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Made in Verden

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Fotoquelle: Niedersachsenhof Fotoquelle: Focke & Co Das Hotel Niedersachsenhof stellt seinen Ausbildenden „Azubi-Cars" zur Verfügung Ist es schon ein Erfolg, wenn die Unternehmen sagen, dass es heute länger dauert, Fachkräfte zu finden und offene Stellen zu besetzen, dass es aber „noch geht“? Wie ernst die Lage in den Unternehmen wirklich ist, zeigt der Erfolg des Azubi-Speed Datings, das 2016 zum dritten Mal in der Agentur für Arbeit an der Lindhooper Straße stattgefunden hat und auch in den kommenden Jahren wiederholt wird. „Viele Unternehmen kommen schon im Sommer auf uns zu und melden sich für das kommende Jahr an“, so Janina Kastens, Teamleiterin des Arbeitgeber-Services in der Arbeitsagentur. 2016 waren zum Zeitpunkt der Veranstaltung Ende Mai noch 100 Ausbildungsplätze in 26 Betrieben zu vergeben – bei rund 500 Schulabgängern der Schulen im Stadtgebiet – den gymnasialen Zweig der berufsbildenden Schulen nicht eingeschlossen – diesen Sommer eine ganze Menge. „Vor dem Azubi-Speed Dating finden bereits an jeder zweiten Abgangsschule Ausbildungsbörsen statt, die größte an der BBS“, sagt Siegfried Deutsch. Dass man auch außerhalb der fest eingefahrenen Strukturen eines Bewerbungsprozesses an gute Mitarbeiter kommt, ist hinreichend bekannt. Dass heute aber oft der Bewerber und nicht das Unternehmen die Qual der Wahl hat, ist relativ neu. Norbert Matschiner ist Personalleiter bei Frerichs Glas, er ist für das Unternehmen beim Azubi-Speed Dating vor Ort. „Vom demografischen Wandel merken wir bisher nicht viel, außer, dass es länger als früher dauert, eine freie Stelle zu besetzen“, sagt er. Frerichs Glas verfolgt eine nachhaltige Personalpolitik, sie stellen „auf Vorrat“ ein. Denn braucht man einen Mitarbeiter vielleicht nicht zum aktuellen, dann aber auf jeden Fall zu einem späteren Zeitpunkt. So vermeidet man Engpässe und wenn dazu auch noch ausgebildet wird, ist die Gefahr des internen Fachkräftemangels fürs erste gebannt. Lucienne Köpken von NORKA aus Dörverden erzählt, dass sie 2016 einen Auszubildenden hatten, der aber kurzfristig abgesprungen ist, weil er ein besseres Angebot bekommen hat. „Das zeigt sehr gut die Lage. Bewerber haben viel Auswahl und die Unternehmen stechen sich gegenseitig aus.“ Im Elektronikbereich kann der Betrieb alle Stellen besetzen, schwerer ist es im Metall-Bereich. Dort werden Auszubildende zum Werkzeugmechaniker gesucht. „Aber die Leute wollen sich nicht mehr so gerne schmutzig machen bei der Arbeit“, sagt Lucienne Köpken und zuckt mit den Schultern. Langjährige Erfahrung · Zuverlässig · Flexibel Unsere Leistungen Jahresabschluss Ihres Betriebes nebst betrieblicher Steuererklärungen Laufende Finanzbuchhaltung für Ihre selbständige Tätigkeit Betriebswirtschaftliche Beratung Unterstützende Begleitung bei Bankgesprächen Laufende Lohn- und Gehaltsabrechnung Ihrer Arbeitnehmer Gestaltungsberatung und Steueroptimierung Erstellung von Einkommensteuererklärungen Teilnahme an Betriebsprüfungen Durchführung von außergerichtlichen und gerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren Existenzgründungsberatung Unternehmensnachfolgeberatung Testamentsvollstreckungen Bernhard Kämpfert STEUERBERATER Anita-Augspurg-Platz 1 | 27283 Verden | Telefon: 04231 98460 | www.stb-kaempfert.de | E-Mail: info@stb-kaempfert.de 24 Made in Verden

