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E_1929_Zeitung_Nr.072

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N°72 —

N°72 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE Prominente vom Klausen-Rennen . •* NEW Herr F. Frey, Rennchef des Internationalen Klausenrennens. €HUN VtoN STÜCKT Herr Brüäerlin, Mitglied des Organisationskomitees V.Stuck (Austro-Daimler), der Bergmeister, schlug und Präsident der techn. Kommission. Rosenbergers absoluten Klausenrekord. De Sterlich auf Maserati, der beste Mann der Italiener. gemacht hatte. Als wir ihn zufällig in einem Lokal etwas abseits der grossen Heeresstrasse antrafen und unser Erstaunen darüber ausdrückten, wieso er gerade auf dieses Cafe gestossen sei, meinte er, verständnisvoll lächelnd: « Oh, on mange ici si bien! > B.. Nachträgliches zum Klausenreniien. Wie wir erst heute vernehmen, ist die Fahrt des Zürcher Konkurrenten Schmohl auf Spa durch das Platzen eines Vorderpneus unterbrochen worden. Die Kollision mit der Seitenmauer war bei dem vorgelegten Tempo unvermeidlich und es ist nur der sicheren Fahrkunst des Vorgenannten zuzuschreiben, wenn der Zwischenfall so gnädig abgelaufen ist. Ferner erfahren wir noch, dass der von Giibelin gefahrene Chrysler deshalb sein anfängliches schneidiges Tempo nicht durchhalten konnte, weil die Benzinförderung ungenügend wurde und der Fahrer zufolge des Brennstoffmangels das Rennen im ersten Gang beendete. Die uns nachträglich zugegangenen Mel-, düngen hätten wir gerne rechtzeitig verwendet, doch ist es ein Dinjr der Unmöglichkeit, auf einer 21,5 km langen Rennstrecke der Ursache jedes kleinen Zwischenfalles nachzugehen, dies um so mehr, als ab and zu ein Fahrer die Aufgabe der Presse nicht eben erleichtert, was — um Missverständnisse zu vermeiden — sich keineswegs auf die beiden vorgenannten Fälle bezieht. Z. Ergänzung: In -der Legende zu unserem Bilde einiger Herren des Orgsraisationskomitees (S. 4) in letzter Nummer wurde leider Herr Dr. Rietmftnn Frauenfeld, der als Trainingskommissär amtete nicht erwähnt. Wohl alle, welche den eifrigen Präsidenten der Sektion Thurgau des A. G. S. kennen, werden die bekannte markante Erscheinung auf dem Bilde alsbald identifiziert und die Liste entsprechend ergänzt haben. Auch ein Rekord. Die Bundesbahnen haben zum und vom Klausenrennen in total 30 Extrazügen 11,000 Personen befördert. Das Auto im Dienste der Schweizerischen Bundesbahnen... Zeit und Geist. Red© von Herrn Regierungsrat Heft!. Am Begriissungsbankett in Glarus. Dem Sprechenden fällt neuerdings die ehrende Aufgabe zu, namens und im Auftrage des Regierungsrates des Kantons Glarus, des Gemeinderates von Glarus und des kantonalen Verkehrsvereines Sie alle in unserem Ländchen willkommen zu heissen. Ich begrüsse insbesondere die Herren der Organisation und danke für die freundliche Einladung. Ein Willkonlm den Mitgliedern der Automobil- und Motorrad-Verbände sowie den Rennfahrern und den Vertretern der Firmen, die das Klausenrennen beschickt haben. Ich begrüsse ferner alle Freunde und Gäste, die den Bestrebungen unserer Klausenrennen Interesse und Anteil bekunden. — «Neuzeitlicher Geist räumt wohl oft rücksichtslos mit Althergebrachtem auf, unbeugsame Tatkraft findet neue Wege. In ungeahnter Entwicklung zeigt sich heute das Bild der Produktion von Motorfahrzeugen. Am 27. August 1922 sah Glarus das erste Klausenrennen. Wohl sind seit dieser Zeit unsere Täler und unsere Berge dieselben geblieben, aber geändert hat sich die Meinung unseres Volkes über die heutige Veranstaltung und überhaupt über die Nutzanwendung der Motorfahrzeuge. Wir finden dies dargestellt in dtr Erweiterung der bezüglichen Gesetzgebung und im Ausbau Unseres Strassennetzes. In einer Motion von 1902 an den Bundesrat hiess es: «Dass die Verwendung von Motorwagen in unserem Kanton im Interesse der Sicherheit auf den Strarssen eine gefährliche Sache sei >, obwohl im ganzen Jahre 1903 nur eine einzige Busse wegen zu schnellem Fahren gefällt werden muaste. 