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Editorial - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...

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LUDWIG WOLF Ton Gedenken

LUDWIG WOLF Ton Gedenken 28 1 En En Breef Breef ut ut ut dat dat dat Johr Johr 1946 1946 In dat Heft 1/2001 harr Dieter Guderian en Opsatz över de Hamburger Volkssänger Gebrüder Wolf veröffentlicht. Dat Terzett, later denn dat Duo, weer to Anfang von dat vörrige Johrhunnert in Hamborg en Institution. Man mit de Nazi-Tiet güng dat brutal to Enn. De mehrsten von de Familie sünd ümbrocht worrn. Ludwig Wolf weer ”priviligeert” dör sien ”arische” Fro, dorüm hett he – kümmerlich in’t Judenhuus – överleevt. Dieter Guderian is nu noch en Breef von sienen Grootunkel ut dat Johr 1946 in de Hannen kamen. Wi druckt em hier af. Wokeen mehr weten will över de Wolf-Bröder un de Geschicht von de ehr Familie, de schull sick dat Book besorgen: Dieter Guderian: Die Hamburger Originale Tetje un Fietje – Lebensgeschichte der Gebrüder Wolf und ihrer Familie Isaac, 2006, Cardamina Verlag Ochtendung, ISBN 978 – 3 -938649 – 11 – 9. Abschrift eines Briefes von Ludwig Wolf an Donat Wolf ii Hamburg den 11.3.1946 (Eingangsstempel: 19. Aug. 1946) Mein lieber Donat iii , Deine lieben Zeilen habe am 19/3 (sic!) von Herrn Schwertfeger erhalten. Lieber Donat, Du möchtest nun von uns ein möglichst genaues Bild von den Zuständen, die sich seit der Zeit, wo Du uns verlassen hast, zugetragen haben. Du hast ja den Brief hauptsächlich an LolaIV gerichtet, welche über die Familienverhältnisse am besten berichten kann. Alles andere werde ich Dir, so weit mein Gedächtnis es erinnern kann, berichten. Ja, lieber Junge, wo fange ich an und wo höre ich auf. Am besten, ich beginne da, wo wir Deine liebe OllyV , Dan und Deine Schwiegermutter betreuten. Tante MagdaVi und ich haben tagtäglich von morgens bis abends bis zur Evakuie- Quickborn108-1.Korr. 28 25.03.2008, 9:05 Uhr

En Breef ut dat Johr 1946 – WOLF rung in Deiner Wohnung gepackt, Wäsche gezeichnet und für jeden sein Gepäck geordnet. Habe sämtliche Gepäckstücke signiert folgendermaßen: Olga Sara Wolf geb. Berlin, geboren in Hamburg, geboren 19—. Evakuierungsgepäck. Jedes Gepäckstück mußte ganz gepackt und verschnürt sein und am Tage der Abreise nach der Carolinenstraße, Paulinenstift, angeliefert werden. Ich habe an diesen Tagen mit Cäsar Koppel zusammen, denn alleine hätte ich es nicht schaffen können, eine hoch beladene Schottsche Karre gezogen. Es war an diesem Tage mein Geburtstagsgeschenk und alles war für die Katz, denn das Gepäck hat Hamburg nie verlassen, das haben die Banditen gleich hier behalten. Wie mir Tante Magda erzählte, sind alle hier zur Abreise sehr gefaßt gewesen. Von der Verwandtschaft war niemand außer Tante Magda anwesend. Einige Nachbarn sowie die Scheuerfrau gingen mit zur Moorweide. CarolaVii , welche mit einem früheren Transport weg sollte und sich mit Veronal-Tabletten vergiftet hatte, aber wieder gesund wurde, begleitete diesmal die drei auf ihrer Fahrt ins Ungewisse. Seit dieser Zeit wiederholten sich die Evakuierungen tagtäglich und ich wurde von verschiedenen Leuten geholt, um ihre Koffer und Gepäck zu signieren. Ich sorgte dafür, daß in der Wohnung nicht allzuviel zurückgelassen wurde und es sollte alles in der Wohnung verbleiben und die Schlüssel mußten auf der Polizeiwache abgeliefert werden. Ich sorgte dafür, daß die Nazi nicht allzuviel bekamen, selbst die Glühbirnen habe ich heraus genommen und Koppel geschenkt. Olly verkaufte und verschenkte alles, was sie nicht mitnehmen konnte. Die Wohnungseinrichtung mußte ja stehen bleiben. Aber aufzuzählen würde zu weit führen. Den letzten Rest des Geldes ließ sie sich von mir geben, um es im Korsett einzunähen, trotz meiner Warnung, es nicht mitzunehmen. Etwas später mußte ich Tante Minna Meyer, welche beim ersten Transport bei Aufrufung ihres Namens zusammenbrach und infolgedessen zurückgestellt wurde, ihre Sachen sowie Malchen Berlin ihre Habseligkeiten in Ordnung bringen. Danach kamen Tante Rosa und Tante BettyViii an die Reihe. Auch da waren wir die einzigen, die mithalfen. Dann kam Post von Holland und Dänemark, ich beantwortete alles. Wir haben nie eine Nachricht von den Evakuierten erhalten und wissen auch nicht, wo sie abgeblieben sind. Von unserer Familie wurden Onkel Hans und Tante Floraix sowie Deine Cousine Lotte Issel und etwas später Onkel James, Tante Paula und Lenex evakuiert. Es gab andauernd Aufregung und Arbeit. Quickborn108-1.Korr. 29 25.03.2008, 9:05 Uhr 29

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