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E_1929_Zeitung_Nr.070

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WD7A — 11)20 schnittigen Grand Prix Peugeot die best« Zeit der Tourenwagen sicherte. Grosse Spannung löst© Caracciolas Fahrt aus, der auf Mercedes-Kompressor nur 1.4" hinter Rigals Rekord zurückbleibt 1 Ueber Nacht besann sich das Wetter eines Bessern und am Sonntag morgen lag herrlicher Sonnenschein über dem Tal. Wie am Vortag eröffneten auch jetzt wieder die Motorräder de n Tanz; ihnen schlössen sich unmittelbar die 26 Sportwagen an. Ein heisser Kampf entbrannte. Nicht weniger als 4 bedeutende Fahrer blieben auf der Strecke. Der Kategorie 3000-5000 ccm sollte es vorbehalten bleiben, den absoluten Sieger der Sportwagen zu stellen: Hansal auf Steyr brachte es fertig, den im Vorjahr von einem Kompressor-Mercedes geschaffenen Klausenrekord um volle 51 Sekunden zu unterbieten und damit einen neuen Rekord der Sportwagen zu schaffen. Bei den Rennwagen schaffte Masettit auf Sunbeam seine unvergessliche Glanzleistung, indem er die 21,5 Kilometer in der fabelhaften Zeit von 17 Minuten 28,8 Sekunden erledigte und damit dem von Merz geschaffenen absoluten Klausenrekord das Genick brach. Auf dem zweiten Platz landete Kracht (Bugatti), der unterwegs infolge einer Störung im Uebersetzungswechsel hatte anhalten müssen. Als Dritter raste Werner auf Mercedes durch das Ziel. Den Schluss machte Divo auf seinem monströsen Delage, aber auch ihm gelang es nicht, an die Zeit Masettis heranzukommen; immerhin blieb er bloss 17 Sekunden hinter ihm und erzielte damit die zweitbeste Tageszeit. Nicht weniger als fünfmal wurde in der Rennwagenklasse der vorjährige Klausenrekord geschlagen, nämlich von Masetti, Divo, Kracht, Werner und Lepori! 7./8. August 1926: Die Schweiz sichert sich den Grossen Bergpreis. Uebertrafen die Nennungen von 1925 alle Erwartung, so stellte das Jahr 1926 mit sei- Nationales und Internationales Rennen am Klausen 1927. ner Fahrzeit von 17.35,4. In der Kategorie der Rennwagen fuhr Chiron auf Bugatti die nen 191 Nennungen einen Rekord auf, derglänzende Zeit von 17.28, womit er ebenfalls den letzten Zweifler von der Klasse und der den absoluten Rekord von Masetti brach. Berühmtheit unseres Klausen überzeugte. Chiron wurde mit dem «Grossen Bergpreis 66 Motorräder, 10 Sidecars, 46 Tourenwagen, der Schweiz 1927> ausgezeichnet. Insgesam 50 Sportwagen und 19 Rennwagen trugen gelangten Gaben im Betrage von Fr. 35,000 sich in die Startliste ein. Das starke Kontingent ausländischer Fahrer (61 Nennungen!) zur Austeilung. La. stempelte die Veranstaltung zu einer der erfolgreichsten des europäischen Sportjahres 1926. Trotz des schlechten, regnerischen und nebligen Wetters säumten über., 25 000 Zuschauer die Piste. Dass die vortreffliche Organisation des Klausen im In- und Ausland sprichwörtlich geworden ist, braucht keiner besonderen Erwähnung mehr. Die technischen Signaleinrichtungen, der scharfe Strekkendienst und nicht zuletzt die eilfertige Pressebedienung haben nicht wenig dazu beigetragen, den Namen des Klausens in die Welt hinaus zu tragen. Schon bei den Tourenwagen machte die Regentschaft Jupiter Pluvius' den Fahrern in den Kurven zu schaffen. Buthenut, der den ersten Hanomag (500 ccm) ins Treffen führte, schaffte eine vorzügliche Zeit. Der Belgier Lamarche auf F. N. brillierte bei den 1500 ccm. Bei den 2000 ccm hielt das' Ansaldo- Trio Kessler, Müller und Studer die Führung. Bei den 3000 ccm siegte Th. Walser auf Lancia, bei den 5000 ccm Segard auf Panhard- Levassor, bei den 5000—8000 ccm Caerels auf Excelsior und Risch, der sich den ersten Platz der schweizerischen Meisterschaft sicherte. Die Sensation bildete jedoch Caracciola auf Mercedes-Kompressor, welcher bei Urnerboden Knüanci den 8000 ccm seinen letztjährigen Rekord Kapelle zur Strecke brachte