Aufrufe
vor 4 Tagen

Halbinsel Malaka - wilde Staemme

96 WILDE STAEMME VON

96 WILDE STAEMME VON MALÄKA. Es sind dies die einzigen Stämme, welche eine feste Grenze aufrecht halten und Angehörige des nicht angesessenen Stammes innerhalb ihres Bezirkes nicht dulden, höchstens als durchziehende Wanderer. Malaien und Chinesen sitzen in allen Distrikten, ausser in 2 und 5, und in einigen Berggegenden von 7. Zugleich ist im Auge zu behalten, dass nicht in allen Theilen der Distrikte örang Hütan zu finden sind. Wo der Malaie sich ansiedelt, zieht sich der örang Hütan aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft zurück. So sind also Angehörige der einzelnen Stämme nur in den abgelegenen Theilen zu finden. Aber da sie stets in Bewegung sind, ist es nicht möglich, die Stelle ihrer eigentlichen Wohnsitze genau anzugeben. Mit Ausnahme von No. 2 und 5, einem Theil von No. 7 und dem Theil von No. 9, welcher am weitesten von der Westküste entfernt ist, finden sich Malaien, Chinesen und örang Hütan stets in einer Wechselbeziehung zu einander; aber noch immer zeigt auf der ganzen Halbinsel der Örang Hütan, wenn er nicht geradezu feindlich gegen die Malaien auftritt, doch seinen Widerwillen gegen diese Einwanderer und sein Misstrauen durch möglichst weites Ausweichen vor malaiisch besiedeltem Boden. Wo aber in einem Distrikt, mit Ausnahme von No. 7, das „Blandass"-Blut Verbindungen eingegangen ist, da lebt genau im Verhältniss zur Beimischung von „Blandass"-Blut dei örang Hütan in Berührung mit den Malaien. Gegen den die Dschangeln durchstreifenden Chinesen zeigt der örang Hütan weder feindliche Stimmung, noch verbirgt er sie, wenn sich Gelegenheit giebt. Die Anwesenheit dieser Nation ist dem örang Hütan nicht erwünscht, aber er geht ihr einfach aus dem Wege so weit als er kann, obgleich er wiederum, wenn er den Chinesen zum Verhandeln von Waldprodukten bereitwillig findet, mit ihm gern zusammentrifft, oder in mehr besiedelten Distrikten auch wohl für ihn arbeitet und neue Anpflanzungen besorgt. Aber kein Chinese und kein Malaie darf es wagen, in die mit' No. 2 oder No. 5 bezeichneten Gebiete einzudringen. Die Berührung der Grenze würde wohl bemerkt werden, ebenso in dem oben bezeichneten Theile von No. 7. Man kann zunächst also als feststehend die Auffassung gelten lassen, dass die örang „Pangghan" in No. 2 und die örang „Tummeor" in No. 5 vollständig dieselben seien, als wären sie eben in ihr Land eingerückt ohne Beimischung fremden Blutes, ferner dass in No. 1 die „Benar-Benar", woher sie auch immer ursprünglich stammen mögen, ihrerseits wiederum stark übergegangen sind in die alten örang „Blandass" und dass sie diesem Stamme die Beimischung der prognathen örang L3ut der Inseln gegeben haben, welche an den Engen von Djohor auftritt, doch so, dass die Mischung mit den Örang „Blandass" in No. 6 nicht weiter südwärts gebracht worden ist. Ferner, dass der „Blandass" wie er ursprünglich auftrat, kaum irgendwo gefunden wird, ausser etwa in No. 7. Die Stämme in No. 6 verbanden sich mit allen übrigen, wie die Umstände sie mit ihnen in Berührung brachten und daher stammt der grosse Unterschied in der Erscheinung u. s. w. der verschiedenen örang Hütan-Ansiedler des Nordens, mit Ausnahme von No. 2 und 5, in welche Abtheile kein späteres „Blandass"- oder überhaupt anderes Element eindrang. Das Gebiet, welches mit No. 4 bezeichnet ist, hatte Uebergänge und hat sie noch mit dem malaiischen Element, während die Bevölkerung des Gebietes No. 7, in der Gegenwart zusammengewachsen, keine weiteren Elemente hat zu seiner malaiischen Mischung, welche aus No. 4 aufgenommen stammte. Das Kärtchen soll nur die Einwirkung des in No. 6 befindlichen empfänglichen „Blandass"- Stammes darstellen. Die Veränderungen von No. i zeigen sich in dem Verlust der Gleichartigkeit, wodurch so viele Unterabtheilungen entstanden sein mögen. Diese Vermuthung wird durch die Thatsache gestützt, dass getrennte Ansiedelungen nach einiger Zeit, nachdem sie mehr oder weniger von der Sprache oder dem Dialekt des fremden eingewanderten Bevölkerungselements übernommen haben, sich so scheiden, dass heutzutage ein örang Hütan des einen Platzes einen Landsmann, der einige Meilen weiter zu Hause ist, nicht mehr versteht. Selbst wo viel „Blandass"-Blut vorliegt, ist malaiisch als Verkehrssprache im Gebrauch, während doch in den einzelnen Ansiedelungen jeder einzelne Stamm seinen eigenen Dialekt spricht. So ist es geradezu unmöglich festzustellen, welche Sprache die alten örang „Blandass" sprachen — ausser malaiisch. ^) Sie alle erklären, dass mit einigen dialektischen Eigenthümlichkeiten malaiisch ihre Sprache sei, und blickt man auf ihre Geschichte zurück und auf die bereitwillige Verbindung mit den örang MalSyu, so scheint es, dass bevor sie auf der Halbinsel landeten, sie schon Kenntnis von der malaiischen Sprache hatten — ausserdem ist ja auch Menang- ') [Ob die Reconstruction so unmöglich wäre, wenn wir die einzelnen Dialekte alle ordentlich kennen würden, mag dahingestellt bleiben.]

