KAV MAGAZIN - AUSGABE 2/2019

KoelnerAnwaltverein

In der aktuellen Ausgabe unseres KAV Magazins informieren wir Sie unter anderem über die KAVCAREERDAYS und die KAV Juniormitgliedschaft. Zudem können Sie in der Revue zum 12. Kölner Anwaltstag und der Ordentlichen Mitgliederversammlung alle Details des 08. Mai 2019 noch einmal nachlesen. Zudem informieren wir Sie über unsere bevorstehenden Fortbildungsveranstaltungen und unsere Ausschüsse und Arbeitskreise informieren Sie über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten in den jeweiligen Rechtsgebieten. In der Rubrik KAVRECHTPERSÖNLICH standen uns für diese Ausgabe Herr Joachim Roth, Leitender Oberstaatsanwalt in Köln und Herr Kollege Dr. Frank Seebode, Mitglied des Vorstands des Kölner Anwaltverein e.V. als Interviewpartner zur Verfügung. Mit JURTOUR gehen wir wieder auf Reisen und stellen Ihnen die Metropole des Orients, Dubai vor. Auch diesmal haben Sie wieder Gelegenheit einen Aufenthalt vor Ort zu gewinnen. Diesmal im Steigenberger Hotel Business Bay, Dubai. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und viel Freude mit dieser Ausgabe.

Editorial |

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Liebe Kolleginnen,

liebe Kollegen,

unser 12. Kölner Anwaltstag im Mai 2019

war ein voller Erfolg. Mit 22 Ausstellern auf

der EXPOKAV, 13 bestens besuchten Fachvorträgen

und einem erneuten Besucherrekord

können wir auf eine Veranstaltung

zurückblicken, die in Deutschland ihresgleichen

sucht. Zu der sich anschließenden

Mitgliederversammlung konnten wir

auch dieses Jahr nicht nur viele Mitglieder

unseres Vereins begrüßen, sondern auch

zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Justiz,

Rechtsanwaltskammer und befreundeten

Vereinen. Dass nicht nur die Justiz, durch

Herrn Generalstaatsanwalt Harden, und

der DAV, durch seinen Vizepräsidenten

Herrn Kollegen Schafhausen, ein Grußwort

gesprochen haben, sondern insbesondere

Herr Justizminister Biesenbach und Frau

Oberbürgermeisterin Reker an unserer Mitgliederversammlung

teilgenommen und

gleichfalls ein Grußwort an uns gerichtet

haben, ist nicht nur eine große Anerkennung

unseres Vereins und seiner Arbeit,

sondern zeigt, dass der Kölner Anwaltverein

in Nordrhein-Westfalen und in Köln,

aber auch in Berlin wahrgenommen wird.

Einen ausführlichen Bericht zum 12. Kölner

Anwaltstag und zu unserer Mitgliederversammlung

finden Sie auf Seite acht dieses

Magazins.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch wenn

es auf die Urlaubszeit zugeht und wir uns

eigentlich auf entspannte Tage freuen

sollten, hat mich etwas nachdenklich gemacht.

Aktuell habe ich einen Beitrag vom

15.04.2019 in der LTO gelesen, dessen Inhalt

darauf schließen ließ, dass es politische

Bestrebungen gibt, unseren Berufsstand

weiter in seiner Arbeit zu belasten und

diese zu erschweren. Die Anwaltschaft ist

als Organ der Rechtspflege einer der wesentlichen

Pfeiler unseres Rechtsstaats und

der einzige Garant hierfür aufseiten der

Bürgerinnen und Bürger. Die Anwaltschaft

diente und dient dabei schon immer auch

dem Schutz der Verbraucher – auch wenn

das damals noch nicht so hieß.

Um diese Aufgaben zu erfüllen, gibt es das

System aus RVG und Berufsrecht einerseits

sowie den einzelnen Verfahrensordnungen

mit ihren Regelungen zur Kostentragungspflicht

andererseits. Damit bleibt unsere

Dienstleistung für die Bürgerinnen und

Bürger berechenbar und von gleichbleibender

Qualität. Es führt zu einer Quersubventionierung

und von geringen bis hin zu

hohen Streitwerten können die Bürgerinnen

und Bürger mit einer gleichbleibend

hochwertigen Rechtsvertretung rechnen,

die frei davon ist, dass die Anwaltschaft

z. B. überlegen muss, welchen Prozentsatz

eines Erfolgshonorars sie bekommen will.

Nun gibt es – wieder einmal – Bestrebungen,

zum einen das Erfolgshonorar zu erlauben

und zum anderen die Möglichkeit zu eröffnen,

dass Anwälte für die Vermittlung eines

Mandats bezahlen.

Wie soll ich mir das vorstellen? Werden

wir demnächst Kunden einer Vermittlungsplattform,

bei der derjenige Rechtsanwalt

oder diejenige Rechtsanwältin die besten

(lukrativsten) Mandate bekommt, der/die

dieser Plattform am meisten bezahlt? Oder

soll es Mandatemakler geben, die zwischen

Anwalt und Mandant vermitteln und die

von der Anwaltschaft bezahlt werden? Und

sollen wir uns in gerichtlichen Verfahren

demnächst beim Preis Konkurrenz machen,

wer das geringste Erfolgshonorar kassiert?

Soll das auch im Strafrecht, Sozialrecht

und öffentlichem Recht gelten? Und was

ist mit den kleinen Forderungen. Wie viel

Erfolgshonorar kann ich denn dann bei

der Rückforderung einer Mietkaution von

1.200,00 Euro verlangen?

Natürlich muss man immer über Neuerungen

nachdenken. Hier aber wird an

den Eckpfeilern unseres Berufsstandes und

der in Deutschland hervorragend funktionierenden

Rechtsberatung durch Anwälte

gerüttelt. Man kann nicht allen Ernstes

davon ausgehen, dass eine weitergehende

marktwirtschaftliche Öffnung der Rechtsberatung

diese verbessern wird. Das

Gegenteil wird der Fall sein. Der Kampf um

Mandate über den Preis dient den Rechtsratsuchenden

nicht. Das Gegenteil ist der

Fall. Die Bürgerinnen und Bürger werden

bei einer Umsetzung solcher Vorhaben auf

der Strecke bleiben.

Hiergegen wird der Kölner Anwaltverein

das in seiner Macht stehende tun.

Nichtsdestotrotz wünsche ich Ihnen schöne

Ferien, die von solchen Gedanken unbelastet

sein sollten. Erholen Sie sich gut,

Ihr

Markus Trude

Vorsitzender

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