebt seine Familie,

hat einen Garten und hat eine

Simson-Schwalbe wieder aufgebaut,

mit der er im Sommer herumkurvt.

Die Musikalität hat er von seiner

Mutter,sagt Lampe.Erselbst sei kein

Solist und doch sei es ein Traum, einmal

ein Lied allein zu singen. Zurzeit

bearbeitet er den alten Schlager„Das

Sumpfhuhn“ von1905, in dem es um

einen zechfreudigen Berliner geht,

der die Nächte durchmacht. Das

Lied vorPublikum vorzutragen, wäre

sein Ziel. Eines, das in erreichbare

Nähe gerückt ist. Denn bei einer

Kiezfeier wirdLampe demnächst mit

seinen Freunden auftreten. Das

könnte der richtige Moment für das

Solo sein. (mec.)


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 11 *

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Berlin

Tipps der Promis

Tipps der Promis

1:1

2:1

Gayle Tufts,

Entertainerin

„Eigentlich bin ich Fan

vonWerder Bremen, was dramatisch

und oft auch deprimierend ist.

Ich finde Fußball toll, das ist so

ein ästhetisches Spiel. Cool, dass es ein

Derbyinder Alten Försterei gibt. Das ist

so, als ob Madonna nicht in der

Mercedes-Benz-Arena spielt, sondern

im Hebbel-Theater.Ich tippe, dass das

Spiel 1:1 ausgeht und

freue mich schon auf die

Bundesliga-Konferenz im Info-Radio.“

3:1

GregorGysi,

Linken-Politiker

„3:1 für Union.

Schon deshalb,weil Hertha wohl Angst

vordem Osten hat.“

2:1

Pierre Besson,

Schauspieler

„Mir als Köpenicker liegen

die Eisernen ziemlich am Herzen.

Die Stimmung ist nach dem Weiterkommen

im Pokal hervorragend und man

hat einen Taglänger Pause.

An der Alten Försterei sollte Hertha keine

Sonne sehen. Die besten Fans der

Stadt werden maßgeblich zum verdienten

2:1-Erfolg Unions beitragen und dann

wird ganz Berlin feiern!“

Der WirtFrank Schafforsvon der Fankneipe „Schwarze Hexe“ in der Paul-Robeson-Straße in Prenzlauer Berg.

Eine für alle

In der Fußballkneipe „Schwarze Hexe“ sind Unioner und Herthaner gleichermaßen willkommen

VonMikeWilms

Zwei Herzen schlagen in der

Brust von Frank Schaffors.

Der Wirt der Fußballkneipe

„Schwarze Hexe“ ist Union-

Fan, aber Hertha-Fans sind bei ihm

genauso willkommen wie Anhänger

der Eisernen. „Zu DDR-Zeiten gab es

über die Mauer hinweg eine Fan-

Freundschaft zwischen den Klubs“,

sagt der gebürtige Ost-Berliner. Diesen

alten Geist der Brüderlichkeit will

er in seiner Kneipe in Prenzlauer Berg

am Leben erhalten. Dass Union und

Hertha an diesem Sonnabend erstmals

zum Bundesliga-Derby aufeinandertreffen,

ist für Schaffors etwas

Besonderes.

Fahnen für beide Teams

Links und rechts der Eingangstür hat

Schaffors bereits am Donnerstag zwei

große Fahnen angebracht. Eine rotweiße

Union-Fahne und eine blauweiße

Hertha-Fahne wehen an der

Hausfassade. „Das erinnert mich an

das legendäreFreundschaftsspiel von

1990, zweieinhalb Monate nach dem

Fall der Mauer“, sagt Schaffors. Er

stand selbst als Union-Fan im Olympiastadion,

als Union und Hertha am

27. Januar 1990 vor 51270 Zuschauern

aufeinandertrafen. „Fast 30 Jahre

später kommt nun wieder so ein historisches

Spiel zustande“, sagt Schaffors.

„Nur werde ich dieses Mal am

Tresen stehen und Bier zapfen.“

Der Wirt rechnet damit, dass an

diesem Sonnabend 60 Prozent seiner

Polizei-Großaufgebot: Die

Berliner Polizei wird am

Sonnabend nach eigenen

Angaben mit 1500 Kräften

in der Stadt unterwegs sein.

„Wie sich diese verteilen

hängt vomTagesverlauf ab“,

sagte eine Polizeisprecherin.

Gäste Union-Fans und 40 Prozent

Hertha-Fans sein werden. Sein Lokal,

die „Schwarze Hexe“ in der Paul-Robeson-Straße,

befindet sich nur wenige

HundertMeter vomehemaligen

Grenzübergang Bornholmer Straße

entfernt. Zum einstigen Hertha-Stadion,

der Plumpe,inGesundbrunnen

ist es ein Kilometer.„Es gibt hier Fans

beider Teams und alle Kneipenbesucher

wissen, dass man bei mir auf

beide Fraktionen trifft“, sagt Schaffors.Wie

an jedem Bundesliga-Spieltag

seit 16 Jahren wird eramSonnabend

die Großleinwand aufbauen

und Fußball zeigen.

An den gelb gestrichenen Wänden

der Kneipe hängen Union- und Hertha-Schals,

aber auch Schals anderer

Bundesligavereine – Borussia Dortmund,

Borussia Mönchengladbach,

Werder Bremen. „Durch die Zugezogenen

wirddie Berliner Fußball- und

ERHÖHTES RISKIO

Gefährder-Ansprachen: Die

Polizei hält dasDerbyfür eine

Veranstaltung mit erhöhtem

Risikound will die Fanlager

voneinander getrennt halten.

„Wir habenGefährderansprachen

im zweistelligenBereich

durchgeführt.“

Alkohol-Verbot: Für das ausverkaufteStadion

wurde ein

Alkoholverbotfestgelegt,so

derUnion-Pressesprecher.

22 000 Tickets seien vergebenworden.

2500 Hertha-

Fans würdenimStadion An

der Alten Förstereierwartet.

Fankultur immer vielfältiger“, sagt

Schaffors. Dies bemerke er auch an

seinem Kneipenpublikum, das friedlich

und ohne Aggressionen auf

„Fremd-Fans“ reagiere. „Diese eingeübte

Toleranz stimmt mich zuversichtlich,

dass es auch beim ersten

Bundesliga-Derby von Union und

Hertha keinen Streit und keine Probleme

geben wird“, sagt Schaffors.In

der „Schwarzen Hexe“ würde im

Höchstfall lautstarkdiskutiert.

Fachsimpelei unter Freunden

ANDREAS KLUG

Über die Frage,wie das Spiel ausgeht,

fachsimpelt Union-Fan Schaffors am

Tresen mit einem alten Bekannten.

Rainer Kant ist Spielautomaten-Aufsteller

und kümmertsich um die Geräte

in der Kneipe.„Wie esder Zufall

will, bin ich Hertha-Fan aus Lichterfelde

und häufig anderer Meinung als

derWirt“, sagt Kant. Im Fall des bevorstehenden

Lokalderbys gestehe er

aber zu, dass Hertha nach dem Pokalspiel

gegen Dynamo Dresden in dieserWoche

noch ziemlich geschlaucht

sein dürfte. Ertippe deshalb ein 2:2-

Unentschieden für das Lokalderby

am Sonnabend.

Wirt Schaffors ist ein Entgegenkommen

in dieser Frage fremd. Er ist

Union-Mitglied seit 1966 und Aktionär

des Klubs. Erspielte selbst Fußball

im Osten, als Hobby-Kicker bei

Blau-Weiß Friedrichshain, und absolvierte

eine Schiedsrichter-Ausbildung.

Er war Dauergast im Union-

Stadion und, obwohl hauptberuflich

Wirtschaftskaufmann bei der HO,im

Herzen vor allem immer Union-Fan.

„Ich bin mir bei aller Toleranz gegenüber

Hertha sicher, dass Union das

Derby mit 2:1 gewinnt“, sagt Schaffors.

Union habe in der Alten Försterei

den Heimvorteil und grundsätzlich

die größereLeidenschaft. Außerdem

habe die Mannschaft zuletzt gegen

Bayern München und Freiburg

ihreTopformunter Beweis gestellt.

So ganz ernst nehmen Schaffors

und Kant ihre Fachsimpelei nicht.

Aber es fühlt sich, seit Union in der

Ersten Liga spielt, endlich wieder

spannend an, über Fußball zu diskutieren.

„Ich glaube zwar nicht, dass

die alten Zeiten wiederkommen, in

denen die verbindende Maxime von

Ost-Fans und West-Fans ,Eisern Berlin’

war“, sagt Schaffors. Aber in der

„SchwarzenHexe“ sei man bereit dafür,

esnoch einmal miteinander zu

versuchen.

IMAGO IMAGES (6)

Alice Brauner,

Filmproduzentin

„Eigentlich bin ich ja Hertha-Fan.

Aber Union habe ich jetzt auch schon ein

paarmal spielen sehen und finde, die

kämpfen noch viel härter als die Hertha.

Diesen Kampfgeist bewundere ich. 3:1 gegenFreiburg

im Pokal! Mein Herz schlägt im

Derbyalso für den Underdog,der sich mit

so viel Leidenschaft und tollen Fans in die

Bundesligahochgearbeitet hat. Mein Tipp:

Das Derbygewinnt Union 2:1.“

2:1

Wolfgang Thierse,

Bundestagspräsident a. D.

„Derbys sind immer etwas Besonderes und

nehmen meist einen überraschenden Verlauf.

Union war immer sehr stark, wenn’s

gegenHertha ging,vermutlich wird das

auch diesmal so sein. Also 2:1 für Union.“

2:3

Frank Zander,

Sänger der Hertha-Hymne

„Ich stelle mir vor,

in der 80. Minute steht es noch unentschieden

2:2 und dann schießt Hertha in den

letzten Minuten noch ein Tor.

Also 3:2 für Hertha. Wenn nichts schiefgeht,

wird man sich auch ganz gut verstehen.

Es gibt vielleicht draußen Rangeleien,

aber die sind nicht der Rede wert.

Das wird ein tolles Spiel, es wird übervoll

sein und Hertha wird gewinnen.“

BERLIN MESSEN Messe Reise &Gesundheit

berlinmessen.de/tickets

2. und3.November 2019,10–17 Uhr

Cafe Moskau


12 * Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Berlin

Heute Stau –morgen Stau

Der Umbau des Autobahndreiecks Funkturm wird mindestens sieben Jahre dauern. Leistungsfähiger wird der Knotenpunkt aber nicht

VonPeter Neumann

Ein paar Jahrenoch, dann ist

es so weit. In den 2020er-

Jahren wird ein großer Teil

des Berliner Autobahnnetzes

zur Großbaustelle.Von Heiligensee

im Norden bis Halensee im Süden

müssen Kraftfahrer mit Bauarbeiten

rechnen. Am Donnerstag informierte

die Planungsgesellschaft

Deges in der Urania über ein wichtiges

Teilprojekt: den Umbau des Dreiecks

Funkturm. „Auf die gesamte

Stadt kommt eine gewisse Belastung

zu“, kündigte Bereichsleiter Andreas

Irngartinger an. Eine Untertreibung.

BurkhardPott, der das Projekt leitet,

redete nicht lange um den heißen

Brei herum. Für den Knotenpunkt

am ICC, an dem die Avus auf

den Stadtring trifft, sei das „Ende der

Restnutzungsdauer“ in Sicht, stellte

der Bauingenieur trocken fest.

In der Umgebung wird’sleiser

Potts Bilanz lässt ahnen, wie lange

auch dieserTeil der Infrastruktur vernachlässigt

worden ist. So gelten für

fünf der 25 Brücken Einschränkungen

wie Tempo- oder Lastbegrenzungen.

Für vier Brücken besteht

„kurzfristig Handlungsbedarf“. Vor

sechs Jahrzehnten rechneten die

Planer mit rund 20 000 Kraftfahrzeugen

proTag. Heute sind es im Schnitt

230 000, darunter 12 000 Lastwagen.

Künftig verläuft die Avus über den

heutigen Rasthof-Parkplatz –neben

Wo die Avus die A100 umarmt: Das Dreieck FunkturminCharlottenburg wird umgebaut. Dadurch wird Platz frei –zum Beispiel für neue Wohn- und Bürohäuser.

Spree

Rudolf-Wissell-

Brücke

Heerstr. Bismarckstr.

Grunewald

500 m

Charlottenburg

Spandauer Damm

A115

ICC

A111

A100

A100

Autobahndreieck

Funkturm

Moabit

Großer

Stern

BLZ/HECHER

IMAGO IMAGES/SCHÖNING

dem denkmalgeschützten Motel,

das wie die Avus-Tribüne erhalten

bleibt. Details, die Ortsunkundigen

oft Angstschweiß auf die Stirn treiben,

werden verändert. So sollen

Ein- und Ausfädelspuren verlängert

und für Tempo 60 ausgelegt werden.

Obwohl erwartet wird, dass der

Verkehr bis 2030 auf 250 000 Kraftfahrzeuge

pro Tag zunimmt, soll die

Leistungsfähigkeit nicht steigen.

Eine Kapazitätserweiterung sei für

den Senat politisch kein Thema, hieß

es bei der Deges. Esgebe auch verkehrliche

Argumente, fügte Irgartinger

hinzu.„Zwar könnte man theoretisch

die Kapazität des Dreiecks erhöhen.

Aber das wärenicht sinnvoll,

solange man das Berliner Autobahnnetz

nicht auch anderswo ausbaut.“

„Bereits jetzt beeinträchtigen die

Avus und die Jafféstraße die Wohnsituation

im Eichkamp“, sagte Detlev

Ratjen vom Siedlerverein. Skeptisch

sehen die Anwohner den Plan, die

Anschlussstelle Messedamm zu verlegen

und neben der Siedlung neu zu

bauen. Wie berichtet wollen die Planer

und der Senat ihnen zusätzliche

Lärmbelastungen ersparen, indem

dort der Verkehr unter der Avus hindurchgeführt

wird. „Eine Unterführung

ist unsereVorzugsvariante“, bekräftigte

Pott. Doch die Siedler bleiben

„sehr misstrauisch“, so Ratjen.

Eine Brücke dürfe es nicht geben.

UntermStrich werdedie Lärmbelastung

sinken –nahe der Dernburgstraße,

wo erstmals Lärmschutzwände

entstehen, um bis zu acht Dezibel,

so die Deges. Neue Schallbarrieren

entstehen auch entlang der

Siedlung Eichkamp, die Wände an

der Jafféstraße werden um einen Meter

erhöht. Ein Bürgertelefon ist täglich

von8bis 20 Uhrunter der Nummer

(0800) 58 95 24 79 erreichbar.

Sperrungen bei der Bahn

Angesichts des rasant steigenden

Baupreise rechnen die Planer damit,

dass die Kosten deutlich über der

jüngsten Schätzung in Höhe von295

Millionen Euro liegen werden. Wie

berichtet können die Arbeiten frühestens

2023 beginnen. Geschätzte

Dauer: mindestens siebenJahre.

Auch S-Bahn- und andere Fahrgäste

bekommen das Projektzuspüren

–inForm von Sperrungen. Sie

sollen aber jeweils nur wenige Tage

dauern, maximal eine Woche. Die

Einschränkungen für die Kraftfahrer

sollen sich ebenfalls in Grenzen halten.

So werde parallel zur A100 eine

Behelfsautobahn gebaut, die ebenfalls

drei Fahrstreifen pro Richtung

erhält. „Die rechnerische Leistungsfähigkeit

bleibt erhalten“, sagte Pott.

„In diesem Bereich stehen Sie

schon heute morgens im Stau“, so

Andreas Irngartinger.„Künftig auch.

Aber dann an einer Baustelle.“

Gratis für Sie:

Die aktuelle „digito“ jeden ersten

Sonnabend imMonat inder Berliner Zeitung!

Morgen in

der Berliner

Zeitung

Gut angenommen

Vier Notfallpraxen sorgen für Entspannung im Gedränge

um die Rettungsstellen. Neue sollen hinzukommen

VonGerhard Lehrke

Die Rettungsstellen der Berliner

Kliniken kranken seit Jahren an

Überlastung. Sind die Arztpraxen

der Stadt am Wochenende geschlossen,

suchen Patienten in den KrankenhäusernHilfe,häufig

auch, wenn

das gar nicht notwendig ist. Dann

müssen die Patienten oft stundenlang

auf einen Arzt warten. Ärzte,

Schwesternund Pfleger haben weniger

Zeit, sich um die heiklen Fälle zu

kümmern, die von der Feuerwehr

eingeliefert werden. Doch Entspannung

ist in Sicht. Die Zahl der seit

2016 eingerichteten Notdienstpraxen

der Kassenärztlichen Vereinigung

(KV), die den Rettungsstellen

angegliedertsind, wächst.

Seit Ende September arbeiten

niedergelassene Ärzte, inder Regel

internistische Hausärzte, freiwillig

freitags (15-21 Uhr), sonnabends,

sonn- und feiertags (9-21 Uhr) in der

neuen Notdienstpraxis an der Rettungsstelle

der Vivantes-Klinik im

Friedrichshain. Dort herrscht oft gerade

am Wochenende Gedränge: Mit

60 000 Fällen im Jahr (plus 17 000 in

der Kinderrettungsstelle) ist es die

Rettungsstelle mit dem höchsten Patientenaufkommen

Berlins.

Dr.Philipp Kellner leitet die Rettungsstelle:

„Wir haben als Ziel,

dass bis zu einem Viertel der Patienten,

die zu den Öffnungszeiten

der Notdienstpraxis zu uns kommen,

auf sie verwiesen werden

können.“ Das wären sonnabends

und sonntags jeweils 15 bis 20, freitags

bis zu zehn.

Dr. Heiko Zürcher, niedergelassener

Internist aus Schöneberg, ist

einer der Ärzte, die in der neuen

Praxis Dienst tun: „Wir sind hier

sehr nett aufgenommen worden,

und es gibt keine Probleme, Kollegen

zu finden, die hier arbeiten wollen.

Man bekommt im Monat nur

ein oder zwei Schichten zugewiesen.“

Viele der Patienten, um die er sich

kümmert, hätten sich vorher auf den

Internetseiten der KV Berlin oder

über die KV-Notfallnummer 116117

informiert, dass es die Praxis gibt.

Über die Nummer erreicht man

die Leitstelle der KV. Medizinisches

Fachpersonal klärtimGespräch mit

dem Anrufer, oberbis zur Öffnung

einer normalen Arztpraxis warten

kann, ein Bereitschaftsarzt geschickt

wird, ob er zu einer Notdienstpraxis

fährt oder doch die Telefonnummer

112 der Feuerwehr

wählen soll. Gegebenenfalls wird

der Rat eines Arztes in der Leitstelle

eingeholt.

Anzeige

Lesen Sie am Wochenende

Reise

Auf einen Schwatz mit Frau Holle

rund um den Hohen Meißner

Urlaub auf hoher See: Die neuen

Kreuzfahrtschiffe 2020

Mit dem heutigen Tag gibt es

vier Notdienstpraxen für Erwachsene:

Im Unfallkrankenhaus Berlin

(Marzahn), der ersten dieser

Einrichtungen, im Jüdischen

Krankenhaus (Wedding), in Friedrichshain

und neu im DRK-Krankenhaus

Westend.

Für Kinder stehen solche Praxen

im Virchow-Klinikum der Charité

(Wedding), im Sana Klinikum Lichtenberg,

im DRK-Krankenhaus

Westend sowie im St. Joseph-Krankenhaus

(Tempelhof)bereit.

Der Arzt HeikoZürcher untersucht

einen Patienten.

GERD ENGELSMANN


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 13 *

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Berlin

Richterin ohne Mehrheit

Eklat im Abgeordnetenhaus: CDU hielt sich offenbarnicht an Absprachen zur Postenvergabe bei Landesverfassungsgericht und lässt Linke-Kandidatin durchfallen

VonAnnika Leister

Eineeigentlich als sicher geltendeWahl

endete im Abgeordnetenhaus

am Donnerstag

mit einem Eklat, der

weitreichende Folgen für die CDU

haben könnte.Die Christdemokraten

hätten sich nicht an eine zentrale Absprache

gehalten, verkündeten die

Fraktionschefs von SPD, Linken und

Grünen. Man überdenke, obman in

Zukunft überhaupt noch mit der

CDU zusammenarbeiten könne.

Nur86Stimmen

Wasist passiert? Eigentlich sollte das

Parlament am Donnerstag eine neue

Präsidentin und zwei Richter für das

Landesverfassungsgericht bestimmen.

Es ist das höchste Gericht in

Berlin, seine Richter werden auf sieben

Jahre gewählt. Vorschlagsrecht

für die drei Kandidaten hatten turnusmäßig

SPD, Linke und CDU. Im

Voraus galt die Wahl als sicher –auch

weil sich die drei Regierungsparteien

mit der Oppositionspartei CDU im

Vorfeld abstimmten, um für ihre

Im Kammergericht am Kleistparkhat der Verfassungsgerichtshof seinen Sitz.

Kandidaten die Zweidrittelmehrheit

erreichen zu können.

Doch dann folgte die geheime

Wahl im Plenum –und die Kandidatin

der Linken scheiterte. Nur 86 Abgeordnete

stimmten für Lena Kreck,

die Dozentin der Evangelischen

Hochschule Berlin ist. Damit erreichte

die 38-Jährige nicht die nötige

Zweidrittelmehrheit von 100 Stimmen.

Die Kandidatin der SPD für die

Präsidentschaft des Landesverfassungsgerichts,LudgeraSelting,

sowie

der von der CDU vorgeschlagene

Christian Burholt hingegen erhielten

die nötige Mehrheit: Selting 134 Ja-

Stimmen, Burholt 148 Ja-Stimmen.

Die Wahl erfolgte zwar geheim,

das Ergebnis und Aussagen von Abgeordneten

verschiedener Parteien

lassen aber vor allem einen Schluss

zu: Vermutlich wählte die Opposition,

inklusive der CDU, nahezu geschlossen

gegen Kreck. Auch einige

Gegenstimmen aus der rot-rot-grünen

Koalition sind aber möglich. Die

AfD-Fraktion twitterte am späten

Nachmittag, die AfD habe „mit den

Stimmen der CDU die Wahl der radikal-linken

Verfassungsrichterin

Kreck verhindert“ und sprach voneiner

„Sternstunde der Demokratie“.

Nach Verkünden des Ergebnisses

herrschte große Ratlosigkeit. DieSitzung

des Parlaments musste für

rund zwei Stunden unterbrochen

IMAGO

werden, der Ältestenrat und die

Fraktionen zogen sich zu Beratungen

zurück. Danach traten die Fraktionschefs

der rot-rot-grünen Koalition

gemeinsam vor die Presse.

Linke-Fraktionschef UdoWolf sprach

von einem „beschämenden Stück“

und einer „Schande“. Die CDU habe

gegen Absprachen verstoßen. Eine so

wichtige demokratische Aufgabe wie

die Wahl neuer Richter für das Verfassungsgericht

aber dürfte nicht zum

Gegenstand von „parteipolitischen

Spielchen“ werden. „Das wirdFolgen

haben für die weitere Zusammenarbeit

im Haus“, so Wolf. Grünen-Fraktionschefin

Antje Kapek sprach von

„hinterlistigem Verhalten“ der CDU,

SPD-Fraktionschef Raed Saleh vom

offenen Bruch einer Absage: „Die

CDU hat sich heute disqualifiziert.“

CDU-Chef Burkard Dregger

sagte,dass es in seiner Fraktion keine

Probeabstimmung gegeben habe.

Die Abstimmung sei geheim verlaufen.

„Ich will mich nicht an Spekulationen

beteiligen, wie Ergebnisse zustande

gekommen sind.“

Die Kandidaten der drei Parteien

hatten sich am Dienstag in allen

Fraktionen vorgestellt. Aus Kreisen

liberaler und konservativer Abgeordneter

hieß es, dass man dabei den

Eindruck gewonnen habe,dass Lena

Kreck zu aktuellen Themen wie Enteignung

und Vermögen, die durchaus

auch vor dem Verfassungsgericht

landen könnten, eine sehr linke

Einstellung habe. Aus der Linken

hieß es, das sei nicht wahr. ImGegenteil

habe Kreck immer ihreUnabhängigkeit

sowie die Bedeutung der

Gewaltenteilung betont.

Lena Kreck studierte Rechtswissenschaften

an der Humboldt-Universität

und promovierte an der Uni

Bremen. Siearbeitete vorihrer Tätigkeit

an der Evangelischen Hochschule

Berlin unter anderem bei der

Fachstelle für queereGeflüchtete bei

der Schwulenberatung Berlin.

Vermutlich neue Kandidatin

Die Linke kündigte an, sich erst einmal

intensiv beraten zu wollen. Sie

könnte nun gezwungen sein, eine

neue Kandidatin zu finden, um die

Zweidrittelmehrheit zu schaffen.

Selting folgt als Landesverfassungsgerichtspräsidentin

auf Sabine

Schudoma, deren Amtszeit endet.

Die 55-Jährige ist bisher Vizepräsidentin

des Landgerichts. Burholt ist

Mitglied der CDU und Dozent an der

Hochschule fürWirtschaft und Recht.

Spur ins Drogenmilieu

Nach Tötung eines 30-Jährigen Ermittlungen am Kotti

VonPhilippe Debionne und Eric Richard

ImFall des Tötungsdelikts am U-

Bahnhof Kottbusser Torgehen die

Ermittlungen weiter. Laut Staatsanwaltschaft

soll auch ein möglicher

Drogenhintergrund der Tatgeprüft

werden. Das Opfer war wegen

Rauschgiftdelikten polizeibekannt.

Ob auch die Tatselbst direkt mit Drogen

zu tun hat, war nach Polizeiangaben

mit Stand Donnerstagmorgen

offiziell aber noch unklar. Zunächst

müssten weitereZeugen der Tatvernommen

werden, hieß es.

Das Kottbusser Torgilt als Drogenumschlagplatz.

In dem U-Bahnhof

halten sich öfter Gruppen von

Konsumenten auf. Marihuana, Kokain,

Heroin, aber auch legale

Schmerz- und Betäubungsmittel wie

Methadon, Rohypnol oder Subutex.

Dassind Ersatzstoffe,die Drogenab-

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Lesen Sie am Wochenende

Karriere

Schönen Feierabend! Experten-

Tipps zur besseren Erholung

So gelingtdie Abschlussarbeit

neben dem Job

hängigen ärztlich verschrieben werden

können, wenn diese sich zum

Entzug von Heroin oder anderen

harten Drogen entschieden haben.

In der Praxis zeigt sich immer wieder,

dass besagte von Ärzten verschriebene

Ersatzdrogen bei Junkies genauso

hoch im Kurs stehen wie herkömmliches

Rauschgift. So offenbar

auch im aktuellen Fall.

Zwei Bekannte des Rollstuhlfahrers

sagten gegenüber dieser Zeitung

am Donnerstag, dass der Mann in

der Nacht zu Mittwoch von vier

Rauschgiftsüchtigen angesprochen

worden sei. Man habe sich „locker

gekannt“. Der laut Polizei wegen

Drogendelikten aktenkundige Rollstuhlfahrer

soll demnach legal im

Besitz von verschreibungspflichtigen

Schmerztabletten gewesen sein,

die in der Szene für zwei Euro das

Stück gehandelt werden.

Doch die Männer versuchten offenbar,

die Tabletten zu rauben. Bei

dem anschließenden Gerangel

wurde ein 30-jähriger Begleiter des

Rollstuhlfahrers gegen einen einfahrenden

Zug der Linie U8 geschubst,

geriet zwischen Waggon und Bahnsteigkante

und wurde tödlich verletzt.

Zu der Frage,obvon der Polizei

eine öffentliche Suche mit den Aufnahmen

in Betracht gezogen wird,

wurden am Donnerstag keine Angaben

gemacht.

Stigmatisierung von Familien

Linke gegen Begriff „Clan-Kriminalität“

Bei der Definition und Bekämpfung

der arabischstämmigen

Clan-Kriminalität ist sich die Berliner

Regierungskoalition nicht mehr

ganz einig. DerLinke-Innenpolitiker

Niklas Schrader bezeichnete den Begriff

„Clan-Kriminalität“ am Donnerstag

in der Aktuellen Stunde des

Abgeordnetenhauses zum Thema

Organisierte Kriminalität (OK) als

„problematisch“. Mit dieser Bezeichnung

würden „ganze Familien

stigmatisiert“.

Innensenator Andreas Geisel

(SPD) ging auf die Kritik nicht ein,

betonte aber, die Polizei würde sich

allen Bereichen der Organisierten

Kriminalität widmen, nicht nur den

Clans. Die Opposition warf dem Senat

vor, nicht konsequent genug vorzugehen

und die Polizei nicht gut genug

für ihreAufgaben auszustatten.

