Berliner Kurier 21.10.2019

BerlinerVerlagGmbH

BERLIN

Jan Josef Liefers

Der Ruhm, der

rübermachte

SEITE 19

DER

ROTE

TEPPICH

Ehre, wemEhregebührt!

Heike

Makatsch

(48) geht

für das

Klima auf

die Straße.

Der ausgebrannte

Waggon wurde zur

Werkstatt nach

Grunewald geschleppt.

DasFeuer-Inferno vom

Bahnhof Bellevue: So

sah es voneinem nahe

gelegenen Hochhaus aus.

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Tipps?

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Foto: dpa

Eine ganze Familie für

den Umweltschutz:

Die Schauspielerin Heike

Makatsch („Ich war noch

niemals in New York“) beteiligt

sich mit ihren Töchtern

an den Klima-Protesten

der Fridays-for-Future-

Bewegung. „Wenn auch

nicht jeden Freitag. Aber

wir sind in Berlin schon

häufiger auf der Straße dabei“,

sagt die Mutter von

drei Mädchen. Der Klimawandel

sei bei Familie

Makatsch schon morgens

Diskussionsstoff am Frühstückstisch.

Die 48-Jährige

hat, und auch das kann sie

gut begründen, zugleich

Sympathien für die Bewegung

Extinction Rebellion:

„Mich nerven diese Klimarebellen

überhaupt nicht.

Ich bin mehr als gewillt,

Einbußen in Sachen Bequemlichkeit

hinzunehmen

–immer in der Hoffnung,

dass sich Veränderungen in

die richtige Richtung ergeben.“

Sie hoffe, dass die Klima-Demos

etwas bewirken:

„Immer mehr Kräfte drängen

auf die Straße und lassen

Politiker nicht mehr

routinemäßig ihr Ding weitermachen.“

Immer mehr

Protestierende würden sich

zusammenschließen und

immer lauter werden.

Schon früher hatte Makatsch

junge Menschen ermutigt

und gelobt, wenn sie

sich politisch engagieren.

Fotos: dpa, Richard, Pudwell

Fan-Zug in Flammen

Es hätteTote geben

können

Ein Sonderzug mit 700 Fußballfans geriet

in Brand. Sie hatten Glück im Unglück

Berlin – Es hätteineinerKatastropheendenkönnen.

Doch die

Fußballfans hatten Glück im

Unglück. Als in der Nacht zum

Sonntag ihr Sonderzug Feuer

fing, waren Feuerwehr undPolizei

schnell zur Stelle, und

auch die Besonnenheit der

Fans selbst verhinderte, dass

Panik ausbrach.

Am Tag nach dem Branddes Sonderzuges

im S-Bahnhof Bellevue

war der Verkehr auf der Fernbahn

noch stundenlang gestört.

Gestern Mittag teilte die DeutscheBahndannmit,dassdieRegionalbahnen

wieder planmäßig

fuhren. Sie mussten bis dahinumgeleitetwerden.

700 Fans des Fußball-Bundesligisten

SC Freiburg waren am

Sonnabend nachdem verlorenen

Spiel gegenden 1. FC Uniongegen

20 Uhr mit einem Sonderzug vom

S-BahnhofCharlottenburg aus in

Richtung Heimat gestartet. Kurz

darauf fing ein Wagen im vorderen

Teil des Zuges Feuer. Im S-

Bahnhof Bellevue kam der Zug

zum Stehen. Die Fahrgäste im

vorderen Teil retteten sich auf

den Bahnsteig, die imhinteren

Teilauf dieGleise.

Die Feuerwehr rückte mit einem

Großaufgebot von 200 Leuten

an. Der Zug wurde evakuiert,

ebenso zwei S-Bahnen und

schließlichder gesamte Bahnhof.

Eine Panik blieb glücklicherweise

aus, weshalb die „Supporters

CrewFreiburg“, die die Fahrt organisiert

hatte, dem besonnenen

Verhalten ihrerFans dankte.

„Drei Personen erlitten Rauchgasvergiftungen

und wurden zur

ambulanten Behandlung in Krankenhäuser

gebracht“, sagt ein

Feuerwehrsprecher. Der Waggon

brannte schließlich in ganzer

Ausdehnung, aus den Fenstern

schlugen die Flammen.

Die Bundespolizei leitete die

Freiburg-Fans zum Hauptbahnhof,von

wo die Weiterreise organisiert

wurde.Viele Fans nahmen

Etwa 200 Feuerwehrleute

wareninder Nacht zum

Sonntag am S-Bahnhof

Bellevue im Einsatz.

Der dritte Waggon des Sonderzuges

brannte vollständig aus. Die

Ursache ist noch unklar.

den letztenICE kurzvor null Uhr

zurück nach Freiburg. Andere

übernachteten in Berlin.

Für die Rückfahrt seiner gestrandetenFanscharterte

der SC

Freiburg Busse. Er bedankte sich

für das Angebot von Union, seine

VIP-Räume als Übernachtungsmöglichkeit

zur Verfügung zu

stellen. Die Unioner prüften, inwieweitdie

Gäste noch verköstigt

werdenkönnten und Decken bereitgelegt.

„Wir haben uns sofort

vorgestellt, wie esuns ergehen

würde, wenn einer unserer Sonderzüge

vom Unglück betroffen

wäre“, sagt Union-Sprecher

Christian Arbeit.„In dieser SpielzeitfahrenunsereFanszuelfAuswärtsspielen

per Sonderzug.“

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