atw 2018-02

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atw Vol. 63 (2018) | Issue 2 ı February

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KTG INSIDE

von innovativen Reaktorkonzepten mit passiven Sicherheitsmerkmalen,

die Ertüchtigung von Computational Fluid

Dynamic (CFD) Methoden zur Berechnung mehrphasiger

Strömungszustände, die Entwicklung von Methoden zur

Durchführung von Sensitivitäts- und Unsicherheitsanalysen

für CFD Analysen. Des Weiteren werden aktuelle Fragestellungen

zur technisch-wissenschaftlichen Absicherung

des ver bleibenden Betriebs deutscher Kernkraftwerke und

Forschungsreaktoren in der Fachgruppe aufgegriffen.

Hierzu zählen u.a. Themen wie die mögliche Beeinträchtigung

der Kernkühlung durch Isoliermaterial und oder

Zinkboraten oder das sog. Neutronenflussrauschen.

Der Vorstand der Fachgruppe, die derzeit um die 200

Mitglieder besitzt, besteht derzeit aus 5 Personen. Dies sind

Dr.-Ing. Andreas Schaffrath (Gesellschaft für Anlagen- und

Reaktorsicherheit) gGmbH, der aktuell der Sprecher der

Fachgruppe ist, Dipl.-Ing. Sören Alt (Hochschule Zittau,

Görlitz), Dr.-Ing. Ingo Ganzmann (AREVA GmbH) und Prof.

Dr.-Ing. Eckhart Laurien (IKE Stuttgart). Kassenwart und

Kommunikationsbeauftragter der Fachgruppe ist Dr.-Ing.

Jürgen Sydow (TÜV NORD Systems GmbH). Die Fach gruppe

arbeitet – sofern dies thematisch erforderlich ist – interdisziplinär

mit anderen Fachgruppen der KTG zusammen und

organisiert z.B. gemeinsame Fach sitzungen auf dem jährlich

stattfindendem Annual Meeting on Nuclear Technology

(AMNT), KTG Fachtage oder Vortragsveranstaltungen. Die

KTG Fachgruppe Thermo- und Fluiddynamik aktualisiert

kontinuierlich ihren Internetauftritt.

Die letzte große Veranstaltung der Fachgruppe war der

Ende 2016 in Karlsruhe zusammen mit den Fachgruppen

Reaktorphysik und Berechnungsmethoden und Reaktorsicherheit

durchgeführte, 2-tägige Fachtag zu Aktuellen

Themen der Reaktorsicherheit. Thematische Schwerpunkte

des Fachtages waren neue Erkenntnisse aus den Bereichen

Neutronenphysik, Anlagenbetrieb, BE-Lagerbecken, sowie

Sensitivität, Entwicklung und Validierung von Codes

sowie Tools zur Berechnung von Unsicherheiten und

Sensitivitäten. Abgerundet wurde der Fachtag durch einen

geselligen Abend. Der Fachtag war mit über 60 Teilnehmern

gut besucht. Über den Fachtag wurde in der atw

(International Journal for Nuclear Power, Heft 10, 2016)

sowie der Kerntechnik (Heft 5, 2016) berichtet. Darüber

hinaus wurden diverse Beiträge des Fachtages im Heft 3,

2017 der Kerntechnik veröffentlicht.

Aktuell engagieren sich zahlreiche Mitglieder substantiell

an der Vorbereitung des AMNT 2018. Sie sind u.a. im

Programmausschuss oder verschiedenen Auswahlausschüssen

vertreten. Die Fachgruppe hat u.a. die Fokussitzung

Safety of Advanced Nuclear Power Plants vor bereitet,

in der zunächst ausgewählte Experten über aktuelle kerntechnische

Entwicklungen in UK und China berichten. Es

folgt dann ein Vortrag über eine Initiative der OECD/NEA

zur Untersuchung und Bewertung thermohydraulischer

Aspekte sog. passiver Sicherheitssysteme. Im Anschluss

wird dann ein Vertreter des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Übersicht über die

derzeit in Deutschland durchgeführten Arbeiten im Bereich

der Reaktorsicherheitsforschung geben. Es folgen abschließend

zwei Vorträge, in denen herausragende BMWi

finanzierte Forschungsarbeiten zu experimentellen und

analytischen Untersuchungen passiver Systeme zur Beherrschung

von Auslegungsstörfällen vorgestellt werden.