Schrader vonder Partei DieLinke,

die zusammen mit SPD und Grünen

den Senat stellt, monierte: „Kriminell

sind Taten, keine Familien. Straftaten

werden von Personen begangen

oder Gruppen.“ Die Bezeichnung

Clan-Kriminalität richte sich

gegen bestimmte Familien, obwohl

zahlreiche Familienmitglieder völlig

unschuldig seien. Menschen würden

keine Wohnung finden, weil sie einen

Nachnamen einer bestimmten

arabischstämmigen Großfamilie tragen

würden.

Zudem übertreibe es die Polizei

mit ihren ständigen Razzien. Gegen

die Geschäftsfelder der Clans habe

es in diesem Jahr bisher 250 Polizeieinsätze

gegeben, 62 davon zusammen

mit anderen Behörden wie dem

Zoll, den Bezirken oder Finanzämtern.

(dpa)

Bekanntmachungen

Mit Planfeststellungsbeschluss des Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe

vom 30. August 2019 -Az. 27.2-1-110 -ist der Plan für die Errichtung und den Betrieb

des östlichen Teils der 380-kV-Freileitung Neuenhagen-Wustermark-Hennigsdorf (380-

kV-Nordring Berlin) vom Portal Umspannwerk (UW) Neuenhagen bis zum Mast 189 mit

den Einschleifungen UW Malchow und UW Hennigsdorf festgestellt worden.

Auszug aus dem verfügenden Teil des Planfeststellungsbeschlusses:

Gemäß §43Absatz 1Satz 1Nummer 1des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung

(Energiewirtschaftsgesetz –EnWG) vom 07.07.2005 (BGBl. IS.1970, 3621),

zuletzt geändert durch Artikel 1des Gesetzes vom 13.05.2019 (BGBl. IS.706) in

Verbindung mit Anlage 1Nummer 19.1.1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung

(UVPG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 24.02.2010 (BGBl. IS.

94), zuletzt geändert durch Artikel 22 des Gesetzes vom 13.05.2019 (BGBl. IS.706) wird

der Plan der 50Hertz Transmission GmbH in Gestalt der 1. Planänderung für die

Errichtung und den Betrieb der 380-kV-Freileitung Neuenhagen-Wustermark-

Hennigsdorf (380-kV-Nordring Berlin) und der Verschiebung des Mastes 81 im Abschnitt

Neuenhagen bis Mast 189 (im Bereich Hohen Neuendorf) mit Abzweigen in das

Umspannwerk Malchow und das Umspannwerk Hennigsdorf einschließlich der mit diesem

Vorhaben im Zusammenhang stehenden Folgemaßnahmen an anderen Anlagen

nach Maßgabe dieses Beschlusses mit den sich aus diesem Beschluss ergebenden

Änderungen, Ergänzungen, Anordnungen und Vorbehalten festgestellt.

Neben dem 380-kV-Nordring Berlin umfasst das Vorhaben die durch die 50Hertz

Transmission GmbH beantragte Mitnahme/Umverlegung (von Teilen) der folgenden

Leitungen:

• Mitnahme der 380-kV-Leitung Lubmin-Neuenhagen-Malchow zwischen Masten 47-

54 und 58-59 und Rückbau des Gestänges der 380-kV-Freileitung Lubmin-

Neuenhagen-Malchow im Bereich der Mitführung,

• Mitnahme der 110-kV-Bahnstromleitung Priort-Karow zwischen Masten 99-104_2

und

• Aufseilung der 380-kV-Leitung Lubmin-Neuenhagen-Malchow auf den Masten 1-9

des 380-kV-Nordrings Berlin nach Mitnahme des 380-kV-Nordrings Berlin auf dem

Gestänge der 380-kV-Leitung Bertikow-Neuenhagen zwischen Masten 336-342.

Die Vorhabenträgerin ist Betreiberin der vorgenannten 380-kV-Freileitungen. Die

Betreiberin der 110-kV-Freileitung Priort-Karow (Bahnstromleitung) ist die DB Energie

GmbH, deren Einverständniserklärung vom 12.06.2019 vorliegt.

Der Plan ist nach Maßgabe der unter II. aufgeführten Planunterlagen auszuführen,

soweit sich aus diesem Beschluss keine Änderungen, Ergänzungen oder Nebenbestimmungen

ergeben.

Einer Übertragung der Verpflichtung der Vorhabenträgerin zur Pflege der Ausgleichsund

Ersatzmaßnahmen gemäß den Maßnahmenblättern E1, E2, E3 und E4 des

Landschaftspflegerischen Begleitplans mit befreiender Wirkung auf die gemäß §4der

Verordnung zur Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Maßnahmenund

Flächenpools in Brandenburg (Flächenpoolverordnung - FPV) anerkannte

Flächenagentur Brandenburg nach Maßgabe der Regelungen im Vertrag zwischen der

Flächenagentur Brandenburg GmbH und der Vorhabenträgerin vom 06.12.2013 wird

zugestimmt.

Dieser Beschluss wirkt auch für und gegen etwaige Rechtsnachfolger der Vorhabenträgerin.

Durch die Planfeststellung wird die Zulässigkeit des Vorhabens einschließlich der notwendigen

Folgemaßnahmen an anderen Anlagen im Hinblick auf alle berührten öffentlichen

Belange festgestellt. Der Planfeststellungsbeschluss konzentriert alle für das

Vorhaben erforderlichen öffentlich-rechtlichen Genehmigungen, Verleihungen, Erlaubnisse,

Bewilligungen, Zustimmungen und Planfeststellungen.

Hinweise zum Planfeststellungsbeschluss:

Der Planfeststellungsbeschluss enthält Nebenbestimmungen.

In dem Planfeststellungsbeschluss ist über die erhobenen Einwendungen und Stellungnahmen

von Vereinigungen entschieden worden.

Rechtsbehelfsbelehrung:

Bekanntmachung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Vom 18. Oktober 2019

Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung und den Betrieb des östlichen Teils der 380-kV-Freileitung Neuenhagen-Wustermark-Hennigsdorf (380-kV-Nordring Berlin) vom Portal

Umspannwerk (UW) Neuenhagen bis zum Mast 189 mit den Einschleifungen UW Malchow und UW Hennigsdorf

Gegen diese Entscheidung kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Klage beim

Bundesverwaltungsgericht, Simsonplatz 1, 04107 Leipzig, erhoben werden.

Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss hat keine aufschiebende Wirkung

(§ 43e Absatz 1Satz 1EnWG). Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung

der Klage gegen einen Planfeststellungsbeschluss nach §80Absatz 5Satz 1Verwaltungsgerichtsordnung

(VwGO) kann nur innerhalb eines Monats nach Zustellung des

Planfeststellungsbeschlusses gestellt und begründet werden (§ 43e Absatz 1Satz 2

EnWG).

Hinweise zur Auslegung:

Der Beschluss liegt mit einer Ausfertigung des festgestellten Plans bei den nachstehend

aufgeführten Stellen ab dem 4. November 2019 bis zum 18. November 2019 während

der angegebenen Dienststunden zur Einsicht aus:

Gemeinde Neuenhagen bei Berlin: Am Rathaus 1, 15366 Neuenhagen bei Berlin (Neubau

des Rathauses, Erdgeschoss, Eingangsbereich) Montag von 09.00 bis 12.00 Uhr und

13.00 bis 16.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch

von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis 12.00 Uhr

und 13.00 bis 17.00 Uhr, Freitag von 08.00 bis 13.00 Uhr

Stadt Altlandsberg: Stadtverwaltung Altlandsberg, Berliner Allee 6, 15345 Altlandsberg,

Zimmer 22, Montag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag von

09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 09.00 bis 12.00 Uhr und

13.00 bis 15.00 Uhr, Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.00 Uhr,

Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr

Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin: Hans-Striegelski-Straße 5, 15562 Rüdersdorf bei Berlin,

Bürgerbüro, Montag von 09.00 bis 17.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 19.00 Uhr,

Mittwoch von 09.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag von 09.00 bis 17.00 Uhr, Freitag

von 09.00 bis 15.00 Uhr (geschlossen täglich von 12.00 bis 13.00 Uhr)

Stadt Werneuchen: Bauverwaltung, Am Markt 5, 16356 Werneuchen, Montag von 09.00

bis 15.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.20 Uhr, Mittwoch von

09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr,

Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr

Stadt Bernau bei Berlin: Dienstort Zepernicker Chaussee 45, 16321 Bernau bei Berlin,

Erdgeschoss, Montag von 08.30 bis 14.00 Uhr, Dienstag von 08.30 bis 18.00 Uhr,

Mittwoch von 08.30 bis 14.00 Uhr, Donnerstag von 08.30 bis 17.00 Uhr, Freitag von

08.30 bis 12.00 Uhr

Gemeinde Panketal: Schönower Straße 105, 16341 Panketal, Zimmer 104, Montag von

08.30 bis 12.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.30 Uhr,

Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr

Gemeinde Wandlitz: Prenzlauer Chaussee 157, 16348 Wandlitz, Hauptamt, Altbau,

Zimmer 1.2.21, Montag von 09.00 bis 14.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 18.00 Uhr,

Donnerstag von 09.00 bis 14.00 Uhr, Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr

Amt Biesenthal-Barnim: Plottkeallee 5, 16359 Biesenthal, Montag von 07.00 bis 16.00

Uhr, Dienstag von 07.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 07.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag

von 07.00 bis 16.00 Uhr, Freitag von 07.00 bis 12.00 Uhr

Gemeinde Mühlenbecker Land: Fachbereich 1 Bauen, Ordnung und Bürgerservice,

Liebenwalder Straße 1, 16567 Mühlenbecker Land/OT Mühlenbeck, Raum 105, Montag

von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Dienstag von 08.00 bis 12.00 Uhr und

13.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 08.00 bis 13.00 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis 12.00

Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Freitag von 08.00 bis 13.00 Uhr

Stadt Hohen Neuendorf: Stadtverwaltung Hohen Neuendorf, Fachbereich 5Bauen -

Rathausaußenstelle -, Oranienburger Str. 44, 16540 Hohen Neuendorf, 2. Obergeschoss,

Vorraum, Montag von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 16.00 Uhr, Dienstag von 08.00

bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis

16.00 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr, Freitag von

08.00 bis 12.00 Uhr

Gemeinde Birkenwerder: Hauptstraße 34, 16547 Birkenwerder, Montag von 09.00 bis

12.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag von

09.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr, Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr

Stadt Velten: Rathaus der Stadt Velten, Rathausstraße 10, 16727 Velten, Raum 211,

Montag von 09.00 bis 12.00 Uhr, Dienstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00

Uhr, Mittwoch von 09.00 bis 12.00 Uhr, Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00

bis 16.00 Uhr, Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr

Stadt Hennigsdorf: Stadtverwaltung Hennigsdorf, Bürgerbüro, Rathausplatz 1, 16761

Hennigsdorf, Montag von 08.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag von 08.00 bis 19.00 Uhr,

Mittwoch von 08.00 bis 15.00 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis 17.00 Uhr

Stadt Kremmen: Bauamt, Am Markt 1, 16766 Kremmen, Montag von 08.00 bis 12.00 Uhr

und 13.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr,

Mittwoch von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.00 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis

12.00 Uhr und 13.00 bis 15.00 Uhr, Freitag von 08.00 bis 13.00 Uhr

Amt Friesack: Marktstraße 22, 14662 Friesack, Dienstag von 09.00 bis 11.30 Uhr und

13.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 09.00 bis 11.30 Uhr, Donnerstag von 09.00 bis 11.30

Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr

Gemeinde Schönwalde-Glien: Rathaus, Berliner Allee 7, 14621 Schönwalde-Glien,

Ortsteil Schönwalde-Siedlung, Zimmer 2.17, Montag von 09.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag

von 09.00 bis 19.00 Uhr, Mittwoch von 09.00 bis 15.00 Uhr, Donnerstag von 07.30 bis

15.00 Uhr, Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr (ausgenommen ist die Mittagspause von

12.30 bis 13.00 Uhr)

Amt Lindow (Mark): Bauamt, Straße des Friedens 20, 16835 Lindow (Mark), Montag von

08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Dienstag von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00

bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Donnerstag

08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr, Freitag von 08.00 bis 12.00 Uhr

Gemeinde Ahrensfelde: Rathaus, Lindenberger Straße 1, 16356 Ahrensfelde, Montag

von 08.30 bis 14.30 Uhr, Dienstag von 08.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.30 Uhr,

Mittwoch von 08.30 bis 14.30 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis

17.30 Uhr, Freitag von 08.30 bis 12.00 Uhr

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin: Martin-

Luther-Straße 105, 10825 Berlin, Raum 382, Montag von 08.00 bis 14.00 Uhr, Dienstag

von 08.00 bis 14.00 Uhr, Mittwoch von 08.00 bis 14.00 Uhr, Donnerstag von 08.00 bis

14.00 Uhr, Freitag 08.00 bis 13.00 Uhr, darüber hinaus nach telefonischer Vereinbarung

unter den Telefonnummern 030 9013-8234, 030 9013-8438 und 030 9013-8431

Bezirksamt Lichtenberg: Bürgeramt 4, Große-Leege-Straße 103, 13055 Berlin, Montag

von 07.30 bis 15.30 Uhr, Dienstag von 10.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 07.30 bis 14.00

Uhr, Donnerstag von 10.00 bis 18.00 Uhr, Freitag von 07.30 bis 13.00 Uhr

Bezirksamt Pankow: Bürgeramt Karow/Buch, Franz-Schmidt-Str. 8-10, 13125 Berlin,

Montag von 08.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag von 11.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 08.00

bis 13.00 Uhr, Donnerstag von 11.00 bis 18.00 Uhr, Freitag von 08.00 bis 13.00 Uhr

Bezirksamt Reinickendorf: Amt für Bürgerdienste, Wilhelmsruher Damm 142C, 13439

Berlin, Warteraum des Bürgeramtes, Montag von 08.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag von

11.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch von 08.00 bis 13.00 Uhr, Donnerstag von 11.00 bis 18.00

Uhr, Freitag von 08.00 bis 11.00 Uhr

Der Planfeststellungsbeschluss nebst festgestelltem Plan kann mit Beginn der Auslegung

zusätzlich auch im Internet über http://www.lbgr.brandenburg.de (Pfad

Genehmigungsverfahren -> Planfeststellungsverfahren -> „Errichtung und Betrieb des

östlichen Teils der der 380-kV-Freileitung Neuenhagen-Wustermark-Hennigsdorf (380-

kV-Nordring Berlin) vom Portal Umspannwerk (UW) Neuenhagen bis zum Mast 189 mit

den Einschleifungen UW Malchow und UW Hennigsdorf“) aufgerufen werden.

Maßgeblich ist jedoch der Inhalt der zur Einsicht ausgelegten Unterlagen.

Der Beschluss wurde der Vorhabenträgerin zugestellt. Da außer an die Vorhabenträger

mehr als 50 Zustellungen an diejenigen, über deren Einwendungen entschieden worden

ist und an Vereinigungen, über deren Stellungnahmen entschieden worden ist, erforderlich

gewesen wären, werden diese Zustellungen durch öffentliche Bekanntmachung

ersetzt. Mit dem Ende der Auslegungsfrist gilt der Beschluss den Betroffenen und denjenigen

gegenüber, die Einwendungen erhoben oder Stellungnahmen abgegeben haben,

als zugestellt.

Nach der öffentlichen Bekanntmachung kann der Planfeststellungsbeschluss bis zum

Ablauf der Rechtsbehelfsfrist von den Betroffenen und von denjenigen, die

Einwendungen erhoben oder Stellungnahmen abgegeben haben, beim Landesamt für

Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Inselstraße 26, 03046 Cottbus, schriftlich oder

elektronisch angefordert werden.


14 * Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Berlin

POLIZEIREPORT

Zwei Zweiradfahrer verletzt.

Beieinem Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag

in Charlottenburg-

Nord wurden zwei Männer verletzt.

Ein28-jähriger Mann war gegen 17

Uhrmit einem E-Scooter entgegen

der Fahrtrichtung den Radweg auf

der Mörschbrücke unterwegs.Dabei

stieß er mit einem 34 Jahrealten

Radfahrer zusammen, der ihm entgegen

kam.

Autos durch Flammen beschädigt.

In Lichtenbergsind in der Nacht

zum Donnerstag vier Autos bei Bränden

beschädigt worden. Gegen 3Uhr

bemerkte eine Anwohnerin des

Freesienweges einen Knall, sah aus

ihrem Fenster mehrereinFlammen

stehende Autos und alarmierte die

Feuerwehr und die Polizei. Verletzt

wurde niemand. DiePolizei ermittelt

wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

Mann überfallen.

Ein23Jahrealter Mann ist in der

Nacht zum Donnerstag vonmehrerenMännernüberfallen

worden.

Zeugen entdeckten ihn am Bahnhof

Alexanderplatz und halfen dem am

Boden liegenden verletzen Mann. Er

kam in eine Klinik. DieHintergründe

des Überfalls sind unklar.

Dealer überwältigt.

Zivilfahnder haben am Mittwochnachmittag

in der Skalitzer Straße in

Kreuzbergeinen Drogenhändler

festgenommen. Er war zuvor beim

Dealen beobachtet worden. Der

Mann wehrte sich gegen die Festnahme.Den

Beamten gelang es,ihn

zu überwältigen. Drogen und Geld

wurden beschlagnahmt. (ls.)

Ausgebremst

In Köln unterlag der US-Fahrdienst Uber vor Gericht. Berliner Taxifahrer hoffen, dass das auch ihnen nutzt

VonPeter Neumann

Mit Taxifahren gutes

Geld verdienen: Das

war einmal. Auch in

Berlin fühlt sich die

Branche durch neue Mobilitätsanbieter

wie Uber, CleverShuttle oder

Berlkönig in die Enge gedrängt. Nun

sorgt eine Entscheidung des Landgerichts

Köln für Aufsehen. Ein Mitglied

der Genossenschaft Taxi Ruf

Köln war vor Gericht gezogen, Uber

unterlag. Steht das Geschäftsmodell

des US-Unternehmens in Deutschland

auf der Kippe? Ja,heißt es in der

Taxibranche. Nein, sagt Uber. Kunden

dürften weiter Fahrten buchen.

Per Uber-App kann man außer

Taxis auch Mietwagen mit Fahrer bestellen

–UberX heißt dieses Angebot.

Wie die Taxis, sogehören auch die

Funkmietwagen nicht Uber, sondern

anderen Firmen. Bei UberX

sind die Fahrpreise aber oft niedriger,

weshalb Taxifahrer eine ruinöse

Konkurrenz heranwachsen sehen.

Biszusechs Monate Haft drohen

Es geht darum, wo und wie Fahrtaufträge

angenommen werden. Laut

Personenbeförderungsgesetz dürfen

mit Mietwagen nur Aufträge ausgeführt

werden, die am Betriebssitz

oder in der Wohnung des Unternehmers

eingegangen sind. Nach jeder

Fahrt müssten die Autos zum Betriebssitz

zurückkehren – es sei

denn, der Fahrer hat bei der Fahrt

per Telefon den nächsten Auftrag angenommen.

Diese Vorgaben würden

Eines von schätzungsweise 3000 Uber-Fahrzeugen in Berlin.

oft ignoriert, sagen Taxifahrer.Fahrer

werden direkt per App mit Push-

Nachrichten über Aufträge informiert,

stellte das Kölner Gericht fest–

und nahm diese Praxis aufs Korn.

Die einstweilige Anordnung verbietet

es nun, die App „für Mietwagenfahrer

und Mietwagenunternehmer

für die Vermittlung vonFahraufträgen

einzusetzen“. Bei Zuwiderhandlung

drohen 250 000 Euro

Ordnungsgeld oder sechs Monate

Haft (Aktenzeichen 81 O74/19). Die

Entscheidung erging ohne mündliche

Verhandlung bereits am 19. Juli,

wurde von Uber in Amsterdam aber

nicht angenommen – weil sie auf

Deutsch verfasst sei. Deshalb wurde

später eine Übersetzung versandt.

Gültig sei sie für ganz Deutschland,

sagte Aleksandar Dragicevic,

IMAGO IMAGES

Vorstand des Taxi-Rufs Köln. „So

wurde der Antrag gestellt.“ Doch es

gebe einen Haken, betonte Leszek

Nadolski von der Berliner Taxi-Innung.

Nur der Kölner Unternehmer,

der geklagt hatte,dürfe gegen UberX

in Berlin vorgehen, schätzte er ein.

„Wir prüfen aber, inwieweit wir die

Gerichtsentscheidung in Berlin nutzenund

anwenden können.“

Schon rund 3000 Fahrzeuge,von

denen viele im Umland konzessioniertseien,

seien in Berlin für UberX

unterwegs. Manche Fahrer wären so

frech und arrogant, dass sie sogar Taxihalteplätzebenutzen,

so Nadolski.

Die Stadt werde überschwemmt,

Richard Leipold, Taxibetreiber in

Berlin seit 1981. „Seriöse Taxiunternehmer

sind dabei, ihre Betriebe zu

schließen.“ Die Behörden würden

nichts gegen das „kriminelle Dumping“

unternehmen. „Die Rückkehrpflicht

wird systematisch ignoriert,

weil keine Firma, die sich an diese

Vorschrift hält, überleben kann.“

Unternehmen weist Kritik zurück

„Steuer- und Sozialabgaben werden

gezielt hinterzogen, weil sich nur so

ein Überschuss erwirtschaften lässt.

Das haben uns fünf Zeugen unabhängig

voneinander bestätigt, und

es ergibt sich aus den Fakten.“ Nach

seinen Informationen fordere Uber

für jede Fahrtvermittlung 25 Prozent

Provision –mit Steuern summieren

sich diese Kosten auf 29,75 Prozent

vomNettoumsatz, sagte Leipold.

„Die Kölner Entscheidung ist bisher

nicht bei uns angekommen.

Darum können wir uns noch nicht

dazu äußern“, sagte ein Uber-Sprecher.

Dem Vernehmen nach weist

das Unternehmen die Kritik zurück.

Die Vorschriften würden eingehalten,

so antiquiert manche im Zeichen

der Digitalisierung auch anmuten.

So dürften Uber-Fahrer Aufträge

erst dann annehmen, wenn diese am

Betriebssitz bestätigt worden seien.

Zwar habe die einstweilige Anordnung

aus Köln eine „gewisse Unsicherheit“

bei Berliner Uber-Fahrern

verursacht, sagte Leszek Nadolski.

„Aber solange keine Kontrollen

durchgeführt werden, wird sich in

Berlin nichts ändern.“ In Köln werde

UberX weiterhin angeboten, so Aleksandar

Dragicevic. Der Taxiunternehmer,

der sich gewehrt hatte,

ziehe bald erneut vorGericht.

Prozess gegen

YouTube-Star

im November

Mann soll minderjährige

Fans missbraucht haben

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Lesen Sie am Wochenende

Mobile Welten

Raus ausder Nische:

Die Alternative Erdgas

EineSündevon Auto:

Der Kia Stinger im Test

Der Prozess gegen den YouTube-

Star und Influencer Junus W.

soll nach Informationen der Staatsanwaltschaft

bereits im November

stattfinden. Dem 25-Jährigen wird,

wie berichtet, schwerer sexueller

Missbrauch minderjähriger Fans

vorgeworfen. Er sitzt seit Juni dieses

Jahres in Untersuchungshaft. Der

Mann soll laut Staatsanwaltschaft

zwischen August 2018 und Juni 2019

in fünf Fällen minderjährige Mädchen

in seinem Pkw sexuell missbraucht

und körperlich misshandelt

haben. Außerdem wird ihm Vergewaltigung,

Körperverletzung und

Freiheitsberaubung zur Last gelegt.

Offenbar hatte sich eines der Mädchen

den Behörden anvertraut –

denn bereits kurznach seiner letzten

TatimJuni nahm ihn die Polizei fest.

Ein Richter erließ kurz darauf Haftbefehl.

(pde.)

Gesundheit

Erdgeschoss

LIFT

1 Zweirad-Center Stadler

2 Sanitätshaus Seeger

3 Vital-Ja-Berlin GmbH

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5 Björn Schulz Stiftung

6 Doc Darmer

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Maßnahmen

7

6

5

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8 9 10 11 12

3 2

7 Lichtblick Optik

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Schmiedeberg-Kur-GmbH

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Deutschland GmbH

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Senioren-Residenzen

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LIFT

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Obergeschoss

19

20

18 17

21

VORTRAGSRAUM

22

23

24

16 14 13

15

13 Berliner Verlag

14 Leserreisen

Berliner Zeitung und

Berliner Kurier,

Berliner Abendblatt

15 CUP Touristic GmbH &Co. KG

16 PTI Panoramica Touristik

International GmbH

17 Wörlitz Tourist GmbH &Co. KG

18 Marienkäfer Reisen GmbH

19 China Tours

25

26

CATERING

27

20 NEB Betriebsgesellschaft mbH

21 Dr. Herrmann Touristik

GmbH &Co. KG

22 Waterhus charter Rathenow

23 Eberhardt TRAVEL GmbH

24 Tourismus-Vertretung der

Slowakischen Republik

25 Holiday-Reisen GmbH

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Berlin/Brandenburg

Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 15 · ·

·······················································································································································································································································································

Bauern wollen mehr Klimaschutz

Ein Berliner Gericht weist die Klage gegen die Bundesregierung ab, lässt aber Berufung zu

VonJutta Schütze und

Matthias Arnold, Berlin

Drei

Biobauernfamilien

sind vordas BerlinerVerwaltungsgericht

gezogen,

um die Bundesrepublik

wegen ihrer „verfehlten Klimapolitik“

zu verklagen. Familie

Lütke aus der südbrandenburgischen

Lausitz, Familie Backsen von

der Nordsee-Insel Pellworm und Familie

Blohm aus Niedersachsen hatten

mit der Umweltschutz-Organisation

Greenpeace die bundesweit

erste Klimaklage gegen die Bundesregierung

angestrengt. Die Kläger

werfen der großen Koalition vor,

nicht genug zu unternehmen, um

den Ausstoß von Treibhausgasen zu

reduzieren. DieRegierung werdedas

2007 selbst gesetzte Ziel nicht schaffen,

bis 2020 den Ausstoß um 40 Prozent

im Vergleich zu 1990 zu senken.

Nach einer mehrstündigen Verhandlung

haben die Richter die

Klage abgewiesen. Richter Hans-Ulrich

Marticke sagte, er sehe nicht,

dass Maßnahmen der Regierung völlig

unzureichend gewesen seien –

etwa 33 Prozent Minderung würden

voraussichtlich erreicht, und die 40

Prozent mit einigen Jahren Verspätung.

Zudem habe der jüngste Kabinettsbeschluss

zum Klimapaket die

alten Beschlüsse „überholt“. Damit

falle die Grundlage der Klage weg.

DasGericht ließ aber Berufung zu.

Kein Schadenersatz gefordert

Greenpeace verweist auf eine Studie

des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung,

dass das Ziel von

2020 erst etwa fünf Jahre später erreicht

werden könne –daran ändere

auch das aktuelle Klimapaket nichts.

DasZiel der Kläger war,den Bund

zu mehr Klimaschutz zu zwingen.

Der Lausitzer Kläger Heiner Lütke

sagte: „Wegen Dürre und Trockenheit

waren unsereErnten in den letzten

zwei Jahren schon jeweils um

etwa ein Drittel reduziert. Wir Bauern

tragen die wirtschaftlichen Konsequenzen

dieser Klimapolitik.“

Schadenersatz wollen die Kläger

nicht. „Sie berufen sich auf ihre

Grundrechte in der Schutzpflichten-

Dimension und sagen: Ihr müsst

mehr tun, um uns zu schützen“,

sagte Anwältin Roda Verheyen.

Parallel zum Urteil wurde in Berlin

eine Studie vorgestellt, in der es

heißt, dass Investitionen von1,8 Billionen

Euro notwendig seien, um die

Treibhausgas-Emissionen bis 2050

um 95 Prozent gegenüber 1990 zu

verringern. Diesen Wert strebt die

Bundesregierung an, die beschlossen

hat: „Deutschlands Langfristziel

ist es, bis zum Jahr 2050 weitgehend

treibhausgasneutral zu werden.“ In

der Studie hat das Forschungszentrum

Jülich berechnet, dass die Kosten

auf die Jahre umgerechnet etwa

2,8 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts

ausmachten. Die Forscher

kommen zu dem Schluss, dass die

Entwicklung erneuerbarer Kraftstoffe

besonders teuer werde. Als

wichtiger Energieträger und Grundstoff

für synthetische Kraftstoffe wird

Wasserstoff gesehen. Da der über

elektrische Verfahren gewonnen

wird, würde der Strombedarf beim

95-Prozent-Szenario um mehr als 80

Prozent höher sein als heute.