1904 wurde an Herrn Ryffel die erste Bewilligung zur « Leitung eines Automobils » erteilt, und zwar ist dieser Beschluss durch den Gesamt-Regierungsrat gefasst worden. — Es ertönte bald das Jammergeschrei wegen zu schnellem Fahren; schrieb doch 1905 sogar ein Mann der Wissenschaft in unserer Presse dass ein Mensch beim Besteigen eines Sanftmut verlassen werde. — Und von der Landsgemeinde von 1912 verlangten 350 Unterschriften : Der Kanton Glarus ist für den Automobilverkehr zu echliessen. Dass damals die Stimmung dem Automobil gegenüber eine etwas kriegerische war. sagte auch ein Antrag, der wollte, « dass die Automobile nur im Winter und nur bei hohem Schnee verkehren dürfen ». 1908 kam das Sonntagsfahrverbot, wo sogar am Klägerlohn festgehalten wurde. Bis 1915 war die Klausenstrasse und auch die Sernftalstrasse gesperrt. Die Zeit schreitet aber, schafft Taten, reiht Werk an Werk. Unsere Gesetzgebung über Motorfahrzeuge sucht eich den heutigen Verhältnissen anzupassen. Alle Kantonsstrassen sind heute zu jeder Zeit für den Verkehr frei, das Sonntagsfahrverbot ist aufgehoben. Allein auch wir sehnen uns nach einer eidgenössischen Gesetzgebung auf diesem Gebiete, denn die verschiedenen Vorschriften jedes Kantons wirken erschwerend auf den Verkehr, und ich werde behaupten dürfen, dass dann auch die Motorlenker jeder Art in ihrem Interesse einer zweiten eidgenössischen Vorlage zustimmen müssen. Durch die endliche Erledigung der Frage der Verteilung des Benzinzolles an die Kantone wurde die Klausengebühr 1928 zum- letztenmal erhoben — wir weinen dieser nicht nach. nur den Wegfall der Statistik. Ich bedaure damit Es befuhren den Klausen 1912, im ersten Jahre als dies gestattet war, 20 Wagen, im Jahre 1928 aber 9203 Motorfahrzeuge. Der Bestand an Motorfahrzeugen im Kanton Glarus hat sich gegenüber dem Vorjahre um 23 Prozent vermehrt. Diese Zahlen liegen auch in der Entwicklung unseres Strassenbaues begründet, und es wäre ungerecht, wenn man 6ich nicht des fortschrittlichen Ideenganges unserer Bürger dankbar e r i nn e würde, die den Strassenbauprojekten noch nie ihre Zustimmung versagt haben. In zwei Jahren wird unsere Landstrasse von der Schwyzer Grenze bis über Schwanden hinaus modernisiert ßein und auch die Kerenzerbergstrasse wird den Bedürfnissen des Verkehrs angepasst werden, und zwar umgehindert darum, ob eine Walenseestrasse kommt oder nicht. Und nun zum Klausenrennen, dessen Zweck es ist, ein Werk sportlicher und industrieller Arheit vorzuführen. Unsere Urväter vor einigen tausend Jahren mussten, wollten 6ie ihr Leben durchbringen, das Wild erjagen. Machten sie auf den Jagden Fehler, so war ihr Leben gefährdet, darum brauchten sie Mut, flinke Beine, gute Muskeln, sicheres Augenmass. — Wenn wir auch der genannten Fähigkeiten für den Unterhalt des täglichen Lebens heute nicht mehr so bedürfen, so schätzen wir dieselben aber heute ebenso, denn sie erhalten die Schönheiten des Körpers und geben der Menschheit Rasse, ei« brachten Sport und Spiel. Die besten Resultate am Klausen-Rennen sind mit CASTROL erzielt worden. Chiron auf Bugatti Beste Zeiten aller Automobile Beste Zeit der Rennwagen Claude Ceresole auf Harley-Davidson Beste Tageszeit aller Motorrader Eigener und sämtliche anderen Kategorierekorde geschlagen und Neuer Klausenrekord für Motorräder aufgestellt Diese Resultate sprechen für sich selbst, sie beweisen die weltbekannte Qualität des OASTROL'S aufs Neue. Das Riesenf lugschiff DoX mit seinen 12 Motoren k 500 PS wird ebenfalls mit CASTROL geschmiert, weil die Erbauer dieses Flugzeuges CASTROL als das zuverlässigste Schmieröl anerkannt haben. Generalvertreter für die Schweiz: Bürke * Co., Zürich Abteilung: Motorenocl« Telephon: Selnau 46.77 Und was verleiht dem Sport seine Grosse und seine Schönheit? Es ist der erkannte 'Wert der