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Tassilo, Ausgabe Juli/August 2018 - Das Magazin rund um Weilheim und die Seen

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Oben ein Modell des berühmten Buzentaurs,<br />

rechts der legendäre Delphin, das letzte erhaltende<br />

Ruderboot der Wittelsbacher.<br />

Bezug z<strong>um</strong> Muse<strong>um</strong>. Auch deswegen<br />

ist ihm <strong>die</strong> Sonderausstellung<br />

gewidmet, <strong>die</strong> noch bis 16. September<br />

zu sehen sein wird.<br />

Den Bogen zur<br />

Moderne gespannt<br />

Die heutige thematische Spannbreite<br />

des Muse<strong>um</strong>s Starnberger<br />

See lassen bereits <strong>die</strong> beiden äußerst<br />

gegensätzlichen Muse<strong>um</strong>sgebäude<br />

erahnen. <strong>Das</strong> denkmalgeschützte<br />

Lochmannhaus zeugt<br />

vor allem von dem mühseligen Leben<br />

der ansässigen Bevölkerung.<br />

Im modernen Eingangsgebäude<br />

hingegen, 2008 fertiggestellt,<br />

dreht sich alles <strong>um</strong> den See als Ort<br />

des Vergnügens <strong>und</strong> der Erholung.<br />

Dort lassen sich etwa originaler<br />

Figurenschmuck <strong>und</strong> Gemälde<br />

der fürstlichen Schiffe oder das<br />

große Modell von dem legendären<br />

Prachtschiff „Buzentaur“, auf<br />

dem <strong>die</strong> bayerischen Herrscher<br />

ihre berühmten Seefeste feierten,<br />

bestaunen. <strong>Das</strong>s es den Neubau<br />

überhaupt gibt, ist im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e<br />

genommen einem einzigen Objekt<br />

zu verdanken: dem letzten<br />

vollständig erhaltenen Ruderboot<br />

der einstmals prächtigen Wittelsbacher<br />

Flotte aus dem 19. Jahrh<strong>und</strong>ert.<br />

<strong>Das</strong> Boot, auch Delphin<br />

genannt, lagerte einst in einem<br />

Schuppen auf dem Anwesen<br />

des Lochmannhauses, ehe es an<br />

wechselnden Orten untergebracht<br />

wurde – <strong>und</strong> einmal beinahe verbrannt<br />

wäre. Daraus entwickelte<br />

sich eine Initiative unter dem<br />

Motto „Rettet den Delphin“, was<br />

letztlich über Umwege im Bau des<br />

neuen Muse<strong>um</strong>sgebäudes gipfelte.<br />

Pläne für einen Neubau gab<br />

es bereits seit den 1970er Jahren,<br />

Stück für Stück wurden <strong>die</strong>se größer,<br />

<strong>und</strong> auch der Zweck als reine<br />

Delphin-Unterkunft veränderte<br />

sich. „Es ist wichtig, dass <strong>die</strong> Geschichte<br />

des Starnberger Sees ansprechend<br />

präsentiert wird“, sagt<br />

Muse<strong>um</strong>sleiterin Sibylle Küttner,<br />

<strong>die</strong> lange Zeit in Hamburg gelebt<br />

hat, <strong>und</strong> ergänzt: „Starnberg ist in<br />

ganz Deutschland ein Begriff, da<br />

sollte auch das Muse<strong>um</strong> dazu passen.“<br />

Mit dem Ergebnis ist Küttner<br />

vollauf zufrieden, vor allem auch<br />

wegen der modernen Architektur.<br />

Bau <strong>um</strong>stritten, mit dem<br />

Ergebnis zufrieden<br />

Der Bau selbst war einst <strong>um</strong>stritten,<br />

unter anderem weil er auf<br />

den ersten Blick ein wenig betonlastig<br />

erscheint. „Wenn jedoch<br />

Architekten zu Gast sind, wissen<br />

sie <strong>die</strong> Qualität der Architektur<br />

> > > INFORMATION<br />

zu schätzen“, sagt <strong>die</strong> Muse<strong>um</strong>sleiterin<br />

darüber. Deshalb will sie<br />

den Leuten in der Region „zeigen,<br />

welchen Schatz sie mit dem Muse<strong>um</strong><br />

haben“. Während <strong>die</strong> Resonanz<br />

anfangs noch ein wenig<br />

zwiegespalten war, hört Küttner<br />

heutzutage ka<strong>um</strong> mehr negative<br />

Stimmen, wovon auch <strong>die</strong> Besucherzahlen<br />

zeugen. Dieses Jahr<br />

soll erstmals seit dem Eröffnungsjahr<br />

<strong>die</strong> Zehntausender-Marke geknackt<br />

werden. Wie? „Mit einem<br />

bunten, vielfältigen Programm“,<br />

verspricht Küttner. Wie etwa derzeit<br />

mit der König Ludwig III.-Ausstellung.<br />

Solche Sonderpräsentationen,<br />

von denen es pro Jahr<br />

zwei bis drei gibt, werden z<strong>um</strong>eist<br />

intern organisiert <strong>und</strong> nicht extern<br />

zugekauft. Stets mit lokalem Bezug<br />

<strong>und</strong> entsprechendem Begleitprogramm<br />

wie Konzerte, Lesungen<br />

oder Filmvorführungen. „Ich<br />

möchte, dass es für Einheimische<br />

wie Gäste der Region gewissermaßen<br />

ein Muss wird, ins Muse<strong>um</strong><br />

Starnberger See zu gehen,“,<br />

sagt Sibylle Küttner. Nach einem<br />

Besuch sei man definitiv ein Stück<br />

weit klüger.<br />

tis<br />

<strong>Das</strong> Muse<strong>um</strong> Starnberger See ist Dienstag bis Sonntag sowie an<br />

allen Feiertagen (außer 24. <strong>und</strong> 31.12.) jeweils von 10 bis 17 Uhr<br />

geöffnet. Weitere Infos zu Eintrittspreisen, Führungen <strong>und</strong> Sonderausstellungen<br />

unter www.starnberg.de.<br />

juli / august <strong>2018</strong> | 7

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