Aufrufe
vor 2 Wochen

Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj M.: Verwirklichung hat keine Farbe, keine Gestalt; Ihre wahre Identität hat keine Farbe, keine Gestalt. Dieses Prinzip wird vom Verstand nicht verstanden. Aufgrund der fünf Elemente leidet die Schöpfung. Ohne die Einverleibung der Nahrung existiert die Möglichkeit nicht, „Ich bin“ zu sagen; aus der Essenz der Erde heraus sprießt die Vegetation, und aus diesem heraus sprießt das „Ich bin“. Realisieren Sie dies ohne Ihr Augenlicht und ohne den Intellekt. Dieses Prinzip weint, lacht und genießt gern, aber Sie sind nicht das – erkennen Sie dies einfach nur. Werden Sie eins mit dem „Ich bin“ - dann können Sie es transzendieren, dann ist „Ich bin das Absolute“ nicht das „Ich bin“. Betrachten Sie es (“Ich bin”) als Schicksal 22. Dezember 1979 Maharaj: Das „Ich bin“ führt Sie von der Realität weg. Um erkennen zu können, dürfen Sie den Körper nicht für sich selbst halten – kein Körper, kein Name. Versuchen Sie einfach nur zu sein – das ist Ihre wahres Selbst. Wenn Sie in diesem Moment einmal sich selbst nicht als Körper und Name betrachten – können Sie sich dann noch beschreiben? Dieser Körper ist aufgrund der fünf Elemente da. Es sind die Worte, die strömen, und Sie sagen dann: „mein Verstand“. Dieser Körper und der Verstand sind nicht Sie; das ist aufgrund der fünf Elemente, der drei gunas und Purusha und Prakriti. Zusammen sind es zehn, und mit dem Auftauchen dieser Zehn entsteht auch Ihr Dasein, das Wissen, dass „Sie sind“, aber sie sind nicht diese Zehn. Die fünf Elemente machen den Körper aus, während die drei gunas die Aktivität ermöglichen. Wenn Sie wissen, dass sie existieren und von ihnen getrennt sind, verlieren Sie Körper und Verstand. Besucher: Wenn da kein Körper und Verstand mehr ist, ist man dann alles? M.: Sich selbst für die „Ich bin-heit“ (als individuelles Wesen) zu halten bedeutet Elend; ist dies dann fort, sind Sie allesdurchdringend und nicht auf den Körper beschränkt. 38

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj B.: Ist keine Mühe nötig, um dies zu verstehen? M.: Keine Mühe. Jedoch können Sie aufgrund Ihrer Neigungen nicht ohne Bemühung sein. Wo ist Bemühung erforderlich? Sie wissen, dass „Sie sind“. Sie nehmen Nahrung zur Erhaltung des Körpers und seiner Aktivitäten zu sich und gelangen daher zu dem Wissen, dass „ich bin“ das Elend ist. Der Ernährungszyklus geht jedoch immer weiter und damit unbewusst auch seine Wirkung, auch wenn Sie dies vielleicht nicht wollen. Dieses Dasein ist aufgrund der fünf Elemente da – Sie haben darüber keine Kontrolle, obwohl Sie Nahrung zu sich nehmen, um „zu sein“. Das Dasein entsteht spontan und geht auch spontan. Sie schützen es jedoch und daher fährt es fort zu sein. Wie ist dieses Dasein aufgetaucht? Dies hier ist unbewusst aufgetaucht – haben Sie etwa irgendeine Anstrengung dazu unternommen? Was sind Sie demnach? Wegen der fünf Elemente wissen Sie, dass „Sie sind“; ohne sie sind Sie nicht. Was sind Sie also? Nehmen Sie sich für den Moment für das Dasein; trennen Sie es nicht von der Welt. Sie, das Dasein und die Welt sind eins, aber Sie sind nicht der Körper – Sie sind da aufgrund Ihres Daseins (sattva). Wenn dieses geht, geht die Welt. B.: Habe ich die Welt erschaffen? M.: Ja, so unbewusst, wie Sie sie erschaffen haben, so unbewusst und mühelos wird sie gehen; beides ist simultan – mit dem Dasein gibt es auch die Welt. Dieses Dasein selbst ist der „Bhagvan“, der Gott. Weshalb wollen Sie sich bemühen? Weshalb? Es ist wegen Maya, der primären Illusion. Ihre Liebe für sich selbst ist Maya und folglich sind es auch alle Aktivitäten. Die Tätigkeiten finden nur deshalb statt, weil Sie wissen, dass „Sie sind“ - das ist in sich selbst Maya, Selbstliebe. B.: Was ist der Unterschied zwischen den Aktivitäten eines unwissenden Menschen und denen des Weisen? M.: Im Falle des Unwissenden ist der motivierende Faktor die Selbstliebe, während es im Falle des Jnani in Abwesenheit der Selbstliebe, von Maya oder der Wahrnehmung des „Ich bin“ keine Welt gibt. Der Jnani, der die Realität kennt, sieht die Welt als eine zwecklose Illusion, das ist alles. Für einen Jnani hat Wissen keine Form und keinen Namen, während der Unwissende sich 39