Kradblatt Ausgabe August 2019

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Zurück auf die Mofa

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Wir haben bereits mehrfach unserem

lokalen, jährlich wiederkehrenden

Mofa-Rennen „111 Minuten Götzberg “

beigewohnt und uns jedes Mal danach

fest vorgenommen, das nächste Jahr

aktiv dabei mitzumischen.

Es werden jedoch für gut erhaltene

oder restaurierte Exemplare selten Preise

unter 900 bis 1.500 Euro verlangt. Für

deutlich weniger Geld bekommt man

heute neue 50 ccm Baumarktroller; aber

denen fehlen die Seele und der Spirit

vergangener Tage und bei Mofa-Rennen

werden sie auch nicht zugelassen.

Fast zwei Jahre waren wir auf der

Suche nach bezahlbaren Mofas. Die

Angebote waren uns jedoch entweder

zu unangemessen teuer oder es handelte

sich praktisch um tote Organspender.

Etwas dazwischen zu finden ist nicht

leicht, egal von welcher Marke.

Nun ist es uns endlich gleich zweimal

geglückt, etwas nach unseren Vorstellungen

zu finden. Da wir von der Marke

Honda ohnehin überzeugt sind, kamen

uns die beiden Oldtimer wie gerufen. Sie

passen prima in unsere Honda-Sammlung.

Mit dem Anhänger holten wir die eine

aus Itzehoe, die andere aus Schleswig

zu uns nach Hamburg. Bis auf wenige

Kleinigkeiten hatten die Vorbesitzer ihre

Caminos bereits liebevoll restauriert. Man

merkte beiden an, dass ihnen die Trennung

nicht leichtfiel. Das werteten wir als

ein gutes Zeichen. Wir werden mit Henry

und Volker bestimmt noch eine Weile in

Kontakt bleiben.

Was aus unserem in Vorbereitung liegenden

Mofa-Rennen geworden ist, das

berichten wir später, wenn es gewonnen

wurde. Okay … wir möchten zumindest

bis zum Ende durchhalten und nicht die

„Rote Laterne“ verliehen bekommen.

Jetzt noch Wissenswertes zur Honda

Camino, die nicht in Japan, sondern im

Werk von Honda Benelux im belgischen

Aalst montiert wurde.

Von da aus wurde sie zwischen 1976

und 1991 quer durch Europa exportiert

und auch die USA erhielten Exemplare

unter dem Namen „Honda Hobbit“,

obwohl der Bekanntheitsgrad der

Geschichten von J.R.R. Tolkien vor dem

ersten Teil der Verfilmung 2001 dort vermutlich

gar nicht so hoch war.

Hier in Norddeutschland war die

Camino eher selten anzutreffen. Wir

persönlich haben sie, im

Gegensatz zu Modellen von

Kreidler, Hercules und Zündapp,

in unserer Jugend nie

bewusst wahrgenommen.

Verkaufsangebote sind

auch jetzt noch eher in der

unteren Hälfte der Bundesrepublik

zu finden. Das

ist schade, denn die zierlichen

Geschöpfe gelten als

ziemlich flott für ihre Klasse

und äußerst zuverlässig, so

dass einige sogar für den

Postdienst geordert wurden.

Über die Baujahre hinweg

änderte sich die Camino

kaum. Eckige Lampen wurden

rund und Speichenräder

wichen Verbundrädern und

Alurädern. Das war es im

Wesentlichen auch schon.

Es gibt zwei Antriebsversionen.

Die eine hat eine

Fliehkraftkupplung und eine

fest definierte Übersetzung

des Riemenantriebes und

wurde als Ein-Gang-Modell

bezeichnet; die andere hat

zusätzlich eine Variomatik,

die Honda-V-matic, die durch

die Verstellung der Radien

der Riemenscheiben einen

besseren Anzug besitzt und

sich natürlich auch besser

für Rennen frisieren lässt.

Super erklärt ist das Funktionsprinzip

der Variomatik

auf der Seite www.motor

roller-info.de .

Da möchte man frisieren (nicht die Tine …)

Der Fuchsschwanz

holt sicher noch mal

gefühlte 0,3 km/h raus

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