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Stand 31.12.2004 - ecfs

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Banken-Symposium

Banken-Symposium Workflow-Einsatzes mit IT-Unterstützung bessere Erfolgsaussichten, da die Sanierung und Verwertung durch externe Spezialisten vollzogen werden. In Bezug auf den Bearbeitungsprozess für Problemkredite nannte Herr Wittler vier Handlungs- alternativen, die mit den Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute (MaK) konform gehen. Die erste Möglichkeit zum Umgang mit Problemkrediten sieht ein Belassen des Risikos und der Bearbeitung im eigenen Portfolio vor. Als zweite Möglichkeit kommt das Outsourcing der Problemkreditbearbeitung unter Einschaltung einer „Bad Bank“ in Betracht, so dass nur das Risiko bei dem ursprünglichen Institut verbleibt. Bei der dritten Alternative handelt es sich um einen reinen Risikotransfer, wobei die Bearbeitung des Problem- engagements bei der kreditgewährenden Bank selbst verbleibt oder durch einen Special Servicer vorgenommen werden kann. Die vierte Handlungsalternative stellt den letztendli- chen Verkauf der Forderung dar, bei dem das Risiko üblicherweise von den Investoren über- nommen und die Bearbeitung auf einen Special Servicer übertragen wird. Herr Wittler beton- te, dass sich bei allen Alternativen im Umgang mit Problemkrediten die Separierung des Risikos von der Bearbeitung als sinnvoll erweist. Die Gründe für diese Trennung liegen in der besseren Kalkulations- und Steuerungsbasis, der Möglichkeit des reinen Risikotransfers so- wie der Möglichkeit der Bearbeitung durch Dritte. 24 Udo Wittler Da die BAG oftmals als Prototyp einer „Bad Bank“ angese- hen wird, vermittelte Herr Wittler vor dem Hintergrund des Umgangs mit Problemkrediten im Weiteren einige wesent- liche Informationen bezüglich dieses Instituts. Bei der BAG handelt es sich um eine Volksbank im Sinne des Geset- zes über das Kreditwesen (KWG), die Mitglied des Rhei- nisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes e.V. (RWGV) und der Sicherungseinrichtung des BVR ist. Fer- ner ist die BAG als Aktiengesellschaft aufgestellt, an der der BVR 99,99 % des Aktienkapitals hält. Zu den Geschäftstätigkeiten der BAG gehört der Kauf von Problemkrediten von Banken – Sanierungs- und Nicht-Sanierungsbanken – des genossenschaftlichen Finanzverbundes, wobei ihr sowohl Sanierungs- als auch Abwicklungs- fälle übertragen werden. Des Weiteren übernimmt die BAG für Kreditinstitute des Genossenschaftssektors das Forderungsinkasso und unter bestimmten Voraussetzungen auch Problemimmobilien und Problembeteiligungen von diesen Banken. Wie oben beschrieben, erfolgt bei der Handhabung von Problemengagements auch bei der BAG eine Trennung von Bearbeitung und Risiko, wobei die Risiken teilweise in Form von Credit Linked Notes (CLN) resp. Asset Backed Securities (ABS) wieder an den Markt gebracht werden. Wie die Bearbei- tung von Sanierungsfällen verlaufen kann, erläuterte Herr Wittler anhand verschiedener Mög- lichkeiten, die das BAG-Sanierungsmodell bietet. So übernimmt die BAG beispielsweise das Kreditengagement eines sanierungsfähigen Problemkunden nur mit dessen Zustimmung. Im Verhältnis zur abgebenden Bank wird von der BAG ein Kaufpreis als fairer Preis für die Übernahme der in den Kreditforderungen enthaltenen Risiken ermittelt. Im Rahmen der Übernahme von Sanierungsfällen verlangt die BAG von der abgebenden Bank die Fortfüh- rung eines laufenden Kontos für den Kunden, allerdings ohne Risikoübernahme. Da die alte Kontonummer beibehalten wird, ergeben sich für den Kunden keine Änderungen in den

Banken-Symposium Abrechnungswegen und es dringen keine Informationen über die Einschaltung der „Bad Bank“ an Außenstehende. Zusammenfassend bieten sich für „Bad Banks“ nach Auffassung der BAG damit eine Viel- zahl von möglichen Tätigkeitsfeldern. Neben der Übernahme von Risiken ins eigene Buch besteht die Möglichkeit, die Risiken zunächst zu bündeln und über Kapitalmarktmaßnahmen am Markt zu platzieren. Darüber hinaus kann eine „Bad Bank“ im Rahmen der Bearbeitung als Special Servicer bei Kapitalmarktmaßnahmen in Erscheinung treten oder die Bearbeitung im Zusammenhang mit Outsourcingmaßnahmen übernehmen. Anders als bei einem reinen Asset Dealer erstreckt sich das Tätigkeitsspektrum einer „Bad Bank“ nicht nur auf Ab- wicklungskredite, sondern gleichermaßen auf Sanierungsfälle, so dass auch den entspre- chenden Sanierungskunden eine bankmäßige Heimat gewährt werden kann. Im Hinblick auf säulensektorübergreifende Maßnahmen räumte Herr Wittler ein, dass eine Erweiterung der Geschäftstätigkeit der BAG auch auf weitere Säulen des deutschen Bankwesens vorstell- bar wäre, obwohl sie bislang ausschließlich für den genossenschaftlichen Finanzverbund tä- tig ist. Bei einer säulenübergreifenden Maßnahme, die bisher vom Hauptaktionär der BAG ausge- schlossen wurde, wäre sicherzustellen, dass weder eine Risikovermischung noch eine Kosten- vermischung stattfindet, was aufgrund der Trennung von Risiko und Bearbeitung allerdings ohne weiteres möglich wäre. Bei diesen Maßnahmen könnte jeder Bank einer jeweiligen Säule Sektor bzw. jede Bank als eigene Einheit behandelt werden, wodurch Quersubventionen über die Sektoren resp. Banken hinaus nicht erfolgen würden. Insbesondere kleinere Banken hätten unabhängig von ihrer Sektorzugehörigkeit die Möglichkeit, ihre Kreditportfolios zu bereinigen und die von den MaK geforderte Problemkreditbearbeitung sowohl für den Sanierungs- als auch den Verwertungsbereich kostengünstig und effektiv darzustellen. Dar- über hinaus bestünde die Möglichkeit, dass sie sich hierdurch gegebenenfalls indirekt an Kapitalmarktmaßnahmen beteiligen könnten. Letztendlich ist das Vorhandensein einer „Bad Bank“ für die Aufweichung der derzeitigen Drei-Säulen-Struktur im deutschen Bankwesen nach Ansicht von Herrn Wittler jedoch von untergeordneter Bedeutung, es sei denn, dass staatliche Hilfen gewährt werden und der Staat Veränderungen verlangt. Viel bedeutender bleibt die Tatsache, dass es bei den einzel- nen Banken und in den jeweiligen Säulen durch die Implementierung einer Bad Bank gemäß BAG-Definition, deren Vorteile auch unter Berücksichtigung des verstärkten Auftretens nicht zu den Sektoren gehörender Asset-dealer bei nüchterner Betrachtung unstreitig vorhanden sind, zu erheblichen Strukturveränderungen kommen kann. 25

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