Aufrufe
vor 5 Jahren

Die Verdunstung freier Wasserflächen – Grundlagen

Die Verdunstung freier Wasserflächen – Grundlagen

Sonderfälle 84

Sonderfälle 84 _________________________________________________________________________ Temperaturen auf als die überlagernde Luft. Man unterscheidet kalten Schnee, dessen Oberflächentemperatur deutlich die der Luft unterschreitet, temperierten Schnee, der in der oberflächennahen Schicht den Tagesgang der Lufttemperatur nachvollzieht, und ein Übergangsstadium zwischen beiden. Wegen des hohen Reflexionsvermögens einer sauberen Schneedecke erfolgt die Erwärmung vor allem durch direkten Kontakt mit der auflagernden Luft. Die Wasserdampfabgabe an die Atmosphäre ist aufgrund der hohen Sublimationswärme (2838 J / g) und der kaum minder großen Verdunstungswärme des Schmelzwassers (2503 J / g bei 0°C) relativ gering. Struktur und Oberflächeneigenschaften, insbesondere Rauhigkeiten und Verunreinigungen beeinflussen in erheblichem Maße die Verdampfung von Schneedecken. Die Temperaturen der verdunstenden bzw. sublimierenden Oberflächen können räumlich und zeitlich stark variieren und sind relativ schwer zu bestimmen. Die Ermittlung der Wasserdampfabgabe an die Atmosphäre in kleineren räumlichen und zeitlichen Scales ist daher nur bedingt sinnvoll. Abschätzungen der mittleren Verhältnisse für größere Flächen und Zeiträume können dagegen eine relativ hohe Genauigkeit erreichen. Zur Verdunstung und Sublimation winterlicher Schneedecken siehe auch KASER (1985) und RACHNER (1987). Die Abhängigkeit der Schmelzund Sublimationsprozesse von der Temperatur und dem Dampfdruck wurde durch ORALTEY & HALLETT (1989) in Laborversuchen für typische Kristallformen untersucht. Verschiedene hydrologische Modelle zur Simulation des Prozessverhaltens der Schneedecke, deren Teilkomponenten und die Probleme ihrer Anwendung werden bei RACHNER & MATTHÄUS (1990) diskutiert. Deutlich wird dabei auch, dass die Verdunstung in ihrer quantitativen Bedeutung weit hinter anderen Parametern des Wasserhaushaltes von Schneedecken zurücktritt. Die unter mitteleuropäischen Verhältnissen unregelmäßig auftretende und in ihrem Oberflächencharakter variierende Eisbedeckung stehender Gewässer macht im Rahmen der Verdunstungsermittlung eine relativ intensive, turnusmäßige Erfassung der Gegebenheiten notwendig. RICHTER (1965) empfiehlt eine sektoren- bzw. abschnittsweise Kartierung der Eisverhältnisse einschließlich der Bewertung von Besonderheiten wie der Schneebedeckung, von Wasserlachen auf dem Eis etc.. Die Gesamtverdunstung und -sublimation eines Abschnittes ist dann als in Fläche und Zeit gewichtetes Mittel der Verdunstung der freien Wasserfläche sowie der Schneedecken- und Eissublimation zu berechnen.