Kaltblütigkeit, Selbstbeherrschung, Ausdauer uni Geduld, der Berechnung, sich den gegebenen Situa j tionen anzupassen. Diese Eigenschaften, dies* Fähigkeiten üben heute Anziehungskraft aus. —« Das Interesse am Sport hat aber noch andere TJT* Sachen. Die Menschen wissen, dass an diesen Veranstaltungen der Schwindel und der Betrug keinen: Platz haben. Das Bessere siegt, die eelbetausgeführte Höchstleistung verdient den Jubel. Aul vielen Lebensgebieten wird der Mensch getäuscht) hier findet er Recht und Gerechtigkeit. Die Zuschauer sehen hier Siege ohne Protektion undi Schwindel. — Ganz das gleiche zeigt das Klausen* rennen. «Steige ein, oder eitze auf und zeige, wi« schnell du mit deiner Maschine fahren kannst.> Trotzdem das Klausenrennen heute erst zum 7« Male ausgetragen wird, ist es schon Tradition geworden, und Traditionen pflegen ist auch im Sport von grösster Bedeutung. — Allein das Klausenrennen hat noch andere Werte auf dem Gebieta der industriellen Arbeit, der Volkswirtschaft und des Fremdenverkehrs. Wer offenen Auges durch die Welt geht, sieht, dass ein anfänglich als unerwünschtes Vehikel verschrieenes Fahrzeug zur Notwendigkeit geworden ist. — Ganz ähnlich ist es mit dem Klausenrennen. Nicht allseitig war bei uns anfänglich die Begeisterung. Aber vom Jahr zu Jahr steigt das Interesse der Menge für dieses Sportereignis, in der Erkenntnis, dass solche Errungenschaften der Technik und des Sportes nicht bekämpft werden dürfen, sondern gefördert werden müssen. Möge das VII. Klausenrennen, dad die Sektion Zürich, mit Unterstützung von Glarus umd Uri, wiederum so glücklich organisiert hat, diesen Errungenschaften neue Impulse geben, vermehrtes Verstand»« wecken und weitere Förden rang sichern. > Lebensgefährliche Eisenbahnschienen. Eisenbahnschienen auf der offenen, stark frequentierten Strasse bilden nicht nuT für Fahr- und Motorräder eine grosse Gefahr* sondern auch für Automobile. Ein Besucher des Klausenrennens aus Freiburg i. Br., der auf dem Heimweg begriffen war, geriet mit seinem Wagen bei Oberdorf in die Schienen der Waldenburgbahn, wodurch das Automobil ins Schleudern kam, gegen einen Hydrantenstock fuhr und dabei umkippte. Der Besitzer des Wagens, dessen Frau und auch der Chauffeur kamen unter das Automobil zu liegen, während ein elfjähriger Knabe herausgeschleudert wurde. Infolge erlittenen Schädelbruches war die Frau sofort tot, der Mann erlitt Verletzungen am Kopf und an den Schultern, die glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. Der Chauffeur, der schwere Kopfwunden und innere Verletzungen erlitt, schwebt dagegen immer noch in Lebensgefahr. Es ist wahrlich höchste Zeit, dass d!e Strassen von den Ueberlandsbahnen befreit werden! -ey. Alpenpostkurse vom 12.—18. August Int Gegensatz zu den vorhergehenden Wochen hat die achte Betriebswoche wieder eine bedeutende Verkehrszunahme zu verzeichnen. Die Frequenzziffer lautete für die entsprechende Betriebswoche 1928 auf 29,400, während sie sich heute auf 35,233 stellt. Die ffektive Zunahme beziffert sich (sechs Kurse, die letztes Jahr noch nicht im Bulletin figurierten, abgezogen) auf 2552. lt. Eine Reise nach Barcelona wird am 1. Oktober vom spanischen Gesandten in Bern und dem schweizerischen Ausstellungskommissär veranstaltet. Am 3. Oktober findet am Platze der Weltausstellung ein offizielles Bankett statt. Ein grosser Teil unserer Automobilisten wird die Reise durch Frankreich über die Pyrenäen mit dem eigenen Fahrzeug unternehmen, um bei dieser Gelegenheit Spanien als Touristenland von unvergleichlicher Schönheit kennen zu lernen. Vortreffliche Dienste wird ümea dabei O. R.' Wagners Karte mit Führer von Spanien leisten. Dieser ausgezeichnete Wegweiser für Automobilisten unterrichtet über alle fährbaren Strassen, die schönsten Gegenden und sehenswertesten Städte der Pyrenäen-Halbinsel. Preis Fr. 6,— s Ver-

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