Kathai Magazin 04/2019

kathai

Vor Ihnen liegt die Frühjahrs-Ausgabe des Kathai-Magazins. Information und Unterhaltung zu deutsch-chinesischen Themen auf 122 Seiten. Das sind nochmal 24 Seiten mehr als im letzten Magazin. Kathai hat nunmehr registrierte 40,000 Leser und weitere 5,000 Hefte werden auf Messen verteilt. Für chinesische Verhältnisse ist das nicht ungewöhnlich, aber als rein deutschsprachiges Magazin ein Novum. In dieser Ausgabe machen wir einen Schwenk von der Textilindustrie über die Gesundheit hin zur Food&Beverages-Industrie. Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie direkt mit einer intakten Umwelt korrelieren. Die Durchsetzung der Wasserreinhaltungsgesetze, der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Renaturierung (Phoslock, Agro-PV) haben in China an Fahrt aufgenommen. Die Zeit wird zeigen, ob die deutsche Klein- und Mittelständische Industrie daran teilhaben wird. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Werden die deutschen KMU mit der Start-Up-Kultur und der Verquickung des Lebens mit der IT in China zurechtkommen? Wir bei Kathai-Media sind da sehr zuversichtlich! Sven Tetzlaff (Asia Editor)

NDS UND CHINAS

Strecke blieb, waren eine ganze

Menge Freiheitsgrade der Bildgestaltung.

Und leider verdampfte auch

eine Menge Wissen.

Diese Freiheitsgrade sind in der

Reportage weitgehend unwichtig. Folgerichtig

befreiten sich die

Redaktionen von ihren Fotografen

und setzten auf die Euphemismen

„Bürgerbeteiligung“ und „Smartphone-Fotografie“

– ist billiger und

schneller. Denn nur dies zählt,

besonders dann, wenn auch das

Medium vom Papier zu Online diffundiert.

Es geht gar nicht mehr um das

„richtige“ Bild, sondern um die Garnierung

eines Textes – und oft um

schlichtes Clickbait.

Doch es verging nur wenig Zeit, bis

zuerst den Fotoenthusiasten aufging,

dass mit der Digitaltechnik, den

schrumpfenden Formaten und den

abnehmenden Freiheitsgraden, die

Austauschbarkeit enorm zunahm. Die

allgegenwärtigen Bilderhalden des

Internets zeigen jedem, der es sehen

will, die geringe Vielfalt der Digitalfotografie

allerorten. Die digitale

Fotografie ist nur 10 Jahre alt, und

die Sättigung des Marktes ist

erreicht. Die CIPA-Daten sprechen

eine eindeutige Sprache. Die

Taschenkamera hat die „Documentary

Photography“ in die Agonie verabschiedet.

Jederzeit wird überall und

ohne Hemmungen dokumentiert, was

die Umgebung (und man selbst) gerade

tut. Und selbstredend wird diese

Information – soweit sie überhaupt

eine ist – sofort millionenfach geteilt.

Es liegt eine gewisse Ironie darin,

dass ausgerechnet die analoge Fotografie,

mit all ihrer Behäbigkeit, den

hohen Kosten, den komplizierten und

raumgreifenden Prozessen und ihren

z.T. angejahrten Geräten, plötzlich

genau diese Möglichkeit zur Individualität

bietet, die sich die Digitaltechnik

voreilig herausgemendelt

hat. Der Wunsch nach „Uniqueness“,

nach Individualität und die pure

Freude am Selbermachen, hat der

analogen Fotografie unversehens zu

der aktuellen Position in der „Contemporary

Photography“ verholfen.

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