Sonderfälle 85 _________________________________________________________________________ 6.3 Die Verdunstung vegetationsbedeckter Wasserflächen 6.3.1 Der Transpirationsvorgang - anatomische und physiologische Grundlagen Als Transpiration wird die regulierte Abgabe von Wasserdampf an die Atmosphäre durch die oberirdischen, von der Luft umgebenen Teile von Pflanzen bezeichnet. Der Transpirationsvorgang ist eng an die Photosynthese geknüpft, da sie größtenteils als Begleiterscheinung des für diese notwendigen Gasaustausches Pflanze - Atmosphäre, der Aufnahme von Kohlendioxid und der Abgabe des photosynthetisch erzeugten Sauerstoffs, realisiert wird. Die Notwendigkeit der Einschränkung und Regulierung der Wasserdampfabgabe an die umgebende Luft stellte in der Evolution der Landpflanzen ein wesentliches Hindernis dar. Zu einer weiteren Verbreitung von Pflanzen auf der festen Erdoberfläche kam es erst im ausgehenden Silur, nachdem sich mit der Cuticula und den Spaltöffnungen ausreichende Schutzmechanismen gegen einen zu starken Wasserverlust entwickelt hatten (LERCH 1991). Die Wirkung der Cuticula als Diffusionssperre kann auch durch Wachsüberzüge und Haare verstärkt werden, die Spaltöffnungen sind teilweise versenkt. Weitere mögliche Anpassungen an zu große Wasserverluste durch Transpiration sind in der Reduktion der Blattflächen und dem Einrollen der Blätter zu sehen. Je nach ihrer Anpassung an ein ständig ausreichendes bis übermäßiges Wasserangebot oder aber an trockene Verhältnisse unterscheidet man die Hygro- und Xerophyten. Zwischen ihnen steht die Gruppe der Mesophyten. Die Hygrophyten sind insbesondere durch eine meist vorhandene Unbenetzbarkeit der Blatt- und Sprossflächen, teilweise auch durch die Fähigkeit, Wasser in flüssiger Form abscheiden zu können (Guttation) gekennzeichnet. Bei den Wasserpflanzen, die neben den Helophyten (Sumpfpflanzen) zu den Hygrophyten zählen, ist zwischen den untergetauchten, submersen Arten und den, bis an bzw. über die Wasseroberfläche reichenden, emersen Hydrophyten zu unterscheiden. Die Pflanzen sind zwischen dem hohen Wasserpotential des Bodens oder Wasserkörpers und dem niedrigen Potential der Luft eingebunden. Es resultiert der Transpirationssog, der zusammen mit den Kapillarkräften und dem Wurzeldruck die Wasserleitung innerhalb der Pflanzen bewirkt. Der durch die Pflanze vermittelte Wassertransport zwischen den Medien wird durch die Summe der Transpirationswiderstände vermindert und beeinflusst. Ein meist einschichtiges Abschlussgewebe, die Epidermis, bedeckt die Oberflächen der Sprosse und Blätter. Aufgrund der lückenlosen Verbindung der Epidermiszellen und ihrer verdickten Außenwände bildet diese eine äußerst widerstandsfähige Außenhaut. Sie wird von einer mehr oder weniger dicken Schicht aus Cutin, der sogenannten Cuticula überlagert, die oft in Verbindung mit einem Wachsüberzug die Pflanze vor stofflichen Einwirkungen und einem

Grundlage der Sterilisationstechnik
Umgang mit wissenschaftlicher Literatur. - Blogs Freie Universität ...
Grundlagen der Pferdereproduktion - Peter Richterich
Grundlagen Eigenschaften - Ein Würfel System
Grundlagen und Anwendungen in der ... - GFE Aachen
Feng Shui Gartendesign Grundlagen - Schirner Verlag
Private Badelandschaftenim Freien - Pool
Private Badelandschaftenim Freien - Pool
Mit 40kg Freigepäck Mit 40kg Frei nach El Quesir - Tauchclub Triton ...
Klimagerät auf Grundlage des Luftreinigers - creative-recycling bei ...
Bitburg -mehr als eine BierMarke? - Freie Christliche Schule ...
Verbesserung der Reduktionsmitteldispersion und -verdunstung in ...
Marktplatz freie Stellen im Bayerischen Behördennetz Grundlagen ...
Funk- & Mobilenetze Grundlagen - Freie Lehrmittel
Verdunstung, Sek1 - Conatex-Didactic Lehrmittel GmbH
Grundlagen der Pumpentechnik
Dr. Jan Pająk Freie Energie - Grundlagen und ... - Wohin - Woher
Grundlagen, Länge
Geräusche des Wassers und der Luft in der freien Natur
Studienangebot fundamentale Grundlagen 1. + 2. Semester - Freie ...
Wasseranalysen Grundlagen
Grundlagen des Rückstauschutzes - Kessel
Grundlagen der Alchemie - LARPMagier.de