WILDE STAEMME VON MALAKA. 97 käbau ihnen bereits bekannt. Die Orang „Blandass" in No. 6 und die Negrito in No. 9 sind die Hauptelemente, von welcbien die scharf ausgeprägten lokalen Unterscheidungen in diesen Distrikten ihren Ursprung nahmen. Es ist daher der verschiedenen Beimischung zuzuschreiben, dass die Örang Hütan sich in der Folge in einzelne Gemeinvvesen auflösten — Malaien, Örang „Pangghan", örang „Tummeor", Siamesen, Batak, Bügis, Jawanen, Dayak, haben mitgewirkt — dass die lokalen Unterschiede in den verschiedenen Theilen von No. 6 und 9 entstanden sind, wahrend No. 5 und 2 bloss von örang „Pangghan" und Örang „Tummeor" besetzt blieben, welche aber doch anderen Stämmen Frauen haben Uefern müssen. In No. 9 bilden den Grundstock der Bevölkerung die sogenannten Negrito, doch sind sie stark mit anderen gemischt. Durch 9 sollten nur die Grenzen der Negrito's skizzirt werden. Auf der malaiischen Halbinsel treten drei Küstenpunkte hervor, welche in der Geschichte der örang Hütan eine wesentliche Rolle spielen. I. Zunächst der Pahang-Fluss an der OstkUste zwischen Parallele 3° und 4°. Da ist nach den Ueberlieferungen der Örang „Blandass", „Tummeor" und „Pangghan" der Platz, wo zuerst die Örang Malayu die Ostküste betraten und zwar in feindhcher Berührung mit den Eingeborenen. Dieser Vorgang hatte dieselben Folgen, wie bei Malaka an der Westküste, nämHch dauernde Besiedelung. Die Weiterentwickelung von No. 3 ist ebenfalls eine Folge dieses Zusammenstosses. Die Örang „Pangghan" sagen, dass die gegenwärtige Besitznahme durch die Malaien von mehr als der Hälfte des alten „Pangghan"-Gebietes an der Seeseite nur allmählich vor sich ging und einer späteren Zeit angehörte, während der erste Einbruch von Nord nach Süd stattgefunden habe. Die Örang „Pangghan" sind tüchtige Krieger und es ist sehr wahrscheinlich, dass die von Osten herankommenden örang Malayu von Kedah das von den örang „Pangghan" vertheidigte Gebiet umlagerten, bis sie in ihrem Suchen nach neuen Wohnsitzen den grossen Pähang-Fluss im Süden antrafen. Wahrscheinlich war nun dieser äusserste Platz schwach bevölkert und die Örang Malayu gewannen dort festen Grund, bis neue Zuzüge sie allmählich in Stand setzten, die örang Hütan zurückzudrängen. Der hartnäckige Widerstand der örang „Pangghan'' würde ihre Stellung als Sklaven in No. 3 erklären, in die sie geriethen, als sie von den Malaien überwunden wurden, gegenüber der einfachen Zerstreuung und Auflösung der örang „Blandass" in dem mit No. 4 bezeichneten Gebiete, da diese nur wenig Widerstand geleistet hatten. Ein noch gefährlicherer und unversöhnlicherer Feind war der Stamm der örang „Tummeor". Noch heute denkt der „Tummeor" nur an Rache für von den Malaien verübten Kinderraub und würde jeden Malaien tödten, welcher sich ausserhalb der Grenze sehen Hesse. Aber der an Zahl niemals starke Stamm ist durch Uncultur physisch herabgekommen und kann in Fällen, wo sonst ein ernster Conflict eingetreten wäre, — jetzt nur mehr ausweichen. Als die Malaien das Gebiet des Pähang-Flusses betraten, konnten die Batak- und Bügis-Elemente sich noch nicht so weit nach Osten erstreckt haben, denn ich fand in dem mit No. 3 bezeichneten Gebiete keine Spur von ihnen. Die Batak, welche von der einen Seite zur anderen vordrangen, waren die Pak-pak ') (nicht derselbe Stamm ') wie der Karo-Stamm der Batak, welche sich in No. 9 niederliessen), während andere Pak-pak entweder getödtet oder verjagt wurden. Die aussenliegenden Örang „Blandass" in No. 7 („Sinnoi";;, welche sich mit örang „Tummeor" und „Pangghan" mischten, wurden alle weggefegt, zusammen mit den aussenhegenden örang „Tummeor", „Pangghan" und „ßenar-Benar" als Gefangene von den Malaien. Daraus entstand mit etwas Beimischung fremden (malaiischen) Blutes bei den gefangenen Weibern die Bevölkerung von No. 3, welche seit dieser ersten Mischung keine weitere erlitten hat. Das auf der Skizze mit No. 7 bezeichnete Gebiet hat, nachdem es seinen durch Mischung verlorenen Theil eingebüsst hat und nachdem es von No. 2 und 3 abgeschnitten war, keine weitere Beimischung erhalten — ausser etwa von Zeit zu Zeit eintretenden geringen Zuzug malaischen Blutes durch No. 4, — die Bevölkerung muss also nahezu noch so sein, als in den Zeiten, wo sie den Distrikt (No. 7) besetzte. Damals hatten sie malaiische Elemente erhalten aus dem mit No. 3 bezeichneten Felde des Kärtchens No. i. Es ergiebt sich hieraus, dass die malaiische Beimischung hauptsächlich auf der Westseite der Insel auftritt. 'I [Im Original „Puck-puck"; es handelt sich um zwei Invasionen vgl. S. 10a] [Warum nicht?] •') Veröffentlichungen. II. 3/4. l3

