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Katalog-Fries_Galerie_Fach

36 Römische Villa,

36 Römische Villa, 1826/1833. Bleistift, blau, grau und braun aquarelliert, mit schwarzer Feder umrandet, auf chamoisfarbenem Bütten mit Wasserzeichen: Figur (vermutl. Van der Ley, ähnlich Heawood 1364), rechts unten bezeichnet und datiert „Rom d 11tn April 1826.-“, nochmals datiert unserer Meinung nach „15 Feb. 33.“. 30,8:39 cm. – Leicht verblichen. Provenienz: Privatbesitz München. Bei der Nummer „372“ verso handelt es sich um eine anderweitige Inventar-Nummer. Im Nachlaßverzeichnis ist unter 219 B „Rom, bei Sebastiano“, datiert 11. April 1826, ausgewiesen und mit 3 Florint taxiert, was dem Ort und der Aufbereitung der Zeichnung entspricht. Fries war von Januar bis Mitte April 1826 in Rom und der Campagna tätig und es sind zahlreiche Zeichnungen entstanden. Die Kaiserforen, das Forum Romanum, der Tempel der Minerva Medica, die aurelianische Stadtmauer an der Porta S. Giovanni und der Monte Testaccio ziehen seine Aufmerksamkeit an. Er zeichnet und aquarelliert an der Via appia antica, an der Via Nomentana und an der Acqua acetosa. Im vorliegenden Fall hat Fries eine Bleistiftzeichnung, die am 11. April 1826 entstanden war, im Februar 1833 wieder zur Hand genommen und aquarelliert. Vermutlich plante er, sie zu einem späteren Zeitpunkt als Vorlage für ein Gemälde zu nutzen. Es ist belegt, daß sich Fries gegen das Jahresende 1832 und im Frühjahr 1833 mit Vorbereitungen zu Gemälden beschäftigt hat. „Gegen das Jahresende 1832 und bis zum Frühjahr 1833 scheint er sich mit der Vorbereitung zu Gemälden zu beschäftigen. Skizzen, Studien, Kartons und schließlich Gemälde nehmen einen stattlichen Umfang an“. (Wechssler, S. 49). Zu den Zeichnungen bis zum Ende des Romaufenthaltes Ende Mai 1827 äußert sich Wechssler (S. 45/46) wie folgt: „Das letzte Jahr in Italien ist gekennzeichnet durch intensives Zeichnen und Aquarellieren beliebter, mehr konventioneller Ansichten italienischer Landschaften und Bauten, von denen sich Fries nach Ausarbeiten zu Gemälden gute Verdienstmöglichkeiten verspricht. Die exakte Wiedergabe der Realität paart sich mit den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten des Graphits. Dazu kommen noch Einzelstudien von Felsformationen und Bäumen, die für Fries von besonderem Interesse sind ....“. „Fries nimmt auf der Rückreise nach Heidelberg nicht nur eine prall gefüllte Mappe mit Zeichnungen mit, sondern er hat in Italien auch seinen persönlichen Stil gefunden“. 86

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