Mesoskalige konvektive Systeme während des ... - IMK-TRO

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Mesoskalige konvektive Systeme während des ... - IMK-TRO

1 Einleitung

Seit Ende der 1960er Jahre ist über dem westafrikanischen Kontinent ein Klimatrend

zu erkennen, der zeigt, dass es dort immer häufiger zu unterdurchschnittlichen

Niederschlagsmengen während der Monsunzeit kommt (Fink, 2006). Gerade in

dieser Region der Erde sind die Menschen jedoch besonders auf die Regenperiode

angewiesen. Dies liegt zum einen daran, dass die Bevölkerung in Westafrika Subsistenzlandwirtschaft

betreibt, zum anderen auch, dass in dieser Region das Bruttosozialprodukt

hauptsächlich vom Agrarsektor abhängt. Im täglichen Leben stellt der

Niederschlag zudem ein Potential an verfügbarem Süßwasser dar, wodurch er einen

sehr hohen Stellenwert einnimmt. Ausbleibende Niederschläge sind deshalb mit gravierenden

sozioökonomischen Problemen verbunden.

Mesoskalige konvektive Systeme (MCSs) tragen in Westafrika, vor allem im Sahel

und in der Sudanregion, im Wesentlichen zum Niederschlag bei. Die Prozesse, die

zur Bildung dieser Systeme führen, sind jedoch noch nicht vollständig verstanden.

Da das Messnetz in dieser Region nur sehr spärlich ist, fehlten in der Vergangenheit

geeignete Datensätze, so dass Untersuchungen zur Entstehung, Entwicklung und

Struktur der MCSs deshalb schwierig waren.

Im Rahmen des internationalen Projekts AMMA: “Afrikanischer Monsun: Multidisziplinäre

Analysen“ wurden neue umfangreiche Datensätze erhoben, deren Auswertung

dazu beitragen soll, unser Verständnis des Westafrikanischen Monsunsystems

zu verbessern.

Das IMK Karlsruhe beteiligte sich im Sommer 2006 während der Vor- und der

Hauptmonsunphase an Messungen im Raum Dano, Burkina Faso. Im Rahmen dieser

Arbeit werden Daten aus der Monsunphase ausgewertet. In diesem Zeitraum

zogen insgesamt fünf mesoskalige konvektive Systems über die beiden Messstationen

in Dano und Bontioli hinweg. Die drei ersten werden in dieser Arbeit untersucht.

Für die Entwicklung von Konvektion sind eine potentielle bzw. eine latente Instabilität

und ein ausreichender Feuchtegehalt der untersten Schichten notwendige Bedingungen.

Zur Auslösung der Konvektion wird zudem ein Mechanismus benötigt

(Doswell, 1987). Einen entscheidenden Einfluss spielt dabei die Wechselwirkung zwischen

der Atmosphäre und der Oberfläche.

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