2017-02: TOP Magazin Dortmund | SOMMER

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Menschen

neue Serie:

Helden der Nacht

in der guten alten Zeit der 70er, 80er und 90er Jahre, als die Dortmunder

nachtschwärmer noch nicht neidvoll auf das Absturz-Dreieck unseres

westlichen nachbarn blicken mussten, gab es in der Dortmunder

Gastronomie einige Stars: sozusagen „Helden der nacht“. Das top magazin

wollte wissen, wie es einigen von ihnen ergangen ist und was sie heute so

tun. Den Anfang machen zwei richtige „Charme-Bolzen“, Hubert Breuer

und Barry Walker.

es war einmal... ein junger hübscher

Mann, der vor über 40 Jahren nach

Spanien fuhr. Urlaub für eine Woche.

Doch dann gefiel es ihm so gut, dass er

verlängerte … und verlängerte … und so

weiter. Nach zehn Monaten, die er durch

Jobs im Nachtleben an der Costa Brava

finanzierte, kam er zurück nach Deutschland;

und zwar nach Dortmund. Gestählt

durch das spanische Nightlife schmiss er

direkt das „Number One“ zu dieser Zeit

sicher die Disco Nummer Eins in Dortmund.

Damit nicht genug: er eröffnete

das legendäre Cafe „Oma Rock“ an der

Brückstraße. In den 90ern folgte dann das

„Café Schuberts“ am Westenhellweg. Legionen

von kauffaulen Männern genossen

hier ihr Bierchen, während ihre Gattinen

die Kreditkarten glühen ließen. Im „Las

Salinas“ scheint es ihm gut gefallen zu

haben, 18 Jahre stand er hier hinter dem

Tresen. Und was macht Hubert Breuer

heute? Mit seinen 65 Jahren (das kann

doch nicht wahr sein) bereichert er das

Dortmunder Nachtleben mit seiner urigen

Kneipe „Hubert´s“. Das Apostroph ist

falsch, die Kneipe echt, echt Dortmund.

Stößchen, Frikadelle und ganz, ganz viele

Geschichten aus 40 Jahren Dortmunder

Nachtleben. Dafür, dass er nur ein halbes

Jahr in Dortmund bleiben wollte, scheint

es ihm doch mittlerweile ganz gut hier zu

gefallen. Mehr noch, nach genau vierzig

Jahren hier in der Westfalenmetropole ist

er eines geworden: ein Dortmunder Original!

Barry Walker, in Jamaika geboren

und ein richtiger Sunny-Boy, kam mit

der Rhine-Army nach Dortmund. Da

das Salär beim Militär nicht so üppig

war und er eine gute Ausbildung

als Amateurboxer hatte, lag es nahe,

sich an einer Diskothekentür etwas

dazu zu verdienen. Das St.Tropez

war seine erste Station im Dortmunder

Nachtleben. Aber es sollten noch

einige hinzu kommen. Das Jara, das

Holiday, das Rodido, das Number

One, das Metropolis und das Jet-Set.

Später betrieb er dann „Barrys Disco“

am Westenhellweg. Dass er in seiner

Zeit im Dortmunder Nachtleben

gelernt hatte, Cocktails zu mixen,

das wusste man. Als er dann aber als

Star-Barista fast jeden Sonntag mittag

live im ZDF-Fernsehgarten auftrat, da

wurde in Dortmund schwer gestaunt.

Seit fünf Jahren wohnt Walker fest

auf Mallorca. Sein Cocktailshaker

verstaubt im Regal, Denn er hat sich

einen Traum verwirklicht, er vermietet

Yachten und vermittelt ab und zu

auch Wohnungen. Außerdem geht er

immer noch seiner großen Leidenschaft

nach, er berät Menschen, wie

sie sich gesünder ernähren können.

Das es wirkt, sieht man an ihm selbst.

Er feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag,

welchen, das wollen wir hier

nicht verraten. Wer einen tollen Tag

auf einer Super-Yacht vor der Küste

Mallorcas erleben möchte, kann sich

über Facebook bei Barry melden.

92 Sommer 2017 · top magazin DortmunD

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