Arabische Halbinsel
Arabische Halbinsel
arabische halbinsel - Globetrotter
Südbadenbus_Die Halbinsel Höri_2011.pdf
Dokumentation der historischen Halbinsel von Istanbul durch ...
Halbinsel Schwansen - Ostseefjord Schlei
raum und auf der Arabischen Halbinsel - Edition Topoi
KARL STAMM
RMV-STAMM 310:stamm - traffiQ
KARL STAMM
die dänische halbinsel der vielen erlebnisse - Feddet Camping
Kranichzeit auf der halbinsel Wittow. - Aquamaris Strandresidenz ...
14Spar angebote Welche Halbinsel ist doppelt schön? - Postauto
Aktiv NAtur erlebeN Auf der HAlbiNsel WittoW. - Aquamaris ...
Leidenschaftlich wild
MAGIC - Rudolf Stamm GmbH
Beerenobst Stamm - Müller
Die Wild- und Geflügelsaison ist eröffnet. Wild ... - Handelshof
Wild-Produktkatalog ( PDF) - bei Wild Kunststoffverarbeitung
zum PDF Download… - Stamm VI
Am Anfang ist der Stamm - Pfister Möbelwerkstatt
Urs - Stamm Robin Hood
wildes indien wildes indien wildes indien - Historisches und ...
Wild Minnesota
Einfach Wild
Wild Aniline
Die Wilden Kerle
Wildes Monbachtal
WILD, JAGD, JÄGER - Wild und Hund
WILD, JAGD, JÄGER - Wild und Hund