Treffpunkt.Bau 07/2016

Lulu89

Steuerprüfung: Kein Grund zur Nervosität

AUTORENBEITRAG

Bei der Betriebsprüfung werden alle steuerlich relevanten Sachverhalte

vom Finanzamt unter die Lupe genommen. Es geht vor allem

darum zu überprüfen, ob die Umsatz- und die Vorsteuer richtig abgeführt

wurden. Auch wenn alle Unternehmer bei der Ankündigung

aufschrecken: Wenn Sie gut vorbereitet sind, besteht kein Grund zur

Aufregung, so MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.

Autor dieses Beitrags ist der MyHammer

Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.

MYHAMMER

Wer ist von einer Steuerprüfung

betroffen?

Es kann jeden treffen, egal ob

Unternehmen, Selbstständige

oder Freiberufler. Auch wenn

es offiziell auf die Größe des Gewerbes

nicht ankommt, gilt: Je

größer das Unternehmen, desto

häufiger wird das Finanzamt einen

Prüfer vorbeischicken. Dennoch

kann jeder einmal an der

Reihe sein. Andere Einflussfaktoren

sind unter anderem, ob die

letzte Steuererklärung plausibel

war, die Jahresgewinne beständig

sind oder sehr schwanken

oder aber auch wenn die Steuererklärung

regelmäßig zu spät

eingereicht wird. Auch wenn

eine vorherige Prüfung hohe

Nachzahlungen ergeben hat,

ist die Wahrscheinlichkeit groß,

dass die Prüfer erneut nachsehen.

Was darf das Finanzamt einsehen?

Die wichtigste Grundlage des Datenzugriffs ist die Abgabenordnung

(AO). Sie gibt dem Finanzamt bzw. dem Prüfer das Recht, alle

Unterlagen einzusehen, die für die Besteuerung relevant sind. Dazu

gehören insbesondere Rechnungen, Buchungsbelege, Kassenbücher

und Kontoauszüge.

Das Finanzamt meldet sich an

Eine Buchprüfung wird 14 Tage vorher im Unternehmen angemeldet.

Die Anmeldung beinhaltet dabei die folgenden Punkte:

Rechtsgrundlagen der Außenprüfung (so heißt die Betriebsprüfung

eigentlich), dann zu prüfende Steuerarten, Steuervergütungen, Prämien

und Zulagen. Zudem den Prüfungszeitraum und Hinweise auf

die wesentlichen Rechte und Pflichten des Steuerpflichtigen bei der

Außenprüfung. Für Unternehmer wichtig ist hier der Prüfungszeitraum,

denn so können sie sich optimal auf die Buchprüfung vorbereiten.

Mitwirkungspflichten

Unternehmer müssen dem Buchprüfer alle relevanten Unterlagen

für den genannten Prüfungszeitraum zur Verfügung stellen. Der

Prüfer darf Ihnen zu den Dokumenten sämtliche Fragen stellen

und auch die Daten von Mitarbeitern des Handwerkers nach seiner

Vorgabe maschinell auswerten und sich zum Lesen zur Verfügung

stellen lassen. Darüber hinaus kann er die Überlassung von Datenträgern

fordern, auf dem steuerrelevante Daten gespeichert sind.

Wie sind Steuerunterlagen vorzuhalten?

Sofern nicht der Verdacht besteht, dass Sie Steuern hinterziehen,

wird sich der Buchprüfer 14 Tage vorher bei Ihnen anmelden. Das

gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihre Unterlagen nochmals durchzusehen

und gegebenenfalls übersichtlicher zu sortieren. Machen Sie es

dem Prüfer und somit sich selbst so einfach wie möglich: Je schneller

er die Belege findet, desto schneller ist er mit der Prüfung durch

und hat bei gut sortierten Unterlagen naturgemäß weniger Fragen

an Sie.

Außerdem erweckt Ordnung in den Büchern einen positiven Gesamteindruck.

Die Prüfung findet in Ihren Geschäftsräumen statt, es

sei denn Ihre Bücher werden bei Ihrem Steuerberater geführt. Achten

Sie also darauf, dass der Prüfer einen angenehmen Arbeitspatz

bekommt.

Informieren Sie Ihren Steuerberater

Sobald sich das Finanzamt bei Ihnen meldet, sollten Sie unbedingt

Ihren Steuerberater informieren. Er weiß am besten, was nun zu tun

ist, und wird Ihnen bei der Bereitstellung der Unterlagen helfen und

Verhaltenstipps geben.

Ihm fallen eventuell auch Fehler bei der Anmeldung des Finanzamts

auf, die Sie dazu berechtigen, Einspruch zu erheben. Ob dies sinnvoll

ist, wird Ihnen ebenfalls Ihr Steuerberater erklären können.

[ 84 ] 07.2016 . TREFFPUNKT BAU

EDV . FINANZIERUNG . UNTERNEHMENSFÜHRUNG

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