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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

I=,2 WILDE STAEMME VON

I=,2 WILDE STAEMME VON MALAKA. Fünf bis zwanzig Aeliren, je nach der Gesciiicklichkeit des Einsammlers, werden mit Finger und Daumen gegriffen und die Stahlklinge benutzt, um die Stengel von den Aehren zu trennen, da die ersteren auf die Erde geworfen werden, um verbrannt zu werden oder zu verwesen. Nachdem die Körner (Padi) nun, ihrer Stengel beraubt, gesammelt sind, werden sie, um sie von den Grannen zu säubern, auf eine Tenne geworfen und mit der Fusssohle hin- und hergescharrt, die Stiele werden abgesiebt. Der zum Kochen bestimmte Padi wird in einen schweren hölzernen Mörser geworfen und mit der schweren Keule geschlagen und gestossen. Dabei zerplatzen die Hülsen und die enthülsten Körner (mal. Beras ') sind nun zum Kochen bereit. Vor dem Schneiden oder Ernten ist eine Zauberceremonie erforderlich, welche auch bei Sonnenaufgang erledigt werden muss. Alle, die an der Ernte betheiligt sind, versammeln sich bei einem Wachthäuschen auf dem Padi -Feld und setzen sich an den Wänden entlang. In der Mitte der Hütte steht auf einer Tenne ein Vorrathssack, bis an den Rand mit Padi gefüllt. Dies „bis an den Rand gefüllt sein" ist geboten und bietet ein leicht verständliches Symbol. Eine der Sicheln wird mit dem spitzen Ende nach unten in der Mitte der Sacköffnung in den Padi hineingesteckt. Auf der Spitze des so hervorstehenden Bambusgrifles wird oberhalb des Stahlschaftes ein kleines Stück ßienenwachs bei A hingelegt. > Mit dem Gesicht der aufgehenden Sonne zugewendet, hockt der Beschwörer in seiner gewöhnlichen Stellung vor dem Sack und spricht, mit den Lippen dicht an das mit Bienenwachs beklebte Ende des Erntemessers, laut den folgenden Bannspruch: „Yang minyooling meelakköng yang booiar mee - addap Skoo lak - nowi, padee toojoe tänki meeambee smunghut padee bawar poolang kar roomäh." Die Uebersetzung im Original lautet: „Very squinting (hantu) turn you back to me. Be blind and blindly grope aboui, while I am cutting off the seven padi - ears in order to bring back the soul of the pädi to the house." Nach der gewöhnlichen Schreibung: „Yang mendjüling yang büta mengädap aku menüei padi tüdjoh tangkei möngambel semangat padi bawa pülang k6 rümah." Nächstdem zieht der Beschwörer das an der Spitze noch mit dem Bienenwachs überklebte Erntemesser aus dem Padi -Sack, geht zu den sieben Löchern H des vorhin beschriebenen Bannkreises für das Padi Pflanzen, befestigt sieben aus irgend einem der Löcher hervorwachsende Aehren an den kürzeren Theil des Sichelgriffes oberhalb des Stahlschaftes, wendet dann das Gesicht der aufgehenden Sonne zu und spricht den Rest des Segens, indem er die Sichel mit den daran befestigten Aehren, welciie noch Stengel und Wurzeln haben, in der Hand hält: „Äkoo nn'ök mesar hantoo tar keesär". „Ich will forttreiben den spähenden Hantu: aku hfindak mömisah hantu terkisar".^j Dann nähert er die Schneide der Messerklinge den Stengeln und schneidet sie Diese noch an der Sichel befestigten Aehren nimmt er nach der Hütte zurück, löst sie dort ab, thut sie in ein Tuch oder in eine Matte und legt sie oben auf den Padi in den Sack B. Dort müssen sie drei Tage lang liegen bleiben. Drei Tage lang schneiden nun die Weiber allein den Pädi auf dem Felde in der gewöhnlichen Weise und machen dann eine Pause bis nach dem nun folgenden Fest. Die so gesammehen PSdi- Aehren werden enthülst, aber die Aehrenstengel und Hülsen dürfen vor dem Fest nicht weggeworfen werden, sondern werden in einem Korb oder Sack in der Hütte aufbewahrt. Der enthülste Padi oder, wie er nun heisst, Beras, wird zu dem Festessen verwendet; was übrig bleibt, muss unter die Gäste vertheilt werden, bevor sie das Fest verlassen. Der schielende Hantu wird darum als schielend vorgestellt, weil die Orang „Blandass" glauben, dass ein Schielender einen weiteren Gesichtskreis habe als Einer mit gerade stehenden Augen. Die Sorge für ein grosses Padi - Feld erfordert unaufhörliche Wachsamkeit, und die Augen können nicht weit genug herumspähen nach den Verwüstungen durch Vögel, Eichkatzen u. s. w. Da sieht nun der Hantu schnell all die unbewachten Stellen, wenn die Aufmerksamkeit einmal nachlässt. Da für die Körner, welche den Semangat des Padi enthalten, grosse Sorge getragen wird, so wird der Hantu durch den Zauber geblendet, so dass sie sicher gesammelt werden können. ab. ') Der gekochte Reis heisst Näsi. 2) [Im Original: I will drive off the prying hantu ispirit).]

