Stress, Burnout und andere psychische Belastungen in Beruf und Privatleben mit dem 180 Grad Modell vermeiden.....

tango123

Tags die Karriere, abends die Familie und irgendwann noch Zeit für sich selbst haben: Sechs von zehn Menschen in Deutschland leiden nach Studien zufolge unter Stress im Alltag, nicht wenige sogar dauerhaft. Besonders sind Frauen, Angestellte und Stadtbewohner betroffen. Die wichtigste Erkenntniss,
Stress im Alltag ist mittlerweile in Deutschland ein Massenphänomen. Fast sechs von zehn Deutschen empfinden nach einer Forsa Studie ihr Leben als stressig. Das vorliegende Buch zeigt, Hintergründe, Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten.

Risikofeld III: Die familiäre Herausforderungen im

gesellschaftlichen Strukturwandel

Bereits 2008 beschreibt Thomö die moderne Familie als eine nicht zu unterschätzende

Form der Beziehung. Er weist auf das erhebliche Belastungspotenzial hin, welche die

Beziehungsform „Familie“, für beide Elternteile mit sich bringt.

Für das Rollenmodell der Mutter und des Vaters ergeben sich demnach

unterschiedliche Herausforderungen und Spannungsfelder. Sie sind individuell

gelagert, müssen in einem behutsamen Kontextrahmen gesehen und im Gleichgewicht

gehalten werden.

So besteht in der Gesellschaft zwar weiterhin ein traditionelles Rollenmodell einer

Familie, welches vor allem in höheren Führungspositionen auch heute noch gerne

gesehen ist, anderseits zeigt sich ein veränderte Realität mit einer erhöhten

Scheidungsrate, dem oftmals folgenden langwierigen Streit um das Sorgerecht für die

Kinder etc., aber auch der Wunsch vieler Frauen, berufliche und finanzielle

Verantwortung zu übernehmen und die Erwartung gegenüber den Männer mehr

soziale Kompetenzen bei Erziehung und im Haushalt an den Tag zu legen.

Für eine moderne Frau stellt die gesellschaftliche Herausforderung erfolgreich zu sein,

beruflich gleichgestellt zu sein und gleichzeitig eine gute Partnerin und auch Mutter zu

sein, eine erhebliche Mehrbelastung dar. Zu wenige Männer ziehen zudem in

Erwägung, geschweige denn setzen es um, beruflichen Einsatz zu Gunsten der Familie

zu reduzieren. Die Elternzeit wird in der Regel noch von Mütter beansprucht, doch

immer mehr Väter nutzen dieses Angebot, nehmen eine Auszeit auch bei den

Betrieben gibt es zunehmend Entgegenkommen und kreative Arbeitsmodelle -hier

kommen die Vorteile des digitalen Zeitalters zum nutzen - die eine gute Balance von

Beruf und Familie vereinbar machen.

Der gesellschaftliche Wandel stellt nur solange ein Problem dar, solange nicht auf ihn

eingegangen wird, sondern gegen ihn gearbeitet wird. Wer seine Rolle im Jetzt mit

seinen besonderen Möglichkeiten noch nicht klar definieren konnte, wird an die

Grenzen stoßen und in eine Zwiespalt von alten Erwartungen und modernen

Anforderungen geraten.

Gerne möchte ich Ihnen dies an einem Beispiel aus der Praxis verdeutlichen: Eine 46-

jährige Partnerin einer internationalen Unternehmensberatung, arbeitet seit einem

halben Jahr die gesamte Arbeitswoche in London. Im Beruf erfolgreich und

durchsetzungsstark, treibt sie immer mehr die Angst um die verwitwete Mutter um, die

die gesamte Woche alleine in München von einem Pflegedienst betreut wird.

Die Situation spitzt sich zu und die Tochter stellt sich immer häufiger die Frage. „Bin

ich eine gute Tochter, oder verhalte ich mich meiner pflegebedürftigen Mutter

gegenüber verantwortungslos“? Eine typische Frage Frauen dieser Zeit mittleren

Alters, die zwischen den Geschlechterrollen zweier Generationen stehen. Einerseits

Familenfrau, die sich um die soziale Belange kümmert, wie im klassischen


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