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Das Koerperschema

48 Die Verwertung des

48 Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. Es wird vor die Pat. links eine Kreide und Bleistift hingelegt, rechts eine Kreide und eine Schere. Nehmen Sie die linke Kreide! Faßt zunächst nach dem Bleistift +. Rechte Kreide! +. Es werden je links und rechts je ein Thermometer hinzugefügt. Nehmen Sie den linken Thermometer! Bei der Wiederholung einwandfrei: Rechte Kreide mit der rechten: Nehmen Sie mit der linken Hand die Schere! Nehmen Sie mit der linken Hand die rechte Kreide: Wiederholung: Rechte Hand rechten Thermometer: Rechten Thermometer: Hebt zunächst den rechten Arm, geht dann mit dem linken Arm zum rechten, dann zum linken Thermometer, den sie richtig zeigt. +. +. Faßt dann auch mit der linken Hand nach der rechten Kreide. Greift mit der linken Hand zum Bleistift. Dann +. Nimmt mit der rechten Hand die linke Kreide. +. Faßt mit der rechten Hand nach dem linken Thermometer. ,. Auch sonst zeigt sich, daß die Pat. sehr wohl imstande ist, auf Aufforderung einen rechts oder links gelegenen Gegenstand zu fassen, daß sie aber nicht fähig ist, Aufgaben durchzuführen, in denen die Rechts- und Linksbegriffe zweimal vorkommen. Es handelt sich also um eine schwere motorische Aphasie, doch ist gleichzeitig eine nicht ganz unerhebliche Störung des Wortverständnisses vorhanden. Das Leseverständnis ist aber so wie das Lautlesen aufgehoben. Die Schrift, die nur mit der linken Hand möglich ist, ist unpraktisch. Außerdem besteht eine rechtsseitige Hemiplegie. Die Pat. hantiert relativ gut mit' Objekten. Objekthantierungen aus dem Gedächtnis gehen schlechter. Am schwersten sind jedoch die reflexiven Handlungen getroffen. Die Pat., welche rechts und links sehr gut unterscheidet, geht prompt in die rechte und linke Richtung des Raumes. Sie ist auch ohne weiteres imstande, auf Befehl zwischen einem rechts und links gelegenen Gegenstand zu wählen. Allerdings versagt sie häufig, wenn man ihr den Befehl gibt, zuerst einen rechts und dann einen links gelegenen Gegenstand zu nehmen, also bei komplizierten Aufgaben. Soll sie den rechten oder den linken Daumen zeigen, so versagt sie fast regelmäßig in sehr charakteristischer Art und Weise. Sie zeigt entweder nur den falschen Daumen oder auch beide oder den richtigen, aber einige Zeit später auch noch

Die Verwertung des Körperschemas in der Praxie. 49 den anderen. Die ·Pat. korrigiert häufig vollständig spontan. Daß natürlich auch apraktische Fingerverwechslungen vorkommen, sei erwähnt. Die Fehlreaktionen erfolgen so oft, daß man den Eindruck gewinnt, die richtige Lösung werde geradezu unterdrückt. Würde die Pat. einfach raten, so käme eine größere Anzahl richtiger Reaktionen zustande. Die Bewegungen des anderen Gliedes erinnern an Mitbewegungen, aber man sieht, daß die beiden Bewegungen auch zeitlich auseinander fallen können. Gelegentlich sind die Bewegungen der rechten und linken Hand verschieden und schließlich wird ja häufig nur die verkehrte S(ite gezeigt. KLEIST (2) hat ja auf die Rolle der Mitbewegungen bei Apraxie eingehend hingewiesen und hat auch gezeigt, daß sie sich von den Mitbewegungen der Hemiplegischen unterscheiden. Zweifellos ist aber die Störung unseres Falles nicht nur auf Mitbewegungen zu beziehen, wenn auch die apraktischen Mitbewegungen mit dem hier beschriebenen Phänomen eng verwandt sind. Die Pat. ist also außerstande, eine richtige Seite zu wählen, aber weder deshalb, weil ihr die richtigen Begriffe fehlen, noch deshalb, weil sie ein lädiertes Körperschema besitzt, sondern die Umsetzung des Körperschema ins Handeln ist gestört, es handelt sich um eine apraktische Störung der Seitenwahl. Ich erinnere daran, daß die Pat. die gleichschwere Handlung in bezug auf die Beine durchführen konnte. Ja, sogar beim Heben des Armes erwies sich die Seitenwahl meist als ungestört. Die Tendenz zur vorzeitigen Reaktion, die ich erwähnt habe, beschränkt sich auf die apraktischen Extremitäten. Außerdem zeigt sich auch bei dieser Pat. eine Störung in der Verwendung des Körperschemas bei Handlungen, welche sich auf den eigenen Körper richten. Sie greift weit neben Auge und Ohr. Zu Beginn treten auch hier Verwechslungen zwischen rechts und links auf, doch schwanden diese bei späteren Untersuchungen. Vielleicht könnte auch die Schwierigkeit, einen einzelnen Finger zu zeigen, mit der ungenügenden Verwertbarkeit des Kötperschemas zusammenhängen. Es liegt aber näher anzunehmen, hier sei ein Faktor, geschädigt, welcher die Umsetzung des richtigen Bewegungsentwurfs in die Innervation verhindert; ein Faktor, der, wenn auch in anderer gröberer Art, bei Mitbewegungen und bei striären Motilitätsstörungen geschädigt ist. Es ist auch ohne weiteres wahr- Sc h ! 1 der. Körperschema.

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