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AZUBI BASICS Ostwestfalen

Azubi Basics - Das große Handbuch für den künftigen Auszubildenden mit vielen wertvollen Tipps zum Berufseinstieg

gesetz haben Azubis

gesetz haben Azubis unter 16 Jahren Anspruch auf mindestens 30 Werktage urlaub. unter 17-Jährige bekommen mindestens 27 Werktage und unter 18-Jährige mindestens 25 Werktage urlaub. Ab 18 Jahren sind, laut Arbeitsrecht, gesetzlich mindestens 24 Werktage urlaub festgelegt. Achte darauf, den Antrag rechtzeitig zu stellen, falls du verreisen möchtest. Es kann passieren, dass du deinen Wunschtermin nicht genehmigt bekommst, weil laut Bundesurlaubsgesetz im Betrieb Arbeitnehmer mit Kindern Vorrang haben. Übrigens: Häufig gewähren unternehmen den Azubis auch noch während der Probezeit urlaub, etwa, wenn der Betrieb an Weihnachten schließt. Dann musst du deine urlaubstage sogar nehmen. KrAnKHEIT Du wachst morgens auf und fühlst dich ganz jämmerlich: Husten, Heiserkeit und Schniefnase – was nun? Am liebsten würdest du einfach liegen bleiben, aber das geht nicht: Melde dich sofort telefonisch bei deinem Arbeitgeber krank, damit dein Chef weiß, dass du nicht zur Arbeit kommen wirst. Das ist wichtig, damit dein Arbeitgeber planen kann. Danach benötigst du eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – auch „gelber Schein“ genannt. Den bekommst du bei deinem Hausarzt. Dein Arzt wird dir nach eingehender untersuchung und Diagnose die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Dann bist du „krankgeschrieben“ und musst nicht zur Arbeit erscheinen. Wie lange du krankgeschrieben bist, ist auf deiner Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vermerkt. Läuft diese ab und du bist immer noch krank, suche rechtzeitig noch einmal den Arzt auf und lasse dir eine Folgebescheinigung ausstellen. vergiss nicht, deinen Betrieb auf dem Laufenden zu halten, denn schließlich muss dort eine vertretung für deine Aufgaben organisiert werden. Übrigens: Wenn du schon vor Ablauf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wieder gesund bist, darfst du selbstverständlich wieder zur Arbeit gehen. Zwar bist du nicht dazu verpflichtet, aber einen guten Eindruck macht das schon. und vielleicht willst du ja nach Beendigung deiner Ausbildung von deinem Arbeitgeber übernommen werden? Wer wird da wohl vorgezogen: Derjenige, der bei jedem kleinen Schnupfen zu Hause geblieben ist, oder jemand, der sich stets engagiert gezeigt hat? Sorge dafür, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stets umgehend zu deinem Arbeitgeber gelangt. Du kannst sie per Post senden, persönlich überbringen oder einen Freund oder Familienmitglied bitten, das zu übernehmen. „BLAuMAcHEn“ Blaumacher sind Leute, die sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arzt erschleichen, obwohl sie gar nicht krank sind. Das ist natürlich ganz schlechter Stil und geht gar nicht. Denn damit schädigst du nicht nur deinen Arbeitgeber, sondern belastest auch deine Kollegen, die schließlich deine Aufgaben zusätzlich übernehmen müssen. und kommt so etwas mal heraus gefährdest du auch deinen Job – denn das ist Betrug. ABMAHnung Wenn du einmal etwas verbockt hast, dann wirst du normalerweise nicht gleich rausgeschmissen. Mit einer Abmahnung zeigt dir dein Arbeitgeber, dass er mit deinem Benehmen oder deiner Leistung unzufrieden ist. Sie dient dazu, dich einerseits zu rügen, räumt dir aber auf der anderen Seite gleichzeitig die Chance ein, dich zu bessern oder etwas wiedergutzumachen. Vor einer Kündigung werden im Regelfall zwei Abmahnungen ausgesprochen, die sich jeweils auf dasselbe vertragswidrige Verhalten beziehen. Falls du eine bekommen solltest, dann sprich in jedem Fall mit deinem Ausbilder und entschuldige dich. Wenn du dich ungerecht behandelt fühlen solltest, dann verfasse eine schriftliche Gegendarstellung und konsultiere den Betriebsrat. Die Abmahnung wird in deiner Personalakte festgehalten, darf aber nicht im Arbeitszeugnis stehen. Allerdings kann sie einen negativen Einfluss auf deine Verhaltens- bzw. Leistungsbewertung im Arbeitszeugnis haben. [84]

