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91. Spengler Cup Davos - Jahrbuch 2017 (30-er Jahre)

: Bibi Torriani, Mike

: Bibi Torriani, Mike Matthew Buckna, Josef Maleček

SIEGER VON DAMALS 61 : Mit Bibi Torriani in Annapolis Mario Torriani blickt auf den Siegelring mit den Initialen RT am Ringfinger seiner rechten Hand. Einer seiner vielen Erinnerungen an seinen Grossvater Richard « Bibi » Torriani – dem ersten Sportidol der Schweiz. Mario Torriani ging noch mit seinem Grossvater Bibi aufs Eis. Spasseshalber. Er spielte nie in einem Club und war somit der Erste der Familie, der die Eishockey-Tradition nicht fortführte. « Das Eishockey-Spielen hat sich für mich im Berner Seeland, wo ich aufwuchs, irgendwie nie ergeben. Aber wenn der Hockey Club Davos in Biel gespielt hat, war ich als Jugendlicher meist im Stadion dabei. Mit Hockey Club Davos-Mütze und -Schal inmitten der Biel-Fans – das war nicht immer einfach », so der Enkel des Eishockey-Stürmers. Doch auch Mario Torriani ist sportbegeistert und ein leidenschaftlicher Jogger sowie gelegentlicher Schwimmer. Er denke gerne an seinen Grossvater und bewundere ihn für seine sportlichen Leistungen, aber vor allem als Mensch. Ein Sturm wie die Schweizer Uhren 1933 jubelte Bibi Torriani nach dem 1 : 0-Treffer im Finalspiel gegen Rapid Paris. Dieser bedeutete den Gewinn des Spengler Cup-Pokals und damit den zweiten Spengler Cup-Sieg des Hockey Club Davos in der elften Austragung. Es war gleichzeitig die Geburtsstunde des « ni »-Sturmes, dem neben Torriani die Brüder Hans und Ferdinand « Pic » Cattini angehörten. Der Begriff « ni »-Sturm rührte von der gemeinsamen Endsilbe « ni » der Familiennamen der drei Spieler her. Der « ni »-Sturm galt etwa anderthalb Jahrzehnte lang als die Paradelinie des Hockey Club Davos und der Schweizer Nationalmannschaft. Als Spieler der Davoser errang Bibi Torriani zwischen 1930 und 1950 18 Schweizer-Meister-Titel. Als seine grossen Lehrmeister bezeichnete der erfolgreichste europäische Stürmer der 1930er- und 40er-Jahre die Kanadier, die jedes Jahr gegen den Hockey Club Davos antraten. Dank dieses Anschauungsunterrichts : Bibi Torriani besuchte auch nach seiner Karriere gerne die Eishockey-Spiele des Hockey Club Davos. Hier 1973 mit Hund Lexi auf der Aussentribüne des Eisstadions Davos. fand er zum ausgeklügelten Spiel des « ni »-Sturmes. Von den ausländischen Mannschaften wurde dieser gerne mit der Präzision der Schweizer Uhren verglichen. Ein Turnier mit Weltruf Bibi Torriani war immer ein sehr ruhiger, geerdeter Typ. Doch auf dem Eis konnte er explodieren. Zum Beispiel beim Spengler Cup, den er so sehr mochte. Auch sein Enkel lässt sich gerne vom Traditionsturnier begeistern. Er verfolgt es immer, sei es über die Beiträge im Radio oder Fernsehen oder auch vor Ort, was in letzter Zeit leider zu selten der Fall war: « Dabei habe ich noch keine Minute bereut, die ich für das Turnier aufgewendet habe. Der Spengler Cup ist ein toller Event, dessen Weltruf nicht von ungefähr kommt.» In 111 Länderspielen erzielte Bibi Torriani 105 Tore. Der Beginn und zugleich ein Highlight in seiner Nationalmannschaftskarriere waren die Olympischen Winterspiele 1928 in St. Moritz, als er als 17-Jähriger alle Tore der Schweizer Nationalmannschaft erzielte und damit entscheidend zum Gewinn der Bronzemedaille beitrug. Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 1948 in St. Moritz sprach Torriani den olympischen Eid. Masseur und Trainer Nach Abschluss seiner Eishockey-Karriere war er Trainer beim Hockey Club Davos und EHC Visp, mit dem er 1962 den Schweizer-Meister-Titel gewann, sowie Nationaltrainer der Schweiz und Italiens. In den Sommermonaten arbeitete er wie bereits während seiner Eishockey-Karriere im « Quellenhof » in Bad