WILDE STAEMME VON MALAKA. •53 Der schielende Hantu späht immerfort um das Haus herum und lauert auf Schabernack; er reizt das Geflügel und die Hunde an, Speise aus den Hütten') zu holen, w£nn der Herr abwesend ist u. s. w. B A das „Towi", an dessen Stiel eine Wachskugel festgel;Iebt ist. B Sack mit Pädi. Das Bienenwachs deutet an, dass der örang Hütan frischen Reis lieber isst als alten getrockneten, was auch meinem') Geschmack entspricht. Man isst mit den Fingern, indem man immer einen Mund voll zu einem Ball knetet und dann zum Munde führt. Wenn der Reis frisch ist, lässt er-skh zu einem Ball zusammenbacken, alter aber nicht. Die örang „Blandass" verarbeiten Bienenwachs zu Lichtern in gleicher Weise und darauf geht die Anspielung: nämlich, dass der geerntete Reis sich in gleicher Weise kneten lassen möge, wenn er gekocht ist. Das dreitägige Sammeln mit sich daran schliessender Darbietung an die Gäste gehört zur Gastfreundschaft. Eine Unterlassung würde als „schäbig" ') angesehen werden. Der Abgang dieser ßewirthung darf aus folgenden drei Gründen nicht fortgeworfen werden. Zunächst, damit die Gäste sehen können, wie viel von der Ernte gesammelt wurde (nach Maassgabe der Hülsen u. s. w.), und so einerseits die Freigebigkeit des Gastgebers beurtheilen und andererseits sich vergewissern können, dass er nichts von dem enthülsten Padi zurückbehalten hat. Ferner wird die Padi-Seele, wenn sie nach ihrer dreitägigen Wanderung zurückkehrt, durch ein Fest bewillkommnet, bei welchem sie bezaubert wird gegen spätere Beunruhigungen durch einen Hantu. Es würde nun eine Beleidigung für die Padi-Seele sein, wenn ihre Hülle sofort als werthlos weggeworfen würde und die Hülsen werden daher zurückbehalten, damit die Padi-Seele sie bei ihrer Rückkehr sehen könne. Ist sie zurückgekehrt, so werden die Körner der sieben Tangkei oder Aehren in einem Tuch oder Sack gesammelt und weggehängt, bis sie mit der Hauptsaat vermischt werden sollen, denn in diesen sieben Tangkei nimmt sie ihren Aufenthalt. Ausserdem hat, wie erwähnt, frischer Reis in gekochtem Zustande einen starken, eigenthümlichen, sehr lieblichen Duft, welcher altem Reis nicht anhaftet. Wenn nun die Gäste ankommen, führen sie diese Hülsen an die Nase und athmen den Duft ein, wobei sie ') Das alte „Blanda5s"-Haus hatte keine Thür. ") In Europa kann sich Niemand, der den alten getrockneten Reis geniesst, eine Vorstellung machen von dem wundervollen Duft und Geschmack des frischen Reis. ') Wollte man die für die Bewirthung der Gäste bestimmte Menge irgendwie schmälern, so hiesse das um einen eng- liscben, den Sinn genau treffenden Ausdruck zu gebrauchen — „stealing the pence from a blind beggar's hat". Verüfl'entlichungen. II. 3/4. 20

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