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Hand und Auge

Hand und Auge

ei

ei ‘Augen’ deutlicher ausgeprägt als bei ‘Auge’. Bei den Präpositionen dominiert insgesamt ‘in’ (über die Gesamttabelle 21 Vorkommnisse = 28%). Bei ‘Augen’ fällt allerdings die Häufigkeit von ‘vor’ auf. Da ‘Augen’ für das Sehen eines Objektes oder Vorganges, der sich vor dem Gesicht befindet bzw. dort abspielt, steht, ist die Dominanz von ‘vor’ erklärbar; ‘in’ verweist dagegen auf das Auge als Behälter, als Aufnehmendes, Empfangendes. Das Ziel der exemplarischen Korpusanalyse wurde insofern erreicht, als im Prinzip gezeigt werden konnte, daß die statistische Verteilung von Kontexten eines Konzepts bzw. seiner sprachlichen Realisierung Tendenzen der Veränderungen dieses Konzepts im Gebrauch aufzeigt. Damit kann mit guter empirischer Zuverlässigkeit eine zugrunde liegende, eher verdeckt wirkende Dynamik nachgewiesen werden. Die Korpusanalyse liefert außerdem einen Rahmen und geeignete Arbeitshypothesen für spezifischere experimentelle Untersuchungen. B: Die onomasiologische Differenzierung der Lesarten von AUGE Die Analogieketten verbinden sowohl evolutionär zusammenhängende Körperteile (z.B. bei Säugetieren) als auch analoge aber evolutionär unabhängige Organe, z.B. beim Tintenfisch. Die Netzaugen der Fliege sind schon Randfälle, unter der Haut verteilte Sehorgane werden nicht mehr als AUGE konzeptualisiert. Die Formanalogien haben als Quelle die runde Form der Pupille oder die Mandala-Form der Augenöffnung. Diese kann zum Dreieck abgewandelt werden. Engl. the eye of the beef (= triangular piece between the top and the bottom of a round). In “the eye of the problem” wird die runde Form zum Punktzentrum kontrahiert. Wir finden somit zwei geometrische Analogielinien vor: Pupille Augenöffnung Kreis/Loch längliche Öffnung: “Auge des Taus der Nadel” Wirbel „Auge des Wirbelsturms“ abgerundetes Dreieck “eye of the beef” 71 Punkt, Zentrum “eye of the problem” Abbildung 14: Geometrische Verallgemeinerungen von AUGE (onomasiologisch). Die Prozesse im und am Auge sind nicht in dem Maße der Willkürmo-

72 torik unterworfen, wie dies für die Hand gilt: Der Mensch sieht seine Augen nicht direkt (nur in der Spiegelung und am anderen Menschen). Die Bewegungen erfolgen größtenteils reflexartig. Am ehesten sind Augenausrichtung (besonders Hinschauen, Wegschauen) und Öffnen/Schließen bewußt kontrollierbar. Die eigentliche Tätigkeit der Augen erfolgt in Kooperation mit den optischen Fasern und dem optischen Cortex. Sie wird erst in ihren komplexen Formen: Erkennen, Glauben, Denken bewußt. Im begrenzten Maße sind die Augenbewegungen zur Kommunikation einsetzbar, obwohl dabei natürliche Zeichen dominieren: starre Augen, weit geöffnete Augen, verengte, geschlossene Augen, zitternde Augenbewegungen, Starren, dem Blick ausweichen usw. Da die Augen als Tor zum Geist, Gemüt gelten, können allerdings minimale Änderungen, Bewegungen bewußt oder unbewußt als Zeichen interpretiert werden, so daß einer minimalen Zeichenmenge eine große Vielfalt von Interpretation gegenübersteht. Direkt mit dem Auge korreliert sind die Prozesse des (passiven) Sehens, der Aufmerksamkeit (des Hinsehens, Wegsehens), der Wiedererkennung, der Erinnerung (indirekt vom Wiedererkennen ausgelöst), des Urteilens, Beurteilens, des. Denkens. Weisen die dynamischen Valenzen von HAND auf eine Interaktion des SELBST mit Objekten der Umwelt und anderen Individuen, so ist die dynamische Richtung der Valenzen von AUGE eher nach innen gerichtet. Wir können sagen, die HAND hat Valenzen, die auf die Umwelt gerichtet sind, das AUGE hat Valenzen, die auf das SELBST gerichtet sind. Abbildung 15 illustriert diesen Unterschied. HAND dynamische Valenzen sind gerichtet auf (Motivation der Valenz durch das SELBST) UMWELT AUGE dynamische Valenzen sind gerichtet auf (Motivation der Valenz durch die UMWELT) SELBST Abbildung 15: Unterschiedliche Richtungen der dynamischen Valenzen von HAND und AUGE.

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