und eine Minute vor SpihelrüH Merz landete. Samstag Regen — Sonntag Schnee! Bis weit hinunter waren die Berge weiss bedeckt. Bei diesen Voraussetzungen konnte von einem Unterbieten des letztjährigen, von Masetti auf Sunbeam geschaffenen Rekordes keine Rede sein. Dennoch präsentierten die Konkurrenten sehr gute Zeiten. Als erster der Sportwagen sicherte sich bei den 750—1000 ccm Gacon auf Amilcar den Sieg. Bei den 1100—1500 ccm gestaltete sich da; Rennen zu einem eigentlichen Kampfe zwischen den Bugattiwagen. Gloggner errang sich die Palme. Den Siegen Webers auf Bugatti (1500—2000 ccm) und Hürlimanns auf Sunbeam (2000—3000 ccm) folgte die staunenerregende Leistung Hansais auf Steyr (3000—5000 ccm), dem es indessen nicht gelang, seinen früheren Rekord zu unterbieten. Regen und Wind auch beim Austrag der Rennwagen, weshalb vier Fahrer verzichteten! Morel auf Amilcar-Kompressor bewies mit 19 Min. 15,2 Sek. seine Meisterschaft. Bei den Zweiliter-Wagen rangen Kessler, Dr. Karrer und die beiden Mercedes-Fahrer Werner und Rüsenberger um die Siegerehren. Aber Kessler schaffte es mit bewunderungswerter Energie : mit 18 Min. 42,8 Sek. gewann er den Grossen Bergpreis der Schweiz. Enttäuschung: Rigal war am Start verhindert und Heusser verzichtete. Rützler auf Steyr blieb im Urnerboden stecken und uber- Iiess den Sieg dem zweiten Steyr-Fahrer, dem schmissigen Grafen Kinsky. Das Rennen 1927 ist in eine nationale und in eine internationale Veranstaltung getrennt, um eine gute Beteiligung trotz den neuen Vorschriften des internationalen Rennreglementes sicherzustellen. Erfreulich waren vor allem die vielen Nennungen Internationaler Rennkanonen, unheimlich waren die Zuschaüermassen (ca. 25,000 Personen in 1800 Autos, 700 Motorrädern und teils zu Fuss) und grossartig auch die Einschreibungen (total 174 Motorfahrzeuge, wobei 48 Nennungen auf die Motorräder entfallen) Von 122 Fahrern des Autorennens stellte das Ausland mehr als 50 Prozent. Von den 48 Nennungen für das Motorradrennen waren zwölf ausländische Fahrer. Das Rennen gestaltete sich sehr interessant, obschon nicht ganz ideale Witterungsverhältnisse vorlagen. Im nationalen Rennen erzielte Caracciola auf Mercedes mit 72,75 km Stundenmittel eine Zeit von 17.43,8, womit er einen neuen Rekord für Tourenwagen aufstellte. Delmar erreichte mit seinem Steyr-Sportwagen das Ziel in 18.15 (Stundenmittel 70,2 km). Ebenfalls im nationalen Rennen fuhr der deutsche Rennfahrer Rosenberger auff Mercedes die verblüffende Zeit von IT 17". Diese beste Zei der Rennwagen im nationalen Rennen wurde im internationalen Rennen nicht überboten und gilt daher als neuer absoluter Klausenrekord. Im internationalen Rennen gelang es Caracciola, in der Klasse der Sportwagen, nochmals einen Rekord aufzustellen: mit ei- HOTEL, BALM Die Klausenrennstrecke und die Park- AUTOMOBIL-REVUE UND FREUDE f IM NEUEN Ein Wagen mit harmonischen Linien and vollkommenem Luxus bis in die kleinsten Einzelheiten, bequem, auffallend gut gefedert, sehr leicht zu fahren. 3 Typen-Sechtzyllnder, siebenfach gelagerte Kurbelwelle, DoppelzQndung, Zentral« Schmierung, hydraulische Stossdämpfer, lautlos arbeitender Motor mit geschmeidigen und schnellen Reprisen. Sehr kleiner Lenkradius, Extra tief gelagertes Chassis, daher vorzügliche 6trassenhattung. LERNEN SIE DIESE VORTEILE KENNEN, INDEM SIE EINE PROBEFAHRT VERLANGEN. GENFi •. A. Perrot, Daval * Cle. GENF: Qrand Geragt, de l'Atrienee, S. A. LAUSANNES Garage Wlrth & Cie. 