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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj Habe ich meine Geburt und meine Eltern als solche erfahren? Nein – daher wies ich sie zurück. Im Verlauf dieses Prozesses begann ich mein eigenes Dasein zu untersuchen, es war ein temporärer Zustand, daher legte ich ihn beiseite. Jetzt bin ich frei von Furcht, da ich weiß, dass dieser Zustand verschwinden wird. Ich habe keinerlei Furcht vor meinem Dasein, weil ich dasselbe erfahre (das Verschwinden des Daseins). Aufgrund von Konzepten habe ich mich selbst als eine Persönlichkeit verstanden und aufgrund dieses konzeptuellen Zustandes musste mein wahrer Zustand leiden. So wie ich Sie ermahne, so höre ich auf meine Freunde. Ihre Gedanken sprechen zu mir; es tauchen da sogar Visionen auf. Ich sage ihnen, dass sie still sein sollen. Ich ermahne die Gedanken und Visionen! Wird irgendjemand denn mit seinen Gedanken streiten wollen? Sobald man diese fremden, abseitigen Gedanken beiseitelegt, beginnt das Selbst sich zu verbreiten und Erkenntnis zu übermitteln. Dann ist es das verwirklichte Prinzip, welches als einziges da ist, welches nie erschaffen wurde, sich aber wie etwas Erschaffenes verhält. Wer beobachtet oder bezeugt dann noch? „Ich das Absolute“. Wo es keine Gedanken gibt, gibt es keine Furcht – dann sprießt das Selbst. Was habe ich in der Abwesenheit des Daseins getan? Was haben meine ungeborenen Kinder getan? Dasselbe, was ich auch vor dem Auftauchen dieses Daseins getan habe. Welt, Gemüt und alles sind raumgreifend – woher kam dieses Unheil beim Erscheinen des Daseins? Daher muss ich die Ursache der Probleme erforschen, die im Dasein besteht. Erforschen Sie nicht die Welt, sondern denken Sie darüber nach, wie es kam, dass Sie in diesen Körperkomplex geraten sind. Der Körper verdirbt, aber was ist mir geschehen? Denn dieses Sein, welches Ihnen keinerlei Antwort schuldig ist, ist vollkommen, während jede Antwort, die Sie erhalten mögen, falsch ist. Wenn ich an diese Welt denke, dann weshalb sollte ich nicht all diese Fragen stellen noch bevor irgendeiner Bewusstheit von allem? Wenn ich diese Frage angehe - muss ich dann untersuchen, was dieses Prinzip des „Ich bin“ ist? Ich würde es lieber haben, mit diesem 20

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj Kind spielen zu gehen, denn das ewigliche Parabrahman und die ungeborenen Kinder sind ein und dasselbe. Sie suchen nach Wissen. Was meinen Sie eigentlich damit? Halten Sie einfach nur an dem Prinzip fest, welches Gedanken versteht und erkennt und seien Sie still. Was sind Sie denn, wenn Sie einmal an sich selbst denken? Erforschen Sie dies. Vergessen Sie, wer wen quält. Festigen Sie sich selbst in dem, was Sie als Ihr ureigenes „Ich bin“ wahrnehmen können. Was sind Sie? Für das Erforschen der Probleme der manifestierten Welt ist immer noch Zeit. Eine korrekte Antwort auf die Frage „Wer sind Sie?“ gibt es nicht; keine Antwort ist genau die richtige Antwort; jede Antwort, die Sie erhalten, ist vergänglich. Dieses ewige, ungeborene Prinzip, welches der Geburt beschuldigt wurde, spricht jetzt. „Ich fühle mich schuldig.“ Welche Schuld auch immer Sie auf sich nehmen – die müssen Sie dann auch erleiden. In einem Land, welches nie gekannt wurde, geschieht ein Raub. Die Polizei dort verhaftet sie. Wenn Sie Ihre Schuld akzeptieren, dann müssen Sie vielleicht lebenslang leiden. Ich dagegen akzeptiere das Urteil nicht – ich habe diesen Ort niemals besucht. Ich bin kein Räuber. Ich plädiere dafür, dass „meine einzige Schuld darin bestanden hat zu akzeptieren, dass ich geboren wurde“. Geben Sie's auf! Ich wurde nicht aus mir selbst heraus und mit vollem Wissen darum geboren – ich hatte überhaupt kein Wissen über mein Dasein. Das Absolute besitzt keinerlei Grenzen – es ist ungeboren. Vor meinem Erscheinen (Dasein) habe ich niemals wahrgenommen, dass ich war – woher sollte also der Grund dafür kommen, mich schuldig zu fühlen? Wenn Sie Weisheit hätten, würden Sie das Dasein zurückweisen. „Kein Körper“ bedeutet kein Kennen von etwas, kein Bewusstsein und im ursprünglichen Zustand sind die fünf Elemente und die drei gunas abwesend. Derjenige, der aufnehmen und annehmen kann, was ich jetzt sage, hat keinen Grund dafür, unglücklich zu sein. Die Welt ist voll von emotionalem Unglücklichsein. Der Wurm tritt aus der zersetzten Nahrung hervor. Ich bin dieser Wurm nicht, obwohl ich aus Nahrung gemacht bin, denn Dasein ist das Ergebnis der Nahrung. Um das Selbst zu realisieren, halten Sie an der Erkenntnis fest, dass „Sie sind“. Tun Sie das zu Füßen Ihres 21