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91. Spengler Cup Davos - Jahrbuch 2017 (30-er Jahre)

Spengler Cup Davos 2017 : Einziger Fixpunkt im Leben Er ging durch die Eishockey-Schule und wurde Rockstar. Bastian Baker führt ein Leben auf der Überholspur. Nur einmal im Jahr steht er auf Bremsklötzen: für den Spengler Cup. Er ist mal in Amsterdam, dann wieder in Madrid und seit 2017 auch sehr oft in Amerika. Nur in einer Woche im Jahr weiss er ganz genau, was er macht: Zwischen Weihnachten und Neujahr frönt der Schweizer Musiker Bastian Baker dem Spengler Cup. Frühmorgens Eishockey Wacht Bastian Baker morgens auf, checkt er als Erstes die Eishockey-Resultate. 13 Jahre lang stand er selbst auf dem Eis. Lausanne wollte ihn 2010 als Profi verpflichten. Gleichzeitig hatte Baker seine erste Single veröffentlicht. Er entschied sich gegen das harte Sportlerleben und widmete sich fortan der Musik. Doch er spürte schnell: Eishockey war seine Lebensschule und Teil seines heutigen Erfolges. Baker ist froh, dass er sich Pünktlichkeit und das « hart an sich arbeiten » im Sport angeeignet hatte: « Von der Teamarbeit im Sport bin ich noch heute fasziniert. Den Spirit und die Leidenschaft eines gut funktionierenden Teams lebe ich auch in meiner Band. Jedes einzelne Mitglied ist Teil von etwas Grossem.» Im Gegensatz zur Musik wurde Bastian Baker der Sport quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Bruno Kaltenbacher war zwölf Jahre lang Eishockey-Profi, spielte in der Nationalliga A bei Ambrì-Piotta, Biel und Fribourg-Gottéron. Seine Mutter Magali war Lehrerin und spielte Volleyball. Die Musik spielte in der Familie – Baker wuchs mit seinen Geschwistern Margaux und Marine auf – eine Nebenrolle. Nur zur Unterhaltung der Kollegen spielte sein Vater ab und an Gitarre. Seine Mutter nahm zwar Gitarrenunterricht, war aber zu schüchtern, um zu spielen. Mit 13 sagte Baker zu seiner Mutter: « Ich werde Rockstar.» Dafür hielt sie ihn für zu wenig verrückt. Die Stimmung auskosten Bastian Baker verbringt viel Zeit mit seiner Band, lebt monatelang in Hotelzimmern. Seit sechs Jahren ist er nun so unterwegs und begeistert seither in Dubai ebenso wie in Davos. Bei der Arbeit bricht seine Sportlermentalität durch. Er gibt sich nie zufrieden, will 100 Prozent und mehr. Dabei erkennt er durchwegs Parallelen zwischen Sport und Showbusiness. Sowohl in der Musik als auch im Eishockey wird monatelang an einem Ziel gearbeitet, sei es der neue Song oder der Meistertitel. « Zudem versuche ich, wie die Eishockeyaner, Menschen in eine gute Stimmung zu versetzen. Dass mir dies so gut gelingt, erachte ich als grosses Geschenk.» Bastian Baker kostet seine Konzerte aus. Dennoch fehlen ihm manchmal die Emotionen des Eishockeys: « Diese sind noch stärker als in der Musik.» Spektakel, Tore und Schlägereien Bastian Baker mag am Eishockey Spektakel, Tore und Schlägereien. Am Spengler Cup begeistern ihn schnell geführte Partien mit klugen Spielzügen, die Fans und die « supercoole » Stimmung. Die Fernsehübertragungen waren seit jeher Pflicht. Bis er dann 2013 zusammen mit drei Kollegen entschied, den Spengler Cup live zu erleben. Seither wird die Gruppe Baker in Davos immer grösser: « Jedes Mal, wenn ich von diesem Spektakel erzähle, schliessen sich weitere Kollegen an.» Die Emotionen des Eishockeys mit Niederlagen und Siegen waren für Baker prägend: « Ich erinnere mich noch gut daran, als wir nach sechsstündiger Anreise mit Lausannes Elite-Junioren in Davos gewannen: Wir fühlten uns wie Weltmeister.» Baker ist ein Winner-Typ: « Ich will überall siegen, auch wenn ich Pingpong spiele.» : Bastian Baker: « Wenn ich morgens aufwache, checke ich als Erstes die Eishockey-Resultate. Mit der Mütze ins Partyleben Spengler Cup bedeutet für den Romand wie für viele andere Fans nicht ausschliesslich Sport, sondern auch Partyleben. Dafür zieht der Musiker seine Mütze tief ins Gesicht. Erkannt wird er kaum. Auch wenn er in Zukunft noch mehr Zeit in gute Musik investieren möchte, ist für ihn klar: « Ich komme wieder zum Spengler Cup zurück.»

: Bastian Baker freut sich, den Spengler Cup in den Händen halten zu dürfen.