Stress, Burnout und andere psychische Belastungen in Beruf und Privatleben mit dem 180 Grad Modell vermeiden.....

tango123

Tags die Karriere, abends die Familie und irgendwann noch Zeit für sich selbst haben: Sechs von zehn Menschen in Deutschland leiden nach Studien zufolge unter Stress im Alltag, nicht wenige sogar dauerhaft. Besonders sind Frauen, Angestellte und Stadtbewohner betroffen. Die wichtigste Erkenntniss,
Stress im Alltag ist mittlerweile in Deutschland ein Massenphänomen. Fast sechs von zehn Deutschen empfinden nach einer Forsa Studie ihr Leben als stressig. Das vorliegende Buch zeigt, Hintergründe, Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten.

Risikofeld VII: Stress

Belastungen und Stress, ob im Berufsleben, im Alltag oder in der Schule: Alle diese

Belastungen fordern uns heraus. Die Herausforderung suchen viele, denn in unserer

modernen Welt, in der es keine Abenteuer mehr gibt, brauchen wir dennoch die

Aufregung, so wie wir es seit Jahrtausenden gewohnt waren. Die Literatur spricht

daher von „positivem“ und „negativem“ Stress – zwischen Eustress und Distress.

Distress beschreibt, dass es zu Stress-Empfinden kommen kann, wenn eine Aufgabe

als belastend und anstrengend, wenig motivierend und fremdbestimmt erlebt wird.

Durch Eustress kann dagegen eine Hochgefühl entstehen, wenn eine Arbeit persönlich

als bereichernd und wichtig erlebt wird und man sich freut auf ein bestimmtes Erlebnis

oder Ereignis. Innere und äußere Faktoren können den „Distress“ begünstigen. Dazu

zählen zum Beispiel Lärm, Umweltgifte und Reizüberflutung. Zu den inneren

Faktoren zählen unter anderem psychische Belastungen wie Ärger, Leid, Angst,

Freude und Leistungsdruck aber auch physische Extremleistungen, wie etwa bei

Infektionen, Operationen.

Auch alltägliche Kleinigkeiten wie Bürostress, Autostaus oder ständiges

Telefonklingeln führen zu „Distress“. So kann etwa die tägliche Anfahrt zur Arbeit im

Stau und der Druck, zu frühester Uhrzeit das Haus verlassen zu müssen, zu Stress

führen, wogegen die wöchentliche Reitstunde mit frühem Aufstehen und langem

Anfahrtsweg als angenehm empfunden wird. Doch wie soll man zwischen diesen

beiden angeblich unterschiedlichen Formen eine Grenze erkennen, geschweige denn

ziehen? Fest steht, dass Stress von jeder Person unterschiedlich wahrgenommen wird.

Im Prinzip ist jeder Mensch permanent Stress ausgesetzt, mit dem er lernen muss

umzugehen. Denn Stress ist, wenn überhaupt, nur für kurze Momente, vorhersehbar.

Die einen halten mehr, die anderen halten weniger oder überhaupt keinen Stress aus.

Es wird daran geforscht, wie diese Unterschiede zu begreifen sind, doch machen wir

uns nichts vor: Selbst wenn wir es wissen, bringt es uns nicht weiter. Denn jeder muss

selbst erkennen, wieviel Stress er verträgt und muss selbst entscheiden, in welcher

Form er sein Maß ausschöpfen möchte.

Es beginnt im Kindergarten, spätestens in der Schule. Dort sind die Kinder

Vergleichen und Leistungsdruck unterlegen. Sie müssen gute Noten haben, mit

Zukunftsängsten (meistens der der Eltern) umgehen lernen („sonst wird nichts aus

dir“) und sich im sozialen Gefüge einen Platz erobern. Auch im Berufsleben muss

jeder kontinuierlich Leistung erbringen, sonst entstehen kritische Situationen am

Arbeitsplatz. Nach der Arbeit warten zu Hause Tätigkeiten, die erledigt werden

müssen. Zudem kommen die Erwartungen der Familie, der Partner, der Freunde hinzu.

Sie wissen es selbst: Es ist ein Fulltimejob sein Leben zu organisieren und alle Mühlen

am Laufen zu halten – und dabei leben wir weder im Krieg noch in gesellschaftlichen

Unsicherheiten. Was machen bloß die Menschen, die jeden Tag ums blanke Überleben

kämpfen müssen? Doch wieso empfinden wir unser Leben dennoch häufig als äußerst

anstrengend und belastend?


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