DerTag vordem Gericht hatte mit

einer Demo mit 100Teilnehmernmit

drei Traktoren begonnen. Im Gericht

ging es vorallem um die Frage,obdie

selbst gesteckten Ziele für die Regierung

bindend und einklagbar sind.

Die Bundesregierung hielt die Klage

für unzulässig – Begründung: Die

Ziele stehen nur in einem „Klimaschutzplan“,

sie sind aber nicht in einem

Gesetz festgeschrieben und damit

nicht rechtlichbindend.

„Wir brauchen Hilfe“

Ganz anders ist die Sicht der Kläger:

Die Beschlüsse einer Regierung

seien keine bloßen politischen Willensbekundungen,

sondern juristisch

verbindliche Rechtsakte. Die

drei Familien sehen ihre Grundrechte

verletzt.

Landwirt Claus Blohm aus dem

Alten Land in Niedersachsen sagte

im Prozess: „Ich bitte Sie, der Regierung

beizubringen, dass wir einen

anderen Weg einschlagen müssen.

Wirbrauchen Hilfe.“

Nach dem Richterspruch bezeichnete

die klimapolitische Sprecherin

der Grünen im Bundestag,

Lisa Badum, das Verfahren als „ein

Armutszeugnis für die Klimapolitik

der Bundesregierung“. DerKlimapolitiker

Lorenz Gösta Beutin (Linke)

sagte: „Das heutige Urteil zeigt: Klimaschutz

und Klimaschutzziele

müssen als Recht verbindlich und

einklagbar sein.“ SPD-Fraktionsvize

Matthias Miersch betonte die Verantwortung

der Politik. „Das Klimaschutzgesetz

wird uns allen Beine

machen –was die Einhaltung der Klimaziele

angeht.“ (dpa)

Klimaschutz in Deutschland

Emissionen in Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

Lücke:

86

Lücke:

168 bis 187

Mio. tCO2

1990 2000 2010 2050

2030 2040

2020

2018

1252

1045

943

375 weitgehende

Treibhausgas-

Neutralität

730

750

543 –

562

836

866

(geschätzt)

Vergleichsjahr

Reduktionsziel

bis 2020:

40 %

Reduktion

bisher: 33,2 %

BLZ/GALANTY; QUELLE: BMU, GREENPEACE, AFP

Projektion

Ziel

Der Lausitzer Biobauer Heiner Lütkeauf seinem Gut Ogrosen.

BLZ/GERD ENGELSMANN

NACHRICHTEN

CDU befragt Mitglieder zur

Kenia-Koalition

DieCDU hat die Befragung ihrer

6000 Mitglieder zum Koalitionsvertrag

des rot-schwarz-grünen Bündnisses

gestartet. DieUnterlagen würden

verschickt, sagte ein Sprecher.

Einsendeschluss sei der 13. November.Anders

als bei den Grünen geht

es nicht um einen Mitgliederentscheid,

sondernumeine Befragung.

Formell entscheidet ein Landesparteitag

am 16. November. (dpa)

Auch Brandenburg

verbietet „Original Play“

Dieumstrittene Erziehungsmethode

„Original Play“ ist vomBildungsministerium

in Potsdam für die Kitas in

Brandenburguntersagt worden. An

alle Kitas ging ein Schreiben, dass die

Anwendung der Methode nicht erlaubt

und durch die Betriebserlaubnis

der Kitas gedeckt sei. Beider Methode

interagieren Erwachsene mit

Kindernauch körperlich, sie balgen

und kuscheln. Es gab in mehreren

Fällen den Vorwurf, dass es zu sexuellen

Missbrauch komme oder kommen

könne.Das Ministerium spricht

vonKindeswohlgefährdung. (BLZ)

LOTTO-QUOTEN

Mittwoch-Lotto:

11 -22-23-28-44-48, Sz. 9

QUOTEN

Klasse 1: unbesetzt 4045597,10 Euro

Klasse 2: unbesetzt 805738,70 Euro

Klasse 3: 34 x11849 Euro

Klasse 4: 288 x4196,50 Euro

Klasse 5: 1712 x235,30 Euro

Klasse 6: 16512 x48,70 Euro

Klasse 7: 32046 x25,10 Euro

Klasse 8: 310063 x11,60 Euro

Klasse 9: 250037 x5Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Potsdam ist

Unesco-Stadt

des Films

Damit gehört sie nun zum

Netzwerk kreativer Städte

VonJens Blankennagel, Potsdam

P otsdam gehört nun zum weltweiten

Unesco-Netzwerk der

kreativen Städte. Wie die Organisation

mit Sitz in Paris amMittwoch

mitteilte, wurde Potsdam als Stadt

des Films aufgenommen. Ebenfalls

aufgenommen wurde Karlsruhe als

Stadt der Medienkunst. Als Neumitglieder

kamen 66 Städte dazu, damit

umfasst das 2004 gegründete Netzwerk

nun weltweit 246 Städte. Das

Netzwerkhat das Ziel, Städte zusammenzubringen,

die sich über Erfahrungen,

Strategien und Ideen zur

zeitgenössischer Kunst und Kultur

austauschen wollen.

Deutschland hatte bislang vier

Städte im Netzwerk: Berlin als „Stadt

des Designs“ (2005), dann folgten

Hannover und Mannheim als „Stadt

der Musik“ (2014) und Heidelbergals

„Stadt der Literatur“ (2014).

Die Zahl der Unesco-Filmstädte

erhöht sich auf 14. Eine deutsche

Filmstadt gab es bislang nicht. Dabei

sind Italiens Hauptstadt Rom, das

englische Bradford oder die irische

Stadt Galway. Potsdam hatte sich im

Frühjahr für den Titel beworben. Am

Mittwoch sagte Oberbürgermeister

Mike Schubert (SPD): „Wir freuen

uns über die Anerkennung des Titels.

Potsdam ist die Wiege des Films.“ In

der Stadt sei auch der Film „Metropolis“

entstanden, der bereits zum

Unesco-Weltdokumentenerbe

gehöre.

„Mit unserer vielschichtigen

Filmgeschichte der Ufa, der Defa

und den herausragenden nationalen

und internationalen Produktionen

der Gegenwart ist Potsdam wie

kaum eine andere deutsche Stadt

dazu geeignet, den Titel zu tragen.“

Das Babelsberger Filmstudio war

in den vergangenen 16 Jahren an der

Produktion von Filmen beteiligt, die

15 Oscars gewannen und 46-mal nominiertwaren.

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Gekämpft hast du alleine,

gehofft haben wir gemeinsam,

verloren haben wir alle.

Volker eichstedt

1941 –2019

langjähriger stellv. Chefredakteur

der Berliner Zeitung

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Gesundheit

Bessere Überlebenschancen

Bei Tumor-OP des Magen-Darm-Trakts kommt es entscheidenddarauf an,das richtigeKrankenhaus aufzusuchen.WasPatienten bei derKlinikwahl beachtensollten

VonMichael Timm

Es ist ein Wort, das Angst

macht: Darmkrebs! Jeder

hofft, dass er davon verschont

bleibt. Doch trotz

vieler Vorsorge-Angebote und verbesserter

Früherkennung erkranken

allein in Deutschland pro Jahr immer

noch fast 60 000 Patienten –darunter

33 000 Männer –aneinem Tumor

des Darmtraktes. Erschreckend

dabei: Immer öfter sind auch junge

Menschen zwischen 50 und 70 Jahrenbetroffen.

„Inall diesen Fällen ist die Operation

nach wie vor der wichtigste Behandlungsschritt,

um die Krankheit

erfolgreich zu behandeln“, sagte

Chirurgie-Chefarzt Thomas Schiedeck

aus Ludwigsburg. Essenziell für

den Therapieerfolg sei aber auch,

dass Krebsoperationen in einer auf

das jeweilige Krankheitsbild spezialisierten

Klinik erfolgen. „Doch noch

immer“, klagt Schiedeck, „begeben

sich viele Patienten in nicht ausreichend

qualifizierte Krankenhäuser

und erhalten deshalb nicht die bestmögliche

Therapie.“

Die Heilungschancen bei Darmkrebs

haben sich in den vergangenen

Jahren stetig verbessert: Mehr

als die Hälfte der Patienten überlebt

die Krankheit heute zehn Jahre und

länger. Das wichtigste Verfahren zur

Behandlung von Darmkrebs ist die

vollständige Entfernung des Tumorgewebes.

„Weitere Therapien wie

etwa Chemo- oder Immuntherapie

kommen zwar oft ergänzend hinzu“,

27 000 Frauen und 33 000 Männer erkranken hierzulande jedes Jahr neu an Darmkrebs. GETTY IMAGES

so Schiedeck. „Ohne Chirurgie jedoch

ist beim Darmkrebs keine Heilung

möglich.“ Deshalb sei die Wahl

einer geeigneten Klinik für Krebspatienten

entscheidend.

Das bestätigt auch Siegbert Faiss,

Chefarzt der Klinik für Innere Medizin

IamSana Klinikum Lichtenberg

und einer von Berlins renommiertesten

Darmkrebs-Spezialisten:

„Krebsoperationen am Magen-

Darm-Trakt werden in Deutschland

an vielen Kliniken angeboten. Der

Operationserfolg aber fällt je nach

Krankenhaus sehr unterschiedlich

aus.Viele Patienten sterben zu früh,

DIE TOP-KLINIKEN

Erfahrene Kliniken: Diese BerlinerKlinikenführendie

meisten Darmkrebs-Operationen

durch. Die Reihenfolgeentspricht

der Häufigkeit der Eingriffe(2017).

Charité Campus Mitte/Virchow: 559

Charité Benjamin Franklin: 332

Krankenhaus Waldfriede: 324

Sana Klinikum Lichtenberg: 270

DRK Kliniken Westend: 236

DRK Kliniken Köpenick: 225

Vivantes Humboldt Klinikum: 210

Vivantes Auguste Viktoria Klinikum: 189

Parkklinik Weißensee: 181

Vivantes Klinikum Neukölln: 178

BG Unfallklinik Marzahn: 177

Helios Klinikum Buch: 177

Ev.Waldkrankenhaus Spandau: 150

St. Gertrauden Krankenhaus: 136

Zertifizierte Zentren:

Eine Auflistung ist zu finden unter

www.oncomap.de

weil sie in Klinken operiert werden,

die zu wenig Erfahrung mit komplizierten

Krebs-OPshaben. Dasist leider

auch in Berlin so.“

Diese Meinung wird von einer

wissenschaftlichen Studie des Fachgebietes

Strukturentwicklung und

Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

der Technischen Universität

Berlin bestätigt. Die Forscher

verglichen die Ergebnisse vonKrebsoperationen

zwischen Kliniken, die

viele Darmkrebs-Operationen

durchführen und kleinen Kliniken,

die nur wenige dieser Eingriffe machen.

Das Ergebnis: In den Kliniken

mit den wenigsten Operationen versterben

rund 27 Prozent mehr Patienten

nach dem Eingriff als in den

Kliniken mit den höchsten Fallzahlen.

Hinzu kommt: Menschen mit

fortgeschrittenen Krebserkrankungen

wird inKliniken, die über wenig

Erfahrung verfügen, mitunter gar

keine Operation mehr angeboten.

„Häufig fehlt dortdie Erfahrung und

das Wissen, dass heute sogar Patienten

mit metastasierendem Krebs

durch eine OP geheilt werden können

oder ihr Leben deutlich verlängertwerden

kann“, sagt Schiedeck.

Ausdiesen Gründen ist es wichtig,

nicht nur bei Darmkrebs, sondern

auch mit anderen Tumorerkrankungen

am besten, in spezialisierte Zentren

zu gehen, die über ausreichend

Erfahrung und Routine mit solchen

großen Eingriffen verfügen. „Um

Krebschirurgie auf höchstem Niveau

zu erbringen, müssen diese Kliniken

personell und apparativ hervorragend

ausgestattet sein“, sagt Schiedeck.

„Diese teure Ausstattung, aber

auch das notwendige Personal kann

jedoch selbst in einem Wohlfahrtsstaat

wie Deutschland nicht in jedem

Krankenhaus ausreichend zur Verfügung

gestellt werden.“

Deshalb sollten sich Patienten

und Angehörige genau informieren,

welche Adressen hier infrage kommen.

Der Berliner Experte Siegbert

Faiss rät: „Ein gute Möglichkeit besteht

zum Beispiel darin, Kliniken

auszuwählen, die vonder Deutschen

Krebsgesellschaft DKGfür die jeweilige

Tumorartzertifiziertwurden.“

FRIEDRICHSHAINER SPRECHSTUNDE

6. November 2019

18–20Uhr,Raum 15-1.0.038

Das künstliche Hüftgelenk

Wann ist der richtige Zeitpunktfür die Operation? Welche Verfahren gibt es?

Welche Risiken bestehen und welche Ergebnisse sind zu erwarten?

Referent

Dr. med. A. Moser

Leitender Arzt,Abteilungfür Hüftchirurgieund

Sportorthopädie

Stellen Sie

Ihre Fragen!

Veranstalter

Dr. med. Alexander Moser

Leitender Arzt der Abteilung fürHüftchirurgie

undSportorthopädie

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Fuchs

Chefarzt desZentrums fürMuskuloskelettale

Medizin,Klinik fürOrthopädie, Unfall-,HandundWiederherstellungschirurgie

Bei Rückfragen: Tel. 030 130 23 1306

LandsbergerAllee 49,10249 Berlin

www.vivantes.de/kfh

Keine Anmeldung

erforderlich.

Foto:©psdesign1–Fotolia.com

Die Clique ist wichtig beim Sport

Eine Studie untersucht den Zusammenhang zwischen sozialem Umfeld und Bewegung

Das soziale Umfeld spielt natürlich

eine wichtige Rolle dabei,

ob und wie viel Kinder und Jugendliche

sich bewegen. Doch werder entscheidende

Motivator ist, das ändert

sich je nach Alter –und je nach Art

der körperlichen Aktivität. Dies hat

eine jetzt veröffentlichte Studie der

Universität Erlangen belegt.

Zudem gab es für die Forscher

eine Überraschung: Bislang hatten

Studien gezeigt, dass Jungs sich mehr

bewegen als Mädchen. „Die Unterschiede

scheinen sich zu nivellieren“,

sagte Studienautorin Anne Reimers.

„Sie sind in manchen Bereichen noch

sichtbar,gerade bei den Jugendlichen

ab elf Jahren was Sport imVerein anbelangt,

aber es scheint so zu sein,

dass diese Unterschiede nicht mehr

so vorherrschen wie bisher.“

Spore statt Polle

Auch die herkömmliche Theorie,

dass Kinder sich in puncto Sportund

Bewegung am Elternteil mit dem eigenen

Geschlecht orientieren,

kommt laut Reimers ins Wanken.

„Das konnten wir so nicht feststellen.

Es scheinen beide Geschlechter

für die Kinder relevant zu sein, was

aber vielleicht auch daran liegt, dass

sich die Geschlechterrollen innerhalb

der Familien verändern.“

Für die Studie hatten die Forscher

Daten aus dem Motorikmodul einer

Langzeit-Beobachtungsstudie ausgewertet,

die federführend am Karlsruher

Institut für Technologie (KIT)

betreut wird. Die Frage war, inwieweit

Eltern, Geschwister oder

Freunde einen Einfluss auf die Bewegungsfreude

von Kindern und Jugendlichen

haben. „Im Prinzip haben

wir feststellen können, dass es

Unterschiede gibt, je nachdem welche

körperliche Aktivität man sich

anschaut: Sport in der Schule, im

Verein, außerhalb des Vereins oder

beim Spielen draußen“, erläuterte

Sportwissenschaftlerin Reimers.

So sei beim Spielen im Freien die

Verfügbarkeit von Freunden sehr

wichtig, beim Sporteln im Verein

eher die Unterstützung der Eltern,

die jüngere Kinder hinbringen

müssten, sich aber auch emotional

für die sportlichen Erlebnisse ihrer

Kinder interessieren sollten. Bei den

Jugendlichen hingegen herrsche der

Einfluss der Clique vor. Die Ergebnisse

der Studie sollen helfen, Programme

zu entwickeln beziehungsweise

zu verbessern, die den Nachwuchs

in Bewegung bringen. (dpa)

Dauerschnupfen kann viele Ursachen haben: Experten raten zu einem Symptomkalender

Tränende Augen, gereizte Bindehäute,

laufende Nase: Wird der

Heuschnupfen über Monate nicht

besser, lässt das den Verdacht zu,

dass nicht allein Pollen für die Symptome

sorgen. Dann nämlich wären

die Beschwerden auf bestimmte Jahreszeiten

beschränkt. Darauf macht

die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie

und Beatmungsmedizin

(DGP) aufmerksam. Schimmelpilzsporen,

Milbenkot oder Tierallergene

könnten ebenso die Ursache eines

allergischen Dauerschnupfens

sein wie bestimmte Inhalte in Nahrungsmitteln,

Naturlatex oder

Schadstoffe in der Innenraumluft.

Um die Beschwerden zu dokumentieren

und mit möglichen Auslösern

in Verbindung zu bringen,

können Betroffene einen Symptomkalender

führen. Für den Nachweis

einer Ursache wirddann in der Regel

ein Hauttest gegen häufige Allergene

gemacht.

Auch Pilzsporen und Milben können Allergien

auslösen.

IMAGO

Findet sich damit der Auslöser

nicht, heißt das aber noch nicht,

dass keine Allergie vorliegt. Möglicherweise

sind seltenere Allergene

für die Symptome verantwortlich. In

solch einem Fall klopft der Arzt die

Gewohnheiten der Betroffenen in einem

Gespräch ab: Beruf, Aufenthaltsorte

und Hobbys zum Beispiel.

Kinder und Jugendliche etwa entwickeln

den Angaben nach vergleichsweise

oft eine Allergie gegen

den Schimmelpilz Alternaria alternata.

Die Allergie äußert sich unter

anderem durch Reizhusten und asthmatische

Beschwerden. Bis in den

frühen Herbst könnten die Pilze

reichlich wachsen –und hohe Luftfeuchtigkeit

begünstigt die Freisetzung

der Sporen. Aus diesem Grund

häufen sich die Krankheitsanzeichen

und Asthmaanfälle zum Beispiel

nach Platzregen oder Gewittern.

Ob Schimmelpilzsporen die Ursache

der Beschwerden sind, lässt

sich mit einem sogenannten Provokationstest

herausfinden, bei dem

bestimmte Allergene gezielt eingeatmet

werden. Eine Behandlungsmethode

bei einer Schimmelpilzallergie

ist die spezifische Immuntherapie,

bei der das Immunsystem schrittweise

an das Allergen gewöhnt

werde. Auch bei einer Pollenallergie

ist so eine Hyposensibilisierung

möglich. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 17

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Gesundheit

Alltagshelfer auf vier Pfoten

Straßenüberblicken, Unterzuckerung erkennen:Assistenzhunde können noch mehr.Die Krankenkasse zahlt die teure Ausbildung allerdingsnur in einem Fall

VonMarie von der Tann

Für einen Sehbehinderten ist

ein Blindenführhund fast

ein kleines Wunder – das

ihm weit mehr Freiheit ermöglicht,

als ein Stock es je könnte.

1916 wurde der erste systematisch

ausgebildete Assistenzhund an den

Kriegsblinden Paul Feyen übergeben.

Seitdem hat sich das Konzept

bewährt. „Der Hund ersetzt das Augenpaar,das

der Blinde nicht nutzen

kann, aber gerade heutzutage dringend

braucht“, erklärtChristin Hutteravom

Deutschen Assistenzhundezentrum.

Ein Beispiel: „Am Straßenverkehr

nehmen immer mehr E-Autos

teil. Sie sind so leise, dass der

Blinde sie nicht hört.“

Der Hund sieht die Autos. Selbst

wenn der Blinde ihm das Kommando

gibt, die Straße zu überqueren,

hat der Hund gelernt, sich zu

weigern – ein möglicherweise lebensrettender

Schutz. Unddie Tiere

können noch mehr als das. Auch

wenn sie im Dienst eigentlich nicht

abgelenkt werden sollen, sind sie ein

wichtiger sozialer Faktor, Türöffner

im doppelten Sinne.„Soziale Barrieren

überwinden sie mit Leichtigkeit,

trösten, beruhigen, bauen Stress ab“,

sagt Huttera.

Die sozialen Fähigkeiten bringt

der Hund in der Regel mit, den Rest

muss er lernen. Das ist zeitintensiv

und teuer, meistens kostet die zweijährige

Ausbildung eine fünfstellige

Summe. Die gute Nachricht: Sehbehinderte

haben gute Chancen auf

eine Kostenübernahme durch die

gesetzliche Krankenkasse.

„Auf Rezept übernehmen wir

Blindenführhunde, also deren Anschaffung,

Ausbildung sowie monatlich

177 Euro für Futter und Tierarzt“,

sagt Michael Ihly,Sprecher der

Techniker Krankenkasse. „Die Voraussetzungen

sind, dass eine Sehbehinderung

vorliegt, derjenige dennoch

mobil ist und sich orientieren

kann.“ Gemeinsam mit einem Kostenvoranschlag

eines Ausbildungszentrums

reicht der Versicherte das

Rezept ein.

Zwei JahreAusbildung

Ausbilder,die auch geeignete Welpen

aussuchen, können Interessierte zum

Beispiel über das Deutsche Assistenzhunde-Zentrum

anfragen. Von der

Geburt des Welpens bis zum Einzug

beim Bedürftigen vergehen allerdings

etwa zwei Jahre. Zunächst

wächst das Tier in einer Pflegefamilie

auf. Wenn es mit etwa zwölf Monaten

kastriert ist, beginnt das ernsthafte

Training. Erst nach der Abschlussprüfung,

frühestens im zweiten Lebensjahr,ist

es in seiner Aufgabe sicher genug,

um den Dienst beim Sehbehinderten

anzutreten.

Dieemotionalen Fähigkeiten, gepaart

mit einer brillanten Nase, ermöglichen

eine ganze Palette an

Hundeberufen. „Wir kennen Signalund

Warnhunde“, so Huttera. Während

der Blindenhund ein Signalhund

ist und agiert, ist beispielsweise

ein Diabetiker-Assistenzhund

einWarnhund, der reagiert. Er macht

Sehbehinderte haben gute Chancen, dass ihre Krankenkasse die Anschaffung,Ausbildung

und den Unterhalt von Blindenführhunden übernimmt.

IMAGO IMAGES

seinen Halter auf eine drohende Unterzuckerung

aufmerksam. Diekann

er mit seiner feinen Nase riechen.

Auch bei Posttraumatischer Belastungsstörung

(PTBS) oder Autismus

können Hunde zu Assistenten

werden. Der PTBS-Assistenzhund

lernt zum Beispiel, Distanz zu Fremden

zu schaffen, er kann auf Kommando

zur Abschreckung bellen

oder Licht in dunklen Räumen anschalten.

Er kann aber auch an Medikamente

erinnern und zur Einnahme

auffordern.

Preis: 25 000Euro

Der Autismus-Hund wird meistens

in Familien mit Kindern eingesetzt.

Er verhindert, dass das Kind einfach

auf die Straße läuft, kann es bei Bedarf

suchen und in emotionalen

Notlagen beruhigen. Bei Gehbehinderungen

haben sich Hunde ebenfalls

bewährt. „Für einen Rollstuhlfahrer

werden heruntergefallene Gegenstände

wie Handy,Schlüssel oder

Geldbeutel zum Problem“, sagt

Laura Anthes vom Verein Vita, der

sich auf Assistenzhunde für körperliche

Beeinträchtigungen spezialisiert

hat.

DiePalette der Fähigkeiten ist dabei

groß: Öffnen und Schließen von

Schubladen oder Türen, das Drücken

von Schaltern, das Ausziehen

von Kleidungsstücken – das alles

kann ein Hund, wenn man es ihm

beibringt. Der Haken: Chancen auf

Erstattung beider Krankenkasse wie

bei einem Blindenführhund gibt es

praktisch nicht. Vita finanziert sich

daher ausschließlich über Spenden,

Fördermitglieder und Sponsoren.

Ein ausgebildeter Assistenzhund

kostet im Durchschnitt 25 000 Euro –

eine Summe,die kaum einer der Bewerber

aufbringen kann. Dass meist

nur bei Sehbehinderten-Führhunden

eine Chance auf Krankenkassen-Erstattung

besteht, hängt auch

damit zusammen, dass die Ausbildung

nur bei diesen Hunden einheitlich

geregelt ist. Assistenzhunde

anderer Professionen genießen aber

trotzdem Sonderrechte im Alltag: Sie

dürfen zum Beispiel meistens mit in

Lebensmittelgeschäfte oder Krankenhäuser,

mitunter auch in die

Flugzeugkabine. Aber nur, wenn der

Halter mit einem Ausweis seine

Schwerbehinderung belegen kann.

Vonden Assistenzhunden abzugrenzen

sind die Therapiehunde.

„Therapiehunde kommen zusammen

mit pädagogischen Fachkräften

zum Einsatz“, erklärt Huttera. Anders

als bei Assistenzhunden ist die

Bezugsperson der Therapeut, nicht

der Hilfesuchende. Therapiehunde

besuchen im Rahmen der tiergestützten

Therapie beispielsweise Seniorenheime

und Palliativstationen.

Die Anforderungen an sie sind

andere als bei Assistenzhunden. Mit

derRasse hat das wenig zu tun, mehr

mit dem Charakter. „Ein Blindenhund

zum Beispiel muss eher souverän

sein als zurückhaltend. Schließlich

muss er ja führen“, sagt Huttera.

„Therapiehunde helfen vor allem

durch sanfte Empathie, hier ist also

mehr Sensibilität gefragt.“ (dpa)

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DIAGNOSTIK UND THERAPIE AUS EINER HAND

Zertifizierte Hautkrebsbehandlung im Helios Klinikum Berlin-Buch

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland rund

200.000 Menschen neu. Entscheidend für die

Prognose des Betroffenen ist eine frühzeitige

und präzise Diagnose der Krankheit sowie eine

umfassende Therapie. Im Juli dieses Jahres wurde

die Dermatologie im Helios Klinikum Berlin-

Buch und ihr bestehendes Hauttumorzentrum

durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert

und bietet eine umfassende Versorgung bei

Hautkrebs.

Seit Oktober 2019 darf die Dermatologie imHelios

Klinikum Berlin-Buch offiziell das Siegel eines

anerkannten Hautkrebszentrums tragen. Voraussetzungen

für diese Anerkennung sind eine Vielzahl

von Bedingungen. Der Fachbereich muss sich

nachweislichund verbindlich an die Einhaltung von

Leitlinien halten, die von der Krebsgesellschaftherausgegeben

werden. Darüber hinaus muss eine

große Anzahl von Behandlungsfällen und somit

Erfahrung bei Tumorbehandlungen nachgewiesen

werden. Weiterhin muss eine Tumorkonferenz

eingerichtet sein, in der über jeden einzelnen

Krankheitsfall im Team mit verschiedenen Fachrichtungen

entschieden wird. Das Helios Klinikum

Berlin-Buch hat den Status eines Maximalversorgers

und ist ausgewiesen für die Behandlung von

Krebserkrankungen aller Art. Ein etabliertes Onkologisches

Zentrum besteht als Voraussetzung

einer fachübergreifenden Versorgung von Tumorpatienten.

„Ein zertifiziertes Krebszentrum zu sein ist

erstrebenswert, da eine solche Einrichtung eine

hohe Qualität in Diagnostik und Behandlung und

die größte Sicherheit für den Patienten garantiert.

Mit diesem Ziel sind wir angetretenund freuen uns

über den Erfolg alle Bedingungen dafür erfüllt zu

haben“, sagt Dr. med. Kerstin Lommel, Chefärztin

der Dermatologie und Allergologie imHelios Klinikum

Berlin-Buch.

Behandlungsmöglichkeiten von Hautkrebs

Rund 21.000 Menschen erkranken jährlich an

schwarzem HautkrebsinDeutschland und die Tendenz

ist weiterhin steigend. Im fernmetastasierten

Stadium galt dieser als unheilbar. Inzwischen haben

neue Therapieformen die Heilungschancen

drastisch verbessert.

