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Hamburger Morgenpost Ausgabe vom 22.08.2014 (Vorschau)

KULTUR Foto:hfr 24

KULTUR Foto:hfr 24 Freitag, 22. August 2014 Tanz-Helden in MOMENTAUFNAHME Kunst und Tanz: Im Bucerius-Kunst- Forum finden am 27. August Kurzführungen durch dieAusstellung zu Ernst LudwigKirchner statt.Danach steigt im Levantehaus eine Swing-Party (ab 19 Uhr,10Euro). Motto: 20er Jahre. TELEGRAMM „Ehrenbär“ für Wenders Berlin – Im Februar findet die65. Berlinalestatt.Dabei wirdFilmemacher Wim Wenders mit dem „Goldenen Ehrenbären“ geehrt. „Sein vielseitiges Werk hat unser Filmgedächtnis geprägt und inspiriertnach wievor Filmema- cher“, lobt Festivaldirektor Dieter Kosslick. Wenders drehtemehr als 60 Filme, darunter „Der Stand der Dinge“ (1982). Krimi-Lesung im Museum Hamburg – DieHamburgerAutorin SophieBonnet liest am 5. September im Speicherstadtmuseum aus ihrem Krimi „Provenzalische Verwicklungen“ (19.30 Uhr,10Euro). Reservierung unter Tel. 321191. TV-Abend über Heidi Kabel Hamburg – spielerin HeidiKabel wäre am 27. DieHamburgerVolksschau- August 100 Jahrealt geworden. Der NDR widmet ihr Sonnabend (23.8.) einen ganzen Abend (ab 20.15 Uhr). Ladylike vom Spitzenschuh bis zum Diadem: Die Ballerinen von „Les Ballets Trockadero de MonteCarlo“tanzen elegant über die Bühne. Doch die Brusthaare, die in einigen Dekolletés wuchern, verraten es: Hier stecken Männer in den Tutus! Ab dem 26. August zeigt die New Yorker Truppe ihre Tanz-Comedy-Show in der Staatsoper. Die MOPO sprach mit Leiter Tory Dobrin (56) –über Ballettschuhe in Übergröße und Anfeindungen. MOPO: Herr Dobrin, Ballett- Compagnien in aller Welt klagen über Mangel an männlichem Nachwuchs. Das Problem kennen Sie vermutlich nicht, oder? Tory Dobrin: Stimmt. Wir sind eine kleine Truppe von nur 16 Tänzern und spezialisiert auf Comedy. Wersich dafür eignet und zu uns will, der findet uns. IhreTruppe zeigtAusschnitte aus berühmten Balletten wie „Schwanensee“ und baut perfekt inszenierte Pannen ein. Wer choreografiert das? Unsere Tänzer sind alle auch Clowns, sie kommen ja deshalb zu uns, damit sie ihren Humor auf der Bühne zeigen können. Jeder hatverrückte Ideen, und die probieren wir aus. Wich- „Unsere Tänzer sind alle auch Clowns.“ Tory Dobrin, Leiter tig ist, dass wir ganz unterschiedliche Gags einbauen, damit für jeden im Publikum etwasdabei ist. Wer kommt in Ihre Shows? Ein sehr gemischtes Publikum: typische Theatergänger, Ballettomanen, aber auch Comedy- Fans, Ehepaare mit der Frau als Ballett-Liebhaberin und dem Mann als Ballett-Hasser, und viele Schwule. Russland, Heimat des Balletts, hat ein schwulenfeindliches Gesetz erlassen. Würden Sie dort noch mit Ihrer Show auftreten? Ich bin froh, dass Sie danach fragen. Tatsächlich ist eine Tour noch in diesem Jahr geplant. Und ich denke, dass wir hinfahren sollten, um zu zeigen, dass wir keine Angst haben. Und umden Homosexuellen dort zu vermitteln: Ihr seid nicht allein! Gab es je Anfeindungen in der Vergangenheit? Homophobie gibt es überall. In London wurden Tänzer attackiert, als sie im Kostüm zum Rauchen kurz auf die Straße gingen. Manchmal gibt es auch aggressive Sprüche von Technikern in Theatern. Aber wir sind professionell, machen unser Aufwärm-Training, schminken uns, ziehen uns an… Apropos Anziehen – sind die Spitzenschuhe Spezialanfertigungen? Das waren sie früher. Inzwischen gibt es auch große Größen regulär zu kaufen. Mit einer Aus- LESUNG „Sie nennen es Nichtstun“ Alexander Poschliest am 27. August aus seinem Roman „Sie nennen es Nichtstun“, der in einem Hamburger Vorort spielt. Der namenloseProtagonist lässt seine Frau das Geld verdienen, während er Kastanientierebastelt, tote Amseln entsorgt und Fluchtversuche aus einem ausgefransten Dasein startet. Immer begleitet vonder großen Sinnfrage: War es das jetzt ...? Amüsant! Im Biergarten des „Belami“: 27.8., 20.30 Uhr,Eintritt frei, Holtenklinker Straße 26 (Bergedorf), www.belami-hamburg.de E-Mail: kultur@mopo.de Tel: (040) 80 90 57-342, ab 19 Uhr:(040) 80 90 57-262 Fotos: Sascha Vaughan/hfr

Freitag, 22. August 2014 KULTUR 25 Strumpfhosen Kaffeekränzchen mit Diadem und Kleidchen: Die Tanz-Truppe aus New York spielt mit Rollenklischees. nahme: Ein Tänzer unserer Truppe hatenorm große Füße –Größe 47 –die müssen für ihn gefertigt werden. Kann sich jeder männliche Fuß derart biegen? Ich vergleiche es gern mit Tennis. Dort ist der Schläger ein Werkzeug, wie der Spitzenschuh im Ballett. Steffi Graf und André Agassi benutzen beide einen Tennisschläger, sein Spiel sieht kraftvoll aus, ihres elegant. Bei den Trockaderos werden solche Erwartungen von „typisch männlich“ und „typisch weiblich“ gezielt auf den Kopf gestellt… Ja, wir zeigen einen neuen Blick auf die Beziehung zwischen Mann und Frau. Aber in erster Linie machen wir Comedy. Das Publikum denkt nicht: Lass’ uns zu den Trocks gehen, die sind sicher beeindruckend. Nein, sie denken: Lass’ uns zu den Trocks gehen, das wird garantiert witzig! Das Interview führte DAGMAR ELLEN FISCHER ➤ Staatsoper: 26.-31.8., 20 Uhr, Sa auch 17 Uhr,So19Uhr,23-61 Euro (Previewam26.8. 14-46 Euro), Tel. 450118676, mehr Infos unter www.hamburgische-staatsoper.de Interview Tanz-Comedyinder Staatsoper:Bei „Les Ballets Trockadero“ stecken Männer in Tutus. Ein Gespräch mit Leiter Tory Dobrin „Homophobie gibt es überall. InLondon wurden schon Tänzer attackiert.“ „Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“ zeigen Ausschnitte aus berühmten Balletten –und bauen witzige Pannen mit ein.