Zusätzlich wurden bereits für die technischen Sitzungen

des Key Topic Outstanding Know-How & Suitainable

Innovations die eingereichten Abstracts gereviewt.

Für das Jahr 2018 ist bereits – neben den üblichen

Aktivitäten zur Vorbereitung des AMNT 2019 – zusammen

mit der Sektion Süd eine Vortragsveranstaltung bei der

Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)

gGmbH zu dem Thema Erweiterung der GRS Rechenkette

für fortschrittliche Reaktoren geplant.

Zu allen zuvor genannten Aktivitäten hoffen wir auf

eine rege Teilnahme.

Dr.-Ing. Andreas Schaffrath

Sprecher der KTG Fachgruppe Thermo- und Fluiddynamik

Kernfusion: Eine kleine Fachgruppe

für ein Thema mit viel Zukunft

Die Fachgruppe Kernfusion der KTG wurde erst 1997

gegründet, also zu einer Zeit, als die KTG bereits 28 Jahre

alt war. Derzeit hat sie 60 Mitglieder. Ihre thematischen

Schwerpunkte liegen auf Fusionstechnologie und Plasmaphysik.

Der Gründer und erste Sprecher der Fachgruppe war Dr.

Gert Spannagel (FZK). Der Staffelstab wurde 2002 weitergegeben

an Michael Gehring (Babcock Noell), der ihn über

10 Jahre lang hochhielt. Ich selbst erhielt ihn dann 2013.

Obwohl die Fachgruppe Kernfusion in der KTG von

Anfang an eine etwas kleinere Fachgruppe war, hat sie

doch immer wieder durch ihre Aktionen und ihre Präsenz

auf der Jahrestagung munter zum Leben und Programm

der KTG beigetragen. In vielen Technischen und Fach-

Sitzungen auf den Jahrestagungen verfolgte und kommunizierte

sie die Weiterentwicklung der Kernfusionstechnologie

und machte von Anfang an klar, dass Kerntechnik

eben mehr ist als die technische Beherrschung der Kernspaltung.

Zu den Highlights der Vergangenheit gehörte

sicherlich auf der JK 2007 der Plenarvortrag von Kaname

Ikeda, damals erster „Director-General“ des ITER-Projekts.

Auch in jüngerer Vergangenheit wurden interessante

Aktivitäten entwickelt. So konnten wir 2016 Prof. Robert

Wolf für einen Plenarvortrag auf der AMNT zum Thema

Wendelstein 7-X gewinnen. Der W7X hatte erst wenige

Monate zuvor sein erstes Plasma gesehen und gezeigt, dass

er über ein nahezu perfektes Magnetfeld verfügt. Und

2017 organisierten wir im Anschluss an die AMNT eine

Exkursion nach Greifswald, um uns diesen W7X mal selbst

anzusehen. Dass dabei Dr. Spannagel zu den Expeditionsteilnehmern

gehörte, hat mich besonders gefreut. Vor Ort

in Greifswald gab uns Prof. H.-S. Bosch einen umfassenden

Einblick in die Besonderheiten des W7X, seine Inbetriebnahme,

über die Ergebnisse der ersten Betriebsphase

und die Pläne zum weiteren Projektverlauf. Anschließend

erklärte uns Dr.-Ing. L. Wegener die Besonderheiten

und Herausforderungen des W7X-Projekts hinsichtlich

Konstruktion, Organisation und Projektmanagement. So

waren wir schon vor der eigentlichen Führung beeindruckt

und sensibilisiert für das, was wir anschließend auch aus

der Nähe zu sehen bekamen.

Neben den Aktionen und dem „Blick über den Tellerrand“

der Kernspaltungstechnik, den wir bieten, stellt

unsere Fachgruppe aber auch einen Link dar zu anderen

Fusions-orientierten Körperschaften wie den deutschen

Fusionslaboren (IPP, KIT und FZJ), dem deutschen ITER

Industrie Forum (dIIF), dem Europäischen Fusion Industry

Innovation Forum (FIIF) und anderen.

Und was wir in der Zukunft vorhaben? Schließen Sie

sich unserer Fachgruppe an und wünschen Sie sich etwas!

Dr. Thomas Mull

Sprecher der KTG Fachgruppe Kernfusion

KTG Inside

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