Die Behandlungsmöglichkeiten des schwarzen

Hautkrebses sind vielseitig. Es kommen Operationen,

Bestrahlung oder eine medikamentöse Therapie

in Frage. Eine Chemotherapie spielt beim

metastasierten schwarzen Hautkrebs kaum noch

Dr.med. Kerstin Lommel,Chefärztin der Dermatologie undAllergologie imHelios Klinikum Berlin-Buch im Austausch mit Oberarzt Dr.med. Philipp Rehberger und der leitenden Oberärztin Dr.med. Carolin Bouveret. THOMAS OBERLÄNDER/HELIOS KLINIKEN

eine Rolle. „Bei den medikamentösen Immuntherapien

werden heute Substanzen gegeben, die das

Immunsystem zu einer gezielten Tumorzerstörung

befähigen. Diese Substanzenhabensehr hohe Ansprechraten“,

erläutert Dr. Lommel.

In der Regel verstarben früher die Patienten

mit Metastasen, eine Chemotherapie wirkte bei

rund fünf Prozent der Betroffenen. „Mit den neuen

Therapiemöglichkeiten liegen die Ansprechraten

bei 60 Prozent und wir haben mindestens 20

Prozent Langzeitüberlebende. Da diese Therapien

noch nicht lange verfügbar sind und die Betrachtungszeiträume

relativ kurz, wird sich die Zahl der

Langzeitüberlebenden hoffentlich noch erheblich

steigern“, sagt Dr. Lommel. Die Kosten für die neuen

Therapien werden seit 2019 auch für die Behandlung

in weniger fortgeschrittenen Stadien der

Erkrankungvon den Krankenkassen übernommen.

Auch für den weißen Hautkrebs bestehen nun

neben der operativen und strahlentherapeutischen

Behandlung medikamentöse Therapiemöglichkeiten.Ein

Antikörper ist erst in diesemJahr für

fortgeschrittene Tumore zugelassen worden.

Des Weiteren werden zunehmend Patienten mit

weißem Hautkrebs oder dessen Vorläufer an die

Unfallversicherungsträger gemeldet, bei denen der

begründete Verdacht auf Vorliegen einer Berufskrankheit

besteht. Dies bietet dem Betroffenen

und dem behandelnden Arzt eine größere Palette

an Behandlungsmöglichkeiten.

Blickdiagnose Sprechstunde

Neben den innovativen medizinischen Therapiemöglichkeiten

ist aber vor allem eine frühe und

präzise Diagnose wichtig, um Hautkrebs optimal

zu behandeln. Einen ersten Hinweis gibt etwa die

ABCDE-Regel: Wer bei Muttermalen eine Asymmetrie,

unscharfe Begrenzung, dunkle Farbe (engl.

Colour), eine besondere Dynamik beimWachstum

oder Erhabenheit entdeckt, sollte eine genauere

Untersuchung durchden Hautarzt in Erwägung ziehen.

Schnelle Hilfe und eine erste Diagnose bieten

die Experten im Helios Klinikum Berlin-Buch

bei der so genannten Blickdiagnose Sprechstunde

an. Diese steht Patienten ohne Termin immer

montags zwischen 8und 10 Uhr in im Helios Klinikum

Berlin-Buch, Poliklinik Dermatologie, Haus

202, Erdgeschoss, Schwanebecker Chaussee 50,

13125 Berlin, offen. Wenn sich der Verdacht bestätigt,

können die Mediziner zügig erste Behandlungsschritte

einleiten.

KREBS-INFOTAG

Am Samstag, den 9. November sprechen

Spezialisten von 9bis 15 Uhr im Helios

Klinikum Berlin-Buch in Seminaren mit

Interessierten über moderne Krebsmedizin.

Arzt und TV-Moderator Dr. Carsten

Lekutat moderiert eine Expertenrunde

zur fachübergreifenden Krebsbehandlung.

Interessierte können sich über die Website

anmelden, aber auch spontane Teilnehmer

sind herzlich willkommen:

www.helios-gesundheit.de/

krebs-weiter-leben


18 * Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Lokalsport

„Die haben wir alle gebügelt“

Der SV Stahl Hennigsdorf war der beste Rugbyverein der DDR. Das bekam nur niemand mit. Wasist aus dem 27-maligen Meister geworden?

VonChristian Kattner

Das Sparschwein kurzhinter

dem Eingang ist eher

Zierde und schützt den

darunter liegenden Zettel

davor, wegzufliegen. Ein Euro

Eintritt steht da geschrieben. Es ist

jedem Besucher eines Heimspiels

des SV Stahl Hennigsdorf überlassen,

ob er diesen zahlt oder nicht.

Für das Zweitliga-Derby gegen

Hohen Neuendorf klimpert es im

Sparschwein. 200 bis 300 Fans werden

an diesem Nachmittag erwartet.

Gründungsmitglieder, ehemalige

Spieler, Familien. „Das gab es früher

eigentlich nicht so, dawar Fußball

viel interessanter“, erzählt Abteilungsleiter

Olaf Laetsch.

Früher, das war weit vor dem Fall

der Mauer. Vor beinahe leeren Zuschauerrängen

spielte der erfolgreichste

DDR-Verein damals im

Schatten des benachbarten Stahlwerks

mit der großen, weit sichtbarenWerksuhr.

Und das bei dieser Titelsammlung:

27 MalMeister,mehrfach

DTSV-Pokal-Sieger. Das alles

passierte mehr oder weniger unter

Ausschluss der Öffentlichkeit.

Rugby war nicht olympisch und

wurde deshalb auch nicht gefördert.

Diewenigen Schlagzeilen in den damaligen

Zeitungen ließen so manchen

Hennigsdorfer vonVerrückten,

die ihren Gegenspielern Kopf und

Ohren abreißen, sprechen. Frank

Brosowski, der seit 1966 zum Verein

gehört, musste solche Zeilen im

Sportecho zu internationalen Spielen

selber lesen. „Meistens nur negative

Sätze“, sagt der 62-Jährige,

„wenn zum Beispiel ein Spieler einem

anderen das Ohr abgebissen

hat, wurde immer schlecht über

Rugbygeschrieben.“

Typberatung in Toulon

Die Wahrnehmung hat sich geändert.

Heute kann Brosowski seinen

Sport auch im Fernsehen verfolgen,

sehen, wie England das Finale der

aktuellen Weltmeisterschaft erreicht

und dasTrikot an diesem Spieltag gegen

Hohen Neuendorf tragen. Undenkbar,

als er mit Rugby begonnen

hat. Praktisch von der Straße wurde

er in den Verein geholt. Eine Taktik,

die schon bei der Gründung funktioniert

hat. Erwin Thiesies, Gründervater

und erster Trainer,ging sogar in

die Kneipen des Ortes, umdie jungen

Leute anzusprechen.

Klaus Stieg und Gerd Scharn, 84

Jahre alt, kamen so mit Rugby in

Kontakt und haben viel erlebt. Noch

heute sitzen sie gerne im kleinen

Vereinsheim, nur wenige Meter vom

Stadion entfernt, regelmäßig beisammen,

betrachten die Pokale in

den Vitrinen und auf den Regalen

und erzählen Geschichten von früher.

Von den Spielen in Hannover,

Heidelberg, den Kontakten zu Vereinen

in Westberlin und den Fahrten

Zerreißprobe: Richtige Rugby-Shirts gehen so schnell nicht kaputt. OSTKREUZ/SEBASTIAN WELLS (4)

Pyramidenbau in Liga zwei. Reden von alten Zeiten in Hennigsdorf: Heinz Michalzcyk und Klaus Stieg. Heute zählen Muskeln mehr als Masse.

nach Frankreich. Vorallem das Spiel

in Toulon ist Stieg in Erinnerung geblieben.

Beim Empfang des Bürgermeisters

hatte es Sekt, Kekse, einen

Handschlag und einen kleinen Satz

gegeben. „Mir hat er gesagt, dass ich

für einen Rugby-Spieler ganz schön

schmal bin. Aber ihr seid ja hergekommen,

um Rugby zulernen und

nicht, um zu gewinnen“, erinnert

sich der 84-Jährige,während im Hintergrund

die aktuelle Hennigsdorfer

Mannschaft in Rückstand gerät.

Klaus Stieg erspielte sich damals

in Toulon einen 16:9-Erfolg und eine

Revanche. Dass das zeitlich eigentlich

nicht möglich war,daalle Spieler

am Montag im Stahlwerk auf der

Matte hätten stehen müssen, war

kein Problem, da bei solchen Reisen

immer jemand von der Partei oder

Gewerkschaft dabei war. „Der hat

uns gesagt, dass er das mit der Freistellung

regelt“, erzählt Stieg. Daher

bestritt er mit seinen Jungs noch ein

zweites Spiel. Die Schmach der Niederlage

wollten die Franzosen nicht

auf sich sitzen lassen und holten

noch schnell drei Profis dazu, um

den zweiten Vergleich knapp mit

11:9 zu gewinnen.

Stieg war auch dabei, als 1964 bei

einem Turnier in Schweden drei

DDR-Nationalspieler flüchteten und

es in Folge dieser Republikflucht sieben

Jahre überhaupt kein Länderspiel

mehr gab.Nach dem Ende dieser

Strafe ging es zumindest noch in

die Ostblockstaaten. Dennoch erlebte

die Folgegeneration um Frank

Brosowski auch dort noch gewisse

Annehmlichkeiten. „Wenn wir mit

der Nationalmannschaft unterwegs

waren, wurde man von der Arbeit

freigestellt. Da gab es zwei Wochen

vorher ein Trainingslager und dann

ein Turnier in Bulgarien, da war man

schon mal drei, vier Wochen weg.“

Ganz nebenbei konnte man sich

als Rugbyspieler ausrüsten. Neben

den besseren Rugbybällen waren

auch Rugby-Shirts ein beliebtes Mitbringsel,

da eigentlich nur mit Fußballtrikots

gespielt wurde. Aber:

„Wenn du Pech hattest, waren die

Fußballtrikots nach einem Spiel zerrissen.

Die richtigen Rugby-Shirts,

die reißt du nicht kaputt, da reißt du

dir eher die Fingernägel ab.“

Bei Gerätschaften wie einem Gedrängebock

wurde selber Hand angelegt:

Er wurde im Stahlwerk gefertigt.

EinExemplar ist noch heute auf

der Anlage zu sehen. Benutzt wirder

allerdings nicht mehr, die heutigen

Spieler haben andereMöglichkeiten.

Überhaupt sei das Spiel im Vergleich

zu früher unglaublich schnell und

athletisch geworden. „Früher ging es

über Masse, heute sind es Muskeln“,

sagt Frank Brosowski, „wenn man

heute mal die Leute sieht: Da ist ein

Spieler 2,04 Meter groß, wiegt 114 Kilogramm,

aber der könnte noch bei

einer B-Olympiade über 100 Meter

mitsprinten. Ich möchte nicht auf

solche Spieler prallen, da würde ich

nicht mehr aufstehen.“

Mitgliedertendenz steigt

Gemeinsam mit Gerd Scharn ist er

heute noch, wenn es der Körper zulässt,

mit den Alten Herren im Training

aktiv.Brosowski mit einer roten,

Scharnmit einer goldenen Hose,die

signalisiert, dass er nicht mehr körperlich

attackiert werden darf. Spieler

mit einer roten Hose dürfen zumindest

noch leicht angegangen

werden. Doch viel lieber sehen sie

sich heute in der Rolle des Zuschauers.

Heimspiele wie das gegen Hohen

Neuendorfsind Höhepunkte für

die alten Haudegen. „Die älteren

Spieler sind sehr wichtig für den Verein“,

sagt Abteilungsleiter Laetsch,

„sie geben gerne mal Ratschläge,

sind auch immer fast alle bei den

Spielen da und sehr kritisch. Das

Wort ’früher’hörtman öfter.“

Früher hätte die Hennigsdorfer

Mannschaft sicherlich auch nicht

mit 21:48 wie an diesem Nachmittag

gegen Hohen Neuendorf verloren.

Erst recht nicht kurz nach dem Fall

der Mauer. „Dahabenalle westdeutschen

Vereine, der Meister, der Pokalsieger

hier auf unserem Platz verloren.

Die haben wir alle gebügelt“,

sagt Brosowski, „aber irgendwann

wurde unsere Personaldecke immer

dünner.“ 2006 musste Olaf Laetsch

die erste Mannschaft deshalb abmelden,

es gab nur noch 80 Mitglieder.

ImMoment sind es wieder 360,

Tendenz steigend. „Ich bin in die

Schulen gegangen, um vormittags

Werbung dort zumachen“, erzählt

Laetsch, „ich spreche aber auch auf

der Straße Jungs an und frage,obsie

nicht zum Training kommen wollen.“

Wiefrüher.

Christian Kattner

fasziniertdie Historie des

Rugbyinder DDR.

UM DIE ECKE

Abbruch oder Aufbruch?

Derbyhopper aufgepasst!

Hallo, Europa!

Freunde der unfreiwilligen Komik

werden sicherlich ihreFreude an

dem Fakt haben, dass die an diesem

Sonnabend (22.30 Uhr, Sport1) anstehende

Abendveranstaltung des

ziemlich heruntergerockten Sauerland-Boxstalls

als Benefiz-Boxgala in

Kooperation mit der, Achtung, AWR

Abbruch GmbH in Koblenz stattfinden

wird. Werweiß, vielleicht bietet

so ein Abend ja auch Raum für eine

weitereZusammenarbeit?

Unter dem ebenfalls ziemlich

programmatischen Titel „Fighting

for future“ stehen sich zwei Berliner

Halbschwergewichte im Ring gegenüber.Dabei

hat sich der frühereSauerland-Boxer

Enrico Kölling, 29, aus

Prenzlauer Berg vorgenommen,

dem aktuellen Sauerland-Mann

Leon Bunn, 27, den IBF-International-Titel

abzunehmen.

Beim Kampf um die Zukunft bleiben

für Bunn weitere Fragen offen.

Sein Trainer Ulli Wegner, 77, wurde

von Sauerland zum 31. Dezember

gekündigt. Dessen Assistent Georg

Bramowski, 59, kündigte daraufhin

ebenfalls bei Sauerland, zum 30. November.Ende

des Jahres müssen die

drei, in Berlin verbliebenen Sauerland

Boxer Bunn, Albon Pervizaj und

Abass Baraou das Gym imOlympiaparkräumen.

Wiegeht es für sie weiter?

Kann sein, dass auch sie bald einen

neuen Kooperationspartner

brauchen können: bestenfalls irgendeine

Aufbruch GmbH. (kah.)

Alles Müller, oder was? Nun, Gottes

Mühlen mahlen eben langsam.

Aber 2019 ist Berlin nun soweit:

Derbytime, inder Fußball-Bundesliga!

Gut, so wie es früher im englischen

Mittelalter beim Shrovetide in

Derbyshiremal war,ist’s nicht mehr.

Die Zeiten sind vorbei, in denen es

darum ging, mit dem Ball einen gegnerischen

Mühlstein zu berühren,

der etwa fünf Kilometer vomeigenen

Mühlstein entfernt liegt. Aber die

Zahl der Derbyteilnehmer, die an

diesem Wochenende Wasser oder

Bier auf die Mühlen ihrer Vereine

kippen, liegt an diesemWochenende

in Berlin nach Rechnungen von

Lieschen Müller weit über den 1000

von damals. Denn nicht nur in der

Bundesliga steht ein großes Stadtderby

an. In der Regionalliga Nordost

bietet das Wochenende drei von

diesem Schrot und Korn. Was zusammengemüllert

heißt: ein echter

Derbyhopper reist wie des Müllers

Karren und schafft dabei vonFreitag

bis Sonntag vier! Den Auftakt macht

am Freitagabend (19 Uhr) Hertha

BSC II –Lichtenberg 47, am Sonnabend

(13.30 Uhr) geht’s bei Altglienicke

– FCViktoria weiter, ehe um

18.30 Uhr der 1. FC Union gegen die

ersten Herthamänner kickt. Werdanach

nicht zu viel Korn über Mühlsteine

gießt, schafft am Sonntag

(13.30 Uhr) auch noch BAK –BFC

Dynamo, denn es heißt ja so schön:

Ähre, wemÄhregebührt. (kah.)

Bis auf die Tischtennisspielerinnen

des TTCEastside sind Berliner

Frauenmannschaften, die sich

sportlich auf europäischer Ebene

messen, rar. Im ersten Jahr ihres Bestehens

haben sich nun die Wasserballerinnen

der Wasserfreunde

Spandau 04 als deutsche Meisterinnen

für die Euroleague qualifiziert

und damit den europäischen Zirkel

erweitert. „Wir möchten unsereVorreiterrolle,

die wir seit 30 Jahren im

Herrenbereich ausfüllen, auf den

Damenwasserball ausweiten. Und

natürlich ist diese Mannschaft auch

eine Bereicherung für die Sportstadt

Berlin“, sagt Vereinspräsident Hagen

Stamm. Noch bis Sonntag findet das

viertägige Vorrundenturnier in der

Schwimmhalle in Berlin Schöneberg

am Sachsendamm mit Teams aus

Spanien, Italien, Ungarn und der

Slowakei statt. Die besten drei

Mannschaften qualifizieren sich für

die nächste Runde.

Stamms Sohn Marko, der die

Wasserballerinnen trainiert, hat vor

der ersten Partie am Donnerstag gegen

die Spanierinnen von CNMediterrani

festgestellt:„Es sind natürlich

alle Mädels vor dem ersten Spiel auf

europäischer Bühne aufgeregt.“

Am Freitag spielen die Spandauerinnen

(19 Uhr) gegen SG Olympia

aus der Slowakei, am Sonnabend (18

Uhr) gegen Plebiscito Padova aus Italien

und am Sonntag (11.30 Uhr) gegen

BVSC Zuglo aus Ungarn. (kah.)


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 19 *

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Sport

Saison

der

Gegensätze

Die Washington Nationals

gewinnen die World Series

Auch Donald Trump gratulierte,

und selbstverständlich tat er dies

bei Twitter. „Glückwunsch an die

Washington Nationals für eine großartige

Saison und eine unglaubliche

World Series“, schrieb der US-Präsident,

„Spiel sieben“, ergänzte er,

„war großartig“. Auf die obligatorische

Einladung ins Weiße Haus verzichtete

er zunächst − womöglich ist

er beleidigt, weil er beim fünften

Spiel der Finalserie der Major League

Baseball (MLB) lautstark ausgebuht

wurde.

Als 1924 zum letzten Mal eine

Baseball-Mannschaft aus der US-

Hauptstadt die World Series gewann

und in das Weiße Haus eingeladen

wurde,regierte dortein gewisser Calvin

Coolidge,der Klub hieß Senators

und wurde 1961 zu den Minnesota

Twins. 34718 Tage später gewannen

die Nationals, die von 1969 bis 2004

die Montreal Expos waren, das siebte

und finale Spiel bei den Houston Astros

mit 6:2 −mit dem siebten Auswärtssieg

einer kuriosen Serie.

Triumph der Widerspenstigen

Es war der Triumph der Widerspenstigen.

Denn im Gegensatz zur Behauptung

von Trump war beileibe

nicht die gesamte Saison der Nationals

großartig. Keiner hatte sie auf

der Rechnung, zumal sie im Märzihren

Superstar Bryce Harper an die

Philadelphia Phillies verloren hatten.

Harper wollte endlich einen Titel

gewinnen −bei seiner Vorstellung

in Philadelphia sagte er dann aber

prompt den Satz:„Wir wollen den Titel

nach D.C. zurückholen.“ Einprophetischer

Versprecher des Abtrünnigen.

Ohne Harper ging es den Nats zunächst

mal miserabel. Ende Maihatten

sie eine fürchterliche Bilanz von

19 Siegen und 31 Niederlagen, Chefcoach

Dave Martinez stand vor der

Ablösung und das Management

dachte schon darüber nach, die

Mannschaft komplett umzubauen.

Aber dann kam alles ganz anders.

„Wir haben damals nicht aufgegeben“,

betonte Martinez, „wir haben

jetzt nicht aufgegeben.“ In der Finalserie

hatte seine Mannschaft bereits

2:3 zurückgelegen und feierte dann

ein sensationelles Comeback.

Die Entscheidung in dieser verrückten

Seriefiel im siebten Spielabschnitt

des siebten Spiels. Houstons

Chefcoach A.J. Hinch wirdsich wohl

auf ewig fragen lassen müssen, was

ihn in diesem siebten Inning geritten

hat. Zack Greinke,einer der drei herausragendenWerfer

der Astros,hatte

gerade einen Homerun zugelassen

und es einem Schlagmann ermöglicht,

ohne Treffer zur ersten Base zu

gelangen: Kommt vor, zumal gegen

die treffsichersten Spieler des Gegners.

Krasse Fehlentscheidung

Hinch reagierte trotzdem ungehalten

und holte den ansonsten überragend

werfenden Greinke vom Feld.

„Ich wollte ihn lieber zu früh als zu

spät auswechseln“, sagte er, „es ist

eine Entscheidung, mit der ich leben

muss.“ Er wird wohl schlecht damit

leben, denn: Hinch leitete die Niederlage

ein. Sein erster Ersatzwerfer

patzte, der umgehend eingewechselte

zweite ebenfalls. Als der siebte

Spielabschnitt vorbei war,hatten die

zuvor schon frustrierten Nationals

aus einem 0:2 ein 3:2 gemacht.

„Was für eine Geschichte“, sagte

Washingtons Klubidol Ryan Zimmermann,

„so wie dieses Spiel lief

unsere gesamte Saison ab.“ Und

trotz des World-Series-Triumphs

werden die Nats schon wieder unterschätzt:

Die Buchmacher in Las Vegas

haben bereits die Wettquoten für

die kommende Saison festgelegt: Die

Houston Astros stehen mit einer

Quote von 1:5 ganz vorne −die Washington

Nationals nur auf Rang

sechs (1:14). (sid)

Zeit für Belohnungen

Nach dem mühsamen Erfolg im Pokal hofft Borussia Dortmund auf einen nachhaltigen Aufschwung

VonDaniel Theweleit, Dortmund

Ohne jeden Zweifel sind

die Gedanken, die sich

Julian Brandt über seinen

Beruf macht von einer

größeren Tiefe als das Offensivspiel

von Borussia Dortmund während

der vergangenen Wochen. Der

23 Jahre alte Nationalspieler trägt

immer wieder kluge Berichte zur

Lage vor und ist dabei bemerkenswert

offen. Ein paar Geheimnisse

des Fußballsports bleiben allerdings

auch für ihn ungelöst.

Er denke hin und wieder darüber

nach, ob kriselnde Fußballmannschaften,

die einen Moment der Befreiung

herbeisehnen, am ehesten

durch einen „klassischen, souveränen

4:0-Sieg“ vorankommen, erzählte

er am Mittwochabend nach

dem alles andere als souveränen 2:1

(0:0) gegen Borussia Mönchengladbach

im DFB-Pokal. Oder ob es nicht

besser ist, „als Mannschaft so ein

Spiel zu drehen“, in dessen Verlauf

man „in der Bredouille“ ist. EinSpiel

wie dieses am Mittwoch.

Sollte den Dortmundern als

Mannschaft und Brandt als Spieler in

den kommenden Wochen tatsächlich

eine Art Aufschwung gelingen,

spricht vieles für die zweite These.

Denn es war Brandt, der mit zwei

Treffern in der Schlussphase den

drohenden Sturz auf einem neuen

Tiefpunkt dieser schwierigen Saison

verhinderte. Innerhalb von drei Minuten

verwandelte er einen 0:1-

Rückstand in eine 2:1-Führung, die

bis zum Abpfiff hielt. Es waren seine

ersten Tore für den BVB seit August.

Niemand war so kühn, danach den

Begriff Mentalität in den Mund zu

nehmen, um den es im Dortmunder

Umfeld zuletzt heftige Debatten gegeben

hatte. Dieses schwere Spiel

mit solch immenser Bedeutung für

die Atmosphäre imArbeitsalltag gedreht

zu haben, taugt allerdings bestens

als Indiz für eine tadellose Ein-

ZAHLEN

Fußball

DFB-Pokal, 2. Runde

Kaisersl. -1.FCNürnb.2:2 (2:2, 1:1) n.V.,6:5 i.E.

SC Verl -Holstein Kiel 1:1 (1:1, 1:1) n.V.,8:7 i.E.

VfL Wolfsburg -RBLeipzig 1:6 (0:1)

Werder Bremen -Heidenheim 4:1 (4:1)

Fortuna Düsseldorf -Erzgeb.Aue 2:1 (1:1)

Bor.Dortmund -M’gladbach 2:1 (0:0)

Hertha BSC -D.Dresden 3:3 (2:2, 0:1) n.V., 8:7 i.E.

FC St. Pauli -Eintr.Frankfurt 1:2 (1:2)

MSV Duisburg -TSG Hoffenheim 0:2 (0:0)

1. FC Saarbrücken -1.FCKöln 3:2 (0:0)

SC Freiburg -1.FCUnion Berlin 1:3 (1:1)

Hamburger SV -VfB Stuttgart 1:2 n.V.(1:1)

VfL Bochum -BayernMünchen 1:2 (1:0)

Darmstadt 98 -Karlsruher SC 0:1 (0:0)

BayerLeverkusen -SCPaderborn 1:0 (1:0)

Bundesliga, 10. Spieltag

1899 Hoffenheim -SCPaderborn Fr.,20.30 Uhr

Borussia Dortmund -VfL Wolfsburg Sa., 15.30 Uhr

RB Leipzig -Mainz 05 Sa., 15.30 Uhr

BayerLeverkusen -M’gladbach Sa., 15.30 Uhr

Eintr.Frankfurt-BayernMünchen Sa., 15.30 Uhr

Werder Bremen -SCFreiburg Sa., 15.30 Uhr

1. FC Union -Hertha BSC Sa., 18.30 Uhr

Fortuna Düsseldorf -1.FCKöln So., 15.30 Uhr

FC Augsburg -Schalke04 So., 18.00 Uhr

2. Bundesliga, 12. Spieltag

Hannover96-SVSandhausen Fr., 18.30 Uhr

Jahn Regensburg -VfL Osnabrück Fr., 18.30 Uhr

FC St. Pauli -Karlsruher SC Sa., 13.00 Uhr

Gr.Fürth -Darmstadt 98 Sa., 13.00 Uhr

ErzgebirgeAue -1.FCHeidenheim Sa., 13.00 Uhr

VfB Stuttgart-Dynamo Dresden So., 13.30 Uhr

Arminia Bielefeld -Holstein Kiel So., 13.30 Uhr

Wehen Wiesbaden -Hamburger SV So., 13.30 Uhr

VfL Bochum -1.FCNürnberg Mo., 20.30 Uhr

Julian Brandt erlöste Borussia Dortmund mit seinem zweiten Treffer.

stellung und eine enorme Willenskraft.

Wobei niemand abstritt, dass

die Darbietung des BVBeine Stunde

lang„viele Fehler im Spiel“ enthalten

hatte, wie Torhüter Marvin Hitz anmerkte.

Favres Jubelakt

Der für seine auf Kontrolle ausgerichtete

Spielweise in der Kritik stehende

Trainer Lucien Favre freute

sich dennoch so sehr über Brandts

Siegtreffer zehn Minuten vor dem

AP/MEISSNER

Ende, dass er sogar seinen unter der

Woche im Training erlittenen Faserriss

im Oberschenkel vergaß und

sich zu einem schmerzhaften Jubelakt

hinreißen ließ. „Er meinte, dass

das in dem Moment schöne Schmerzen

waren“, berichtete Brandt später.

Die Freude über den Einzug ins

Achtelfinale wirdschließlich vonder

Hoffnung verstärkt, dass nun tatsächlich

eine grundsätzliche Wende

zum Guten gelingen könnte.Und die

Figur des Julian Brandt verkörperte

Tankgutschein on Topvom 31.10. bis 02.11.2019

diese Hoffnung geradezu beispielhaft.

Wie die gesamte Mannschaft

hatte der ehemalige Leverkusener 70

Minuten lang gute Momente,immer

wieder war er aber auch an missglückten

Aktionen beteiligt. Wiesein

Team sucht er nach einer Form, auf

deren Grundlage dauerhaft gute

Leistungen möglich werden. Bisher

gehörte der im Sommer für 25 Millionen

Euro aus Leverkusen ins Revier

gewechselte Profi zu den Enttäuschungen

im Kader.„Für mich war es

sehr wichtig, mich selber mal zu belohnen“,

sagte Brandt nun. Nachdem

er in den vergangenen Wochen

mal auf der Außenbahn, mal als Angriffsspitze

aber nur selten im Zentrum

hinter dem Stürmer spielen

durfte, ersetzte er an diesem Abend

den mit muskulären Problemen

pausierenden MarcoReus auf seiner

Lieblingsposition. Brandt „hat hart

dafür gearbeitet“, berichtete Sebastian

Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Zwar habe er bei seinen

Treffern auch „ein bisschen Glück“

gehabt,„aber in der zweiten Halbzeit

hat er es sehr, sehr gut gemacht. Die

zwei Tore werden ihm sicher Selbstvertrauen

geben und insgesamt

auch Schwung.“

Tatsächlich bergen die kommenden

Tage das Potenzial zu einer

Wende. Sollte das Ensemble die

kommendeWoche mit Partien gegen

Wolfsburg, Inter Mailand und dann

beim FC Bayern erfolgreich absolvieren,

ist der Ärger des Oktobers

womöglich bald überwunden. Und

bevor Brandt gegen Mitternacht Feierabend

machte, trug ernoch eine

interessante Theorie vor, die solche

Hoffnungen schürt: Der BVB sei ein

Verein mit einem besonders ausgeprägten

Glauben an das Unwahrscheinliche,

denn hier seien „schon

viele schräge Sachen passiert“, sagte

er.Wer kann da schon ausschließen,

dass die Dortmunder anfangen zu

spielen wie Champions?