Das Unternehmen FOCKE & CO betreibt ein eigenes Ausbildungszentrum und setzt auf individuelle Förderung. „Für die Jugendlichen ist das Speed Dating eine entspanntere Situation als ein Bewerbungsgespräch“, sagt Imke Thielker. „Es geht in erster Linie darum, zu gucken, ob die Chemie stimmt – von beiden Seiten“, fügt Lars Spieker, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden hinzu. „Arbeitsverträge werden hier noch nicht geschlossen, aber es werden Kontakte geknüpft und ein erstes Kennenlernen findet statt. Stimmt der erste Eindruck, wird ein Anschlusstermin vereinbart, bei dem es dann konkret um eine Anstellung geht.“ Die tatsächliche Zahl der offenen Stellen zu erfassen, ist schwierig, weiß Siegfried Deutsch. „Da können fünf Plätze in einem Unternehmen sein, aber die werden nicht der Agentur für Arbeit gemeldet.“ Suchende haben heute viele Möglichkeiten, sich über ausgeschriebene Stellen zu informieren und in je mehr Portalen ein Betrieb seine Vakanzen platziert, desto größer ist die Chance, einen passenden Kandidaten zu finden. Neben der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden betreibt der Landkreis die Website www.ausbildung-verden.de. Dort können Interessierte Praktikumsplätze, Ausbildungsplätze, Angebote für ein Duales Studium und regionale Stellen für Absolventen und Facharbeiter finden. „Der Druck auf den Arbeitgeber, sich kreativ zu bewegen, wächst“, sagt Siegfried Deutsch. „Ab einer bestimmten Unternehmensgröße bieten Betriebe die Möglichkeit eines dualen Studiums an. Auch die Bereitschaft der Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter mit flexibleren Arbeitszeitmodellen zu locken und zu halten, ist größer geworden.“ Familienfreundlichkeit ist ein zentraler Punkt, um vor allem Frauen als Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. In Verden gibt es nur ein Unternehmen, das eine eigene Kinderkrippe betreibt, der Rest ist auf städtische und private Einrichtungen angewiesen. „Damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie funktioniert, muss die Kinderbetreuung verlässlich sein“, sagt Lutz Brockmann. „Und wenn Sie fragen, wo die Gewerbesteuereinnahmen hinfließen – ein großer Teil davon fließt in die Förderung und Bildung unserer Kinder. Da stecken wir Millionen rein. Es ist eine Art Versprechen, das wir gegeben haben: Immer genug Betreuungsplätze zu haben. Und wir merken, dass diese Vereinbarkeit hier funktioniert, das verschafft Verden einen großen Standortvorteil.“ Die Stadt investiert immer weiter in den Ausbau von Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und Ferienprogrammen, damit sich Familien auch weiterhin für Verden als Lebensmittelpunkt entscheiden. 2015 gab es 240 Krippenplätze, 2017 schon 255. Für 2017 sind zwei weitere Krippengruppen in Hönisch geplant. Laut Fachbereich 3 verzeichnet Verden 1.000 Zuzüge pro Jahr und ebenso viele Wegzüge. Die Zusammensetzung der Bevölkerung ändert sich – und dennoch ist Verden neben vergleichbaren Städten relativ jung. „Eine stabile Bevölkerungszahl mit einem hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen ist kein Selbstläufer“, weiß Bürgermeister Brockmann. „Familien müssen sich hier wohlfühlen und da sind wir als Stadt besonders gefordert. Es muss konkrete Angebote für alle Altersgruppen geben.“ Ein neu zu beobachtender Trend ist, dass Leute ihren Arbeitsplatz in Verden, ihren Wohnort aber wo anders haben. „Das hat etwas mit dem Bedürfnis nach Urbanität zu tun, mit dem, was wir ihnen hier in Verden bieten.“ „Wichtig ist, dass neben den ganzen Betrieben in den Industriegebieten auch die Innenstadt funktioniert“, so Birgit Koröde. Wie die Werbeagentur von IKEA es schon so treffend formuliert hat. „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ Die Leute müssen sich wohlfühlen in ihrem selbst gewählten oder von der Arbeitsstelle bestimmten Zuhause. Auch den Kunden und Geschäftspartnern muss ein Unternehmen etwas vor und nach einer geschäftlichen Besprechung bieten Taxi Verden 0 42 31 55 00 Taxi Langwedel 0 42 32 94 111 www.koehler-transfer.de info@koehler-transfer.de Made in Verden 25