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satellit EMPFANG + TECHNIK Sky-Kartentausch (Vorschau)

4.2014 Empfehlung der

4.2014 Empfehlung der Redaktion www.satdigital.de Schwaiger SF9002: Cleverer SAT Finder Es gibt genügend Argumente zum Kauf eines Messempfängers zur Einrichtung einer Sat-Anlage. Wer sich einmal dafür entschieden hat, kann aus einer großen Zahl an Geräten wählen. Schwaiger bietet mit dem SF9002 einen besonders einfach zu bedienenden Sat-Finder an. Zumindest hochwertigere Geräte verfügen in aller Regel über ein LCD-Display und ein Tastenfeld zur bequemen Bedienung. So lassen sich die einzelnen Funktionen aufrufen, Satelliten und Transponder auswählen oder auch je nach Gerät ein Spektrum aufrufen. All das bietet das Messgerät von Schwaiger nicht. Ganz im Gegenteil: gerade einmal zwei Tasten erlauben die komplette Steuerung des ungewöhnlichen Gerätes und auch ein LCD-Display sucht der Käufer des immerhin 199 Euro (UVP) teuren Sat Finders HD. Alles deutet also auf ein schlichtes Gerät mit eingeschränkter Funktionalität hin. Aber weit gefehlt: Der SF9002 lässt im direkten Vergleich so manchen anderen Messempfänger auf halber Strecke stehen, wenn man eher an exakter Positionsermittlung als an umfangreichen Anzeigen und Spielereien interessiert ist. Ausrichtung Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie richten eine Sat- Anlage mit dem Messempfänger auf die gewünschte Position ein, wundern sich aber, dass die Empfangswerte unter den Erwartungen zurück bleiben? Ein genaueres Nachschauen offenbart dann den Fehler: Die Antenne wurde auf einen falschen Satelliten ausgerichtet, der zufällig den angepeilten Transponder ebenfalls nutzt. Zwar verfügen viele Geräte noch über eine NIT-Anzeige, aber die kann man schon mal im Eifer des Gefechtes übersehen. Das Gerät von Schwaiger hingegen geht eine völlig andere Richtung. Statt eines LCD-Displays ist das Gehäuse geradezu durchlöchert und mit Leuchtdioden ausgestattet. Diese zeigen auf der rechten Seite den Level und die Empfangsqualität (BER-Auswertung) mit jeweils 8 ausgesprochen hellen gelben LEDs an, die locker auch Nachts als Taschenlampe fungieren könnten. Links daneben sind die wichtigsten Sat-Positionen für Europa hinterlegt. Diese reichen von Hispasat im Westen bis hin zu Express AM 22 im Osten. Insgesamt 18 Positionen kennt der Sat Finder und ist damit für die allermeisten Aufgaben in Mitteleuropa gut ausgerüstet. Bedienung Simpler kann man ein Messgerät eigentlich nicht bedienen: Einschalten, Kabel mit dem LNB verbinden und die Antenne drehen. Sobald eine ausreichend starke Position gefunden ist, zeigt das Messgerät bei der Level-Anzeige eine Reaktion. Nun dauert es nur ein paar Sekunden, bis die Quality-Anzeige ebenfalls anspringt. Zudem beginnt eine der grünen LEDs bei den Positionen zu blinken. Leuchtet diese dann dauerhaft, wurde die Position vom Gerät bestätigt. Der Nutzer braucht nun nur zu schauen, ob es sich beim gefundenen Satelliten um die gewünschte Position handelt. Ist dies nicht der Fall, dreht dieser die Anten- Bilder: Auerbach Verlag 62 4.2014 | Test