NULL-KOMMA-FIX-LEASING-Aktionstage

NACHRICHTEN

Eisbären gewinnen mit 3:2

nach Penaltyschießen

EISHOCKEY. DieEisbären haben mit

3:2 nach Penaltyschießen bei den

NürnbergIce Tigers gewonnen und

Platz sechs gefestigt. Denentscheidenden

Strafschuss verwandelte Lukas

Reichel. Überschattet wurde die

Partie vonder Verletzung Sean Backmans,der

nach einem Check mit

Verdacht auf Gehirnerschütterung

ins Krankenhaus musste.

Die Finals 2020 finden in

Nordrhein-Westfalen statt

SPORTPOLITIK.„Die Finals“ werden

2020 in Nordrhein-Westfalen stattfinden.

WieZDF-Sportchef Thomas

Fuhrmann am Donnerstag bestätigte,werde

es am ersten Juni-Wochenende

kommenden Jahres die

Neuauflage der deutschen Meisterschaften

unter dem Namen „Finals

Rhein Ruhr 2020“ geben.

Vehverlässt den 1. FC Köln

zum Saisonende

FUSSBALL. Sportchef Armin Veh, 58,

wirdden 1. FC Köln nach Saisonende

verlassen. Der58Jahrealte Vehkam

im Dezember 2017 als Geschäftsführerzuden

Kölnern. „Der FC hat nun

Planungssicherheit und genügend

Zeit, den richtigen Mann für meine

Nachfolge zu finden“, sagte Veh.

BR Volleys treten im Pokal

bei den Netzhoppersan

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VOLLEYBALL. Im Achtelfinale des

deutschen Pokals treten die BR Volleys

am Sonntag (16 Uhr, sporttotal.tv)

bei den Netzhoppers KW in

Bestensee an. Nach zuletzt sechs Siegen

in sechs Pflichtspielen sagte Manager

KawehNiroomand: „Jetzt wollen

wir am Sonntag an die zuletzt gezeigten

Leistungen anknüpfen.“

Gesamtverbrauch(l/100 km) derbeworbenen Modelle: kombiniert: 7,7 –3,7; CO2-Emissionen kombiniert(g/km): 200 –90; Energieeffizienzklasse D–A+.

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Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 – S eite 20

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Sport

Hertha-Keeper Kraft wehrtimElfmeterschießen den Versuch von Dresdens Kevin Ehlersab.

OTTMAR WINTER

Und alles offen

Union-Coach Fischer istüberzeugt, dassHerthaBSC im Hinblick auf das Stadtderby durchdie Pokalschlacht gegen Dresdenkeinen Nachteil erfahren hat –imGegenteil

VonMarkus Lotter

AmMittwochabend war Urs

Fischer,wie der Trainer des

1. FC Union am Tagdarauf

im prall gefüllten Presseraum

seines Arbeitgebers selbst berichtete,zuGast

im Olympiastadion.

Als Augenzeuge einer Partie, bei der

der Sieger doch tatsächlich erst um

23.44 Uhrfeststand. „Das ist das,was

den Pokal ausmacht, für mich im

Stadion“, sagte der Schweizer,„aber

auch für alle vordem Fernseher.“

Ja, die Spieler von Hertha BSC

und Dynamo Dresden hatten sich

vor etwas mehr als 70 000 Zuschauerninder

Tateinen erinnerungswürdigen

Schlagabtausch geliefert. Mit

einem wechselvollen Verlauf inklusive

Verlängerung und Elfmeterschießen,

das Herthas Jordan Torunarigha

mit seinem Treffer zum 3:3 ja

erst in der Nachspielzeit der Verlängerung

erzwungen hatte. Mit einem

Torhüter namens Thomas Kraft, der

beim Showdown der Nerven zwei

Versuche der Dresdner parierte und

für Hertha das Fortkommen ins Achtelfinale

des nationalen Pokalwettbewerbs

sicherte. Endstand: 8:7

nach Elfmeterschießen. Auswirkungen

auf das Stadtderby am Sonnabend

um 18.30 Uhr imStadion An

der Alten Försterei zwischen Union

und Hertha: ungewiss.

Späte Leistungssteigerung

„Ich glaube, am Schluss, wenn du

dann doch noch gewinnst, dann hat

das einen nicht allzu großen Einfluss

auf das Spiel am Samstag. Da regenerierst

du zwangsläufig auch

schneller, besser, weil du positive

Gefühle mitnimmst. Vondaher hab

ich jetzt nicht das Gefühl, dass die

Verlängerung große Spuren bei Hertha

hinterlässt. Auch dass sie einen

Tag nach uns gespielt haben, das

kannst du wegstecken. Das kriegst

du hin, das haben ja auch wir nach

dem Spiel bei den Bayern in Freiburg

gezeigt“, antwortete Fischer auf eine

entsprechende Frage.

Es sprach da der erfahrene Fußballlehrer,

der um die Wirkung eines

nach allerlei Wirrungen und Irrungen

erzielten Erfolgserlebnisses

weiß. Es sprach da aber auch der

Fußballlehrer, der tunlichst vermeiden

wollte, dass seiner Mannschaft

nach dem schweren Gang des Ortsrivalen

im Hinblick die erste

Union-Coach

UrsFischer

GETTY IMAGES/MUELLER

Bundesliga-Partie zwischen

Rot-Weiß und Blau-

Weiß die Favoritenrolle zugespielt

wird. Für den

Sonnabend kam der 53-

Jährige letztlich zu folgendem

Schluss: „Derby ist

Derby. Aber Stadtderby ist

schon noch ein bisschen

spezieller. Wenn du da

überdrehst, kommt es

nicht gut. Einschlafen aber solltest

du auch nicht. Das Spiel geht nicht

nur über den Kampf, sondern auch

spielerische Lösungen sind gefragt.“

Getragen vomeuphorischen Moment

waren auch die Hertha-Profis,

die sich um Mitternacht in der

Mixed-Zone des Olympiastadions

zum Stelldichein mit den Reportern

eingefunden hatten, zumindest hinsichtlich

der Frage nach der kräfteraubenden

Pokalspätschicht mit Fischer

einer Meinung. „Es wird nun

das Allerwichtigste sein, dass wir uns

gut erholen, was nach so einem intensiven

Spiel nicht einfach wird“,

sagte beispielsweise Mittelfeldspieler

Marko Grujic:

„Aber im Derbywerden

uns die Emotionen sowieso

noch einmal einen

zusätzlichen Push geben.“

Marius Wolf, der Flügelspieler,der

zusammen mit

seinen Kollegen erst durch

eine späte Leistungssteigerung

die Blamage gegen

den von 35000 Fans in

Schwarz und Gelb unterstützten

Zweitligisten abwendet hatte, ging

sogar noch einen Schritt weiter. „So

ein Sieg“, sagte er,„kann auch beflügeln

und ein Vorteil für uns sein. Ich

denke, dass jeder Spieler heiß ist.

Dass sind Spiele, die noch ein paar

Prozent mehr herauskitzeln. Wer

sich da nicht drauf freut –daweiß ich

auch nicht.“

In der nüchternen Analyse dürfte

auch Fischer fernab aller Fitness-

Spekulationen allerdings nicht entgangen

sein, dass Hertha BSC lange

Zeit doch arge Probleme mit dem

energischen und körperbetonten

Spiel des Underdogs aus Sachsen

hatte. Nur in wenigen Situationen

war die Elfseines Pendants Ante Covic

in der Lage, ihre spielerische

Klasse zu entfalten.

Rüffel für Stark

Grujic entglitt im Zentrum immer

wieder die Kontrolle über das Geschehen,

das Spiel über die Außen

wollte nicht so richtig in Gang kommen.

In der regulären Spielzeit eigentlich

nur einmal zwingend, nämlich

in der 48. Minute, als Ondrej

Duda mit einem Pass auf Wolf das

Spiel beschleunigte und Dodi Lukebakio

die Hereingabe von Wolf zum

1:1 verwertete. Letztgenannter war

es auch, der in der 85. Minute an der

Strafraumkante den von Duda im

Anschluss verwandelten Strafstoß

zum 2:1 zog.

Undinder Defensiveoffenbarten

die Herthaner einmal mehr allerlei

Abstimmungsprobleme sowie doch

erstaunliche Schwächen in der Zweikampfführung.

Insbesondere Nationalspieler

Niklas Stark, der in der 90.

Minute sich wie wild auf Moussa

Koné stürzte, obwohl der Dresdner

Stürmer samt Ball eher Richtung

Eckfahne denn Richtung Hertha-Tor

unterwegs war. Vom Trainer bekam

der Abwehrchef dafür gleich mal einen

Rüffel, Covic sprach von einem

„völlig bescheuerten“ Einsteigen,

das den Foulelfmeter durch Patrick

Ebert verwandelten Foulelfmeter

und damit auch die Extraschicht zur

Folge hatte.

DasSchlusswortvertrauen wir an

dieser Stelle aber einem Routinier

an. „Bei einem Stadtderby, das zum

ersten Mal in der Geschichte passiert,

gibt es keinen Favoriten. Ich

glaube, daist alles offen“, sagte Hertha-Kapitän

Vedad Ibisevic am Donnerstag.

Und: „Bei so einem Spiel ist

das, was bislang in der Saison passiertist,

nicht so wichtig.

Derby-Duell im Hintergrund, Teil 4: die Physiotherapeuten

Bleiben, bis alle glücklich sind

VonMarkus Lotter

Frank Placzek ist das,was man ein

Arbeitstier nennt. Einer, der

keine Arbeitsstunden zählt, sondern

seine Arbeit als Berufung versteht. Er

kommt, wenn die Profis des 1. FC

Union noch zu Hause beim Frühstück

sitzen. Er bleibt, bis alle Profis

glücklich sind.

Frank Placzek ist der dienstälteste

von drei Physiotherapeuten bei den

Eisernen. Seit inzwischen fast 16 Jahrenknetet

er in derVor- und Nachbereitung

der Spiele die Muskeln der

Berufsfußballer,legt Tapes an, sprintet

samt Notfall-Box während der

Spiele dem Mannschaftsarzt hinterher,wenn

einer der eisernen Akteure

ein Wehwechen oder eben auch eine

schwereVerletzung erlitten hat. Er ist

Kneten als Berufung:

Frank Placzek

IMAGO IMAGES/CONTRAST

der Mann, dem die Spieler ihren Körper,aber

auch gernmal ein Geheimnis

anvertrauen. Er ist also weitaus

mehr als ein Physiotherapeut, sondernauch

im besten Sinne der Kummerkasten.

Dabei ist es natürlich vonVorteil,

dass Frank Placzek selbst mal Profi

war.Nachdem er im Herbst 1987 von

Vorwärts Dessau zu Union gewechselt

war,absolvierte er insgesamt 217

Pflichtspiele in Rotund Weiß. Als Abwehrmann

war er fast immer

Stammspieler,und doch wurde 1997

sein Vertrag nicht verlängert. Also

was tun? Wiederaufnahme des Pädagogik-Studiums,

das er nach dem

Mauerfall aufgrund der Abschaffung

der Sonderstudienpläne für Leistungssportler

nicht ganz unfreiwillig,

beendet hatte? Undenkbar! Also

der Empfehlung Peter Meiers folgen.

Meier war von1992 bis 1994 Physiotherapeut

bei Union. „Ein super

Typ“, hat Placzek im UNVEU-Magazin

erst vor kurzem erzählt, „einer

mit einem guten Draht zu den Spielern.

Da dachte ich mir:Sowie er das

macht, das kann ich mir auch vorstellen.“

Nicht die schlechteste Idee,

wie sich gezeigt hat.

VonChristianSchwager

Die Spur der Faszien

Geht den Schmerzen auf den

Grund: Michael Becker

Sie liegen noch dichter beieinander,

als sie vermuten werden,

sind sich sehr ähnlich in dem, was

sie tun. Ante Covic, der Cheftrainer

von Hertha BSC, arbeitet mit Strukturen,

die direkt miteinander zusammenhängen.

Genau wie Michael Becker,der

Physiotherapeut bei Hertha

BSC. Der eine muss Mannschaftsteile

zu einem Gesamtbild zusammenfügen,

der andere Körperregionen

eines Fußballers. Die Arbeit des

einen hängt mit der des anderen zusammen,

das sowieso, auch wenn

das Ergebnis dieses Teamworks zuerst

mit dem Trainer in Zusammenhang

gebracht wird.

Michael Becker ist einer von drei

Physiotherapeuten bei den Charlottenburgern.

Er ist außerdem Osteopath,

fünf Jahre lang hat er diese

Form der Medizin studiert. Sein

Werkzeug sind die Hände, sein Augenmerk

gilt sogenannten Faszien,

dünnen, sehnenartigen Hüllen aus

Bindegewebe. Sie hängen miteinander

zusammen.

Deshalb wird ein Schmerz nicht

immer dort spürbar, woerentsteht.

IMAGO IMAGES/THONFELD

Ein zwickendes Knie kann seine Ursache

in einem schiefen Becken haben.

Da befindet sich der Osteopath

wieder nah beim Trainer. „Eine Verkettung

von Problemchen führt am

Ende zu einem Problem“, sagt Becker,wobei

seine Hände die Aufgabe

übernehmen, die bei Covic die Augen

erfüllen, indem er sich Faszie für

Faszie zum Kern der Beschwerden

vortastet.

Michael Becker sowie seine Kollegen

David de Melund Frederick Syna

sind für die Spieler rund um die Uhr

erreichbar. Mit Covic und dessen

Stab stehen sie ständig im Austausch,

damit Problemchen nicht zu

Problemen werden, die am Ende in

der Tabelle sichtbar werden. Damit

die Faszien vor allem eins bleiben:

auf schmerzfreie Artfaszinierend.


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Zum 80. Geburtstag

des deutsch-türkischen

Dichters Aras Ören

Seite 23

„Was kann man dem Schlamassel entnehmen?“

Ulrich Seidler sucht nach strukturellen Gründen für die Führungskrise im Theater an der Parkaue Seite 22

Bushido

Schluss mit

lustig

Christian Schlüter

begrüßt ein Gerichtsurteil

gegenden Rapper Bushido

Okay,jetzt ist es amtlich, das Bundesverwaltungsgericht

in Leipzig

hat nach einigem vorinstanzlichen

Hin und Her entschieden, das

gemeinhin am amerikanischen

Gangsta-Rap angelehnte dichterische

Werk des Sprechgesangsartisten

Bushido als jugendgefährdend

einzuordnen. Zumindest in Teilen:

In dem Verfahren ging es um Bushidos

Album„Sonny Black“ (2014) und

eine entsprechende Indizierung der

Bundesprüfstelle am 21. April 2015,

gegen die sich der Berliner Künstler

juristisch zur Wehr setzte.„Diehemmungslose

Gewaltdarstellung zieht

sich durch die Titel“, erklärt nun der

Leipziger Richter Thomas Heitz.

Frauen und Homosexuelle würden

durch „vulgäre Sprache“ herabgewürdigt.

Die Indizierung sei deswegen

rechtens.

Bushido gab nach der Verhandlung

zu bedenken, wie schwierig es

sei, mit der Rapper-Sprache in einer

„komplett anderen Abteilung

auf Verständnis zu stoßen“, und bat

damit implizit um Beachtung und

Wertschätzung des künstlerischen

Eigensinns bei seinem Schaffen.

Gleichwohl zeigte er sich trotz

Gangsta-Attitüde als guter Staatsbürger

und akzeptierte die rechtsstaatlich

gezogene Linie: „Ich bin

abgeschmiert auf ganzer Linie.“

Beinahe schon geläutert versprach

der mittlerweile 41-Jährige auch,

künftig weniger Gründe für Indizierungen

zu liefern, sagte aber

auch: „Ich möchte darauf aufmerksam

machen, dass ich nicht frauenund

schwulenfeindlich bin.“

Dass Indizierungen nicht helfen,

die Jugend vondem ausweisbar sexistischen,

homophoben und antisemitischen

Kulturgut fernzuhalten, sondern

imdigitalen Zeitalter leicht zu

befriedigende Anreize schaffen, ist

zwar richtig. Aber darum allein geht

es nicht. Denn: Bushidos Überschreitungsästhetik

setzt aufs Ressentiment,

insoweit es über seine Texte hinausreicht

und -wirkt –erst das ist

Gangsta-Style.Und dafür sind Polizei

und Gerichte zuständig.

Die jugendlichen Öko-Aktivisten bei einer ihrer Aktionen

Gegen die Regeln

Tagesaktualisiert: Die Netflix-Serie „Wir sind die Welle“ hatnur noch wenig mit der Buchvorlage zu tun

VonTorsten Wahl

Großer Jubel im Saal, als

der Politiker Horst

Berndt auf dem Podium

verspricht, nach seinem

Wahlsieg werde inder Stadt endlich

„ausgemistet“. Die Partei

heißt hier „NfD“ und ähnelt in

Symbolik und Vokabular stark der

AfD. Der rote, nach oben zeigende

Pfeil auf dem hellblauen Parteilogo

ähnelt einer Welle.

Wie anfällig gerade junge Menschen

für einen autoritären Führerkult

sind, danach hatte der Kinofilm

„DieWelle“ vorelf Jahren gefragt. Der

Film von Dennis Gansel basierte auf

einem realen Schulexperiment, das

1967 in Kalifornien durchgeführt

worden. Jürgen Vogel spielte in der

nach Deutschland übertragenen Geschichte

einen charismatischen

Lehrer, der eine totalitäre Bewegung

gründet, um seinen Schülern ihre

Verführbarkeit zu demonstrieren.

Der Film mit Max Riemelt, Jakob

Matschenz, Elyas M’Barek und Frederick

Lau war mit 2,5 Millionen Zuschauernein

großer Kinoerfolg.

Dennis Gansel und sein damaliger

Ko-Autor Peter Thorwarth haben

„Die Welle“ nun als Serie für Netflix

neu produziert–und dabei komplett

umgedreht und aktualisiert. Denn

die Helden, die von sich behaupten

„Wir sind dieWelle“, ordnen sich keineswegs

irgendeiner Autorität unter,

sondernorganisieren sich selbst.

Sieverabreden sich zu Aktionen

gegen Plastikmüll, gegen Fastfood,

gegen die sinnlose Vernichtung

von teurer Kleidung, gegen Umweltzerstörer.

Thematisch ist die

Serie damit auf der Höhe der Zeit,

sie war aber schon abgedreht, als

die Bewegung „Fridays for Future“

für anhaltend hohe Wellen sorgte.

Statt um einen Führer schartsich

die Gruppe 17-Jähriger hier um einen

unangepassten Anführer: Tristan

(Ludwig Simon) kommt als Freigänger

aus dem Jugendknast ans Geschwister-Scholl-Gymnasium

im

fiktiven Meppersfeld und spricht gezielt

Außenseiter an: Zazie (Michelle

Bartel) wird als „Psycho“ gemobbt,

Hagen (Daniel Friedl) als dicklicher

Öko im Strickpulli, der gebürtige Libanese

Rahis (Mohamed Issa) als

„Kanake“. Vorallem aber gewinnt er

die smarte Streberin Lea (Luise Befort)

für sich: Sie mistet schon nach

der ersten Lektürevon Naomi Kleins

„No Logo“ ihren Kleiderschrank aus

und stellt dem Zuschauer immer

wieder die entscheidenden Fragen:

„Was würdest du riskieren für deine

NETFLIX

Ideale, deine Zukunft?“ Zugleich behauptet

sie: „Wir werden die Welt

nicht verändern, wenn wir uns an

die Regeln halten!“ Lea ist auch diejenige,

die die eigenen Methoden

immer wieder infrage stellt.

Mag die starke Typisierung der

Fünfer-Clique anfangs noch wie das

Element einer typischen Jugendserie

wirken, so schaffen es die Schauspieler

schnell, sich freizuspielen, echte

Individuen zu verkörpern. Ludwig

Simon strahlt Kraft und Charisma

aus, Luise Befort, in der TV-Serie

„Club der roten Bänder“ als magersüchtiger

Teenager aufgefallen, besitzt

ein ungemein ausdrucksstarkes

Gesicht –die Netflix-Welle wird ihr

großes Talent in alle Welt hinaustragen.

Dabei gestattet sich die Serie

auch viele private Momente. Wie

hier nebenbei drei junge Paare zusammenfinden

und um ihreFreundschaft

kämpfen, das ist anrührend

und komisch zugleich. Selten hört

man so frische, ungekünstelte Dialoge

wie hier.

Viel Sorgfalt verwendet die Serie

darauf, die Protestaktionen der jungen

Anarchisten wirklich kreativ und

originell aussehen zu lassen –ihre

Videos sorgen schließlich schnell für

Nachahmer in ganz Deutschland. So

werden die Anleger eines Immobilienfonds

auf einer Gala erst zu einem

makabren Applaus gegen die Schwachen

der Welt animiert –dann werden

ihnen Heuschrecken auf dem

Silbertablett serviert. Und der

deutschnationale Brandredner aus

der Ouvertüre wird nach einer trickreichen

Entführung auf eine ganz

besondereWeise bloßgestellt.

Dramaturgisch haben Autoren

und Regisseure alles richtig gemacht:

Dramatik und Spannung

steigen, angetrieben von pulsierenden

Elektroklängen, von Folge zu

Folge, weil die Aktionen immer riskanter

werden, ihnen die Polizei immer

näher kommt. Ihr Hauptverfolger

ist ein zynischer Kommissar, der

im Angesicht der jungen Vegetarier

vor dem Schlachthof ein Kalb erschießt,

beim Verhör genüsslich ein

Mettbrötchen kaut –und im übrigen

heimliches Mitglied der NfD ist.

Während der Kommissar durchaus

interessante Züge bekommt, denn er

kämpft verzweifelt um seinen Posten

und um seinen Sohn, werden die

Schulnazis hier stets als hässliche

Deppen vorgeführt. Geschlagen sind

sie jedoch nicht: Der Ausgang bietet

reichlich Anknüpfungspunkte für

eine zweite Staffel.

Wirsind die Welle 6Teile, ab Freitag bei Netflix

NACHRICHTEN

HeikoMaas und Anselm

Kiefer ausgezeichnet

Bundesaußenminister Heiko Maas

und der Künstler Anselm Kiefer werden

vomJüdischen Museum Berlin

mit dem Preis für Verständigung und

Toleranz ausgezeichnet. Maas habe

sich fortwährend für ein vereintes

Europa ausgesprochen und früh

klareWorte im Kampf gegen Rechtspopulismus

und Antisemitismus gefunden,

erklärte das Museum am

Donnerstag in Berlin. Im Falle Kiefers

würdigte das Museum, dass der

Künstler mit seinen monumentalen

Arbeiten schon 1969 das Schweigen

der Deutschen über den Nationalsozialismus

und die Schuld am Holocaust

gebrochen habe.Die Auszeichnungen

werden den Preisträgernam

16. November überreicht. (dpa)

Bischofskonferenz kritisiert

Film über Benedikt XVI.

DieDeutsche Bischofskonferenz hat

eine Kinodokumentation über den

früheren Papst Benedikt XVI. als

„unseriös“ kritisiert.„Der Film zeichnet

insgesamt ein starkverzerrtes

Bild vonKardinal Joseph Ratzinger/Benedikt

XVI.“, ließ der Sprecher

der Bischofskonferenz, Matthias

Kopp ,verlauten. In dem Film „Verteidiger

des Glaubens“ wirft der Regisseur

Christoph Röhl Benedikt XVI.

vor, nicht genug gegen den sexuellen

Missbrauch in der Kirche getan zu

haben. Es sei ihm in erster Linie um

das Ansehen der Kirche und nicht

um den Schutz der Opfer gegangen.

Kopp bezeichnete dies als „fehlerhafte

Interpretation“. Benedikt sei

immer „eine treibende Kraft gegen

Missbrauch“ gewesen. (dpa)

Sting bekommt in Berlin

Preis für sein Lebenswerk

Derbritische Rockmusiker Sting

(68) bekommt beim neuen Musikpreis

IMA den „HeroAward“ für

sein Lebenswerk. DerfrühereSänger

der Band The Police soll zudem

bei der Verleihung am 22. November

in Berlin auftreten. Dievom

Musikmagazin „Rolling Stone“ präsentierten

International Music

Awards sind die ersten Musikpreise

nach dem Ende des Echo voreineinhalb

Jahren. (dpa)

UNTERM

Strich

Freunde

Ich mach ja

Sachen!

VonAndreas Scheffler

HENDRIK JONAS

Eine Organverpflanzung steckt man nicht

so einfach weg, und auch, wenn die

Schläuche weitgehend entfernt und die

Überwachungsgeräte abgebaut worden

sind, könnte niemand behaupten, dass ich

bereits wieder ein voll funktionsfähiges Mitglied

unserer Gemeinschaft sei.

Noch immer begleitet mich ein Gefühl

der Benommenheit und Schwäche, und so

liege ich matt im Krankenbett, während

mein Körper mit seiner Regeneration beschäftigt

ist. Meine Freunde sind allesamt

liebe Menschen, die freilich ab und an unbedacht

handeln. Ichwusste,dass am heutigen

Tagdas jährliche Abgrillen stattfindet und

hatte die im Folgenden dokumentierte

Heimsuchung im Grunde meiner Seele befürchtet,

was mir aber entfallen war, als das

Telefon kurzvor der „Tagesschau“ klingelte.

„Hallo Andreas“, tönt die Stimme von

Herwart, dem Gastgeber der Grillgesellschaft,

„wir wünschen dir alle gute Besserung!“

Es ist auf Raumton geschaltet, und ich

höre imHintergrund jemanden „zwo, drei“

vorzählen, dann Gesang: „Ja, immer, immer

wieder geht die Sonne auf! Undimmer bringt

ein Tagfür uns ein Li-hi-hicht …“ Es klingt

unschön, aber wenigstens belassen sie es

beim Refrain. EinKlassiker vonUdo Jürgens.

Hätte das der Meister gewollt? Dass untalentierte

Chöresein Liedgut übers Telefon an

Krankenbetten grölen? Ein kurz aufgekommener

fröhlicher Impuls ist schon wieder

verschwunden im Bewusstsein, dass es hier

allenfalls in zweiter Linie um persönliche Zuwendung

geht. Irgendjemand ist, auch unter

dem Einfluss geistiger Getränke, plötzlich

auf die Idee gekommen „Lasst und alle zusammen

Andreas im Krankenhaus anrufen.

Der freut sich bestimmt.“ Ich würde mich

über beinahe jeden einzelnen Anruf vermutlich

wirklich freuen, aber zu vermuten, ich

würde einen Gruppenanruf mit Raumton

goutieren, der einen polterigen Eventcharakter

vorgibt, ist eine schwere Verkennung

der Realität. Es ist wie Mitmachtheater,

in das man vollkommen unvorbereitet hinein

expediert wird, nur dass die Initiatoren

des Spektakels genau solche dilettierenden

Laien sind wie ich.

Nun wandert das Telefon reihum, aber

nach wie vor hören alle mit. „Mensch, du

machst ja Sachen!“, höre ich Anne und

denke: Nein, ich mache gar nichts. Ich liege

nur rum. Aber ich sage: „Nun ja, ich hab ja

auch drei Jahre drauf gewartet.“ Der Zyniker

in mir denkt: Kinder,wie die Zeit vergeht.

„Kinder, wie die Zeit vergeht!“, ruft jemand

aus dem Raum,und ich muss beinahe

grinsen. In den nächsten zehn Minuten tausche

ich mit jeden einzelnen ein, zwei Floskeln.

Das Zusammen-Jemanden-Anrufen

erlaubt nur Gemeinplätze.

