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Paulus im Zentrum des Ökumenischen

Chambesy bei Genf dar.

Patriarchates in

Die Kirchen sind Gott und seinen Heiligen oder bestimmten

Ereignissen der Heilsgeschichte geweiht. Einige Kirchen

werden zudem nach ihrem Baustil, andere wiederum nach

ihrer Funktion benannt. So heißt z.B. die Kirche eines

Bischofs "Kathedrale", weil dort sein Bischofssitz (griech.

kathedra) ist. Eine kleine Kirche nennen wir Kapelle.

Aber ob es sich nun um eine große oder kleine Kirche, um

einen alten oder neuen Bau, um diesen oder jenen Stil

handelt - "der Sehnsucht des Menschen nach dem Ort seiner

ursprünglichen bzw. endzeitlichen Gemeinschaft mit Gott entspricht

das Kirchengebäude, das als 'Bild der kommenden

Güter' (Johannes von Damaskos, 2. Rede von den Bildern, 23.

Kap.) das verlorene Paradies darstellt. Mit dem Eintritt in das

Gotteshaus läßt der Mensch die vergängliche Welt hinter sich

und begegnet einer anderen Wirklichkeit; er erwacht wie der

Patriarch Jakob aus seinem 'Schlaf und meint: 'Wirklich, der

Herr ist an diesem Ort. ... Wießirchtbar ist doch dieser Ort! Hier

ist nichts anderes als Gottes Haus und das Tor des Himmels'

(Gen 28, 16-17). Dieses Bewußtsein der Begegnung mit dem

Heiligen im Gotteshaus, das nach altkirchlicher Vorstellung

im Traum Jakobs vorgezeichnet worden ist, beschreibt

exemplarisch ein klassisches Zitat aus einem liturgischen

Kommentar, der unter dem Namen seines wahrscheinlichen

Redaktors, des Patriarchen von Konstantinopel Germanos I. (+

733), überliefert ist:

'Die Kirche ist irdischer Himmel, in dem der himmlische

Gott wohnt und wandelt. Sie versinnbildet die

Kreuzigung, das Begräbnis und die Airferstehung Christi

und ist herrlicher als die Stiftshütte Moses, in der die

Sühneplatte und das Allerheiligste waren. Sie war von

den Patriarchen vorgezeichnet, den Propheten verkündet,

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