Schwaiger SF9002 im Praxisbetrieb Ist eine Position korrekt ermittelt, leuchtet links die Grüne LED dauerhaft. Rechts zeigen die gelben LED-Balken den Level und die Signalqualität Die Wärmebildaufnahme bestätigt unseren Eindruck: der Messempfänger erwärmt sich mit rund 50 Grad Celsius relativ stark auf der ganzen Fläche ne einfach weiter in die passende Richtung, bis der gewünschte Satellit gefunden wurde. Anschließend bedarf es nur noch einer Feinabstimmung mit dem Gerät, die dank senkbarer Empfindlichkeit aber auch bei starken Satelliten problemlos durchzuführen ist. Elevation vorab ermitteln Von Vorteil ist es natürlich, die Anlage zuvor vertikal auszurichten. Diverse Tabellen im Internet oder auch Smartphone-App‘s ermöglichen dabei die Ermittlung der nötigen vertikalen Ausrichtung am Aufstellort für die gewünschte Position. Auch mit dem Messempfänger selber ist eine Ausrichtung möglich. Hierzu wird die Antenne soweit geneigt bis ein bis zwei LEDs der Level-Anzeige aufleuchten. Anschließend kann die Ausrichtung beginnen. Ein genügend starkes Signal liegt vor, wenn mindesten 3 LEDs der Level-Anzeige aufleuchten. In der Praxis Natürlich wollten wir die korrekte Funktion des Gerätes testen und haben den Messempfänger mit einem freien LNB-Ausgang einer unserer Drehanlagen verbunden. Anschließend sind wir verschiedene Positionen angefahren und haben jeweils die Reaktion des Messempfängers geprüft. Das Ergebnis war überzeugend: Alle Satellitenpositionen wurden korrekt analysiert und vom Gerät ermittelt. Noch nie war es so einfach, den gerade ermittelten Satelliten zu ermitteln. Auch die Zusammenarbeit mit DiSEqC ist möglich. Unterstützt werden dabei Monoblock-LNBs und Multifeed-Anlagen nach dem DisEqC-Standard 1.0 und somit vier Positionen. Die Umschaltung wird dabei am Gerät mit der Taste „A“ vorgenommen. Diese Taste ermöglicht daneben auch die Vorauswahl der eng beieinander liegenden westlichen Satelliten Eutelsat 8 (8 Grad West), Nilesat (7 Grad West), Eutelsat 5 (5 Grad West) und schließlich Amos (4 Grad West). Die ebenfalls vorhandene Taste „B“ dient in erster Linie der schon erwähnten zuschaltbaren Signaldämpfung um -5 dB oder -10 dB sowie in Kombination mit Taste „A“ zum Reset des Gerätes. Der Sat Finder selber ist in einem robusten schwarzen Gehäuse untergebracht. Dieses ist zudem spritzwassergeschützt nach IP54. Einen sehr wertigen Eindruck machte das mitgelieferte Messkabel, welches zur schnellen Montage am Messempfänger mit einem aufschraubbaren BNC-Adapter ausgeliefert wird. Das Kabel selber ist angenehm flexibel und verfügt über vergoldete F-Stecker. Der integrierte Akku ist ein moderner Lithium-Polymer-Akkumulator ohne Memory-Effekt. Das ist praktisch, denn damit ist ein vorausschauendes Laden auch bei noch halbvollem Akku kein Problem. Auch ein 12-Volt-KFZ-Adapter für den Zigarettenanzünder liegt dem Gerät bei. Update via USB Eingefleischte Sat-Nutzer wissen natürlich, dass sich hin und wieder Frequenzbelegungen auf den einzelnen Positionen ändern. Das kann natürlich die Funktion des Gerätes beeinträchtigen, da im „inneren“ auf ganz normale Transponderlisten zurückgegriffen wird. Um das Gerät stets auf dem aktuellen Stand zu halten, hat Schwaiger eine USB-Buchse integriert, die den Anschluss an einen normalen Windows-PC erlaubt. Hierüber können die Listen und auch die Firmware des Gerätes mittesl eines speziellen Updateprogramms aktualisiert werden. Fazit Noch nie war es so einfach, eine Sat-Position schnell und korrekt zu ermitteln. Das Gerät hat seine Arbeit im Test ausgezeichnet gemacht und konnte die Redaktion überzeugen. Allerdings haben wir dennoch einen kleinen Kritikpunkt: Es gibt keine akustische Signalisierung, wenn eine Position gefunden wurde. Ansonsten aber ein tolles Gerät – allerdings auch mit einem verhältnismäßig hohem Preis. MIKE BAUERFEIND Details Hersteller Schwaiger Modell SF9002 Preis/Straßenpreis 199 €/175 € Größe (B/H/T) 92 × 165 × 27 mm Gewicht 0,35 kg Info www.schwaiger.de Vor-/Nachteile + gute Satellitenerkennung + robustes Gehäuse – keine akustische Signalstärke – relativ starke Erwärmung www.satdigital.de 63