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LinuxUser Fotos bearbeiten (Vorschau)

Schwerpunkt Bilder

Schwerpunkt Bilder aufbereiten 3 Mithilfe des Farbabgleichs korrigieren Sie ohne Probleme farbstichige Bilder. das mächtigste Werkzeug handelt, das Gimp zum nachträglichen Verbessern der Ausleuchtung bereitstellt, gehen wir etwas näher darauf ein. Die X-Achse zeigt die Helligkeitsverteilung im Bild. Bei einem Bild im JPEG-Format reicht diese von 0 (Schwarz) bis 255 (Weiß), was 8 Bit pro Pixel entspricht. Die Y-Achse zeigt die Anzahl der Pixel mit den Helligkeitswerten. Sie ist keine Konstante, sondern zeigt die Gesamtheit der Sensorpixel. Wurde ein 16-Megapixel-Sensor verwendet, dann entspricht die Gesamtfläche des Histogramms genau dieser Zahl. Bei einem anderen Sensor ergibt die Fläche zwar einen anderen Pixelwert, bei gleichen Aufnahmebedingungen unterscheiden sich die Histogramme aber ansonsten in keiner Weise. An beiden Achsen befindet sich zusätzlich eine Grauskala. Diese bekommt ihre Bedeutung durch die Kennlinie des Histogramms – zu Beginn der Bildbearbeitung handelt es sich dabei um eine Diagonale. Sie lässt sich mithilfe der Maus wie ein Gummiband verformen, was die Helligkeitswerte beziehungsweise deren Verteilung im Histogramm und Bild verändert. Der auf der X-Achse ursprüngliche Helligkeitswert erhält nun den Helligkeitswert, den der Funktionswert der Y-Achse zeigt. Auf diese Weise nehmen Sie einfache Helligkeitskorrekturen vor. Aktivieren Sie die Checkbox Vorschau, sehen Sie den Effekt sofort im Bild 2 . Allerdings bringt dieses Verfahren auch Nachteile mit sich, die auf das JPEG-Format zurückführen: Bei Veränderungen der Kennlinie zeigen sich Lücken im Histogramm. Besser RAW 4 Das Absetzen des Vogels vom Hintergrund erfordert zwar etwas Erfahrung und Fingerspitzengefühl, der Einsatz lohnt sich aber in jedem Fall. Die damit verbundene Reduzierung der Anzahl von Grautönen liegt daran, dass die Kamera die analoge Helligkeitsverteilung in 8 Bit pro Pixel digitalisiert. Das veränderte Bild enthält weniger Graustufen und mutiert im Extremfall zu einer reinen Schwarz-Weiß-Grafik. Deswegen nehmen Profifotografen ihre Bilder im Regelfall im RAW-Format auf. Das speichert ein Bild nicht mit 8 Bit per Pixel, sondern – je nach Sensor – mit 12, 14 oder gar 16 Bits. Das erhöht den Dynamikumfang des Bilds und kompensiert damit den Verlust von Helligkeitswerten. Allerdings arbeitet Gimp nach wie vor nur im 8-Bit-Modus und reduziert beim Import von RAW-Dateien deren Dynamikumfang entsprechend. 28 www.linux-user.de 09.2014

Bilder aufbereiten Schwerpunkt Einer der wichtigsten Vorteile des RAW- Formats geht damit verloren. Erst das in diesem Heft ebenfalls vorgestellte Programm Rawtherapee bringt beim Verwenden des Histogramms wirklich Vorteile, denn es rechnet die 12, 14 oder 16 Bit pro Pixel und Farbe in einen 32-Bit breiten Floating-Point-Wert um, mit dem es dann arbeitet. Daher lassen sich RAW-Bilder ohne jeden Verlust an Helligkeitswerten mithilfe des Histogramms aufhellen oder abdunkeln. Erst nach dem Export ins JPEG-Format reduziert Rawtherapee den Dynamikumfang wieder auf 8 Bit je Pixel, dann aber ohne Lücken im Histogramm. Weißabgleich Ein typisches Beispiel dafür, wo der automatische Weißabgleich von Kameras häufig versagt, zeigt Abbildung 3 . Das transparente Dach verfremdet den abgelichteten Zwergpapagei ins Gelbliche. Mithilfe des Farbabgleichwerkzeugs, das Sie unter Farben | Farbabgleich finden, gelingt das nachträgliche Anpassen jedoch mühelos. In der Aufnahme wurde im Schatten der Gelb-Blau-Bereich mit 22 korrigiert, im Mittenbereich mit 16 und im Glanzlichtbereich mit -12. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Verbesserung des Gesamtfarbeindrucks. Um spätere Verärgerung zu vermeiden, sollten Sie immer das Original erhalten und das Ergebnis der Verarbeitung als neue Datei speichern. 5 Das Entsättigen der markierten Augenbereiche führt zu normalem Aussehen. Erscheint der Hintergrund eines Bilds zu scharf, stört er nicht selten das eigentliche Motiv. Die im Folgenden beschriebenen Schritte stellen das eigentliche Objekt frei 4 . Fertigen Sie durch Anklicken des Duplikat-Buttons im Ebenenfenster zunächst eine Kopie-Ebene an. Rechtsklicken Sie danach auf die neu erstellte Kopie-Ebene und wählen Sie aus dem Kontextmenü Ebenenmaske hinzufügen…. Im Dialog wählen Sie die Option Graustufenkopie der Ebene und bestätigen mit einem Klick auf Hinzufügen. Rechtsklicken Sie nun auf die Ebenenmaske und aktivieren Sie im Kontextmenü die Einträge Ebenenmaske anzeigen und Ebenenmaske bearbeiten. Gimp zeigt danach ausschließlich diese an. Öffnen Sie danach den Dialog Farben | Schwellwert und stellen Sie ihn so ein, Vordergrund hervorheben 6 Das Werkzeug Perspektive erlaubt es, stürzende Linien beispielsweise bei Gebäudeaufnahmen wirkungsvoll zu korrigieren. 09.2014 www.linux-user.de 29