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Der Schwimmtrainer Nr. 106

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DSTV / Der Schwimmtrainer 40 November 2014 Screening an Land Das Screening an Land ist als komplexer Krafttest für alle beteiligten Muskelgruppen (lokal/global) zu verstehen. Es ist einfach durchführbar und gut standardisiert, liefert hervorragende Referenzdaten und evaluiert „nur“ die Kraftausdauer, die in der Zielaltersgruppe entscheidend ist. Teilweise können Muskelgruppen aus oberer bzw. unterer Extremität das Leistungslimit darstellen. Die meisten hier dargestellten „Feldtests“ dienen der Kraftausdauerüberprüfung, häufig unter statischen, bis langsam dynamischen Bedingungen bzw. sind Tests zur „motorischen Kontrolle“ (Stabilität). (s. Anlage 1 „Das Screening an Land“) Zu diesem Thema möchte ich festhalten, das „Testen“ extrem wichtig ist. Erst im Vergleich von Testergebnissen und sportlicher Leistungsfähigkeit bzw. Gesundheit (Belastbarkeit) lassen sich Zusammenhänge ableiten und entsprechende Trainingsinterventionen zur Leistungssteigerung oder Prävention / Rehabilitation planen. Standardtests des DSV, die bereits in den Jahren 2009-2012 durchgeführt wurden und werden sollten, fließen wieder in den Trainingsalltag ein und werden zu festgelegten Zeiten abgefragt. Der Bundestrainer Diagnostik, Frank Lamodke, sammelt die Ergebnisse, bereitet diese in tabellarischer Form auf und versendet sie zum Aushang und Vergleich bundesweit an die BSP Trainer. Eine Auswahl an Standardtests des DSV: 3000/5000m Kr 2000m Lagen im 50er Wechsel der Schwimmarten (10x200m Lagen) 60min in Kr 12min in HSA 1000m HSA Beine 5x800m Kr alle 10:30/11:00 10x100m Schmetterling alle 1:40/1:50 8x400m Kr alle 5:15/5:30 8x400m La alle 5:45/6:00 8x100m Ar Test a 2:05 8x100m Be Test a 2:05 12x200m HSA Test a 3:30 Die in der Tabelle 1) präsentierten Belastungskennziffern in Verbindung mit den athletischen Überprüfungen (Screenings) und den hieraus resultierenden „Hausaufgaben“ an die Mitglieder des PT soll dazu führen, dass mit dem vermehrten Abfordern von Topwettkämpfen aus dem Training heraus die Belastungsverträglichkeit unserer Jüngsten langfristig so geschult wird, dass wir in unseren Reihen auch wieder Athleten wie Missy Franklin, Katinka Hosszu, Michael Phelps o- der Ryan Lochte (Vielfachstarter!) begrüßen dürfen. Um ein annähernd gleiches Trainingsniveau in Deutschland und unter den Perspektivteammitgliedern wieder zu erreichen werden folgende MINDESTANFORDERUNGEN im täglichen Training gestellt: GA I (BZ 2-3) GAII (BZ 4-5) PB = persönliche Bestzeit Berechnung von 400m (bei nicht vorhandener Bestzeit): Bestzeit von 200m x 2 + 15“ (Fr/Rü) und 20“ (Br/S) > auf diesen Basiswert wird der in der Tabelle zu entnehmende Wert aufgeschlagen. Berechnung von 800m (bei nicht vorhandener Bestzeit): Bestzeit von 400m x 2 + 20“ (Fr/Rü und 25“ (Br/S) > auf diesen Basiswert wird der in der Tabelle zu entnehmende Wert aufgeschlagen. Beispiel: 100m 200m 400m 800m PB + PB + PB + PB + 15“ 20-25“ 30-35“ 40-45“ PB + PB + PB + PB + 10“ 15“ 20“ 30“ Ein Schwimmer hat über 200m Brust eine Bestzeit von 2:09,80 und möchte seinen Wert über 400m im GA I Bereich kennen. Seine Rechnung muss also sein > 2:09,80 x 2 = 4:19,60 + 20“ = 4:39,60. Nun den Tabellenwert aufschlagen, d.h. 4:39,60 + 30-35“ = 5:09,60-5:14,60

DSTV / Der Schwimmtrainer 41 November 2014 5. Planungsprozess In welchen Hierarchien wird geplant? Wird ein Forecast (Hochrechnung) er stellt? Wie wird dieser berechnet? Fristigkeit der Planung: Gibt es eine Mittelfristplanung (Mehrjahresplanung)? Besonderheiten der Planung Wann gilt das Projekt als erfolgreich? Die hierarchische Struktur des PTP Der Forecast (Hochrechnung Finanzplanung Maßnahmen Perspektivkader) hier 2014 Rahmendaten: 18 Teilnehmer + 6 Betreuer = 24 Personen Wettkampf Luxemburg 03 Tage 14.500,- € Lehrgang in Warendorf 19 Tage 25.000,- € Lehrgang Kärnten 10 Tage 30.000,- € WK-Tour Mare Nostrum 11Tage 40.000,- € Wettkampf Vichy 03 Tage 15.000,- € Lehrgang in Berlin 14 Tage 22.000,- € Lehrgang in Türkei 08 Tage 30.000,- € Lehrgang Jahreswechs./Sonne 17 T 50.000,- € 226.500,- € Mittelfristig ist das PTP bis zu den Olympischen Spielen 2016 geplant. Hier wird Deutschland hoffentlich die ersten Früchte unserer Arbeit erkennen können. Langfristig und abschließend soll das gesamte Ausmaß aller Überlegungen und Anstrengungen seitens des DSV bei den Olympischen Spielen 2020 in Japan deutlich werden. Die heute 10- 15 Jährigen sind dann zwischen 18-23 Jahren im „besten Schwimmeralter“ und nach unserer Auffassung und Strategie „geformt“. Eine Besonderheit in der Planung mit dem PT sind die klaren Regeln, denen sich Mitglieder dieses Teams unterordnen. Eine 100% Anwesenheit in den Maßnahmen des PT ist verpflichtend und Voraussetzung zur Aufnahme Das tägliche Training findet an einem BSP, BSPN, DSV oder Landesstützpunkt statt Die jährlichen Leistungsdiagnostiken finden an den Diagnosezentren in Hamburg oder Leipzig statt Wöchentlich (spätestens bis Dienstag, 12.00 Uhr der Folgewoche) ist die TDD bei dem CBT und dem BT Diagnostik unaufgefordert einzureichen Ein mehrmaliges Nichterfüllen der aufgezeigten „Hausaufgaben“ an Land und/oder im Wasser kann zum Ausschluss aus dem PT führen (liegt im Ermessen des CBT) Die reinen Wettkampfleistungen fließen zwar in die jährliche Bewertung der Mitglieder ein, sind jedoch den zuvor genannten Punkten untergeordnet Die Teilnahme an der bis zu 3mal jährlich stattfindenden KLD an den o.g. Diagnosestützpunkten ist Pflicht Die beidseitige Kommunikation (Führung Athleten) über Whats App Gruppen, Emails oder Telefonate bei Problemen o- der Fragestellungen sollte lückenlos und auf der Basis wirklichen Vertrauens stetig ablaufen Bis zum Jahr 2016 wird auf Höhentrainingslager mit dem PT verzichtet, denn bis dahin gilt es die noch vorhandenen Reserven der Mitglieder zu erschließen und sie auf die Höhenstrategie in den Jahren 2016-2020 (s. Anlage 2.) vorzubereiten.