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6 AUTOMOBIL-REVUE 192!» — Rekordfahrer am Klausen. Nieth, der erste Rekordmann des Klausen, errang im Jahre 1922 mehrere grosse schweizerische Rennerfolge. Am 9. Juli erzielte er beim Gurnigelrennen auf Hispano die beste Zeit der Touren- und der Rennwagen und gleichzeitig die beste Tageszeit. Nicht weniger glänzend schnitt er in Rheineck-Walzenhausen ab, wo er gleichfalls die beste Tageszeit sowohl der Bergprüfungsfahrt als auch im fliegenden Kilometer in Speck-Bauriet erzielte. Am Weissenstein klassierte er sich als Zweiter, nur wenige Sekunden hinter dem Sieger. Seinen grössten Triumph jedoch erfocht er am Klausen 1922, wo er mit 21 Minuten 43 Sekunden die beste Tageszeit und den ersten Klausenrekord schuf. Auch am Klausen 1924 stieg er wieder in die Arena und vermochte mit einem Amilcar- Sportwagen in der Klasse 700—1100 ccm einen zweiten Platz zu belegen. 1925 führte er am Klausenrennen einen Peugeot-Vierzylinder (Inhalt 3,8 Liter). Rützler, ein Oesterreicher, ist im Jahre 1923 am Klausen aufgetaucht und stellte damals mit seirn.ii Sechszylinder 4,4-Liter-Sportwagen (es konkurrierten damals nur Touren- und Sport- OSPftlt Rützler (iSteyer), der Rekordmann von 1923. wagen) den zweiten Klausenrekord auf. Fahrzeit: 20.24,4 (Stundenmittel 63,2 km). Schon im nächsten Jahr verbesserte er seine Fahrzeit auf 19 Min. 26,8 Sek., wurde aber durch Merz, auf Mercedes, um 38 Sek. unterboten. Rützler heimste in jenen Jahren auch im Auslande bedeutende Renherfolge ein, zeigte sich aber späterhin am Klausen nicht mehr. Wir vermuten, dass er die Arena der Rennfahrer verlassen hat. Otto Merz, der Klausensieger 1924, trat im Jahre 1906 in die Daimler-Motoren- Gesellschaft als Monteur ein und war in den Jahren 1907—1912 Mechaniker und Fahrer bei dem bekannten deutschen Herrenfahrer Willi Poege, Chemnitz, als dessen Mitfahrer er zahlreiche internationale Automobilrennen mitmachte. Seit 1914 ist er wieder bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft. Merz hat sich in den vielen Jahren, indem er dem Rennsporte oblag, in ungezählten Flachrennen, Bergrennen, Kilometerrennen u. Verbrauchsprüfungen Lorbeeren geholt. Schon 1922, am ersten Klausen, sicherte er sich mit 22.48 Min. die zweitbeste Tageszeit. Im Jahre 1923 konnte er seine Zeit verbessern, stand aber mit 2.34,6 an dritter Stelle in der Liste der besten Zeiten. Am Lenkrad eines Vierzylinder-Mercedes-Kompressors gelang es ihm 1924 einen neuen Klausenrekord (18.48,6) aufzustellen, der aber 1925 von Masetti zu Fall gebracht wurde. Immerhin schnitt Merz mit 19.15,6 auf einem Mercedes-Achtzylinder (Inhalt 2 Liter) wiederum gut ab. 1926 startete Merz mit einem Sechszylinder-Kompressor-Wagen (Inhalt 8 Liter) in der Tourenklasse und erzielte 21.45,6, eine Zeit, die nur ca. 55 Sekunden unter der Tourenwagenrekordzeit von Caracciola blieb. Am Klausen 1927 führte O. Merz einen Rennwagen und fuhr in der nationalen (17.33,4) und in der internationalen Veranstaltung (17.31,2) Zeiten, die nur um 14, resp. um 16 Sekunden vom heutigen absoluten Rekord von Rosenberger (17.17) differieren. Die stetige Verbesserung seiner Zeiten lässt erkennen, dass er immer unter die allerersten Anwärter der Klausentrophäen zu zählen ist. Giulio Masettit, Rekordinhaber 1925 und 1926. Jeder wahre Sportfreund erinnert sich des sympathischen Siegers 1925, den der Tod an der Targa Florio 1926 mitten aus Be- Links oben: Masetti, Rekordinhaber 1925/1926. Rechts oben : Otto Merz, Klausensieger 1924. Unten: Cerac-ciola, Rekordhalter der Tourenwagen 1927. geisterung und Siegeswillen hinausriss. Masetti, der übrigens, wie der ebenfalls verunglückte Zborowski, bei dem der Sport eine erste Rolle unter seinen Lebensidealen spielte, klassierte sich unter die ersten europäischen Grossen des Volants, als er 1921 auf Fiat die Targa Florio gewann. 1922 wiederholte er seinen Triumph in diesem Rennen, diesmal N»70 I auf Mercedes. In der Targa Florio 1924 endet er auf Alfa Romo als Zweiter. 1925 verteidigte er im Grossen Preis von Frankreich die Farben Sunbeäms, dem er den dritten Platz sicherte. Und ebenfalls auf Sunbeäm stellte er am 24. August desselben Jahres mit der Zeit von 17 Min; 28,8 Sek.,