Aufrufe
vor 2 Wochen

Der Schwimmtrainer Nr. 106

DSTV /

DSTV / Der Schwimmtrainer 52 November 2014 26 25 24 23 22 Jahre 21 20 19 18 17 Männer Frauen 16 WM13 OS12 WM11 WM09 OS08 WM07 WM05 OS04 OS00 OS96 OS92 OS 88 OS 84 OS 80 OS 72 OS 68 OS 64 Abb. 4: Mittleres Alter der Finalteilnehmer bei OS und WM im Schwimmen von 1964 bis 2013 c. Leistungsentwicklung bei den Senioren (Masters) Die Leistungsentwicklung zeigt bei den besten Senioren sowohl der Welt als auch Deutschlands und bei beiden Geschlechtern einen ähnlichen Verlauf, nur auf unterschiedlichem Niveau (Abb.5). Bis zum 40. Lebensjahr („jüngere Erwerbsfähige“) bleibt das Niveau recht stabil. Verschiedentlich sind sogar Leistungen der AK 30-34 besser als die der AK 25-29. Die Ursache liegt zumeist im Wechsel vom aktiven Hochleistungssport nach dem 30. Lebensjahr in die Gruppe der Masterschwimmer. Vergleicht man die „100m- Mittel“ der Altersklassen mit dem Weltniveau, dann erreichen die 25-29jährigen Damen und Herren noch 90% dieses Niveaus. Mit zunehmendem Alter wird diese Differenz größer um 1,5-2% aller 5 Jahre bis zum 50. Lebensjahr und um 2,5-5% bis zum 64. Lebensjahr. Bei den „jüngeren Alten“ fällt die Leistung um 5% bis zum 74. Lebensjahr ab. Die 80Jährigen erreichen dann nur noch 55,8% (Herren) bzw. 50,5% (Damen) des „Weltniveaus“. Vereinfacht: Mit 55-60 Jahren werden 75% und mit 80-85 Jahren 50% des maximalen Leistungsniveaus im Schwimmen erzielt. Hierbei handelt es sich um Mittelwerte. In den Disziplinen verläuft die Leistungsentwicklung unterschiedlich. Besonders mit Zunahme von Streckenlänge und Krafteinsatz geht das Niveau zurück. So erreichen die Hochaltrigen in den 50m-Disziplinen noch 57,7% der Leistung der 25Jährigen Masters, in den 200m-Disziplinen 50,1% und über 200m Schmetterling 44,1%. Abb.5: „100m-Mittel“ der „Top 10“ der Welt und des DSV in de Altersklassen 25 bis 75

DSTV / Der Schwimmtrainer 53 November 2014 Trotz gleicher relativer Ausgangsleistung von 90% des Weltniveaus fällt mit zunehmendem Alter die Leistung der Schwimmerinnen stärker ab als die der Schwimmer. Wir haben hier also umgekehrte Verhältnisse zum Kinder-/Jugendbereich. Die Ursachen dieser Entwicklung sind biologisch begründet, denn die Anpassung an Trainingsbelastungen erfolgt auf zellulärer Ebene. Dabei verfügt jeder Mensch über ein bestimmtes Anpassungspotential (Adaptationsreserve), das genetisch festgelegt und nach unseren Erkenntnissen begrenzt ist (Schnabel et al. 2008, S. 97). Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Proteinbildungskapazität. Die Proteinmasse nimmt bis zum 30. Lebensjahr auf ein individuelles Optimum zu und danach kontinuierlich, im dritten Lebensabschnitt stark ab. Der alternde Organismus vermag nicht den Anteil noch funktionierender Gene auf einem hohen Niveau zu halten, was zum Zusammenbruch der Proteinmasse führt (Rost et al. 2002, S. 70). (s. Abb.6). Bemerkenswert ist hierbei, dass der Zeitraum des Hochleistungsalters im Schwimmen (22- 28 Jahre) mit dem Pik der Proteinmasse annähernd übereinfällt. Abb.6: Verhalten der Proteinmasse und des %-Anteils noch funktionierender Gene nach Abschluss der Zellteilung im Vergleich zur Leistung über 100m Freistil (Männer) im Altersgang (Modell nach MADER et al. 1995) Vergleicht man die Entwicklung im Schwimmen mit Parametern der Ausdauerleistungsfähigkeit (VO2 max) und der Kraft (Handkraft), dann fällt die Kraft mit dem Alter am stärksten ab. Das schlägt sich auch auf die Teilnahmefelder bei Wettkämpfen der Master nieder (200S). (s. Abb.7) Die Schwimm-Seminar-Termine (alle in Hamburg) für das erste Halbjahr 2015 – ab sofort online: Sa. 21.02.2015 • Sa. 14.03.2015 • Sa. 11.04.2015 • Sa. 09.05.2015 • Sa. 06.06.2015