„Sven will dir auch noch was sagen“, behauptet

schließlich Jutta, und ich sehe den

stillen Sven gleichsam vor mir, wie er kopfschüttelnd

und mit abwehrenden Gesten signalisiert,

dass er bei diesem Quatsch auf

keinen Fall mitmachen will. „Los,Sven, Andreas

freut sich“, wirdder Arme bedrängt, und

jetzt muss ich, der eigentlich Genötigte,auch

noch eingreifen und in die Runde rufen:

„Hallo,Sven, ist schon okay.Wir telefonieren

später noch mal!“ –Erleichterung! –„Jau, so

machenwir das“, höreich seineStimme,und

hoffe, das Gewürge hat nun ein Ende. Tatsächlich

kann ich mich knapp verabschieden,

mache das Licht aus und denke als letzten

Gedanken dieses Tages: Schlafen ist die

beste Medizin.


22 Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

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Feuilleton

An diesen Zahlen kommt

keiner vorbei: 55 Prozent

der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter des deutschsprachigen

Theaterbetriebs geben

an, an ihrem Arbeitsplatz unmittelbaren

Machtmissbrauch erfahren zu

haben. Mehr als die Hälfte. Der Anteil

bei Frauen liegt bei knapp 60 Prozent.

In der Gruppe der künstlerischen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

steigt der Wert sogar auf 67

Prozent. Das geht von psychischer

und verbaler bis hin zu sexueller Gewalt;

es ist von Beschämungen die

Rede, von Mobbing, Diskriminierung,

Rassismus und von Drohungen.

Nicht einmal zehn Prozent der

Befragten gaben explizit an, mit

Machtmissbrauch gar nicht in Berührung

gekommen zu sein.

Heuernund feuern

Eine repräsentative Umfrage des

Professors für Theater- und Orchestermanagement

in Frankfurt am

Main, Thomas Schmidt, und seinen

Studierenden („Macht und Struktur

im Theater“, Verlag Springer VS) hat

den erschreckend unterdrückten

Alltag, den auch das Ensemble-Netzwerk

seit seiner Gründung 2015 beklagt,

belastbar beziffert.

Das Buch ist eine profunde Kritik

an dem gängigen Leitungsmodell

mit dem allmächtigen Intendanten.

Diesem Modell liegt der Gedanke zugrunde,

dass ein Intendant sich nur

dann künstlerisch frei entfalten

kann, wenn er auch frei entscheiden

kann, mit wem erzusammenarbeitet

–und wen erentlässt. Dafür gibt

es den so genannten „Normalvertrag

(NV) Bühne“, mit dem die meisten

künstlerischen Mitarbeiter an die

Theater in öffentlicher Trägerschaft

gebunden werden und der alljährlich

aus „künstlerischen“ Gründen

beendet werden darf. Wobei „künstlerische“

Gründe nicht nachprüfbar

und also nicht anfechtbar sind. Und

dass sie auch nicht anfechtbar sein

sollen, weil sonst –siehe oben –die

künstlerische Entfaltungsmöglichkeit

des Intendanten

eingeschränkt wäre.

Damit haben wir das

Grunddilemma des Theaterbetriebs,

dass sich dort

der jeweils von der Politik

installierte Machthaber als

Einzelner im Namen der

Kunstfreiheit auf Kosten

anderer verwirklichen darf

und ja auch muss, denn

die künstlerische Signatur

bestimmt den Marktwert.

Das ist demokratisch installierter

Feudalismus,

und der wird, siehe diese

Studie,offenbar durchaus als solcher

ausgelebt. Das mag unter Umständen

gar nicht aus bösem Willen geschehen,

wie das folgende seltene,

weil öffentlich gewordene Beispiel

von Ohnmachtserfahrung im Theater

zeigt, sondern womöglich auch

aus der Überforderung heraus, die

eine solche Struktur für Intendanten

wohl zuverlässig mit sich bringt.

In Berlin wurde am 4. September

das Ende des Vertrags von Kay Wuschek

als Intendant des Theaters an

der Parkaue bekannt geben. Als

Grund nennt die Pressemitteilung

„gesundheitliche Gründe“. Wuschek

ist seit jenem Tagfür uns nicht zu erreichen.

Sorgen machen müsse man

sich um ihn aber nicht, wurde hinter

vorgehaltener Hand immer wieder

beteuert.

DieNachricht mit derVertragsauflösung

kam nicht aus heiterem Himmel,

war das Haus doch im Sommer

wegen eines rassistischen Vorfalls ins

Gerede gekommen. Es bietet sich an,

diesen Vorfall als Symptom für den

Gesundheitszustand und die Krankheitsanfälligkeit

des Theatersystems

im Ganzen zu betrachten und zu ergründen.

Die Akteure sind in erster

Linie die 1982 in Paris geborene und

in Berlin aufgewachsene Schauspielerin

Maya Alban-Zapata, der 1965 in

Karl-Marx-Stadt geborene Regisseur

und Oberspielleiter des Theaters an

der Parkaue von2016 bis 2019, Volker

Metzler, und der Parkaue-Intendant

Kay Wuschek −inzweiter Linie die

Kulturverwaltung.

Im März 2018 liefen vier Wochen

die Proben zu dem Stück „In 80Tagen

um die Welt“ mit der als Gast engagierten

schwarzen Schauspielerin

Maya Alban-Zapata als einziger Frau

im Ensemble. Inder Inszenierung,

die inzwischen abgesetzt ist, sollte es

auch um Rassismus und Kolonialismus

gehen, Themen, die Alban-Zapata

in besonderer Weise umtreiben.

Schon bei ihrer ersten Arbeit an der

Parkaue,der Übernahme einer Rolle

in „Die kleine Hexe“ im Oktober

2016, hatte sie darum gekämpft, dass

das N-Wort nicht mehr verwendet

wird, so wie es auch der Verlag des

Otfried-Preußler-Klassikers inzwischen

handhabt.

Wenn man heute mit den beiden

einst befreundeten Künstlerntelefoniert,

lässt sich der Konflikt vielleicht

so zusammenfassen: Volker Metzler,

der die Proben zu „80 Tage“ leitete,

mochte auf eine kritisch-reflektierte

Verwendung des Wortes innerhalb

des Stückes nicht verzichten, was Alban-Zapata

ohnehin schon viel abverlangte.

Darüber hinaus sei es

aber, wie Alban-Zapata erzählt, zu

Scherzenund Aussagen gekommen,

die sie nicht anders als rassistisch

verstehen konnte und persönlich

nehmen musste.

Metzler bestreitet, das N-Wort jemals

an die Schauspielerin als Privatperson

adressiert zuhaben. Er fährt

am Telefon ein beeindruckendes psychoanalytisches

Argumentarium auf,

um einmal mehr zu erklären, dass Alban-Zapata

eigentlich keinen Grund

haben dürfte, verletzt zu sein. Die

Aussagen, die sie wiederum protokollierte,

sind allerdings haarsträubend:

Der Regisseur habe sie −das N-Wort

aussprechend − mit „Das könnta

doch, ihr N.!“ gebeten, etwas zu singen.

Er habe,als er die kranke Schauspielerin

anrief, gesagt, dass sie eine

Stimme „wie ein N. im Stimmbruch“

habe. Die Dramaturgin Almut Pape

hat gegenüber der taz, die zuerst über

die Vorfälle berichtete,geäußert, dass

zum Beispiel Bananen-Witze gemacht

worden seien und Stammtischatmosphäre

geherrscht habe.

Dass Alban-Zapata „direkt mit dem

N-Wort bezeichnet wurde, habe ich

einmal im Rahmen der

Proben für eine Szene miterlebt“,

so Pape.

Als Alban-Zapata Metzler

um ein klärendes Gespräch

im Beisein des Personalrats

und der Dramaturgin

bat, lud Metzler die

Die Schauspielerin

Maya

Alban-Zapata

IMAGO/SCHERF

anderen beteiligten

Schauspieler hinzu – für

ihn ein Zeichen, dass man

das Problem in der ganzen

Gruppe klären müsse. Für

Alban-Zapata aber entstand

eine Tribunal-Situation,

die eskalierte.Sie verließ

das Theater, kündigte

die Zusammenarbeit für diese Theaterproduktion,

schlug damit einen in

Aussicht gestellten Vertrag als Ensemblemitglied

in den Wind.

Als sie drei Wochen später mit einem

Anwalt wieder im Theater erschien,

ihre Lage im Beisein von Intendant

Kay Wuschek schilderte,

dem sie während ihrer Arbeit am

Theater kaum begegnet war,schwieg

dieser. Aber er handelte auch. Nach

ihrer Beschwerde bei der Theaterleitung

wurden die Beteiligten um Stellungnahmen

gebeten. Die Untersuchung

ergab, dass Volker Metzler

nicht nur seiner Verantwortung als

Probenleiter nicht gerecht worden

sei und rassistische Diskriminierungen

zugelassen, sondern dass er die

Schauspielerin auch selbst rassistisch

diskriminierthabe.Bis heute ist

er sich dessen nicht bewusst. Er

wurde im August 2018 abgemahnt.

Außerdem wurden Sensibilisierungsworkshops

für die Belegschaft

veranstaltet. Warnun alles gut?

Die Behörde handelt

Am 9. Oktober 2018 wurde bekannt,

dass KayWuscheks Intendantenvertrag

bis 2025 verlängert werden soll.

Am nächsten Tagstiefelte Maya Alban-Zapata

zur Kulturverwaltung

und berichtete der Fachaufsicht von

den Vorfällen, die sich für sie eben

noch nicht erledigt hatten. Am

12.Oktober verschickte Klaus Lederer

einen Brief mit der Überschrift

„Machtmissbrauch an Kultureinrichtungen

verhindern“ an alle institutionell

geförderten Kultureinrichtungen.

Das dürfe durchaus als Reaktion

auf die Beschwerde der

Schauspielerin verstanden werden,

Das einstige Theater der Freundschaft erstrahlte mit

Wuscheks Amtsbeginn in neuem Licht. IMAGO/MARTIN MÜLLER

Gesundheitliche

Gründe

Das deutsche Theatersystem ist strukturell

anfällig für Machtmissbrauch.

Neue Zahlen und ein symptomatisches

Beispiel aus Berlin belegen das

VonUlrich Seidler

Der Saal des Kinder- und Jugendtheatersander Parkaue −gerade groß genug

für den Anspruch eines Staatstheaters.

IMAGO/THOMAS TRUTSCHEL

so die Pressestelle der Kulturverwaltung

schriftlich auf die Frage der Berliner

Zeitung, was sie auf Alban-Zapatas

Bericht hin unternommen

habe.„Darüber hinaus ist der Intendant

des Theaters an der Parkaue

(TAP) zu Gesprächen beim Staatssekretär

für Kultur gebeten worden,

um dort über seinen Umgang mit

denVorwürfen zu berichten und sein

Vorgehen zu erläutern.“

DasoperativeGeschäft, so Lederer

heute,liege in den Händen der Intendanz,

die Behörde könne nur „Support“

geben und die Ergebnisse zur

Kenntnis nehmen. „Wir haben die

Aussage von Frau Alban-Zapata sehr

ernst genommen und Kay Wuschek

gebeten, sich darum zu kümmern.

Wasdieser auch tat. Es war in unseren

Augen erst einmal kein Vorkommnis,

das dem Intendanten anzukreiden

ist.“ DieVertragsverlängerung wurde

unterschrieben.

Alban-Zapata hätte sich vielleicht

damit abgefunden. Aber dann, ein

Jahr nach der Kündigung, geht sie

doch zur Presse. Auch aus Wutüber

eine von Metzler über die sozialen

Medien verbreitete Kurznachricht,

in der er sich darüber lustig macht,

dass es verletzend sein könnte,wenn

Kinder als „Indianer“ zum Fasching

gehen: „SorryLeute,ich kann diesen

ganzen, inWahrheit unglaublich verlogenen

Diskurs über ,das könnte jemanden

verletzen’-Mist nicht mehr

hören.“ Er, Metzler, sei als Kind als

Koch gegangen, mit weißer Mütze,

und entschuldige sich bei Tim Mälzer

für das Stereotyp. Ein Scherz? Jedenfalls

einer, der zeigt, dass er offenbar

nichts verstanden hat.

Klima der Angst

Lange hatte Alban-Zapata überlegt,

ob sie sich mit ihrer Geschichte der

breiteren Öffentlichkeit aussetzen

will. Ausschlaggebend für die Entscheidung

dafür sei dann ein unterstützender,

anonymer offener Brief

vonJuni 2019 aus der Parkaue-Belegschaft

an Lederer gewesen, in dem

der Intendant Wuschek explizit

in die Verantwortung

für diesen Fall genommen

und das Thema zum Führungsproblem

erklärt

wurde.Eswar darin voneinem

„Klima der Angst“ im

Theater an der Parkaue die

Rede. Die Beispiele zeichneten

ein verheerendes

Bild und deckten sich mit

den Erinnerungen von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern,

mit denen die Berliner

Zeitung sprach und

die auch anonym bleiben

wollen. Er sei führungsmüde,

Konflikten zunehmend ausgewichen,

habe Kollegen gegeneinander

ausgespielt, vorversammelter

Mannschaft angeschrien und verantwortlich

gemacht, wenn Dinge

nicht funktionieren.

Pure Existenzangst habe sie gehabt,

nachdem sie mit der Zeitung

gesprochen hatte, erzählt Alban-Zapata

am Telefon. Es gebe Kollegen,

die sie nun nicht mehr grüßten. Aber

sie erfahre auch viel Unterstützung

und habe jede Menge neuer Projekte

zu laufen. IhrGang an die Öffentlichkeit

wirkte. Der Vertrag mit Metzler

wurde im Juni 2019 „in beiderseitigem

Einverständnis“ aufgelöst, die

Inszenierung „In 80Tagen um die

Welt“ abgesetzt. Und das Haus bekannte

sich öffentlich zu Alban-Zapata:

„Wir sind, über ein Jahr nachdem

die rassistische Diskriminierung

von Maya Alban-Zapata stattgefunden

hat, immer noch tief

betroffen darüber, dass so etwas an

unserem Haus möglich war.“ So hieß

es in einer Stellungnahme im Juli.

DerIntendant war zu dem Zeitpunkt

nicht im Hause, aber der Inhalt sei

mit ihm abgestimmt worden, so der

Pressechef Julius Dürrwald.

Der öffentlich gewordene Vorfall

löste zusammen mit dem offenen

Brief und internen Beschwerden eine

Lawine aus, die nun auf den Intendanten

zurollte.Der 1963 in Aschersleben,

Sachsen-Anhalt geborene Kay

Wuschek war lange Dramaturg und

Regisseur bei den Freien Kammerspielen

Magdeburg, arbeitete bei Peter

Steins Jahrtausendwende-„Faust“

mit und einige Spielzeiten in Aachen.

2005 trat er mit vollem Elan den Gang

in die Hauptstadt an, um das Theater

Der Ex-Intendant

Kay

Wuschek

an der Parkaue, dieses defizitäre Juwel

des Kinder- und Jugendtheaters,

das einzige Staatstheater in dieser

Sparte,wieder in Gang zu bringen. Er

übernahm das Haus zusammen mit

der Chefdramaturgin Karola Marsch

und dem Oberspielleiter Sascha

Bunge. Bunge beschreibt diesen Anfang

als eine glückliche Fügung: Das

Dreigespann funktionierte als ein

Leitungsteam, das sich Verantwortungsbereiche

aufteilte.Auf informeller,vertrauensvoller

und persönlicher

Ebene,die nicht nach Verträgen fragt,

funktioniertsoeine Machtteilung offenbar.Auf

dem Papier aber trägt der

Intendant die Verantwortung allein.

Natürlich geht so etwas nicht ohne

Konflikte, zumal Wuschek und

Marsch, als sie ans Haus kamen, ein

Paar waren und sich bald trennten. Es

sei auch geschrien worden, aber damit

könne man leben, wenn man auf

Augenhöhe schreie,soBunge.

Als Bunge 2014 das Theater verließ

–nicht im Groll, wie er sagt –geriet

die informelle Machtkonstellation

in Schieflage. Der Vertrag der

neuen Oberspielleiterin Katrin Henschel

wurde nach nur drei Spielzeiten

nicht verlängert. Nach ihr kam

Metzler. Es gab eine zunehmende

Fluktuation in der Dramaturgie, der

Theaterpädagogik und der Presseabteilung

–Indizien für Führungskrisen.

Man hätte diese Indizien wahrnehmen

und ihnen nachgehen können,

aber Berlin hatte anderekulturpolitische

Baustellen im Blick, unter

anderem die Volksbühnenkrise.

Waskann man dem Schlamassel

entnehmen? Ja, esrichtet Schäden

an, wenn man mit Dingen an die Öffentlichkeit

geht, die das Theater eigentlich

intern klären muss. Und es

ist −anders als in unserem speziellen

Beispiel −nicht immer auszuschließen,

dass jemand aus niederen Beweggründen

Schaden anrichten will.

Davor kann man sich als Intendant

nur schützen, indem man seine

Handlungen und seine Kommunikation

transparent und nachprüfbar

hält. Beides ist derzeit

strukturell nicht vorgesehen.

Dass innerbetriebliche

Vertrauensstellen und

Kontrollgremien wie im

Fall von Maya Alban-Zapata

versagen, liegt in der

„Natur“ des Systems,denn

Kollegen, Ensemblesprecher,

Personalrat − alle

sind der Gnade des all-

BERLINER ZEITUNG/STICKFORTH

mächtigen Intendanten

ausgeliefert. Das geht bis

hinauf zum Geschäftsführer,

der zwar wie der Intendant

bei der Behörde unter

Vertrag steht und laut diesem

dem Intendanten ebenbürtig

sein soll, aber seinen Job üblicherweise

dem Intendanten zu verdanken

hat.

Wastun?

Nach der #MeToo-Debatte wurde

die unabhängige Themis-Vertrauensstelle

gegen sexuelle Belästigung

und Gewalt gegründet. Das ließe

sich auf Machtmissbrauch im allgemeineren

Sinn ausweiten. Man

muss unabhängige Stellen mit Befugnissen

schaffen, die helfen, die

Macht des Intendanten zu kontrollieren.

Wenigstens Ensemblevertreter

und Vertrauensleute sollten darüber

hinaus mit festeren Verträgen

ausgestattet werden, sodass ihnen

kein ganz so prompter Rauswurf

droht, wenn sie sich für andere einsetzen.

Antirassistische und antidiskriminierende

Vertragsklauseln, die

jetzt die neue Leitung der Parkaue

aufnimmt, sind zwar kaum justiziabel,

stärken aber das Problembewusstsein

und schaffen Mut für die

Auseinandersetzung. Schließlich ist

es lohnenswert, sich über ein Mehrdirektorensystem

Gedanken zu machen,

wie es der eingangs erwähnte

Kommunikationstheoretiker Thomas

Schmidt schon früher für Kultureinrichtungen

vorgeschlagen hat

und bei dem die Entscheidungshoheiten

in den Bereichen Management,

Produktion, Programm, Technik

und Ensemble in verschiedenen

Händen liegen. Man muss sich darüber

im Klaren sein, dass alle diese

Maßnahmen und Mühen die künstlerische

Freiheit des Alleinintendanten

beschneiden. Aber dies zugunsten

der Freiheit auch der anderen.


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 23

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Feuilleton

Ein

hinreißendes

Finale

Oksana Lyniv dirigierte

die Staatskapelle

Eine Million

Dollar

für die Kunst

Der Nomura-Art-Preis geht

an Doris Salcedo

VonGerald Felber

Ja, warum denn nicht gleich so? –

Nachdem das blitzblanke,funkensprühende

Finale von Prokofjews

„Symphonie classique“ zum Abschluss

des Abends durch den Saal

gefegt war, konnte man dann doch

fröhlich und bereichertindie Nachtkälte

entschwinden. Derart sportlich

zupackend, rhythmisch pointiert

und farbleuchtend hört man diesen

Repertoire-Renner meist nicht einmal

in Studioeinspielungen. Auch

die hakeligen Kontrapunkte saßen

sicher, und so war diese zwar nicht

besonders graziöse oder elegante,

sondern eher robust-vitale Interpretation

einfach ein großes Vergnügen.

Das war deswegen so aufbauend

und in der Gesamtschau wichtig,

weil das Konzert imBoulez-Saal, für

das sich eine verkleinerte Staatskapellen-Formation

mit der ukrainischen

Dirigentin Oksana Lyniv (aktuell

Musikchefin der Grazer Oper)

zusammenfand, ganz anders begonnen

hatte: mit einem äußerst zaghaften

Wagner’schen „Siegfried-Idyll“,

das in wolkig unscharfen Einsätzen

und einer stumpfen, wenig ausstrahlenden

Farbpalette uninspiriert lau

und lustlos wirkte. Lynivs elegante,

geradezu balletthafte Gestik schien

die Klänge schweben lassen zu wollen

–aber die hatten partout keine

Lust dazu, sondern breiteten sich

eher wie zäher Bodennebel aus.

Eine Vorstellung wie jene, dass

sich die Frau am Pult und das Ensemble

erst schrittweise zusammenfinden

mussten, mag küchenpsychologisch

naiv sein. Tatsache aber

ist, dass es nun nur noch aufwärts

gehen konnte und das auch tat.

Einen guten Anteil daran hatte

Yuri Shadrin, der sich am Piano den

schwindelig machenden Schwierigkeiten

von Liszts „Malédiction“ (einem

frühen Mini-Klavierkonzertdes

Künstlers) mit offensiver Wucht entgegenstemmte.

Für die sensible

Saalakustik und die Balance mit dem

Orchesterklang war das zwar streckenweise

ziemlich heftig, aber zwischendrin

ließ er bei zurückgenommenen

Passagen auch die Fähigkeit

zu sensibler, feingestufter Klangregistrierung

erkennen.

Ankunft eines Transportes jüdischer Frauen und Kinder im Vernichtungslager Auschwitz

Die Vernichtung der Juden

Die umfassendste Dokumentation zum Thema wurde im Centrum Judaicum in Berlin vorgestellt

VonArnoWidmann

Mittwochabend. Etwa

einhundertMenschen

sitzen im großen Saal

des Centrum Judaicum

in der Oranienburger Straße

28/30 und hören: „August 1942. Wir

erhielten um 8abends den Befehl,

uns sofort im Gemeindegebäude

Oranienburger Str. einzufinden.

Dort angekommen, teilt uns die Gestapo

mit, dass ein Transport von

Waisenkindern gehen soll, und da

die erforderliche Anzahl nicht allein

aus den Heimen gedeckt werden

kann, haben wir jetzt sofortnoch die

Waisenkinder abzuholen, die sich in

Privatpflege befinden, und sie im

Sammellager einzuliefern. Wir! Wir

jüdischen jungen Mädels sollten jüdische

Kinder abholen.“

Die 1922 geborene Gerda Schild-

Haas wurde im April1943 nach Theresienstadt

deportiert. Durch einen

Häftlingsaustausch des Roten Kreuzes

entging sie der Vernichtung. Ihren

Bericht schrieb sie 1945 in der

Schweiz. Im Jahr darauf emigrierte

sie in die USA.

Mittwochabend geht es um den

jüngsten Band einer auf 16 Bände

angelegten Dokumentation über

„Die Verfolgung und Ermordung der

europäischen Juden durch das nationalsozialistische

Deutschland

1933–1945“. Sein Titel lautet: „Deutsches

Reich und Protektorat Böhmen

und Mähren Oktober 1941 –

März 1943“. Der Band enthält 329

Dokumente. Also Texte der Mörder

und der Ermordeten. Texte,die voller

Stolz davon berichten, wie reibungslos

man eine Reihe von Judentransporten

organisiert habe oder jüdische

Schilderungen von Transport

und Vernichtung.

Susanne Heim, die Herausgeberin

des Gesamtwerks und die Betreuerin

dieses Bandes betont, wie

wichtig es ist, sich stets beide Perspektiven

vor Augen zu halten. Auch

auf die Daten sei zu achten. „In den

Zeitabschnitt dieses Bandes“, erklärt

sie „fällt die Kernphase der Ermordung

der Juden im gesamten deutsch

beherrschten Europa …Die zentralen,

in Berlin getroffenen Entscheidungen,

die den Wegzur Ermordung

der europäischen Juden markieren,

und ihr Zusammenhang mit dem

Scheitern der deutschen Blitzkriegstrategie

nach demAngriff auf die Sowjetunion

sind Thema des Bandes.“

Überdeutlich werden aber auch

die individuellen Spielräume,die die

DAS BUCH

Susanne Heim (Hrsg.):

Deutsches Reich und Protektorat Böhmen und Mähren Oktober 1941 –März 1943

DeGruyter,Oldenbourg,878 Seiten, 59,95 Euro. Vonder 16-bändigen Gesamtedition fehlen

jetzt noch drei Bände. Sie werden kommendes Jahr erscheinen.

Täter haben. Das große Ziel der Vernichtung

der Juden läuft immer

nach dem gleichen Schema ab: Identifikation

der Juden, Einschränkung

ihrer Lebensmöglichkeiten, Deportation,

Ermordung. Aber jede dieser

Etappen kann ganz unterschiedlich

aussehen. Einmal kostet es ein paar

Lebensmittel an den entsprechenden

Gestapo-Mann und man entkommt

–für diesmal –der Deportation.

Einandermal geht so etwas gar

nicht. Einmal rettet einen das Amt

als jüdischer Ordner vor dem Abtransport.

Ein andermal wird man,

nachdem man dafür gesorgt hat,

dass der Abtransport der anderen

reibungslos lief, zuletzt selbst in den

Waggon gesteckt.

Bertold Rudner (1885–1942)

schildert seinen Abtransport von

Berlin nach Minsk in seinem Tagebuch:

„Als endlich der Zugbestiegen

IMAGO

werden konnte,kam ich neben einer

kleinen, älteren, aber sehr lebendigen

und gefassten, alleinstehenden

Frau, Martha Crohn, zu sitzen, in der

ich eine sehr vielseitig interessierte,

literarisch gebildete Dame kennenlernte.

Der Gesprächsfaden riss

nicht ab,und bald schenkten wir uns

gegenseitig Vertrauen. Die Fahrt

dauerte vier Tage …Jeweiter wir gen

Osten steuerten, umso kälter wurde

es. Die nebenan liegende Toilette

fror ein, die Jauche lief über,und wir

staken teilweise mit unseren Schuhen

in jener Nässe.Die Stimmung an

sich aber war gehoben. Ein mitreisender

Geiger gab gute Konzerte.

Undwenn nachts während der Fahrt

etwa die ,Legende’ von Wieniawski

oder hebräische Lieder erklangen,

die mit Inbrunst mitgesungen wurden,

so ergab sich eine Art heilige

Stimmung einer von Sehnsucht und

nach Erlösung dürstenden Menge.“

Für die meisten war diese Fahrt die

in den Tod. Auch für den Tagebuchschreiber,

den Automechaniker

Berthold Rudner.

In Prag wurde Oskar Löwenstein

1943 wegen Passfälschung zum Tode

verurteilt. Das Urteil wurde unterzeichnet

vonden RichternKurtBellmann

(1901–1980), Heinrich Hallbauer

(1905–1988) und Bruno

Höhne (1908–1959). In den 60er-Jahrenwurde

gegen sie Strafanzeige gestellt.

Susanne Heim: „Die Ermittlungen

wurden jedoch eingestellt, da

den Beschuldigten nicht individuell

nachgewiesen werden konnte,obsie

in jedem Einzelfall für die Todesstrafe

votiert hatten oder nur überstimmt

worden waren.“

VonIngeborg Ruthe

Der mit einer Million US-Dollar

ausgestattete und erstmals vergebene

Nomura-Kunstpreis geht an

die kolumbianische Künstlerin DorisSalcedo.Eine

unabhängige,internationale

Jury verlieh den höchstdotierten

Preis für zeitgenössische bildende

Kunst am Donnerstag in der

ostchinesischen Hafenstadt Shanghai.

Die 61-jährige Doris Salcedo

hatte auf der Biennale Istanbul im

Jahr 2003 auf sich aufmerksam gemacht,

als sie 1500 Holzstühle zu einer

riesigen Skulptur auftürmte.

Seit über 30 Jahren schafft die lateinamerikanische

Bildhauerin

Werke, die jene Qualen und Ängste

des Bürgerkrieges,all dieVerluste von

Angehörigen ausdrücken. Die Erinnerung

an die traumatischen Ereignisse

in Kolumbien werden in Salcedos

Arbeiten bewahrt. Ihr Einfühlungsvermögen,

ihre allgemeinverständliche

Bildsprache verliehen

ihrer Arbeit

eine universelle

Bedeutung,

urteilte die internationale

Jury,

der auch der

2019 verstorbene

nigerianische

Museumsmann

und Documenta-

DAVID HEALD

Doris Salcedo

aus Kolumbien

Kurator Okwui Enwezorangehörte.

