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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

122 WILDE STAEMME VON

122 WILDE STAEMME VON MALAKA. Die der Örang „Blandass" sind von dickerem Material, als die der Orang Kenaboi; aber es kommt oft vor, dass der Mann entweder nicht versteht, dieses breite Band zu machen oder auch keine Zeit und Lust dazu hat, und dann werden statt dessen verschiedene von den schneller hergestellten Ringen angelegt. Gleich wie bei anderen Stämmen sieht man es häufig, dass ein Köcher irgend eines anderen Stammes von einem örang M€nt6ra gebraucht wird. Die Namen für die verschiedenen Theile des Köchers sind: „T'lar" [vgl. S. 120], der vollständige Köcher, „Pintal" '), das Terap-Seil oder der Gürtel, „Petis" [vgl. S. io5 Note 3], der Knopf, „Tunkop" ^), die Kappe oder Decke, „Simpi" [vgl. S. io5 Note 2], die Ringe (entweder fünf „Plake'", oder neun Umwindungen), die Röhren, jede im Innern einen Pfeil enthaltend, „Simpi Seeki Kluang" [vgl. S. 121 Note i], das breite Band, aussen über dem „Pintal Tukas", im Innern des Köchers. Das „Pintal Tukas" wird hinter dem Pfropfen des Pfeiles gebraucht, obgleich gelegentlich das schnell zurechi gemachte Fiederblättchen von Calamus geminifloris verwendet wird. Sein Platz ist innerhalb der Kappe in der Mitte der „Plake". Es giebt noch einen Theil, dessen Zweck nicht leicht erklärt werden dürfte, nämlich das viereckige Zeichen an der Seite des ßambusköchers, „Linghur" ') genannt. Ich habe dieses nur bei den Orang Mentöra gesehen. Es ist eine Stelle, wo der Bast des Köchers abgeschabt ist (der Name bedeutet „Merkzeichen"), sie dient dazu, die Nase darauf zu reiben. Es ist dieses nicht etwa ein Scherz, sondern eine reine und einfache Thatsache, und also zu verstehen. Da das Gift der örang MentSra sehr klebrig ist und selten hart eintrocknet, so wird, um zu verhindern, dass die klebrige Pfeilspitze an dem Tubus der „Plake" hängen bleibt, die Seite der Nase längs kiq ^,^v ^^ u dieser Stelle. „Linghur", abgewischt. Die Nase ist in diesem heissen Klima stets mehr oder weniger ölig und wird diese Stelle des Köchers damit abgerieben. Auf derselben Stelle nun wird der Pfeil gerollt, bevor er in die „Plake", Röhre, hineingethan wird. Eines der drolligsten Bilder, welches ich mit ansehen musste, war es, als ein Trupp Örang Mäntfira's damit beschäftigt war, Pfeile zu machen und Jeder ganz ernsthaft einige Augenblicke die Seite seiner Nase an dem Bambusköcher abwischte und, was die Sache noch schlimmer machte: ich durfte es nicht einmal wagen, darüber zu lachen, wie ich es gar zu gern gethan hätte, weil sie, wenn sie mich über sie hätten lachen sehen, sofort den Platz verlassen hätten. Wie die anderen Stämme sind sie sehr empfindlich, wenn über sie gelacht wird. Die hölzerne Kappe des Sumpitan-Köchers und ihre Herstellung. „Juletong" [DJelütong] oder wie die Örang M6ntera es nennen, Kayu „Kupping", wird in den Häusern vorräthig trocken gehalten. « ^^/vv^— '^ nur als Zunder. Es ist die feine Behaarung am Blatte, wo es am Stamm aufsitzt. Es wird abgekratzt, gewasclien, in der Sonne getrocknet und dann an der leichten Holzasche eines fast erloschenen Feuers, bis ein darangekommener Funke weiter schwählt ohne auszugehen. Bei den örang Mentera wird das Fiederblättchen einer Rötan-Art (Rötan Tunggal: Calamus geminifloris) auf dieselbe Weise verwendet, wie das Tukas der Örang Benüa und der anderen Stämme. Doch ist es nur ein momentaner Ersatz: denn man nimmt das grüne Blättchen, reibt es rauh zwischen den Fingern und benutzt es so. „Tukas" heisst bei den örang Mentera: Chaching. ') [Mal. Puntal?] -) [So richtig? dann doch wohl mal. Tongkop, vgl indess S. 105 Note i.] 3) [Mal. Lingga.]