§ KündIgung Sobald du die Probezeit überstanden hast, ändert sich das Kündigungsrecht. Es wird unterschieden zwischen fristloser Kündigung, ordentlicher Kündigung und Aufhebungsvertrag. Alle drei Kündigungsarten bedürfen der schriftlichen Form. Die fristlose Kündigung kann sowohl von dir als auch vom unternehmen eingefordert werden, wenn ein gravierender Gesetzesverstoß erfolgte. Dieser liegt vor, falls du als Azubi Misshandlungen wie Beleidigung, Diskriminierung oder einen körperlichen Angriff erfährst. Seitens des Ausbildungsunternehmens ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt, wenn du stiehlst oder wiederholt absichtlich und unentschuldigt auf der Arbeit bzw. in der Schule fehlst. In der Regel wird zunächst eine Abmahnung erteilt. Eine fristlose Kündigung ist nichtig, wenn das unternehmen sich mit der Einreichung des Schriftsatzes zwei Wochen Zeit lässt. Falls du den Betrieb verlassen möchtest, weil es dir dort nicht gefällt oder dir der Beruf nicht zusagt, dann gilt eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Mit Einverständnis des Arbeitgebers kann ein Aufhebungsvertrag über das Ausbildungsverhältnis vereinbart werden. Sein Vorteil gegenüber der Kündigung ist, dass keine Frist eingehalten werden muss. Ein Aufhebungsvertrag lohnt sich nur, falls du den Ausbildungsplatz wechseln möchtest und schon eine Alternative hast. üBErBLIcK WEITErEr AzuBIrEcHTE und -PFLIcHTEn AzUBIRECHTE: | angemessene Ausbildungsvergütung: Diese richtet sich nach dem Tarifvertrag oder muss etwa 80 Prozent des eigentlichen Tarifvertrages betragen (Siehe „Ausbildungsvergütung“). | kostenlose Nutzung der Ausbildungsmittel, wie PC, Werkzeuge etc. | Freistellung von der Arbeit, um die Berufsschule zu besuchen | Ausüben von Tätigkeiten, die nur dem Ausbildungsziel dienen: Als Azubi im kaufmännischen Bereich brauchst du nicht die Büros zu putzen, während Putzarbeiten bei einer Kochlehre dazugehören. | Anspruch auf ein Arbeitszeugnis am Ende der Lehre DIESE DINGE DARF DEIN CHEF VON DIR NICHT VERLANGEN: | zu lügen bzw. Kunden oder Geschäftspartnern etwas in Bezug auf Produkte vorzugaukeln | verbotene Dinge zu tun, wie etwa Giftmüll in die Umwelt zu entlassen den Sündenbock zu spielen und | die Schuld auf dich zu nehmen deinen geplanten Urlaub zu | verschieben | krank auf Arbeit zu gehen | deine Pausen wegzulassen Infos über Mitarbeiter weiterzuleiten | AzUBIPFLICHTEN: | sich bemühen, die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren | ordnungsgemäßes und sorgfältiges Erfüllen der Aufgaben | Führen eines Berichtsheftes: Das Berichtsheft ist dein Ausbildungsnachweis. Eingetragen werden die Tätigkeiten an den einzelnen Tagen, die Stundenanzahl und der Arbeitsbereich. Nur mit einem vollständigen Berichtsheft wirst du zur Abschlussprüfung zugelassen. | Anweisungen des Ausbilders Folge leisten | am unterricht in der Berufsschule teilnehmen | Betriebsordnung einhalten, Schutzkleidung tragen und Verhaltensregeln befolgen | sorgsamer umgang mit Betriebsmitteln | Wahren von Betriebsgeheimnissen hinsichtlich Technologien oder Rezepturen [85]