Zählten bislang der japanische

Praemium Imperiale, der britische

Turner-Prize und der Goslarer Kaiserring

zu den höchstdotierten Preisen

für zeitgenössische Kunst, so

toppt diese Innovation alle bisherigen

Trophäen.

Spender des Preises ist Nomura,

ein 1925 gegründetes japanisches

Unternehmen, dessen Patriarch passionierter

Anhänger der Teezeremonie

und Unterstützer des No-Theaters

war. Heute verbindet Nomura-

Finanz-Märkte in Ost und West

durch ein globales Netzwerkinmehr

als 30 Ländern. Wiedie Stifter erklärten,

solle das Preisgeld der Künstlerin

helfen, weitere Herausforderungen

anzunehmen und neue Projekte

ganz oder zeitweise zu finanzieren.

Mit balletthafter Gestik: Die ukrainische

Dirigentin Oksana Lyniv.

IMAGO

Liszt hat dabei dem Solisten nur

eine Streicherbegleitung an die Seite

gestellt. Folglich konnte sich der Rest

des Ensembles hinter den Kulissen

locker machen, um dann bei Prokofjew

mit Glanz neu aufzutauchen –

denn auch die 1978 komponierte

Streicherserenade des ukrainischen

Altmeisters Valentin Silvestrov beschränkt

sich, wie schon der Titel

sagt, auf die Saiteninstrumente. Es

wurde die interessanteste, wenn

auch nicht mitreißendste Begegnung

des Abends: ein lang hinfließendes,

meditativ versonnenes

Klangband, das sich seine eigenen,

in halblauten Echos und Dialogen

entfalteten Räume zwischen Diatonik

und Atonalität schafft – Musik

von spartanisch enthaltsamer Lyrik

als Einspruch gegen allen Lärm, der

schon zur Entstehungszeit des

Stücks die Konzentration auf Wesentliches

behinderte.

Die Leidtragenden unseres Achselzuckens

Zum 80. des Schriftstellers Aras Ören, der das Leben der nach Deutschland gekommenen Türken zu Literatur machte

VonCornelia Geißler

Niyazi fragt: Kennst du Istanbul?,

und spricht über sein Viertel

Bebek. Aber eigentlich erzählt er von

Berlin und seinen Nachbarn dort.

„Als das mit Deutschland aufkam,/

sagte ich mir,/ so wie jedermann, ich

auch:/ Deutschland ist ein kleines

Amerika.“ Seine Worte haben einen

warmen Klang, sind in einen Rhythmus

gesetzt, der wie ein Spaziergang

klingt, ein Stadtspaziergang. Niyazi

ist eine berühmte Figur der deutschen

Literatur des 20. Jahrhunderts.

Weil aber hierzulande Kategorien

der Abgrenzung so beliebt sind, gilt

sein Erfinder Aras Ören als Begründer

der migrantischen Literatur in

Deutschland. Sein Buch „Was will

Niyazi in der Naunynstraße?“, 1973

erschienen, brachte das multikulturelle

Leben in West-Berlin in Poesie.

Aras Ören der an diesem Freitag

80 Jahrealt wird, lebt seit 1969 in Berlin,

arbeitete viele Jahrebeim Sender

Freies Berlin und begründete 1996

die türkische Redaktion des RBB.Seit

Mitte der 70er-Jahre erscheinen

zahlreiche Bücher von ihm, die die

Lebenswirklichkeit der Zugewanderten

in der Inselstadt,

später in Gesamtberlin

begleiten. Bis heute

schreibt er auf Türkisch,

sieht aber die Übersetzungen

ins Deutsche selbst

durch. „Niyazi“ wuchs sich

zur Trilogie aus, esgibt die

Kriminalerzählung „Bitte

nix Polizei“, die zeigt, wie

verschieden die Milieus

sind, die Romane „Eine verspätete

Abrechnung oder Der Aufstieg der

Gündogdus“ und „Berlin Savignyplatz“.

Sein Briefwechsel mit dem

Schriftstellerkollegen Peter Schneider

in „Wie die Spree inden Bosporusfließt“

geht den Unterschieden in

der Wahrnehmung nach.

Der Autor

Aras Ören

DPA/ROBERT SCHLESINGER

Nach dem Mauerfall verlagerten

sich allerdings die Interessen der öffentlichen

Wahrnehmung in Richtung

deutsch-deutscher Probleme,

auch literarisch. DerBerlinerVerbrecher-Verlag

engagiert sich

dafür,ArasÖrenindie Aufmerksamkeit

zurückzuholen.

Vor zwei Jahren erschien

das Lesebuch „Wir

neuen Europäer“ mit Texten

und Auszügen quer

durch Örens Werk.Eine archaische

Melancholie

herrsche darin, schrieb

Harald Jähner in der Berliner

Zeitung, „eine harte,

poetische Sprache, die unversehens

zu Momenten heftiger Schönheit zusammenfließen

kann“.

Aras Ören erkundet Berlin im

Rhythmus des Gehens, wie man aus

seiner Lyrik zu hören glaubt; er

nimmt sie mit Augen, Ohren und

Nase auf. Das zeigt die Neuausgabe

der „Berliner Trilogie“ um Niyazi.

WieNermin zu Haus auf ihren Mann

Ali wartet und stattdessen der Polizei

die Tür öffnen muss,lesen wir in berührendenVersen.

MitAli, x-mal vertröstet

und betrogen, war die Wut

durchgegangen. Ören schreibt von

Süleyman Öz, vergessen, übersehen:

„Er ist der Leidtragende/ unseres

Achselzuckens“. Er lässt ein 15-jähriges

Mädchen sprechen, das an seiner

Aussteuer arbeiten muss: „Wenn

ich groß bin, kann ich nicht Ärztin

werden,/ nicht Beamtin, nur ein Kissen“,

und sie werde inder Fremde

Fußböden wischen wie ihreMutter.

Im Vorwortschreibt Aras Ören, er

widme sie der ersten und zweiten

Generation von Menschen aus der

Türkei: „Wir sollten diesen bescheidenen

Menschen dankbar dafür

sein, dass sie frischenWind in unsere

alte europäische Kulturlandschaft

gebracht haben.“ Auch ihrem Chronisten

Aras Ören sollten wir danken.

Doris Salcedo: „o. T.“,2003, 1500 Holzstühle,

8. Istanbul Biennale. SERGIO CLAVIJO

TOP 10

Mittwoch, 30. Oktober

1 DFB-Pokal ARD 6,7 23 %

2 Tagesthemen ARD 5,6 19 %

3 Sportschau ARD 4,9 18 %

4 Tagesschau ARD 4,9 17 %

5 Die Toten von S. ZDF 4,7 15 %

6 DFB-Pokal Zus. ARD 4,3 25 %

7 heute ZDF 3,9 16 %

8 SokoWismar ARD 3,6 18 %

9 Wer weiß denn …? ARD 3,3 17 %

10 heute-journal ZDF 3,2 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acud (✆ 44 35 94 97)

20.00: Charms (Theater La Pushkin, St. Petersburg)

Auferstehungskirche (Friedenstr.83)

20.00: 30 Jahre Friedliche Revolution –Mauerfall:

HeimatWUNDE

Ballhaus Naunynstraße (✆ 75 45 37 25)

20.00: Quer &quer(akademie der autodidakten)

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Endstation Sehnsucht

20.00: Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Der Seelenbrecher

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

20.00: Im Menschentrichter –Szenen ausder

Großstadt

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

20.00: CryBaby

Dock 11 (✆ 448 12 22)

19.00: Forcefields

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.30: In Stanniolpapier

20.00 Box: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten

English Theatre Berlin (✆ 691 12 11)

20.00: Noraland

Galerie Spandow (✆ 333 14 14)

20.00 Kunstsalon: UntermBirnbaum (Theodor

Fontane)

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Die Männerfalle

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

HAU1(✆25 90 04 27)

19.00: Serenade

Komödie im Schiller Theater (✆ 88 59 11 88)

19.30: Rio Reiser –Mein Name ist Mensch

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

20.00: Tote reden doch? (Improtheater Foxy

Freestyle)

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

20.00 Container:4.Berliner Herbstsalon: Die Verlobung

in St.Domingo–Ein Widerspruch vonNecati

Öziri gegenHeinrich vonKleist

20.00: 4. Berliner Herbstsalon: Rewitching Europe

20.30 Studio: 4. Berliner Herbstsalon: Valeska Gert–

The Animal Show(Schauspieler/-in: Marina Frenk)

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Giovanni. Eine Passion

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00: Amphitryon

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Ruhe!Wir drehen!

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

18.00: Barocktage: Il Primo Omicidio

TAK–Theater Aufbau Kreuzberg (✆ 50 56 70 00)

20.00: Schonwieder:Boss werden. Eine Tante, ein

Neffe und die Männlichkeiten (Frl. Wunder AG)

Theaterdiscounter (✆ 28 09 30 62)

20.00: Penthesilea –LoveIsToDie (Theaterkollektiv

Bambi Bambule)

Theaterforum Kreuzberg (✆ 70 07 17 10)

20.00: Die Streiche des Scapin (Gastspiel Neues

Globe Theater)

Theaterhaus Berlin (✆ 28 04 19 67)

20.00: Le roi se meurt(Der König stirbt) (Theta-Théâtre

/Théâtre francophone àBerlin)

Theater im Nikolaiviertel (✆ 017 6/ 40 53 11)

19.30: ZilleseinMilljöh

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: MichaelKohlhaas

Theater O-Tonart (✆ 37 44 78 12)

19.30: Die Grönholm Methode (Theater untermTurm)

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Spreeperlen. Eine Berlin-Revue

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

19.00 3. Stock: Go BabyGo(P14 Jugendtheater)

19.30: Don’t be evil. (Kay Voges &Ensemble)

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Stresssituation 2019 (KurtKrömer)

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Die 5glorreichen Sieben (Meret Becker,

Anna Fischer,AnnaMateur, Andreja Schneider und

Katharina Thalbach)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Zombie Berlin (Benedikt Eichhorn&Unter

Niewo)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30, 21.30: Die AfDer-Show-Party zum heißen

Wahlherbst (Tilman Luckeund Henning Ruwe)

20.00: Weltretten für Anfänger

Estrel Showtheater (✆ 68 31 68 31)

20.00: StarsinConcert

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30: Candide

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: KunstparkOst (Andy Ost)

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Die Bürde des weisen Mannes (Rene Sydow)

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow

23.00: Quatsch ComedyHot Shot (Mod.: Osan Yaran)

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Klangrazzia (Meier und die Geier)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Überall ist besser als nichts!

StageBluemax Theater Berlin (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: KeinScherz! (Dieter Nuhr)

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: In My Sixties (Maren Kroymann &Band)

Urania (✆ 218 90 91)

20.00 Humboldtsaal: Ruthe live–Shit happens!

(Ralph Ruthe)

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Mathias Richling #2019

Zimmertheater Steglitz (✆ 25 05 80 78)

20.00: Entführung aus dem Detail (Hendrik Bloch)

KLASSIK

Erlöserkirche Lichtenberg (✆ 426 24 23)

19.30: Internationales Vokalensemble Berlin, Ltg.

Mathias Elger,Musik am Freitag: 30 Jahre Mauerfall,

Chorkonzert

Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen

Marstall (✆ 203 09 21 01) 18.00: Ein Fest für Clara

–zum 200. Geburtstag vonClara Schumann, Ein

Fest für Klara –Festkonzert, Konzerte, Lesungen u. a.,

Infos: www.hfm-berlin.de/clara

Nikodemus-Kirche (✆ 624 25 54)

20.00: Volker Jaekel (Piano solo), Returning to

Essence –record release

Pfarrkirche Weißensee (✆ 965 22 39)

19.30: Zwei Cembali: Andreas Marti und Thomas

Lanz, Werkevon J.S. Bach u. a.

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Zubin Mehta,

Amihai Grosz (Viola), Ludwig Quandt (Violoncello),

Richard Strauss: „Don Quixote“, Symphonische

Dichtung op. 35; Ludwig vanBeethoven: Symphonie

Nr.3Es-Dur op. 55 „Eroica“

Piano Salon Christophori (Uferstr.8)

20.00: Lea Birringer (Violine), Esther Birringer

(Klavier), Di tanti palpiti, Waxman: Carmen Fantasie;

Sarasate: Zigeunerweisen; Paganini: IPalpiti –CD-

Release-Konzert

15. Geburtstag

Gedicht

auf Papier und

im Raum

Hätteman ihn im Jahr 2004

schon einen Netzwerker

genannt? Dieses modische

Wort passt gut zu Martin Jankowski,

der auf verschiedene

Weise in Berlin die Fäden

knüpft zwischen Schriftstellern

verschiedener Sprachen und

Genres,sie in Bücher und Zeitschriften

bringt und auftreten

lässt. Seit 2004 lädt er an jedem

ersten Freitag im Monat Autoren

inden Literatursalon am

Kollwitzplatz. Heute wird der

15. Geburtstag gefeiert; mit

Gerhard Falkner und Volker

Demuth sind zwei Lyriker zu

Gast. Falkner, Jahrgang 1951,

hat auch mit Romanen („Romeo

oder Julia“) Erfolg, er liest

aus dem Band „Schorfheide“.

Demuth, 1961 geboren, befreit

das Gedicht aus der herkömmlichen

Form und zeigt

„RaumPoeme“ als multimediale

Installation. Wir können

sie, soder Dichter, „begehen,

wie man Feste begeht oder

Verbrechen“. Cornelia Geißler

Literatursalon am Kollwitzplatz 20 Uhr,

Theater o.N.,Kollwitzstr.53, 5/3Euro

Ryan Mosleys „Lonely wasthe mountain“ von 2019

GALERIE EIGEN +ART/JULES LISTER

Ingeborg Ruthe

sieht mit Erstaunen und Vergnügen, wie

dieser Londoner Maler sich mit fulminannter

Pinselführungen durch die Kunstgeschicheder

Moderne, vonChagall über

Picasso, Magritte und Mondrian bis Picabia

rudert und surft, aber dabei sein ganz

eigenes Vokabular für die menschliche

Komödie der Jetztzeit findet.

Weltth

in einem le

Der Londoner Maler Ryan

Leinwänden die „Revoluti

Eine so denkwürdige

Ausstellung bei E

Die waghalsige, ungestüme

Unbekümmertheit

der letzten Jahre ist

irgendwie verschwunden

aus Ryan Mosleys anarchischen

Bildwelten. Dafür ist alles noch viel

grotesker, grellbunter und surrealer

geworden: Seine Bartmänner, seine

harlekinartigen, ruderlosen Argonauten

der menschlichen Odyssee

und auch die Sinnsucher mit Magritte-Hut

und -Pfeife scheinen ratlos

ihrer Bootsrouten und Wege zu treiben.

Wieauf der Suche nach der verschwundenen

Heimat oder nach einer

verlorenen Utopie.

Die menschliche Komödie, egal,

auf welchem nahen oder fernen Erdteil

sie spielt, steht an einem Scheideweg,

den ein Caspar-David-Friedrich-Panorama

über einem konstruktivistisch

ausgemalten Kahn

samt Bootsmann mit völlig verdrehten,

eigentlich weder laufen noch

stehen könnenden Füßen markiert.

DieSymbolik des Wassers deutet Gefahr

an. Eine steile,wie mit der Farbe

ins Bild gemeißelte Welle könnte

gleich alles verschlingen: Das komplementärfarbig

markierte Boot, den

seltsam gekleideten Mann, halb Matrose,halb

Clown mit den entstellten

Füßen. Vielleicht verschlingt das aggressive

Wasser auch gleich noch

den Romantiker-Mond am Himmel.

Der seltsame Skipper hält den Schädel

eines Homo sapiens in Händen,

als würde er ihn, kurzvor dem Untergang

des Bootes der Moderne, beschwören.

Wohin steuerst, wohin gehst du,

Adam? Und warum rennt die Welt,

läuft die Natur Amok? Das scheinen

Bilder wie dieses zu fragen. Eine Antwortgibt

es aus dem Malrätsel nicht.

Auch vondem Harlekin mit Picasso-

Jacke und Magritte-Hut auf der Abbildung

rechts weiß man nicht, ob er

in die Szene hinein- oder aus ihr heraussteigt.

Geheimnisvoll bleibt

auch, wieso die Rauchschwaden aus

den Pipen des schwarzen Zylinderund

des weißen Hutträgers rechts

und links der Hauptfigur des Bildes,

gegeneinander anpusten.

Undwas bedeutet der dritte Arm?

Gehört er womöglich einem weiteren,

aber unsichtbaren Harlekin,

dem Geist eines weiteren Narren aus

der Commedia dell'Arte? In vielen

Nuancen zitiertder Maler die Kunstgeschichte

der Moderne.Inweiteren

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.15, 23.00

Cinema Paris (✆ 881 3119) Porträt einer jungen

Frau in Flammen 14.50, 17.40, 20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Parasite 14.00,

17.00,20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Parasite (OmU)

15.00, 18.00, 21.00; Parasite (OmenglU) 21.30;

Das perfekte Geheimnis 14.30, 17.15, 20.00,

22.30; Verteidiger des Glaubens 15.00; Der Glanz

der Unsichtbaren 17.15; Systemsprenger 13.50,

18.50; Das Kapital im 21. Jahrhundert 16.30;

Deutschstunde 14.00, 16.45, 19.30; Joker (OmU)

15.00, 20.30,22.40; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

18.00;Joker (OF) 19.45,21.20,22.10; M.

C. Escher: Reise in die Unendlichkeit 14.15; Lieber

Antoine als gar keinen Ärger 16.15; Downton Abbey

(OmU) 18.40

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Zwingli –Der Reformator

17.30; Deutschstunde 20.00; Systemsprenger

22.15; After the Wedding 17.45; Ich war

noch niemals inNew York 20.15; Kamikaze 1989

(OmenglU) 22.30

Kant Kino (✆ 319 98 66) Das perfekte Geheimnis

12.00,15.00, 17.45, 20.30; Shaun das Schaf:

UFO-Alarm 15.40; Joker 17.40, 20.30; Zoros Solo

15.15, 20.00; After the Wedding 17.20; Ich war

noch niemals in NewYork 14.30,17.15, 20.00; Invisible

Sue 15.15; Nurejew 17.20, 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Das perfekte

Geheimnis 14.40, 17.20; Joker 20.00, 23.00;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 15.00; Joker

17.45; Das perfekte Geheimnis 20.30, 23.15;

Die Addams Family 14.45; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 17.00; Ich war noch niemals inNew

York 19.45; Joker(OF) 22.45; Ich war noch niemals

in New York 14.00; Terminator –Dark Fate 17.00;

Das perfekte Geheimnis 20.00; Once Upon aTime

in... Hollywood 22.40; Dem Horizont so nah 14.45;

Joker (OF) 17.30; Terminator –Dark Fate 20.20,

23.15; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 15.30; Die

AddamsFamily17.30; Maleficent:Mächte der Finsternis

19.45; Gemini Man 22.40;AdAstra –Zuden

Sternen 15.00; Ich war noch niemals inNew York

17.45; Once Upon aTime in... Hollywood 20.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) M. C. Escher:

Reise in die Unendlichkeit –Escher: Het oneindige

zoeken –Journey Into Infinity (OmU) 11.00; Der

Goldene Handschuh 12.30; Synonymes (OmU)

14.15; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 16.30;

Der Glanz der Unsichtbaren (OmU) 18.00; Systemsprenger

(DFmenglU) 19.45; Once Upon a Time

in... Hollywood (OmU) 21.50; Und der Zukunft zugewandt

(DFmenglU) 11.00; Easy Love (DFmenglU)

12.45; Born inEvin (OmU) 14.15; Ready orNot?

(OmU) 15.50; Deutschstunde 17.30; Djon Africa

(OmU) 19.40; Halloween Haunt (OF) 21.20; Midsommar

(OmU) 22.50; Leid und Herrlichkeit (OmU)

11.00; After the Wedding (OmU) 13.00; Und der

Zukunft zugewandt (DFmenglU) 15.00; Invisible

Sue 16.45; Joker(OmU) 18.15,20.20;Joker 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Das Kapital

im 21. Jahrhundert (OmU) 14.00; Und der Zukunft

zugewandt 16.00; Systemsprenger 18.00; Parasite

(OmU) 20.15; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 22.45; Congo Calling (OmU) 14.00; Über

Grenzen –Der Film einer langen Reise 15.45; Verteidiger

des Glaubens 18.00; Frau Stern 19.45; Lebe

schon lange hier 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Ich war noch niemals

in New York 13.45, 16.15, 19.45; Gemini

Man 13.45, 19.30, 22.50; Angry Birds 213.45,

16.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 14.00; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 16.30, 17.00, 19.10,

19.30,20.00,23.00; Terminator –Dark Fate 14.10,

17.10,20.10,23.10; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.10; Joker 14.10, 17.10, 19.00, 19.30,

19.45, 20.15, 22.30, 23.15; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.15, 16.45; Dem Horizont

so nah 14.20, 17.20; Invisible Sue 14.30; Dora

und die goldene Stadt 14.30, 17.00; Die Addams

Family 14.30; Everest 14.45; Maleficent: Mächte

der Finsternis (OF) 16.15; Downton Abbey 16.30;

Spider-Man: Far From Home 17.00;3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.15, 20.00, 22.10; 3D:Die

Addams Family 17.20; Joker (OF) 19.15, 22.20;

Scary Stories toTell inthe Dark 20.20, 23.00; Halloween

Haunt 20.20; Es II 22.10; Terminator –Dark

Fate (OF) 22.30; Sneak Preview 22.30; Angel Has

Fallen 22.50; 47 Meters Down: Uncaged 22.50;

Midnight Movie: Deadly Sins – Date mit einem

Fetisch-Killer 23.00

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Joker (OmU) 20.20, 22.40; Weitermachen

Sanssouci (OmenglU) 18.00; Easy Love

(OmenglU) 19.45; Bonnie &Bonnie (OmU) 21.30;

Nevrland (OmU) 23.15

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Maleficent:

Mächte der Finsternis 13.40, 16.50; Dora und

die goldene Stadt 13.45; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 13.45; Angry Birds 213.50; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00, 23.00;

Die Addams Family 14.10, 17.10; Everest 14.20;

Terminator –Dark Fate 16.20, 19.45, 22.50; Joker

16.30, 19.30, 22.40; Downton Abbey 16.30; Ich

war noch niemals in NewYork 16.40, 19.40; 7. Kogustaki

Mucize–Das Wunder in Zelle Sieben (OmU)

19.20, 22.50; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

19.50, 22.50; Scary Stories to Tell in the Dark

20.10,22.50; Gemini Man 22.30

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Deutschstunde 13.00;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 15.10; Eine ganz heiße

Nummer 2.0 16.45; Downton Abbey 18.25

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.20, 20.10, 23.00; Dora

und die goldene Stadt 14.20; Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.30, 17.40, 20.20, 22.50; Angry

Birds 214.30; Ich war noch niemals in New York

14.40, 16.50, 19.40; Everest 14.45; Invisible Sue

14.50; Die Addams Family 15.00, 17.30; Bayala –

Das magische Elfenabenteuer 15.10; Der König der

Löwen 16.45;Terminator –Dark Fate 17.00, 20.00,

22.30; Scary Stories to Tell in the Dark 17.10,

19.50, 23.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.15, 19.30; Joker 17.15, 20.00, 22.30; Gemini

Man 19.45; Halloween Haunt 19.50, 23.00;

Justice –Verstrickt imNetz der Macht 22.10; Es II

22.10; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 22.40

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Joker (OmU) 16.45,

19.30, 22.15; B Once Upon aTime in...Hollywood

(OmU) 17.20, 20.40

fsk amOranienplatz (✆ 614 2464) Porträt einer

jungen Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille

en feu(OmU) 18.00,20.30; Parasite(OmU) 18.30,

21.00

Moviemento (✆ 692 47 85) Invisible Sue 10.15;

Porträt einer jungen Frau inFlammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 12.30, 18.00, 20.45;

Porträt einer jungen Frau in Flammen 15.15; Fritzi –

Eine Wendewundergeschichte 14.30; Systemsprenger

16.30, 19.15; Pornfilmfestival: Die traurigen

Mädchen aus den Bergen (OmenglU) 22.00; Das

Kapital im 21. Jahrhundert –Capital in the Twenty-

First Century (OmU) 10.00; Benjamin Blümchen

12.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

14.30; Invisible Sue 16.45; Prachtige Films:

Doodslag (OmenglU)19.00;OnceUponaTime in...

Hollywood (OmU) 21.15

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Herr Zwilling

und Frau Zuckermann (OmU) 18.30; „Mir ist es

egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“

(OmU) 21.00

Sputnik (✆ 694 11 47) Shaun das Schaf: UFO-

Alarm 11.00; Zwischen uns die Mauer 13.45; Joker

(OmU) 15.45; Litauisches Kino goes Berlin: KurzfilmprogrammII(OmenglU)

18.00;Litauisches Kino

goes Berlin: Animus Animalis (OmenglU) 20.00;

Litauisches Kino goes Berlin: Baltic Midnight Shorts

(OF) 22.00; Deutschstunde 11.00; Systemsprenger

13.15; M. C. Escher: Reise indie Unendlichkeit –

Escher: Het oneindige zoeken –Journey Into Infinity

(OmU) 15.30; Der Glanz der Unsichtbaren –Les

invisibles (OmU) 17.00; Parasite (OmU) 19.00;

Scary Stories toTell inthe Dark (OmU) 21.15; Joker

(OmU) 23.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Parasite 14.20, 17.10,

20.00, 22.50; New Der Glanz der Unsichtbaren

16.00,20.50, 23.00; Systemsprenger 18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 5389590) Die Addams Family

14.00, 16.00, 18.00; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.00, 16.00; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 14.45, 17.45; Das perfekte Geheimnis

15.00,17.30, 20.15; Invisible Sue 15.15,

18.00; Terminator –Dark Fate 17.30, 20.30; Zwingli

–Der Reformator 20.00; Ich war noch niemals in

NewYork 20.15; Joker 20.30

UnionFilmtheater (✆ 65 01 31 41)Lieber Antoine

als gar keinen Ärger 13.00, 18.00; Ich war noch

niemals in NewYork13.00, 15.20, 20.30;Doraund

die goldene Stadt 14.00; Lino: Ein voll verkatertes

Abenteuer 15.45; Immer und ewig 16.15; Das perfekte

Geheimnis 18.00, 20.30; Eine ganz heiße

Nummer 2.0 18.15; 3D: Gemini Man 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.00; Joker 14.00,

17.00, 20.00, 23.00; Das perfekte Geheimnis

14.00,17.00,19.45,20.00,23.00;Everest 14.15;

Invisible Sue 14.30; Die Addams Family 14.30;

Bayala –Das magische Elfenabenteuer 14.30; Angry

Birds 214.30; Terminator –Dark Fate 16.45,

19.45, 23.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

16.45, 19.40, 22.30; Ich war noch niemals

in New York 16.45, 19.45; Dem Horizont so nah

16.45; 3D: Die Addams Family 17.00; Dora und

diegoldene Stadt 17.15; Gemini Man19.45;Scary

Stories toTell in the Dark 20.00; Es II 22.30; Halloween

Haunt 22.45; Midnight Movie: Deadly Sins

–Date mit einem Fetisch-Killer 23.00; 47Meters

Down: Uncaged 23.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Alfons Zitterbacke 17.00;

Zwingli 18.45; Deutschstunde 21.00; Born inEvin

(OmU) 17.45;Verteidiger des Glaubens 19.30; Das

Kapital im 21. Jahrhundert (OmU) 21.15

Babylon (✆ 242 59 69) Korea Independent

(OmenglU) 18.15; FFRB: Leap Into the Void

(OmenglU; m. Gast) 18.30; Chinesisches Filmwochenende:

Shen nu: Die Göttliche (OmenglU;

Stummfilm m. Live-Musikbegleitung u. Gästen)

19.30; FFRB: Love Circumstances (OmenglU; m.