; ; WILDE STAEMME VON MALÄKA. 123 Sobald es zu einer Kappe gebraucht wird, schneidet man ein Stück vermittelst eines Pärang ab und eine kleine Vertiefung wird herausgeschnitten, so dass ein glühendes Stück Kohle aus dem Hausfeuer darin Platz findet. Ein Bambusrohr (etwa i Fuss lang) wird gebraucht, um diese Kohle zu einer Flamme anzublasen, die das weiche Holz schnell verkohlt. Sobald genug herausgebrannt ist (vgl. Abbildung), wird der verkohlte Theil mit dem Rande des Pärang herausgeschabt, neue glühende Kohlen werden in die Höhlung hineingethan und wieder zur Flamme angeblasen. So entsteht die nöthige Höhlung. L_ der Originalgrösse. J,^ 5^ der OriginalgrSsse. \^ der OriginalgrSsse. Der KScIierdeckel der örang MjntSra. 1. 2. 3. Stadium der Herstellung. Die äussere Form wird mit dem P3rang fertig gemacht. Die natürliche Markhöhle im Centrum wird mit Bienenwachs oder mit Harz ausgefüllt. Die Herstellung der Blasrohrpfeile ist im wesentlichen dieselbe wie oben (S. 106) beschrieben. Die auf den Pfropfenenden eingebrannten Punkte, um die Stärke des Giftes zu unterscheiden („Nn'tek"), werden im allgemeinen nur gebraucht, wenn zwei Qualitäten von Gift in dem Tubus enthalten sind. Bei den örang MentSra zeigt ein punktirter Pfeil ein stärkeres Gift an als ein unpunktirter. Die Namen der Theile des Pfeiles sind: „Nn'tek" '), der Punkt; „Haboong" der Pfropfen ''), „Hooyoong"'), der Pfeilstab; „Rangoie", der Theil, aus welchem die Pfeilspitze geschnitten wird; „Gintel" *), die Kerbe oder Furche, welche bewirkt, dass die Pfeilspitze in der Wunde abbricht. Der „Hooyoong" wird, sobald er fertig ist, mit Bienenwachs eingerieben. Der „Haboong" wird an den „Hooyoong" mit Harz befestigt. Wenn, was ziemlich selten vorkommt, ein Pfeil krumm wird, so wird er durch Halten über das Feuer wieder gerade gerichtet und so lange zwischen den Fingern gerollt, bis er ganz correct ist. Das Maass für die Länge des Pfeiles ist (mal.): 1. „Ukor Susu" ^), d. h.: „von Brustwarze zu Brustwarze"; 2. der „Ukor Susu"-Pfeil angelegt wie vorher bestimmt, das dicke Ende oder der Pfropfen den Ellenbogen berührend. Die Entfernung von der Spitze bis zu dem Handgelenk wird in drei Theile getheilt. Der eine dieser Theile dem „Ukor Susu" hinzugefügt, giebt die Länge des „Stengah Tulang" ') 3. „Satu Tulang" ') = ein „Arm". Das Maass für die Pfropfen ist „Klinking" ^). Länge des letzten Gliedes am kleinen Finger; „Eboo ') [Mal. Intik.] ') [Mal. Ambung-Arabung.j 3) [Mal. Hüdjung?] *) [vgl. mal. GJtil, Toba-bat. Gotil.; ») [Mal. Ükur Süsu.] «) [Mal. SütSngngah Tulang.] ') [Mal. S4tu Tulang. ») [Mal. KSlengkeng.] i6*

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