Gast) 20.00; Korea Independent: Uri Jigeum Manna

–Let Us Meet Now (OmenglU) 20.00; Korea

Independent: Maggie (OmenglU) 21.45; FFRB:

Kurzfilmprogramm: Politics, Society and Dystopia

(OmenglU; m.Gästen) 22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) El

olivo –Der Olivenbaum (OmU) 10.30; Fritzi 15.00;

Invisible Sue 16.45; Lieber Antoine als gar keinen

Ärger (OmU) 19.00; Joker (OmU) 21.30; Der große

Gatsby 10.00; Invisible Sue 12.45; Joker (OmU)

14.45, 17.30, 20.15, 23.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) Die Addams

Family 11.00, 13.20, 18.00; Das perfekte

Geheimnis 11.00, 14.00, 17.00, 20.00, 23.00;

Angry Birds 211.00; Der König der Löwen 11.10;

Everest 11.20, 13.50; Dora und die goldene Stadt

11.40, 14.20; Maleficent: Mächte der Finsternis

11.45, 13.45, 16.45; Bayala 11.50, 14.00; Joker

13.30,16.30, 19.30,23.10; Ich war noch niemals

in New York 14.10, 16.20, 19.30; Terminator –

Dark Fate 14.45, 17.00, 19.45, 22.45; Shaun das

Schaf:UFO-Alarm15.40;AdAstra–Zu denSternen

16.20; Downton Abbey 17.20; Scary Stories toTell

in the Dark 17.45,20.30, 23.15; Joker (OF) 19.30;

3D: Maleficent 20.10; Halloween Haunt 20.20,

22.50; Dem Horizont so nah 20.20; Es II 22.30;

Once Upon aTime in... Hollywood 22.40; 7. Kogustaki

Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben (OmU)

23.10; Rambo 5: Last Blood 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Berlin Babylon

(DFmenglU) 14.15; Nurejew(OmU) 16.15; Systemsprenger

(DFmenglU) 19.00; Joker (OmU) 21.30;

Weitermachen Sanssouci (DFmenglU) 15.00,

22.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille en feu(OmU) 17.00,19.30; M.

C. Escher: Reise indie Unendlichkeit (OmU) 15.00;

Brittany Runs aMarathon (OmU) 17.00; Parasite

(OmU) 19.15, 22.00; Deutschstunde 14.30; Joker

(OmU) 17.00, 19.45; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 22.15; Der Glanz der Unsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 14.00; Parasite (OmenglU)

16.15; Easy Love 21.15

International (✆ 24 75 60 11)Joker (OmU) 15.00,

21.00; Parasite 18.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Wiederentdeckt:

Nebel (OF) 18.30; Nora S. 21.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Joker 14.05, 17.10, 19.30, 22.30; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.00, 19.45, 22.30; Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.20; Die Addams Family

14.20; Angry Birds 214.20; Invisible Sue 14.30;

Everest 14.30; Dora und die goldene Stadt 14.30,

17.00; Bayala 14.50; 7. Kogustaki Mucize (OmU)

16.40,19.45,23.00; 3D:Maleficent 16.55, 20.10;

Gemini Man 17.00; Cinayet Süsü 17.00, 19.50;

Terminator –Dark Fate 17.05, 19.50, 22.50; 3D:

DieAddams Family 17.10; Halloween Haunt 19.40,

22.45; Joker (OF) 20.00, 22.15; Scary Stories to

Tell in the Dark 20.05, 23.00; Merhaba Güzel Vatanim

(OmU) 22.40; Karakomik Filmler (OmU) 23.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Systemsprenger 10.30;

Parasite (OmenglU) 13.00, 21.30; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 15.20; Joker (OmU) 17.00,

23.50; Preview: Pferde stehlen –Utogstjaele hester

(OmU) 19.15

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 16.20; Joker (OF) 19.00; Parasite (OmenglU)

21.45

Passage (✆ 68 23 70 18) Joker (OmU) 17.15,

20.00, 21.20, 22.40; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.15, 20.00, 22.40; Systemsprenger

14.30, 16.00, 18.40

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite (OmenglU)

17.30, 20.30; Joker (OF) 17.00, 19.45, 22.30;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portraitdela

jeune fille enfeu (OmenglU) 16.40, 19.20, 22.00;

M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit –Escher:

Het oneindige zoeken –Journey Into Infinity (OF)

16.40; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 18.40, 21.20;

Parasite (OmU) 16.10, 19.00, 21.50

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Dora und die goldene Stadt 14.00; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00, 20.30, 23.00;

Dem Horizont so nah 14.15; Die Addams Family

14.25; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.30;

Bayala – Das magische Elfenabenteuer 15.00;

Terminator –Dark Fate 16.30, 19.30, 22.40; Joker

16.50, 19.40, 22.45; Ich war noch niemals in New

York 17.10; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.15, 19.50; 3D: Die Addams Family 17.30; Gemini

Man 20.10, 23.00; Es II 22.40


Berliner Zeitung · N ummer 254 · F reitag, 1. November 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

eater

cken Boot

Mosley spielt au fseinen

on eines Planeten“ durch.

wie unterhaltsame

igen +Art Berlin

Bildern dieser Ausstellung schlagen

Preisboxer völlig ins Leere, versagen

schwarz-weiße und bunte Geometrien

völlig bei der Orientierung, verspricht

eine leuchtend blaueWasserstraße

das sprichwörtliche „Blaue

vomHimmel“ und droht darüber ein

dystopisch lila Himmel mit einem

erbarmungslos kaltem Mond.

Mosleys „A planets revolution“

ist ein tief melancholisches und zugleich

krachfarbenes Spiegelbild

unserer Welt. Möglicherweise hat

die Shakespeare’sche Brexit-Tragödie,

haben die absurden Wendungen,

Wirrungen, Kapriolen, die des

Malers Heimatinsel derzeit beim

endlosen Scheidungsprozess aus

der Europäischen Union vollführt,

zu diesen Bildwelten beigetragen.

Jedenfalls zeigt der junge Maler das

Welttheater mehrfach in einem

völlig lecken Boot und auch in einer

Bühnen-Kulisse, die jederzeit

einzustürzen droht, was beim Betrachter

halb Lachen, halb Heulen

auslösen könnte.

Dabei aber gibt es weder eine

zeitliche, geografische noch stilistische

Ordnung. Alles geht durcheinander,

wird sozueiner von Grotes-

Ryan Mosley: „Hands turn“, 2019, Öl/Lw.

MEIN BILD DER WOCHE

Der Maler: Ryan Mosley, geboren 1980

in Chesterfield in der Grafschaft Derbyshire,

lebt mit Frau und KinderninLondon.

Er studierte an der Huddersfield Universität

und dann am RoyalCollegeofArt.

Galerist JudyLybkeentdeckte die ungewöhnliche

Stilistik des jungen Malers bereits

2012 für das Eigen+ArtLaboratorium

und stellt ihn nun zum vierten Male

aus. Inzwischen gehörtder Brite fest zum

Künstlerkreis der Galerie.

Die Ausstellung „A planets revolution“

bis 30. November in der Galerie Eigen +

ArtBerlin, Auguststr.26

Di–Sa 11–18 Uhr,Tel.: 280 66 05

Internet: www.eigen-art.com

GALERIE EIGEN + ART LEIPZIG/BERLIN/JULES LISTER

kendurchwobenen Dante’schen Komödie

über das Malen an sich. Und

dafür hält bei dem Briten auch ein

mit bunten Bommeln behängtes Kamel

vor der Kulisse des von Zwist

und Krieg zerrissenen Gelobten

Landes her. Die Satteldecke des

Trampeltieres ist derweil dekorativ

mit den typischen farbigen Vierecken

der weltmarktpreisigen Gerhard-Richter-Abstraktionen

versehen.

Hommage oder Persiflage?

Irritiertund auch amüsiertsehen

wir den so viel ernster gewordenen

Ryan Mosley in der Malerei-Geschichte

herumsteigen, von Daumier

und den Romantikern bis Chagall

und zu Kitaj.VonHogarth bis Degas,von

Manet und Picasso bis Magritte.

Von Leger zu Mondrian und

Richter. Dazwischen streut der Londoner

eine große Prise Dada und

lässt orthodoxe Juden, Muslime und

auch die die komisch-naiven Typen

des Franzosen Henri Rousseau auftreten.

Aber anders als die klassischen

Surrealisten pflanzt Mosley all

seine unwirklichen Typen in eine

sehr reale Welt. Und indieser Welt

lebt, trotz aller Untergangs-Szenarien:die

Malerei.

Szenische Lesung

Eine

literarische

Rekonstruktion

Das

alte Tiergartenviertel

gehörte einst zu den prominentesten

Quartieren Berlins:

Hier lebten von der Mitte

des 19. Jahrhunderts bis zum

Ende des Zweiten Weltkrieges

Künstler, Sammler, Bankiers,

Politiker und Journalisten, die

sich in den zahlreichen Salons

des Viertels trafen. Schon seit

den 30er-Jahren verschwanden

Teile des sogenannten Geheimratsviertels

für die vonAlbert

Speer geplante „Welthauptstadt

Germania“. Wenig

später wurden im Zweiten

Weltkrieg große Teile des Viertels

zerstört. An einem der letzten

verbliebenen Orte –der St.

Matthäus-Kirche – kommen

die ehemaligen Bewohnerinnen

und Bewohner des Stadtteils

wieder zu Wort. Eine literarische

Rekonstruktion in

drei Akten. Hannes Langbein

DieverschwundeneStadt

18.15Uhr,St. Matthäus-Kirche, Einführung,19Uhr

Lesung,Matthäikirchplatz.

So, 3. 11.,16.30Uhr,Führung durchdas

Tiergartenviertel,18Uhr Gottesdienst,

info@stiftung-stmatthaeus.de

Schwartzsche Villa (✆ 902992212)

20.00: Vitaliy Schall (Konzertgitarre), Eine musikalische

Weltreise mit Werken vonJ.S.Bach, D. Scarlatti, I.

Albéniz, A. Alexandrowund A. Barrios Mangore

Spandovia Sacra (✆ 333 80 54)

19.30:Niccolo-Quartett, KonzertuntermDach,

Antonin Dvorak: Streichquartett op. 51 in Es-Dur

St. Elisabeth-Kirche (✆ 44043644)

19.30: 35 Jahre lautten compagneyBerlin, Bach

ohne Worte, Bachkantaten instrumental

Theater im Delphi (✆ 70128020)

19.00: RollOverBeethoven–Revolution: Eckart

Runge(Violoncello), Jacques Ammon (Klavier), Werke

vonBeethoventreffen auf Rock, Popund Jazz

Trinitatis-Kirche Charlottenburg (✆ 3186850)

19.00: Voices: Chor par Coeur,Fugatonale, Die Kleine

Berliner Chorversuchung,Kissi-Chor,Young Voices

MDG, 18. Benefiz-Konzertfür AIDS-Waisen in Namibia

Ölbergkirche (✆ 6169310)

20.00: Mauricio Nader,Gast: Benjamin Kiersch,

Solokonzertfür E-Bass mit Werken vonPachelbel,

Bach, Vivaldi, Víctor Jara, Paulinho Nogueira, Horacio

Salinas, Jaime Atria, Mauricio Nader

KINDER

Ballhaus Ost (✆ 44 039168)

18.00: Fennymore oder Wieman Dackel im Salzmantel

macht, Kirsten Reinhardt &Sebastian Mauksch,

InteraktiveSchauspiel-Performance (ab 9J.)

Galli Theater Berlin (✆ 27596971)

17.00:Aladdin und die Wunderlampe (ab 4bis 14 J.)

Puppentheater Firlefanz (✆ 283 35 60)

16.00: Der Froschkönig,Märchenhaftes Puppentheater

(ab 4bis 9J.)

Schaubude (✆ 4234314)

11.00, 20.00: Anne Frank, Artisanen, dokumentarisches

Theater mit Puppen und Objekten (ab12J.)

Varia Vineta (✆ 43 723244)

16.00: Schneewittchen (ab 3J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Bibliothek am Luisenbad (✆ 901845610)

20.00 Puttensaal: Der König der Vagabunden, Bea

Davies, Patrick Spät, Lilian Pithan, Buchpremiere,

Lesung &Gespräch

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

19.30: „Stolpern, aber bitte nicht fallen“, Lesung mit

GNL-Autor*innen

Figurentheater Grashüpfer (✆ 53 695150)

18.00: Berliner Märchentage2019: Langer Märchenabend,

mit Janine Schweiger,NorbertSchwarz, Kristiane

Balsevicius, Sigrid Schubertund Nicola Knappe

Geistesblüten (✆ 49 961792)

19.00:Die jüngsten Tage,Tom Müller,Gespräch:

Simon Strauß (FAZ)

Heinrich-Böll-Stiftung (✆ 285340)

18.30: Europe ’89–The Promise Recalled: Durs

Grünbein liest aus seinen Texten, Lesung und

Gespräch mit Aleida Assmann

KulturCafé (Friedelstr.28)

19.30:Homestories, Klaus Dobler

Lettrétage (✆ 6924538)

20.00: Vonder Schönheit der Welt, Sprechstückemit

Musikbegleitung mit Lioba Happel, Signe Ibbeken,

Sabine Schönfeldt, Moderiertvon Lioba Happel

Planetarium am Insulaner (✆ 790 09 30)

20.00: rbb-Hörspielkino:Das Phantom der Oper,

Autor:Gaston Leroux; Regie: Regine Ahrem Mit: Matthias

Habich, Mirco Kreibich, Fabian Hinrichs u.a.

Theater an der Parkaue (✆ 55775252)

19.00: Die Kinder,Lesung des Stücks vonPeter

Hacks zum Auftakt des jährlichen Arbeitstreffens der

Peter Hacks Gesellschaft e.V.

Theater o.N. (✆ 4409214)

20.00: Literatursalon am Kollwitzplatz: Volker Demuth

und Gerhard Falkner,Lesung und Gespräch, Mod.:

Martin Jankowski

Volksbühne Berlin (✆ 24 065777)

20.00 Roter Salon: Kabeljau &Talk: Die literarische

Late-Night-Show,

Zeiss-Großplanetarium (✆ /42 184510)

20.00:Theater ex libris: Dracula, Live-Hörspiel

KONZERT

A-Trane (✆ 3132550)

21.00: Elliot Galvin +melting pot, Jazzfest Berllin

Acud MachtNeu (✆ 98352613)

18.00Kunsthaus: Eufonia Festival 2019

Arcanoa (✆ 67962651)

21.30: Pathetic +Whatremains +Jamie Dark

b-flat (✆ 2833123)

21.30: Tribute to John Coltrane &JohnnyHartman –

Atrin Madani (voc), Finn Wiesner (ts), Tino Derado (p),

Vincent Niessen (b), Sebastian Merk (dr)

Badehaus (✆ 95592776)

19.00:Copia, Near The Abyss +Dispray(Debut)

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 8610080)

21.00: RicoMcClarrin &the Grateful Natives

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00:Anna Of The North

Bi Nuu (✆ 69566840)

20.00: DICEConference +Festival 2019

Gretchen (✆ 25922702)

20.00:Emma-Jean Thackray’sWalrus +Neue Grafik

Ensemble

Haus der Berliner Festspiele (✆ 25489100)

18.00:Brian Marsella, Christian Lillinger’s„Open

Formfor Society“, Australian ArtOrchestra feat.Julia

Reidy, Jazzfest Berlin

21.00Oberes Foyer: KIM Collective, Jazzfest Berlin

21.15Kassenhalle: Angel Bat Dawid &The Brothahood,

Jazzfest Berlin –Late Night Plus

22.30:Late Night Lab 1–Kaos Puls, Moskus Trio,

Mopcut, Jazzfest Berlin

Haus der Kulturen der Welt (✆ 39 787175)

21.00: Afro-Sonic Mapping:Eröffnungskonzertmit

TeddyN’singi, Sacerdote, MC Khris, Kiluanji Kia Henda,

Suyá Nascimento, Celo Dut, Satch Hoyt

Kiste (✆ 9987481)

21.00: BirdEatsBaby

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726279333)

20.00: HollowCoves

Kulturbrauerei/Kesselhaus (✆ 44 315100)

20.00: Black/Rosie, The AC/DC’s

Lido (✆ 69 566840)

20.00: Fiva

Mercedes-Benz Arena (✆ 20 60708899)

18.30: Volbeat

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: Julien Chang

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 488132)

20.00:GinzburgDynastie, Klezmer Festival

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: TheYoung Mothers, Jazzfest Berlin

Radialsystem (✆ 288 78 8588)

20.00: Hauschka (Piano &Electronics) &Edivaldo

Ernesto (Tanz), Um:laut

CLUB

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

23.59:CadenzaxJanus, Minimal Violence (live), New

Frames (live), Evil Grimace, Gabber Eleganza u.a.

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00Ballsaal: Schwoof, Clärchen &Freunde

Kulturbrauerei (✆ 44315100)

22.00:Halloween in der Kulturbrauerei

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 9333)

22.00: Rebel Yell –Lovethe 80s!, Hey, my Commander

&RadioRadau

Tresor Club (Köpenicker Str.70)

23.59: All YouNeed Is Ears xSonic Groove,Adam X,

Aksamit, Dadub (live), Dasha Rush, Korridor (live),

Orphx (live), Rachel Lyn(hybrid Set) u.a.

KINO

Wolf (✆ 921 03 93 33) Easy Love (OmenglU)

12.00; Die Insel der hungrigen Geister –Island of

the Hungry Ghosts (OmenglU) 12.10; Djon Africa

(OmU) 14.00; Weitermachen Sanssouci (OmenglU)

14.20; Kurenai no buta –Porcorosso 16.00; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune

fille enfeu (OmU) 16.10, 21.00; Flora, das Leben

ist kein Ponyhof (OmenglU) 19.30; Invasion: Flora,

das Leben ist kein Ponyhof –Flora noescanto la

vida (OmenglU) 19.30; Parasite (OmenglU) 21.10;

Bait (OmU) 23.20

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Systemsprenger

15.00; Parasite 17.40, 20.30; Everest

15.00; Ich war noch niemals in New York 17.15,

20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Das perfekte

Geheimnis 15.00, 17.45, 20.30; Parasite

14.20, 17.10, 20.00; Parasite (OmU) 20.50; Parasite

(OmenglU) 22.30; Systemsprenger 14.40,

18.10; Invisible Sue 16.00; Joker (OmU) 18.00;

Joker 20.45; Porträt einer jungen Frau in Flammen

15.20,17.20,20.00

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Maleficent: Mächte der Finsternis 13.45, 16.10;

Invisible Sue 13.45; Systemsprenger 13.50,

19.00; Joker (OmU) 14.00, 17.00, 20.00, 23.00;

Das perfekte Geheimnis 14.00, 16.50, 19.45,

22.40; Deutschstunde 14.10, 19.15; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 14.15; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.15, 16.45; Parasite 16.30,

19.30; Der Glanz der Unsichtbaren 16.30, 19.00;

Porträt einerjungen Frau in Flammen 16.40, 19.30;

Nurejew 17.00; Ich war noch niemals inNew York

20.00; Lieber Antoine als gar keinen Ärger 21.30;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 22.00;

Midsommar (OmU) 22.15; Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

22.30; Parasite (OmU) 22.40; AdAstra –Zuden

Sternen (OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Nurejew (OmU) 17.45;

Der seltsame Klang des Glücks 20.00; Vulkan –

Volcano (OmU) 21.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.15; Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.15, 20.15, 23.00; Joker

14.20,16.50,19.50, 22.55; Dora und die goldene

Stadt 14.20, 16.45; Die Addams Family 14.20;

Angry Birds 214.30; Der König der Löwen 14.35,

17.15; Everest 14.45; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.45;

Shaundas Schaf:UFO-Alarm 14.50, 17.00;Ich war

noch niemals in NewYork 16.35; Terminator –Dark

Fate 16.55, 19.35, 22.55; 3D: Die Addams Family

17.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.05, 19.55, 22.55; Dem Horizont so nah 17.20;

Once Upon aTime in... Hollywood 19.20; Systemsprenger

19.25; 25km/h 19.45; Downton Abbey

19.55; Halloween Haunt 20.00, 22.30; Scary Stories

to Tell in the Dark 20.05; Midsommar 22.40;

Midnight Movie: Deadly Sins – Date mit einem

Fetisch-Killer 22.45; 47 Meters Down: Uncaged

22.55; Sneak Preview 23.00

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Shaun

das Schaf: UFO-Alarm 16.00; Yuli 18.00; Alien

–Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

(OF) 21.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Deutschstunde 14.45; Lieber Antoine alsgar keinen

Ärger 17.35, 20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02)Nurejew18.00;Deutschstunde

20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

15.00,17.45,20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Porträteiner jungen Frau in

Flammen 17.30; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille enfeu (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Shaun

das Schaf: UFO-Alarm 10.00, 12.15; Everest

10.00; Die Addams Family 10.00, 12.00, 14.30;

Bayala – Das magische Elfenabenteuer 10.00,

12.00, 14.50; Angry Birds 2 10.00; Maleficent:

Mächte der Finsternis 12.10, 14.00; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 12.15; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 16.45, 19.50, 22.40; Joker

14.20, 17.20, 19.30,22.30; Terminator –Dark Fate

16.45, 19.45, 22.45; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 16.50, 20.15, 23.00; Ich war noch niemals

in NewYork 17.00, 19.55; Gemini Man 23.00

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Und der Zukunft zugewandt 13.00; Downton Abbey

15.15; Systemsprenger 17.45; Deutschstunde

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Ich war noch niemals

in NewYork 14.00, 17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 10.00, 12.05; Maleficent:

Mächte der Finsternis 10.00,12.15, 14.25;

Everest 10.00, 12.00; Dora und die goldene Stadt

10.00, 12.10, 14.20; Die Addams Family 10.00,

12.05, 14.20; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

10.00, 12.35, 15.00; Angry Birds 210.00,

12.10, 14.40; Joker 14.20, 17.10, 20.05, 22.30;

Das perfekte Geheimnis 14.30, 16.35, 17.20,

19.30, 20.05, 23.00; 3D: Die Addams Family

17.00; Terminator–DarkFate17.10, 20.05, 23.00;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis 17.15,

19.30; Gemini Man 17.20, 23.00; Downton Abbey

20.05; Halloween Haunt 20.10, 23.00; Joker (OF)

22.30; Es II 22.40

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Das perfekte

Geheimnis 15.15, 17.45, 20.30;Maleficent:Mächte

der Finsternis 15.30, 18.00; Everest 15.45; Die

Addams Family 15.45, 18.00; Terminator –Dark

Fate 17.45, 20.30; Sneak Preview 20.15; Joker

20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Rithy Pahn, Eröffnung:

Graves Without aName –Les tombeaux sans noms

(OmenglU; m. Einführung) 20.00; Peter Lilienthal:

David 19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Joker 13.00, 13.30, 16.10, 16.40, 19.20, 19.50,

22.30; Ich war noch niemals in New York 13.00,

13.30, 16.15, 19.20; Das perfekte Geheimnis

13.00, 14.00, 16.00, 17.20, 19.00, 20.30, 22.10,

23.00; Maleficent: Mächte der Finsternis 13.10,

14.00, 17.00; Terminator–Dark Fate 13.15,17.00,

19.50, 23.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

13.30, 16.30, 19.40, 22.50; Everest 13.30;

Good Boys 13.40; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

13.50; Der König der Löwen 14.00, 16.40, 19.50;

Bayala –Das magische Elfenabenteuer 14.00; Angry

Birds 214.10; Die Addams Family 14.30; Invisible

Sue 14.50; Yesterday 16.10; Downton Abbey

16.10, 19.15; Parasite 16.30, 19.40, 22.20; Dora

und die goldene Stadt 16.30; Dem Horizont so nah

16.30, 19.15; After the Wedding 16.30; Gemini

Man16.50,19.50,23.00;HalloweenHaunt 17.00,

20.20, 23.00; 3D: Die Addams Family 17.10; Scary

Stories to Tell in the Dark 17.20, 19.45, 20.10,

23.00; Gut gegen Nordwind 19.15; Once Upon a

Time in... Hollywood 19.20, 23.00; Systemsprenger

19.25; Es II 20.15, 22.40; Ready orNot? –Auf die

Plätze,fertig,tot 22.20; Midsommar 22.30; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw 22.30; 47Meters Down:

Uncaged 22.50, 23.00

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 0200)

Maleficent: Mächte der Finsternis (OF) 13.30,

17.15, 22.15; Joker (OF) 13.30, 16.30, 19.30,

20.45, 22.45; Terminator –Dark Fate (OF) 13.40,

16.50, 20.00,23.10; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

(OF) 13.40; DieAddams Family (OF) 14.10, 16.30;

Der König der Löwen (OF) 14.10; Dora und die goldene

Stadt (OF) 14.30; Downton Abbey(OF)16.00;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis (OF) 16.20,

19.20; Once Upon a Time in... Hollywood (OF)

17.00, 19.00; Parasite (OmenglU) 19.00, 22.50;

Scary Stories to Tell in the Dark (OF) 20.15, 23.00;

Ad Astra –Zuden Sternen (OF) 22.20

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Buckelwale:

Giganten der Meere 11.45; Terminator –Dark

Fate (OF) 13.00, 19.15, 22.30; Terminator –Dark

Fate 16.10

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Videodrome (OF)

20.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Die Addams Family 14.00,

16.00; Bayala – Das magische Elfenabenteuer

14.00; Dora und die goldene Stadt 14.30; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 15.00, 17.30,

20.30; Das perfekte Geheimnis 15.00, 17.30,

20.00, 22.30; Ich war noch niemals in New York

16.00,20.45; Terminator –Dark Fate 17.00, 20.00,

22.30; Joker 18.00, 20.00, 22.30; Halloween

Haunt 19.00,22.45

Casablanca (✆ 677 57 52) Nurejew 16.15; M.

C. Escher: Reise indie Unendlichkeit 18.45; EsII

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 0200)

Terminator–DarkFate 14.00,16.45, 20.00,22.50;

Das perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00,

23.00; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.10,

17.00; Joker 14.15, 17.15, 20.15, 23.00; Dora

und die goldene Stadt 14.15; Die Addams Family

14.20, 17.10; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.20; Angry Birds 214.30; Everest 14.40;

Ad Astra –Zuden Sternen 16.40, 23.10; Ich war

noch niemals in NewYork 16.50, 19.30; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 17.10; Scary Stories toTell in

the Dark 17.15, 20.00, 22.45; Once Upon aTime

in... Hollywood 19.30; 7.Kogustaki Mucize –Das

Wunder in Zelle Sieben (OmU) 19.35, 22.45; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 19.50; Halloween

Haunt 20.15, 23.10;EsII22.30; Gemini Man

23.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Die

Addams Family 14.15; Bayala 14.15; Maleficent

14.20; AToy Story 14.20; Everest 14.30; Dora und

die goldene Stadt 14.30; Das perfekte Geheimnis

14.30, 16.35, 20.00, 22.45; Cinayet Süsü 16.30,

19.30; 7.Kogustaki Mucize (OmU) 16.45, 19.30,

22.30; Terminator – Dark Fate 17.00, 20.00,

23.00;Joker 17.10, 20.00, 23.00; 3D: DieAddams

Family 17.10; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.15, 19.40; Merhaba Güzel Vatanim (OmU)

19.45; Halloween Haunt 22.30; Gemini Man 22.30

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Premiere:

Eine eiserne Kassette (mit Gästen) 19.00; Systemsprenger

21.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) InEx. Filmfestival:

12 Tage –12jours (OmU) 19.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Ich war noch niemals

inNew York 12.45; Das perfekte Geheimnis

15.30, 18.00, 20.30; Das perfekte Geheimnis

10.00, 12.30; Invisible Sue 15.00; Ich war noch

niemals inNew York 17.15, 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) M.C.Escher:

Reise in dieUnendlichkeit 16.00;Der Glanz der Unsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 18.00; Systemsprenger

20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Deutschstunde

15.00; Downton Abbey 17.45; Gelobt sei Gott

20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Cleo 16.00; Verteidiger des

Glaubens 18.00; Zwingli –Der Reformator 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Parasite 14.50, 20.30;

Nurejew 17.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Systemsprenger 17.00; Weitermachen Sanssouci

19.15; Once Upon aTime in...Hollywood 21.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Wenn wir

erst tanzen 13.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

13.45; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte 13.45;

Invisible Sue 14.30; Porträt einer jungen Frau in

Flammen 15.45, 20.45; Verteidiger des Glaubens

15.45; Das perfekte Geheimnis 15.45, 18.15,

20.45;Code of Survival –Die Geschichte vomEnde

der Gentechnik 16.30; Parasite 17.45, 20.30;

Deutschstunde 18.15; Der Glanz der Unsichtbaren

18.30; Systemsprenger 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Ich

warnoch niemals in NewYork 13.40, 16.40, 19.50;

Everest 13.50, 17.10; Angry Birds 213.50; Maleficent:

Mächte der Finsternis 13.55, 16.45; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 19.40, 20.00,

23.00; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 14.10; Die

Addams Family 14.10; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.20; Terminator –Dark Fate 16.30,

19.45, 23.00; Der König der Löwen 16.50; Joker

16.55, 19.55, 20.15, 23.00; 3D: Die Addams Family

17.15; Gemini Man 19.35, 23.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 19.50, 23.00; Es II

22.40; Halloween Haunt 23.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die AddamsFamily15.00;Das

perfekte Geheimnis 17.15,